Pranayama - Die Atemübungen

Aus Yogawiki
Wechselatmung - Vishnu Mudra

Pranayamas, die Atemübungen

Pranayama – Die Atemübungen

Pranayama heißt Meisterschaft über Atmung und Steuerung über das Prana. Prana heißt Atem, Prana heißt aber auch Lebensenergie. Ayama heißt Steuerung und Meisterschaft. Man könnte sagen, Herrschaft über die Lebensenergien über Steuerung des Atems.

Wir können verschiedene Atemübungen unterscheiden. Es gibt die sogenannten Grundatmungsarten, die einfachen Atemübungen, es gibt die Reinigungspranayamas, die Bandhas und die Maha Kumbhakas. Ich möchte eben einen Überblick geben und für jede dieser Atemübungen findest du eigene Videos, Audios und Internetseiten bei Yoga Vidya, so dass du auch dazu angeleitet werden kannst.

Drei Grundatmungsarten

Grundatmungsarten gibt es drei:

Bauchatmung

Zuerst einmal die Bauchatmung, wo du vollständig ausatmest und bequem einatmest, vollständig ausatmest, bequem einatmest. Die Bauchatmung sollte die Normalatmung im Alltag sein. Also, wenn du keine besonderen Herausforderungen hast, dann ist es gut vollständig auszuatmen, sanft einzuatmen. So hältst du Prana in Bewegung und so sorgst du auch dafür, dass du immer wieder entspannen kannst.

Es braucht eine gewisse Übung, die Bauchatmung als Grundatmung wirklich zu etablieren. Du musst dich mehrmals am Tag daran erinnern, wirklich tief auszuatmen, sanft einzuatmen. Wenn du jemand bist, der eine Neigung hat zu Ängstlichkeit oder auch zu Energiemangel, Depressivität, oder leichtes, man könnte sagen Aufbrausen, das ist alles ein Zeichen, dass deine Grundatmung nicht eine ausreichend tiefe Bauchatmung ist. Wenn ein Grundpranagefühl da ist, dann wirst du nicht so schnell aufbrausen, nicht so schnell ängstlich werden und auch nicht so schnell niedergeschlagen werden, sondern du kannst mit Vielem sehr viel besser umgehen. Daher lerne es, die tiefe Bauchatmung als Grundatmung zu etablieren.

Video - tiefe Bauchatmung

Vollständige Yogaatmung

Die zweite Grundatmungsart ist die vollständige Yogaatmung, bei der du vollständig ausatmest. Beim Einatmen geht der Bauch hinaus und die Brust hinaus, und beim Ausatmen senkt sich die Brust und der Bauch geht hinein. Einatmen: Bauch hinaus und Brust hinaus - dabei wird auch etwas in die Lungenspitzen geatmet - und Ausatmen:Lungenspitzen senken sich, Brustkorb geht hinein und Bauch geht hinein.

Diese vollständige Yogaatmung nutzt du immer dann, wenn du mehr Sauerstoff brauchst, oder auch in manchen der fortgeschrittenen Atemübungen oder auch bei Asanas, wenn du sie besonders energiewirksam haben willst und die Grundbauchatmung bei dir schon gut funktioniert.

Kevala Kumbhaka - meditativer Atem

Die dritte Atmung der Grundatmung ist Kevala Kumbhaka. Kevala Kumbhaka heißt meditativer Atem. Kevala Kumbhaka heißt nur wenig Luft einatmen, wenig Luft ausatmen, sanft einatmen, sanft ausatmen.

Das beruhigt den Geist, es führt zu einer großen Konzentration. Kevala Kumbhaka ist oft die Begleiterscheinung für eine tiefe Meditation, und du kannst auch bewusst Kevala Kumbhaka erzeugen, zum Beispiel am Ende von Pranayama oder nach einer Asana oder nach der Tiefenentspannung, um in tiefe Meditation zu gehen. Zu all diesen Atemarten gibt es eigene Videos mit Anleitungen, ebenso auch zu den einfachen Atemübungen.

Einfache Atemübungen

Als einfache Atemübungen definiere ich solche Atemübungen, die du zwischendurch machen kannst, die also keine eigenständige Zeit für eine Pranayamasitzung erfordern. Diese kann man natürlich auch zu Anfang oder zum Ende einer Yogastunde machen, du kannst sie aber auch am Tag machen.

Aufladeübungen

Zum Beispiel gibt es Aufladeübungen. Du kannst dir vorstellen, dass du beim Einatmen Energie aufnimmst, du kannst kurz die Luft anhalten und beim Ausatmen die Energie weitergeben. Einatmen, bewusst Energie aufnehmen, Ausatmen, Energie wieder weitergeben. Es gibt verschiedene Variationen von Aufladeübungen, du kannst das auch mit Armbewegungen verbinden. Also einatmen, Arme heben und bewusst Energie aufnehmen, Luft anhalten die Energie verteilen, und beim Ausatmen die Arme wieder senken und weit werden.

Und so gibt es verschiedene Aufladeübungen, die du zwischendurch machen kannst, um neue Energie zu bekommen. Dann gibt es das entspannende Pranayama, wo du vier Sekunden einatmest, vier Sekunden ausatmest. Und beim Ausatmen kannst du auch bewusst sagen: Entspannen. Oder auch vier Sekunden einatmen und acht Sekunden ausatmen. Es ist auch ein entspannendes Pranayama, wobei du zwischendurch ganz loslassen kannst. Gerade, wenn du unruhig bist, wenn du nervös bist, wenn vor dir irgendetwas ist, wo du guten Grund dazu hast, ein bisschen aufgeregt zu sein, hilft das entspannende Pranayama, wo besonders die vollständige Ausatmung, vielleicht sogar die langsame Ausatmung im Vordergrund steht.

Video - Aufladeübung

Gehendes Pranayama

Es gibt gehendes Pranayama und verschiedene Formen des gehenden Pranayamas. Du kannst zum Beispiel vier Schritte einatmen, vier Schritte ausatmen, oder vier Schritte einatmen, acht Schritte ausatmen. Oder vier Schritte einatmen, zwei anhalten, vier ausatmen, zwei anhalten. Du kannst im Gehen im Pranayama auch Mula Bandha integrieren, kleines Khechari, Zunge nach hinten, und verschiedene Visualisierungen, oder auch Mantras.

Uddiyana Bandha

Es gibt Uddiyana Bandha, insbesondere im Stehen, das heißt: vollständig ausatmen, Hände auf die Knie und dann Bauch einziehen. Und das hilft, dass der Bauchraum aktiviert wird und Prana nach oben gebracht wird.

Agni Sara

Wenn du dein Sonnengeflecht anregen willst, zum Beispiel auch als Grundlage, wenn du irgendwo emotional durchgerüttelt wurdest, wenn du deine Mitte verloren hast, dann kann es manchmal helfen, Agni Sara vorher zu machen, um danach leichter zur Bauchatmung übergehen zu können. Agni Sara vollständig ausgeatmet und mit leeren Lungen Bauch vor und zurück.

Gorilla

Und dann gibt es noch den Gorilla, der auch aufladend ist und reinigend, wo du vollständig einatmest, dann den Brustkorb mit Fingerspitzen, Handflächen oder Fäusten massierst, und dann stoßweise durch den Mund ausatmest. Hände auf die Knie abstützen und Bauch einziehen.

Ich weiß, das waren jetzt keine Übungsanleitungen, ich wollte es nur wiederholen, wie gesagt für all diese Übungen findest du eigene Videos, wo du dazu angeleitet werden kannst. Die findest du auf dem Yoga Vidya Übungskanal, der sich nennt yoga vidya hatha yoga übungen oder einfach auf den Yoga Vidya Internetseiten.

Reinigungspranayamas

Dann kommen wir zu den Pranayamas, die wir besonders täglich üben. Die werden manchmal auch als Reinigungspranayamas bezeichnet. Und das ist Kapalabhati, die Schnellatmung mit anschließendem Luftanhalten, und Anuloma Viloma, die Wechselatmung, wo du links einatmest, anhältst, rechts ausatmest, rechts einatmest, anhältst und links ausatmest. Vermutlich, wenn du bis jetzt noch zuhörst, kennst du diese Übungen Kapalabhati und Wechselatmung recht gut. Für die Wechselatmung gibt es eine Spezial-Konzentrationstechnik, die nennt sich Samanu. Samanu ist die Wechselatmung mit Mantra und Visualisierung der Elemente zur Reinigung des Astralkörpers und der Psyche.

Über Samanu wird es noch ein eigenes Video geben, auch im Rahmen dieser Yoga-Vidya Schulungsreihe.

Video - Kapalabhati und Wechselatmung

Bandhas

Und dann gibt es als Viertes die Bandhas, und die Bandhas sind Verschlüsse. Über Verschlüsse sorgst du dafür, dass Prana nicht in die normalen Bahnen hineinströmt, sondern neue Nadis öffnet. Insbesondere sollen die Bandhas dafür sorgen, dass das Prana mehr in die Sushumna kommt, in den feinstofflichen Energiekanal in der Wirbelsäule, und dann durch die Sushumna nach oben geht durch die Chakren zu den höheren Chakras.

Da gibt es Mula Bandha, Wurzelverschluss, Jalandhara Bandha, das ist der Kehlverschluss, und es gibt Uddiyana Bandha, und das ist der Bauchverschluss. Zu den Bandhas wird es auch noch ein eigenes Video geben, mit einigen Erläuterungen. Und es gibt sehr detaillierte Anleitungen zu verschiedenen Variationen dieser Bandhas in einzelnen Videos.

Maha Kumbhakas

Das Fünfte sind die Maha Kumbhakas. Maha Kumbhakas sind die großartigen Weisen, die Luft anzuhalten. Mit anderen Worten, es sind die acht Atemübungen, die in der Hatha Yoga Pradipika beschrieben werden. Im Pranayama bedeutet Kumbhaka Luftanhalten, und charakteristisch für die Atemübungen in der Hatha Yoga Pradipika ist die Anhaltephase. Und dann gibt es eben acht Maha Kumbhakas, acht fortgeschrittene Atemübungen, die es jeweils auch in einfacherer Variation gibt, die du nutzen kannst, um dein Prana, deine Lebensenergie zu steigern, zu harmonisieren und besser auszustrahlen.

Übungsprogramme

Und als Sechstes kann man sagen gibt es Pranayama Übungsprogramme, mit denen du die tägliche Energiearbeit machen kannst. Und auch dazu wird es ein eigenes Video geben, welche Pranayama Übungsprogramme vielleicht für dich besonders geeignet sind.

So hast du einen guten Überblick über die Pranayamas, und das reiche Pranayamagebiet bei Yoga Vidya. Ich möchte auch darauf hinweisen, wir haben auch mehrere mehrwöchige Atemkurse, Pranayama Kurse im Internet mit vielen Videos veröffentlicht. Es gibt Atemkurse für Anfänger, wo du insbesondere sehr viele einfache Atemübungen kennenlernst, auch mehr als hier sind, wo du Kapalabhati und Wechselatmung lernen kannst, einige Grundsachen über Prana, über Atmung, Anatomie, Physiologie, und Atmung auch zur Lampenfiebertransformation, zur Ärgertransformation, zur Überwindung von Energiemangel. Und natürlich lernst du auch insbesondere die Bauchatmung gut zu üben.

Pranayama Mittelstufe

Dann gibt es den Pranayama Kurs Mittelstufe, auch ein mehrwöchiger Kurs. Dort wird davon ausgegangen, dass du Kapalabhati und Wechselatmung kennst. Und in diesem Mittelstufenkurs lernst du mehr über den vollständigen Yogaatem, du lernst einiges mehr über zusätzliche einfache Atemübungen, vor allem lernst du aber Kapalabhati in verschiedenen Variationen, Wechselatmung in verschiedenen Variationen. Und du lernst die acht Maha Kumbhakas in einfacher Variation. Du lernst auch, wie du Pranayama nutzen kannst, um zum Beispiel ein Vata-Überschuss zu reduzieren, ein Pitta-Überschuss oder ein Kapha-Überschuss. Wenn du Ayurveda Spezialist bist, und gerne mehr wissen möchtest, wie du Atemübungen nutzen kannst, dann empfehle ich dir unbedingt den Pranayama Mittelstufenkurs, da gibt es dann auch Übungsprogramme zur Reduzierung von Vata, von Pitta und von Kapha.

Pranayama Fortgeschrittene

Dann gibt es den Pranayamkurs Fortgeschrittene, und dort lernst du insbesondere auch Samanu, du lernst die drei Bandhas integrieren ins Pranayama, du lernst die acht Maha Kumbhakas in fortgeschrittener Variation und du wirst angeleitet zu fortgeschrittenen Übungsprogrammen. Zusätzlich gibt es bei Yoga Vidya ja auch noch den fortgeschrittenen Pranayama-Kanal, der nennt sich büf.pod.spot.de und dort findest du viele fortgeschrittene Atemübungen angesagt, du findest das aber auch auf dem yoga vidya blog. Du gehst einfach auf die Yoga Vidya Internetseite und gibst dann ein fortgeschrittenes Pranayama oder fortgeschrittene Pranayamasitzung, und dann findest du Anleitungen zu fortgeschrittenem Pranayama, die aber nur dann geeignet sind, wenn du schon einmal bei Yoga Vidya eine Yogalehrer Ausbildung mitgemacht hast, oder ein Kundalini-Yoga Seminar.

Dann gibt es auch noch Kundalini Yoga Meditationstechniken, wo Atemübungen integriert sind. Auch diese kannst du finden auf unseren Seiten. Dann suche nach Kundalini Meditation Anleitung, und dann findest du einige der Meditationsanleitungen, bei denen auch Pranayama teil der Meditation selbst ist.

Hinweise

Das war jetzt ein gewisser Überblick, über das was wir bei Yoga Vidya zum Pranayama lehren, auch was wir im Internet haben und was du lernen kannst, wenn du bei Yoga Vidya entweder Atemkurse, Pranayamakurse in den Yoga Vidya Stadtzentren oder bei einem von Yoga Vidya ausgebildeten Pranayamalehrer lernen kannst, und was du bei Yoga Vidya zum einen in den Ashrams in den Kundalini Yoga Seminaren lernen kannst, oder eben auch in den Hatha Yoga Stunden und dem Sechs-Uhr Pranayama in den Yoga Vidya Ashrams.

Video - Pranayama – Die Atemübungen

Siehe auch

Literatur

Weblinks

Seminare

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