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Was ist überhaupt ein Yogi? Und wie wird man ein Yogi/eine Yogini? Die einfachste Weise wäre: Übe jeden Tag [https://www.yoga-vidya.de/yoga/ Yoga]. Wenn du jeden Tag mindestens eine Stunde (besser zwei oder drei Stunden) [[Yoga]] übst, dann bist du eigentlich schon ein Yogi. Ein Yogi ist jemand, der Yoga übt ‒ und zwar ernsthaft.  
 
Was ist überhaupt ein Yogi? Und wie wird man ein Yogi/eine Yogini? Die einfachste Weise wäre: Übe jeden Tag [https://www.yoga-vidya.de/yoga/ Yoga]. Wenn du jeden Tag mindestens eine Stunde (besser zwei oder drei Stunden) [[Yoga]] übst, dann bist du eigentlich schon ein Yogi. Ein Yogi ist jemand, der Yoga übt ‒ und zwar ernsthaft.  
  

Aktuelle Version vom 15. Oktober 2018, 10:05 Uhr

Yogi (Sanskrit योगिन् yogin m., Nom. Sg. योगी yogī; योगिनी yoginī f.) 1. ein Mensch, der die Einheit mit dem Kosmischen durch Yoga erreicht hat; 2. ein Mensch, der intensiv und beständig Yoga praktiziert.

"Yogini"

Ein Yogi oder Yogin ist ein Mann, der Yoga übt – eine Frau, die Yoga übt wird Yogini genannt. Das Word Yogi wird auch benutzt, um asketische Meditationsübende verschiedener südasischer Religionen zu beschreiben, z.b. im Jainismus, Buddhismus, und Hinduismus.

Allgemeines über Yogis

Der Yogi kann verschiedene Gründe haben, um Yoga zu üben, z.B. zur Harmonisierung des Lebens in Bezug auf Gesundheit, Fitness und Endspannung, zur Erweckung schlafender Fähigkeiten wie z.B. Charisma, Ausstrahlung, stärkere Energetisierung des Nerven- und Immunsystems, oder aber das höchste Ziel des Yogis: die Vereinigung mit dem wahren Selbst und dem kosmischen Bewusstsein, welches den Yogi zur allgegenwärtigen Erkenntnis führt, dass alles in Einheit und All-Eins mit Gott ist.

Dazu stehen dem Yogi eine große Zahl an erprobten und bewährten Übungen und Praktiken zur Verfügung, mit denen er durch geduldiges und systematisches Training seine Ziele und sogar das höchste Ziel des Lebens – Einheit mit Gott – erreichen kann.

Sukadev über Yogi

Niederschrift eines Vortragsvideos (2014) von Sukadev über Yogi

Yogi, im Sanskrit auch Yogin. Ein Yogi ist jemand, der Yoga übt oder Yoga meistert. Yogi ist ein Sanskrit-Wort und kommt eben von Yoga. Und Yoga heißt Einheit, Verbindung, Yoga ist aber auch jede Praxis, die das Ziel hat, den Menschen die Einheit erfahren zu lassen. So ist also ein Yogi jemand, der entweder Yoga übt, auf dem Weg ist zur Einheit, oder jemand, der Yoga gemeistert hat und in der Einheit ruht. Yogi heißt ja tatsächlich, der aus der Einheit kommt oder in der Einheit ruht oder der zur Einheit gehörig ist. In diesem Sinne, sei ein Yogi, im Sinne von, übe, damit du das Höchste erfährst, und werde irgendwann zum vollständigen Yogi, der die vollkommene Einheit erfährt.

Wer ist ein Yogi?

Auszüge aus dem Buch „Samadhi Yoga“ von Swami Sivananda

Yogischüler werden in drei Grade, bzw. Klassen unterteilt, die erste, zweite und dritte. Yogarudha ist jemand, der den höchsten Gipfel des Yogaberges erklommen hat. Ein Yogarudha ist ein Yoga-Bhrashta, jemand der von Yoga herabgefallen ist.

Jemand, der alle vorausgehenden Übungen in seinen Vorleben vollendet hat, d.h.:

Er beginnt sofort von der Geburt an zu meditieren. Er ist fest gegründet im höchsten Asamprajnata Samadhi. Er zählt zur ersten Klasse. Sadashiva Brahman aus Nerur (Tamil Nadu) und Jnana Dev aus Alandi bei Poona, gehören zu dieser Klasse von Yogis. Yunjana ist jemand, der sich tief in die Yogapraktik begeben hat. Er zählt zur zweiten Klasse der Yogis. Arurukshu ist einer, der die Stufen des Yoga zu erklimmen sucht. Er zählt zur dritten Klasse der Yogis.

Im Yoga liegt eine neue Botschaft, ein neues Leben, eine neue Perspektive, ein neuer Verhaltenscodex, neue Freude, neues Wissen und neue Hoffnung für den Menschen. Man wächst und entwickelt sich schnell. Man entfaltet seine schlummernden Kräfte und Begabungen sowie natürliche Gesetzmäßigkeiten. Man wird Meister über Impulse, Süchte und Sinne.

Prana, Geist und Körper. Über alle möglichen Arten von Schwäche und Angst, Trauer und Schmerz, Kummer und Leid triumphiert man. Man findet Gott durch die Yogapraktik. Man verbindet sich mit dem Herrn indem man Geist und Sinne diszipliniert. Man erhebt seinen niedrigen, bösen Geist der nur in alten Gleisen lief und sinnliche Bahnen verfolgte zu den höchsten Höhen göttlicher Herrlichkeit und Reinheit.

Ein Yogi sieht die Seele in allem und erkennt Gott überall. Er versteht die Freude und das Leid von allen als seine eigene Freude und sein eigenes Leid, denn er besitzt kosmisches Bewusstsein und hat alle Hürden von Absonderung, Entzweiung und Unterscheidung eingerissen. Er hat ungetrübte Einsicht und geistige Gelassenheit. Er erfreut sich an der göttlichen Ekstase von Samadhi, der herrlichen Gott-Bewusstheit. Sein Herz ist erfüllt von reiner Liebe und Mitgefühl.

Ein Yogi behauptet, er könne außergewöhnliche Kräfte und Wissen erlangen, indem er Sehnsüchte und Gelüste unterwirft und Yama, Niyama und Samyama oder Konzentrationstechniken, Meditation und Samadhi gleichzeitig praktiziert. Rishi Patanjali (der Autor der Yoga Sutras) warnt seine Schüler ganz eindeutig, nicht durch die Versuchung, besondere Kräfte zu erlangen hingerissen zu werden. Die Götter selbst testen den unvorsichtigen Yogi indem sie ihm eine ihnen gleiche Stellung anbieten.

Viele Schüler streben mehr nach Siddhis als nach der wirklichen spirituellen Erfüllung, trotz der einschlägigen Warnhinweise. Der Besitz von Siddhis bringt einen niemals näher zu Gott. Die Entwicklung übernatürlicher Kräfte an sich ist nicht gleichzusetzen mit spirituellem Wachstum. Siddhis sind sogar Hindernisse für den spirituellen Fortschritt. Sie führen Schüler in Versuchung und bringen sie zu Fall. Darum gehe ihnen entschlossen aus dem Weg.

Wenn ein Magnet stärker ist, wirkt er auf Eisen selbst wenn es sich in weiter Entfernung befindet. Genauso hat ein Yogi, wenn er fortgeschritten ist, größeren Einfluss auf die Menschen mit denen er in Kontakt kommt, selbst wenn diese weit von ihm entfernt leben. Ein Yogi der regelmäßig meditiert hat eine magnetische und charmante Persönlichkeit. Diejenigen welche mit ihm in Kontakt kommen werden von seiner angenehmen Stimme, seiner kraftvollen Worte, den strahlenden Augen und dem glänzenden Aussehen, von einem starken, gesunden Körper, gutem Benehmen, tugendhaftem Charakter und seiner göttlichen Natur beeinflusst.

Wie ein Salzkörnchen, das man in ein Behälter mit Wasser gibt, sich darin auflöst, wie der süße Jasminduft die Luft durchdringt, so dringt auch seine spirituelle Aura in den Geist Anderer ein. Und die Menschen zehren Freude, Frieden und Stärke von ihm. Sie werden durch seine Worte inspiriert und ihr Geist erhebt sich allein durch den Kontakt mit ihm.

Ein Meister im Yoga, oder ein voll aufgeblühter Yogi, kann durch seine yogischen Kräfte das yogische Feuer von innen heraus entzünden und seinen Körper verbrennen, wann immer er ihn verlassen möchte. Spirituelles Wachstum geschieht schrittweise. Es ist eine allmähliche Entwicklung. Verfalle nicht in fieberhafte Hast, yogische Glanzstücke zu vollbringen und innerhalb von zwei, drei Monaten in Nirvanakalpa Samadhi einzutreten.

Das Praktizieren von

können dich nicht in ein paar Monaten zum Meister machen. Die Sinne müssen gründlich unterworfen werden. Göttliche Tugenden müssen entwickelt werden. Schlechte Eigenschaften müssen ausgemerzt werden. Der Geist muss vollständig beherrscht werden. Das ist eine anstrengende Aufgabe. Das ist keine Schlittenfahrt. Es verlangt von dir, streng Tapas zu üben, zu meditieren und geduldig auf die Ergebnisse zu warten. Die Yogaleiter muss Stufe für Stufe erklommen werden. Du wirst den spirituellen Pfad Stadium für Stadium durchlaufen müssen.

Wie wird man Yogi?

Sivananda.jpg

Was ist überhaupt ein Yogi? Und wie wird man ein Yogi/eine Yogini? Die einfachste Weise wäre: Übe jeden Tag Yoga. Wenn du jeden Tag mindestens eine Stunde (besser zwei oder drei Stunden) Yoga übst, dann bist du eigentlich schon ein Yogi. Ein Yogi ist jemand, der Yoga übt ‒ und zwar ernsthaft.

Ein zweites Element, damit du ein Yogi bist, ist: Esse kein Fleisch, keinen Fisch und keine Eier und verzichte auf alkoholische Getränke und Zigaretten. Drittens richte dein Leben an hohen ethischen Idealen aus: Ahimsa (Nichtverletzen), Satya (Wahrhaftigkeit), Asteya (Nichtstehlen), Brahmacharya (Vermeidung sexuellen Fehlverhaltens) und Aparigraha (Unbestechlichkeit).

Dann widme dein Leben, um anderen Gutes zu tun. Lebe ein Leben voller Mitgefühl, übe Gelassenheit gegenüber den Wechselfällen des täglichen Lebens und strebe danach, Gott zu erfahren. In tiefer Meditation bringe deinen Geist zur Ruhe. Der höchste Aspekt des Yogi heißt „derjenige, der in Einheit lebt“, in Einheit mit Gott. Der erste Grad des Yoga Übenden ist: Übe [Yoga und lebe ein yogisches Leben ‒ dann bist du schon ein Yogi. Der höchste Grad des Yogi ist derjenige, der die Einheit erreicht hat.

6 verschiedene Yoga-Arten

Hatha-Yogi

Der Hatha-Yogi konzentriert sich auf körperliche Übungen wie Asanas ( diverse Stellungen), Pranayama (Atemübungen), Pratyahara (Tiefenentspannung) – sowie allgemeiner gesunder Lebensführung. Hatha Yoga ist die im Westen am weitesten verbreitete und bekannteste Yoga-Art.

Kundalini-Yogi

Der Kundalini-Yogi beschäftigt sich hauptsächlich mit Energie-Übungen wie z.B. Reinigungsübungen für den Astralkörper, die Nadis (Energiebahnen) und Chakren (Energiezentren), der Harmonisierung und Öffnung der Chakras und der Erweckung der Kundalini-Shakti, der Ur-Kraft, welche in jedem Menschen schlummert. Kundalini Yoga entstammt aus den tantrischen Traditionen Asiens.

Raja-Yogi

Der Raja-Yogi übt mentales Training und Meditation und beschäftigt sich daher mit Fragen wie z.B.: Wie funktioniert der Geist? Wie kann ich ihn optimal nutzen? Dazu bedient er sich u.a. folgender Übungen: Affirmationen, Visualisierungen, Achtsamkeits-Meditationen, Selbstbeobachtung, etc. Die bekannteste Schrift des Raja Yogas sind die Yoga-Sutras des Patanjali.

Jnana-Yogi

Der Jnana-Yogi, liest viel über die klassischen indischen Philosophie-Systeme und die klassischen indischen Schriften: die Veden, Smritis, Puranas, Itihasas, Sutras, Agamas, und diverse Hatha Yoga Schriften. Der Jnana-Yogi stellt sich Fragen wie z.B.: Wer bin ich? Woher komme ich eigentlich? Wohin gehe ich? Was ist der Sinn des Lebens? Was bedeuten Karma und Reinkarnation? etc. – Zur Beantwortung dieser Fragen stehen dem Yogi eine Vielzahl an Meditations-Techniken des Jnana Yoga zur Verfügung.

Bhakti-Yogi / Bhakta

Der Bhakti-Yogi, auch Bhakta genannt, konzentriert sich vollkommen auf die Hingabe und Liebe zu Gott. Mit Hilfe von Gebeten, Mantren, religiösen Ritualen und Zeremonien, dem Erzählen von Mythen und Geschichten über Heilige, Götter und Heldengeschichten, versucht der Bhakti-Yogi sein Herz für alle Lebewesen und die gesamte Schöpfung zu öffnen und Kontakt mit dem Göttlichen herzustellen. Bhakti Yoga wird an allen Tempeln in Indien praktiziert und wird von vielen als die wichtigste und zugleich leichteste Yoga-Art gehalten.

Karma-Yogi

Der Karma-Yogi möchte jeden Teil seines Lebens durch selbstloses Dienen und Handeln spiritualisieren, um dadurch sein eigenes kleines Ego zu transzendieren und zu überwinden. Der Karma-Yogi möchte ebenfalls wie der Bhakti-Yogi die Einheit mit allen Lebewesen und letztendlich mit Gott durch direktes helfen erleben, frei nach dem Motto: Liebe Deinen nächsten so wie dich selbst. – Oder aber: Siehe Gott in allem und jedem. - Karma Yoga ist der Yoga der Tat und des Handelns, ohne an die Ergebnisse durch Wünsche und Hoffnungen verhaftet zu sein.

Siehe auch

Literatur

Weblinks

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