Gehen

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Gehen bedeutet voranschreiten. Gehen heißt voranzukommen. Gehen kann heißen langsam vorangehen. Gehen kann aber auch heißen, sich nicht aufzuhalten. Erfahre hier einiges über die Bedeutung des Wortes Gehen, über Gehen in der Yoga Philosophie, bekomme Tipps zum richtigen, gesunden Gehen und zur Gehmeditation.


Auch beim Gehen muss man mal eine Pause machen - zeigt hier der indische Yogi Swami Chidananda

Bedeutung des Wortes Gehen

Das deutsche Verb gehen hat ganz verschiedene Bedeutungen:

  • Gehen heißt sich fortbewegen
  • Gehen kann auch heißen "weg gehen": Ich gehe dann mal
  • Gehen bedeutet auch funktionieren, in Ordnung: Es geht schon.
  • Gehen steht für Dauer: Wie lange geht das schon?
  • Gehen kann heißen akzeptabel sein: Es geht gerade so noch.

Gehen in der Yoga Philosophie

Gehen, ähnlich wie das englische Wort "go" ist eines der deutschen Wörter mit der vielfältigsten Bedeutung.

Gehen ist daher auch die deutsche Übersetzung von mehreren Hundert Sanskrit Wörtern.

Das Konzept des Gehens ist auch im Yoga von einer Bedeutung:

  • Im Yoga spricht man von Verhaftungslosigkeit - es geht immer weiter
  • Gehen bedeutet, dass man selbst voranschreiten soll - an nichts haften soll
  • Gehen bedeutet auch, dass nichts gleich bleibt

Sukadev über das spirituelle Gehen

Sukadev gibt dir in diesem Vortrag Ideen, wie du das Gehen, Laufen oder auch Spaziergänge spiritualisieren kannst. Gerade in der Natur ist das Gehen ebenso gesund für Körper und Geist, wie auch das Fahrradfahren.


Dieser Vortrag gehört zu der Themenreihe "Mantra, Bhakti Yoga und Sanskrit" und ist ein Teil des Bhakti Yoga innerhalb der Vortragsreihe „Yoga Vidya Schulung – Der ganzheitliche Yogaweg“ und ein Begleitvortrag der 2-jährigen Yogalehrerausbildung.

Gehen und Bleiben - Shiva und Shakti

Gehen und bleiben - das ist wie Veränderung und Beständigkeit. Man kann das Gehen mit Shakti, mit Bewegung, gleichsetzen. Und das was was gleich bleibt, ist Shiva, das Bewusstsein, hinter allem.

Shiva-Shakti, das ist auch wie Purusha-Prakriti, Brahman-Maya.

Kommen, bleiben und Gehen - Brahma, Vishnu und Shiva

Eine andere philosophische Interpretation:

  • Kommen ist die Schöpfung, Brahma
  • Bleiben ist das Erhalten, Vishnu
  • Gehen ist Shiva in seiner Form als Zerstörer

Gehen als Yoga Übung

Gehen ist auch eine Yoga Übung. Es gibt verschiedene Arten von Yoga Geh-Übungen. Hier einige Anregungen:

Richtig und gesund gehen

Richtig und gesund gehen: In folgendem Yoga Video bekommst du dazu Anregungen:

Skript zu diesem Video "Richtig und gesund gehen":

Vielen Rücke- Knie- und Hüftprobleme werden mit verursacht durch falsche Gehgewohnheiten. Gerade in Mitteleuropa gehen die meisten Menschen, indem sie den Oberkörper nach vorne neigen und die Beine folgen nach. Marlene wird das gerade mal vormachen, indem sie nach links und nach rechts geht und dabei den Oberkörper nach vorne, den Kopf nach unten. Und das führt dazu, dass Menschen in Knien, Hüften und Rücken Probleme kriegen.

Ein natürlicher und anmutiger Gang ist anders. Die Bewegung wird aus den Beinen initiiert, Kopf und Brustkorb sind geradezu bewegungslos. Die Schritte sind kleiner, die Füße werden stärker gehoben. Wer mal Afrikanerinnen gesehen hat versteht den Unterschied. Du kannst den natürlichen Gang wieder erlernen. Dazu lege ein Kissen oder ein Buch auf Deinen Kopf und jetzt gehe so, dass das Kissen beziehungsweise das Buch nicht hinunterfällt.

Wenn das Kissen ruhig balanciert wird, dann musst Du die Füße etwas höher heben und Du wirst merken, dass der Gang weniger in die Knie und Hüften geht, dafür die Bein- und Rückenmuskeln etwas stärker fordert. Du wirst graziöser und anmutiger gehen. Probiere es gleich aus, vielleicht hast Du ein Buch oder eine Zeitschrift oder ein Kissen in Deiner Nähe, dann setze es auf Deinen Kopf und gehe so. Und werde Dir bewusst, wie fühlt sich der Gang an, wie fühlt sich der Rücken an? Du kannst sogar etwas schneller gehen mit etwas Übung, da können sogar die Arme mit hin- und hergehen. Natürlich – das Kissen muss oben weiter bleiben.

Wenn Du dies zu Deinem normalen Gang machst, können Knieprobleme, Rückenprobleme der Vergangenheit angehören und diese Anmut und Grazie kann als Grundlage für ein freudevolles und schönes Leben dienen.


Gehen als Aufladeübung

Ich bin voller Kraft und Energie - diese Affirmation kannst du verbinden mit dem Gehen auf der Stelle. Dazu schaue dir folgendes Video an - und am besten: Mache gleich mit:

Gehmeditation

Gehmeditation spielt im Yoga wie auch im Buddhismus eine wichtige Rolle. Es gibt dabei verschiedene Formen der Gehmeditation:

  • Gehe ruhig und entspannt. Atme drei Schritte ein, atme drei Schritte aus. Spüre dabei deinen Atem
  • Verbinde das Gehen mit einem Mantra: Mit jedem Schritt wiederhole ein Mantra
  • Verbinde Gehmeditation mit Achtsamkeitsmeditation: Sei dir genau bewusst, was im Hier und Jetzt spürbar und erfahrbar ist

Siehe auch