Yoga für jedes Alter
Yoga für jedes Alter bedeutet: Es ist nie die Frage, ob ein Mensch Yoga üben kann. Es ist immer die Frage, wie Yoga in der jeweiligen Lebensphase geübt werden kann. Yoga lässt sich an Alter, körperliche Möglichkeiten, Lebenssituation und persönliche Bedürfnisse anpassen – vom Kindesalter bis ins hohe Alter und aus spiritueller Sicht bis an die Grenze des Lebens und darüber hinaus.

Yoga für jedes Alter – was bedeutet das?
Yoga ist weit mehr als die Fähigkeit, bestimmte Asanas auszuführen. Körperübungen sind ein wichtiger Bestandteil des Yoga, doch ebenso gehören Atemübungen, Meditation, Entspannung, Achtsamkeit, Mantras, philosophische Reflexion, ethisches Handeln und die spirituelle Suche zum Yoga.
Deshalb gibt es grundsätzlich kein bestimmtes Alter, in dem ein Mensch „zu jung“ oder „zu alt“ für Yoga ist. Was sich im Laufe des Lebens verändert, ist vielmehr die Art der Yogapraxis. Ein Kind braucht andere Übungen als ein Erwachsener, ein körperlich sehr aktiver Mensch kann anders praktizieren als jemand mit Bewegungseinschränkungen, und auch Krankheit, Schwangerschaft, berufliche Belastung oder das Älterwerden können Veränderungen der Praxis notwendig machen.
Dabei kann eine wichtige Frage immer wieder neu gestellt werden: Was brauche ich gerade – und welche Form des Yoga unterstützt mich in meiner gegenwärtigen Lebenssituation?
So verstanden ist Yoga kein starres Übungsprogramm, sondern ein lebensbegleitender Weg.
Warum Yoga sich an jede Lebensphase anpassen lässt
Der Begriff Yoga bedeutet unter anderem Einheit, Verbindung und Vereinigung. Die verschiedenen Wege und Praktiken des Yoga sprechen unterschiedliche Ebenen des Menschen an: Körper, Atem, Geist, Gefühle, Verhalten und die spirituelle Dimension des Lebens.
Hatha Yoga arbeitet insbesondere mit Körperübungen, Atemübungen und Tiefenentspannung. Raja Yoga beschäftigt sich mit dem menschlichen Geist, mit Meditation, Achtsamkeit und der bewussten Gestaltung innerer Prozesse. Bhakti Yoga entwickelt Hingabe und Gottesliebe, etwa durch Gebet, Mantra und Kirtan. Karma Yoga versteht bewusstes und uneigennütziges Handeln als spirituelle Praxis. Jnana Yoga fragt nach dem Wesen des Menschen und der Wirklichkeit, während Kundalini Yoga mit Prana, Chakras und den subtilen Energien arbeitet.
Dadurch kann sich auch der Schwerpunkt der Yogapraxis im Laufe eines Lebens verändern. In einer Lebensphase stehen vielleicht Bewegung, Kraft und Flexibilität im Vordergrund, in einer anderen Entspannung und innere Stabilität. Später können Meditation, Hingabe oder philosophische Fragen größere Bedeutung gewinnen.
Eine veränderte Yogapraxis bedeutet deshalb nicht zwangsläufig weniger Yoga. Sie kann auch bedeuten, andere Dimensionen des Yoga zu entdecken.
Yoga in Schwangerschaft und früher Kindheit
Yoga in der Schwangerschaft
Yoga in der Schwangerschaft kann werdende Mütter dabei unterstützen, ihren Körper bewusst wahrzunehmen, zur Ruhe zu kommen und mit den körperlichen und emotionalen Veränderungen dieser besonderen Lebensphase umzugehen. Sanfte Asanas, bewusste Atmung, Tiefenentspannung und Meditation können dabei – angepasst an Schwangerschaftsverlauf und individuelle Situation – hilfreiche Begleiter sein.
Die Yogapraxis sollte während der Schwangerschaft nicht nach Leistungsmaßstäben beurteilt werden. Entscheidend ist vielmehr ein achtsamer Umgang mit dem eigenen Körper. Übungen können verändert, vereinfacht oder ausgelassen werden, wenn sie nicht mehr angenehm oder geeignet sind. Bei gesundheitlichen Besonderheiten oder Unsicherheiten ist eine fachkundige medizinische beziehungsweise geburtshilfliche Beratung sinnvoll.
Auch die innere Dimension des Yoga kann während einer Schwangerschaft besondere Bedeutung gewinnen. Meditation, Mantras, Gebete und eine liebevolle, ruhige Lebensweise können der werdenden Mutter helfen, diese Zeit bewusst zu erleben und eine innere Verbindung zum heranwachsenden Kind zu entwickeln.
Yoga für Schwangere - sanfte Yogastunde
Yoga mit Babys
Nach der Geburt verändert sich der Alltag grundlegend. Regelmäßige Übungszeiten lassen sich möglicherweise zunächst nicht mehr so einhalten wie zuvor. Gerade hier zeigt sich, dass Yogapraxis flexibel sein kann.
Eine kurze Meditation, einige bewusste Atemzüge oder wenige sanfte Übungen können bereits wertvoll sein. Das Baby kann – sofern es sicher und angenehm ist – teilweise in die Praxis einbezogen werden. Es gibt außerdem spezielle Angebote für Eltern und Babys, bei denen Bewegung, Berührung, Entspannung und gemeinsames Erleben miteinander verbunden werden.
Dabei geht es nicht darum, ein Baby möglichst früh „Yoga machen“ zu lassen. Im Vordergrund stehen Nähe, Sicherheit, liebevolle Zuwendung und eine entspannte Atmosphäre.
Yoga für Kleinkinder
Kleine Kinder lernen vor allem durch Beobachtung und Nachahmung. Wenn Eltern Yoga praktizieren, beginnen Kinder häufig von selbst, Bewegungen oder Körperhaltungen nachzumachen.
Kinderyoga greift diese natürliche Freude an Bewegung auf. Übungen können in Geschichten, Tiere, Naturbilder und spielerische Abläufe eingebettet werden. Leistungsdenken und perfektes Ausführen einer Asana stehen dabei nicht im Vordergrund. Kinder dürfen Yoga vielmehr als etwas erleben, das Bewegung, Fantasie, Körperwahrnehmung und Freude miteinander verbindet.
Yoga für Kinder

Mit zunehmendem Alter kann die Yogapraxis strukturierter werden. Yoga für Kinder kann Beweglichkeit, Koordination, Gleichgewicht und Körperwahrnehmung fördern und zugleich Möglichkeiten zur Entspannung vermitteln.
Gerade in einem Alltag, der häufig durch langes Sitzen, schulische Anforderungen und digitale Medien geprägt ist, können Bewegung und bewusste Ruhezeiten einen hilfreichen Ausgleich schaffen.
Auch einfache Atem- und Achtsamkeitsübungen können Kindern helfen, ihre Aufmerksamkeit auf den gegenwärtigen Moment zu richten und eigene Empfindungen bewusster wahrzunehmen.
Yoga für Kinder sollte dabei altersgerecht, abwechslungsreich und möglichst frei von Leistungsdruck vermittelt werden. Manche Kinder lieben dynamische Übungen, andere ruhige Geschichten, Fantasiereisen, Mantras oder Entspannung. Eine gute Kinderyogastunde lässt Raum für diese Verschiedenheit.
Yoga für Jugendliche
Die Jugend ist eine Lebensphase tiefgreifender körperlicher, emotionaler und sozialer Veränderungen. Fragen nach der eigenen Identität, Zugehörigkeit, Selbstständigkeit und Zukunft können ebenso auftreten wie schulischer Leistungsdruck, Unsicherheit oder die Herausforderung, mit einer zunehmend digitalen Lebenswelt umzugehen.
Yoga für Jugendliche kann hier einen Raum schaffen, in dem junge Menschen ihren Körper bewusst erleben und lernen können, ihre Aufmerksamkeit nach innen zu richten. Asanas bieten Bewegung und körperlichen Ausgleich, Pranayama und Meditation können Ruhe und Konzentration unterstützen.
Besonders wichtig ist, Jugendlichen Yoga nicht als weiteres Leistungsprogramm zu vermitteln. Yoga kann vielmehr die Erfahrung ermöglichen: Ich darf wahrnehmen, wie es mir gerade geht.
Achtsamkeit für Jugendliche kann dabei helfen, Gedanken, Gefühle und körperliche Empfindungen bewusster wahrzunehmen, ohne unmittelbar auf jeden inneren oder äußeren Reiz reagieren zu müssen. Auch kurze Übungen lassen sich in Schule, Ausbildung, Studium und Alltag integrieren.
Wer praktische Anregungen sucht, findet unter Yoga für Jugendliche – Übungen für den Alltag einfache Möglichkeiten, Yoga auch mit wenig Zeit in den Tagesablauf einzubauen.
Yoga im Erwachsenenalter
Im Erwachsenenalter treffen häufig viele Anforderungen gleichzeitig aufeinander: Ausbildung oder Studium, Beruf, Partnerschaft, Familie, Kinder, gesellschaftliche Verpflichtungen oder die Sorge für Angehörige.
Gerade deshalb kann Yoga unterschiedliche Funktionen erfüllen. Eine körperlich fordernde Praxis kann Kraft und Beweglichkeit entwickeln, während ruhigere Übungsformen einen Ausgleich zu Stress und hoher Belastung schaffen können. Meditation und Atemübungen können helfen, bewusste Ruhepunkte in den Alltag einzubauen.
Dabei gibt es nicht die eine Yogapraxis für Erwachsene. Ein körperlich trainierter Mensch mit 60 kann intensiver praktizieren als ein 30-Jähriger mit gesundheitlichen Einschränkungen. Alter allein sagt wenig darüber aus, welche Form des Yoga angemessen ist.
Entscheidend sind der individuelle Körper, die persönliche Lebenssituation, die bisherige Erfahrung und die eigenen Ziele.
Auch Karma Yoga kann gerade in dieser Lebensphase eine besondere Bedeutung gewinnen. Beruf, Familie und alltägliche Aufgaben müssen aus yogischer Sicht nicht als Hindernisse der spirituellen Praxis verstanden werden. Sie können selbst zum Übungsfeld werden: bewusst handeln, Verantwortung übernehmen, anderen dienen und gleichzeitig lernen, sich nicht vollständig mit Erfolg und Misserfolg zu identifizieren.
Yoga ab 50
Mit zunehmendem Alter verändert sich der Körper. Regeneration kann länger dauern, Beweglichkeit oder Kraft können sich verändern und bei manchen Menschen treten gesundheitliche Beschwerden auf. Gleichzeitig verfügen viele Menschen in dieser Lebensphase über eine ausgeprägte Körperwahrnehmung, Lebenserfahrung und zunehmendes Interesse an inneren Fragen.
Yoga ab 50 bedeutet deshalb keineswegs automatisch „sanfter Yoga“. Wer gesund, beweglich und trainiert ist, kann auch anspruchsvoll praktizieren. Andere Menschen benötigen angepasste Übungen oder profitieren stärker von ruhigen Asanas, Atemübungen und Meditation.
Entscheidend ist nicht die Zahl im Pass, sondern die tatsächliche körperliche und geistige Situation.
Eine regelmäßige Yogapraxis kann dazu beitragen, Beweglichkeit, Kraft, Gleichgewicht, Körperwahrnehmung und Entspannungsfähigkeit zu erhalten oder zu entwickeln. Dabei sollte Yoga bestehende medizinische Behandlungen nicht ersetzen. Bei Erkrankungen oder erheblichen Beschwerden können Übungen in Abstimmung mit qualifizierten Fachpersonen angepasst werden.
Gerade die zweite Lebenshälfte kann zugleich eine Gelegenheit sein, die spirituellen Aspekte des Yoga stärker zu entdecken. Fragen wie „Was ist mir wirklich wichtig?“, „Wie möchte ich leben?“ oder Wer bin ich? können eine neue Tiefe bekommen.
Yoga im höheren Alter

Es gibt keine feste Altersgrenze für Yoga. Manche Menschen beginnen erst mit 60, 70 oder 80 Jahren und entdecken eine Praxis, die ihren Möglichkeiten entspricht. Andere haben jahrzehntelang Yoga geübt und verändern ihre Praxis mit zunehmendem Alter.
Yoga für Senioren kann im Stehen, Sitzen, auf einer Matte oder auf einem Stuhl praktiziert werden. Viele klassische Übungen lassen sich vereinfachen oder durch geeignete Variationen ersetzen.
Dabei können Beweglichkeit, Gleichgewicht und Kraft ebenso im Mittelpunkt stehen wie Atembewusstsein, Entspannung und Meditation. Besonders wertvoll kann die Erfahrung sein, dass Yoga nicht vom Vergleich mit anderen abhängt.
Ein älterer Mensch muss nicht versuchen, so zu üben wie ein jüngerer. Ebenso wenig sollte höheres Alter automatisch mit Schwäche oder Passivität gleichgesetzt werden. Jeder Mensch bringt eine individuelle körperliche Geschichte, Fähigkeiten und Grenzen mit.
Yoga lädt dazu ein, diese Realität wahrzunehmen und von dort aus weiterzugehen.
Auch die spirituelle Dimension kann im höheren Alter stärker in den Vordergrund treten. Meditation, Mantra-Rezitation, Bhakti Yoga, das Studium spiritueller Schriften und die Beschäftigung mit den grundlegenden Fragen des Lebens können zunehmend Raum bekommen.
Yoga bei eingeschränkter Mobilität
Wenn die Beweglichkeit durch Alter, Krankheit oder andere Umstände eingeschränkt ist, verändert sich möglicherweise die äußere Form der Yogapraxis. Yoga selbst muss deshalb jedoch nicht enden.
Asanas können angepasst und teilweise im Sitzen oder Liegen ausgeführt werden. Auch kleine bewusste Bewegungen können Teil der Praxis sein. Daneben bleiben – abhängig von der individuellen Situation – Atemwahrnehmung, Pranayama, Tiefenentspannung, Meditation, Mantra-Rezitation, Gebet oder bewusstes Wahrnehmen möglich.
Das kann auch eine grundlegende yogische Erfahrung vermitteln: Der Wert einer Yogapraxis hängt nicht davon ab, wie beweglich der Körper ist.
Wenn der Körper bestimmte Übungen nicht mehr zulässt, kann sich die Aufmerksamkeit stärker auf Atem, Geist und spirituelle Praxis richten. Dabei sollten körperliche Übungen an vorhandene Erkrankungen und Einschränkungen angepasst und medizinische oder therapeutische Empfehlungen berücksichtigt werden.
Yoga, Spiritualität und die letzte Lebensphase
Yoga beschäftigt sich traditionell nicht nur mit Gesundheit und Wohlbefinden. Die klassischen Yogatraditionen stellen auch grundlegende Fragen nach Leben, Tod, Bewusstsein und dem Wesen des Menschen.
Damit kann Yoga auch in der letzten Lebensphase eine Begleitung sein.
Wenn körperliche Möglichkeiten geringer werden, können Meditation, Gebet, Mantras, bewusstes Atmen und Hingabe weiterhin praktiziert werden. Für spirituell orientierte Menschen kann diese Zeit eine Phase des bewussten Loslassens sein: Rollen, Besitz, Vorstellungen und schließlich auch die Identifikation mit dem Körper werden zunehmend relativiert.
Yoga kann dabei helfen, den Blick von der Frage „Was kann mein Körper noch?“ hin zu einer anderen Frage zu wenden: Was bleibt, wenn ich immer mehr loslasse?
Yoga im Angesicht des Todes
In verschiedenen Yoga- und Vedanta-Traditionen gilt der Umgang mit dem Tod als ein wichtiger Bestandteil des spirituellen Weges. Der Tod wird dabei nicht nur als biologisches Ende betrachtet, sondern auch als tiefgreifender Übergang.
Meditation, Mantra-Wiederholung, Gebet und die Hinwendung zu Gott können einem Menschen helfen, sich innerlich zu sammeln. Wer einen Guru oder eine persönliche Form des Göttlichen verehrt, kann die Aufmerksamkeit darauf ausrichten und sich bewusst in Vertrauen und Hingabe üben.
Diese spirituelle Praxis ersetzt weder medizinische Versorgung noch menschliche Begleitung. Sie kann jedoch für einen gläubigen oder spirituell praktizierenden Menschen eine zusätzliche Dimension eröffnen.
Im Yoga wird damit eine Praxis fortgeführt, die idealerweise bereits während des Lebens eingeübt wurde: wahrnehmen, loslassen, sich nicht vollständig mit Gedanken, Gefühlen und dem Körper identifizieren und das Bewusstsein auf eine tiefere Wirklichkeit ausrichten.
Yoga nach dem Tod – aus Sicht der Yogaphilosophie
Die Vorstellung, dass die spirituelle Entwicklung mit dem körperlichen Tod nicht zwangsläufig beendet ist, gehört zu verschiedenen Strömungen des Vedanta und der indischen Yogatraditionen.
Nach diesen Traditionen ist das wahre Selbst, der Atman, nicht mit dem vergänglichen physischen Körper identisch. Vorstellungen von Karma, Wiedergeburt, subtilen Daseinsebenen und weiterer spiritueller Entwicklung nach dem Tod sind Teil dieses Weltbildes.
Einige Lehren gehen davon aus, dass spirituelle Eindrücke und Tendenzen – die sogenannten Samskaras – über den Tod hinaus Bedeutung besitzen und den weiteren Weg der Seele beziehungsweise des individuellen Bewusstseins beeinflussen können.
Im Advaita Vedanta liegt das höchste Ziel jedoch jenseits von Geburt und Tod: die Erkenntnis der Einheit von Atman und Brahman. Moksha, die Befreiung, bedeutet in dieser Sicht die Überwindung der grundlegenden Identifikation mit einem getrennten individuellen Selbst.
Damit erhält der Gedanke „Yoga für jedes Alter“ aus vedantischer Sicht noch eine weitere Dimension: Yoga begleitet den Menschen nicht nur durch verschiedene Lebensalter. Der spirituelle Weg richtet sich letztlich auf das, was nach dieser Philosophie jenseits von Alter, Veränderung, Geburt und Tod liegt.
Yogawege für unterschiedliche Lebensphasen
Nicht jede Form des Yoga muss zu jeder Zeit gleich wichtig sein. Gerade darin liegt eine Stärke der großen Vielfalt yogischer Wege.
In einer Lebensphase kann Hatha Yoga mit Asanas und Pranayama im Vordergrund stehen. In einer anderen wird vielleicht Raja Yoga mit Meditation und der Arbeit am Geist wichtiger. Wer sich stark über das Herz und die Hingabe ausdrückt, kann im Bhakti Yoga einen Zugang finden. Karma Yoga verwandelt alltägliches Handeln und den Dienst an anderen in spirituelle Praxis. Jnana Yoga führt zur Erforschung grundlegender Fragen nach Selbst und Wirklichkeit.
Diese Wege schließen einander nicht aus. Sie können sich ergänzen und ihre Bedeutung im Laufe des Lebens verändern.
Vielleicht besteht lebenslange Yogapraxis deshalb gerade nicht darin, jahrzehntelang dasselbe zu tun. Sie kann bedeuten, aufmerksam wahrzunehmen, welche Form des Yoga das Leben im gegenwärtigen Augenblick braucht.
Fazit: Nicht ob, sondern wie
Yoga kann einen Menschen durch sehr unterschiedliche Lebensphasen begleiten. Die äußere Praxis verändert sich dabei: Ein Kind übt anders als ein Erwachsener, ein gesunder Körper anders als ein erkrankter, ein beweglicher Mensch anders als jemand mit körperlichen Einschränkungen.
Doch Yoga lässt sich nicht auf körperliche Leistungsfähigkeit reduzieren. Solange ein Mensch bewusst wahrnehmen, atmen, meditieren, ein Mantra wiederholen, Liebe entwickeln, über das Leben nachdenken oder sich dem Göttlichen zuwenden kann, bleiben Wege des Yoga offen.
Deshalb lautet die entscheidende Frage nicht:
„Kann ich noch Yoga machen?“
Sondern:
„Wie kann Yoga jetzt Teil meines Lebens sein?“
Gerade darin liegt die Offenheit des Yoga: Du musst nicht erst anders werden, um mit Yoga beginnen oder Yoga weiterüben zu können. Ausgangspunkt ist der Mensch, der du jetzt bist – mit deinem Alter, deinen Möglichkeiten, deinen Erfahrungen und deiner gegenwärtigen Lebenssituation.
Yoga für jedes Alter - Ein Artikel von Sukadev Bretz 2017
| Ein Artikel von Sukadev Bretz aus dem Yoga Vidya Journal Nr.35 - Herbst 2017 |
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Yoga für jedes Alter - Yoga kann von Menschen jeden Alters geübt werden - von der Empfängnis bis zum Tod, ja sogar darüber hinaus… Das ist ja das Großartige am Yoga: es kann das Leben von jedem Menschen bereichern, eine neue Tiefe geben, eine neue Dimension eröffnen. Bei Lebensübergängen und Herausforderungen ist die Frage nie: Kann ich jetzt noch Yoga machen? Vielmehr ist die Fage: Wie kann ich Yoga üben? Wie kann ich meine Yoga Praxis so gestalten, dass sie mir hilfreich ist? Und wer sich mal in einer „Yogakrise“ befindet, kann sich fragen: Will Yoga vielleicht anders geübt werden? Wäre es an der Zeit, andere Aspekte des Yoga zu entdecken, zu erleben? Was ist Yoga?Yoga heißt Einheit. Yoga heißt Vereinigung. Yoga heißt Verbindung, Harmonie. Yoga ist vor allem ein Übungssystem für Körper, Geist und Seele. Die 3 Wirkungsebenen des YogaYoga wirkt auf 3 Ebenen:
Harmonie:Viele Menschen verbinden Yoga heute mit dem Wunsch nach Harmonie, was auch Gesundheit, Gelassenheit, innere Ruhe und Entspannung mit einschließt. Wenn Menschen an einer Yogastunde teilnehmen, erleben sie oft als Erstes ein tiefes, oft vorher noch nie gekanntes Erleben von Entspannung, Ruhe und Gelassenheit. Erweckung:Wer Yoga eine Weile übt, wird merken, dass sich in ihm einiges entwickelt, einiges Neues manifestiert: Menschen werden feinfühliger, energiegeladener. Yoga Übende spüren ihre Kreativität, die Inspiration etwas Neues zu beginnen. Manche trauen sich plötzlich zu, eine Führungsposition anzugehen. Andere gründen eine Familie. Wieder andere spüren die Kraft für eine neue berufliche Karriere, evtl. eine Selbständigkeit, evtl. auch als Yogalehrer/in. Andere wiederum bekommen den Mut, das aufzugeben, was nicht zu ihnen passt. Für viele öffnen sich neue Dimensionen, Zugang zu anderen Wirklichkeiten, eine neue Schönheit und Tiefe des Universums und des Seins, eine noch nicht gekannte Freude und Liebe. Spiritualität:Die vornehmste Wirkung des Yoga ist die spirituelle Erfahrung. Als spirituelle Erfahrung kann man jedes Erleben bezeichnen, das über das individuelle Ich hinausgeht. Yoga lässt das Göttliche, das Kosmische, eine Höhere Wirklichkeit, erfahrbar machen. Aus dieser Erfahrung kommt eine tiefe Gewissheit und letztlich ein tieferer Sinn im Leben. Wer einmal die Großartigkeit einer überbewussten Erfahrung erlebt hat, einmal in die Höhere Wirklichkeit eingetaucht ist, der spürt ein Aufgehobensein in diesem übergeordneten Ganzen - und will auch nach dem Abklingen dieses Erlebens weiterhin sein Leben darauf ausrichten. Die Yoga PraktikenYoga kennt viele Praktiken. Yoga ist ja zuallererst ein Übungssystem, ein Praxissystem. Die meisten Menschen im Westen lernen Yoga als [[Hatha Yoga]] kennen, also als Körperübungen (Asanas), Atemübungen (Pranayama) und Tiefenentspannung (Shavasana). Aber zum Yoga gehört auch mehr: (1) Zum Hatha Yoga gehören neben Asana, Pranayama, Shavasana, auch Reinigungsübungen (Kriyas), Ratschläge zur Ernährung sowie ein reiner Lebensstil (2) Zum Raja Yoga, dem psychologischen Yoga, gehören insbesondere Meditation, verschiedene Bewusstseinsübungen, Training der Achtsamkeit sowie Psychotechniken wie Affirmation, Visualisierung, Selbsthypnose, Kultivierung von Selbstakzeptanz, Mitgefühl (Maitri) und ethischem Verhalten (Yamas und Niyamas). Vor allem gehört zum Raja Yoga auch, sein Leben selbst in die Hand zu nehmen, zum Herrscher (Raja) über sein Leben zu werden - und dann auch wieder loszulassen (Ishwara Pranidhana) (3) Zum Bhakti Yoga gehören Kultivierung der Gottesliebe, Singen von Mantras, Ausführen von Ritualen wie Arati (Lichtzeremonie), Gebet und die bewusste Wahrnehmung von Schönheit und Großartigkeit in der Welt (4) Karma Yoga ist das verhaftungslose Wirken und das uneigennützige Handeln. Wer anderen dient, der übt Karma Yoga. (5) Kundalini Yoga ist der Yoga der Energie. Chakra (Energiezentrum) Arbeit, Prana Aktivierung, Öffnen der Nadis (Energiekanäle), all das gelingt durch die verschiedenen Praktiken des Kundalini Yoga (6) Jnana Yoga ist der Yoga des Wissens, der Yoga der philosophisch-metaphysischen Ergründung der tiefen Fragen des Lebens: Wer bin ich? Woher komme ich? Wohin gehe ich? Was ist das Ziel des Lebens? Was war vor der Geburt? Was kommt nach dem Tod? Gibt es eine Höhere Wirklichkeit? Ist diese erfahrbar und wenn ja, wie komme ich da hin? Jnana Yoga ist auch nicht reine Philosophie: Durch spezielle Meditationstechniken und Bewusstseinsübungen kommen die Antworten auf diese Fragen fast von selbst. Yoga in jedem AlterWas heißt das jetzt für unser Thema, Yoga in jedem Alter? Grundsätzlich können alle Aspekte des Yoga, oder auch nur ein Aspekt, in jedem Lebensalter geübt werden: Yoga im MutterleibYoga im Mutterleib ist eine Art passives Yoga: Die sich inkarnierende Seele, der Embryo, bekommt mit, was Mutter (und Vater) macht. Gute Gewohnheiten werden im Mutterleib geschaffen. Es ist also wünschenswert, dass die werdende Mutter sich gesund ernährt, täglich meditiert, liebevoll mit sich und anderen umgeht. Gerade die [[Hatha Yoga]] Übungen sind auch für das Kind gut: Die Asanas sind sanfte Massagen und Stimulierungen und fördern die Entwicklung des Embryos, insbesondere das Nervensystem und das Gehirn. Wenn der Embryo einen ruhigen Tagesablauf erfährt, Liebe erfährt, dann kann er mit einem Urvertrauen auf die Welt kommen. Und wer in der Schwangerschaft in einen Ashram geht, Mantras singt oder beim Mantra singen dabei ist, stärkt die spirituellen Tendenzen (Samskaras) des werdenden Kindes. Yoga für Säuglinge und BabysAuch für Säuglinge ist Yoga ein passives Yoga. Auch hier gilt: Gesundes Leben und spirituelles Leben von Mutter und Vater sind für die Entwicklung und für die gesunden Gewohnheiten sehr wichtig. Ein liebevoller Umgang der Partner insbesondere in der Gegenwart des Kindes sowie mit dem Baby sind sehr hilfreich für die Zukunft. Wenn die Mutter täglich zu gleichen Zeiten meditiert und ihre Yoga Übungen macht, auch wenn die Zeiten sich typischerweise verkürzen, wird sie bemerken, dass das auch dem Baby nutzt. Manche Eltern halten bei Meditation und Pranayama das Baby am Körper. Ab einem gewissen Alter beginnen Babys die eine oder andere Yoga Übung mitzumachen, in die Kobra zu krabbeln, oder sich bewusst an die Mutter in den Yoga Übungen und in der Meditation anzukuscheln. Die Mutter kann das liebevoll geschehen lassen, ohne allzu viel auf das Baby einzugehen. Babys lieben auch die Ayurveda Babymassage - auch das ist eine Form von Yoga. Yoga für KleinkinderIm Kindergartenalter können Kinder anfangen, Yoga selbst zu üben. Oft werden Kinder dabei sein, wenn ihre Eltern Yoga üben - und manche der Übungen nachmachen. Im Kindergartenalter kann es auch schon richtige Kinderyogastunden geben. Kinderyoga ist dabei typischerweise spielerisch, vermittelt Körpergefühl und Spaß. Yoga für Kinder im Grundschulalter und in der Orientierungsstufe (6-11 Jahre)Auch im Grundschulalter ist der Yoga Unterricht weiterhin spielerisch. Er muss abwechslungsreich sein. Es wäre wünschenswert, wenn Kinderyoga in den Regelunterricht der Grundschule eingeführt würde: Kinderyoga führt zu einem gesunden Körpergefühl. Wer im Grundschulalter Yoga übt, hat, auch später als Teenager, weniger Rückenprobleme, Kopfschmerzen, Asthma etc. Gerade in der heutigen Zeit, in der Kinder sich so wenig bewegen, braucht es eine Körperübungspraxis, die alle Muskeln dehnt, fordert, dabei das Körpergefühl und die Freude an der Bewegung und für sich selbst kultiviert. Im Grundschulalter folgen Kinder auch weiterhin fast von selbst der Spiritualität der Eltern, beginnen neugierig zu sein für spirituelle Fragen, haben Freude am Mantra singen, an Ritualen wie Puja und Arati. Yoga für Jugendliche (12-18 Jahre)Dies ist die Zeit, in der die Jugendlichen durch verschiedene Umstellungsprozesse hindurchgehen. In dieser Zeit kann Yoga all diese Umstellungsprozesse erheblich vereinfachen. Jugendliche, die Yoga üben, haben ein stärkeres Einfühlungsvermögen für sich selbst und andere. Die hormonellen Veränderungen, die Umorganisation im Gehirn, die Veränderung im Energiesystem, all das geht besser vonstatten, wenn Jugendliche Asana, Pranayama, Tiefenentspannung und Meditation üben. In der heutigen Zeit werden Jugendliche in der Schule ganz außergewöhnlich gefordert. Yoga und Meditation sind da ein wichtiger Ausgleich. In diesem Alter können Jugendliche im Wesentlichen schon üben wie Erwachsene. Der/die Yogalehrer/in muss aber darauf achten, dass der Yoga Unterricht interessant ist, auf tiefe und intensive Erfahrungen ausgerichtet ist. Und die Jugendlichen machen schnellere Fortschritte in den Asanas als 40-Jährige. Vor allem wollen sie sich nicht langweilen. Yoga im ErwachsenenalterDie Zeit 19-50 Jahre ist die Zeit, in welchem Yoga „ganz normal“ geübt werden kann. Je nach inneren Bedürfnissen kann die [[Yoga Praxis]] entspannter oder fordernder, meditativer oder dynamischer, körperbetonter oder spiritueller geübt werden. Wer jüngere Gruppen unterrichtet, sollte sich bewusst sein, dass die Teilnehmenden schnellere Fortschritte machen - und dementsprechend auch zu fortgeschritteneren Asanas angeleitet werden wollen. Wer Yoga immer sehr sanft unterrichtet und immer darauf hinweist, dass man bestimmte Übungen bei bestimmten körperlichen Problemen nicht machen kann, braucht sich nicht zu wundern, wenn in seinen/ ihren Yogagruppen das Durchschnittsalter auf die 60 Jahre ansteigt… Man kann es nicht allen recht machen: Wer jüngere Teilnehmer/innen unterrichten will, sollte seinen Yoga Unterricht auch entsprechend körperlich fordernd gestalten, und die Übenden dazu anleiten, über bisher gedachte körperliche Grenzen hinauszugelangen. Viele gründen zwischen 20 und 30 Jahren eine Familie. Hier gilt es, sich trotzdem Zeit zu nehmen für seine Yoga Praktiken: So bekommt man die Entspannung und die Energie für die Mehrfachherausforderung Beruf, Kinder, später oft pflegebedürftige Eltern. In der Zeit zwischen 18 und 70 ist Karma Yoga, der Yoga des verhaftungslosen uneigennützigen Wirkens, von besonderer Wichtigkeit in seiner Gestalt als Transformation des Alltags in spirituelle Praxis. Yoga ab 50Ab 50 Jahre stellen sich bei manchen körperliche Beschwerden ein, die zu einem ständigen oder immer wiederkehrenden Begleiter werden. Es gilt, die Yogapraxis darauf einzustellen. Zwar machen auch Menschen, die mit 65 Jahren mit Yoga beginnen, schnell große Fortschritte in Entspannung, Körpergefühl, Flexibilität und Kraft. Aber die Fortschritte gehen meist nicht so weit wie bei den 20-Jährigen. Andererseits fällt es ab 50 Jahren leichter zu meditieren - auch wenn der kreuzbeinige Sitz oft nicht mehr so einfach ist. Wichtig ist aber, dass auch 60-Jährige sich körperlich fordern: Der menschliche Körper ist ein Organismus, der sich an die Herausforderungen der Umwelt anpasst. Wer zwischen 50-70 seinen Körper gut fordert und sich sehr gesund ernährt, der wird im Alter ab 70 wacher, gesünder und körperlich und geistig fit bleiben. Es gilt also gerade in diesem Alter, den inneren Schweinehund zu überwinden, nicht zu bequem zu werden oder sich gar ganz auf die Meditation zurückzuziehen. Gerade bei Frauen in den Wechseljahren hat sich gezeigt, dass diese Zeit der hormonellen und psychischen Umstellung mit Yoga zu einer intensiv positiv erlebbaren Lebensphase wird. Yoga ab 70Ab 70 Jahren zeigen sich meist etwas stärkere körperliche Einschränkungen. Allerdings ist es gar nicht selten, dass auch 70-Jährige in normale Yogagruppen gehen, in denen 18-80-Jährige zusammen üben. Das ist ja gerade das Besondere am Yoga Vidya Stil: Hier können Menschen unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher Flexibilität und Fitness zusammen üben. Für jede Yoga Übung gibt es verschiedene Variationen. Nicht selten zeigen die 70-Jährigen den 20-Jährigen, wieweit man mit einer konzentrierten, bewussten Übungspraxis kommen kann. Ab 65-70 leben die meisten Menschen von ihrer Rente, haben aber noch einige Jahre eine gewisse Fitness. Hier gilt es, der Versuchung zu widerstehen, etwaigen Töchtern oder Schwiegertöchtern in die Erziehung ihrer Kinder bzw. Enkelkinder hereinzureden. Stattdessen ist das eine Zeit, in der man mehr Zeit in einem Ashram verbringen, mehr Yoga Unterricht geben, das Studium von Mantras und Yoga Texten vertiefen kann. Ab 70 ist die Zeit gekommen, sein Leben immer mehr auf die Spiritualität auszurichten. Auch die Zeit der Meditation kann man weiter ausbauen. Um die Energie subtiler zu machen, gilt es ganz auf eine gesunde Ernährung zu achten, Pranayama zu üben. Etwaige körperliche Einschränkungen gilt es mit Humor anzunehmen und die Yoga Praxis sowie den Alltag daran anzupassen. Wichtig ist zu wissen: Yoga Praxis reduziert die Nebenwirkung von notwendigen schulmedizinischen Medikamenten und verbessert ihre Wirksamkeit. Und wenn doch einmal eine chirurgische Operation notwendig ist, sollte man die angebotenen Reha-Maßnahmen annehmen, schnell körperlich wieder aktiv werden und auch gleich wieder (nach Absprache mit dem Arzt, der Ärztin) die Hatha Yoga Praxis aufnehmen. Sprich: Langes Ausruhen ist nicht angesagt! (Manches hier Gesagte gilt auch schon für manche Menschen ab 50 - und für andere erst ab 90…) Yoga bei Verlust der MobilitätHeutzutage verlieren die meisten Menschen irgendwann im Alter ihre Mobilität. Aufstehen und Hinlegen wird schwierig oder gar ohne Hilfe unmöglich. Auch jetzt ist Yoga wichtig und hilfreich: Mindestens die Atemübungen, die Meditation und die Bewusstseinsübungen gehen immer. Die Körperübungen kann man an das Machbare anpassen. Für Yogalehrende ist es eine sehr erfüllende Erfahrung zu erleben, was Yoga gerade bei Senioren im Pflegeheim bewirken kann. Spirituelle Menschen, die nach jahrelanger oder gar jahrzehntelanger Praxis langsam die Herrschaft über den Körper verlieren, werden sich noch mehr auf die spirituellen Aspekte des Yoga konzentrieren. Statt enttäuscht zu sein, dass man trotz Yoga die Gesundheit schwinden sieht, gilt es, diese Phase als Chance zu begreifen, alles loszulassen, Identifikationen hinter sich zu lassen, sich ganz Gott anzuvertrauen. Mantra Rezitation, Mantra singen oder das Anhören von Kirtans (spirituelle Lieder) über CDs oder das Internet gehen sogar dann, wenn die Klarheit des Geistes z.B. durch Medikamente etwas herabgesetzt ist. Durch das vollständige Aufgeben aller Verhaftungen und das vollständige Hingeben an Gott, können dann die letzten Schritte auf dem spirituellen Weg gegangen, die Befreiung und Erleuchtung erlangt werden. Yoga im Moment des TodesSollte vor dem Tod die Erleuchtung noch nicht erreicht sein, kann man das noch nachholen: Wer bemerkt, dass der Tod naht, kann sich innerlich von allem lösen, innerlich allen Menschen, Tieren, Besitz Lebewohl sagen. Dann kann man sich nach innen wenden, in das Herz, zur Tiefe der eigenen Seele. Hier gilt es, das Mantra zu wiederholen und sich ganz Gott hinzugeben. Schließlich wirst du bemerken, dass ein Licht, ein Lichttunnel kommt. Es gilt, in dieses Licht einzutreten, sich diesem anzuvertrauen - und dann im Licht aufzulösen. Eventuell spürst du auch die Gegenwart deines Meisters, die Gegenwart eines Lichtwesens oder die Gegenwart Gottes. Lass dich von diesen ins Licht führen, lass alles hinter dir, löse dich im Unendlichen auf. Yoga nach dem TodFalls du auch beim Tod noch nicht die Erleuchtung erlangt hast, kannst du nach dem Tod weiter praktizieren: Ohne Körper tut nichts Körperliches mehr weh. Du kannst in deinem Astralkörper ein Mantra wiederholen, zu Gott beten, um die Führung durch deinen Guru bitten. Insbesondere kannst du intensiv meditieren. So verbindest du dich mit anderen Meditierenden. Eventuell gelingt dir dann, Videha Mukti, die Befreiung ohne Körper zu erlangen. Oder du wirst in deinem nächsten Leben mit viel Prana (Energie) und spirituellem Elan beginnen, vielleicht in eine Familie geboren werden, die Yoga praktiziert oder gar in einem Ashram lebt. Auch wenn du bemerkst, dass du auf die Erdebene zurückgezogen wirst, gilt es, Mantras zu wiederholen, deinen neuen Eltern Licht zu schicken, um göttlichen Segen zu bitten. Irgendwann gilt es loszulassen, du wirst generellen Gedächtnisverlust spüren - und wieder mit passivem Yoga beginnen… ZusammenfassungDu kannst Yoga in jedem Alter beginnen, in jedem Alter fortsetzen. Es gibt so viele Weisen, Yoga zu praktizieren, wie es Yoga Übende gibt. Finde in jedem Alter heraus, wie du Yoga jetzt üben kannst. Und wenn du Yoga unterrichtest, denke auch daran, dass du jedem Menschen Yoga zeigen kannst. Es ist nie die Frage, ob jemand Yoga machen kann. Es ist immer nur die Frage, wie jemand Yoga üben kann. Yoga führt zu mehr Harmonie, zur Entfaltung von Fähigkeiten - und irgendwann in die transzendente Ebene des reinen Seins, des reinen Bewusstseins, unendlicher Glückseligkeit. Ein Artikel von Sukadev Bretz aus dem Yoga Vidya Journal Nr.35 - Herbst 2017 |
Siehe auch
- Yoga für Kinder
- Yoga für Jugendliche
- Yoga für Senioren
- Yoga in der Schwangerschaft
- Yogapraxis
- Meditation
- Pranayama
- Spiritualität
- Vedanta
- Loslassen
- Wiedergeburt
Seminare
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- 16.10.2026 - 25.10.2026 Yogalehrer Ausbildung Intensivkurs Woche 4
Du möchtest auch Fortgeschrittene in Yoga unterrichten? In Woche 4 der Yogalehrer Ausbildung kannst du als angehender Yogalehrer auch lernen, wie man M…- Jagadishvari Dörrer, Savitri Retat









