Selbstakzeptanz

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Selbstakzeptanz‏‎ ist ein Substantiv und bedeutet: Akzeptanz, Annahme der eigenen Person. Selbstakzeptanz bedeutet, sich selbst so annehmen, wie man ist. Selbstakzeptanz bedeutet aber auch, sich selbst annehmen als in Entwicklung begriffen, denn der Mensch ist ja nicht statisch, er ist nicht wie ein Stück Metall, sondern in ständiger Bewegung begriffen. Es ist wichtig, dass man sich selbst versteht, sich selbst erkennt, auch in seinen relativen Aspekten.

Selbstakzeptanz aus yogischer Sicht

Sich sein eigener Freund zu sein braucht Akzeptanz

Es ist wichtig, dass man versteht: "Ich habe einen Körper, ich bin nicht der Körper. Und ich habe den Körper, der jetzt geeignet ist, mir die Erfahrungen zu geben, die ich brauche. Der Körper mag etwas dicker sein als der Durchschnitt oder etwas dünner, er mag eine etwas interessantere Haut haben als die glatte Haut, der Körper mag Schmerzen verursachen oder auch nicht, der Körper ist eben das, was ich jetzt bekommen habe als Fahrzeug in diesem Leben."

Es gilt, den Körper zu akzeptieren. Genauso auch die Psyche, auch die Psyche kann man akzeptieren. Jeder Mensch hat Fähigkeiten, jeder Mensch hat auch Schwierigkeiten. Man kann lernen, seine Psyche zu akzeptieren, wie sie jetzt ist, auch das ist eine Form der Selbstakzeptanz. Auch deine Biographie, vielleicht hattest du eine schwere Kindheit, vielleicht waren deine Eltern nicht freundlich, vielleicht hattest du sogar eine traumatische Erfahrung, vielleicht wurdest du misshandelt oder missbraucht, vielleicht hattest du als Kind schon eine längere Krankheit , vielleicht hattest du Brüche in deiner Biographie. Gehe davon aus, alles ist Teil deines Lebens, du bist zu dem geworden, was du jetzt bist, auch auf Grund deiner Biographie.

Es hilft, sich bewusst zu werden: "Ja, so bin ich geworden, so sind meine Fähigkeiten und Eigenschaften. Und es ist ok, so, wie ich jetzt bin. Das heißt nicht, dass ich so bleiben muss, wie ich jetzt bin, sondern es heißt, dass ich in Entwicklung begriffen bin und dass ich mich weiterentwickeln werde. Aber ich akzeptiere mich zunächst einmal so, wie ich jetzt bin und werde weiter daran arbeiten, dass ich meiner Bestimmung gerecht werden kann."

Muss man wirklich Selbstakzeptanz haben? Manche Menschen versuchen zu krampfhaft, Selbstakzeptanz zu haben. Selbstakzeptanz kann auch heißen, dass du akzeptierst, dass du dich selbst nicht akzeptieren kannst. Erkenne es auch als Gutes, wenn du nicht so mit dir leben kannst, wie du bist, wenn du dich ständig kritisierst, wenn du ständig mit dir selbst unzufrieden bist. Freue dich darüber, dass du nicht zufrieden bist mit dem, wie du bist, freue dich darüber, dass du immer mehr willst, denn auch das ist etwas Gutes.

Falls in dir der charakteristische Teil ist, dass du ständig an dir selbst was rumzunörgeln hast und ständig etwas verbessern willst, dann akzeptiere diesen Teil als etwas Wertvolles. Es gibt Menschen, die wollen Selbstakzeptanz krampfhaft üben und schimpfen über sich selbst, dass sie nicht Selbstakzeptanz üben. Und damit leugnen sie einen wichtigen Teil in sich, nämlich den Teil, der sie selbst verbessern will.

Sei dir auch bewusst, es ist gut, dass du in Entwicklung begriffen bist und wenn du hohe Ansprüche an dich selbst hast und nie zufrieden mit dir selbst bist, ist das auch großartig, so wirst du immer weitermachen und dich immer weiter entwickeln, bis du irgendwann vielleicht in diesem oder einem anderen Leben die Vollkommenheit erreicht hast. Nicht umsonst gibt es in Goethes Faust die Aussage: "Wer immer strebend sich bemüht, den können wir erlösen." Daher, du kannst auch Selbstakzeptanz üben, indem du akzeptierst, dass du nie zufrieden bist mit dem, wie du jetzt bist. Wenn du das verstanden hast, dann hast du wahre Selbstakzeptanz auch deiner Unzufriedenheit.