Lichtzeremonie

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Lichtzeremonie , Sanskrit Arati. Bei Yoga Vidya bezeichnen wir als Lichtzeremonie das Ritual Arati.

Heiliges Arati im Sivananda Ashram in Rishikesh

Arati – Lichtzeremonie

Auszug aus dem Buch Entstehung von Yoga Vidya, Lebensgemeinschaft und Lehrsystem

Arati - Lichtzeremonie nach einer Puja

Die Arati ist ein uraltes indisches Lichtritual. Bei Yoga Vidya wird es täglich in allen Ashrams im Rahmen des Satsangs praktiziert, dazu auch in vielen Zentren. Das Wort Arati kommt vom Sanskrit „Aratrika“ – „das, was die Dunkelheit wegnimmt, und was man zu Beginn und Ende des Tages zelebrieren kann.“ Es wird jeweils am Schluss des Satsangs oder auch einer Puja ausgeführt.

Man verehrt Gott dadurch und erhält seinen lichtvollen Segen, aber auch eine Gabe, das Prasad. Während des Arati werden Mantras gesungen. Es gibt verschiedene Texte für Arati. Bei Yoga Vidya verwenden wir die Arati, das zu Lebzeiten von Swami Sivananda besonders populär war, „Jaya Jaya Arati Vighnavinayaka“. Es ist so ähnlich aufgebaut wie das Jaya Ganesha (s.o.). Nach der Arati widmet der Beter sich und sein Leben Gott – „Twameva Mata“, das ich besonders schön finde:

Twameva Mata

„Oh du allein (Tvam Eva), du bist Mutter (Mata), Vater (Pita), du bist all meine Verwandten (Bandhu), all meine Freunde (Sakha). Du bist all mein Besitz (Dravina), du bist alles Wissen (Vidya) und du bist alles, was ich habe, alles (Sarvam Mama Deva).

Was heißen soll ‚Oh Gott, wer auch immer zu mir tritt, das bist du und alles, was ich brauche, bekomme ich von dir und du manifestierst dich als alles. Was auch immer ich leiste, mit meinem Körper (Kaya), mit meiner Stimme, Sprache (Vach), mit meinem Herzen und Denken, mit Verstand und Fühlen (Manas), mit meinen Sinnen, alles, was ich arbeite, was ich erfahre (Indriyas), was ich mit meinem Intellekt, meiner Vernunft, mit meiner Willenskraft vollbringe (Buddhi), alles was ich aus tiefem Herzen schaffe (Atma), was ich mit meinen Fähigkeiten und Talenten (Prakriteh) leiste, mit meiner Wesensnatur (Svabhava), was auch immer es sei (Karomi Yad Yad), das will ich darbringen (sakalam parasmai), dem Höchsten Narayana, dem Gott, der in allen Geschöpfen ist. Ich opfere es dir (samarpayami).“ Die Teilnehmer verneigen sich vor dem Altar und bekommen das Prasad ausgeteilt.

Die Arati ist gleichzeitig auch Opfer, Symbol für das Bringen von Licht und Erleuchtung durch spirituelle Handlungen und das Verbrennen aller Negativität. Die dabei wiederholten Mantras rufen die verschiedenen Aspekte Gottes und die Energien der Meister an.

Das Überstreifen mit der Flamme symbolisiert das Reinigen unseres Geistes, das Aufnehmen von Licht, und die Erweckung des dritten Auges. Prasad ist Opfergabe an Gott. Man bietet ihm Obst oder Süßigkeiten dar, die anschließend unter die Anwesenden verteilt werden. Arati hilft, die astrale Atmosphäre eines Raumes zu reinigen, positive Schwingungen zu erzeugen und ist ein Symbol für das Opfern aller Handlungen an Gott und den Nächsten. Es werden Räucherstäbchen und einer Kampferlampe benötigt, die im Uhrzeigersinn vor einem Götterbildnis geschwenkt wird. So wie der Kampfer ohne Rückstände verbrennt, so soll auch das menschliche Ego transformiert werden.

Die Symbolik

Ein Licht wird vor dem Altar geschwenkt. Dies symbolisiert, dass Gott Jyoti Swarupa ist, also der, dessen eigentliche Form Helligkeit ist. Der Betende sagt: „Oh Herr! Du bist das Leuchten der Sonne, im Mond und im Feuer. Nimm die Dunkelheit von mir, indem du mir von deinem göttlichen Licht gibst.

Möge mein Verstand erleuchtet werden.“ Das Verbrennen von Kampfer bedeutet, dass das Verhaftetsein schmelzen und die individuelle Seele eins werden soll mit dem höchsten Licht der Lichter. Prasad ist die Opfergabe an Gott. Man opfert süßen Reis, Früchte, Milch und ähnliches. Nachdem sie Gott dargebracht wurden, werden sie unter den Anwesenden verteilt. Besonders wichtig ist dabei die geistige Einstellung.

Die Arati ist nichts Spezifisches für uns, Swami Sivananda kannte es schon seit seiner Kindheit und hat es an seine Schüler weitergegeben. In Indien wird es seit Jahrtausenden praktiziert. Wir haben es von unseren Meistern übernommen und wiederholen es mit großer Selbstverständlichkeit morgens und abends. Es kann aber auch von einer Einzelperson zu jeder Zeit verübt werden.

Es ist eine gute Sache, wenn du z.B. meditiert hast, selbst wenn du nicht die volle Arati feierst, dass du zum Schluss eine Kerze dreimal im Uhrzeigersinn vor Gott schwenkst. Du nimmst sie und kannst sagen: „Om Om Om.“ Das ist schon eine einfache Arati. Arati meint also Schwenken eines Lichtes als Ausdruck der Verehrung und mit der Bitte um Erleuchtung.

Arati - Ablauf der Lichtzeremonie bei Yoga Vidya

Beim Arati wird eine Kerze, Öllampe, oder ein Kampfergefäß entzündet. Man schwenkt dieses Licht vor einem Altar und bittet darum, dass göttliches Licht sich mit diesem Licht verbinden möge. Man schickt dieses Licht in alle Richtungen, zu allen Wesen, überall hin.

Man verbindet seine eigenen Lichtgedanken mit diesem Licht der Kerze oder der Öllampe und mit dem göttlichen Licht. Am Ende kann man sich dieses Licht überstreifen und sich vorstellen, dass man selbst gesegnet wird, sich selbst alles Gute wünscht.

Anschließend nimmt man sich vor, auch sonst Licht in die Welt zu bringen, verneigt sich vor dem Göttlichen und kann nachher auch Prasad, geweihte Speise, entgegennehmen. Eine Lichterzeremonie kannst du im kleinen Sinne auch bei dir selbst machen. Aber im größeren Sinne ist die Lichterzeremonie etwas, was du eben auch im großen Kontext machen kannst.

Aber du kannst auch Arati für dich alleine üben, das ist nicht etwas, was nur in einer großen Gruppe gemacht wird. Eine Lichterzeremonie ist verbunden mit bestimmten Mantras. Bei Yoga Vidya folgen wir der Sivananda Tradition, entweder Jay Jay Arati oder Rajadhi Rajaya. Wenn du mehr wissen willst wie eine solche Lichterzeremonie ausgeführt wird und vielleicht auch ein Video sehen willst, dann schau dir das hier unten an, oder gehe auf unsere Internetseite wiki.yoga-vidya.de/Arati

Video Lichtzeremonie

Hier findest du ein Vortragsvideo zum Thema Lichtzeremonie :

Autor/Sprecher/Kamera: Sukadev Bretz, Gründer von Yoga Vidya, Seminarleiter zu Yoga und Meditation.

Lichtzeremonie Audio Vortrag

Hier die Audiospur des oberen Videos zu Lichtzeremonie :

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Siehe auch

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