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Beispiele für Symbole sind:

Das lineare Gebilde in Magie und Kult

Artikel aus: Heinrich Zimmer, Kunstform und Yoga im indischen Kultbild, 1987, S. 87 bis 95

Kamalatmika Yantra

Yantra - Sinn und Wirkung

In den bisher bekanntgewordenen Tantratexten ist vom figuralen Kultbild (Pratima) sehr viel seltener die Rede als vom linear-geometrisierenden Yantra. Diese zweidimensionalen regelmäßigen Gebilde erfreuen sich zum Teil wohl darum größerer Verbreitung, weil sie besonders einfach anzufertigen sind, zum Teil, weil sie — vielfach zu magischen Zwecken verwandt und überhaupt esoterischem Brauche dienend — dem Blick des Uneingeweihten weniger verraten als figurale Gebilde. Ein wesentlicher Grund ihrer großen Verbreitung liegt aber gewiß auch darin, daß sie in ihren einfachen Symbolen einen umfassenderen Sinn zum Ausdruck bringen können als das figurale Kultbild mit seinen Mitteln.

Über ihren hohen Wert herrscht in den verschiedenen Quellen nur eine Meinung. Sie stehen funktionell ebenbürtig, wenn nicht überlegen neben ihren figuralen Geschwistern. Im Kularnava-Tantra heißt es von ihnen: »Vom Yantra wird gelehrt, daß es aus Mantras (bedeutungsvollen heiligen Silben und Worten) besteht. Denn die Gestalt der Gottheit sind Mantras (Devata Mantra-Rupini). Wird die Gottheit im Yantra verehrt, ist sie alsbald voller Gnaden. Das Yantra wird Yantra genannt, weil es Bezwingung (Niyantrana) aller Übel bewirkt, die aus Lust, Zorn und anderen Fehlern erwachsen. Ein Gott, den man im Yantra verehrt, ist voller Huld. Was der Leib für den Lebensfunken (Jiva) ist, was das 01 für das Licht der Lampe, das stellt das Yantra für alle Götter vor.

Darum soll man ein glückbringendes Yantra samt Umrahmung aufzeichnen oder vor dem inneren Auge entwickeln (Dhya), nachdem man alles, was dazu wissenswert ist, aus dem Munde des Lehrers erfahren hat, und es nach Vorschrift verehren. Wenn einer die Gottheit auf einem Sitze (Pitha) abgesondert ohne Yantra verehrt, dann reißt er auseinander was wie Glieder eines Leibes zusammengehört und zieht die Verwünschung der Gottheit auf sich herab. Jede auf einem Sitze für sich und jede besonders mit dem ihr eigenen Yantra: so soll man die Gottheiten mit ihrem sie umrahmenden Gefolge der Vorschrift gemäß verehren.« Die Hochschätzung des linearen Yantra geht also — wenigstens im Kularnava-Tantra — so weit, dem figuralen Kultbild die Fähigkeit, die Gottheit in sich zu bannen, abzusprechen, wenn es nicht von seinem linearen Geschwister begleitet ist.

Shri Vidya Mantra

Yantra - Die Bedeutung des Wortes in den heiligen Schriften

Auf die Etymologie des Yantra, die das Kularnava-Tantra gibt, ist kein allzugroßer Wert zu legen. Daß sie vor wissenschaftlicher Kritik nicht bestehen kann, weil sie an spezieller Bedeutung mehr in das Wort hineinlegt, als herauszuholen ist, fällt weniger ins Gewicht. Es kommt ja darauf an, zu wissen, welchen Sinn mit dem Worte Yantra zu verknüpfen dem eingeweihten Inder beifiel. Die außerordentliche Rolle, die Silben und Worten als Trägern esoterischer Bedeutung in der Tantralehre zufällt, erklärt die Möglichkeit, sie ebenso kühn wie mannigfaltig zu interpretieren. Die Kühnheit etymologischer Interpretation, die allem und jedem sprachlichen Element neben dem geläufigen noch einen anderen geheimen Sinn zu sehen weiß, wird hier, wie schon in der esoterischen Theologie der alten Veden, geradezu ein Unterpfand ihrer Gültigkeit. Wie auch anderwärts zeichnen sich in Indien die Etymologien religiösen Denkens vor profanen Leistungen auf demselben Gebiet mitunter durch eine überlegene Naivität aus. — Im Kalivilasa-Tantra wird das Wort Yantra etymologisch anders gedeutet: »Weil durch das Yantra das richtige Wissen um die unterschiedlichen Ecken, in denen die Keimsilben (Bija) eingetragen werden müssen, sorgfältig (Yatnatas) bewahrt wird (Trayate), nennt man es ein Yantra

Die Erklärung geht davon aus, daß im linearen Yantra den Ecken der regelmäßigen Figuren (Dreiecke, Vierecke usw.), aus denen es sich zusammensetzt, die wichtige Rolle zufällt, in richtiger Verteilung die bedeutsamen Silben und Worte (Mantra) aufzunehmen, aus denen, wenn sie fixiert werden, Teilaspekte der Gottheit aufkeimen. Sie heißen darum Keimsilben (Bijamantra) oder Keime schlechtweg (Bija). Indem das Liniennetz des Yantra mit seinen Ecken und Winkeln die Zahl und Ordnung dieser Keime festhält, birgt es in sich als Geheimnis die Anleitung zu traditionsgetreuer Bildentwicklung innerer Gesichte. — Grammatisch unmöglich, ist diese Deutung des Wortes Yantra in ihrem sachlichen Gehalt so bemerkenswert wie die andere.

Das Yantra im heutigen Zeitalter

Lakshmi Yantra

Die beherrschende Rolle des linearen Yantra in der Formenwelt der Tantras wird außer durch die zahllosen Anweisungen, die über seinen Gebrauch gegeben werden, noch durch die paradoxe Tatsache bestätigt, daß seine Verwendung an einer Stelle des eben zitierten Kalivilasa-Tantra für das gegenwärtige Weltalter untersagt wird. Dadurch wird sein hohes Ansehen nur unterstrichen. Denn das Kalivilasa-Tantra hebt sich von verwandten Texten durch den Rigorismus seiner Vorschriften ab, der gerade eine Reihe der esoterisch wichtigsten Kultformen, denen ein ehrwürdiges Alter beigemessen wird, für die gegenwärtige Menschheit in ihrem herabgesunkenen Zustande verbietet.

Anderwärts werden sie gelehrt und empfohlen, aber hier untersagt. Denn das Kalivilasa-Tantra setzt es sich speziell zur Aufgabe, aus dem heiligen Erbe hoher Zeiten allein das gelten zu lassen, was seiner pessimistischen Auffassung von der gesunkenen ethisch-geistigen Reife und Fähigkeit spätgeborener Geschlechter zufolge deren Vermögen noch angemessen ist. Die Andachtstechnik mit dem linearen Yantra fällt schon nicht mehr in die Kategorie sakraler Handlungen, die der Mensch unseres Kali-Weltalters mit Aussicht auf Erfolg üben darf: »Man soll keine Verehrung mit einem Yantra im Kali-Weltalter üben. Verehrung (Puja), bei der ein Yantra gezeichnet wird, wird gewiß keine Frucht tragen« — und göttlich-dämonische Wesen rauben dem Andächtigen, der sich vermißt, sie zu üben, seine ausstrahlende Kraft (Tejas).

Der Zweck des Yantras - Magie im Brauchtum

Das lineare Yantra dient als »Werkzeug« mannigfachen Zwecken. Seine unterste Funktion ist magisch. Das Prapancasara-Tantra eröffnet sein 32. Kapitel, das die Anfertigung einer Menge von Yantras lehrt, mit den Worten: »Jetzt werde ich verschiedene Formeln (Mantra), die von vielen Bräuchen begleitet sind, mitsamt der Anfertigung ihrer Yantras lehren, die den Frommen, Mantra-Kundigen dazu dienen, irdische wie höhere Ziele zu erlangen.« Dann folgen Beschreibungen von Yantras, die langes Leben und Gesundheit sichern sollen, die von Kopfschmerz befreien oder unverwundbar machen, die vor Dieben schützen, Frauen zur Liebe zwingen, die Fürstengunst und Macht über andere Menschen verleihen usw. Verwandte Texte bieten Entsprechendes. — Der Gläubige trägt solche Zeichnungen als Amulett, malt sie an die Wand, vergräbt sie in der Erde, schläft darauf usw. wie es der Symbolik des magischen Vorganges, in dem sie Werkzeug sind, gemäß ist.

Saraswati Yantra

Auch auf diese im Zauber verwendeten linearen Yantras bezieht sich augenscheinlich ein Vers, mit dem das vorletzte Kapitel desselben Werkes eine Erörterung über die »Einsetzung des Odems« (Pranapratishthana) in die Yantras einleitet: »Ohne Einsetzung des Odems sind die bisher beschriebenen Bräuche gegenstandslos und gleichsam tot«.

Diese Einsetzung des Odems, die hier für alle Yantras gefordert wird, um sie gebrauchsfähig zu machen, weicht bei deren magischer Verwendung notwendig vom gleichen Akt in anderen Fällen, z. B. beim figuralen Yantra, der Form nach ab. Einsetzung des Odems ist nichts anderes als Einflößung der göttlichen Kraft, die den Andächtigen belebt, in das vor ihm befindliche Gebilde. Er entnimmt sie seinem Inneren, wo sie ihm unmittelbar gegeben ist. Wer ein figurales Kultbild verehrt, beschwört die Shakti, die ihn belebt, in eben der göttlichen Erscheinungsform vor sein inneres Auge, in der er durch Einweihung in die Tradition seiner Familie oder durch besondere Einführung eines Lehrers das Göttliche zu sehen gewohnt ist, und der das Kultbild formal entspricht. Wer ein lineares Yantra benutzt, das magischen Zwecken dient und keine graphisch-symbolische Darstellung eines Aspekts der Gottheit ist, flößt ihm das göttliche Leben ein, dessen es, um wirksam zu sein, bedarf, indem er die göttliche Energie (Shakti) in der elementaren Form des Lebensodems vor sein inneres Auge stellt anstatt eines besonderen Aspektes göttlicher Personalität.

Durga

Die göttliche Kraft des Lebensodems (Prana-Shakti) ist in ihrer Erscheinung vor dem inneren Gesicht eine der zahllosen Erscheinungsvarianten der höchsten Shakti: eine formale Abwandlung des Bildes Kali-Durgas, der Shakti des »Großen Gottes« Shiva: die innere Schau des Eingeweihten, der mit ihr die Einsetzung des Odems in ein Yantra vollziehen will, sieht sie folgendermaßen: »Sie strahlt wie die aufgehende Sonne. Sie ist dreiäugig und hat volle Brüste. Sie sitzt auf einem aufgeblühten rötlichem Lotus in einem Boot inmitten eines Meeres von Blut. Ihre Hände halten eine Wurfschlinge, einen Bogen aus Zuckerrohr, einen Haken, fünf Pfeile und eine Schädelschale voll Blut« — das sind kriegerische Embleme der dämonenbesiegenden Kali-Durga.

Neben den Anweisungen zum magischen Gebrauch des linearen Yantras enthalten die Tantras eine Fülle von Vorschriften zu einer kultischen Verwendung. Der inhaltliche Bestand dieser Vorschriften — deren Text z. B. die Hauptsache des Prapancasara-Tantra ausmacht — lehrt, welche Beziehungen in diesen Kulthandlungen zwischen dem inneren Schaubild der Gottheit, seinem ideellen Gehalt und seiner graphischen Form im linearen Yantra besteht. Diese Vorschriften pflegen eingangs den Wort- und Silbenkomplex (Mantra) zu geben, der den Aspekt der Gottheit im Reiche des Sprachlichen ausmacht. Denn die Gestalt der Gottheit besteht ja aus Mantra (Devata Mantrupini). Mit ihrem Mantra wird sie in der inneren Anschauung stummer Rezitation wie in der Sphäre sinnlichen Schalls verehrt, mit diesem Mantra wird ferner die ihm verschwisterte innere Anschauung (Dhyana) der Gottheit aufgerufen. Sie ist nichts anderes als die Erscheinungsform desselben göttlichen Wesens auf der Ebene innerer Schau.

Mantra, Dhyana und Yantra - Laut, figurale und lineare Darstellung

Eine mehr oder weniger detaillierte Beschreibung der sinnlich-figuralen Erscheinung der Gottheit, die vor dem inneren Auge im Dhyana-Prozeß heraufbeschworen werden soll, ist nächst dem Mantra unerläßlicher Bestandteil solcher Vorschriften kultischer Verehrung. Der Aspekt der Gottheit wird geschildert: ihr freundlicher, gelassener oder drohender Ausdruck, ihre Embleme, Tracht und Haltung werden charakterisiert. Es wird ausgeführt, in welcher Umgebung sie sich befindet. Zu ihrer Umgebung gehören vor allem andere Gottheiten, die sie begleiten, und göttliche Wesen geringeren Ranges, die ihr Gefolge bilden. Solche Vorschriften figuraler innerer Bildentwicklung decken sich inhaltlich mit figuralen Kultbildern, in denen sie für uns Uneingeweihte einen greifbaren Niederschlag gefunden haben. Ihre aufzählende Beschreibung entbreitet in ruhigem Nacheinander bildliches Detail, wie wir es selbst tun müßten, wenn wir eine elementare Bestandsaufnahme der Formelemente an uns bekannten figuralen Kultbildern vornehmen wollten.

An die Vorschrift über Dhyana pflegen sich Anweisungen zu schließen, die von der Form der Darbringungen, der Rezitation und was sonst zur äußeren Verehrung der Gottheit im Yantra gehört, handeln. Sie sind von Fall zu Fall verschieden und richten sich nach dem besonderen Aspekt, in dem das Göttliche verehrt wird, und nach den besonderen Zielen, die man mit seinem Kult verfolgt. — Der Schlußabschnitt der ganzen Darlegung pflegt eine Belehrung über das lineare Yantra zu enthalten, an dem der Kult der Gottheit vollzogen werden soll. Seine Beschreibung, wie es entworfen werden soll, ist meist knapp gehalten und bedürfte der Ergänzung durch anschauliches Material, wenn sie dem Auge des Uneingeweihten verständlich werden soll.

Dhyana - Meditation, Versenkung

Mantra, Dhyana und lineares Yantra sind drei Größen, die sich ihrem ideellen Gehalt nach decken. Sie sind Ausprägungen ein und desselben Aspekts des Göttlichen mit verschiedenen Mitteln: durch den Laut, durch figurale und durch lineare Anschauung. Drei Aussagen über dasselbe Wesen in drei verschiedenen Sprachen. Weil ihre verschiedene Form denselben ideellen Gehalt zum Ausdruck bringt, lassen sie sich auch formal zur Deckung bringen und werden in praxi unablässig zur Deckung gebracht. Der sprachliche Ausdruck der göttlichen Wesenheit (Mantra) kann mit dem linearen zu völliger Deckung kommen, indem er Silbe für Silbe in das Liniengefüge des linearen Yantra eingetragen wird.

Verschmelzen von Yantra und Mantra Das geschieht in jedem Falle nach einer besonderen, unverrückbaren Regel, die Bestandteil der Geheimlehre ist. Verschmelzen Mantra- und Yantra-Form der Wesensaussage über das Göttliche dergestalt in eins, so entstehen jene linearen Gebilde, deren Inneres mit regelmäßig verteilten Silbenzeichen geschmückt ist. Der geheime Wesenszusammenhang zwischen Mantra und linearem Yantra: die Identität ihres ideellen Gehalts kommt in der Tatsache zum Ausdruck, daß der Silbenbestand des Mantra, wenn er besonderer Anweisung entsprechend auf das Yantra verteilt wird, die regelmäßigen Formen des linearen Gebildes gleichmäßig erfüllt.

Figurales Schaubild und lineares Yantra kommen in der Kultpraxis unendlich oft zur Deckung: jedesmal wenn die Einsetzung des Odems (Pranapratishtha) an einem linearen Yantra vollzogen wird, um in ihm eine Gottheit zu verehren. Denn die Dhyana-Vorschrift entwirft ja ein figurales inneres Gesicht, das der Gläubige aus sich mit Pranapratishtha auf das lineare Yantra hinausprojizieren soll. In der Aufforderung, das figurale innere Schaubild auf das lineare Yantra zu übertragen, ist schon vorausgesetzt, — wenn anders sie überhaupt ausführbar sein soll — daß völlige ideelle Identität zwischen dem linearen Gebilde und dem figuralen Schaubild besteht. Sonst vermöchte das gestalthafte innere Gesicht nicht in das geometrische Gerät (Yantra) rein aufzugehen.

Mandala - Verschmelzen von Yantra und Dhyana Dem silbengeschmückten linearen Yantra, das völlige Identität und Verschmelzung von Mantra und Yantra bezeugt, fehlt es im Bestande der indischen Kunst nicht an einem Seitenstück, das dieselbe Beziehung zwischen figuralem Dhyana und linearem Yantra bezeugt. Man muß freilich von Vorderindien bis nach Tibet gehen, um dort die Mandalas zu finden: Ringzeichnungen, deren lineares Gerüst mit figuralen Elementen erfüllt ist. Sie gehören zwar dem buddhistischen Tantrismus an und nicht dem orthodox-hinduistischen, aber ihre bildlichen Symbole, die großenteils der Gedankenwelt um Shiva entlehnt sind, zeugen für ihren Ursprung aus dem vorderindischen Tantrismus. Dem älteren Buddhismus war das Yantra fremd, mit vielen anderen Elementen ist es ihm in dem großen Ausgleichsprozeß, dem er in Indien schließlich erlag, aus dem Hinduismus zugeflossen. In der Kunstübung lamaistischer Seidenmalereien scheint er bewahrt zu haben, was für den orthodoxen Tantrismus vorausgesetzt werden darf, wenn es auch an bildlichen Zeugnissen dafür einstweilen fehlt.

Mandala der Vajradhatu

Es bedarf schließlich keiner weiteren Erwähnung, daß Mantra und Dhyana einer Gottheit als verschiedene Ausdrucksformen desselben ideellen Gehalts sich gleichfalls vollkommen miteinander decken. Auf ihrer sachlichen Identität beruht ja die Kraft der Mantras (Mantrashakti), innere Gesichte, die ihnen wesensgleich sind, heraufzubeschwören, wenn sie vorgetragen oder innerlich fixiert werden. — Aber es verdient bemerkt zu werden, daß Mantras als Gestalt der Gottheit Silbe für Silbe mit den einzelnen Teilen des figuralen Schaubildes gleichgesetzt werden.

Im »Wogenstrom der Seligkeit des Shaktigläubigen« (Shaktanandataringini) wird im 9. Kapitel ein zwei- und zwanzigsilbiger Spruch (Mantra) »die Königin des Wissens«, der das Wesen der Dakshina Kamika, einer Erscheinungsform Durgas ausdrückt, Silbe für Silbe mit Teilen ihrer sinnlichen Vorstellung gleichgesetzt. Seine beiden ersten bedeutungsschweren Silben Krim, Krim sind ihr Kopf und ihre Stirn. Dann steigt die Gleichsetzung der Lautwerte ihrer Mantra-Form mit Teilen ihrer figuralen Dhyana-Form immer weiter an ihrer Gestalt herunter, um schließlich den huldigenden Schlußruf des Spruches Svaha in seiner ersten Silbe mit ihren Füßen, in der zweiten mit ihren Fußnägeln gleichzusetzen. — Spekulationen dieser Art sind übrigens keine Besonderheit der Tantras; sie finden sich schon in der vedischen Theologie.

Siehe auch

Kapitel 1: Einleitung - Indisches Kultbild und klassische Kunst (Indische Kunst)
Kapitel 2: Yoga und figurales Kultbild
2.1 Die Andacht zum fuguralen Kultbild - Pratima
2.2 Äußeres Sehen und inneres Schauen (Visualisierung)
Kapitel 3: Yoga und lineares Kultbild - Yantra und Mandala
3.1 Das lineare Gebilde in Magie und Kult (Symbol)
3.2 Entfaltung und Einschmelzung innerer Gesichte (Andacht)
3.3 Lineare Yantras mit figuraler Füllung - Lamaistische Mandalas (Mahasukha)
3.4 Der Boro Budur - ein Mandala (Borobudur)
3.5 Das rein lineare Yantra
Yantra der Künstlerin Birgit Shakumthala Schnebel
3.5.1 Figurales Kultbild und lineares Yantra (Bild)
3.5.2 Die Formensprache des rein linearen Yantra (Form)
3.5.3 Das Shri Yantra
Kapitel 4: Zeichensprache und Proportion im Kanon indischer Kunst (Zeichensprache)
Kapitel 5: Der Ort des Kultbildes in der Welt des Gläubigen (Offenbarung)
Schlussbetrachtung von Kunstform und Yoga im indischen Kultbild

Literatur

Weblinks

Seminare