Partner

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Ein Partner ist (1) jemand, der sich mit jemandem zu einem bestimmten Zweck zusammentut oder auch (2) jemand, der mit einer anderen Person in einer sexuellen und/oder sozialen Gemeinschaft zusammenlebt und eng mit ihr verbunden ist.

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Identifikation mit der Partner-Rolle

Niederschrift eines Podcasts (2014) von Sukadev The media player is loading...

Jetzt geht es also um Gelassenheit in der Partnerschaft und Gelassenheit durch Nicht-Identifikation mit deinem Partner. Ein nicht ganz einfaches Thema. Menschen geraten leicht in Schwierigkeiten bezüglich ihrer geistigen Ruhe, wenn sie sich zu sehr mit ihrem Partner identifizieren. Letztlich ist ihr Leben ausgerichtet auf den Partner. Was heißt hier Nicht-Identifikation? "Frag' wer bin ich, erkenne dein Selbst und sei frei." Du bist Bewusstsein. Du bist auf diese Welt gekommen, um etwas zu erfahren, um etwas zu tun, um etwas zu bewirken, um spirituell zu wachsen. Dazu nimmst du verschiedene Rollen ein. Dazu hast du verschiedene Möglichkeiten und Fähigkeiten, und damit bist du natürlich auch mit einigen Menschen zusammen.

Ein wichtiger Aspekt zum spirituellen Wachstum ist Partnerschaft. Für die meisten Menschen gehört die Partnerschaft zu einem guten spirituellen Wachstum dazu. Wie ist jetzt eine Partnerschaft, eine gelassene Partnerschaft? Gelassenheit in einer Partnerschaft heißt natürlich nicht, dass dein Partner dir egal ist. Im Gegenteil, wenn du eine Partnerschaft hast, dann ist es wichtig, dass du Liebe zu deinem Partner entwickelst und natürlich hast du auch einige Erwartungen, und natürlich ist die Liebe zu deinem Partner etwas ganz besonderes. Was heißt jetzt Identifikation mit deinem Partner? Identifikation mit dem Partner, mit der Partnerin heißt, dass du nicht mehr dein Leben lebst, sondern dass du dich hauptsächlich über die Beziehung zu deinem Partner definierst, und dass du dich hauptsächlich identifizierst mit dem, was dein Partner macht. Also zum Beispiel wenn die Ehefrau sich ganz mit dem beruflichen Erfolg des Mannes identifiziert. Oder wenn der Mann sich identifiziert über seine Frau und eben hofft, dass seine Frau vieles lebt, was er selbst nicht leben kann. Oder umgekehrt, dass ein Mann, der sich selbst einiges verweigert, es auch nicht einsieht, dass seine Frau das leben kann, was er selbst gerne leben würde.

Nichtidentifikation heißt, du weißt, ihr seid beide Wesen, die schon in einem früheren Leben existiert haben. Ihr habt beide eine gute Vergangenheit, ihr habt beide eine Persönlichkeit, ihr habt beide Aufgaben und ihr habt beide die Aufgabe, zu wachsen und etwas in dieser Welt zu bewirken. Ihr habt auch einiges, was ihr zusammen an Aufgaben habt, ihr habt auch einiges, was ihr zusammen bewirken könnt, und ihr habt auch einiges, was ihr euch gegenseitig schenkt an Möglichkeiten des Wachstums. Und Schenken bedeutet hier nicht nur die schönen Sachen, sondern auch die weniger schönen Sachen. Es heißt, du akzeptierst, dass dein Partner anders ist als du und dass er sich vielleicht auf verschiedene Weisen anders entwickeln wird als du. Und du lernst, dass die Aufgabe deines Partners nicht ist, genauso zu sein, wie du es gerne hättest.

Wahrnehmungsverschiebung in der Verliebtheitsphase

Es ist ja so, zwei Menschen verlieben sich ineinander, in der Phase des Verliebtheitsgefühls macht man eine Wahrnehmungsverschiebung. Man erkennt den anderen als sehr viel näher, als er tatsächlich ist. Man sieht sich sehr viel ähnlicher, es entsteht so ein Gefühl von Verbundenheit, von Verschmolzenheit, und man denkt, man ist sich sehr, sehr ähnlich, man gehört auf ewig zusammen. Also am Anfang findet Wahrnehmungsverschiebung statt. Das zweite, was geschieht, ist, dass man versucht natürlich auch sich gegenüber dem Partner attraktiv zu machen, man passt sich an ihn oder sie an, man bemüht sich, den Erwartungen des anderen zu entsprechen, denn man will ja, dass man mit dem Partner zusammenkommt. Gut, dann kommt man zusammen, und nach einer Weile stellt man dann fest, dass man doch nicht so ähnlich ist. Man stellt also fest, dass der andere doch anders ist, als man gedacht hat, und dass er vor allen Dingen anders ist als man selbst. Man stellt desweiteren fest, dass man sich nach einer Weile nicht mehr an den anderen anpassen will, und der andere will sich auch nicht mehr anpassen. Und jetzt ist die Frage: Wie geht es weiter?

Wenn man jetzt sehr stark identifiziert war mit dem Bild des Partners, dann ist das fast noch schlimmer als die zu starke Identifikation mit dem Partner. Auch das Bild, das man davon hat, wie die Beziehung sein sollte, spielt eine große Rolle. Wenn man da sehr stark identifiziert war, dann kommt es natürlich zu einer Krise. Vieles ist anders, als man gedacht hat. Vielleicht hat man vorher noch dazu gedacht, dass grundsätzlich alles passt und das wenigen Punkte, wo der Partner anders ist, würde man auch noch "hinkriegen". Man lebt in der Hoffnung, man wird den Partner erziehen, man wird ihm sagen, was man von ihm will, und er wird sich anpassen. Und manchmal macht er das auch, aber manchmal eben auch nicht. Es ist daher sehr wichtig, dass du dir dieser Mechanismen bewusst wirst.

Wessen Leben lebst du?

Erstens, lebst du dein eigenes Leben oder lebst du das Leben deines Partners? Das heißt nicht, dass du dich nicht anpasst, natürlich muss man sich aufeinander einstellen, und man wird Kompromisse eingehen. Aber zunächst einmal ist es wichtig, dass du feststellst, dass du auch ein eigenes Leben lebst und dich als eine eigene Persönlichkeit empfidnest. Ich bin ich, der Partner ist der Partner, wir beide zusammen haben tolle Erfahrungen, manchmal auch weniger gute Erfahrungen, aber zunächst einmal bin ich ich, mein Partner ist mein Partner. Ich habe mein eigenes Leben, ich habe meine eigenen Lektionen. Die zweite wichtige Sache ist, lebe ich über mich selbst? Oder lebe ich über meinen Partner? Ich wiederhole mich jetzt etwas, aber ich versuche, es noch etwas deutlicher zu machen. Also ist es so, dass mein Wohlergehen vollständig vom Wohlergehen des Partners abhängt? Ist mein Erfolgsgefühl vollständig abhängig vom Erfolgsgefühl meines Partners? Sind meine Emotionen vollständig abhängig von den Emotionen meines Partners, meiner Partnerin?

Wenn dem so ist, dann ist es wichtig, dass du dir dessen bewusst wirst, und dass du schaust, wie du das lösen könntest. Wie kannst du feststellen, dass du nicht gebunden bist durch die Emotionen deines Partners und dein Gefühl von Erfolg, Misserfolg, von Zufriedenheit, Freude hängt nicht nur von deinem Partner ab. Die nächste Frage, die du dir stellen kannst: Identifiziere ich mich mit der Vorstellung meines Partners? Hier kannst du auch wieder überlegen: Welche Vorstellung habe ich, wie mein Partner sein sollte? Welche Vorstellung habe ich, wie mein Partner ist? Natürlich wenn ich Partner sage, meine ich immer auch Partnerin. Welche Vorstellungen habe ich dort? Und ist es richtig, dass ich eine solche Vorstellung habe, dass mein Partner so und so sein sollte? Natürlich muss man auch schauen, um was es konkret geht. Beispielsweise kannst du bestimmte ethische Prinzipien haben und sagen, wenn dein Partner dagegen verstößt, kannst du damit nicht leben. Oder du kannst auch sagen, du hast bestimmte Vorstellungen, wie dein Leben zu leben ist, und wenn dein Partner ganz andere Vorstellungen hat, und denkt du, dass du so und so leben musst, ansonsten kann er nicht mit dir sein. Dann kannst du überlegen, ob du diesen Vorstellungen entsprechen kannst.

Und manchmal hilft es, das offen auszusprechen und zu sagen, es scheint, du hast die und die Erwartung an mich, und da möchte ich dir sagen, den Erwartungen kann und will ich nicht genügen. Es kann sogar sein, dass der Partner diese Erwartung gar nicht hat, und man sie sich nur einbildet. Und es kann auch sein, dass das dem Partner, der Partnerin gar nicht so wichtig ist. Man muss darüber sprechen. In jedem Fall ist es wichtig, die Identifikation herauszunehmen. Damit du dich mit dem Bild nicht identifizierst, das vojn deinem Partner hast. Damit du dich nicht allein über die Beziehung mit deinem Partner identifizierst und auch nicht mit der Rollenerwartung, die dein Partner an dich hat.

Eine Menge Material, worüber du nachdenken kannst. Heute bin ich, glaube ich, weniger strukturiert als sonst, aber ich glaube, das ist auch bei diesem Thema gut, denn Beziehungen sind nie klar strukturiert und eine Partnerschaft hat so viele Ebenen. Überlege also jetzt nochmals oder vielleicht sogar die nächsten Tage, ob du mit deiner Rolle als Partner identifizerit bist und wie stark diese Identifikation ist? Identifizierst du dich sehr stark als Partner über die Beziehung und identifizierst du dich noch dazu mit Rollenerwartungen von dir oder deinem Partner? Und identifizierst du dich auch mit Rollenerwartungen an deinen Partner? Wenn dem so ist - Selbsterkenntnis ist der erste Weg zur Besserung, und manchmal reicht es aus, das schon zu wissen.

Siehe auch

Literatur

Seminare

Raja Yoga Positives Denken Gedankenkraft

18.03.2016 - 20.03.2016 - Sinn und roten Faden erkennen
Ein Yoga Seminar zur Standortbestimmung und Neuorientierung. Du lernst Möglichkeiten kennen, wie du mit Herz und Verstand deine Ziele verwirklichen kannst. Mit wirkungsvollen Methoden aus dem Yoga…
Ramashakti Sikora,
25.03.2016 - 27.03.2016 - Praktische Schritte zum inneren Frieden
Praktische Schritte und Anregungen zum inneren Frieden können sein: Mehr Energie im Alltag – Umgang mit Emotionen – Yoga und Meditation – keine Angst vor negativem Denken – Unverarbeitetes…
Shivakami Bretz,

Meditation

04.03.2016 - 06.03.2016 - Achtsam leben, lieben und arbeiten
In diesem Seminar bekommst du eine Einführung in die buddhistische Achtsamkeitspraxis, ergänzt durch Techniken aus dem ganzheitlichen Yoga. Mit Hilfe einfacher effektiver Übungen zur Selbstbeoba…
Andreas Mohandas Eckert,
06.03.2016 - 11.03.2016 - Achtsamkeits-Meditation
Die Achtsamkeits-Meditation (Vipassana) geht auf die durch Buddha vor seiner Erleuchtung praktizierte Übung zurück. So wie er intuitiv die Wahrheit finden wollte, betrachtest du einfach nur alle…
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Asanas als besonderer Schwerpunkt

04.03.2016 - 06.03.2016 - Asana Intensiv - Musikalisch-Meditativ
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