Vergeltung

Aus Yogawiki

Vergeltung - woher kommt das? Wie kann man das überwinden? Vergeltung bedeutet Rache. Vergeltung bedeutet, dem anderen das zurückgeben, was dieser einem angetan hat. Vergeltung ist im weitesten Sinn jede Reaktion auf eine vorhergegangene Handlung. Vergeltung im engeren Sinn heißt angetanes Unrecht, angetanes Leid dem anderen anzutun.

Mitgefühl ist eine Hilfe beim Umgang mit Vergeltung

In einem weiteren Sinn ist Vergeltung auch, dem anderen das Gute wieder zurückzugeben. Wie kann ich dir das vergelten? So kann man fragen, wenn jemand einem etwas sehr Gutes getan hat, einem sehr geholfen hat. Vergeltung kann also sowohl Dank als auch Rache sein.

Meistens wird der Begriff Vergeltung aber in einem negativen Kontext gebraucht. Man kann einem anderen mit Vergeltung drohen. Es gibt den Vergeltungsangriff, den Vergeltungsschlag. Man kann Rache und Vergeltung üben. Es gibt sogar die blutige Vergeltung. Im 5. Buch Moses, 32:35, heißt es: Mein ist die Rache spricht der Herr. Das soll heißen: Der Mensch soll nicht selbst darauf sinnen, Unrecht zu vergelten mit Unrecht. Vielmehr soll man anderen mit Mitgefühl begegnen - auch wenn sie einem Übles angetan haben.

Im Yoga gibt es das Konzept des Karma. Man muss nicht selbst Vergeltung üben - man vertraut darauf, dass das Karma schon das Angemessene tut. Und in modernen Staaten gibt es das Gewaltmonopol des Staates. Wenn etwas wirklich ein Verbrechen ist, bringt man das zur Anzeige. Ein Einzelner braucht da keine Vergeltung zu üben. Und manchmal ist die beste Vergeltung für angetanes Unrecht, sich nicht aus Gelassenheit und Mitgefühl herausholen zu lassen.

Vergeltung und Vergebung

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Spirituelle Traditionen lehren Vergebung statt Vergeltung

Vergeltung und Vergebung - das sind zwei verschiedene Weisen, wie man auf Unrecht reagieren kann. Wenn dir jemand etwas Schlechtes angetan hat, wie solltest du dann reagieren? Solltest du mit Vergeltung reagieren oder mit Vergebung?

Natürlich, ich bin spiritueller Lehrer, und die spirituellen Traditionen lehren heutzutage eher Vergebung. Und Vergebung ist das, was Jesus in der Bibel lehrt. "Liebe deinen Nächsten, wie dich selbst. Liebe deine Feinde. Vater, vergib mir und meine Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern." Das soll ja heißen: wir wollen vergeben. Wenn man vergibt, dann wird man tatsächlich spirituell besonders wachsen. Die Fähigkeit zur Vergebung ist besonders wichtig. Und gerade im persönlichen Bereich würde ich dir empfehlen: Wenn es um persönliche Dinge geht, dann ist die Vergebung das Wichtigere. Natürlich könnte es auch ausgenutzt werden, wenn man immer vergibt.

Vergeltung ist nicht immer falsch

Ein weiteres Beispiel: Soll der Staat ein Verbrechen ahnden, soll er sie vergelten oder bestrafen? Man nimmt an, dass es in einer menschlichen Gesellschaft auch wichtig ist, dass es auch Konsequenzen gibt für jemanden, der ein Verhalten zeigt, dass nicht in Ordnung ist. Daher kann man auch sagen, eine gewisse Vergeltung ist auch nicht immer falsch, aber es ist nicht immer einfach, das abzuwägen. Normaler Weise ist Vergebung die bessere Weise. Wenn es aber darum geht, dass ein Verhalten künftig noch einmal wiederholt wird, dann muss man eventuell schauen, ob das Verhalten vielleicht doch bestimmte Konsequenzen haben sollte.

Lerne immer wieder zu vergeben

Im Persönlichen würde ich immer dafür plädieren: vergib. Vergib den anderen Menschen und gehe immer wieder von neuem auf sie zu. Besser ist es, wie Patanjali es sagt: "Wenn du fest in Ahimsa, im "Nichtverlezten", in der Liebe verankert bist, dann triffst du auf kein Unrecht. Du triffst auf gar keine Gewalt. Du wirst gar nicht spüren, dass jemand anderes dir etwas Schlechtes tun will. Es gibt also gar kein Unrecht, das du vergelten müsstest. Du erkennst, tief im Inneren bist du eins mit jedem anderem. In der Liebe bist du mit jedem verbunden. Der andere mag aus Unwissenheit, aus Gekränktheit, aus Gier, aus Ärger oder aus Angst Dinge tun, die nicht okay sind, aber im Inneren weißt du, sie sind nicht gegen dich gerichtet. Du hast noch nicht mal etwas, was du vergeben musst, weil du alles verstehst.

Alles verstehen heißt alles verzeihen

Es gibt ja auch das Sprichwort: "Alles verstehen heißt alles verzeihen." Wenn du dich tief mit dem anderen verbindest, dann verstehst du alles. Dann stellt sich weder die Frage des Vergebens, noch der Vergeltung. Wenn du wirklich in der Liebe verankert bist, dann bist du vollständig im Unbewusstsein, ob jemand etwas Schlechtes oder Nichtschlechtes getan hat. Krishna sagt in der Bhagavad Gita: "Wer im gleichen Geist der Liebe allen gegenüber ist, der erfährt Gott. Und zwar sowohl gegenüber denen die freundlich oder auch unfreundlich gesinnt sind gegenüber den Tugend- und Lasterhaften. Aus Liebe heraus fühlst du dich mit allen verbunden."

Aus praktischen Gesichtspunkten wirst du vielleicht gerade, wenn es in deiner Verantwortung ist, ab und zu Mal überlegen, wie gehst du damit umgehst. Angenommen, du hast ein Kind. Auch dort wirst du manchmal konsequent sein müssen. Du musst nicht unbedingt etwas vergelten oder vergeben. Aber wenn ein Kind sich nicht richtig verhält, muss es wissen, bestimmte Verhaltensweisen brauchen auch eine Konsequenz, damit es gut in der Gesellschaft ankommen wird.

Oder du hast irgendwo eine Leitungsfunktion. Auch innerhalb dessen wirst du manchmal sagen, dieses Verhalten braucht eine gewisse Konsequenz. Aber du denkst nicht in Fragen von Vergeltung und Vergebung. Sondern es ist nur eine Frage, von dem Standpunkt unserer gemeinsamen Anliegen aus: Was ist dort eine angemessene Verhaltensweise? Wenn du aber vor der Wahl stehst "Vergeltung oder Vergebung?", dann ist Vergebung meistens die richtige Alternative.

Aus folgendem Vortrag von Sukadev Bretz:

Das Gesetz der Vergeltung

Was du säst wirst du ernten, darum bleibe friedlich egal was geschieht

- Auszug aus dem Buch "Karma Yoga" von Swami Sivananda -

Jede Fehlhandlung, jedes Verbrechen zieht nach dem Gesetz der Vergeltung seine eigene Bestrafung nach sich. Das Gesetz der Ursache, das Gesetz von Aktion und Reaktion, das Gesetz des Ausgleichs – alle wirken zusammen. Wer einen anderen beraubt, beraubt sich selbst. Wer anderen verletzt, verletzt sich selbst zuerst. Wer einen anderen betrügt, betrügt sich selbst zuerst. Jede Missetat verursacht zunächst Bestrafung in der inneren Natur oder Seele und dann in den äußeren Umständen, in der Form von Schmerz, Unglück, Verlust, Scheitern, Unglück, Krankheit und so weiter.

Der Mensch ist unwissend. Impulse, Zorn, Leidenschaft, Verhaftung, Stolz und Ablehnung beherrschen ihn. Er begeht die verschiedensten Missetaten. Sein Intellekt wird pervertiert. Er verliert sein Gedächtnis. Sein Verstand wird von Selbstsucht und Gier vernebelt. Er weiß nicht genau, was er tut. Später bereut er. Disziplin der Indriyas ist notwendig. Er sollte sich des Gesetzes der Ursache, des Gesetztes von Aktion und Reaktion, des Gesetzes der Vergeltung bei jedem seiner Schritte, in jedem Augenblick seines täglichen Lebens erinnern. Er sollte seine Emotionen und Impulse durch die Praxis von Pranayama und Meditation beherrschen. Nur dann wird er nicht falsch handeln.

Denke daran, dass Gott weder parteiisch noch ungerecht ist. Du leidest wegen deiner eigenen Missetaten. Säe den Samen aus, die gute Früchte hervorbringen dich im Diesseits und Jenseits glücklich machen werden. Säe keine Samen, die unerfreuliche Früchte erzeugen und dich unglücklich und unzufrieden machen werden in diesem Leben und danach. Sei vorsichtig bei der Verrichtung deiner täglichen Pflichten. Wache über jeden Gedanken, jedes Wort und jede Tat. Gehe zurück zu den Wurzeln und reinige die Gedanken zuerst.

Gebet, Japa, Meditation, Studium philosophischer Bücher, reines Essen, Vichara und Satsanga werden deinen Geist reinigen und niedere und unheilvolle Gedanken auslöschen. Befolge das Gelübde des Schweigens, dann kannst du deine Worte beherrschen. Übe Yama und Niyama, Ahimsa, Satyam, Asteyam, Brahmacharya und Aparigraha.

Entwickle sattvige Eigenschaften. Dadurch kannst du nicht in der Lage sein, etwas Falsches zu tun. Die Macht der sattvigen Gewohnheiten wird dich anleiten, nur tugendhaft zu handeln Orthodoxe Christen und Theologen glauben, dass Gott das Schicksal des Menschen vor seiner Geburt bestimmt und festlegt. Dies ist unlogisch und unhaltbar. Die Hypothese muss aufgrund ihrer unlogischen Natur scheitern. Der Mensch wird wie ein Strohhalm, der vom Wind hin und her getrieben wird. Er besitzt keine Unabhängigkeit und Freiheit. Dies macht Gott parteiisch, ungerecht und launisch. Die moralische Verantwortung und Freiheit des Menschen wird zerstört. Er wird zum Gefangenen, der an Armen und Beinen gefesselt ist. Warum sollte Gott den einen glücklich und den anderen unglücklich machen? Ist er so launenhaft und exzentrisch? Warum sollte der eine vor der Geburt Seine Gnade erlangen? Ist Gott so voreingenommen? Wenn Gott überaus gnädig ist, warum kann Er nicht alle gleich edel, begnadet, glücklich, gut, moralisch und spirituell erschaffen? Warum wird ein Mensch blind geboren? Warum sollte ein Sünder für seine Taten verantwortlich sein? Ist es ihm vorbestimmt zu sündigen? Warum sollte er der Laune eines solchen Schöpfers halber leiden? Derartige Fragen bleiben ein Rätsel, wenn man die Lehre von Vorhersehung und Gnade annimmt.

Nur die Karmalehre hat eine befriedigende Antwort. Sie ist logisch. Sie ergibt Sinn. Sie wirft ein mildes Licht. Jeder erntet, was er sät. Der Mensch kann sein Schicksal durch seine eigenen Gedanken und seinen Charakter formen und wieder umgestalten. Er handelt frei. In diesem Leben mag er zwar ein Bösewicht sein, aber er kann seine Gedanken, Gepflogenheiten, Neigungen und seinen Charakter ändern und bei seiner nächsten Wiedergeburt ein guter Mensch oder ein Heiliger werden. Er besitzt einen freien Willen. Er kann sich stets zwischen zwei Möglichkeiten entscheiden. Die Lehre von Vorhersehung und Gnade ist nicht akzeptabel. Sie scheitert, denn sie ist unlogisch und unhaltbar.

Allein die Lehre vom Karma kann die mysteriöse Frage um Gut und Böse in dieser Welt klären. Nur die Lehre vom Karma kann den Bedrängten und Verzweifelten Trost, Zufriedenheit und Stärke bieten. Sie löst die Schwierigkeiten und Probleme des Lebens. Sie ermutigt die Hoffnungslosen und Verlorenen. Sie lenkt den Menschen zu richtigem Denken, richtigen Worten und richtigen Taten. Sie bietet demjenigen Menschen eine glanzvolle Zukunft, der nach dem universellen Gesetz lebt. Würden alle Menschen dieses Gesetz richtig verstehen und ihre täglichen Pflichten sorgfältig erfüllen, dann erhöben sie sich auf der spirituellen Leiter in ungeahnte Höhen. Sie werden moralisch und tugendhaft werden und ein glückliches, friedliches und zufriedenes Leben führen. Sie können die Last von Samsara mit Geduld, Ausdauer und Geistesstärke tragen. Es wird keinen Raum für Beschwerden geben angesichts von Ungleichheiten hinsichtlich Geburt, Glück, Intelligenz und Fähigkeiten. Es herrscht der Himmel auf Erden. Alle werden sogar im Leid Freude empfinden. Begierde, Eifersucht, Hass und Ärger werden verschwinden. Die Tugend wird überall unangefochten vorherrschen. Wir werden nun ein prächtiges Satyayuga erfahren, in Frieden und Fülle allerorten.

Gesegnet ist der Mensch, der das Gesetz versteht und danach lebt, denn er wird bald Gottesbewusstsein erfahren und eins werden mit dem Gesetzgeber. Dann wird das Gesetz nicht länger auf ihn wirken.

Vergeltung in Beziehung zu anderen Persönlichkeitsmerkmalen

Vergeltung gehört zur Gruppe der Persönlichkeitsmerkmale, Schattenseiten, Laster und Tugenden. Um dieses Charaktermerkmal besser zu verstehen, wollen wir es in Beziehung setzen mit anderen:

Synonyme Vergeltung - ähnliche Eigenschaften

Synonyme Vergeltung sind zum Beispiel Rache, Bestrafung, Abrechnung, Gegenschlag, Sühne, Sanktion,, Anerkennung, Belohnung, Dank, Erkenntlichkeit, Lohn .

Man kann die Synonyme in zwei Gruppen einteilen, solche mit positiver Konnotation und solche mit negativer Konnotation:

Synonyme mit negativer Konnotation

Synonyme, die gemeinhin als negativ gedeutet werden, sind zum Beispiel

Synonyme mit positiver Konnotation

Synonyme mit positiver Konnation können helfen, eine scheinbare Schattenseite auch positiv zu sehen. Synonyme mit positiver Konnotation sind zum Beispiel

Antonyme Vergeltung - Gegenteile

Antonyme sind Gegenteile. Antonyme, also Gegenteile, von Vergeltung sind zum Beispiel Versöhnlichkeit, Toleranz, Nachgiebigkeit, Bereitwilligkeit, Friedlichkeit, Friedfertigkeit, Gewaltlosigkeit, Duldsamkeit, Einträchtigkeit, Verständnis, Nachsicht, Großherzigkeit, Großzügigkeit, Besonnenheit, Kompromissbereitschaft, Angepasstheit, Opportunismus, Bravheit, Devotion, Unterwürfigkeit, Selbstvergessenheit . Man kann auch die Antonyme, die Gegenteile, einteilen in solche mit positiver Konnotation und solche mit negativer Konnotation.

Antonyme mit positiver Konnotation

Antonyme, also Gegenteile, zu einem Laster, einer Schattenseite, einer negativen Persönlichkeitseigenschaft, werden gemeinhin als Gegenpol interpretiert. Diese kann man kultivieren, um das Laster, die Schattenseite zu überwinden. Hier also einige Gegenpole zu Vergeltung, die eine positive Konnotation haben:

Antonyme mit negativer Konnotation

Nicht immer ist das Gegenteil einer Schattenseite, eines Lasters, gleich positiv. Hier einige Beispiele von Antonymen zu Vergeltung, die aber auch nicht als so vorteilhaft angesehen werden:

Eigenschaften im Alphabet davor oder danach

Hier einige Eigenschaften, die im Alphabet vor oder nach Vergeltung stehen:

Eigenschaftsgruppe

Vergeltung kann gezählt werden zu folgenden beiden Eigenschaftsgruppen:

Verwandte Wörter

Verwandte Wörter zu Vergeltung sind zum Beispiel das Adjektiv vergolten, das Verb vergelten, sowie das Substantiv Vergeltender.

Wer Vergeltung hat, der ist vergolten beziehungsweise ein Vergeltender.

Siehe auch

Literatur

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