Erkenntlichkeit

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Erkenntlichkeit bedeutet Dankbarkeit, Anerkennung, Respekt, Lob, Gegenleistung. Wenn ein anderer einem geholfen hat, einem aus einer Notsituation herausgebracht hat, kann man seine Erkenntlichkeit zeigen.

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Erkenntlichkeit kommt von kennen: Man erkennt, dass der andere etwas Gutes getan hat. Man drückt diese Kenntnis aus, indem man sie anerkennt. Und man zeigt seine Erkenntlichkeit, indem man dem anderen zusichtert, ihm auch zu helfen – und dann auch tatsächlich den Gefallen erwidert. Allerdings sind zu häufige Erkenntlichkeiten auch ein Ausdruck von Bestechung und Korruption.

Erkenntlichkeit - eine Tugend. Was bedeutet Erkenntlichkeit? Was will man mit diesem Begriff sagen? Wozu ist Erkenntlichkeit hilfreich - oder auch nicht hilfreich? Was sind Synonyme, was sind Antonyme von Erkenntlichkeit? Dieser Wiki-Artikel ist nicht nur trockene Linguistik, also Sprachkunde, sondern soll dich auch zum Denken anregen, vielleicht auch dazu, an dir selbst zu arbeiten.

Erkenntlichkeit als hilfreiche Tugend

Aus einem Vortrag von Sukadev Bretz

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Erkenntlichkeit als Substantiv ist selten gebraucht, es gibt mehr das Adjektiv, erkenntlich, man kann sich erkenntlich erweisen, was heißen soll, wenn jemand einem einen Gefallen getan hat, dann erwidert man den Gefallen. Und das ist auch durchaus etwas Gutes. Im Geben und Nehmen, daraus bestehen Beziehungen.

Erkenntlichkeit würde also heißen, angenommen, jemand tut dir einen Gefallen, dann tust du auch ihm einen Gefallen. Und wenn du einem anderen einen Gefallen tust, wird er sich irgendwann erkenntlich zeigen. Allerdings, und das sagt Krishna in der Bhagavad Gita sehr klar, solltest du nicht nur dann Gutes tun, wenn andere sich dir erkenntlich zeigen, sondern du sollst Gutes tun, weil es gut ist, Gutes zu tun. Es kommt nicht darauf an, dass du das tust, damit andere dir anschließend danken und etwas Erkenntlichkeit zeigen, sondern es geht darum, dass du dein Herz öffnest für andere.

Vermutlich, in der Mehrheit der Fälle, wenn du Gutes für andere tust, dann werden sich andere erkenntlich zeigen, aber die einen oder anderen werden es nicht tun. Es gibt jetzt manche Menschen, die denjenigen, die sich nicht erkenntlich zeigen, sehr böse sind und sagen: "Ich werde nie mehr etwas Gutes tun, denn es wird mir nicht gedankt." Das heißt, du hast das nicht getan, um anderen etwas Gutes zu tun, sondern du hast es getan, damit andere dir etwas Gutes tun. Das ist letztlich Ausdruck von Ego.

Bhagavad Gita würde sagen: "Tue das, was zu tun ist, tue es mit Liebe, tue es mit Hingabe. Und ob nachher andere dir danke sagen oder sich erkenntlich zeigen, das steht auf einem anderen Blatt." Wenn du das tust, dann kannst du glücklich sein, wenn du das tust, dann kommst du aus deinem Ego, deiner Ichbezogenheit heraus, dann überlegst du nicht, "was kriege ich, wenn ich jemand anderem etwas gebe", sondern du überlegst: "Was kann ich für einen anderen tun? Was kann ich für die gute Sache tun? Und wie kann ich Gutes bewirken?"

Andererseits solltest du dich erkenntlich zeigen. Wenn dir jemand anders etwas Gutes getan hat, dann schaue, wie du ihm helfen kannst, dienen kannst, aber ohne dich dort versklavt zu fühlen. Manchmal solltest du auch in der Lage sein, einfach einen Gefallen anzunehmen und du kannst dich einfach erkenntlich zeigen, indem du sagst: "Danke!" Du musst nicht gleich irgendetwas dafür tun.

Angenommen, jemand hat dir etwas getan, du musst ihm nicht gleich ein Geschenk geben, du musst nicht gleich am nächsten Tag irgendwo das Geschenk erwidern, das ist dann auch für den anderen unangenehm. Er hat gesehen, du hast etwas gebraucht, er hat es gerne getan, wenn er deine Freude sieht, das ist für ihn Dank genug. Es gibt manche Menschen, die haben irgendwo den Zwang, sich gleich erkenntlich zeigen zu müssen, das musst du nicht.

Wenn jemand dir was Gutes tut, ohne dass du ihn darum gebeten hast, dann danke ihm einfach dafür. Und wenn der andere etwas braucht, dann hilf ihm. In diesem Sinne gleicht sich das besser aus, als wenn du dich gleich erkenntlich zeigen willst, um zu vermeiden, in der Schuld eines anderen zu stehen.

Das waren jetzt ein paar Gedanken zu Erkenntlichkeit und zum Erkenntlich-Sein und dass es gut ist, anderen Gutes zu tun, es auch gut ist, von anderen Gutes anzunehmen, ohne auf das Spiel der Erkenntlichkeit zu sehr einzugehen und ohne, sich zu sehr abhängig zu machen, dass auf jeden Gefallen eine Erkenntlichkeit folgen muss. Handle vom Herzen, handle mit Liebe, nimm immer auch mit Liebe und von Herzen Gefallen anderer an. Und so kommt alles auch ins Gleichgewicht, ohne dass du daraus zu viel Aufhebens machen musst.

Erkenntlichkeit - Antonyme und Synonyme

In diesem Yoga Wiki werden über 1000 Tugenden und Persönlichkeitsmerkmale beschrieben. Hier einige Erläuterungen, wie man die Eigenschaft der Erkenntlichkeit in Beziehung zu anderen Fähigkeiten und Verhaltensweisen sowie in Bezug auf Laster sehen kann:

Ähnliche Eigenschaften wie Erkenntlichkeit - Synonyme

Ähnliche Eigenschaften wie Erkenntlichkeit, also Synonyme zu Erkenntlichkeit sind z.B. Ausgleich, Gegengabe, Dank, Ersatz, Anerkennung.

Ausgleichende Eigenschaften

Jede Eigenschaft, jede Tugend, die übertrieben wird, wird zu einer Untugend, zu einem Laster, einer nicht hilfreichen Eigenschaft. Erkenntlichkeit übertrieben kann ausarten z.B. in Vergeltung, Trostpflaster, Erwartung. Daher braucht Erkenntlichkeit als Gegenpol die Kultivierung von Erwartungslosigkeit, in sich ruhend, Zufriedenheit.

Gegenteil von Erkenntlichkeit - Antonyme

Zu jeder Eigenschaft gibt es ein Gegenteil. Hier Möglichkeiten für Gegenteil von Erkenntlichkeit, Antonyme zu Erkenntlichkeit :

Erkenntlichkeit Antonyme auf einen Blick

Direktheit Antonyme (Gegenteile) auf einen Blick:

  • Erkenntlichkeit sind, kurz zusammengefasst, Erwartungslosigkeit, in sich ruhend, Zufriedenheit, Undankbarkeit, Geringschätzung, Herabwürdigung, Demütigung.

Erkenntlichkeit im Kontext von Tugendengruppen, Persönlichkeitsfaktoren und Temperamenten

Kultivierung von Erkenntlichkeit

Erkenntlichkeit ist eine positive Eigenschaft, die dem Charakter gut tun kann. Vielleicht willst du ja Erkenntlichkeit stärker werden lassen in dir. Hierzu einige Tipps:

  • Nimm dir vor, eine Woche lang diese Eigenschaft der Erkenntlichkeit zu kultivieren.
  • Fasse den Entschluss: "Während der nächsten Woche will ich die Eigenschaft, Erkenntlichkeit bewusst mehr zum Ausdruck bringen. Ich freue mich darauf, in einer Woche ein erkenntlicherer Mensch zu sein."
  • Tu wirklich jeden Tag etwas, was Erkenntlichkeit ausdrückt. Mache jeden Tag etwas, was du sonst nicht tun würdest, was aber diese Tugend zum Ausdruck bringt.
  • Wenn du morgens aufwachst, dann sage eine Affirmation, z.B.: "Ich entwickle Erkenntlichkeit."
  • Am Tag wiederhole immer wieder eine Autosuggestion, Affirmation wie z.B.: Ich bin erkenntlich."

Affirmationen zum Thema Erkenntlichkeit

Hier einige Affirmationen für mehr Erkenntlichkeit. Unter dem Stichwort "Affirmation" und "Wunderaffirmationen" erfährst du mehr zu Funktion und Wirkungsweise von Affirmationen. Nicht alle unten aufgeführten Affirmationen passen - nutze diejenigen, die für dich stimmig erscheinen.

Klassische Autosuggestion für Erkenntlichkeit Hier die klassische Autosuggestion:

  • Ich bin erkenntlich.

Im Yoga verbindet man das gerne mit einem Mantra. Denn ein Mantra lässt die Affirmation stärker werden:

  • Ich bin erkenntlich. Om Om Om.
  • Ich bin ein Erkenntlichkeit Zeigender, eine Erkenntlichkeit Zeigende OM.

Entwicklungsbezogene Affirmation für Erkenntlichkeit Manche Menschen fühlen sich als Scheinheiliger oder als Heuchler, wenn sie sagen "Ich bin erkenntlich " - und sie sind es gar nicht. Dann hilft eine entwicklungsbezogene Affirmation:

  • Ich entwickle Erkenntlichkeit
  • Ich werde erkenntlich
  • Jeden Tag werde ich erkenntlicher
  • Durch die Gnade Gottes entwickle ich jeden Tag mehr Erkenntlichkeit

Dankesaffirmation für Erkenntlichkeit :

  • Ich danke dafür, dass ich jeden Tag erkenntlicher werde.

Wunderaffirmationen Erkenntlichkeit Du kannst es auch mit folgenden Affirmationen probieren:

  • Bis jetzt bin ich noch nicht sehr erkenntlich. Und das ist auch ganz verständlich, ich habe gute Gründe dafür. Aber schon bald werde ich Erkenntlichkeit entwickeln. Jeden Tag wird diese Tugend in mir stärker werden.
  • Ich freue mich darauf, bald sehr erkenntlich zu sein.
  • Ich bin jemand, der erkenntlich ist.

Gebet für Erkenntlichkeit

Auch ein Gebet ist ein machtvolles Mittel, um eine Tugend zu kultivieren. Hier ein paar Möglichkeiten für Gebete für mehr Erkenntlichkeit:

  • Lieber Gott, bitte gib mir mehr Erkenntlichkeit.
  • Oh Gott, ich verehre dich. Ich bitte dich darum, dass ich ein erkenntlicher Mensch werde.
  • Liebe Göttliche Mutter, ich danke dir. Ich danke dir dafür, dass ich jeden Tag die Tugend Erkenntlichkeit mehr und mehr zum Ausdruck bringe.

Frage dich: Was müsste ich tun, um Erkenntlichkeit zu entwickeln?

Du kannst dich auch fragen:

  • Was müsste ich tun, um Erkenntlichkeit zu entwickeln?
  • Wie könnte ich erkenntlich werden?
  • Lieber Gott, bitte zeige mir den Weg zu mehr Erkenntlichkeit.
  • Angenommen, ich will erkenntlich sein, wie würde ich das tun?
  • Angenommen, ich wäre erkenntlich, wie würde sich das bemerkbar machen?
  • Angenommen, ein Wunder würde geschehen, und ich hätte morgen Erkenntlichkeit kultiviert, was hätte sich geändert? Wie würde ich fühlen? Wie würde ich denken? Wie würde ich handeln? Als erkenntlicher Mensch, wie würde ich reagieren, mit anderen kommunizieren?

Vortragsmitschnitt zu Erkenntlichkeit - Audio zum Anhören

Hier kannst du einen Vortrag von Sukadev Bretz, Gründer von Yoga Vidya, anhören. Dieser Vortrag ist die Audio Version eines Videos zu Erkenntlichkeit, Teil des Yoga Vidya Multimedia Lexikons der Tugenden. Dieses Audio wird später eingefügt. Wir bitten um Verständnis

Siehe auch

Eigenschaften im Alphabet vor Erkenntlichkeit

Eigenschaften im Alphabet nach Erkenntlichkeit

Literatur

Weblinks

Seminare

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