Unzufrieden

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Unzufrieden Unzufrieden zu fühlen bedeutet, etwas ändern zu wollen, mit etwas nicht in Frieden zu leben. Man kann in Unfrieden mit sich selbst sein, mit dem eigenen Leben, mit der Welt, mit einer Situation. Yoga lehrt zufriedener zu sein und Freude in allen Umständen zu finden. Unzufrieden zu sein kann jedoch auch Impulse geben für wichtige Veränderungen.

Unzufriedenheit-Zufriedenheit, beides darf und muss sein, übe Yoga und finde Deine Mitte

Unzufrieden

Es ist das Gegenteil von Zufriedenheit. Frieden heißt hierbei, im Frieden und in Harmonie mit sich selbst und seiner Umwelt zu sein. Zufrieden meint jemanden, der mit sich und anderen friedvoll umgeht. Unzufriedenheit ist das Gegenteil davon, nämlich jemanden, der nicht mit sich selbst und nicht mit anderen, seiner Umwelt, seinem Partner zufrieden ist.

Das System der fünf Yamas

Patanjali sagt im Yogasutra, dass Santosha (Zufriedenheit) eine der fünf Yamas, beziehungsweise eine der fünf Niyamas, ist. Er empfiehlt, dass wir die fünf Yamas und fünf Niyamas leben. Die Yamas umfassen das ethische Verhalten gegenüber anderen. Diese sind Ahimsa (nicht verletzen), Satya (Wahrhaftigkeit), Asteya (Ehrlichkeit und nicht stehlen), Brahmacharya (Vermeidung von sexuellem Fehlverhalten) und Aparigraha (Unbestechlichkeit). Diese gilt es zunächst im Umgang mit anderen umzusetzen. Dann gibt es die fünf Niyamas, wozu auch Zufriedenheit, beziehungsweise die Abwesenheit von Unzufriedenheit, gehört. Die fünf Niyamas sind: Shaucha (Reinheit), Santosha (Zufriedenheit), Tapas (Askese und spirituelle Praxis), Swadhyaya (Selbststudium) und Ishvara Pranidhana (Hingabe an Gott). Patanjali sagt, Santosha (Zufriedenheit) gibt höchstes Glück. Wenn du glücklich sein willst, dann kultiviere Zufriedenheit. Unzufrieden zu sein macht dich natürlich unglücklich.

Sattvige, rajasige und tamasige Unzufriedenheit

Unzufrieden sein muss nicht nur schlecht sein. Es gibt auch die sogenannte sattvige Unzufriedenheit. Wenn du zum Beispiel unzufrieden mit deiner spirituellen Entwicklung bist, dann ist das etwas Gutes. Das gibt dir einen Antrieb weiterzumachen und voranzuschreiten. Wenn du mit deiner spirituellen Praxis unzufrieden bist, ist das auch gut, denn es gibt dir hoffentlich die Motivation, mehr zu tun. Wenn du mit der Art, wie du mit anderen Menschen umgehst, unzufrieden bist, dann ist es auch etwas Gutes, weil es dir hilft, an dir selbst zu arbeiten. So sagt man gerne, Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zur Besserung. Zur Selbsterkenntnis gehört es auch, unzufrieden mit dem, was du bisher gelebt hast und bisher tust, zu sein. Es gibt auch die rajasige Unzufriedenheit. Rajas bedeutet Unruhe, Gier, Getriebenheit. Du kannst rajasig unzufrieden sein, weil dich Menschen nicht ausreichend beachten. Du kannst rajasig unzufrieden sein, weil du nicht bekommen hast, was du willst, weil du keinen guten Deal gemacht hast, weil dein Handy nicht ausreichend gut funktioniert, weil dein Kollege einen besseren Computer hat, weil der Andere ein schnelleres Auto fährt und so weiter. Diese rajasige Unzufriedenheit führt dazu, dass du unruhig, gierig und getrieben bist. Diese Art, unzufrieden zu sein, stürzt dich in das Unglück. Schließlich gibt es noch die tamasige Unzufriedenheit. Tamasig unzufrieden zu sein, heißt, unzufrieden zu sein, ohne zu wissen, warum. Es bedeutet, keine Initiative zu haben, etwas zu ändern und obwohl du unzufrieden bist, keine Kraft zu haben, irgendetwas zu tun. Diese Art von Antriebslosigkeit und Unzufriedenheit kann in einer Depression oder einem Burnout-Syndrom münden.

Spirituelle Unzufriedenheit

Es gibt noch eine tiefe Form von Unzufriedenheit, die der rajasigen und tamasigen Form ähneln kann – ohne dass es negativ ist. Man kann sagen, es handelt sich um die existenzielle Unzufriedenheit, das tiefe Gefühl, dass ein äußeres Leben dich niemals glücklich macht. Wenn du weißt oder diese Ansicht tief in dir trägst, dass Erfolg, Geld, Position, letztlich sogar zwischenmenschliche Beziehungen dich allein nicht glücklich machen, dann hast du die existenzielle Unzufriedenheit. Diese wird im Yoga auch als Vairakiyam bezeichnet und gilt als sehr hilfreich. Vairakiyam ist die Abwesenheit von Gier und letztlich das Unzufrieden-sein mit dem äußeren Leben an sich. Viele spirituelle Aspiranten gehen durch eine existenzielle Phase der Unzufriedenheit. Diese kann nicht durch Psychotherapie, positives Denken und Persönlichkeit gestoppt werden. Dieses Loch der existenziellen Unzufriedenheit kann nur dadurch gefüllt werden, wenn es als Chance und als Übergang in die spirituelle Suche gesehen wird. Mit deinem äußeren, weltlichen Leben unzufrieden zu sein, heißt, nach Vollendung zu streben. Es meint Mumukshutva, die Sehnsucht nach Erleuchtung und Einheit. Letztlich ist dieses Universum vergänglich. Leben und Besitz sind vergänglich. Nichts macht dich dauerhaft zufrieden. Diese Kultivierung der spirituellen Unzufriedenheit ist sogar etwas Gutes. Sei mit deinen äußeren Umständen zufrieden. Sei mit dem, was das Karma dir gibt, zufrieden. Sei mit deiner Wohnung und so weiter zufrieden. Kultiviere aber diese existenzielle Unzufriedenheit, sodass du nach etwas Höherem strebst. Auf dem Weg zum Höheren zu streben ist es gut, mit deiner spirituellen Praxis, mit deiner ethischen Entwicklung und mit deinem Engagement für andere unzufrieden zu sein. Aber auch hier sei nicht zu unzufrieden, damit dich die Unzufriedenheit nicht lähmt. Eine Mischung aus unzufrieden und zufrieden ist hilfreich.

Video Unzufrieden

Hier findest du ein Vortragsvideo mit dem Thema Unzufrieden :

Sprecher/Autor: Sukadev Bretz, Gründer von Yoga Vidya, Ausbildungsleiter zu Yoga und Meditation.

Unzufrieden Audio Vortrag

Hier die Audiospur des oberen Videos zu Unzufrieden :


Unzufrieden in Beziehung zu anderen Eigenschaften

Unzufrieden ist ein Adjektiv, das ein Persönlichkeitsmerkmal, eine Eigenschaft beschreibt, die oft zu den Schattenseiten oder gar zu den Lastern gezählt wird. Am besten versteht man eine Eigenschaft, wenn man sie in Beziehung setzt zu anderen Eigenschaften, zu ähnlichen Eigenschaften (Synonymen) und Gegenteilen (Antonymen).

Synonyme unzufrieden - ähnliche Eigenschaften

Synonyme zum Adjektiv unzufrieden sind zum Beispiel lustlos, missfallend, frustriert, unbehaglich, unlustig, unwillig, unmutig, dishramonisch, verstimmt, verdrießlich, ärgerlich, uneinig, abgeneigt, authentisch, linientreu, standhaft. Und es gibt Synonyme dieser Eigenschaft, die als positiv gelten, also z.B. authentisch, linientreu, standhaft.

Gegenteile von unzufrieden - Antonyme

Gegenteile, also Antonyme, von unzufrieden sind zum Beispiel wohl, wohlbefindlich, gesund, zufrieden, behaglich, freudvoll, gut gelaunt, gut gestimmt, verhaftet, hochmütig, abgeklärt.

Auch die Antonyme kann man unterteilen in solche mit positiver Bedeutung, die für Tugenden stehen, und solche mit negativer Bedeutung. Gegenteile zu unzufrieden mit positiver Bedeutung sind z.B. wohl, wohlbefindlich, gesund, zufrieden, behaglich, freudvoll, gut gelaunt, gut gestimmt. Man kann auch sagen: Ein wichtiger Gegenpol beziehungsweise wichtige Gegenpole zu Unzufriedenheit sind Wohlsein, Wohlbefinden, Wohlergehen, Gesundheit, Zufriedenheit, Behagen, gute Verfassung.

Gegenteile, Antonyme, die selbst auch wieder negative Konnotation haben oder haben können, sind unter anderem verhaftet, hochmütig, abgeklärt.

Eigenschaften im Alphabet davor oder danach

Hier einige Eigenschaften, die im Alphabet vor oder nach unzufrieden kommen:

Siehe auch

Wörter, die in Beziehung stehen zu Unzufriedenheit und unzufrieden

Hier findest du einige Wörter, die in Beziehung stehen zu unzufrieden und Unzufriedenheit.

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