Bereitwilligkeit

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Bereitwilligkeit bedeutet, das zu wollen, was anliegt. Bereitwilligkeit kann eine Tugend sein - die innere Bereitschaft, sich für all das zu engagieren, was anliegt. Bereitwilligkeit kann Verantwortungsbewusstsein, Diensteifer sein und auch die Bereitschaft, Unangenehmes zu tun. Natürlich muss man aufpassen, dass die eigene Bereitwilligkeit nicht ausgenutzt wird und dass die Bereitwilligkeit ihre Grenzen findet in ethischen Prinzipien.

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Bereitwilligkeit - eine Tugend. Was ist Bereitwilligkeit? Woher stammt das Wort? Wozu ist Bereitwilligkeit gut? Was sind ihre Grenzen? Wie kann man sie kultivieren? Was ist das Gegenteil von Bereitwilligkeit? Mit vielen praktischen Tipps, Videos und Anleitungen.

Bereitwilligkeit als hilfreiche Tugend

Aus einem Vortrag von Sukadev Bretz

Bereitwilligkeit ist eine innere Eigenschaft, es ist die innere Eigenschaft, willens zu sein, bereit zu sein. Bereitwilligkeit ist auch eine Bejahung. Bereitwilligkeit ist so der Wunsch, sich weiter zu entwickeln, ist der Wunsch, aus der Liebe heraus, anderen zu helfen, ist der Wunsch, neugierig zu sein, was passiert. Bereitwilligkeit ist so eine innere Offenheit. Diese innere Offenheit ist so wichtig. Sie ist auch wichtig als Teil von Liebe. Angenommen, du hast eine Beziehung zu einem Menschen, egal, welche Beziehung es ist, da gehört eine gewisse Bereitwilligkeit dazu, diese Beziehung zu vertiefen. Es gehört eine gewisse Bereitwilligkeit dazu, auch auf das eine oder andere zu verzichten. Es ist eine Bereitwilligkeit, auf den anderen einzugehen. Das ist auch eine innere Einstellung. Oft hast du vielleicht einen Widerstand, der Distanz kreiert: "Ich will mich nicht auf den anderen einlassen." Das führt natürlich zu Ablehnung. Aber eine Bereitwilligkeit ist etwas Gutes. Wann immer du mit einem Menschen etwas zu tun hast, ist es gut, eine Bereitwilligkeit zu haben, dich mit dem anderen mehr zu verbinden, eine menschliche Begegnung zu haben, eine gewisse Liebe zu spüren. Diese Bereitwilligkeit, sich auf den anderen einzulassen, den anderen zu spüren, zu fühlen, vielleicht auch von ihm zu lernen, das ist eine so wichtig Form von Bereitwilligkeit.

Eine weitere Form von Bereitwilligkeit ist auch die Bereitwilligkeit, an sich selbst zu arbeiten. Manche Menschen sagen "ich bin halt so", im Sinne von "friss oder stirb". Bereitwilligkeit ist auch eine Bereitwilligkeit, sich selbst zu ändern, an sich selbst zu arbeiten, eben nicht starr zu sein, sondern wir sind auf dieser Welt, um zu lernen. Bereitwilligkeit heißt, die Bereitwilligkeit, Aufgaben anzunehmen. Bereitwilligkeit ist aber auch in einem anderen Kontext wichtig. Bereitwilligkeit kann auch heißen, seine Aufgaben bereitwillig anzugehen, auch wenn etwas Neues kommt, sich darauf einzulassen. Also, Bereitwilligkeit ist diese Offenheit.

Bereitwilligkeit kann auch sein, sich für Gott zu öffnen und zu spüren, "wenn Gott mir eine Aufgabe gibt, will ich sie tun". Auch diese innere Bereitwilligkeit gilt es, zu kultivieren. Manchmal musst du sie kultivieren, indem du kleineren oder größeren Eingebungen oder Inspirationen folgst. Es mag auch sein, dass dann das eine oder andere schiefgeht, aber du entwickelst eine Bereitwilligkeit, eine Offenheit. Das waren jetzt einige Überlegungen und Gedanken zum Thema Bereitwilligkeit. Denke selbst darüber nach, was Bereitwilligkeit für dich heißen kann und wie du vielleicht mehr Bereitwilligkeit im Alltag leben kannst. Und natürlich, es gibt Grenzen der Bereitwilligkeit. Manchmal muss man auch sagen, irgendwann ist auch mal Schluss. Und manchmal muss man auch sagen: "So ist es ethisch richtig. Ich bin nicht willig und auch nicht bereitwillig, etwas anderes zu tun." Aber die Grundeinstellung, Bejahung des anderen, Bejahung des Lebens, Bereitwilligkeit, sich auf einen anderen einzulassen, Bereitwilligkeit, Gott in sich wirken zu lassen, Bereitwilligkeit, an sich selbst zu arbeiten, Bereitwilligkeit, seine Aufgaben im Leben anzugehen, das ist etwas Wertvolles, Wichtiges und etwas sehr Schönes, was einem hilft, einen tiefen Sinn im Leben zu entdecken.

Bereitwilligkeit und andere Tugenden

In diesem Yoga Wiki werden über 1000 Tugenden und geistigen Eigenschaften beschrieben. Hier einige Erläuterungen, wie man die Eigenschaft der Bereitwilligkeit in Beziehung zu anderen Tugenden und geistigen Eigenschaften sowie in Bezug auf Laster sehen kann:

Ähnliche Eigenschaften wie Bereitwilligkeit

Ähnliche Eigenschaften wie Bereitwilligkeit, also Synonyme zu Bereitwilligkeit sind z.B. Dienstbereitschaft, Arbeitslust, Eifer, Strebsamkeit, Diensteifer, Höflichkeit, Liebenswürdigkeit, Nachgiebigkeit.

Ausgleichende Eigenschaften

Jede Eigenschaft, jede Tugend, die übertrieben wird, wird zu einer Untugend, zu einem Laster, einer nicht hilfreichen Eigenschaft. Bereitwilligkeit übertrieben kann ausarten z.B. in Nicht abschalten können, Getriebenheit, Ängstlichkeit. Daher braucht Bereitwilligkeit als Gegenpol die Kultivierung von Abstand, Neutralität, Unterscheidungsvermögen.

Gegenteil von Bereitwilligkeit

Zu jeder Eigenschaft gibt es ein Gegenteil. Hier Möglichkeiten für Gegenteil von Bereitwilligkeit, Antonym zu Bereitwilligkeit:

Bereitwilligkeit im Kontext von Tugendengruppen, Persönlichkeitsfaktoren und Temperamenten

Entwicklung von Bereitwilligkeit

Bereitwilligkeit kann man sehen als Tugend, als eine positive Eigenschaft. Vielleicht willst du ja Bereitwilligkeit in dir stärker werden lassen. Hierzu einige Tipps:

  • Nimm dir vor, eine Woche lang diese Eigenschaft der Bereitwilligkeit zu kultivieren. Du kannst nicht mehrere Tugenden auf einmal entwickeln. Aber es ist möglich, jede Woche eine Tugend, eine Eigenschaft, wachsen zu lassen.
  • Triff den Entschluss: "Während der nächsten Woche will ich die Tugend, die Eigenschaft, Bereitwilligkeit kultivieren, wachsen lassen, stärker werden lassen. Ich freue mich darauf, in einer Woche ein bereitwilligerer Mensch zu sein."
  • Nimm dir vor, jeden Tag mindestens eine Handlung auszuführen, die Bereitwilligkeit ausdrückt. Mache jeden Tag etwas, was du sonst nicht tun würdest, was aber diese Tugend zum Ausdruck bringt
  • Wenn du morgens aufwachst, dann sage eine Affirmation, z.B.: "Ich entwickle Bereitwilligkeit". Mehr Möglichkeiten zu Affirmationen findest du weiter unten
  • Am Tag wiederhole immer wieder eine solche Affirmation: "Ich bin bereitwillig".

Klassische Autosuggestion für Bereitwilligkeit

Hier die klassische Autosuggestion:

  • Ich bin bereitwillig

Im Yoga verbindet man das gerne mit einem Mantra. Denn ein Mantra lässt die Affirmation stärker werden:

  • Ich bin bereitwillig. Om Om Om.

Entwicklungsbezogene Affirmation für Bereitwilligkeit

Manche Menschen fühlen sich als Scheinheiliger oder als Heuchler, wenn sie sagen "Ich bin bereitwillig" - und sie sind es gar nicht. Dann hilft eine entwicklungsbezogene Affirmation:

  • Ich entwickle Bereitwilligkeit
  • Jeden Tag werde ich bereitwilliger
  • Durch die Gnade Gottes entwickle ich jeden Tag mehr Bereitwilligkeit
  • Ich danke dafür, dass ich jeden Tag bereitwilliger werde.

Wunderaffirmationen Bereitwilligkeit

Du kannst es auch mit folgenden Affirmationen probieren, die Sukadev Volker Bretz als Wunderaffirmationen bezeichnet:

  • Bis jetzt bin ich noch nicht sehr bereitwillig. Und das ist auch ganz verständlich, ich habe gute Gründe dafür. Aber schon bald werde ich Bereitwilligkeit entwickeln. Jeden Tag wird diese Tugend in mir stärker werden.
  • Ich freue mich darauf, bald sehr bereitwillig zu sein.

Gebet für Bereitwilligkeit

Auch ein Gebet ist ein machtvolles Mittel, um eine Tugend zu kultivieren. Hier ein paar Möglichkeiten für Gebete für mehr Bereitwilligkeit:

  • Lieber Gott, bitte gib mir mehr Bereitwilligkeit
  • Oh Gott, ich verehre dich. Ich bitte dich darum, dass ich ein bereitwilliger Mensch werde
  • Liebe Göttliche Mutter, ich danke dir. Ich danke dir dafür, dass ich jeden Tag die Tugend Bereitwilligkeit mehr und mehr zum Ausdruck bringe.

Was müsste ich tun, um Bereitwilligkeit zu entwickeln?

Du kannst dich auch fragen:

  • Angenommen, ich will bereitwillig sein, wie würde ich das tun?
  • Angenommen, ich wäre bereitwillig, wie würde sich das bemerkbar machen?
  • Angenommen, ein Wunder würde geschehen, und ich hätte morgen Bereitwilligkeit kultiviert, was hätte sich geändert? Wie würde ich fühlen? Wie würde ich denken? Wie würde ich handeln? Als bereitwilliger Mensch, wie würde ich reagieren, mit anderen kommunizieren?

Vortragsmitschnitt zu Bereitwilligkeit - Audio zum Anhören

Hier kannst du einen Vortrag von Sukadev Bretz, Gründer von Yoga Vidya, anhören. Dieser Vortrag ist die Audio Version eines Videos zu Bereitwilligkeit, Teil des Yoga Vidya Multimedia Lexikons der Tugenden.

Weitere Infos

Eigenschaften im Alphabet vor Bereitwilligkeit

Eigenschaften im Alphabet nach Bereitwilligkeit

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