Gesundheitstipps

Aus Yogawiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Swami Sivananda

Gesundheitstipps aus verschiedenen Quellen: Naturheilkunde, Yoga, Ayurveda, Traditionelle Chinesische Medizin, spirituell.

Swami Sivananda über Gesundheit und Yoga

Swami Sivananda schreibt in seinem Buch „Practice of Karma Yoga“ über Gesundheit und Yoga:

Was bedeutet Gesundheit?

Gesundheit ist ein Gleichgewichtszustand der drei Körperkonstitutionen, nämlich Vata, Pitta und Kapha. Dabei arbeiten alle Körperorgane in harmonischer Einheit und der Mensch genießt Frieden und Glück, er führt seine Pflichten im Leben ruhig und mit Leichtigkeit aus. In diesem Zustand hat der Mensch eine gute Verdauung und einen guten Appetit. Seine Atmung, sein Puls und sein Blut sind normal. Er hat gute Nerven und einen ruhigen Geist, einen gesunden Geist in einem gesunden Körper, seine Verdauung funktioniert, sein Urin ist in Ordnung, rosige Backen und ein leuchtendes Gesicht sowie glänzende Augen. In diesem Zustand springt, singt, lächelt, lacht, pfeift und bewegt er sich hin und her mit Freude und Begeisterung. Dann kann er klar denken und sprechen und handelt mit Eifer, Schnelligkeit und Aufmerksamkeit.

Dieser wünschenswerte Zustand wird von allen angestrebt. Ein Leben in guter Gesundheit ist tatsächlich ein großer Segen. Was nützt Reichtum und Besitz, wenn ein Mensch wegen eines Magenlediens nicht richtig essen kann, wenn er sich wegen Rheuma oder einer Lähmung nicht bewegen kann, wenn er die Wunder der Natur wegen eines Katarakts oder einer Sehstörung nicht sehen kann, wenn er wegen Impotenz nicht lieben kann. Ein großer Denker sagt: „Gib mir Gesundheit und einen Tag und ich werde den Reichtum eines Kaisers ins Lächerliche ziehen.“ Ein Leben in Krankheit ist ein bedauerlicher Zustand, auch wenn man Herr über die ganze Welt ist.

Was verhilft zu Gesundheit?

Der Mensch erfreut sich guter Gesundheit, wenn er gutes Karma aus seinen früheren Leben angesammelt hat. Wer großzügig war in seiner früheren Inkarnation, wer seinen Besitz mit anderen teilte, wer den Armen und Bedürftigen half, wer sich in Andacht, Meditation, Yoga Kriyas und Pranayama in seinem früheren Leben geübt hat, genießt gute Gesundheit in diesem Leben. Das Gesetz von Ursache und Wirkung ist unauslöschlich und gnadenlos.

Gesundheit und Selbstverwirklichung

Was ist das Höchste, das ein Mensch in dieser Welt erreichen kann? Es ist Selbstverwirklichung. Was sind die Vorteile der Selbstverwirklichung? Weshalb sollten wir überhaupt Selbstverwirklichung anstreben? Atma Jnana. Nur die Verwirklichung von Jiva und Brahman kann den Kreislauf von Tod und Wiedergeburt mit seinen Begleiterscheinungen wie Krankheit, Alter, Schmerz, Leid, Sorgen und dergleichen aufhalten. Nur Atma Jnana beschert ungetrübtes ewiges Glück, höchsten Frieden, Wissen und Unsterblichkeit.

Als nächstes stellt sich die Frage, warum wir bei guter Gesundheit sein sollten? Wir benötigen sie, um die vier Arten von Purushartha Dharma (Aufrichtigkeit), Artha (Wohlstand), Kama (Wunsch) und Moksha erreichen können. Vollbringst du gute Taten, erlangst du Wohlstand, und dann kannst du die weltlichen Wünsche befriedigen. Danach kannst du versuchen, dein Selbst zu verwirklichen. Ohne Gesundheit kannst du nichts erreichen und auch nicht dienen im Sinne von Nishkamya Karma Yoga. Asanas und Pranayama sind dann nicht möglich. Deshalb erklären die Schriften, dass dieser Körper das Boot zum Überqueren von Samsara darstellt. Er ist ein Werkzeug für tugendhafte Taten und zum Erlangen von Moksha. Deshalb findest du in Charaka Samhita: "Dharmartha Kamamokshanam Arogyam moolam uttamam." – "Gesundheit ist das höchste Gut auf Erden."

Krankheiten des Geistes und des Körpers

Ein Aspirant sollte frei von Adhi und Vyadhi (Krankheiten des Geistes und des Körpers) sein, wenn er Karma Yoga ausübt und Wissen über das Selbst erlangt. Gemäß der Wissenschaft des Yoga haben alle körperlichen Krankheiten ihren Ursprung in geistigen Krankheiten durch einen ungesunden Geisteszustand. Westliche Psychologen bestätigen diese Tatsache. Sie sagen, dass die Krankheiten des Körpers Hass, Ärger, Sorgen und Depressionen usw. zuzuschreiben sind. Diese unterminieren den Geist und wirken sich auf den Körper aus, indem sie unterschiedliche körperliche Krankheiten durch die Zerstörung von Körperzellen auslösen.

Grundwissen über Gesundheit

Ein Aspirant des Karma Yoga sollte grundsätzliches Wissen über Raja Yoga, Psychologie, Ayurveda, Physiologie, Familienmedizin, Hygiene, Sankhya (Name eines der sechs klassischen Philosophiesysteme Indiens) und Vedanta aufweisen. Dann kann er effektiver und schneller arbeiten. Er kann über die Gesetzmäßigkeiten des Geistes, seiner Natur, seiner en Bescheid wissen. Er kann dann immer einen ruhigen und gesunden Geist aufrechterhalten. Niemand arbeitet gut, wenn sein Geist in Aufruhr ist. Er beeinträchtigt die drei Konstitutionen des Körpers und hat Krankheiten zur Folge. So lautet die Theorie des Ayurveda, die der Theorie des Raja Yoga und der westlichen Psychologen ähnelt. Der Aspirant kann die universellen Gesetze verstehen und die Funktionsweise der Welt, wenn er die Sankhya Philosophie des Kapila Munis kennt. Grundwissen über Astrologie ist von großem Wert. Die verschiedenen Jahreszeiten entstehen durch die Bewegung der Erde um die Sonne. Die atmosphärischen Bedingungen berühren den menschlichen Körper. Die Planeten beeinflussen Geist und Körper des Menschen. Je nach ihrer Konstellation in den verschiedenen Zeichen ist dieser Einfluss positiv oder negativ. Mit etwas Wissen über Astrologie kann man die üblen Wirkungen ungünstiger Planten abwehren.

Gesundheit, Gedanken und Schwingungen

Zu jeder Zeit dringen verschiedene Schwingungen von vielerlei Objekten des äußeren physischen Universums in den Geist des Menschen und beeinflussen ihn unterschiedlich. Der Körper und der Geist sind Teil des Universums. Was wir Welt nennen, ist lediglich Geist. Der Geist des Menschen wird vom äußeren Druck der Gedanken und Meinungen anderer beeinflusst. Alle Menschen haben persönliche Gedanken und der Karma Yogi sollte sich mit aller Kraft, Mut und Ausdauer gegen diese äußeren Gedanken wehren. Auch wenn er zwanzig Mal fehlt, sollte er bestimmt und mit der Zähigkeit eines Blutegels, mit starkem Willen und unerschöpflicher Geduld an seiner Arbeit festhalten. Erst dann hat er wirklich Erfolg und erntet spirituelle Lorbeeren, atmischen Sieg und atmische Svarajya (Selbstmeisterung).

Sankhya und Gesundheit

Das Studium der Sankhya Philosophie lehrt dich das Wissen über die Erschaffung des Universums, wie der Geist geformt ist, wie die Handlungs- und Sinnesorgane beschaffen sind, was Tanmatras (rudimentäre Wurzelelemente) sind, was Mahat Tattva (hohes wahres Wesen) ist, was Purusha (der ursprüngliche, ewige Mensch) und Prakriti, was die drei Gunas sind, wie sie funktionieren und den Menschen, seine Gesundheit und Mentalität beeinflussen und wie man Wissen über Purusha erlangt. Sankhya und Yoga des Patanjali sind ergänzendes Beiwerk. Vedanta ist nur eine Erweiterung und Erfüllung von Sankhya.

Wie kannst du dich gesund halten?

Gute körperliche Gesundheit kann man erreichen und aufrecht erhalten indem man streng die Gesundheitsgesetze und die Hygieneregeln befolgt. Wichtig ist auch die Aufnahme vollwertiger, leichter, kräftiger, gut verdaulicher, nahrhafter, wenig gewürzter Nahrung oder sattwige Kost und das Atmen reiner Luft, regelmäßige Körperübung, tägliche kalte Waschungen, Mäßigung beim Essen, Trinken, Sex usw. Durch Japa, Meditation, Brahmacharya, Einhaltung der ethischen Regeln (Yama, Niyama) und (auf)richtiges Verhalten, Denken, Sprechen und Handeln, Atma Vichara, Gedankenänderung, Entspannung des Geistes, indem man ihn auf angenehme Gedanken bringt, geistige Erholung und das Üben der Fröhlichkeit kann gute geistige Gesundheit erreicht und erhalten werden.

Mögen wir alle selbstlos in vollkommener Harmonie und Gesundheit für das Wohlergehen der Welt und unsere eigene Entwicklung zusammenarbeiten! Mögen unsere Glieder und Organe stark und gesund sein! Mögen wir die normale Lebenserwartung – 100 Jahre - in selbstlosem Dienst, im Studium der Veden und der Entwicklung sattviger Tugenden erreichen. Mögen wir in der Weisheit Brahmans erstrahlen, Freude, Frieden, Glück und Wissen in alle Winkel der Erde ausstrahlen.

Gesundheitstipps für ein glücklicheres Leben:

(Artikel aus dem Yoga Vidya Journal März 2011)

Möchtest du dein Leben verbessern? Diese 30 Punkte zur Veränderung der Lebensqualität liegen im Surya Ayurvedics Resort in Kaippilly (Kerala, Südindien) für alle Patienten aus.

Persönliches

  • Vergleiche dein Leben nicht mit dem der anderen, denn du weißt nicht, welche Reise sie gehen.
  • Verschwende keine negativen Gedanken an Dinge, über die du keine Kontrolle hast, sondern investiere die positive Energie ins Jetzt.
  • Übertreibe nicht, sondern bleibe innerhalb deiner Grenzen.
  • Nimm dich selbst nicht zu ernst; niemand sonst tut das.
  • Verschwende deine Energie nicht an andere.
  • Träume mehr während du wach bist.
  • Neid ist Zeitverschwendung. Du hast bereits alles, was du brauchst.
  • Vergiss die Vergangenheit. Erinnere deinen Partner nicht an Fehler der Vergangenheit, denn das ruiniert eine glückliche Gegenwart.
  • Das Leben ist zu kurz dafür, jemanden zu hassen. Hasse niemanden.
  • Schließe Frieden mit der Vergangenheit.
  • Keiner ist für dein Glück verantwortlich außer dir selbst.
  • Werde dir bewusst, dass das Leben eine Schule ist und du daraus lernst. Probleme sind lediglich ein Teil des Stundenplans, die kommen und gehen wie Mathestunden. Aber was du daraus lernst, bleibt dir ein Leben lang.
  • Lächle und lache mehr.
  • Du musst nicht jeden Streit gewinnen. Gib auch mal nach.

Familie

  • Rufe deine Familie häufig an.
  • Tue jeden Tag jemandem etwas Gutes.
  • Verzeihe jedem alles.
  • Verbringe Zeit mit Leuten über 70 und unter 6 Jahren.
  • Versuche wenigstens drei Menschen pro Tag zum Lächeln zu bringen.
  • Was andere Leute von dir denken, soll dich nicht interessieren.
  • Dein Job wird sich nicht um dich kümmern, wenn du krank bist, deine Familie und Freunde werden das tun. Bleibe also mit ihnen in Kontakt.

Leben

  • Gott steht über allem, was du denkst, sagst und tust.
  • Gott heilt alle Wunden.
  • Tue das Richtige.
  • Wie gut oder schlecht die Situation auch sein mag, sie wird sich ändern.
  • Wie auch immer es dir gehen mag: steh’ auf, mach’ dich fertig und geh’ raus.
  • Das Beste kommt noch!
  • Weg mit allem, was nicht schön ist, nicht benötigt wird oder dir kein Glück bringt.
  • Danke Gott für jeden Tag, an dem du aufwachst und gesund bist.
  • Wenn du Gott kennst, wirst du glücklich sein – also sei glücklich!

Siehe auch

Literatur

Weblinks

Seminare

Multimedia

Achtsamkeit im Yoga und Alltag - HYP Teil I.24

Html5mediator: not a valid URL

Swastikasana, Grundeinstellung des Wohlwollens HYP I.21

Niyamas: Verhaltensregeln, wie wir mit uns selbst umgehen können HYP I.18

Yamas: Verhaltensregeln im Umgang mit anderen Menschen HYP I.17