Eigenliebe

Aus Yogawiki
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Der Begriff Eigenliebe, Selbstliebe, wurde früher in einem negativen Sinn, ähnlich wie Egoismus, Narzissmus, gebraucht. Wer zu viel Eigenliebe hat und sich nicht um andere kümmert, der ist egoistisch, bzw. narzisstisch. In der Bibel findet man das Ideal: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst. Hier schließt Nächstenliebe auch die Eigenliebe mit ein. In der modernen Psychologie spielt Eigenliebe eine besonders wichtige Rolle. Hier wird angenommen, dass ein Mensch, der leidet, lernen muss, sich selbst zu lieben. Viele psychischen Probleme, auch Verhaltensauffälligkeiten und kriminelles Verhalten, verschwinden, wenn man Eigenliebe entwickelt. In der modernen Psychotherapie wird davon ausgegangen, dass allgemein die Liebesfähigkeit wachsen kann, wenn man Eigenliebe kultiviert.

Narziss, Ölgemälde von Caravaggio, 16.Jhd.

Liebe ist die Grundlage des Lebens. Jeder Mensch hat Sehnsucht nach Liebe und den Wunsch seine Liebe auszudrücken. Eigenliebe ist die einfachste Möglichkeit, Liebe zu geben und zu spüren: Für Fremdliebe bist du auf jemand anderes angewiesen. Durch Eigenliebe hast du jemanden, der dich liebt, nämlich dich selbst. Eigenliebe heißt auch, dass du ohne Zutun eines anderen Liebe entwickelst. Auf einer höheren Ebene verstanden ist Eigenliebe auch die Fähigkeit, jemand anderes zu lieben, ohne erst mal seine Liebe zu dir zur Vorbedingung zu machen.

Eigenliebe - eine Tugend. Was ist Eigenliebe? Woher stammt das Wort? Wozu ist Eigenliebe gut? Was sind ihre Grenzen? Wie kann man sie kultivieren? Was ist das Gegenteil von Eigenliebe? Mit vielen praktischen Tipps, Videos und Anleitungen.

Eigenliebe als hilfreiche Tugend

Aus einem Vortrag von Sukadev Bretz

Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Schönste im ganzen Land?

Eigenliebe, eine Tugend, eine Eigenschaft, eine Fähigkeit, die in den letzten Jahren immer mehr Beachtung findet. Eigenliebe heißt, sich selbst zu lieben, zu schätzen, wertzuschätzen. Eigenliebe heißt, sich wohl zu fühlen in seiner Haut, in seinem Charakter, in seinem Sein.

Eigenliebe wird heutzutage als etwas sehr Positives angesehen, dafür hat die westliche Psychologie einen wichtigen Beitrag geleistet als gesprochen wurde von "ich" und von "Selbstwert" und "Selbstwertgefühl" und dass es wichtig ist, nicht Minderwertigkeitskomplexe usw. zu haben. Es braucht eine gewisse Eigenliebe. Das ist übrigens historisch anders als im christlichen Mittelalter. Die mittelalterlichen Christen haben die Selbstliebe, die Eigenliebe, "amor sui", sogar als eine Todsünde bezeichnet. Aber vermutlich ist es einfach unterschiedlich verstanden. Was heißt Eigenliebe also alles?

Zunächst mal heißt Eigenliebe, dass man schätzt, was man so hat. Man hat einen Körper, der einem geschenkt worden ist. Wir haben diesen wunderbaren Körper, um Erfahrungen zu machen und Dinge zu tun. Der Körper mag auch mal seine Macken haben, er mag Schmerzen erzeugen, er mag zu dick, zu dünn, zu groß, zu klein sein, er mag in Knien, Hüften, Rücken, Nase, Ohren, Magen usw. Probleme erzeugen, aber er ist unser Körper und er ist großartig, wir können so viel mit ihm anfangen.

Eigenliebe heißt auch, seinen eigenen Charakter, seine Fähigkeiten zu kennen und sie positiv zu interpretieren und nicht immer wieder über sich selbst zu schimpfen. Man kann über sich selbst schimpfen, aber man kann Eigenschaften auch positiv deuten. Du kannst sagen, "ich bin ein schrecklich ungeduldiger Mensch", oder du kannst sagen, "ich bin jemand, der schnell ist und Dinge schnell umsetzen will". Du kannst sagen, "ich bin so ängstlich", oder du kannst sagen, "ich bin ein vorsichtiger Mensch mit hoher Denkfähigkeit und ich will auf Dinge vorbereitet sein". Du kannst sagen, "ich bin aggressiv", oder du kannst sagen, "ich habe einen hohen Gerechtigkeitssinn und will Dinge gut angehen". Eigenliebe kann dadurch erzeugt werden, dass du die Fähigkeiten, die du hast, positiv interpretierst. Es macht einen Unterschied, ob du sagst, "ich bin vorsichtig" oder "ich bin ängstlich". Wenn du sagst, du bist vorsichtig, dann interpretierst du es anders und du lebst es auch anders. Manchmal haben Worte eine gewisse Bedeutung.

Der nächste Aspekt von Eigenliebe ist auch die Fähigkeit, sich um sich selbst zu kümmern, dafür zu sorgen, dass es einem gut geht. Es ist wichtig, dass man für andere da ist. Ich bin ja Yogalehrer und spiritueller Lehrer und ich sage, uneigennütziges Dienen ist ganz besonders wichtig. Es ist wichtig, in der Berufswahl zu überlegen: "Wie kann ich meine Talente zum größtmöglichen Guten einsetzen?" Es ist wichtig, zu überlegen: "Wie kann ich eine positive Kraft im Leben anderer Menschen sein?" Es ist wichtig, zu schauen: "Wo kann ich mich engagieren für andere?" Es ist wichtig, immer wieder zu überlegen, wie man mit den Menschen, mit denen man zu tun hat, so sprechen kann, so sich gegenüber ihnen verhalten kann, dass es für sie gut und positiv ist.

Um aber gut für andere da sein zu können, musst du dich auch um dich selbst kümmern, du musst dafür sorgen, dass es dir auch gut geht. Du kannst nur das geben, was du hast. Natürlich, eine gute Weise wäre, du öffnest dich und lässt es durch dich fließen. Gottesliebe, Gottvertrauen hilft, dass du dich verbindest mit dieser Kraft. Und du kannst dir bewusst sein, überall ist Energie und diese Energie wird auch durch dich hindurch fließen. Also, diese Öffnung ist wichtig. Und manchmal, wenn du selbst nicht mehr weiter kannst, dann kannst du sagen: "Oh Gott, jetzt wirke du durch mich."

Aber in vielen Fällen muss sich Eigenliebe auch manifestieren, indem du dich gesund ernährst, dass du irgendwo einen Raum hast, wo du dich wohlfühlst, dass du es dir so ein bisschen schön machst, dass du dir Freizeit nimmst, dass du an die frische Luft gehst, dass du dir die kleinen Dinge genehmigst und diese auch genießt, die dir das Leben so gibt und die du brauchst. Also, Eigenliebe heißt, du kümmerst dich auch um dich selbst, und indem du dich um dich selbst kümmerst, kannst du auch anschließend Gutes bewirken für andere. Und wenn du dich um dich selbst kümmerst, um Gutes zu bewirken für andere, dann ist das eine positive Eigenliebe.

Wenn Eigenliebe heißen würde, du kümmerst dich nur um dich selbst und du findest dich besser als andere, dann ist es so eine Art narzisstische Liebe, Narzissmus, und das wiederum ist natürlich nicht gut. Die tiefste Form der Eigenliebe ist die Liebe zum höchsten Selbst. Im Yoga sagen wir, du bist nicht der Körper, du bist nicht die Psyche, mindestens bist du nicht beschränkt auf Körper und Psyche, du bist das unsterbliche Selbst, du bist der Atman, du bist eins mit der Weltenseele. Und du kannst diese Tiefe deiner Seele auch mit Liebe empfinden und spüren. Du kannst spüren, tief in dir, da ist diese Freude, da ist dieses Licht, da ist diese Liebe. Und in der Tiefe deiner Seele bist du eins mit Gott, du kannst dich davon berühren lassen. Und diese Art von Eigenliebe ist letztlich Gottesliebe, Schicksalsliebe, Nächstenliebe, alles zusammen. Es gibt letztlich dort keinen Unterschied zwischen ich, du und Gott und Welt.

Überlege selbst, was für dich Eigenliebe heißt. Vielleicht noch eines, es gibt manche Menschen, die lieben sich selbst gar nicht und sie haben schon irgendwo Schwierigkeiten mit dem Konzept Eigenliebe und sie schaffen sich noch zusätzliche Probleme. Erstens ärgern sie sich über andere Menschen, dann ärgern sie sich über sich selbst und dann ärgern sie sich darüber, dass sie sich über sich selbst geärgert haben, anstatt mitfühlend mit sich umzugehen. Manchmal hilft es auch, wenn du sagst: "Es ist toll, dass ich wenig Eigenliebe habe. Es ist großartig, dass ich mich selbst kritisiere. Ich habe hohe Ideale und ich will mich ändern und ich will an mir selbst arbeiten. Und das ist doch toll." Es ist auch okay, wenn du mit dir selbst schimpfst, wenn du dich dafür wertschätzt, dass du mit dir selbst schimpfst, denn dann bist du auf einer tieferen Ebene und auf der tieferen Ebene schätzt du dich dann doch, nur an deinem Charakter willst du arbeiten.

Also, verschiedene Möglichkeiten, Eigenliebe zu leben, verschiedene Möglichkeiten natürlich auch, mit dir selbst umzugehen, und verschiedene Möglichkeiten, über einen guten Umgang mit dir selbst, Kraft zu schöpfen, um Gutes zu bewirken in dieser Welt, um besser dienen zu können, helfen zu können, für andere da sein zu können, in Nächstenliebe, Engagement und Mitgefühl.

Eigenliebe als eigenverantwortliche Liebe

Manchmal findet man in der religiösen, spirituellen und psychologischen Literatur Eigenliebe negativ besetzt. Manchmal wird ein Gegensatz aufgebaut zwischen positiver Selbstliebe und negativer Eigenliebe. Manchmal wird (z.B. von Augustinus, ja sogar von Meister Eckhardt) jede Form der Selbstliebe als negativ interpretiert. Eigenliebe kann jedoch auch als eigenverantwortlich Liebe gesehen werden: Liebe ist, psychologisch gesehen, insgesamt immer auf ein Objekt, auf etwas oder jemanden gerichtet. Eigenliebe ist die Liebe, die aus eigenem Antrieb entsteht. Du kannst dich selbst lieben wie du bist, auch ohne, dass jemand anderes dich lobt. Eigenliebe heißt Selbstliebe, die unabhängig ist vom Lob und der Anerkennung der anderen. Eigenliebe heißt auch die Liebe zu dem, was dir wichtig ist im Leben - auch ohne dass andere dich darin bestätigen müssen. Eigenliebe heißt auch andere zu lieben so wie sie sind - auch ohne dass diese gleich deine Liebe erwidern müssen.

Insofern ist Eigenliebe Grundlage eines freundlichen Umgangs mit dir selbst und mit deinen Mitmenschen. Eigenliebe kann dann leicht erweitert werden in Offenheit für die Liebe anderer. Eigenliebe als Selbstliebe kann erweitert werden zu Nächstenliebe, zu Gottesliebe, zu Naturliebe etc.

Eigenliebe als Grundlage von aller Liebe im Yoga

Uneigennützige Liebe

Im folgenden Abschnitt ist Eigenliebe verstanden als Selbstliebe, als Liebe zu sich selbst in all seinen Aspekten. Liebe ist das Grundgefühl, etwas und jemanden zu mögen. Eine Grundlage jeder Form von Liebe kann die Eigenliebe sein. Die Eigenliebe hat, vom Yoga betrachtet, mehrere Aspekte:

  • Dein wahres Selbst, dein tiefstes Ich, ist eins mit dem Göttlichen. Tief in dir ist alles Gute. Hier ist Eigenliebe eins mit der Gottesliebe
  • Alles in dir ist ursprünglich sinnvoll und liebenswert. Lerne geschickt damit umzugehen
  • Du hast die richtigen Fähigkeiten für deine anstehenden Aufgaben
  • In dir schlummern noch riesige Möglichkeiten
  • Alles ist Schöpfung Gottes, auch du in deinen relativen Aspekten, mit deinen scheinbaren Schwächen und Unzulänglichkeiten

Jeder der Yoga Wege bzw. Yoga Arten hilft dir, Eigenliebe zu entwickeln und auch aus Eigenliebe allumfassende Liebe wachsen zu lassen:

Eigenliebe im Raja Yoga

Raja Yoga ist der Psychologische Yoga. Hier einige Empfehlungen aus dem Raja Yoga zur Eigenliebe:

Jede Neigung in dir, jede Emotion, ist ursprünglich sinnvoll. Auch Ängste, Wut, Selbstzweifel etc. haben ihren ursprünglichen Sinn. Es gilt, die verschiedenen Anteile in dir würdigen und steuern zu lernen. Hier ist Eigenliebe eine Form der Selbstakzeptanz als Grundlage der persönlichen Weiterentwicklung. Insbesondere Raja Yoga, der königliche Yoga, empfiehlt, dass du lernst, dich als König, als Herrscher über all deine inneren Anteile anzusehen. Ein guter König geht mit allen Bewohnern seines Königreichs liebevoll und geschickt um, sorgt dafür, dass sie alle haben, was sie brauchen, und sich gut weiterentwickeln. So kannst du dich selbst etablieren als Raja, als König. Du kannst die verschiedenen Anteile, Fähigkeiten und Neigungen, als wohlmeinende Mitarbeiter ansehen. Es gilt, diese inneren Anteile zu sehen, zu würdigen, zu lieben. Dann gilt es, dass du dich nicht abhängig machst, dich nicht beherrschen lässt von einem Aspekt, sondern eigenverantwortliche Entscheidungen triffst, und auch die inneren Anteile weiter entwickelst bzw. sich weiter entwickeln lässt. Beschränke deine Liebe aber nicht auf Eigenliebe. Nicht nur du selbst bist in all deinen Aspekten liebenswert – auch jeder andere ist es. Sowie du dir selbst in Eigenliebe gegenüberstehst, kannst du dich auch in andere hineinversetzen und sie so lieben, wie sie sind – liebevoll die verschiedenen Anteile auch im anderen sehen.

Eigenliebe im Karma Yoga

Karma Yoga ist der Yoga des geschickten Handelns, der Yoga des uneigennützigen Dienens, des verhaftungslosen Wirkens. Uneigennützigkeit scheint der Eigenliebe entgegenzustehen. Du kannst Eigenliebe auch transformieren in Uneigennützigkeit. Hier einige Aussagen aus dem Karma Yoga zur Eigenliebe:

Karma, das Schicksal, schickt dir genau die Aufgaben, für die du die richtigen Fähigkeiten hast. Wenn es jemand anderes gäbe, der besser für deine anstehenden Aufgaben wäre, dann hätte das Schicksal diese Aufgabe jemand anderem gegeben. Deine Schwächen und Stärken sind genau so, dass alle, die in einer bestimmten Situation sind, genau die richtigen Erfahrungen machen können. Hier ist Eigenliebe das Vertrauen in dich Selbst, Selbstvertrauen, Schicksalsvertrauen und Gottvertrauen. Eigenliebe ist auch hier die Grundlage der persönlichen Weiterentwicklung. Bleibe aber nicht bei der Eigenliebe stecken. Karma Yoga heißt auch, sich in andere hineinzuversetzen, Gutes für andere zu tun. Durch Eigenliebe gewinnst du Selbstvertrauen und die Kraft, all deine Fähigkeiten auch zu nutzen zum Wohl anderer.

Eigenliebe im Jnana Yoga

Jnana Yoga ist der Yoga der Erkenntnis, der Yoga der Einheit (Advaita). Aus dem Gedanken der Einheit kommen folgende Aussage zur Eigenliebe:

Vom Standpunkt von Advaita Vedanta ist alles göttlichen Ursprungs (Sarvam Khalvidam Brahman). Daher ist alles liebenswert. Eigenliebe, Nächstenliebe, Naturliebe sind alles Ausdruck der Liebe zur höheren Wirklichkeit, Brahman. Da alles Brahman ist, kann man durch die Liebe Brahman erfahren. Eigenliebe ist eine Grundlage für Atma Jnana bzw. Brahma Jnana - für die höchste Erkenntnis. Natürlich bedarf die Eigenliebe auch im Jnana Yoga der Nächstenliebe. Auch Tapas, Askese, ist wichtig. Das Nichterfüllen eigener Wünsche lässt eine oberflächliche Eigenliebe zu einer tieferen Liebe werden. Swami Sivananda sagte gerne: Diene, liebe, gib, reinige dich, meditiere, verwirkliche. Aus Eigenliebe gewinne Kraft zum Dienen und zum Geben. So kommst du zur wahren Uneigennützigkeit.

Eigenliebe im Bhakti Yoga

Bhakti Yoga ist der Yoga der Gottesliebe. Zur Eigenliebe gibt es folgende Aussagen aus diesem Yoga:

Vom Standpunkt von Bhakti Yoga ist alles eine Schöpfung Gottes. Die Welt, die Natur, der eigene Körper, die eigene Persönlichkeit, die eigenen Fähigkeiten. Wenn Gott gewollt hätte, dass man jemand anderes wäre bzw. andere Fähigkeiten hätte, dann hätte er sie einem gegeben. Hier ist Eigenliebe Ausdruck von Gottvertrauen. Auch im Bhakti Yoga solltest du nicht bei der Eigenliebe stecken bleiben. Indem du erkennst, dass das ganze Universum Schöpfung Gottes ist, verschwimmen die Grenzen zwischen Eigenliebe, Fremdliebe, Nächstenliebe, Gottesliebe. Da du nicht wirklich etwas Eigenes hast, sondern Teil der Schöpfung Gottes, löst sich Eigenliebe in allumfassender Liebe auf.

Eigenliebe und Kundalini Yoga

Die Kundalini

Kundalini Yoga ist der Yoga der Energie. Vom Standpunkt des Kundalini Yoga aus hast du ungeahnte Fähigkeiten und Möglichkeiten in dir. Die Shakti, die Kosmische Energie, ist in dir. Statt dich zu ärgern über deine Unzulänglichkeit, habe Vertrauen in deine Fähigkeiten. Eigenliebe ist hier das Vertrauen in die Göttliche Mutter in dir, die sich zu gegebener Zeit in dir auf die Weise manifestieren wird, die gut für dich, deine Mitmenschen und alle Beteiligten ist. Übe spirituelle Praktiken, aktiviere deine Lebensenergie, dein Prana. Übe posivitve Affirmationen. Bete. Die Kosmische Energie, die Kundalini, wird zu gegebener Zeit in dir erwachen und in dir und durch dich immer mehr wirken. Eigenliebe ist auch hier Gottesvertrauen, Schicksalsvertrauen und Ausdruck der Liebe zur Kosmischen Energie, zu einer höheren Intelligenz, die auch in dir wirksam ist. Kundalini Yoga wird manchmal ein Hang zu Egoismus, zur Eigenentwicklung, nachgesagt. Aber das ist nur beschränkt zutreffend. Richtig verstanden, stellt Kundalini Yoga die Energie zur Verfügung, die man zu uneigennützigem Dienen braucht. Und Eigenliebe gibt das innere Gefühl der Kraft, um zu einer Kosmischen Liebe zu wachsen.

Eigenliebe und Hatha Yoga

Hatha Yoga ist der Yoga der Körperübung. Hatha Yoga ist der einfachste und wirkungsvollste Yoga, um Eigenliebe zu entwickeln. Denn in dieser physischen Welt nimmt der Mensch zunächst mal seinen Körper wahr. Eigenliebe ist zunächst die Liebe zu seinem eigenen Körper. Gerade in der westlichen Gesellschaft haben Menschen häufig ein negatives Körperbild. Durch die Darstellung von scheinbar perfekten Körpern in Werbung, auf Zeitschriften, im Internet, im Fernsehen, sieht man, dass der eigene Körper nicht so perfekt erscheint - und das ist das Gegenteil von Eigenliebe. So meinen die meisten Menschen, dass sie zu dick, zu dünn, zu hellhäutig, zu dunkelhäutig seien, dass ihre Nase zu groß, zu klein, ihre Stirn zu hoch, zu tief, etc. seien.

Hatha Yoga Asana

Im Hatha Yoga lernt man zu entspannen, loszulassen, seinen Körper zu spüren, seinen Körper als Quelle angenehmer Empfindungen zu erfahren. Aus dieser Empfindung des Körpers kann positive Eigenliebe entstehen. In den Asanas, den Körperübungen, lernst du, deinen Körper mit seinen Muskeln, Gelenken, Organen zu spüren. Du lernst, dass Eigenliebe, Körperliebe, Grundlage ist, um Fortschritte zu machen. Ein Bekämpfen des Körpers führt dich in den Asanas nicht weiter. Im Atem, beim Pranayama, erfährst du den Rhythmus des Lebens, du erfährst das Prana, die Lebenskraft hinter allem. So bekommst du einen tiefen Respekt vor dem, was in dir ist. Aus diesem tiefen Respekt kommt eine Eigenliebe, die mit Hochachtung verbunden ist.

Du spürst die tiefe Intelligenz auch im Körper - und lernst, sie in dir wirken zu lassen. In der Tiefenentspannung lässt du alles los - dabei verschmilzt die Eigenliebe in einer allgemeinen Liebe zu allem. Manchmal wird Hatha Yogis nachgesagt, dass sie zu sehr ichbezogen sind. Vielleicht ist das tatsächlich eine Gefahr des Hatha Yoga: Menschen arbeiten so sehr an der Vervollkommnung des Körpers, dass sie darüber andere Aufgaben und ihre Mitmenschen vergessen. Diese Form der Eigenliebe ist dann recht beschränkt. Auch der Körper des Hatha Yogis ist der Veränderung und dem Tod unterworfen. So gilt es zu beachten, dass Eigenliebe zwar etwas Gutes ist, aber dass man sich nicht darauf beschränken soll. Hatha Yoga recht verstanden, gibt die Entspannung, die Energie, die Eigenliebe, die Intuition, das Selbstvertrauen für alles, was man im Leben braucht, und was es Positives in der Welt zu bewirken gilt. Recht verstandenes Hatha Yoga gibt viel Inspiration für uneigennützigen Dienst.

Mangel an Eigenliebe ist auch nichts Schlechtes

Siehe auch einen Mangel an Eigenliebe positiv. Denn es nutzt auch nichts, dir zu sagen: "Ich muss Eigenliebe haben". Dann verurteilst du dich wegen Mangel an Eigenliebe... Interpretiere auch den Mangel an Eigenliebe positiv: Mangel an Eigenliebe hilft dir, dich weiterzuentwickeln. Mangel an Eigenliebe ist ein innerer Ansporn, weiter an dir zu arbeiten. Mangel an Eigenliebe hilft dir, nicht stecken zu bleiben. Mangel an Eigenliebe ist auch eine Quelle von Demut. Wenn du also merkst, dass dir Eigenliebe fehlt, freue dich: Du hast eine gute Grundlage für spirituelle Entwicklung. Indem du auch deinen Mangel an Eigenliebe liebst, kommst du schneller zur Eigenliebe, als wenn du den Mangel bekämpfst und dich selbst niedermachst wegen Mangel an Eigenliebe. Übe Hatha Yoga und die anderen Yoga Arten bzw. Yoga Übungen - du wirst schon bald merken, wie deine Eigenliebe wächst, ohne in Egoismus auszuarten.

Eigenliebe und andere Tugenden

In diesem Yoga Wiki werden über 1000 Tugenden und geistigen Eigenschaften beschrieben. Hier einige Erläuterungen, wie man die Eigenschaft der Eigenliebe in Beziehung zu anderen Tugenden und geistigen Eigenschaften sowie in Bezug auf Laster sehen kann:

Ähnliche Eigenschaften wie Eigenliebe

Ähnliche Eigenschaften wie Eigenliebe, also Synonyme zu Eigenliebe sind z.B. Selbstliebe, Selbstwertgefühl, Selbstwert.

Ausgleichende Eigenschaften

Jede Eigenschaft, jede Tugend, die übertrieben wird, wird zu einer Untugend, zu einem Laster, einer nicht hilfreichen Eigenschaft. Eigenliebe übertrieben kann ausarten z.B. in Narzissmus, Eigensucht, Selbstverliebtheit, Egozentrik, Ichbezogenheit. Daher braucht Eigenliebe als Gegenpol die Kultivierung von Bescheidenheit, Demut, Kritikfähigkeit.

Gegenteil von Eigenliebe

Zu jeder Eigenschaft gibt es ein Gegenteil. Hier Möglichkeiten für Gegenteil von Eigenliebe, Antonym zu Eigenliebe:

Eigenliebe im Kontext von Tugendengruppen, Persönlichkeitsfaktoren und Temperamenten

Entwicklung von Eigenliebe

Eigenliebe kann man sehen als Tugend, als eine positive Eigenschaft. Vielleicht willst du ja Eigenliebe in dir stärker werden lassen. Hierzu einige Tipps:

  • Nimm dir vor, eine Woche lang diese Eigenschaft der Eigenliebe zu kultivieren. Du kannst nicht mehrere Tugenden auf einmal entwickeln. Aber es ist möglich, jede Woche eine Tugend, eine Eigenschaft, wachsen zu lassen.
  • Triff den Entschluss: "Während der nächsten Woche will ich die Tugend, die Eigenschaft, Eigenliebe kultivieren, wachsen lassen, stärker werden lassen. Ich freue mich darauf, in einer Woche ein liebenderer Mensch zu sein."
  • Nimm dir vor, jeden Tag mindestens eine Handlung auszuführen, die Eigenliebe ausdrückt. Mache jeden Tag etwas, was du sonst nicht tun würdest, was aber diese Tugend zum Ausdruck bringt
  • Wenn du morgens aufwachst, dann sage eine Affirmation, z.B.: "Ich entwickle Eigenliebe".
  • Am Tag wiederhole immer wieder eine solche Affirmation: "Ich liebe mich selbst".

Vortragsmitschnitt zu Eigenliebe - Audio zum Anhören

Hier kannst du einen Vortrag von Sukadev Bretz, Gründer von Yoga Vidya, anhören. Dieser Vortrag ist die Audio Version eines Videos zu Eigenliebe, Teil des Yoga Vidya Multimedia Lexikons der Tugenden.

Liebe ist das Gesetz des Lebens

Bhakti Yoga - Yoga der Hingabe und Liebe

Siehe auch

Eigenschaften im Alphabet vor Eigenliebe

Eigenschaften im Alphabet nach Eigenliebe

Literatur

  • Christian Feldmann, Die Liebe bleibt: Das Leben der Mutter Teresa (2007)
  • Stephan Hachtmann, Berührt vom Klang der Liebe: Wege zum Herzensgebet (2012)
  • Thich Nhat Hanh, Jesus und Buddha - Ein Dialog der Liebe (2010)
  • Margarethe Randow-Tesch u.a., Ein Kurs in Wundern: Textbuch, Übungsbuch und Handbuch für Lehrer (2012)
  • Albert Schweitzer, Aus meinem Leben und Denken (2011)
  • Petra und Erwin Würth, Zur Liebe befreit: Szenen aus dem Leben des Franziskus von Assisi (2011)

Weblinks

Seminare

Liebe

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