Emotionalität

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Emotionalität ist alles, was mit Emotionen, also intensiven Gefühlen, zu tun hat. Emotionalität, Gefühlsreichtum, gehört zum Menschen, bewegt ihn: e-motio ist vom Lateinischen Bewegung (motio) aus sich heraus (e-). Emotionalität kann auch einen abfälligen Beigeschmack haben:

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Emotionalität kann die Bedeutung Gefühlsduselei und übertriebene Emotionen haben. Es gibt Menschen von hoher Emotionalität – diese haben intensive Gefühle, können andere schnell begeistern – und nerven. Vom Yoga Standpunkt aus ist Emotionalität zunächst etwas Gutes – es bewegt, bringt Energien in Schwung. Man kann aber auch lernen, sich nicht von seiner Emotionalität beherrschen zu lassen.

Emotionalität - eine Tugend. Was ist Emotionalität? Woher stammt dieser Begriff? Wozu ist Emotionalität gut? Was sind Begriffe mit ähnlicher Bedeutung, was Begriffe mit entgegengesetzter Bedeutung zu Emotionalität?

Emotionalität als hilfreiche Tugend

Aus einem Vortrag von Sukadev Bretz

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Emotionalität und Spiritualität, eine interessante Frage. Inwieweit sollte man Emotionalität üben, inwieweit sollte man seine Emotionen unter Kontrolle bringen? Da gibt es unterschiedliche Aussagen in den Schriften und unterschiedliche Meister und Meisterinnen leben es auch unterschiedlich vor.

Emotionalität ist zunächst mal auch etwas Schönes, Menschen, die emotionale sind, die sind belebt, die strahlen etwas aus, die können sich über etwas freuen und sagen, "toll und großartig". Die können einem leben und sagen: "Wow, was hast du hier wieder gemacht." Die können aber auch sich ärgern und schimpfen: "Furchtbar, grässlich, wie kann man das nur tun?"

Sie können Ängstlichkeit haben und sowie sie irgendeinen Wunsch haben, folgen sie dem direkt und gehen dem gleich nach. Wenn sie ihn nicht kriegen können, werden sie ungeduldig und schimpfen. Große Emotionalität. Manche Menschen haben eine große Emotionalität und mit der Kraft ihrer Emotionalität können sie auch die Stimmung anderer sehr stark prägen. Ist diese Emotionalität gut oder auch nicht gut?

Zunächst mal können wir sagen, sie ist, ob es jetzt gut oder schlecht ist, ist jetzt immer eine Urteilsfrage. Ist sie immer zielführend? Da kann man sagen, eigentlich nicht immer, reine Emotionalität leben ja Tiere aus. Wenn einem Tier was nicht passt, dann schimpft es, bellt vielleicht auf eine gewisse Weise, wenn einem Tier etwas gut gefällt, dann zeigt es das auch usw.

Also, es kann sicherlich nicht Sinn des Menschen sein, wieder so zu werden wie ein Tier, das einfach seiner Emotionalität folgt. Andererseits, ist es gut, alle Emotionen zu beherrschen? Muss man alle Emotionen beherrschen? Nein, muss man nicht, unterschiedliche Menschen sind unterschiedlich.

Und es gibt schon von Natur aus emotionalere Menschen und weniger emotionale Menschen. Und dann wiederum die Erziehung kann Menschen in ihrer Emotionalität stärken oder auch in ihrer Emotionalität besänftigen. Also, es gibt eine genetische Prädisposition, vielleicht von früheren Leben auch, und es gibt eine Erziehung, die auch eine gewisse Wirkung dort hat.

Und dann gibt es als drittes verschiedene Ereignisse im Leben, die Menschen darin bestätigt haben, ihrer Emotionalität freien Lauf zu lassen oder sie lieber etwas besser zu beherrschen. Was ich gerne sage, ist, du bist weder die Psyche, noch bist du der Körper, du bist nicht deine Emotionen. Aber Emotionen sind Informationen verbunden mit Energie.

Manchmal sind diese Informationen gut, du kannst ihnen folgen, manchmal musst du sie auch beherrschen. Z.B. angenommen, du hast eine große Freude bei etwas, da ist vielleicht die Information, da ist etwas, was irgendwie schön ist, was gut ist, was du machen kannst. Und dann kannst du kurz innehalten: "Ist das tatsächlich etwas, was hilfreich ist?" Und dann kannst du es tun.

Manchmal gibt es aber auch umgekehrt die Aussage: "Mag ich nicht, langweilig, doof." Dann kannst du auch überlegen: "Ist das eine gute Information oder auch nicht?" Du kannst dann auch deine Emotionen umprogrammieren oder umschalten, programmieren, da habe ich ein zwiespältiges Verhältnis zu diesem Wort, wenn es um die Psyche geht. Aber du kannst dann sagen:

"Liebe Psyche, du magst es nicht, ist ok, ich mache es trotzdem." Eine Möglichkeit. Die zweite ist, du sagst einfach: "Ich freue mich darauf, das und das zu tun." Dann sagt dein Unterbewusstsein: "Quatsch, ich mag es nicht." Dann sagst du: "Ich freue mich darauf, das zu tun." Sagt eine Stimme: "Scheinheiliger." Du sagst nochmal: "Aus der Tiefe meines Wesens kommt jetzt alle Freude, um das zu tun." Und du sagst es nochmal und visualisierst es und dann geht es auch.

Du kannst deine Emotionalität eben auch beeinflussen. Die Emotionalität, du bist ihr nicht ausgeliefert, du kannst mit Visualisierung, Affirmation und Selbsthypnose deine Emotionen auch nutzen. Genauso auch, wenn in deiner Emotionalität plötzlich Wut auftaucht, kannst du auch sagen: "Aha, da habe ich irgendetwas gesehen, was der andere tut, was nicht richtig ist." Bevor du jetzt aber schimpfst oder mit Steinen wirfst oder irgendwie wutentbrannt wegläufst, kannst du einen Moment innehalten.

Zum einen kannst du überlegen: "Stimmt das überhaupt, was ich jetzt emotional wahrgenommen habe?" Vielleicht bezieht es sich gar nicht auf dich, vielleicht hat er es ja wohlwollend gemeint, aber du hast das emotional anders wahrgenommen. Und du kannst noch einen weiteren Schritt machen, dann kannst du auch überlegen: "Vom Standpunkt meines übergeordneten Ziels, vom Standpunkt meines Anliegens oder unserer gemeinsamen Anliegen, was wäre jetzt eine gute Vorgehensweise?"

Du siehst, ich bin schon ein Befürworter, dass man die Emotionalität durch den Filter der Buddhi etwas in Zaum hält. Nicht umsonst heißt es: "Du bist das unsterbliche Selbst, die Buddhi, letztlich die Vernunft, die bewusste Entscheidung, sollte die Führungsinstanz sein." Die Emotionen sind Fähigkeiten, sind Informationen und sind Kräfte, aber sie sind so etwas wie deine Mitarbeiter, teil deines Teams.

Es ist gut, dass du die Emotionen hast und relativ häufig kannst du sie auch irgendwo nutzen und vorpreschen lassen und dich belebt machen lassen und manchmal musst du sagen: "Nein, so nicht." Und dann ist natürlich die Frage, wie gehst du dann mit Emotionen um? Das ist ein anderes Thema. Du kannst jetzt selbst nochmal kurz überlegen, hast du eine hohe Emotionalität, niedrige Emotionalität, hast du einen Weg gefunden, mit deinen Emotionen gut umzugehen?

Hast du herausgefunden, wie du die Kraft und die Intelligenz deiner Emotionen nutzen kannst, aber ihnen nicht hilflos ausgeliefert bist? Vielleicht bist du auch jemand mit wenig Emotionalität, dann kannst du auch überlegen oder dir bewusst machen, das hat auch seine Vorteile und ist auch gut. Aber vielleicht brauchst du etwas mehr Lebendigkeit, vielleicht solltest du die eine oder andere Emotion auch durchaus wieder dich beflügeln lassen.

Im Umgang mit anderen, sei dir bewusst, Menschen, die nicht so emotional sind, sondern bedächtig, die sind deshalb nicht hartherzig, die haben ein anderes Temperament oder haben bewusst das Steuern ihrer Emotionen trainiert oder haben gelernt, sich nicht davon beherrschen zu lassen. Spiritualität muss nicht so sein, aber sie kann so sein.

Oder angenommen, du bist jemand, der bedächtig ist, niedrige Emotionalität hast, dann sei nicht vorschnell, Menschen, die etwas emotionaler sind, gleich zu verurteilen. Menschen mit hoher Emotionalität machen das Leben kunterbunter und das hat auch seine Vorteile. Überlege darüber, denke darüber nach, bei dir selbst und bezüglich anderer.

Emotionalität - Antonyme und Synonyme

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Persönlichkeitsmerkmale und Tugenden versteht man am besten in ihrer Beziehung zueinander. Hier einige Hinweise, wie man Emotionalität in Beziehung zu anderen Fähigkeiten und Verhaltensweisen sowie in Bezug auf Laster sehen kann:

Ähnliche Eigenschaften wie Emotionalität - Synonyme

Ähnliche Eigenschaften wie Emotionalität, also Synonyme zu Emotionalität sind z.B. Bewegtheit, Ergriffenheit, Rührseligkeit, Sentimentalität, Erregung, Rührung.

Ausgleichende Eigenschaften

Jede Eigenschaft, jede Tugend, die übertrieben wird, wird zu einer Untugend, zu einem Laster, einer nicht hilfreichen Eigenschaft. Emotionalität übertrieben kann ausarten z.B. in Gefühlsduselei, Gefühlschaos, Schwelgen in Emotionen. Daher braucht Emotionalität als Gegenpol die Kultivierung von Rationalität, Realitätssinn, klares Denken.

Gegenteil von Emotionalität - Antonyme

Zu jeder Eigenschaft gibt es ein Gegenteil. Hier Möglichkeiten für Gegenteil von Emotionalität, Antonyme zu Emotionalität :

Emotionalität Antonyme auf einen Blick

Antonyme Emotionalität sind Rationalität, Realitätssinn, klares Denken, Gefühlskälte, ohne Mitgefühl, Gefühllosigkeit.

Emotionalität und die großen Temperamentgruppen

Siehe auch

Eigenschaften im Alphabet vor Emotionalität

Eigenschaften im Alphabet nach Emotionalität

Literatur

Weblinks

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