Selbstverliebtheit

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Selbstverliebtheit ist die übersteigerte Liebe (Ichbezogenheit) zu sich selbst. Wer sich selbst toll findet, wer ständig in den Spiegel schaut und sein Aussehen bewundert, wer seine Fähigkeiten großartig findet, der hat Selbstverliebtheit. Diese Art der Selbstverliebtheit führt aber in die Isolation. Der Mensch ist ein Zoon Politikon, ein geselliges Wesen. Der Mensch braucht den Austausch mit anderen. Liebe und Hingabe an andere und an eine gute Sache sind das, was Menschsein besonders macht.

Liebe ist die Sehnsucht aller, auch bei Selbstverliebtheit

Ein gewisser Grad an Selbstverliebtheit muss nicht falsch sein. Gerade Menschen, die auf der Bühne stehen, profitieren von einer gewissen Selbstverliebtheit. Selbstverliebtheit führt oft zu Selbstliebe und Selbstvertrauen - das wiederum gibt Menschen oft eine starke Ausstrahlung. Manchmal ist die Selbstverliebtheit aber auch nur vorgetäuscht. Manche Menschen sind zu schüchtern um auf andere zuzugehen. Sie kompensieren die Unfähigkeit der Beziehung mit einer Art von Selbstverliebtheit. Manchmal ist Selbstverliebtheit auch nur gespielt, z.B. manche Menschen mögen sich und ihr Aussehen gar nicht - und beschäftigen sich deshalb so viel mit sich selbst. Selbstverliebtheit ist eine Form von Narzissmus. Wenn Selbstverliebtheit beziehungsunfähig macht und unglücklich macht, dann kann eine Psychotherapie hilfreich sein.

Umgang mit Selbstverliebtheit anderer

Sukadev in einem Kurzvortrag 2015

Vielleicht hast du das Gefühl, dass ein anderer Mensch ganz selbstverliebt ist. Manche fotografieren sich ständig und versenden ihre Fotos. Er/Sie betrachtet sich im Spiegel und spricht davon wie großartig man selbst ist. Man hat eine tolle Internetseite über sich. Das kann aber muß dich nicht ärgern. Es gibt Menschen die im Rampenlicht der Öffentlichkeit stehen wollen und dies können Sie auch für eine gute Sache machen. Es ist immer die Frage was machen Menschen aus sich? Man muss es auch nicht als Selbstverliebtheit bezeichnen, manche Menschen wollen einfach nur viel bewirken.

Eine Strategie ist, mit dem Körper und mit der Psyche viel zu bewirken bzw. zu beindrucken. "Tue Gutes und rede darüber" um auf sich aufmerksam zu machen. Also sei vorsichtig, bevor du andere als selbstverliebt bezeichnest. Vielleicht sind sie gar nicht so selbstverliebt, sondern sie pflegen nur ein gewisses Selbstmarketing. Nicht nur aus egoistischen Gründen, sondern weil sie sich für eine gute Sache einsetzen. Es gibt noch viel mehr zum Thema Selbstverliebtheit zu sagen, dies soll nur ein Aspekt sein. Verurteile Menschen nicht für ihre scheinbare Selbstverliebtheit. Respektiere sie viel mehr dafür, dass sie bereit sind sich in die Öffentlichkeit zu begeben, um dann letztendlich verletzbar zu sein aber auch um Gutes zu bewirken.

Selbstverliebtheit und Spiritualität

Eine Ausgabe des "Liebe" Podcast und des Persönlichkeitslexikon von www.yoga-vidya.de.

Selbstverliebtheit ist ein Wort, das keine sehr positive Bedeutung hat. Es ist ein anderer Ausdruck für Narzissmus. Narzissmus gilt ja als eine psychische Störung. Man denkt nur an sich, mag nur sich und findet sich selbst großartig.

Als spiritueller Mensch wirst du natürlich nicht Selbstverliebtheit für gut finden. Du findest, dass es besser ist, Gott und die Menschen zu lieben. Es ist besonders gut, dich als Instrument zu fühlen hinter allem. Dich so anzunehmen, wie du bist. Im Bewusstsein, du bist nicht letztlich die Persönlichkeit und der Körper. Körper und Psyche sind so, wie du sie brauchst, um das zu tun, was in dieser Welt zu tun ist. Gleichzeitig sind Körper und Psyche die Instrumente, mit denen du deine Aufgaben erfüllst und die richtigen Erfahrungen machst, um zu lernen. Du bist nicht der Körper, du bist nicht die Psyche. Du hast deinen Körper und du hast deine Psyche. Du machst Erfahrungen durch Körper und Psyche und wirkst durch Körper und Psyche. Ich sage das immer wieder, aber es ist so wichtig.

Körper und Psyche haben ihre Grenzen. Du kannst dankbar dafür sein, egal ob dein Körper jetzt eher einer ist mit langsamen Metabolismus und deshalb eher zu Fettansatz neigt oder mit schnellem und du deshalb dünner bist. Egal, ob du jemand bist, der zu Falten neigt oder glatte Haut hat. Egal, ob du symmetrische oder asymmetrische Gesichtszüge hast. Du hast den Körper, den du brauchst. Du musst deshalb nicht Selbst-verliebt sein, aber eine gewisse Dankbarkeit für diesen großen Körper ist gut. Eine Wertschätzung für den Körper ist gut, ein pflegliches Verhalten für den Körper ist wichtig. Krishna sagt in der Bhagavad Gita, dass Gott im Körper wohnt. Wenn du dich um den Körper kümmerst, tue auch das als Dienst an Gott. Das ist dann keine Selbstverliebtheit, sonder Dienst an Gott.

Genauso auch deine Psyche. Du bist auch nicht deine Psyche. Du bist das unsterbliche Selbst. Du hast eine Psyche und mit ihr machst du Erfahrungen und kannst auch Dinge bewirken. Du spielst eine Rolle, strahlst etwas aus, tust etwas. Die Psyche motiviert und so weiter. Daher: "Diene, Liebe, Gib.". Und du dienst, liebst und gibst mit Körper und Psyche. Genau wie an deinem Körper, kannst du auch an deiner Psyche arbeiten. Du kannst Gedächtnis, Willenskraft, Durchsetzungsvermögen, Achtsamkeit, Aufmerksamkeit, Mitgefühl, Einfühlungsvermögen, usw. entwickeln. Ich gebe ja momentan tausende von Vorträge für die Entwicklung von Tugenden und Überwindung von Untugenden. All das ist gut. Aber tue das nicht als Selbstverliebtheit, dass du dich selbst vervollkommnen willst, sondern als Dienst an Gott. Körper und Psyche kannst du für Dienst an Gott nutzen und so ist es gut, diese auch zu entwickeln.

Gott hat aber nicht nur diese Psyche und diesen Körper als Diener, Gott wirkt durch so viele andere Körper und Psyche. Daher: Wertschätze deinen Körper, deine Psyche. Kultiviere deinen Körper, deine Psyche. Aber sei dir bewusst: Gott wirkt durch so viele andere Körper und Psychen.

So ist es keine Selbstverliebtheit, wenn du dich gesund ernährst und deine Psyche sich entwickeln lässt, sondern uneigennütziges Dienen. Wie man so schön sagt: Wenn du sägen willst, musst du die Säge immer wieder schärfen. Und so ähnlich auch: Wenn du uneigennützigen Dienst tun willst, musst du dich auch um Körper und Psyche kümmern.

Auf einer höheren Ebene ist Selbstverliebtheit natürlich etwas positves, wenn sie eine Liebe ist, zum höheren Selbst. Eine Liebe und Erkenntnis von der wahren Natur aller Erscheinungen. Letztlich bist du eins mit dem Universellen, dem Kosmischen, der Weltenseele und mit Gott selbst. Dieses höchste Selbst ist in allen Wesen, in dem gesamten Universum. Dieses höchste Selbst ist Gott. Im höchsten Sinne ist Selbstverliebtheit die Liebe zu Gott, nicht die Verliebtheit in den eigenen Körper, nicht die Verliebtheit in die eigene Psyche, sondern Liebe zum Selbst hinter allen Wesen.

Selbstverliebtheit in Beziehung zu anderen Persönlichkeitsmerkmalen

Selbstverliebtheit gehört zur Gruppe der Persönlichkeitsmerkmale, Schattenseiten, Laster und Tugenden. Um dieses Charaktermerkmal besser zu verstehen, wollen wir es in Beziehung setzen mit anderen:

Synonyme Selbstverliebtheit - ähnliche Eigenschaften

Synonyme Selbstverliebtheit sind zum Beispiel Egozentriertheit, Selbstliebe .

Man kann die Synonyme in zwei Gruppen einteilen, solche mit positiver Konnotation und solche mit negativer Konnotation:

Synonyme mit negativer Konnotation

Synonyme, die gemeinhin als negativ gedeutet werden, sind zum Beispiel

Synonyme mit positiver Konnotation

Synonyme mit positiver Konnation können helfen, eine scheinbare Schattenseite auch positiv zu sehen. Synonyme mit positiver Konnotation sind zum Beispiel

Antonyme Selbstverliebtheit - Gegenteile

Antonyme sind Gegenteile. Antonyme, also Gegenteile, von Selbstverliebtheit sind zum Beispiel Selbstkritik, Selbstverachtung, Selbstablehnung, Selbstverneinung . Man kann auch die Antonyme, die Gegenteile, einteilen in solche mit positiver Konnotation und solche mit negativer Konnotation.

Antonyme mit positiver Konnotation

Antonyme, also Gegenteile, zu einem Laster, einer Schattenseite, einer negativen Persönlichkeitseigenschaft, werden gemeinhin als Gegenpol interpretiert. Diese kann man kultivieren, um das Laster, die Schattenseite zu überwinden. Hier also einige Gegenpole zu Selbstverliebtheit, die eine positive Konnotation haben:

Antonyme mit negativer Konnotation

Nicht immer ist das Gegenteil einer Schattenseite, eines Lasters, gleich positiv. Hier einige Beispiele von Antonymen zu Selbstverliebtheit, die aber auch nicht als so vorteilhaft angesehen werden:

Eigenschaften im Alphabet davor oder danach

Hier einige Eigenschaften, die im Alphabet vor oder nach Selbstverliebtheit stehen:

Eigenschaftsgruppe

Selbstverliebtheit kann gezählt werden zu folgenden beiden Eigenschaftsgruppen:

Verwandte Wörter

Verwandte Wörter zu Selbstverliebtheit sind zum Beispiel das Adjektiv selbstverliebt , sowie das Substantiv Selbstverliebter.

Wer Selbstverliebtheit hat, der ist selbstverliebt beziehungsweise ein Selbstverliebter.

siehe auch

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