Hari Om

Aus Yogawiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Hari Om: Indische Grußformel, die besonders in Ashrams gebraucht wird. Lose übersetzt: "Ich grüße das Göttliche in dir. Ich wende mich mit Liebe an dich." Im Hari Om sind Nähe und Ehrerbietung, Liebe und Verbindung. Hari ist ein Beiname von Vishnu und heißt: "derjenige, der die Herzen aller zu sich zieht." Om ist der Kosmische Klang und steht für das Göttliche überall. Hari steht damit für Liebe, Herzensnähe und Verbindung. Om steht für Aufgehobensein im Kosmischen Ganzen. Wer sich mit Hari Om grüßt, drückt damit aus: Mögen unsere Herzen miteinander verbunden sein. Mögen wir uns in Liebe begegnen. Mögen wir bewusst sein, dass wir Teil eines kosmischen Ganzen sind. Mögen wir gemeinsam etwas beitragen zum Kosmischen Ganzen. Devanagari Schreibweise हरी ओ. Hari Om ist auch ein Mantra, welches für Meditation und Kirtan, Mantra-Singen, verwendet wird. Hariom bzw. Hari Om ist auch als spiritueller Name gebräuchlich.

Hari Om als Grußformel

Hari Om Gruß

In Ashrams der Shankaracharya Tradition ist die Grußformel Hari Om sehr gebräuchlich. Sie verbindet die Vedanta Tradition mit Bhakti Yoga:

  • OM kommt aus der Vedanta Tradition und steht für die Kosmische Einheit. Indem man sich mit Om grüßt, ist man sich bewusst, dass beide letztlich eins sind. Das Selbst von beiden, die sich grüßen, sind eins. Und die ganze Welt, in der man sich befindet, ist ein Kosmisches Ganzes
  • Hari kommt aus der Bhakti Tradition, insbesondere aus dem Vaishnavismus. Hari ist ein Beiname von Vishnu und auch von Krishna. Hari steht für einen persönlichen Gottesbezug. Indem man Hari in die Grußformel mit einschließt, drückt man aus: Möge Gottes Segen auf unserer Verbindung sein. Mögen wir alles Gott widmen. Gott wohnt in deinem Herzen. Er begegnet mir in dir

Typischerweise wird Hari Om als Grußformel verbunden mit der Namaste Handhaltung, auch Anjali Mudra genannt. Dabei werden die Handinnenflächen verbunden und die Hände vor die Brust gehalten und der Kopf leicht geneigt. Dies bedeutet: Mögen wir uns verbinden wie die beiden Hände, mögen wir uns vom Herzen her in Liebe verbinden, in gegenseitigem Respekt und Ehrerbietung.

Ashrams, in denen Hari Om als Gruß in Gebrauch ist, sind z.B.

Kennst du andere Ashrams, in denen Hari Om als Grußformel in Gebrauch ist? Ergänze das doch bitte hier!

Hari Om als Mantra für die Meditation

Hari Om kann auch als Mantra für die Meditation verwendet werden:

  • Sitze ruhig und gerade. Wirbelsäule aufgerichtet, Schultern und Nacken entspannt, Augen entspannt
  • Atme 8-10 Mal tief ein und aus. Spüre dabei, wie du mit jeder Einatmung neue Energie einatmest und mit jeder Ausatmung entspannst
  • Lasse dann den Atem sanft fließen
  • Wiederhole beim Einatmen geistig "Hari Om", wiederhole beim Ausatmen "Hari Om"
  • Stelle dir dabei vor, dass du mit Hari Om das Göttliche in dir anrufst sowie das Göttliche überall
  • Wenn andere Gedanken kommen, als Worte, als Bilder, als Gefühle, richte das Mantra "Hari Om" als Grußformel an das Objekt deiner Worte, Bilder und Gefühle. Grüße mit Hari Om das Göttliche in dem, woran du denkst oder was du bemerkst
  • Wird dein Geist ruhig, dann lasse das Mantra Hari Om wegfallen und spüre einfach Stille und Frieden

Du kannst so 3-40 Minuten üben.

Hari Om als Kirtan

Kirtan heißt Mantra-Singen. Es gibt viele wunderschöne Kirtans, in denen Hari Om vorkommt. Da Hari Om eine Grußformel ist, wird hinter Hari Om oft der Guru, der Meister, genannt, oder ein Aspekt Gottes. Hier ein paar Beispiele von Hari Om Videos:

Hier Texte von Kirtans, die Hari Om enthalten:

Nārāyana Hari Om

Satya Nārāyana Hari Om

Govinda Krishna Hari Om

Gopāla Krishna Hari Om


Hari Om Sivananda

Hari Om Sivananda

Hari Hari Om Hari Hari Om

Hari Om als spiritueller Name

Hari Om wird auch als spiritueller Name verwendet, z.T. auch in der Schreibweise Hariom . Gar nicht mal selten ist der Swami-Name Hariomananda. Wenn man dann jemanden namens Hari Om grüßt, sagt man Hari Om zwei Mal - was dann manchmal ganz lustig klingt...

Hari Om als spiritueller Name kann Aspiranten gegeben werden, welche ein Vishnu-Mantra oder Krishna-Mantra haben. Wer diesen Namen hat, kann es als seine Aufgabe ansehen, Liebe zu verbreiten und sich eins mit allem zu fühlen. Und er kann sich bewusst sein, dass Gott ihn mit Liebe zu sich zieht, zu sich ruft. Mit diesem Namen kann man immer stärker die göttliche Liebe und Freude wahrnehmen - in sich selbst, im Kosmos, in jeder Gestalt und jedem Ereignis.

Hari Om und Hari Om Tat Sat

In der Bhagavad Gita, am Ende des 17. Kapitels, spricht Krishna über Om Tat Sat als wichtiger Ausspruch, den man insbesondere am Ende von Handlungen und spirituellen Praktiken nutzen kann. Da Om gerne mit Hari ergänzt wird, wird heutzutage häufiger gesagt Hari Om Tat Sat statt nur Om Tat Sat. Hari Om Tat Sat wird gerne am Ende eines Vortrags, einer Abhandlung, eines spirituellen Gesprächs, einer spirituellen Beratung, eines Workshops verwendet.

Siehe auch

Weblinks