Ghrina

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1. Ghrina (Sanskrit: घृण ghṛṇa m.) Hitze, Glut, Sonnenschein.


2. Ghrina (Sanskrit: घृणा ghṛṇā f.) ein warmes Mitgefühl für andere, Mitleid; mitleidiges Herabsehen, Verachtung, Geringschätzung; Abscheu, Grauen, Ekel; eine Gurkenart.

Ghrina gehört zu den Grundemotionen des Menschen. Sukadev erläutert im nachfolgenden Video kurz die Bedeutung des Wortes Ghrina. Ghrina, auch Abscheu, ist manchmal hilfreich, um Ungesundes zu vermeiden. Ghrina, Ekel, kann dich aber auch davon abhalten, Notwendiges zu tun und allumfassende Liebe zu entwickeln. So kann Ghrina einerseits etwas Gutes sein, andererseits solltest du aber auch lernen, dich nicht von Ghrina beherrschen zu lassen. Seminare darüber, wie du mit deinen Emotionen geschickter umgehen kannst, findest du unter https://www.yoga-vidya.de/seminar.

Sukadev über Ghrina

Niederschrift eines Vortragsvideos von Sukadev über Ghrina

Ghrina – Ekel, Widerwille, Verachten. Heute geht es um einen Ausdruck, der nicht so schön ist, Ghrina. Ghrina heißt Widerwille, Ekel und Verhaftung bzw. Verachtung. Ghrina, dazu gibt es zwei Aspekte vom Standpunkt des spirituellen Weges. Der erste ist, es gilt, Ghrina auf eine solche Weise zu entwickeln, dass man das Sattvige gut findet und dass das Tamasige einen anekelt. Also z.B. angenommen, du hast noch nie eine Zigarette geraucht und wenn dir jemand eine Zigarette anbietet und du auch nur in ihre Nähe kommst, dann bekommst du einen Ekel davor. Und das ist etwas Gutes, das ist ein sinnvoller Schutzmechanismus. Und du kannst auch darauf vertrauen.

Angenommen, du rauchst noch und hörst mit dem Rauchen auf, nach einigen Monaten, wo du vielleicht noch Gelüste hast, wirst du dazu kommen, dass dich schon der Anblick einer Zigarette anekelt. Es mag zwischendurch auch mal kurze Gelüste geben, aber insgesamt geht das doch relativ schnell. Oder angenommen, du bist es gewohnt, Fleisch zu essen, wenn du dann aufhörst, Fleisch zu essen, wird dich nach einer Weile Fleisch anekeln. Du wirst dich sogar unwohl fühlen, wenn andere Fleisch essen. Du spürst irgendwo, das sind verbrannte Leichenteile oder Tiere werden umgebracht, ihr Fleisch wird genommen und wird anschließend geröstet, das ist nichts Appetitliches, im Gegenteil. Das macht es manchmal für überzeugte Vegetarier etwas schwierig im Umgang mit anderen. Aber da gilt es dann auch, im Umgang mit anderen diesen Ekel zu überwinden, darüber will ich gleich sprechen.

Angenommen, du hast ein, zwei, drei Jahre vegan gelebt, dann fühlst du auch Abscheu, wenn dir jemand ein Glas Milch anbietet, und zwar nicht mehr rein intellektuell aus Gründen des Tierschutzes. Das wäre ungefähr so, als würde dir jemand Muttermilch von einer Mutter anbieten. Du wüsstest, da ist einer Frau Milch abgezapft worden und man bietet dir das an: „Trink doch mal!“ Die meisten Menschen haben davor einen natürlichen Ekel.

Und so ähnlich auch hat man einen natürlichen Ekel vor der Milch einer anderen Tierart. So kann Ekel auch einmal positiv sein. Auf einer höheren Ebene ist es natürlich wichtig, Ekel auch zu überwinden. Aber auf einer relativen Ebene kann man Ekel auch durchaus positiv sehen. Der Ausdruck einer sattvigen Lebensweise ist manchmal, dass einen das Tamasige anekelt. Das sollte einen nicht hochmütig machen und man muss auch aufpassen, denn die Trennungslinie zwischen einer sattvigen, natürlichen Lebensart, die einem gut liegt, und einem Hochmut und Dünkel, fließend ist. Denn natürlich, vom höheren Standpunkt aus ist alles göttlich. Vom höheren Standpunkt aus gibt es weder etwas Großartiges noch etwas nicht Großartiges, es gibt nicht gut und es gibt nicht schlecht, sondern es gibt nur Manifestationen des Göttlichen. In diesem Sinne ist es zwar durchaus hilfreich, seinen Ghrina etwas zu entwickeln für ethisches Verhalten im Alltag und zur Etablierung sattvigen Verhaltens, aber es ist auch wichtig, zu erkennen: „Sarvam Kalvidam Brahman, hinter allem ist Brahman.“ Und letztlich ist alles das Werk Gottes. Soweit für heute, Ghrina – Ekel, Widerwille, Abscheu.

Siehe auch

Literatur

Seminare

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Dr. phil. Oliver Hahn,