Menschheit

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Menschheit bezieht sich auf die menschliche Spezie und die gesamte Weltbevölkerung. Menschheit beschreibt die menschliche Verfassung, die Gesamtheit aller Erfahrungen der menschlichen Existenz. Menschheit bezieht sich auch auf die menschliche Natur, das heißt psychologische Eigenschaften, die Mitglieder der menschlichen Spezie gemeinsam haben.

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Swami Krishnanada über Gott und Menschheit

Dieser Beitrag basiert auf dem Buch "Gott und Menschheit", gesammelt von Swami Hamsananda

Das Verhältnis der Menschen zur Gesellschaft und Gottes Existenz wird hier in einen wissenschaftlichen Zusammenhang gebracht und mit zeitlosen Weisheiten verknüpft.

Die Menschheit in Beziehung zu Gott und der Wissenschaft

Die Menschheit inmitten einer Gottesexistenz zu sehen erfordert eine unpersönliche Definition Gottes. Denn es ist notwendig Ihn ohne irgendeine Einschränkung zu sehen. Von Gott müssen alle Zustände abgedeckt sein, unabhängig davon ob sie offenbart sind. Für Gott gibt es weder etwas Verdecktes noch gibt es für ihn etwas Äußeres. Aus diesem Grund kann es keine nennenswerte Wirklichkeit außerhalb seiner Existenz geben.

Zweifel über die Existenz Gottes sollten nicht berücksichtigt werden wenn wir Gott als Ursprung der Existenz in seinem unausweichlichen Zustand definieren. Die Wichtigkeit ist weder durch die moderne Wissenschaft der Physik noch der Biologie und Psychologie abzustreiten. Denn das Absolute als singuläre Wirklichkeit ist durch Theorien wie zum Beispiel die der Relativität, der Quanten, der Wellenmechanik und des Elektromagnetismus allein nicht mehr zu erklären. Zunehmende spirituelle und metaphysische Ansätze, sowohl im Osten als auch im Westen, unterstützen die Philosophie.

Die Menschheit und menschliches Dienen sind nicht göttlich

Oft werden Menschen fälschlicherweise als göttlich definiert und es wird angenommen dass menschliches Dienen Gottesdienst ist. Die falsche Annahme besteht darin, dass die konzeptionelle Beschränktheit des Menschen außer Acht gelassen oder vergessen wird, während Gott als unbeschränkt verstanden wird. Gott ist mit den Menschen in sofern nicht gleichzusetzen, dass er weder ein Individuum noch die Zusammenrechnung aller Individuen ist – das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile. Trotzdem entsteht die menschliche Identifikation mit Gott durch ein missverstandenes Resultat seiner Emotionen. Diese sind miteinander verbunden, wodurch die Menschen mühelos zusammen zu halten sind, mittels Schlagwörtern und Parolen, in denen es heißt, dass Menschen göttlich (Gott) sind. Ihm zu dienen würde man als Gottesdienst bezeichnen. Das durch diese Propaganda entstandene verzerrte Gottesbild hat sich zweifellos über viele Jahrhunderte fortgesetzt und ist für den vergesellschaftlichen Gott in den Vorstellungen der Menschen verantwortlich. Der Fortbestand dieser Proopaganda wird nicht immerwährend sein und sie ist auch kein Mittel zum Kampf, welches schließlich von Erfolg gekrönt wird, da sie ein akzeptiertes gleichförmiges Mittel einer Theorie oder eines wirklichen oder unwirklichen Ideals ist. Die Wirklichkeit hingegen erscheint völlig willkürlich, zeigt sich langsam wie eine aufgehende Blume, die in den Herzen gesegneter Menschen aufgeht. Sie nehmen etwas wahr, das nicht sichtbar ist, grenzenlos und es geht über die scheinbaren und von Natur aus vorgesehenen Barrieren der Menschen und der Welt hinaus.

Die Menschheit wird von Gott durchdrungen - das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile

Die ganze Menschheit wird von Gott durchdrungen. Selbst wenn man alle Menschen zusammenzählt kommt am Ende nicht Gott dabei hinaus, genau so wenig kann ein Einzelner Gott sein. ‚Mensch’ als Begriff steht für eine bestimmte Art der Individuen, die lediglich insgesamt als eine Einheit gesehen werden können. Psychologisch gesehen reflektiert ein Individuum über ein Anderes, aber niemals wird es das Andere sein. Denn Gott ist vollkommenes Sein. Darin besteht die nicht verbalisierte aber dennoch wahrnehmbare Differenz zwischen der Natur des Menschen und der Göttlichen. Es wird nicht möglich sein, dass die Wahrheit eine Vorlage für einen nicht eingeweihten Geist wird. Er ist nämlich darauf eingespielt in Parolen, Propaganda, Kulturen, Emotionen und Glaubensbekenntnissen zu denken. Dennoch kann niemand dem Drang nach Wirklichkeit im persönlichen Herz ausweichen. In der westlichen Philosophie wird dies manchmal auch als Nisus nach der Wirklichkeit bezeichnet. Dieser ist in jeglicher Natur vertreten. Nichts desto trotz gibt es nur wenige Seelen die sich der Anwesenheit eines im Universum vorhandenen, immer aktiven und durchdringenden Geistes bewusst sind. Folglich haben nur wenige sofort die Unmöglichkeit der Identifikation des Endlichen mit dem Unendlichen erkannt.

Die Menschheit ist durch ihre Sinnesobjekte an die Welt gebunden

Doch die meißten Menschen können nicht von Heute auf Morgen umgeschult werden, denn ihr wesentliches Problem liegt bei den Sinnesobjekten zur Einschätzung aller Werte, wobei viel mehr Nachdruck auf die wirtschaftliche und biologische Existenz gelegt wird, als auf den tieferen inneren Wert oder die Bedeutung ihrer eigenen Unabhängigkeit. Es muss noch hinzugefügt werden, dass ein Teil des Kultes des menschlichen Dienens und dessen Vergötterung eine Folge des Dranges nach Hunger, Werten, Selbstheuchelei und Macht ist, was ein vielfaches Leiden im Menschen erzeugt.

Verhaftung an Sinnesobjekte hindert die Menschheit daran ihren inneren Kern zu finden

Eine abrupte Umschulung der Mehrzahl von Menschen ist nur bedingt möglich, da sich die Hauptproblematik in der Beurteilung aller Werte durch die Sinnesobjekte befindet. Hierbei wird der wirtschaftlichen und biologischen Perspektive wesentlich mehr Beachtung geschenkt als der Betonung ihrer persönlichen Unabhängigkeit oder den mit deutlich mehr Tiefe versehenen inneren Werten. Weiterhin ist eine Erklärung der Bewegung des menschlichen Dienens und seiner Verherrlichung im menschlichem Leid zu finden, welches vielfach augrund des Bedürfnis nach Befriedigung von Hunger, Macht, Werten und Selbstheuchelei ausgelöst wird. Der Mensch wird davon beherrscht, sobald das mannigfaltige innewohnende Bedürfnis bezüglich der Unerlässlichkeiten im Leben vorherrschend sind. So wird der Mensch zum Hampelmann seiner Sinne. Aus psychologischer und psychoanalytischer Sicht gibt es durchaus Konsequenzen die aus dem menschlichen Bedürfnis und seinem Herdentrieb resultieren. Hierbei handelt es sich um eine Täuschung bezüglich der Befriedigung von bekannten Mustern durch Sex, Macht und Werten. Wenn diese Muster nicht erfüllt werden können, liegt der Grund für gegenwärtige Krisen der Menschen eher an der Oberfläche als im tiefen Kern zur Beseitigung von Drangformen an sich. Soziologische, geschichtliche und psychologische Einsichten untermauern diese These.

Der Spirituelle Sucher im Kontext der Menschheit

Im Gegensatz zur Überzahl, dem Herdentrieb unterworfenen Menschen, bildet der spirituelle Aspirant eine Sonderstellung. Er bleibt wach dadurch, dass er das Bedürfnis nach Gott verspürt. Es scheint so als ob er vom ganzen Universum, vom kleinsten Molekül bis zur allumfassenden Kreation, an seine Brust gedrückt wird, sobald das Bedürfnis nach Gott in der Seele des Aspiranten entspringt und aktiv wird. Aus der tiefsten inneren Mitte scheint diese Initialzündigung dem Bedürfnis nach Gott zu entspringen, gleich einem Feuerwerk. Von dort aus breitet es sich Schritt für Schritt und in Wellenform aus. Daraufhin kommt ein strahlender Blitz, dann eine Feuerbrunst, die mit einer maßloser ozeangleichen Überschwemmung ein Ende findet.

Für Aspiranten die Gott als etwas Immanentes und Absolutes sehen gibt es keine Frage nach Gesellschaft

Der Geist eines spirituellen Aspiranten ist nicht in Raum- Zeitdimensionen messbar. So ist es ihm im Momenten dieser göttlichen Offenbarung, in denen er gefangen ist, möglich eine Einheit jenseits von Mathematik und nichtteilbaren Existenzen wahrzunehmen. Diese kurze Offenbarung übersteigt die Welt und die gesamte Menschheit. Wahrnehmbar sind für ihn weder die Welt, noch die Menschen oder die Individuen, das heißt die diversen Endlichkeiten, sobald er von der göttlichen Flut geführt wird. Das geschieht aus dem Grund, weil alles was für den Geist eine aussagekräftige Bedeutung hat, durch die Sinne wahrgenommen wird. Diese sind der Seele des Aspiranten als mit dem zum ursprünglich Ganzen angehörigen verschmelzenden Teile präsent. Die Seelen, die Gott als eigene Instanz und uneingeschränkt betrachten, also mehr als sein essentielles Sein und durchdringlich, wird die Frage bezüglich Gesellschaft, Institution und zur Welt überflüssig und nicht mehr existent. Dies ist wahrhaftig das höchste Ideal. Es ist das universelle Ziel. So ist es keinem auf Erden möglich ein Ideal über oder auf äquivalenter Ebene zu dieser gewaltigen Fertigstellung der eigenen Schöpfung im immerwährenden Sein zu erfassen. Jegliche Zweifel und Beweise sind somit überflüssig.

Literatur