Brahmane

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Brahmane, Brahmin (Sanskrit: ब्राह्मण brāhmaṇa Brahmana m.) ist ein Brahmane, ein Priester, Angehöriger der Priester-Kaste. Brahmane ist eigentlich kein Sanskrit-Wort. Brahmin ist eine englische Schreibweise für Brahmane, die sich so durchgesetzt hat, dass auch die indischen Yogameister und auch indische Autoren von Brahmin sprechen. Wenn du also in einem englischen Buch "Brahmin" liest, dann ist damit ein Brahmane gemeint, ein Angehöriger der Brahmanen-Kaste.

Ein Brahmane führt eine Yajna (Feueropfer) durch.

Der Brahmane - der nach Brahman Strebende

Im weiteren Sinn ist Brahmin natürlich auch jede Art von Priester. Brahmana ist ja eigentlich jemand, der nach Brahman strebt und der in Brahman verankert ist. In diesem Sinne wäre Brahmana jeder spirituelle Aspirant, der nach dem Höchsten strebt und noch mehr, jeder, der das Höchste erfährt. Aber praktisch gesehen, wenn in Indien von Brahmin oder Brahmana die Rede ist, dann ist der Angehörige der Brahmanen-Kaste gemeint.

Die indische Brahmanenkaste

Die Brahmanenkaste ist eine der Priesterkasten des Landes. Im Hinduismus gibt es das Varna System, in dem die Gesellschaft in vier Varnas oder Kasten eingeteilt wird - Brahmanen, Kshatriya, Vaishya und Sudras. Die Brahmanen bilden die höchste Kaste im Varna System und gilt als die Priesterkaste im Varna System des alten Indiens. Im Hindu Varna System sind die Mitglieder der Brahmanen die geistlichen Anführer der Gesellschaft. Das strenge Kastensystem in Indien hat die Gesellschaft in vier Klassen aufgeteilt, wobei die Brahmanen die oberste Position inne haben. Sie sind verantwortlich für die Durchführung religiöser Rituale, da sie als die Gelehrten angesehen werden. Brahmanen, die Priveligierten im alten Indien, hatten üblicherweise auch immer wichtige Positionen am königlichen Hof inne und bekamen für die Durchführung von Ritualen und Zeremonien großzügige Belohnungen.

Die Einteilung dieses alten Hindu Kastensystems entwickelte sich während der Besatzungszeit. Mit der vedischen Religion im alten Indien beginnt die Geschichte der brahmanischen Gemeinschaft. In Kapitel zehn des Rig Veda entstanden die Brahmanen aus dem Mund von Purusha. Die Urquelle des Wissens sind sowohl in der orthodoxen als auch in der heterodoxen brahmanischen Tradition, die Veden. Der Name Brahman leitet sich ab von brih oder vrih, was "wachsen" bedeutet. Der Ursprung der Brahmanen liegt in der Zeit um 6000 v. Chr., die frühesten Erwähnungen stehen in den Veden. Brahmanen sind bekanntermaßen vedische Menschen. In den Veden werden sie als Menschen dargestellt, die ursprünglich aus Nordindien, Pakistan und Afghanistan kamen. Weise Menschen wie Vishwamitra, Agastya, Brihaspati, Daksha, Kashyapa, Manu, Parasara, Vashishta, Vyasa, Yamaand und einige andere kommen in den mythologischen Texten der Veden vor. Sie unterrichteten und führten ein einfaches Leben. Das Leben eines indisches Brahmanen besteht aus vier Teilen - Brahmacharya, Grihastha, Vanaprastha und Sannyasa.

Historische Quellen belegen, dass Brahmanen nicht nur Priester, Gelehrte und Emeriten waren, sondern auch als Krieger und Geschäftsleute arbeiteten, wenn es nötig war. Einer der größten und weisen Krieger war Parashuram. Das Bild der Brahmanen veränderte sich jedoch mit der Zeit. Trotzdem hatten sie nach wie vor wichtige Positionen am königlichen Hof inne. Sie waren entweder Lehrer oder Berater der Könige.

Es gibt zahlreiche Gruppen unter den Brahmanen. Auf Grund ihres hohen Prestiges und der langen Tradition des Unterrichtens dominierten sie jahrhundertelang die indische Wissenschaft. Die vielen brahmanischen Kasten sind Chitpavana Brahmanen, Dadhich Brahmanen, Dayama Brahmanen, Daivajna Brahmanen, Deshastha Brahmanen, Dravida Brahmanen, Gaud Brahmanen, Gouda Saraswat Brahmanen, Havyaka Brahmanen, Hoysala Karnataka Brahmanen, Iyers Kandavara Brahmanen, Karade Brahmanen, Karhada Brahmanen, Kayastha Brahmanen, Khandelwal Brahmanen, Kota Brahmanen, Konkanastha Brahmanen, Koteshwara Brahmanen, Maithil Brahmanen, Nagar Brahmanen, Namboothiri Brahmanen, Niyogi Brahmanen, Padia Brahmanen, Rajapur Saraswat Brahmanen, Saklapuri Brahmanen, Sanketi Brahmanen, Saraswat Brahmanen, Shri Gaud Brahmanen, Shivalli Brahmanen, Smarta Brahmanen, Sthanika Brahmanen, Thenkalai Iyengars, Tuluva Brahmanen, Vadagalai Iyengars, Vaidiki Brahmanen und Vaishnava Brahmanen. Auf dem indischen Subkontinent werden die brahmanischen Kasten aufgeteilt in die beiden regionalen Gruppen Pancha-Gauda Brahmanen und Pancha-Dravida Brahmanen. In Nordindien hat Pancha-Gauda die fünf Kasten Saraswata, Kanyakubja, Gaudra, Utkala und Maithil. In Südindien hat Pancha-Dravida fünf Kasten.

In Andhra Pradesh werden die Brahmanen in zwei Gruppen eingeteilt - Vaidika und Niyogi und in Bihar in die zwei großen Gruppen der Bhumihar Brahmanen und der Maithili Brahmanen.

In Karnataka gibt es drei große Gruppen von Brahmanen - nämlich Smarthas, Madhvas (oder Vaishnavas) und Sri-Vaishnavas (Iyengars). In Kerala gibt es zwei Gruppen von Brahmanen. Während die meisten priesterlichen Aktivitäten von den Namboothris ausgeübt werden, erledigen die Pushpaka Brahmanen alle anderen Arbeiten in einem Tempel. In Rajasthan werden die Brahmanen eingeteilt in Dahima Brahmanen, Gaud Brahmanen, Sri Gaud Brahmanen, Khandelwal Brahmanen und Gujar-Gaud Brahmanen. Es gibt acht Weise an die man glaubt - Vishwamitra, Jamadagni, Bharadwaja, Gautama, Gatri, Vashishta, Kashyapa und Agastya und die Nachkommen dieser Weisen sollen die Gotras sein, die man in die vier Untergruppen Upamanyu, Parashara, Kundina und Vasishtha einteilt. Anders als bei den Gotras gibt es bei den Pravaras zwei Gruppen, nämlich Sishya-Prasishya-Rishi-Parampara und Putrparampara.

Da es eine Priesterkaste ist, wird von den Brahmanen erwartet, dass sie ihre Gefühle und Sinne kontrollieren, rein und enthaltsam leben, ehrlich und tolerant sind, ein einfaches Leben führen, an Gott glauben und heilige Schriften studieren und lehren. Im alten Indien haben die Brahmanen Rituale wie Snana (Baden), Sandhyavandana, Japa, Puja, Aupasana und Agnihotra durchgeführt. Neben dem Hinduismus gibt es Brahmanen auch im Buddhismus. Dhammapada hat eine Liste über den brahmanischen Teil im Buddhismus. Die Bhikshus Brahmanen waren durchaus vertraut mit dieser religiösen Strömung. In anderen Strömungen wie dem Jainismus, dem Islam und dem Sikhismus gibt es ebenfalls Belege für die Existenz von Brahmanen.

Verschiedene Brahmanensekten

Brahmanenpriester

Die Brahmanen werden durch sieben Sekten vertreten, von denen jede einen bekannten Büßer zu ihrem Schutzpatron erklärt hat. Außerdem unterteilen sie sich in vier Klassen, von denen sich jede einer der vier Veden zugehörig fühlt. Demnach gibt es Brahmanen des Yajur Veda, des Sama Veda, des Rig Veda und des Atharva Veda. Man sagt, letztere seien bereits ausgestorben. Tatsächlich jedoch existieren sie immer noch, wenn auch nur wenige ihrer Repräsentanten geblieben sind. Sie sind exoterischer als andere Kasten, da sie blutige Opferrituale zulassen und selbst vor menschlichen Opfern nicht zurückschrecken. Weiterhin unterrichten sie den Glauben an Hexerei und jeder, der dieser Kunst folgt, erwirbt den verabscheuungswürdigen Ruf eines Hexenmeisters. Bei Yajna Opferritualen sind üblicherweise Brahmanen aller vier Veden anwesend. Gebete die man beim Sandhya darbietet, werden aus allen vier Veden zitiert. Unterschieden werden Brahmanen nach ihren Sekten, sowie ihren Namen und nach Zeichen, die sie auf ihrer Stirn, und anderen Teilen des Körpers tragen. Weiterhin unterscheidet man sie anhand ihrer Zugehörigkeit zum Einflussbereich eines bestimmten Hohepriesters.

Als die vier grundlegenden Sekten der südindischen Brahmanen gelten die Vaishnava, die Smarthas, die Tatuvadis, und die Utrassas. Das Hauptmerkmal der Vaishnava Brahmanen ist der Namam. Ihr Simhasana, also der Ort an dem ihr Hohepriester residiert und auch ihre Oberschule liegt, ist Hobbala, in der nördlichen Karnatik (Südindien). Die Smartha Brahmanen tragen drei horizontale Linien aus Sandelholzpaste auf ihrer Stirn. Ihr Simhasana liegt in Nordwest-Masur. Neben den horizontalen Linien, die sie über den Brauen tragen, verwenden die Atuvadi Brahmanen unauslöschliche Zeichen, die mit einem rotglühenden Eisen in bestimmte Körperregionen eingebrannt werden. Ihr Simhasana liegt in Sravenur. Die Utrassa Brahmanen ziehen eine Lotrechte vom höchsten Punkt ihrer Stirn bis zur Nasenwurzel.

Auf die als Cholias Brahmanen bekannten, schauen andere mehr oder weniger herab. Diese richten ihr Augenmerk auf die Bewusstwerdung ihrer eigenen Minderwertigkeit. Aus diesem Grunde distanzieren sie sich von den anderen Brahmanen. Alle niederen Tätigkeiten in den Tempeln werden durch sie verrichtet, wie beispielsweise das Waschen oder Dekorieren der Götterstatuen, das Vorbereiten von Kerzen, Räuchermitteln, Blumen, Früchten, Reis und anderen ähnlichen Objekten, aus denen Opfergaben zusammengestellt werden.

In vielen Tempeln sind sogar Sudras (Unberührbare) zugelassen, um diese Funktionen auszuüben und Vertreter dieser Kaste werden immer ausgewählt, um das Amt des Opferpriesters in Pagoden auszufüllen, wo Ziegenböcke, Schweine, Hähne und andere Lebendopfer dargeboten werden. Niemals würde ein Brahmane einwilligen, aktiv bei Ritualen mitzuwirken, bei denen Blut vergossen wird. Es liegt vielleicht an diesen Tätigkeiten, die sie sich herablassen zu tun, dass die Cholin Brahmanen mit solcher Verachtung betrachtet werden. Entsprechend der allgemeinen Ansicht der Brahmanen, keinerlei Arbeit zu tun die für die untersten der Unberührbaren übriggelassen werden könnte, hieße dies, sich auf ihr Level zu begeben. Das würde als Entwürdigung betrachtet werden. Auf jeden Fall hält man nicht viel von der Arbeit eines Pujari und von so manchem wird sie als erniedrigend betrachtet. Dennoch müssen einige Brahmanen diese Tätigkeiten aufgrund ihrer Armut akzeptieren, was sie jedoch nur mit größter Abneigung tun. Es ist ein gängiges Sprichwort unter ihnen, dass man dem Wohl des eigenen Bauches zuliebe viele Rollen zu spielen hat.

Es gibt andere Brahmanen, die als Fleisch- und Fisch-Brahmanen verspottet werden. Da sind zum Beispiel die Konkani Brahmanen, die aus Konkana kommen, die ohne die geringsten Bedenken oder Gewissensbisse Fisch und Eier essen, jedoch niemals Fleisch anrühren würden. Und es gibt viele Brahmanen aus den nördlichen Provinzen, die keinerlei Geheimnis daraus machen, Fleisch zu sich zu nehmen. Wenn diese Brahmanen Südindien besuchen, und ihre Gewohnheiten bekannt werden, halten alle anderen Brahmanen sie auf Distanz und verweigerten jeglichen Handel mit ihnen.

Die Geschichte vom gierigen Brahmanen

Swami Sivananda

Auszug aus dem Buch "Jnana Yoga" von Swami Sivananda (Hrsg.: Divine Life Society, 2007), S. 175-178

In Avanti lebte ein reicher, gieriger und leidender Brahmane. Er war derart geizig, dass er nie feine Speisen zu sich nahm und nie gute Gewänder trug. Nie half er seinen Freunden und Verwandten. Seine einzige Freude war das Horten von Geld. Frau und Kinder waren enttäuscht von ihm.

Im Lauf der Zeit verlor er seinen Reichtum. Einen Teil nahm sich der König, einen Teil die Verwandtschaft. Seine Frau, seine Söhne, seine Töchter, seine Verwandten und seine Freunde kümmerten sich nicht um ihn. Er war nun mittellos und in einer misslichen Lage.

Vairagya erwachte nun in ihm. Die Welt widerte ihn an. Er bereute seine Handlungen und dachte bei sich: ‚Ich war der Illusion des nutzlosen Wohlstandes verfallen. Ich habe nichts Gutes getan bis heute. Ich habe nicht die Pancha Maha Yajnas vollzogen. Ich habe meinem Körper nicht den geringsten Komfort zukommen lassen. Ich half meinen Freunden und Verwandten nicht. Ich habe keine Tugenden entwickelt. Wohlstand kann dem Menschen kaum Glück bringen. Er bringt ihm Leid, während er am Leben ist, und die Hölle nach dem Tode. Selbst ein Jota Geiz ist genug, den guten Ruf eines Menschen zu ruinieren und seine hervorragenden Eigenschaften zu übersehen. So wie ein kleiner Fleck weißer Haut im Gesicht die Anmut einer schönen Frau verdirbt.

Diebstahl, Verletzen anderer, Verlogenheit, Heuchelei, Lust, Ärger, Stolz, Arroganz, Zersplitterung, Feindseligkeit, Misstrauen, Rivalität und die drei Arten von Tapa, Adhyatma, Adhidaiva und Adhibhauta, diese fünfzehn Untaten sind das Ergebnis von Wohlstand. Wer also die endgültige Glückseligkeit erlangen will, distanziere sich von dem Teufelszeug Wohlstand. Geld ist das Reich des Teufels.

Durch die Gnade Haris habe ich Vairagya entwickelt. Ich werde Tapas praktizieren bis an mein Lebensende. Ich werde den Ozean des Samsaras überqueren auf dem Floß von Vairagya und werde Befriedigung im Selbst erfahren, indem ich das Wissen über das Selbst erlange.‘

Der Brahmane aus Avanti wurde Sannyasin, wanderte einsam durch die Welt und lebe von Almosen. Er hielt seinen Geist und seine Sinne unter Kontrolle. Niederträchtige Menschen demütigten ihn auf verschiedenste Art. Einige bespuckten ihn, andere nahmen ihm seinen Rosenkranz und seinen Wasserkrug weg, sie zerrissen seine Decke und seine Kleidung; er wurde verspottet, beleidigt und verhöhnt. Manche sprachen: ‚Er ist kein wirklicher Sannyasin. Er verlor seinen Besitz und nahm Sannyasa, um sein Brot zu verdienen. Er ist ein Heuchler und ein Dieb.‘ Der Sannyasin ertrug alles mit Geduld und sprach: ‚Das alles ist vorherbestimmt. Ich muss es ertragen mit Stärke. Nur so kann ich Unsterblichkeit und ewige Glückseligkeit erlangen.

Nicht der Körper, nicht der Atman, nicht die Götter, nicht die Planeten, nicht die Arbeit, nicht die Zeit sind die Ursache für Freude und Leid. Dieser elende Geist gibt Freude und Leid und erschafft Samsara. Dieser schreckliche Geist erschafft Wünsche, Egoismus, Sankalpas, Trishnas, Neigungen und Abneigungen. Der Mensch handelt durch sein Ego und trachtet nach den Früchten seines Tuns. Deshalb wird er immer und immer wieder geboren, je nach Wesen seiner Taten.

Der stille Sakshi, Paramatman, betrachtet von oben die Aktivitäten des Geistes der individuellen Seele. Er ist gleichgültig und unberührt. Er wird nicht berührt, so wie das Wasser den Lotus nicht berührt. Die individuelle Seele identifiziert sich mit dem Körper, dem Geist, der Arbeit und genießt die Sinnesobjekte mit Gier und Dummheit und wird dadurch gebunden.

Kontrolle des Geistes ist der höchste Yoga. Freigiebigkeit, selbstloses Handeln, Gelübde, Agnihotra, Sravana, das Hören der Sruti, tugendhafte Taten, Japa, Pranayama, Meditation, Vichara, die Frage ‚Wer bin ich?‘, das alles hilft, den Geist unter Kontrolle zu bringen. Wer den Geist unter Kontrolle hat, ist der Gott der Götter.

Dieser unreine Körper ist ein Phantom des Geistes. Dumme verwechseln den Körper mit dem wahren Selbst und sprechen: ‚Das ist mein Körper. Dieser Körper ist das wahre Selbst. Ich bin dieser Körper. Ich bin Herr so und so. Ich bin Brahmane. Ich bin König. Sie ist meine Frau. Das ist mein Sohn. Das ist mein Haus. Das ist mein Land‘. Diese Gedanken sind irreführend, die so denken wandern einher in der unbegrenzten Wildnis der Unwissenheit und sind gefangen im Rad von Geburt und Tod.

Wenn der Körper der Grund für Freude und Leid ist, bleibt der Atman davon unberührt, denn sie gehören zum fein- und grobstofflichen Körper, der eine Schöpfung der Prakriti ist. Der Atman ist stets der stille Zeuge der Aktivitäten der Prakriti. Wenn du dich auf die Zunge beißt, wem solltest du die Schuld für den Schmerz geben?

Wenn die Götter die Ursache für Freude und Leid sind, dann berührt das sicher den Atman nicht, sondern die Götter, die alleine davon betroffen sind. Wenn deine Gliedmaßen sich bekämpfen, welchem solltest du die Schuld für den Schmerz geben?

Nichts besteht neben dem Atman. Wenn der Atman die Ursache für Freude und Leid ist, kann es keine äußere Ursache dafür geben. Freude und Leid bestehen aus sich selbst, denn es gibt nichts neben dem Atman. Und wenn doch, dann ist es ein Irrglaube. Deshalb, über was solltest du dich ärgern? Es gibt weder Freude noch Leid.

Wenn die Planeten die Ursache von Freude und Leid sind, ist der Atman, der ohne Geburt ist, nicht davon betroffen, denn die Planeten üben ihren Einfluss nur auf den Körper aus. Die Planeten wirken je nach ihrer Position im Zodiak. Der Atman ist vollkommen verschieden von Körper und Planet. Deshalb, über was solltest du dich ärgern?

Wenn die Arbeit die Ursache für Freude und Leid ist, dann hat der stille, nicht handelnde Atman nichts damit zu tun, denn Arbeit kann nur von einem bewusst Handelnden getan werden. Der Körper ist nicht bewusst (Achit), doch der Atman ist rein und intelligent. Die Arbeit ist nicht die Ursache für Freude und Leid. Deshalb, über was solltest du dich ärgern?

Wenn Zeit die Ursache für Freude und Leid ist, wie kann sie den Atman berühren? Atman und Zeit sind eins. Die Flamme wird vom Feuer nicht berührt, der Hagel nicht von Kälte. Der Atman ist jenseits der Prakriti und kann nicht von Gegensätzen betroffen sein. Deshalb, über was solltest du dich ärgern?

Ich werde Hingabe zum Höchsten Selbst praktizieren und die Füße Gottes verehren, so werde ich den Ozean des Samsaras überqueren und Unsterblichkeit und die ewige Glückseligkeit des Selbst erfahren.‘

Der Sannyasin, der seinen Wohlstand verloren hatte und von der Welt angewidert war, erlangte das Wissen über das Selbst, zog über die Erde ohne Angst und Sorge. Unerschütterlich ging er seinen Weg der Pflicht und Rechtschaffenheit, obwohl ihn die Boshaften peinigten. Diese Welt besteht aus Freunden, Neutralen und Feinden, Hitze und Kälte, Hunger und Durst, Freude und Leid, Lob und Tadel, Ehrung und Verachtung, Gewinn und Verlust, Sieg und Niederlage. All das entsteht im Geist aufgrund von Unwissenheit.

Gib deshalb den Wohlstand auf, er ist die Ursache allen Leides. Gib die Anhaftung an Wohlstand auf. Gib den Wunsch nach Wohlstand auf. Kultiviere Vairagya, das Heilmittel für alles Leid. Nimm Zuflucht in Gott. Besinge Seine Herrlichkeit. Singe Seinen Namen. Meditiere. Verbinde dich mit Brahman. Kontrolliere den Geist. Erhebe dich über die Gegensätzlichkeit. Das ist das Wesentliche des Yogas.

Siehe auch

Literatur

  • Swami Sivananda, Die Kraft der Gedanken (2012)
  • Swami Sivananda, Götter und Göttinnen im Hinduismus (2008)
  • Swami Sivananda, Jnana Yoga, Hrsg.: Divine Life Society, 2007
  • Swami Sivananda, Inspirierende Geschichten (2005)
  • Swami Sivananda, Japa Yoga (2003)
  • Swami Sivananda, Göttliche Erkenntnis (2001)
  • Swami Sivananda, Autobiographie von Swami Sivananda (1999)
  • Swami Sivananda, Shrimad Bhagavad Gita. Erläuternder Text und Kommentar von Swami Sivananda (1998)
  • Swami Sivananda, Gedanken zur Kontemplation (1996)
  • Swami Sivananda, Hatha-Yoga. Der sichere Weg zu guter Gesundheit, langem Leben und Erweckung der höheren Kräfte (1964)
  • Swami Sivananda, Sadhana – Ein Lehrbuch mit Techniken zur spirituellen Vollkommenheit
  • Swami Sivananda: Feste und Fastentage im Hinduismus, Yoga Vidya Verlag
  • Die Yogaweisheit des Patanjali für Menschen von Heute

Weblinks

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