Bhakta

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Betende Hände - von Otto Greiner

1. Bhakta (Sanskrit: भक्त bhakta m. u. n.) Gottesverehrer; Gottergebener; derjenige der voller Liebe zu Gott ist. Ein Bhakta ist ein Verehrer Gottes, der sich in seiner Liebe zu Gott Ihm völlig hingibt. Ein Bhakta kann außerdem jemand sein, der Bhakti Yoga praktiziert; Teil, Portion, Speise, Nahrung.

2. Bhakta (Sanskrit: भक्त bhakta adj.) als Adjektiv ist das PPP der Sanskrit Verbalwurzel (Dhatu) bhaj und bedeutet: geteilt, verteilt, ausgeteilt, zugeteilt; hingegeben, fromm; dividiert; teilhaftig, beteiligt; geliebt, gemocht, zugetan, zugeneigt, ergeben, treu anhängend.

3. Bhakta (Sanskrit: भाक्त bhākta adj. u. m.) untergeordnet, sekundär; Bezeichnung einer shivaitischen und vishnuitischen Sekte.

Sehnsucht nach der Vision Gottes - Swami Sivananda über Bhakta

Swami Sivananda

Auszug aus dem Buch "Bhakti und Sankirtan" von Swami Sivananda (Hrsg.: The Divine Life Society, 2007), S. 44-46

Bhakti sollte Nishkama und Avyabhicharini sein. Bhakti sollte kontinuierlich sein wie Tailadhara (ein Fluss von Öl). Der Aspirant sollte gutes Verhalten (Sadachara) zeigen und ernsthaft in seiner spirituellen Praxis sein. Nur so findet die Erkenntnis Gottes schnell statt.

Wenn du nichts von Gott verlangst, dann ist das Nishkama Bhakti bzw. Ahaituka Bhakti und Ragatmika Bhakti bzw. Mukhya Bhakti (ursprüngliche, spontane, selbstlose Hingabe). Prahlada war diese Art Bhakti eigen. Wenn du Hingabe zeigst, um Wohlstand, einen Sohn oder Genesung zu erhalten, dann ist das Sakama Bhakti, Hetuka Bhakti bzw. Gauna Bhakti (zweitrangige Hingabe mit Verlangen).

Wenn der Bhakta mal Gott, mal Frau, mal Geld, mal Haus, mal Vieh, mal Besitz liebt, dann ist das Vyabhicharini Bhakti, geteilte Liebe. Nur ein kleiner Teil der geistigen Aufmerksamkeit ist Gott gewidmet, der andere Teil ist Familie und Besitz gewidmet.

Wenn du einen Fisch aus dem Wasser nimmst und ihn ans Ufer legst, wird er in Panik zappeln, er will zurück ins Wasser. Wenn du einen Jungen nur für kurze Zeit in das kalte Wasser der Ganga stellst, wird er zittern und schreien. Er will heraus aus dem Wasser. Wenn das Haus eines Mannes brennt, wird er sofort die Feuerwehr benachrichtigen, damit sie das Feuer löscht. Er handelt schnell. Wenn der Aspirant denselben Durst, dasselbe Gefühl, dieselbe Ernsthaftigkeit zeigt, wie der Fisch, der Junge und der Mann, um Gott zu erkennen, wird dies innerhalb einer Sekunde geschehen. Daran besteht kein Zweifel. Deshalb, ihr Aspiranten, seit ernsthaft und stetig in eurer spirituellen Praxis. Eilt zu den Lotusfüßen des Herrn. Wer nicht ernsthaft und stetig in seiner spirituellen Praxis ist, der hat auf der einen Seite Gott und auf der anderen Seite die Welt verloren. Sie hängen in der Luft, mit den Köpfen nach unten wie Trisanku. Erbärmliche Gestalten! Bedauernswert ist ihr Los.

Führe ein spirituelles Tagebuch. Schreibe nieder, wann du ärgerlich gegenüber anderen warst und wann du die Gefühle anderer verletzt hast. Das ist sehr, sehr wichtig. Wenn du Ärger zeigst oder andere verletzt, dann strafe dich selbst. Esse nicht zu Abend. Praktiziere 50 Malas länger Japa. Schreibe in das Tagebuch: ‚Ich habe heute zweimal vergessen, Gott im anderen zu sehen.‘ Wenn du ein, zwei Jahre lang so verfährst, wirst du ohne Zweifel Frieden (Shanti), spirituellen Fortschritt und Willenskraft erlangen. Leid, Schwierigkeiten und mentale Qualen finden ihr Ende. Hingabe entwickelt sich. Du wirst dich schnell entwickeln. Du wirst ein anderer Mensch sein. Du wirst ein wahrer Gott auf Erden sein. Werdet ihr, liebe Freunde, derart von dem Tag an praktizieren an dem ihr diese Zeilen lest? Wendet die Seiten des Tagebuches einmal in der Woche. Auch wenn ihr zu Beginn zwanzig Fehler täglich begeht, so werdet ihr nach sechs Monaten nur noch fünf am Tag begehen, wenn ihr Tagebuch schreibt. Der Tag wird kommen, an dem ihr keinen einzigen Fehler mehr begeht. Benjamin Franklin führte solch ein Tagebuch.

Sitze nicht untätig herum und verlange nach Gottes Hilfe, sondern bemühe dich. Gott hilft denen, die sich selbst helfen. Lerne aus dem Leben Prahladas, Gott zu lieben, nur Gott allein. Tue alles, was du kannst, und überlasse den Rest Gott. Das ist die höchste Form der Verehrung. Folge den Spuren Prahladas. Durch die Gnade Gottes wirst du Freude, Frieden, Glückseligkeit, Vollkommenheit und Unsterblichkeit erlangen.

Sukadev über Bhakta

Niederschrift eines Vortragsvideos (2014) von Sukadev über Bhakta

Bhakti - Verehrung der Göttlichen Mutter

Bhakta ist ein Verehrer, ein Geliebter Gottes, jemand, der Bhakti übt und Bhakti empfindet. Bhakti heißt die Liebe zu Gott, Gottesverehrung. Ein Bhakta ist jemand, der den Weg des Bhakti Yogas geht oder ein Bhakta ist jemand, der tiefer Liebe zu Gott verankert ist. Wie so häufig ist Yoga das Ziel und der Weg dorthin. Ein Yogi ist jemand, der die Einheit erreicht hat, aber auch jemand, der Yoga übt, um die Einheit zu erreichen.

So ist auch ein Bhakti zum einen jemand, der Gottes höchste Hingabe erreicht hat, wie auch jemand, der den Weg des Bhakti Yogas geht, also Bhakti Praktiken übt, um seine Liebe zu Gott immer weiter zu vertiefen. Hanuman gilt als der ganz große Bhakta, er hat sowohl Lieder zur Verehrung von Rama wiederholt und andere Bhakti Praktiken gemacht. Er hat immer Rama innerlich wiederholt. Er hat sein gnazes Leben der Verehrung Ramas hingegeben, er hat in allem Rama gesehen, in seinem Herzen war nur Rama. Deswegen wird Hanuman als Bhakta, sogar Paramanbhakta bezeichnet.

Es gibt ein Lied, "Duta Hama Ruti Parama Duta Maruti" oder, "Bhakta Maruti Parama Bhakta Maruti" - "Verehrung dem Hanuman, Sohn des Windes, er ist Bhakta, Verehrer Gottes, Parama Bhakta, der höchste Verehrer Gottes". Hanuman, der Bhakti in höchstem Maße entwickelt hat. In diesem Sinne, werde auch zu einem Bhakta.

Bhakti Yoga ist die schnellste Weise der Gottesverehrung, es ist die schönste Weise und die einfachste, du kannst alles Gott darbringen. Und wenn Bhakti Yoga nicht dein einziger Hauptweg ist, dann mache es zu einem Weg. Du kannst Gott in einer bestimmten Gestalt verehren, du kannst Hingabe an den Gottvater, Gottsohn, dem Heiligen Geist Gottes, du kannst Hingabe dem Gott Shiva, Vishnu, Rama darbringen. Du kannst Hingabe zu Gott in seinen Inkarnationen haben oder auch zu Buddha oder Swami Sivananda. Du kannst auch Bhakti zu Gott, in Manifestation der Natur, der göttlichen Mutter, der kosmischen Intelligenz üben. Shankara hat Bhakta sogar als Hingabe an den Weg der Wahrheit definiert. Du kannst auch Bhakta Yogi sein, der mit Hingabe und Liebe den Jnana Weg beschreitet. Im Wesentlichen heißt Bhakta, Liebe zu haben und Hingabe zu haben, alles Gott darzurbingen. Aber im Wesentlichen heißt Bhakta zu werden, Liebe zu haben, Hingabe zu haben, alles Gott darzubringen. Bhakta – Gottesverehrer.

Bhakta भक्त bhakta Aussprache

Hier kannst du hören, wie das Sanskritwort Bhakta, भक्त, bhakta ausgesprochen wird:

Charakteristika des Bhakta laut Bhagavad Gita

Hier ein Vortrag zum Thema Charakteristika des Bhakta, des Gottesverehrers, Kommentar zur Bhagavadgita Kapitel 10, Verse 1-11. Eine Abhandlung von und mit Sukadev Bretz aus der Reihe Yoga Vidya Schulung, Vorträge zum ganzheitlichen Yoga.

Was ist ein bhakta?

Streichhölzer, die sich dem Feuer hingeben

- Abschnitt aus dem Buch: Yoga der Liebe von James Swartz -

Alle Individuen sind bhaktas, sich hingebende Verehrer Gottes, egal ob sie sich dessen bewusst sind oder nicht, weil wir uns nicht selbst erschaffen haben. Wir sind von Gott erschaffen. Gott ist Existenz und jedes einzelne Objekt in der Existenz. Aufgrund dieser Tatsache ist das Individuum vollständig von Gott abhängig. Nichtgläubige, die den Begriff „Gott“ ablehnen, sehen sich nicht als bhaktas. Gleichwohl sind sie welche, denn all die Dinge, die sie lieben (und begehren), sind in Wirklichkeit Gottes Dinge. So lieben auch sie in Wahrheit Gott, weil die Dinge Gottes nicht von Gott getrennt werden können. In diesem Text ist ein sich Hingebender, ein bhakta, jemand, der seine Abhängigkeit von Gott erkennt und entweder die Dinge Gottes, das Verstehen von Gott oder die Vereinigung mit Gott sucht.

Ein bhakta lebt im ständigen Konflikt, denn das immer freie Selbst erzeugt einen dauernden Wunsch nach Freiheit in seinem Herzen, der im Widerspruch zu seiner Konditionierung steht, die ihn dazu bringt, sich ständig verändernde Objekte zu lieben: Menschen, Dinge und Situationen. Erst wenn der Wunsch nach Freiheit so mächtig wird, dass er nicht mehr ignoriert werden kann, trifft er die bewusste Entscheidung, ein bhakta zu werden. Dann ist er bereit, die Mühe auf sich zu nehmen, den unzuverlässigen Objekten seine Liebe zu entziehen und sie auf den immer gegenwärtigen, unveränderlichen und immer zuverlässigen Schöpfer zu richten, den Erhalter und Zerstörer aller Dinge.

Wenn wir die Biografien berühmter Menschen lesen, die Gott über alles verehrten, lernen wir verschiedene Formen religiöser Hingabe kennen, wie zum Beispiel das Hören der Lehren der vedas, das Preisen der Namen des Herrn, sich des Herrn zu erinnern, dem Herrn zu dienen, rituelle Verehrung, das Kultivieren von Tugenden und vieles mehr. Wir lernen auch unterschiedliche Formen von Gottesbeziehungen kennen, man könnte sie auch Stile der Verehrung nennen. Unzählige Geschichten, Gedichte und Gesänge wurden über diese verschiedenen Beziehungen zu Gott geschrieben und komponiert, woraus eine umfangreiche Literatur entstanden ist. Erzählungen, die von großer Hingabe handeln, sind beeindruckend und unterhaltsam und daher sehr populär.3

Der angemessene bhakta

Radha und Krishna

- Abschnitt aus dem Buch: Yoga der Liebe von James Swartz -

Du bist ein in sich selbst leuchtendes Wesen und dein Glanz bleibt unberührt von Ignoranz und Unzulänglichkeit. Du bist die eine Existenz, die allen Objekten ihr Dasein schenkt. Es gibt nichts, wovon du abhängig bist; alles hängt von dir ab. Dies ist die unübertroffene Lehre von vedānta.

Der angemessene nonduale bhakta ist ein bhakta ohne Probleme, der alleine steht und nichts von der Welt will, noch nicht einmal Erleuchtung. Dieser bhakta ist dem dualistischen bhakta definitiv überlegen, der in saṃsāra gefangen ist und Gott um alles bittet. In der Tat hält die dualistische Welt der Hingabe Unabhängigkeit und Angemessenheit für Selbstgefälligkeit und Stolz. Die Dankbarkeit des weisen nondualen bhakta gegenüber īśvara verringert sich nie, obwohl seine Schuld durch die Selbsterkenntnis getilgt worden ist.

Diese für immer befreite Person erinnert sich selbst dieser Tatsache jedes Mal in ihrer „Einleitenden Begrüßung an die vollständige Lehrtradition (sampradāya), beginnend mit īśvara, dem reinen ursprünglichen Bewusstsein, weiter nach unten fließend in der Form reinen Wissens durch Śaṅkarācārya, dem ruhmreichsten aller Nondualisten und weiter bis hinunter zum eigenen Lehrer.“ (sadāśiva samārambhām śaṁkarācārya madhyamām, asmad ācārya paryantām vande guru paramparām).

Gäbe es nicht diese großartige Tradition, wäre ich nicht fähig gewesen, meine Freiheit in Besitz zu nehmen. Meine Dankbarkeit gegenüber īśvara ist unermesslich, denn was wir gemeinsam geschafft haben, ist so großartig. Ist es dann verwunderlich, dass ich emotional bin?

In der „Taittirīya-upaniṣhad“ wurde der Gesang des nondualen bhakta festgehalten:

Seligkeit! Seligkeit! Seligkeit! Ich bin die Nahrung, der Verzehrer dieser Nahrung und das Verzehren selbst. Ich bin die Nahrung, die denjenigen isst, der die Nahrung isst. Ich bin der Erstgeborene des wahren, ewigen, unsterblichen Selbst. Ich bin die Quelle der Unsterblichkeit und noch vor den Göttern. Wer immer mich erkennt, bewahrt dieses Wissen. Ich leuchte aus mir selbst heraus, so wie die Sonne. Wer dieses Wissen sein eigen nennt, erlangt das zuvor genannte Resultat. Seligkeit! Seligkeit! Seligkeit!“ [TaiU (BhriV) 3.10.6]

Und weiter in der „Taittirīya-upaniṣhad“:

„Ich habe den Baum des Universums geschaffen. Mein Ruhm erhebt sich so hoch wie der Himālaya. Ich wurde in den heiligsten Zustand erhoben und noch über diesen hinaus. Ich bin das vortrefflichste, aus sich selbst heraus leuchtende, unsterbliche Sein. Ich besitze die Macht der Sonne und bin unermesslich reich. Strahlend von göttlicher Intuition habe ich wahres Wissen erlangt und bin unzerstörbar und unveränderbar.“ [TaiU (ShikV) 1.10.1]

Wenn solche seltenen Persönlichkeiten sich begegnen, teilen sie ihr Glück wie es Leute tun, die gerade in der Lotterie gewonnen haben. Stelle dir das Leben ohne sie vor. Es wäre eine Welt ohne Hoffnung, gefüllt mit Milliarden träger saṃsārīs, die leben und sterben würden, ohne dem Leben irgendetwas zurückzugeben. Als Verkörperungen der nondualen Liebe machen sie das Leben lebenswert, ja sogar wunderbar!

Narada Bhakti Sutra - Vers 69

tīrthī-kurvanti tīrthāni su-karmī-kurvanti karmāṇi sac-chāstrī-kurvanti śāstrāṇi ॥ 69॥
Vers 69: „Durch sie werden die heiligen Orte heilig; sie handeln segensreich und verleihen den heiligen Schriften Kraft und Glaubwürdigkeit.“  

Dualistische bhaktas übergeben ihre Sünden an die heiligen Flüsse, nonduale bhaktas aber reinigen die heiligen Flüsse von den Sünden der anderen, weil sie sich nicht von Gott unterscheiden. Was immer sie auch tun, sie segnen damit die Welt. Die Orte, an denen sie sich aufhalten, werden zu Pilgerorten. Ihr Leben verleiht den Schriften Glaubwürdigkeit.

Narada Bhakti Sutra - Vers 70

tan-mayāḥ ॥ 70॥ 
Vers 70: „Nonuale bhaktas sind vollkommen versunken in Gott.“

Ein saṃsārī trägt alles in seinem Herzen nur nicht īśvara, ein nondualer bhakta hingegen trägt nichts anderes im Herzen als īśvara. Wenn der bhakta also von einem Ort zum nächsten wandert, dann ist es īśvara, der von Ort zu Ort wandert und jeden erhebt und erfreut, mit dem er oder sie in Kontakt kommt. Sein physischer Körper ist heilig, denn der Herr hat sich in seinem Herzen vollkommen verwirklicht. Keine Schleier von Ignoranz oder Egoismus behindern seine Liebe. Ein dualistischer bhakta sagt vielleicht: „Gott ist in mir“, doch ein nondualer bhakta ist durch und durch īśvara; es gibt für ihn kein „innen“ oder „außen“. Er sagt: „Īśvara ist ich und ich bin īśvara“.

Narada Bhakti Sutra - Vers 71

modante pitaro nṛtyanti devatāḥ sa-nāthā ceyaṃ bhūr bhavati ॥ 71॥ 
Vers 71: „Ihre Vorfahren freuen sich, die Götter tanzen und die Erde wird von einem guten Meister beschützt.“

Obwohl meine Mutter und ich uns liebten, waren wir uns nie über irgendein Thema einig. In ihren Augen war ich immer irgendwie unzulänglich. Sie war sehr erleichtert, als ich auszog und auf eigenen Beinen zu stehen begann. Als ich später heimkehrte, gefestigt im Wissen, wer ich war, wurde sie sanfter, ohne genau zu wissen warum, und hieß mich mit offenen Armen willkommen. Mein Lehrer, der wie ein wunderbarer Vater zu mir war, tat alles, um mir im Leben zu helfen. Ich habe nie nach Anerkennung gesucht, wurde aber sehr bekannt. Sogar die „Götter“, jene Kräfte, welche die Sinne und den Geist kontrollieren, schärften meine Sinne noch mehr und gaben mir einen scharfen Verstand. Und die Erde freute sich auch, denn ich lebte so einfach, dass ich kaum eine Spur hinterließ und gleichzeitig sammelte und verwertete ich altes Mobiliar und schonte damit noch ihre Bäume.

Narada Bhakti Sutra - Verse 72-73

nāsti teṣu jāti-vidyā-rūpa-kula-dhana-kriyādi-bhedaḥ ॥ 72॥
:yatas tadīyāḥ ॥ 73॥
Vers 72-73: „Unter nondualen bhaktas gibt es keine Unterscheidungen was Herkunft, Bildung, körperliche Schönheit, Familie, Beruf  etc. betrifft, denn in den Augen des Herrn sind sie alle gleich.“

Alle nondualen bhaktas sind gleich groß, ungeachtet ihres Status, ihrer Erscheinung, Bildung oder Tätigkeit.

In der „Manīṣā-panchakam“ sagt Śaṅkarācārya:

„Er oder sie mag ein gelehrter brāhmaṇa oder ein Aussätziger sein, das spielt keine Rolle. Das innewohnende Selbst, welches in allen drei Zuständen leuchtet, ist in allem und jedem dasselbe, unabhängig davon, welcher Kaste, welches Glaubens oder welcher Art einer ist. Jener Große, der dieses Wissen vermittelt, er ist ein wirklicher Lehrer.“ [MP 2.1]

Diese bhaktas findet man in allen gesellschaftlichen Klassen und sie handeln gemäß ihrem dominierenden guṇa, das in der Regel sattva ist. Manche sind aktiv und reisen um die Welt und lehren. Andere bleiben unbekannt, scheuen die Gesellschaft und leben wie Eremiten. Wieder andere bleiben in ihren Berufen und leben in einer Familie. Es gibt keine Regel. Ungeachtet ihrer Lebensumstände gibt es keine Unterschiede zwischen ihnen.

Sicher, saṃsārīs gehören ebenfalls zu Gott, doch wenn du dich mit ihnen verbindest, kommst du Gott damit nicht näher, weil sie sich an „ich“ und „mein“ klammern, was nur dein eigenes Empfinden von Dualität bestärkt. Wenn du die Gesellschaft weiser, nondualer bhaktas suchst und diese verehrst, dann verehrst du das Selbst und wirst im Verstehen und in der Liebe immer näher an das Selbst herangeführt.

Die folgenden Verse fassen die Lehre zusammen. Sie geben den dualistischen bhaktas einige vernünftige Tipps, speziell denen, welche die Schriften studieren und die ihr Gefühl des Getrenntseins verlieren möchten.

Narada Bhakti Sutra - Vers 74

vādo nāvalambyaḥ ॥ 74॥
Vers 74: „Führe keine Streitgespräche.“

Dieser gute Rat soll die Selbsterforschenden warnen, ihre „Weisheit“ nur dann anzubieten, wenn man sie darum bittet. Die „Bhagavad-gītā“ sagt: „Lass die Weisen nicht die Unwissenden verunsichern.“ [BhG 3.26] Mit den Schriften vertraute, ansonsten aber unreife Menschen mit einem geringen Selbstwertgefühl und von einem rajasigen Konkurrenzdenken erfasst, möchten immer, dass andere ihre Intelligenz und ihr Wissen verehren. Sie glauben immer, dass sie „recht“ haben und genießen es, andere zu korrigieren, sie zu überzeugen und zu belehren. Gedanken, die in diesem Geisteszustand vorgetragen werden, führen zu Widerspruch und nähren bloß Dualität.

Erleuchtende Diskussionen, bei denen die Wahrheit der einzige Gewinner ist, sind nur zwischen reifen kultivierten Menschen möglich. Wenn deine Grundmotivation im Gewinnen besteht und du überzeugt bist, dass die andere Person falsch liegt, noch bevor du überhaupt ihre Argumente gehört hast, dann wirst du nur emotionale Hitze erzeugen, kein Licht. Nur nach gesunden Diskussionen fühlen sich Menschen glücklich und zufrieden.

Streitsucht erzeugt Wut und Bitterkeit, keine Freundschaft. Wenn du eine spirituelle Freundschaft pflegen möchtest, dann versuche Brücken zu bauen, statt Streit zu provozieren. Vermeide Worte, die bei anderen die empfindlichen Stellen treffen und wähle Worte, die nicht bedrohlich wirken.

Gehe demütig in einen satsaṅga, mit gegenseitigem Respekt, mit einer intellektuellen Ehrlichkeit und der Bereitschaft, im Irrtum zu sein. Sprich ruhig und ohne Emotion und gib der anderen Person die Möglichkeit zu sprechen, ohne sie zu unterbrechen. Lass dich nicht von deinem inneren Drang ablenken, ein Gegenargument vorzubereiten, während die andere Person noch spricht. Wenn du dir über deinen eigenen Standpunkt unsicher bist, sei bereit, dieses Thema später anzusprechen und bringe keine halbgaren Ideen vor. Wenn du siehst, dass die Diskussion in einen Streit mündet, steige aus, selbst wenn die andere Person denkt, dass sie gewonnen hat. Die eigene Rede zu zügeln (vaktapas), ist eine der wichtigsten spirituellen Regeln.

Narada Bhakti Sutra - Vers 75

bāhulyāvakāśatvād aniyatatvāc ca ॥ 75॥
Vers 75: „Streitgespräche führen zu übermäßiger Verstrickung und lösen gar nichts.“

Wenn wir in ein Streitgespräch über ein bestimmtes Thema geraten sind, dann versucht jede Person ihre Ansicht darzulegen, indem sie möglichst viele Gründe und Beispiele liefert, die dann die Uneinigkeit weiter befeuern. Anstatt also ein Problem zu lösen, sind wir mit weiteren Problemen konfrontiert. Das ist wie der Zweite Weltkrieg, der zwischen Deutschland und Polen begann und schließlich den ganzen Globus erfasste.

Narada Bhakti Sutra - Vers 76

bhakti-śāstrāṇi mananīyāni tad-udbodhaka-karmāṇi karaṇīyāni ॥ 76॥ 
Vers 76: „Respektiere die offenbarten Schriften und folge ihren Ratschlägen.“

Die „Bhagavad-gītā“ ist eine ideale Schrift über die Hingabe, weil sie einem sehr klar den Weg weist, wie Hingabe entwickelt werden kann: die vier Arten der Hingabe und die fünf Stufen der Hingabe, wie sie vorhin in diesen Kommentaren entfaltet wurden.

Narada Bhakti Sutra - Vers 77

sukha-duḥkhecchā-lābhādi-tyakte kāle pratīkṣyamāṇe kṣaṇārdham api vyarthaṃ na neyam ॥ 77॥
Vers 77: „Bleibe geduldig, bis sich der Geist von Emotionalität befreit hat und investiere deine Zeit in Selbsterforschung.“

Siehe auch

Literatur

  • Swami Sivananda, Die Kraft der Gedanken (2012)
  • Swami Sivananda, Götter und Göttinnen im Hinduismus (2008)
  • Swami Sivananda, Bhakti und Sankirtan, Hrsg.: The Divine Life Society, 2007
  • Swami Sivananda, Inspirierende Geschichten (2005)
  • Swami Sivananda, Japa Yoga (2003)
  • Swami Sivananda, Göttliche Erkenntnis (2001)
  • Swami Sivananda, Autobiographie von Swami Sivananda (1999)
  • Swami Sivananda, Shrimad Bhagavad Gita. Erläuternder Text und Kommentar von Swami Sivananda (1998)
  • Swami Sivananda, Gedanken zur Kontemplation (1996)
  • Swami Sivananda, Hatha-Yoga. Der sichere Weg zu guter Gesundheit, langem Leben und Erweckung der höheren Kräfte (1964)
  • Swami Sivananda, Sadhana – Ein Lehrbuch mit Techniken zur spirituellen Vollkommenheit
  • Swami Sivananda: Feste und Fastentage im Hinduismus, Yoga Vidya Verlag
  • James Swartz: Yoga der Liebe

Weblinks

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