Anahata Chakra

Aus Yogawiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Anahata Chakra: (Sanskrit: अनाहतचक्र anāhatacakra n.) "Chakra des nicht angeschlagenen Tones", auch Herz-Chakra, Herzgeflecht, Kardialplexus und Herz-Lotos genannt; Energiezentrum im Herzbereich bzw. in der Brustwirbelsäule, welches mit Hrid Chakra korrespondiert.

Künstlerische Darstellung des Anahata Chakras von Sharada Steffens

Das Anahata Chakra ist das mittlere der sieben Hauptchakras und stellt eine Brücke zwischen den drei unteren, weltlich orientierten und den drei oberen, spirituell ausgerichteten Chakras dar – eine Verbindung zwischen ich und Ich. Das Anahata Chakra ist der Ort, von dem aus Anahata Nada seinen Anfang nimmt. Es trägt den Schlüssel für den Raum bedingungsloser Liebe und unermesslicher Freude.

Sukadev über das Anahata Chakra

Niederschrift eines Vortragsvideos (2014) von Sukadev über Muladhara Chakra

Anahata Chakra ist das Herzzentrum. Der Name kommt von Anahata, das heißt "nicht angeschlagen". Das kommt zunächst einmal daher, dass innere Klänge, Anahata Nada, im Herzen hörbar sind. Das heißt Klänge, die im Inneren entstehen. Wenn es absolut ruhig ist oder du deine Ohrknöpfe verschließt, dann hörst du einen inneren Klang. Und dieser Klang scheint von innen heraus zu kommen. Er kann auch von oben kommen, er kann von links nach rechts kommen, aber du kannst dich besonders auf das Herz konzentrieren, dann hörst du diese inneren Klänge.

Anahata Chakra ist auch das Chakra der reinen Liebe, der bedingungslosen Liebe. Sie muss nicht von außen angeschlagen werden. Anders ist es bei einem Musikinstrument, zum Beispiel einer Zimbel oder auch einer Glocke. Du musst sie von außen anschlagen, damit sie klingt. Dein Herz muss nicht von außen angeschlagen werden, im Sinne von, dass irgendjemand etwas tut. Du kannst Liebe von innen heraus spüren. Das Anahata Chakra ist das Chakra der Liebe und der Freude. Und der Name drückt eine bedingungslose Freude, eine bedingungslose Liebe aus, sie braucht nichts. Die Liebe ist einfach da.

Der Sitz des Anahata Chakras ist übrigens in der Wirbelsäule, auf Höhe der Brustwirbelsäule. Also nicht hinten, wo die Wirbel enden, am hinteren Ende der Wirbelsäule am Rücken, da sind ja die Dornfortsätze, sondern weiter vorne, dort ist das eigentliche Anahata Chakra. Und das Anahata Chakra hat ein zweites Chakra, das von ihm gesteuert wird, das sogenannte Hrid Chakra. Und das Hrid Chakra ist etwa auf dieser Höhe und etwa in der Mitte der Brust. Das Hrid Chakra ist das Chakra, welches du am meisten spürst. Hrid ist das Herz und Hrid Chakra ist das Herz Chakra, in der Mitte der Brust. Und dieses Hrid Chakra wird gesteuert vom Anahata Chakra. Und dieses Anahata Chakra ist das Zentrum der bedingungslosen Liebe und Freude.

Swami Saradananda über das Anahata Chakra

Niederschrift eines Vortrages (2015) im Rahmen einer Weiterbildung zur Shiva Samhita

Anahata Chakra verkörpert das Luftelement und den Tastsinn - nicht nur körperlich, sondern auch energetisch als Berührung durch das Leben oder durch Musik. Meistens legen wir automatisch unsere Hand auf das Herzzentrum, wenn uns etwas berührt. Das tun auch Menschen, die nichts über Chakras wissen. Es ist die Energie des Tastens und auch des Greifens. Ich benutze meine Hände und taste etwas. Es gibt kleinere Chakras in den Händen und wir nutzen unsere Hände, um Herzensarbeit zu leisten. Zum Beispiel wenn du hinfällst, dann legst du deine Hand auf eine schmerzhafte Stelle. Oder wenn es jemandem schlecht geht, dann legst du ihm die Hand auf die Schulter oder den Arm. Es ist wie ein Instinkt, wir machen es automatisch. Warum machen wir das? Wir merken instinktiv, dass eine Stelle wenig Prana hat. Die Hände übergeben die Energie des Herzens.

Die Herzenergie wird zwischen dem 4. und dem 5. Lebensjahr gebildet. Das Kind beginnt zu verstehen, dass auch andere Gefühle haben. Selbstlose Liebe und Mitgefühl entstehen. Liebe bei kleineren Kindern ist oft selbstbezogen, weil sie noch nicht in der Lage sind, zu verstehen. Sie nehmen, weil sie sich selbst nicht versorgen können. Die Gefühle von Freude und Gleichgewicht entstehen mit der Bildung des Herz-Chakras. Zwei gleichschenklige Dreiecke, die ineinander verschlungen sind, stellen Shiva und Shakti dar. Shiva, das Dreieck, das noch oben zeigt. Shakti, das Dreieck, das nach unten zeigt. In der Mitte ist die energetische Mitte des Chakras. Hier liegt Vishnu Granthi, der Energieknoten, der die Kundalinienergie daran hindert, weiter aufzusteigen. Wenn du jemandem nicht vergeben kannst, gibst du ihm immer noch Energie. Deine Energie. Daher vergebe ihm, um keine weitere Energie mehr zu vergeuden. Vergeben bedeutet nicht, zu vergessen, sondern im Herzen loszulassen. Bevor du nicht allen vergeben hast, kann sich Vishnu Granthi nicht lösen.

Die Energie des Herzchakras ist auch, lieber geben zu wollen als zu nehmen. Aber bevor du etwas geben kannst, musst du etwas haben. Du kannst nicht ausatmen ohne einzuatmen. Zum Beispiel die Mutter, die sich schuldig fühlt, weil sie zur Yogastunde kommt statt die Zeit ihrer Familie zu widmen. Aber erst wenn sie Energie hat, durch die Yogastunde, dann kann sie ihrer Familie auch wirklich etwas geben. Du musst dich zuerst um dich selbst kümmern, bevor du anderen helfen kannst. Jedes Chakra hat also auch eine negative Energie. Und jeder wird irgendwann einmal im Ungleichgewicht in seinem Herzchakra gewesen sein. Vielleicht ist auch jemand gestorben, der dir nahe stand. Kummer ist der negative Aspekt des Herzchakras. Es ist wichtig durch den Kummer durchzugehen, aber dann loszulassen. Ein gebrochenes Herz ist eine Disbalance im Herzen.

"Wes das Herz voll ist, des geht der Mund über"

Diese lutherische Übersetzung von Matthäus 12, 34 bringt zum Vorschein, wie wir ins Fließen kommen, wenn wir im Herzen sind. Dann sprechen wir die Sprache des Herzens und diese Sprache ist eine Sprache der Liebe, der Ehrlichkeit und des Mitgefühls.

Im Grunde unserer Herzen "wissen" wir, dass wir ein Herz und eine Seele sind. Und wenn wir es doch wieder einmal vergessen haben, weil so ein herzloser Herzensbrecher gerade unser Herz gestohlen hat und unsere Herzen deshalb schwer, kalt und hart werden, sich zu Stein oder Eis verwandeln, bluten, in die Hose rutschen, vor Schreck stocken, sich zusammenkrampfen oder vor Angst bis zum Hals schlagen, dann erinnern uns unsere herzensguten Freunde, Kinder, "Der kleine Prinz" und andere Gurus, die ein großes Herz für uns haben, wieder daran, nicht traurigen Herzens, einsame Herzen zu bleiben, sondern uns ein Herz zu fassen, ihnen unsere Herzen auszuschütten, um unseren Herzen Luft zu machen und ihrem herzlichen Rat mit den zu Herzen gehenden Worten, bei denen uns ganz warm ums Herz wird, mit Herz und Hand zu folgen, sodass unsere Herzen bald wieder warm werden, aufgehen, höher schlagen, lachen, vor Freude zerspringen wollen und wir unserem Herzensbrecher schließlich beherzt wiederbegegnen und reinen Herzens sagen können: "Ja. Man sieht nur mit dem Herzen gut!" (Saint-Exupéry)

Unsere Sprache ist voll von Ausdrücken, die sich auf das Herz beziehen. In ihr spiegelt sich der hohe Wert des Herzens und der Liebe in unserem Leben wider. Auch unsere Gestik unterstreicht diese Bedeutsamkeit des Herzens, da wir, wenn wir von uns selbst sprechen, die Hand zum Herzen führen. Ein volles Herz ist ein Herz voll Liebe, ohne Angst, ein blühender zwölfblättriger Lotos, pranadurchflutetes Anahata Chakra. Menschen, deren Herzchakra entfaltet ist, besitzen die Gabe, andere mit ihren Worten zu berühren.

Auf Tuchfühlung mit dem Anahata Chakra - Die Eigenschaften des Anahata Chakra

Hanuman - der große Bhakta trägt Sita und Rama im Herzen

Übersicht zum Anahata Chakra und seinen Entsprechungen

Nähere Erläuterungen zur Übersicht

Das Anahata Chakra ist das vierte der sieben Hauptchakras. Als Herzzentrum schlägt es eine Brücke von den unteren drei Chakras, die für die Entwicklung und Entfaltung der Persönlichkeit wichtig sind, zu den oberen drei Chakras, denen das Potential inneliegt, die Grenzen der Persönlichkeit wiederum zu transzendieren und eine höhere Wirklichkeit zu erfahren. Also vom relativem zum absoluten Aspekt unseres Seins. Im Kundalini Yoga ist das Herz-Chakra von großer Bedeutung, da die Kundalinienergie sich bei ihrem Aufstieg in der Regel hier besonders lange aufhält.

Anahata bedeutet "unangeschlagen, ungetroffen, unverletzt, unbeschädigt". Dies bezieht sich auf den mit Anahata Chakra verbundenen Anahata Nada, auf die inneren kosmischen Klänge, die ohne jegliche Reibung (Anschlagen, Anstreichen, Anzupfen) existieren und uns, wenn wir uns tief genug in sie versenken, zum Ursprung unseres Seins führen können.

Das Anahata Chakra hat seinen Sitz in der Mitte der Brustwirbelsäule, von wo aus es nach vorn ausstrahlt und ein in seinem vorderen Kshetra (Energiefeld) liegendes Nebenchakra, das Hrid Chakra, steuert. Oftmals fällt es uns leichter, dieses vordere Chakra zu spüren. Das Anahata Chakra dirigiert außerdem die Thymusdrüse und das Herzgeflecht und nimmt somit Einfluss auf Immun- und Herz-Kreislauf-System des Körpers. Im physischen Körper kontrolliert das Herzchakra das Herz, die Lungen, den Blutkreislauf, das Lymphsystem, Brustkorb, Arme und Hände. Wenn du Atemprobleme hast oder Brustkrebs, dann besteht ein Ungleichgewicht im Herzchakra. Anahata steuert auch den Tastsinn. Fühlen, Spüren, Berühren, Berührtwerden und Umarmen drücken sich aus über Haut und Hand.

Die Aura-Farbe Grün ist die äußere Farbe, mit welcher das Chakra ausstrahlt. Die innere Farbe Blau ist die Farbe des Elements Luft (Vayu), welches durch Anahata Chakra regiert wird. Im Ayurveda entspricht also das Luft-Dosha Vata dem Anahata Chakra. Luft ist formlos, dehnt sich bei Wärme aus und zieht sich bei Kälte zusammen. Sie kann einen Raum erfüllen oder etwas umhüllen. Luft ist klar und rein, sie verkörpert die Weiten des Himmels. Sie zeichnet sich aus durch Leichtigkeit, Durchlässigkeit, Bewegung und Wandlung. Entsprechend bringt dieses Tattwa Charaktereigenschaften wie Offenheit, Anpassungsfähigkeit, Toleranz, Aufnahmefähigkeit, Kommunikation, Weite, vielseitiges Interesse und Verstehen mit sich. Luft ist aber auch "ein leichtes Element und rennt wie ein junger Hirsch mit schnellen Sprüngen einmal hierhin und einmal dorthin. Liebe zu den Menschen, der Natur und zu Gott bildet die Motivation zur Erlangung höchster Harmonie." (Rhyner, Das neue Ayurveda Praxis Handbuch, S.93)

Durch Rezitation des Bija Mantras "Yam" wird das Herz in Schwingung versetzt, sodass sich Blockaden in diesem Bereich lösen können. Auch durch Visualisierung des Hexagramms, des Yantras des Anahata Chakras oder durch das Sich Vorstellen der schwarzen Antilope, des Tieres des Anahata Chakras, kann Anahata Chakra aktiviert werden. Die Antilope (bzw. Gazelle oder Reh) verkörpert Leichtigkeit, Zartheit, Sensibilität, Anmut und Wachsamkeit.

Der Lotos des Anahata Chakras hat zwölf zinnoberrote Blütenblätter, also zwölf Hauptnadis, die durch das Chakra hindurchgehen. Ihre Energie drückt sich in ihrer tiefroten Farbe aus und kann durch die Bija Mantras der Blütenblätter Kam, Kham, Gam, Gham, Ngam, Cham, Chham, Jam, Jham, Njam, Tam, Tham - Laute des Sanskrit-Alphabets, die bestimmte Frequenzen besitzen - aktiviert werden. Diese Energie dehnt sich in zwölf Richtungen, also in alle Dimensionen, aus. Dadurch stellt das Anahata Chakra das Gleichgewicht im Energiefluss des Körpers her.

Auf die Kraft des Gleichgewichts des Anahata Chakras verweist auch die Ausgeglichenheit seines Yantras. Der sechszackige Stern setzt sich aus zwei ineinander verschränkten gleichseitigen Dreiecken zusammen, von denen eines nach oben und eines nach unten gerichtet ist. Nach tantrischer Tradition zeigt sich darin die harmonische Vereinigung des männlichen und weiblichen Prinzips - von Shiva und Shakti.

Auch Mahar Loka, die Ebene des Anahata Chakras und eine der sieben Himmelswelten der hinduistischen Kosmologie, deutet als großartige Ebene, auch als Ebene des Gleichgewichts bekannt, auf die bereits erwähnte verbindende und harmonisierende Funktion dieses Chakras. Im Mikrokosmos des menschlichen Körpers entspricht Mahar Loka dem Astralkörper (Sukshma Sharira) und der geistig-intellektuellen Hülle (Vijnanamaya Kosha).

Dem Anahata Chakra entsprechen bestimmte göttliche Attribute, die sich durch die ihm innewohnenden Gottheiten ausdrücken. Zum einen wohnt hier der kampferblauhäutige Ishana Rudra Shiva, aus dessen Locken die heilige Ganga fließt. Er sitzt, von Schlangen umwunden, mit Trishul in seiner rechten und Damarutrommel in seiner linken Hand auf einem Tigerfell. All diese Merkmale geben Hinweis auf sein friedfertiges, wohlgesonnenes, leidenschaftsloses und ständig glückliches Wesen. Er ist von der Welt losgelöst, denn er weiß um "Aham Brahmasmi". Zum anderen findet sich im Anahata Chakra ein Lingam mit Rudra Shiva als Sadashiva, als ewigem Wohltäter.

Das Herzchakra wird außerdem von der vierköpfigen Göttin Kakini bewohnt. Sie ist rosa- oder goldgelbfarben, trägt ein himmelblaues Gewand und sitzt auf einem Lotos. In den Händen hält sie Trishul, Schwert, Schild und Totenkopf - Symbole, die Hinweis darauf geben, dass sie die Kraft hat, Prozesse des Schöpfens, Erhaltens und Zerstörens im Gleichgewicht zu halten, Hindernisse zu beseitigen, vor weltlichen Einflüssen zu schützen und von der Unwissenheit zu befreien. Sie soll zu zeitloser Musik, Poesie und Kunst auf besonders feinem Niveau anregen. Ihre Bhakti Energie wird durch die Kundalini Shakti unterstützt, die im Anahata Chakra als meditierende Göttin im Lotossitz auftaucht und als personifizierte Hingabe zum Aufstieg in höhere Bewusstseinsebenen inspiriert.

Das Anahata Chakra steht für Liebe, Freude, Mitgefühl, Einfühlungsvermögen, Uneigennützigkeit, Frieden, Harmonie, Reinheit, Klarheit, Vergebung, Geduld , Freundlichkeit und für unser Innerstes, unsere Seele. Es wird als Sitz von Jivatman und Parashakti betrachtet und in den Upanishaden als kleine Flamme im Herzen beschrieben. Wir sehnen uns nach einer Vision des Göttlichen und in dem Gefühl, ein Instrument Gottes zu sein, öffnen wir uns ganz dem Dienst an der Schöpfung. Dieses Zurücktreten des Egos steht im Zusammenhang mit der Auflösung von Vishnu Granthi, dem Knoten in der Sushumna oberhalb des Anahata Chakras, welcher das Aufsteigen der Kundalini Energie blockiert.

Steht der Herzlotos in voller Blüte, so erfahren wir Wonne (Ananda), bedingungslose Liebe und Hingabe an das, was ist. Wir spüren die Einheit allen Seins und sind mit uns selbst und anderen im Reinen. In Jesus Christus oder auch Hanuman verkörpern sich die höchsten Eigenschaften eines offenen Herzens. Aussagen wie jene aus der Bergpredigt: "Selig sind, die da reinen Herzens sind. Denn sie werden Gott schauen" und "Herr, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun” zeugen uns Beispiel davon.

Anahata Chakra - das Herzchakra The media player is loading...

Hand aufs Herz! - Aktivierung des Anahata Chakras

Meditation auf Anahata

Um den Lotos Deines Anahata Chakras erblühen zu lassen, kannst Du Dich von folgenden Vorschlägen inspirieren lassen:

Meditationen für das Anahata Chakra

Herz-Chakra-Meditation aus dem Kundalini Yoga

Meditationsanleitung von Swami Nirgunananda

Bei dieser Meditation ist es wichtig und hilfreich, wenn du deine Wirbelsäule gut aufgerichtet hast, den Brustkorb nach vorne öffnest, die Schultern nach hinten unten sinken lässt, so dass sich der Brustkorb gut öffnen kann, das Herz weit und offen ist. Dann gehe mit deiner Achtsamkeit und Konzentration in das Herzchakra – Anahata Chakra – das Energiezentrum in der Mitte der Brustwirbelsäule bis nach vorn in die Mitte der Brust ausstrahlend. Du kannst dort einfach nur mit deiner vollen Achtsamkeit und einpünktigen Konzentration bleiben und dieses Energiezentrum mit aller Aufmerksamkeit spüren und wahrnehmen, oder du kannst diese Konzentration mit verschiedenen weiteren Elementen als Konzentrationshilfe verbinden.

Lasse den Atem in deiner Vorstellung durch dieses Herzzentrum fließen – einatmen zur Mitte des spirituellen Herzens in der Mitte der Brust; ausatmen, dabei vom Herzen her weit werden.

Wenn du visuell orientiert oder begabt bist, stelle dir dort einen strahlenden sechszackigen blauen Stern vor, umgeben von 12 roten Blütenblättern. Das Herzchakra steht für das Luftelement. Du kannst dir jetzt vorstellen, dass von diesem blauen sechszackigen Stern ein starker Wind in alle Richtungen bläst und alle Unreinheiten, alle Blockaden, alles Belastende aufwirbelt und wegweht. Das Luftelement steht für Qualitäten wie Leichtigkeit, Freiheit, Flexibilität, Toleranz, Verständnis, Schnelligkeit. Du kannst dir jetzt vorstellen, wie sich die 12 roten Blütenblätter mehr und mehr öffnen und entfalten und dabei diese Eigenschaften in dir stark werden lassen:

Leichtigkeit ... Freiheit ... Beweglichkeit ... Flexibilität ... Toleranz ... Verständnis ... Schnelligkeit ... Offenheit ... Weite, sowohl Weite des Herzens wie des geistigen Horizonts ... Herzensverbindung ... Feinfühligkeit ...

Behalte weiter diese Vorstellung bei: strahlender blauer sechszackiger Stern im Herzen, umgeben von 12 Blütenblättern, die sich mehr und mehr öffnen und ausstrahlen. Oder spüre mit deiner ganzen Konzentration hinein, lasse den Atem durch das Herzchakra hindurch fließen und spüre, wie sich diese Qualitäten in dir entfalten.

Anahata-Chakra-Meditation mit Sukadev

Lotos-des-Herzens-Meditation

Meditationsanleitung von Swami Nirgunananda

Ich lade dich ein zur Meditation über "den Lotos des Herzens". In den indischen Schriften wird mehrfach auf diese Symbolik des Lotos im Herzen Bezug genommen. In der Narayana Upanishad etwa heißt es sinngemäß:

"In der Mitte deines Körpers, im makellosen Lotos des Herzens, ist die Wohnstätte des Höchsten Seins in Form von strahlendem Licht.

Geh dorthin und erfahre Gott in Form von innerem Frieden, unvergänglichem Glück und tiefer Stille."

Konzentriere dich also zunächst auf dein Herz, spirituelles Herz, in der Mitte der Brust. Stelle dir jetzt dort eine wunderschöne Lotosblüte vor – ähnlich wie eine Seerose – die zunächst noch geschlossen ist, als Knospe. Der Lotos gilt als Symbol der höchsten Verwirklichung – Wassertropfen perlen daran ab, benetzten nicht. Im Narayana Suktam, einer Hymne an Gott, das Höchste, als Ur-Intelligenz, als Urwesen in und hinter der Schöpfung, heißt es: "Diese Lotosblüte umschließt einen feinen Raum, in dem die Grundessenz aller Dinge vorhanden ist. In diesem Raum im Herzen befindet sich das Feuer der Unvergänglichkeit und Allwissenheit." Jetzt sieh, wie unter deiner Achtsamkeit und Konzentration diese Lotosblüte ihren Kelch allmählich mehr und mehr entfaltet, eine wunderbare, zarte strahlende Blüte wird.

Im Inneren der Blüte siehst du ein kleines Licht, eine kleine Flamme. Konzentriere dich auf dieses Licht, umgeben von den zarten Blütenblättern des Lotos. Lasse durch deine Konzentration das Licht immer stärker werden, immer strahlender. Es züngelt in alle Richtungen, schaut überall hin und nimmt die Nahrung auf, die ihm gereicht wird. Die Strahlen dehnen sich weit nach allen Seiten, nach oben und nach unten aus und erwärmen den ganzen Körper vom Kopf bis zu den Füßen. Strahlend wie das Aufleuchten des Blitzstrahls in blauen Wolken; schlank, goldgelb wie die Ähren des Getreides; fein wie das winzigste Atom, so herrlich glüht dieses Licht.

In der Mitte dieser Flamme wohnt das Höchste Selbst, das Unvergängliche, das Absolute, das aus sich selbst existierende Wesen in Form von tiefem Frieden und immerwährendem inneren Glück, unabhängig von äußeren Umständen. Gehe in diesen inneren Frieden und das innere Glück, das du dauerhaft nur dort, in dir, finden kannst, in der Stille.

Herzensübung-Meditation mit Sukadev

Lotosmeditation zur Entfaltung von Herzenseigenschaften

Meditationsanleitung von Swami Nirgunananda

Wenn du ein Bild einer Lotosblüte oder einer Seerose hast, kannst du das Bild vor dich hinlegen und während der ersten Schritte dieser Meditation das Bild fixieren. Die Meditation ist aber auch sehr gut möglich ohne Bild, indem du dir nur in deiner Vorstellung eine wunderschöne Lotosblüte oder Seerose visualisierst.

Sitze aufrecht und gerade für die Meditation. Richte dich auf deinem Kissen, deiner Decke so ein, dass du bequem, fest und bewegungslos sitzen kannst. Entspanne die Körperteile so weit wie möglich. Halte die Wirbelsäule aufrecht. Die Augen sind sanft geschlossen.

Du kannst im ersten Schritt deiner Meditation die Augen nochmals öffnen und dir dein Lotosbild anschauen. Oder ohne Bild bei geschlossenen Augen deine Lotosblüte visualisieren.

Falls du ein Bild anschaust: Richte deinen Blick ganz weich und sanft und möglichst ohne zu blinzeln eine Weile auf dein Bild. Lass dabei die Schönheit, Unberührtheit, die wunderbare Öffnung des Lotos ganz auf dich wirken. Dann schließe sanft die Augen. Visualisiere weiter diese Lotosblüte vor deinem inneren Auge und lass sie intuitiv auf dich wirken. Jetzt gehe mit deiner Achtsamkeit und Konzentration in dein Herz, ins spirituelle Herz in der Mitte der Brust. Bringe entweder nur deine Achtsamkeit dort hin, spüre dort hin oder, wenn dir das Visualisieren leicht fällt, visualisiere dir dort diese wunderschöne Lotosblüte. Noch im geschlossenen oder halb geschlossenen Zustand. Während der weiteren Meditation lässt du diese Blütenblätter allmählich sich weiter und weiter entfalten.

In der Narayana Upanishad heißt es sinngemäß:

"In der Mitte des Körpers ist der makellose Lotos des Herzen. Dort ist die Wohnstätte des höchsten Wesens in Form von Frieden und Glück und höchster Wonne. Geh' dorthin, wenn du immerwährendes Glück und Frieden erfahren willst."

Bleibe mit deiner ganzen Achtsamkeit und Aufmerksamkeit zentriert im Herzen. Spüre und visualisiere dort diese wunderschöne, zarte, reine, unberührte Lotosblüte deines Herzens und dann lasse sie langsam Blütenblatt für Blütenblatt sich entfalten. Spüre und visualisiere: Ein Blatt nach dem anderen öffnet sich, strahlt. Über das ganze Herz, den ganzen Körper, darüber hinaus. So entfalten sich all diese Herzenseigenschaften in dir. Dein Herz ist offen, weit, bereit zu empfangen und zu geben. Lass mehr und mehr den Lotos deines Herzens sich entfalten. Das Strahlen der Blütenblätter wird stärker und stärker.

Eine Weile Stille, ca. 5 – 10 Minuten.

Wenn dich die obigen Schritte sehr berühren, kannst du auch während der ganzen weiteren Meditation bei dieser Konzentration bleiben und den unteren Schritt weglassen. Ansonsten gehe zum Schluss der Meditation nochmals in die Mitte. Jetzt gehe in die Mitte deiner Lotosblüte.

"In der Mitte des Körpers ist der makellose Lotos des Herzen. Dort ist die Wohnstätte des höchsten Wesens in Form von Frieden und Glück und höchster Wonne. Geh' dorthin, wenn du immerwährendes Glück und Frieden erfahren willst."

Sei ganz zentriert in dieser Mitte. Spüre diesen ursprünglichen Wesenskern in dir. Die Quelle allen Seins.

5 - 10 Minuten Stille. OM

Anahata-Chakra-Rosen-Meditation mit Sukadev

Anahata-Chakra-Erd-Himmel-Meditation

Nutze die Energie von Mutter Erde, um dein Herzchakra zu aktivieren. Und nachdem du die Erdenergie zum Herzen gebracht hast, lass die Herzensenergie nach oben über die Scheitelgegend zum Himmel ausstrahlen. Du kannst das verbinden mit einem Mantra oder auch mit einer Baum-Visualisierung. Sukadev und Saradevi leiten dich zu dieser Anahata-Chakra-Erd-Himmel-Meditation aus dem Kundalini Yoga. The media player is loading...

Anahata-Chakra-Rosen-Meditation

The media player is loading...

Siehe auch

Literatur

Weblinks

Seminare

Chakras

25.03.2016 - 27.03.2016 - Chakra-Yoga - Schwerpunkt Swadhisthana und Manipura
Lerne alles über das zweite und dritte Chakra: Swadhisthana- und Manipura-Chakra und das sie verbindende Element. Ihre Symbolik, Einflussbereiche im physischen Körper, psychische Ebenen, Entwickl…
Vani Devi Beldzik,
01.04.2016 - 10.04.2016 - Chakra-Kur - Reinigung der Chakras
Für die Reinigung der Chakras konzentrierst du dich unter Anleitung jeden Tag auf ein anderes Chakra. Die tägliche Meditation, Yoga Asanas und Pranyama-Sitzungen sind auf das spezielle Chakra des…
Vani Devi Beldzik,Alexandra Kabisch,

Energiearbeit

18.03.2016 - 20.03.2016 - Energieschutz mit Yoga
Du lernst mit einfachen Yogatechniken einen wirksamen Schutz vor Energieverlusten. Besonders für Menschen, die mit Körperenergien arbeiten oder viel mit Menschen zu tun haben (Lehrer, Pflegeberuf…
Venkatesha Zaremba,
20.03.2016 - 25.03.2016 - Pranayama - Yogalehrer Weiterbildung
Bereichere deine Yogastunden durch spezielle und hochwirksame Atemübungen. Lerne, die Atemübungen an die Bedürfnisse deiner Teilnehmer/innen anzupassen. Erfahre auch mehr über die yogatherapeut…
Sukadev Bretz,Radharani Birkner,Shaktipriya Vogt,

Meditation

13.03.2016 - 16.03.2016 - Ayurveda Meditationstechniken
Meditation ist die höchste aller Yoga Praktiken. Meditation ist mehr als nur Schließen der Augen und ruhiges Sitzen: Sie bedingt Harmonie in Körper, Geist, Sinnen und Prana (Lebensenergie). Du l…
Leela Mata,
20.03.2016 - 25.03.2016 - Walk in Balance - Meditatives Wandern im Allgäu
Walk in Balance ist ein ideales Yoga Erholungstraining in der Natur. Beim meditativen Wandern auf sehr schönen Wanderwegen im Allgäu legen wir besonderen Wert auf Yoga Atmung, Meditation, Stille…
Gabi Dörrer,