Vergebung

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Vergebung : Was bedeutet das Wort Vergebung? Was will man mit diesem Wort sagen? Wozu ist Vergebung gut? Welche anderen Substantive, welche Adjektive und Verben stehen im Zusammenhang mit dem Wort Vergebung? Vergebung bedeutet die Verzeihung eines Fehlers bzw. eines Unrechtes. Meist spricht man von Verzeihung, wenn ein Mensch dem anderen vergeben soll.

Vergebung - eine der wichtigsten Tugenden

Und man spricht von Vergebung in einem eher religiösen Kontext. Gerade im Christentum spielen die Begriffe Sünde und Vergebung der Sünde eine zentrale Rolle. Der Mensch bedarf laut christlicher Theologie der Vergebung der Sünden. Dadurch dass Jesus Christus am Kreuz für die Vergebung der Sünden gestorben ist, kann jeder Mensch der Vergebung teilhaftig werden, wenn er Reue zeigt und an Jesus glaubt. Andere Religionen legen keinen so großen Wert auf Sünde und Vergebung – haben aber auch ihre eigenen Wege im Umgang mit Schuld, Sühne, Reue und Vergebung.

Vergebung alternativ auch Verzeihung, übersetzt sich aus dem griechischen „amnestia“ mit „Nicht-Gedenken“. In vielen Kulturen gilt die Vergebung als eine menschliche Tugend (auch eine Tugend der Könige). Wer anderen vergibt, ist für etwas, das ihm angetan worden ist, nicht nachtragend und zur Versöhnung bereit. Heute gilt das Verzeihen als ein Merkmal fortgeschrittener Zivilisation. Eine besondere, offizielle Art und Weise der Vergebung ist die Begnadigung. Verwandte Begriffe zu Vergebung sind: Entschuldigung und Versöhnung, Entschuldigung, Gnade, Lossprechung, Nachsicht, Rücksicht, Sündenerlass, Verständnis, Verzeihung.

Eine wesentliche Rolle spielt die Vergebung in den meisten Religionen. Vergebung dient hierbei als ein Weg der Konfliktlösung. „Ein anderer Aspekt der Vergebung spiegelt sich in der Beziehung zwischen Gott und Mensch wider, besonders in den monotheistischen Religionen, in denen Gott sowohl als „gerecht“ als auch als „vergebend“ gesehen wird.“

Vergebung auf psychischer Ebene

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Die Vergebung durch die Psyche spielt für den Gesprächspsychotherapeut Reinhard Tausch eine große Rolle. Er untersuchte die psychologische Dimension des Vergebens. Laut seinen Forschungen sind intensive innere Selbstgespräche und Selbstreflexion ausschlaggebend für die mentale Bewältigung der verletzenden Probleme. Wie auch unter den folgenden Punkten aufgeführt, weißt auch Reinhard Tausch darauf hin, das eine „innere Vergebung“ bereits ausreichend sein kann. Diese „gedankliche Entschuldigung“ kann vor allem dann sinnvoll sein, wenn der andere nicht erreichbar ist oder eine Mitteilung unangemessen erscheint – obgleich eine Aussprache von Person zu Person die wirksamste und aufrichtigste Methode ist.

Frieden durch Vergebung

Der innere Frieden ist ein wichtiges Ziel jedes Menschen. Die Vergebung spielt in diesem Zusammenhang eine sehr wichtige Rolle. Erst wenn alle Unstimmigkeiten abgearbeitet wurden, kann die Lebensenergie (Prana) frei fließen und sich dieser Frieden einstellen. So heißt es auch im Volksmund: „Aus der Ruhe kommt die Kraft!“

Die wohl häufigste Ursache für Probleme, Ängste und Krankheiten sind Grollgefühle. Diese werden mit jedem ungelösten Tag schwerer zu tragen und werden auch zu einer immer fester sitzenden Last für den Menschen. Eigener Groll wird dann zuerst auf andere Menschen übertragen, die oftmals mit dem Problem gar nichts zu tun haben. Das geht oft soweit, dass Auseinandersetzungen mit Vater oder Mutter in verschiedensten Beziehungen zu Problemen führen, weil jedes Problem früher oder später nach Vergebung verlangt.

Ebenfalls ist häufig auch eine mangelnde Vergebung die tiefgründige Ursache. Die Wirkungsweise ist dabei medizinisch leicht nachvollziehbar und vor allem leicht zu sehen. Als Mensch der sich schuldig fühlt, steht man unbewusst immer unter einer bestimmten Angst und Druck. Diese ständige Angstspannung bewirkt eine stetige Überaktivierung des Parasympathikus, der zuständig ist für Fluchtbewegungen. Letztlich geht dieser Dauerstresszustand auf Kosten des Immunsystems. Die Anfälligkeit für allerlei Bakterien und Viren ist alleine deswegen erhöht.

Für eine Vergebungsarbeit müssen keine anderen Personen anwesend sein. Vergebung findet im eigenen Geist statt, nirgends sonst. Solange etwas nicht vergeben ist, hängt an der Person, die noch nicht vergeben hat, so etwas wie ein dunkler Energieklumpen, der auch energetisch mit der oder den anderen beteiligten Personen verbunden ist. Dieser „Energieklumpen“ wird Groll genannt oder, besser gesagt, durch Groll und unterdrückten Zorn verursacht. Erst die Vergebung befreit davon.“[1]

Das verlangt eine einsichtige Reflektion der Dinge und das Anerkennen und Verarbeiten grollfördernder Verhaltensweisen. Diese Auseinandersetzungen sind Selbstheilung. Eine ganzheitliche Vergebung besteht aus deri wichtigen Teilen. Zum einen ist das die Vergebung anderen Personen oder einer anderen Person. Zum zweiten das Bitten um Vergebung und zu letzt auch sich selbst zu vergeben.

"Ich bin bereit zu vergeben. Mir selbst und anderen zu vergeben befreit mich von der Last der Vergangenheit. Vergebung ist die Antwort auf fast aller Probleme. Ich vergebe, und schenke mir damit die Freiheit." [2]

Drei Teile der Vergebung

Die Liebe ist die stärkste Kraft im Universum

Für jeden der drei Teile einer ganzheitlichen Vergebung, formulierst du dir Sätze, die einer Entschuldigung gleich, dein Problem ins Reine bringen sollen. Diese Sätze ließt du dir dann laut vor oder formulierst diese in Gedanken um in deinem Geist einen neuen Eindruck entstehen zu lassen. Das Entlastet dein Gewissen von den Spannungen des Vergebungsthemas.

Einer Person/Personen vergeben

Alle Vorwürfe die man unbewusst oder bewusst gegen andere hegt, werden in diesem ersten Teil aufgelöst. Manchmal schlummern unbewusste Vorwürfe tief im inneren unseres Geistes die durch Meditation oder gründliche Reflexion an die Oberfläche gelangen können. Je mehr Vorwürfe dieser Art aufgedeckt werden können, umso tiefgreifender wird der Vergebungsprozess sein, den sie durch die Sätze durchlaufen.

Um Vergebung bitten, beziehungsweise die Schuld begleichen

Die Einsicht der eigenen Schuld muss hier vorausgesetzt sein. In welchem Bezug auch immer man sich schuldig fühlt, sollte man einen Satz formulieren, indem man um Vergebung bittet. Diesen Satz sollte man sich auch laut vorsprechen. Zusätzlich müssen auch auf materieller Ebene die Schulden beglichen werden, wenn es sich um materielle Schulden wie Geld etc. handelt. Da sich das Vergeben auf einer höheren Ebene abspielt muss die betreffende Person nicht anwesend sein und trotzdem wird der Geist der Person die Vergebung dankend annehmen. Sie werden fühlen, wie erleichtert sich ihr Geist nach der Vergebung anfühlt - befreit von den Ketten in die er vorher gefesselt war.

Sich selbst vergeben

Das Vergeben der eigenen Person betrifft die Selbstvorwürfe die man sich oft selbst zuschiebt. Oftmals wirft man sich selbst vor, das Problem verursacht zu haben. Diese Vorwürfe stecken oft tief im Verborgenen. Es hilft, sich auch hier einen Selbstvergebungssatz für jeden aufgedeckten Selbstvorwurf zu formulieren. Es steht dir zu, dir selbst zu vergeben. Es ist dein göttliches Recht.

Vergebung als hilfreiche Tugend.

Aus einem Vortrag von Sukadev Bretz

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Vergebung geben um sich selbst zu befreien

Vergebung hat etwas mit Geben zu tun, geben, du gibst jemandem etwas, du gibst ihm nämlich, dass du ihm vergibst. Vergebung ist ein machtvolles Mittel, aus Ärger, Wut und Gekränktheit heraus. Es gibt so vieles, wegen dem man sich gekränkt fühlen kann. Menschen verletzen dich unfreiwillig, Menschen verletzen dich auch freiwillig. Manche Menschen spielen dir übel mit, bewusst, manche machen es unbewusst. Die Mehrheit der Menschen ist zwar die Mehrheit der Zeit freundlich, aber es gibt auch Menschen, die mal andere fies behandeln. Aber was nutzt es, wenn du auf den anderen wütend bist?

Gib fremden Menschen keine Macht über dich

Ich sage gerne, gib doch nicht dem Menschen, der dir Böses angetan hat, so viel Macht über dich, das ist der nicht wert. Warum solltest du dem, der dich am wenigsten mag, die meiste Macht über dich geben? Das kann manchmal helfen. Und dann kannst du sagen:

  • „Ja, der war vielleicht irgendwo selbst in einer schwierigen Situation, er hatte selbst Probleme gehabt, ich vergebe ihm.“

Oder du kannst auch sagen:

  • „Der mag mich halt nicht, er kann ja nichts dafür, was will ich machen? Ich vergebe ihm.“

Du kannst auch überlegen:

Nehme dein schlechtes Karma an und mache dir kein neues

Der Yogabegriff des Karmas sagt ja auch, dass keiner dir etwas antun kann, was nicht auch als Lernlektion für dich dienen kann. Letztlich, wie Jesus gesagt hat: „Es muss ja Übles kommen, aber wehe dem, durch den es geschieht.“ Das heißt zum einen, du musst deine Erfahrungen machen und um zu wachsen, brauchst du auch mal unangenehme Erfahrungen. Jemand muss dir die unangenehmen Erfahrungen antun. Daher: „es muss Übles kommen“ im Sinne von „Herausforderungen kommen“. Und der zweite Teil ist, wer dir aus freiem Willen heraus Schlechtes antut, der schafft sein eigenes Karma. Du musst noch nicht mal beurteilen, ob der das jetzt versehentlich oder absichtlich gemacht hat, das Karma wird das schon herausfinden und wird dafür sorgen.

Deine Aufgabe ist zu wachsen, überlasse das Urteilen dem Karma

Deine Aufgabe ist es, selbst zu wachsen, Lernlektionen anzugehen und vielleicht schrittweise den Weg zur Vergebung zu finden. Es gibt auch diesen etwas unschön formulierten Ausdruck im Alten Testament: „Mein ist die Rache, spricht der Herr.“ Was heißen soll, nicht du solltest das Recht in deine Hand nehmen, nicht du musst dich rächen, nicht du musst dem anderen eins auswischen, sondern das Karma wird dafür sorgen.

Natürlich, angenommen: jemand hat wirklich eine kriminelle Handlung getan oder es ist anzunehmen, dass der andere auch bei anderen so schlimm sein wird, dann solltest du natürlich etwas tun, dann solltest du aktiv werden, aber jetzt nicht im Sinne von Rache und auch dauerhaft jemandem böse zu sein, hilft auch nicht. Im Gegenteil, das kann dich in die Depression bringen.

Vergebung als Weg aus Burnout und Depression

Man weiß heute, dass insbesondere Burnout ensteht, aus einer Verbindung von starkem Engagement, intensivem Tätig-Sein, voller Konzentration auf z.B. die Arbeit, und dann großer Enttäuschung. Zum Beispielm, irgendjemand hat einem etwas Schlimmes angetan, irgendjemand, auf den man gesetzt hat, hat einen so behandelt, wie man denkt, dass man nicht hätte behandelt werden sollen.

In diesem Sinne, die Fähigkeit zur Vergebung wäre auch für dich eine Möglichkeit für Gesundung. Nicht bei allem, was Menschen dir angetan haben, ist es leicht, zu vergeben. Nicht alles kannst du vielleicht allein und nicht alles geht so schnell. Manchmal musst du dir auch zugestehen:

  • „Ja, ich habe großen Grund, über den ärgerlich zu sein. Es war nicht ok, was der gemacht hat. Und ich finde es nicht gut. Und es ist ok, dass ich Ärger empfinde.“

Manchmal musst du dir selbst das auch eine Weile erlauben, das hilft manchmal, dass es nicht im Unterbewussten schlummert und von innen heraus nagt. Aber irgendwann sollte es zur Vergebung kommen.

Hilfe zur Vergebung

Eine Hilfe zur Vergebung wäre auch, wenn du jemanden hättest, mit dem du über diese Gefühle sprechen kannst, dem du dich anvertrauen kannst. Zum Teil ist das der Psychotherapeut, zum Teil kann es dein Partner, deine Partnerin sein, dein bester Freund, deine beste Freundin, es könnte auch einfach ein Stück Papier sein oder dein Smartphone, wo du das alles reinschreibst oder diktierst.

Nachher sorge natürlich dafür, wenn du über all das schreibst, dass es nicht so schnell von anderen auch gelesen werden kann, dass nicht zusätzlich noch jemand sich über dich lächerlich macht. Aber es hilft, es zu Papier zu bringen, es hilft, es auszudrücken. Oder du kannst auch zu dir selbst sprechen auch geistig und kannst dir über die Gefühle klar sein und kannst dir auch mal eine Weile diese Gefühle von Wut und Gekränktheit erlauben. Aber dann wisse, es wird Zeit, darüber hinauszugehen, es ist Zeit, mit dir selbst ins Reine zu kommen, es wird irgendwann Zeit für die Kraft der Vergebung.

Und manchmal hilft es auch einfach, Yoga-Übungen zu machen und zu meditieren um neue Kraft zu bekommen. Wenn man mehr Kraft hat, mehr Energie, dann ist das Alte nicht mehr so wichtig und wenn das Alte nicht mehr so wichtig ist, dann ist es auch leichter, zu vergeben. Wenn man merkt, das Leben geht weiter, neue Chancen haben sich ergeben, neue Möglichkeiten entwickeln sich, dann ist das Leben auch wieder voll neuer Freude und Enthusiasmus. Und vergiss auch nicht, manchmal, wenn Menschen dir was Schlimmes antun, ist das sogar gut, damit du spirituell wächst, damit du von irgendwelchen Verhaftungen loskommst. Das Sanskrit-Wort für Vergebung ist übrigens Kshama. Mehr dazu unter dem Stichwort: Kshama.

Meditation der Vergebung

Eine Meditation von Swami Nirgunananda, aus dem Yoga Vidya Journal Nr.34 - Sommer 2017

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Sitze ruhig und gerade für die Meditation. Mache deine Haltung aufrecht, die Wirbelsäule aufrecht. Atme tief und bewusst, aber lautlos ein und aus. Öffne dich bewusst nach oben. Bitte um Führung und um Segen für diese spezielle Meditation.

Bedeutung des Wortes Vergebung

Wir wollen mit einer Meditation der Vergebung in mehreren Schritten üben. Denke zunächst einen Augenblick darüber nach, was das Wort Vergebung bedeutet. Was ist Vergebung? Was würde es bedeuten dein Leben, deinen Geist, dein Herz mit Vergebung zu füllen? Spüre jetzt in dein Herz hinein. Wende dich in deinem Herzen — sanft und ruhig — an dich selbst und sage zu dir: "Ich vergebe mir selbst." Sprich in deinem Herzen: "Ich vergebe mir."

ES gibt so viele Dinge, die wir mit uns tragen, über die wir uns Vorwürfe machen, wo wir uns für nicht gut genug halten, wo wir uns kritisieren, wo wir erbarmungslos mit uns selbst sind. Gehe in dein Herz, lasse alle diese Assoziationen kommen. Verdränge sie nicht. Lasse sie kommen. Beurteile nicht, identifiziere dich nicht mit ihnen. Lasse sie im Herzen schweben und wiederhole für dich: "Ich vergebe mir."

Gewähre dir selbst, deinem inneren Kind, wieder Zugang zu deinem Herzen. Verschließe nicht dein Herz. Ich vergebe mir. Lass diese Weichheit in dein Herz einziehen. Mitgefühl, mit all diesen Anteilen in dir selbst. Ich lasse mich selbst in mein Herz hinein. Ich vergebe mir. Lass diese Vergebung vom Herzen deinen ganzen Körper erfüllen. Spüre die Wärme, die Fürsorge, die Liebe, der dein ganzes [Wohlergehen] am Herzen liegt. Lass dich von dieser Barmherzigkeit und Güte umarmen.

Einige Momente Stille.

Einem anderen vergeben

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Vielleicht gibt es einen Menschen gegen den du eine Abneigung verspürst oder von dem du dich verletzt fühlst, gegen den du einen Groll hegst. Denke jetzt an diesen Menschen, stelle ihn oder sie dir vor. Öffne dein Herz für diesen Menschen. Nur für diesen Moment, für diesen Augenblick heiße ihn oder sie in deinem Herzen willkommen. Beobachte, ob dabei irgendwelche Widerstände, Ängste oder Erbitterung in dir aufsteigen. Löse solche etwaigen Spannungen auf, indem du ruhig weiteratmest und dieses Gefühl schweben lässt, es einfach da sein lässt. Spüre die Weite deines Herzens, löse die Mauern auf, die dich trennen, von Anfang an.

Lasse ihn oder sie für diesen Moment in dein Herz eintreten. Es ist schmerzhaft und leidvoll, sich selbst oder andere aus der Liebe, aus dem Herzen zu verbannen. Löse diesen Schmerz, dieses Leid auf, indem du dein Herz öffnest. Sprich nun in der Stille deines Herzens zu diesem Menschen: "Ich vergebe dir, was immer du mir vielleicht zugefügt haben magst – bewusst oder unbewusst, willentlich oder unwillentlich, durch Worte, Gedanken, Taten – ich vergebe dir."

Erlaube diesem Menschen einfach in der Stille, in der Wärme, in der Geduld deines Herzens zu verweilen. Lasse ihn Vergebung empfangen. Lasse die Trennung zwischen euch in Mitgefühl, Erbarmen, Liebe übergehen. Und lass ihn jetzt wieder seiner Wege ziehen mit deinem Segen, deinem Mitgefühl, deiner Liebe und deiner Vergebung.

Ein paar Minuten Stille.

Um Vergebung bitten

Du kannst jetzt an einen Menschen denken und ihn oder sie dir vorstellen. Der, von dem du weißt, dass er sich vielleicht von dir verletzt fühlt oder dass er Vorbehalte oder einen Groll gegen dich hat. Oder mit dem du vielleicht nicht so gut auskommst. Heiße ihn für diesen Augenblick in deinem Herzen willkommen. Öffne ihm oder ihr dein Herz. Achte auf alles was seinen/ihren Eintritt in dein Herz erschweren will. Löse diese Verhärtung sanft auf. Lass‘ die Empfindung frei schweben und lasse sie fließen. Heiße ihn oder sie in deinem Herzen willkommen und sprich zu ihm oder ihr: "Ich bitte dich um Vergebung. Ich bitte dich um Vergebung für Leid, dass ich dir willentlich oder unwillentlich, wissentlich oder unwissentlich zugefügt haben mag durch meine Worte, Taten oder Gedanken. Ich bitte dich um Vergebung. Gewähre mir Einlass in dein Herz."

Gestehe es dir zu, die Vergebung zu empfangen. Lasse es zu, dass dir vergeben wird. Nimm seine/ihre Vergebung an. Lasse ihn/sie dich wieder in sein/ihr Herz aufnehmen. Habe Erbarmen und Mitgefühl mit dir selbst und anderen. Lass’ dein Herz sich ganz erfüllen mit Mitgefühl und empfangender Vergebung. Sage dem Menschen freundlich: Danke und lebe wohl und lasse ihn mit einem Segen seines Weges ziehen.

Einige Minuten Stille.

Ausdehnung der Vergebung

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Im letzten Schritt der Meditation, der in die Stille mündet, fange an dieses Wunder der Vergebung, des Erbarmens, der Liebe, mit anderen zu teilen. Lasse es sich ausbreiten auf alle Menschen die dich umgeben, hier im Raum und darüber hinaus. Spüre wie du die ganze Welt, die ganze Schöpfung in dein Herz aufnehmen kannst und diese Liebe, das Erbarmen, das Verstehen von allem, das Vergeben von allem, ausdehnen kannst auf alles und so auf eine tiefe Weise heil, ganz und eins sein kannst mit allem. Mit diesem Gefühl dieser Vorstellung, die ganze Welt, alle Wesen in deinem Herzen oder mit dieser Schwingung von Liebe, Erbarmen, Vergebung, die vom Herzen ausstrahlt in alle Richtungen, meditiere während der nächsten 5 Minuten in der Stille.

Das Wort Vergebung

Vergebung - Antonyme und Synonyme

Persönlichkeitsmerkmale und Tugenden versteht man am besten in ihrer Beziehung zueinander. Hier einige Hinweise, wie man Vergebung in Beziehung zu anderen Fähigkeiten und Verhaltensweisen sowie in Bezug auf Laster sehen kann:

Ähnliche Eigenschaften wie Vergebung - Synonyme

Sich selbst zu verzeihen ist die schwierigste Disziplin

Ähnliche Eigenschaften wie Vergebung, also Synonyme zu Vergebung sind z.B. Freisprechung, Begnadigung, Barmherzigkeit, Mitgefühl, Verzeihung.

Ausgleichende Eigenschaften

Jede Eigenschaft, jede Tugend, die übertrieben wird, wird zu einer Untugend, zu einem Laster, einer nicht hilfreichen Eigenschaft. Vergebung übertrieben kann ausarten z.B. in Willkür, Vorliebe, Vetternwirtschaft, Eigenwilligkeit, Inkonsequenz, [[]]. Daher braucht Vergebung als Gegenpol die Kultivierung von Mitgefühl, Einheitsdenken, Toleranz, Striktheit.

Gegenteil von Vergebung - Antonyme

Zu jeder Eigenschaft gibt es ein Gegenteil. Hier Möglichkeiten für Gegenteil von Vergebung, Antonyme zu Vergebung :

Vergebung Antonyme

Antonyme Vergebung sind Mitgefühl, Einheitsdenken, Toleranz, Striktheit, Gnadenlosigkeit, Hartherzigkeit, Unbarmherzigkeit, Härte, ohne Mitgefühl, nicht verzeihen können, Intoleranz.

Vergebung im Kontext von Big Five, Ayurveda Doshas und DISG

Bewusste Entwicklung von Vergebung

Vergebung kann hilfreich sein in verschiedenen Lebensumständen. Vielleicht willst du die Fähigkeit zur Vergebung entwickeln als eine wichtige Eigenschaft in dir. Hierzu einige Tipps:

  • Nimm dir vor, eine Woche lang diese Eigenschaft der Vergebung mehr zu leben, in dir stärker werden zu lassen.
  • Du kannst dir vornehmen: "Während der nächsten Woche werde ich Vergebung kultivieren. Ich freue mich darauf, in einer Woche ein Mensch zu sein, der vergeben kann."
  • Nimm dir vor, täglich mindestens etwas zu tun, was Vergebung ausdrückt. Mache jeden Tag einiges oder mindestens etwas, was du sonst nicht tun würdest, und was diese Eigenschaft zum Ausdruck bringt.
  • Wenn du morgens aufwachst, dann sage eine Affirmation, z.B.: "Ich entwickle die Fähigkeit zur Vergebung ".
  • Du kannst dir auch einzelne Menschen vorstellen und innerlich sagen: "Lieber XYZ, ich vergebe dir. Bitte vergib du auch mir".

Oft geht es nicht ganz so einfach mit der Vergebung - aber bei kleinem erlebten Unrecht könnte man es so ausprobieren.

Gebet für Vergebung

Im Gebet

Auch ein Gebet ist ein machtvolles Mittel, um eine Tugend, eine Fähigkeit, zu kultivieren. Hier ein paar Möglichkeiten für Gebete für mehr Vergebung :

  • Lieber Gott, bitte gib mir die Fähigkeit zu vergeben.
  • Liebe Göttliche Mutter, ich danke dir. Ich danke dir dafür, dass ich jeden Tag die Tugend Vergebung mehr und mehr zum Ausdruck bringe.

Frage dich: Was müsste ich tun, um die Fähigkeit zur Vergebung zu entwickeln?

Du kannst dich auch fragen:

  • Was müsste ich tun, um Vergebung zu entwickeln?
  • Lieber Gott, bitte zeige mir den Weg zu mehr Vergebung
  • Angenommen, ein Wunder würde geschehen, und ich hätte morgen die Kunst der Vergebung kultiviert, könnte wirklich tief von Herzen allen vergeben, was hätte sich geändert? Wie würde ich fühlen? Wie würde ich denken? Wie würde ich handeln? Als Mensch, der schnell vergeben kann, wie würde ich reagieren, mit anderen kommunizieren?

Literatur

  • „Vergib dir selbst“ von Anselm Grün. Verlag: Münsterschwarzacher Kleinschriften.

Siehe auch

Eigenschaften im Alphabet vor Vergebung

Eigenschaften im Alphabet nach Vergebung

Vortragsmitschnitt zu Vergebung - Audio zum Anhören

Hier kannst du einen Vortrag von Sukadev Bretz, Gründer von Yoga Vidya, anhören. Dieser Vortrag ist die Audio Version eines Videos zu Vergebung, Teil des Yoga Vidya Multimedia Lexikons der Tugenden.

Dieses Audio wird später eingefügt. Wir bitten um Verständnis

Selbsterfahrung, Yoga und Psychotherapie Yoga Vidya Seminare

Seminare zum Thema Selbsterfahrung, Yoga und Psychotherapie:

02. Jun 2017 - 04. Jun 2017 - Achtsame Yogapraxis als Weg in die Ruhe
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02. Jun 2017 - 05. Jun 2017 - Selbstbewusstsein und Stärke entwickeln
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