Arten der Verehrung

Aus Yogawiki
Arten der Verehrung aus Yoga Sicht

Arten der Verehrung - Verehrung kann auf viele Weisen geschehen. Hier findest du Beispiele und deren Bedeutung, beziehungsweise wie du dein Verhältnis zu einer höheren Wirklichkeit einschätzen kannst.

Verschiedene Arten der Verehrung

- Abschnitt aus dem Buch: Yoga der Liebe von James Swartz -

Die folgenden „Stimmungen“, in Sanskrit bhāvas, Gemütsverfassungen oder Haltungen der Hingabe reinigen das Herz und bringen uns näher zu Gott. Sie verwandeln Emotionen, die in weltlichen, dualistischen Liebesbeziehungen unvermeidlich sind, in hingebungsvolle Liebe. Diese Stimmungen sollen bewusst im Theater unserer Beziehungen geübt werden und den Entwicklungsverlauf eines bhakta beeinflussen.

Das Kind

Elternliebe eines Kindes

Das Kind ist eine populäre Form der Verehrung, weil wir uns so leicht mit den kindlichen Teilen der Psyche identifizieren. Diese Methode basiert auf dem universellen Bedürfnis von Kindern, ihre Eltern zu lieben. Diese Liebe zu den Eltern ist keine besonders noble Liebe, da sie aus dem Überlebenstrieb hervorgeht. Wenn du eigentlich ein Erwachsener bist, dein inneres Kind aber noch kein innerer Erwachsener ist und du emotional erwachsen werden willst, dann kannst du Gott mit dem unschuldigen Vertrauen eines Kindes lieben. Dabei akzeptierst du deine völlige Hilflosigkeit, Unwissenheit, Abhängigkeit und Bindung. Du kannst alle väterlichen und mütterlichen Figuren behandeln, als wären sie Gott, was sie ja auch wirklich sind, einschließlich deiner eigenen Eltern, seien sie lebendig oder bereits verstorben. Eltern, unsere körperliche Quelle, sind ein schönes Symbol für Gott, unsere spirituelle Quelle. So wie wir körperlich ein Teil von ihnen sind, sind wir spirituell ein Teil von Gott – „geschaffen nach dem Ebenbild Gottes“, unserem Vater/unserer Mutter „im Himmel“. Gott, das reine Bewusstsein, ist die Ursache und der bhakta, der jīva, ist die Wirkung. Zu verstehen, dass die Wirkung nur die Ursache in einer begrenzten Form ist, gibt uns Vertrauen in unsere eigene innewohnende Göttlichkeit.

Diese Art der Verehrung ist kein perfektes Mittel zur Gotteserkenntnis, denn sie bringt kein Verständnis von Gott hervor, außer vielleicht indirekt. Der, der sich Gott hingibt, bleibt anfällig für primitive Religionen und für Ausbeutung durch unterentwickelte, skrupellose religiöse Führer. Letztlich aber erzeugt die Liebe Wissen, weil der Intellekt eine natürliche Neugier für das entwickelt, was das Herz liebt. Kurzfristig jedoch ist diese Art der Hingabe bestenfalls ein erster Schritt auf dem langen Marsch der Seele nach Hause.

Weil diese Art der Verehrung tiefe Anhaftung hervorbringt, es sei denn, der bhakta kultiviert das Verständnis des formlosen Aspekts Gottes durch Studium der Schriften und Meditation, ist er oder sie in Gefahr, die Größe und Herrlichkeit Gottes zu vergessen und Gott nur zu benutzen, um seine/ihre Grundbedürfnisse zu befriedigen, so wie ein Kind es mit seinen Eltern tut.

Mama/Papa

Papa kümmert sich liebevoll und schützend um seinen Sprössling

Die elterliche Haltung steht über der des Kindes, weil elterliche Liebe durch Verständnis, Pflichtbewusstsein und Verantwortung geprägt ist. Die kostbare und tiefe Liebe zu Gott, die durch diese Stimmung erzeugt wird, wird durch ein ebenso tiefes Bedürfnis ausgeglichen und verstärkt – die Geheimnisse des Göttlichen durch Schriftstudium, Meditation und Reflexion zu erforschen.

Sie bedient sich des universellen Bedürfnisses, kleine, hilflose Wesen zu beschützen und zu nähren und kann von jedem, der ein solches Empfinden hat, erfolgreich praktiziert werden. Aufgrund ihrer Reinheit, Unschuld und ihres arglosen Glücks, sind Kinder exzellente Symbolbilder für Gott. Wenn ein bhakta dieses Gefühl für sein oder ihr eigenes inneres Selbst entwickelt, dann erstrahlt er oder sie in väterlicher/mütterlicher Pracht. Wenn mütterliche Gefühle für Gott eine Intensität erreichen, die bis zur Verzückung führt, so steht es in einem indischen Text, dann kann diese Haltung sogar zur Produktion von Muttermilch in den Brustdrüsen von Frauen führen!

Weil es den bhakta dazu zwingt, sich mit dem reifen Teil seiner Psyche – dem „inneren Elternteil“ – zu identifizieren, hilft diese Haltung, negative Ansichten über die eigenen Eltern zu heilen, was für das spirituelle Wachstum wichtig ist. Tatsächlich ist die Verehrung der Ahnen ein zwingender Teil von karma-yoga.

Dieser bhāva lehrt den bhakta auch, sich von Ideen der Schuld, der Macht, der Angst und der Strafe zu lösen, die mit Gott verbunden sind. Weil dieser bhāva Vorstellungen von Unterwürfigkeit und Gehorsam hinterfragt, geht es auch atavistischen Konzepten der Minderwertigkeit und Wertlosigkeit auf den Grund, die wir oft gegenüber der majestätischen Größe und Herrlichkeit Gottes empfinden – Projektionen eines primitiven religiösen Bewusstseins. Anders als das Kind sind die Eltern in der Gegenwart des Kindes nicht von Ehrfurcht ergriffen. Da sie von einem Kind keine Gefälligkeiten erwarten können, negiert diese Art der Verehrung die Neigung, Gott um Gefälligkeiten zu bitten. Und so wie bei Eltern gegenüber ihren Kindern ist es dem bhakta auferlegt, jegliches Opfer für Gott zu bringen.

Ehemann/Ehefrau

Freudevolle tiefe Verbindung

Die Verbindung von Ehemann und Ehefrau ist die stärkste und schönste in dieser Welt. Sie beinhaltet alle Liebesformen und insbesondere die sexuelle Intimität wird als symbolhaft für die Vereinigung zwischen dem bhakta und Gott angesehen, die ekstatische Vermählung des Individuums mit dem höchsten Selbst. In dieser Stimmung vollkommener Identifikation und Anhaftung sieht der bhakta Gott als den Ehemann oder die Ehefrau, den oder die es in jeder Lebenssituation zu ehren und zu beachten gilt, selbst über den Tod hinaus. So wie Ehepaare freudig jedes Leid für einander tragen werden, genauso wird der bhakta jedes Leid für den geliebten Ehemann oder die geliebte Ehefrau, in diesem Fall Gott, ertragen.

Der Freund

Eine etwas gängigere Form der Verehrung, in der weltliche Liebe in Hingabe verwandelt wird, ist sākhya, die Freundschaft. In ihr fließt die Liebe gleichwertig zwischen Gott und dem bhakta. Gott wird hier als der bewährte, enge Vertraute angesehen, als naher Angehöriger oder Familienmitglied, als jemand, mit dem man die tiefsten Geheimnisse teilen kann.

„Ich sage hinfort nicht, dass ihr Knechte seid; denn ein Knecht weiß nicht, was sein Herr tut. Euch aber habe ich gesagt, dass ihr Freunde seid; denn alles, was ich habe von meinem Vater gehört, habe ich euch kundgetan.“ [Joh 15.15]

Diejenigen, die diese Haltung praktizieren, finden ihre größte Freude in der Gottesfreude der anderen und widmen sich dem geistigen Wohlergehen ihrer Freunde.

Die Beziehung zwischen dem Lehrer und dem Schüler, die in der „Bhagavad-gītā“ verankert ist, veranschaulicht diese Art von Hingabe. In dieser Form von Hingabe wird eine bescheidene, opferbereite Haltung gegenüber Gott, dem Freund, kultiviert. So wie bei sehr engen Freunden leidet der bhakta stark unter Momenten der Trennung und sehnt sich ständig nach der Verbindung mit Gott, entweder in Form tiefer Erfahrungen durch Kommunikation und Gespräch mit anderen bhaktas und/oder durch die Kontemplation der heiligen Schriften, die Gottes Worte sind.

Die zärtlichen, freudigen und spielerischen Beziehungen, wie sie neun- und zehnjährige Kinder miteinander pflegen, dienen dieser charmanten Stimmung als Modell, in der Gott als Spielgefährte gesehen wird, der oder die mitten unter seinen oder ihren eigenen Geschöpfen verweilt und sich mit ihnen vergnügt. Es ist sehr bedauerlich, dass die heutige spirituelle Welt diese Art von Beziehung zwischen dem Lehrer, welcher im Geist des bhakta idealerweise das Selbst repräsentieren sollte, und dem bhakta, welcher im Geist des Lehrers idealerweise das Selbst im Bann der Unwissenheit repräsentieren sollte, nicht mehr zu würdigen weiß. Stattdessen scheint man das unvernünftige religiöse Modell zu bevorzugen, in dem der Lehrer die Rolle eines autoritären Elternteils annimmt und der Suchende die Rolle des gehorsamen Kindes. Tatsächlich würde man gut daran tun, über die folgende Bemerkung aus der vedischen Kultur der Hingabe nachzudenken: „Der Herr ist der bhakta der bhaktas.“ Verbinde dich mit einem Lehrer, der diese Art der Hingabe nicht zu deinem Nachteil erfüllt.

Diener/Sklave

Der Sklave gründet auf der Idee, dass wir alle Sklaven unserer unbewussten Sorgen und Lüste sind. Wer von uns ist nicht an körperliche Leidenschaften gekettet, eigennützigen Gefühlen verpflichtet, schmerzhaft an unversöhnliche Gedanken gefesselt? Je mehr wir nach Freiheit streben, uns gegen die Ungerechtigkeiten der Gesellschaft auflehnen und rebellieren und auf aggressive Weise mehr Macht einfordern, desto mehr müssen wir uns eingestehen, dass wir gefangen sind im Unwirklichen.

Das Gefühl der Machtlosigkeit in eine positive Kraft der Hingabe zu verwandeln ist der Sinn und Zweck von dāsya-bhāva, einer Psychologie der Hingabe, die am Ende zu Selbstliebe und Freiheit führt. In dieser intimen, warmherzigen, dienenden Haltung verehrt der bhakta Gott und seine Manifestationen, insbesondere die Menschen, mit ganzem Herzen. Er legt sein Leben vollständig in Gottes Hände und sieht sich selbst als Gottes Eigentum und vollzieht ergeben und sorgfältig alle Anweisungen der Schriften mit unbekümmerter Effizienz. Solche bhaktas unterstützen und erhalten religiöse, wohltätige und spirituelle Institutionen, sie sind treue Diener erleuchteter Seelen, spiritueller Lehrer und gottestrunkener yogīs.

Der Diener wird als differenzierte, komplexe Art der Verehrung angesehen, die hilft, Loyalität und Respekt zu entwickeln sowie natürliche Gefühle in der Gegenwart des Meisters/der Meisterin. Außerdem bedarf es eines ruhigen Geistes und strenger Urteilskraft, um die Stimme Gottes aus den vielen eigennützigen Einflüsterungen des Egos herauszuhören. Wenn dieser bhāva sorgsam praktiziert wird, lässt er aufgeblasene Egos schnell schrumpfen.

Der leidenschaftliche Liebhaber

„Oh, nur für einen Kuss von deinen Lippen, mein Geliebter! Der Durst eines von dir Geküssten wird nie gelöscht sein, sein Kummer vergeht, er vergisst alles andere und kennt nur noch dich!“ [s. w. u.]

Über diesen Kuss sagt Swami Vivekananda:

„Strebe nach diesem Kuss des Geliebten, dieser Berührung der Lippen, die den bhakta verzückt und ihn in Gott verwandelt. Für denjenigen, der mit einem solchen Kuss gesegnet wurde, verschwinden die Welten, Sonne und Mond vergehen und selbst das Universum schmilzt dahin in einen unendlichen Ozean der Liebe. Das ist die vollkommene Verzückung nondualer Liebe.“ [The Complete Works of Swami Vivekananda, Volume 3, Lectures from Colombo to Almora, The Sages of India]

Obwohl der svāmī nichts über die Natur dieses Kusses sagt, müssen wir ihn als den „Kuss der Selbsterkenntnis“ interpretieren, andernfalls mündet der ganze Vers nur in ein Verlangen nach einer nondualen Offenbarung.

Ein selbstloser Liebhaber, der sich nach nichts anderem sehnt, als danach, seine Geliebte zu erfreuen, dient hier als faszinierendes Modell für diesen bhāva. Er kennzeichnet einen bhakta, der nichts anderes im Sinn hat, als īśvara zufrieden zu stellen. Es ist eine schwierige Art der Verehrung, weil es Mühe kostet, die eigene Selbsterkenntnis immer weiter zu konkretisieren. Da Unwissen mit Erkenntnis konkurriert, schaltet der Geist an und aus und das Herz bewegt sich zwischen extremer Freude und starker Sehnsucht hin und her, so wie das in intensiven Beziehungen der Fall ist. Der bhakta sieht Gott, das innerste Selbst, in seiner göttlichen Schönheit, und mit einem Bedürfnis zu lieben, das an Erotik grenzt. In dieser Art von Liebe werden alle Konventionen, jedes Zögern und alle persönlichen Ansichten verworfen und eine ausschließliche, potenziell eifersüchtige Liebe wird kultiviert. Eine gewaltige Sehnsucht, vollkommen im nondualen Verstehen Gottes aufzugehen, kennzeichnet diese Stimmung. So wie Liebende, gefangen in der Agonie der Orgasmen, nicht mehr wissen, welcher Körper wem gehört, so sieht der bhakta keinen Unterschied mehr zwischen seinem Körper und dem Körper Gottes. Alle Dualität verschwindet und es bleibt nichts zurück als der süße Nektar ewiger Glückseligkeit.

Der verbotene Liebhaber

Ausgehend von der Annahme, dass je mehr die Liebe behindert wird, desto intensiver wird sie, verwandelt diese Art der Verehrung, eine Variation des leidenschaftlichen Liebhabers, Gefühle der Geheimhaltung und Scham, die mit dieser Art Liebe verbunden sind, in eine positive, hingebungsvolle Psychologie.

Liebe zu Gott erwacht oft unter den unwahrscheinlichsten und unpassendsten Umständen. Wenn die Preisgabe einer Liebesbeziehung zu Gespött, Verdammung und Verfolgung führen könnte, dann ist es hilfreich, sich Gott zum verbotenen Liebhaber zu nehmen. Ohne äußere Anzeichen ist der verbotene Liebhaber eine Psychologie des Geheimnisses, durch das die Liebe zu Gott durch innere Sehnsucht, stille Wiederholung des Heiligen Namens, Meditation und Studium der Schriften wächst. Bhaktas, deren besitzergreifende, unsichere und eifersüchtige Ehepartner das Verlangen nach Freiheit und nondualer Liebe nicht akzeptieren können, profitieren stark von diesem bhāva.

Der Kuss der Selbsterkenntnis

Im vorhergehenden Kapitel wurde der nonduale bhakta als jemand beschrieben, der fest verankert ist in der Selbsterkenntnis (sthita-prajña) und die guṇas hinter sich gelassen hat (guṇa-thita).

„Ein bhakta, dem Lob und Tadel gleich sind, der schweigsam ist, mit allem zufrieden – selbst mit Obdachlosigkeit –, der gefestigt ist im Wissen des Selbst, der ist mir sehr lieb.“ [BhG 12.19]

Das Leben ist eine einfache Beziehung zwischen einem bewussten Subjekt und leblosen Objekten. Das gefestigte Wissen, auf welches sich die „Bhagavad-gītā“ bezieht, ist:

1. brahma satyam jagan mithyā – das bewusste Subjekt „du“ ist real und Objekte, die man wahrnimmt, scheinbar real.
2. jīvo brahmaiva nāparaha – das bewusste Subjekt „du“ ist nicht verschieden von Bewusstsein.

In der Sprache der Hingabe bedeutet die Erkenntnis dieses Wissen: „Ich bin Liebe und die Objekte, die ich erfahre, sind nicht verschieden von mir.“ Mit anderen Worten: Leben ist Liebe, die Liebe erfährt. Mit der Entdeckung dieser Tatsache ist der bhakta befreit von der Not, in Objekten Liebe finden zu müssen, insbesondere in anderen Menschen.

Der nächste Vers beschreibt erfüllte nonduale bhaktas:

Narada Bhakti Sutra - Vers 68

kaṇṭhāvarodha-romāñcāśrubhiḥ parasparaṃ lapamānāḥ pāvayanti kulāni pṛthivīṃ ca ॥ 68॥
Vers 68: „Wenn sie untereinander von Gott sprechen, ersticken ihre Stimmen in ihren Tränen und ihre Haare stehen vor Ekstase zu Berge. Diese intimen Diener des Herrn reinigen ihre eigenen Anhänger und die ganze Welt.“

Selbsterkenntnis zu verwirklichen und nonduale Liebe zu erlangen kann man mit dem Leben eines Lachssetzlings vergleichen, der in den Bergen geboren wird und von da hunderte Kilometer flussabwärts bis zum Ozean reist, wo er mit etwas Glück zu voller Größe reift und sich dann flussaufwärts zurückkämpft, dabei schier unbezwingbare Hindernisse überwindet, um an seinen Geburtsort zurückzukehren und zu laichen.

Wenn du auf dein Leben zurückblickst und siehst, dass du der einzige bist von den vielen Tausenden, die du getroffen hast, der ein Interesse an der Wahrheit hat, dann empfindest du eine gewisse Befriedigung. Und wenn du darüber nachdenkst, dass dein Interesse an weltlichen Dingen an einem bestimmten Punkt versiegt ist, während alle anderen um dich herum immer noch versuchten, die Welt in Ordnung zu bringen, dann empfindest du noch größere Befriedung. Und wenn du dann nach langer Suche erkannt hast, wie viel Glück du eigentlich hast verstanden zu haben, dass die vielen spirituellen Pfade, die du ausprobiert hast, dich im saṃsāra gefesselt hielten, und dann von irgendwo tief in dir drinnen den Mut aufbrachtest, diesen Pfaden den Rücken zu kehren, dann fühlst du dich dreifach gesegnet. Wenn du dann weiter darüber nachdenkst, wie du auf wunderbare Weise zu vedānta geführt wurdest und einen freundlichen, qualifizierten, selbstverwirklichten Lehrer getroffen hast, nicht bloß einen trockenen Akademiker, dann bist du noch glücklicher. Und mehr noch, wenn du darüber staunst, wie die Umstände deines Lebens sich in deine Absichten gefügt und es dir erlaubt haben, diesem Lehrer zu folgen, und über die große Fürsorge, mit der er oder sie dich unterwiesen hat, füllen sich deine Augen mit Tränen und deine Kehle schnürt sich zu. Wenn du außerdem an all die Mühen denkst, die du auf dich genommen hast, die endlosen Opfer, die du gebracht hast, um deinen Geist auf die Lehren zu fixieren und sie in die Praxis umzusetzen, bis du dann eines schönen Tages für immer befreit wurdest, dann kennen deine Selbstliebe, dein Selbstvertrauen und deine Freude keine Grenzen. Und schlussendlich, wenn du siehst, dass diese selbstbewusste Freude auch das Leben anderer verändert, dann weißt du, dass du alles getan hast, was getan werden musste und kannst mit Freuden diese Welt verlassen.

Hier ist ein Vers aus dem „Paṅcadaśī“:

„Oh, wie wunderbar sind doch die Schriften, die Schriften, oh, wie erhaben ist doch mein Lehrer, mein Lehrer! Oh, wie groß ist dieser Verdienst, dieser Verdienst! Oh, wie wunderbar ist diese Freude, diese Freude!“ [PD 7] Swami Paramarthananda sagt:

„Ich weiß nicht, ob ich sagen soll īśvara ist groß, die Schriften sind groß oder der guru ist groß, denn sie alle hängen voneinander ab. Ich kann die Größe der Schriften nur mithilfe des guru verstehen und ich kann die Größe des guru nur mithilfe īśvaras begreifen, der ihn mir gegeben hat. Wenn ich mich also danach fühle, die Schriften zu preisen, dann erinnere ich mich an den guru und wenn ich mich danach fühle, den guru zu preisen, dann erinnere ich mich an die Gnade Gottes. Und wenn ich mich danach fühle, Gott zu danken, dann möchte ich mir selbst für die Verdienste danken, die ich angesammelt habe und ohne die mir īśvara all diese Dinge nicht gegeben hätte. Letztendlich also möchte ich mir selbst auf die Schultern klopfen, denn dieses Wissen ist Glückseligkeit. Und wenn ich beginne darüber zu reden, dann schnüren mir die Emotionen die Kehle zu.“

Obwohl es so viel Böses in der Welt gibt (Betrüger, Räuber, Vergewaltiger, Terroristen etc.) bleibt die Welt doch ein wunderbarer Ort wegen der wenigen nondualen bhaktas, die umherwandern und jeden reinigen, den sie treffen, oder derjenigen, die an einem Ort bleiben und ihre Gemeinden inspirieren, weil zwischen ihnen und Gott kein Unterschied besteht.

Siehe auch

Literatur

Seminare

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