Rama Gita

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Die Rama Gita (Sanskrit राम गीता rāma gītā) ist der Name für zwei verschiedene kurze Vedanta-Schriften: (1) Rama Gita als Teil des Adhyatma Ramayana (ein altes Sanskrit-Werk bestehend aus 4200 Strophen, das die spirituellen Tugenden des Ramayana, eines antiken Epos, hervorhebt); (2) Rama Gita als Teil des Tattvas Sarayana. Gita heißt Gesang, Rama gilt als Avatar, als Inkarnation Gottes, als Manifestation von Vishnu auf Erden.

Sita, Rama, Lakshmana und Hanuman auf einem Tempelfries in Kumbakonam, Tamil Nadu

Rama Gita 1: Teil der Adhyatma Ramayana

Rama Gita 1 eine kurze Yoga Schrift über Vedanta. Die Rama Gita ist Teil der Adhyatma Ramayana. Die Rama Gita ist ein Zwiegespräch zwischen Rama, Inkarnation Gottes, und seinem Bruder Lakshmana. In der Rama Gita werden der Advaita Vedanta und seine verschiedenen Prinzipien von Jiva, Avidya, Ishvara, Maya usw., sowie der Prozess der Verwirklichung des ewigen Seins, des Brahman, dargelegt.

Rama Gita 2: Teil des Tattva Sarayana

Rama Gita 2 ist ein Teil des berühmten Buches Tattva Sarayana. Bei dem Rama Gita 2 handelt es sich um ein Lehrgespräch zwischen Rama und Hanuman. Es ist eine Schrift der Anubhava Advaitins.

Diese Rama Gita behandelt Jnana, Vairagya und Yoga . Diese Rama Gita stellt das über die Upanishaden und durch Shri Shankaracharya kodifizierte, überlieferte System des Vedanta vor. Diese Rama Gita betont den Erwerb der Erkenntnis und lehnt den Rückzug aus der Welt ab. Die höchste Erkenntnis kulminiert im Brahman-Bewusstsein, im Jivanmukti und schließlich im Videhamukti.

Die wichtigsten Verse der Rama Gita 1

Swami Sivananda erachtete die folgenden Verse als die wichtigsten der Rama Gita 1 und schloss sie deshalb ein in seinem Werk Sarvagita Sara:

8. Sri Rama sprach: Alle Handlungen führen zu weiterer Bindung und Wiedergeburt. Durch Liebe und Hass scheinen sich die Handlungen voneinander zu unterscheiden. Aus Verhaftung begeht der Mensch gute und schlechte Taten und gelangt so immer tiefer in den Zyklus der Wiedergeburten. Nach der Wiedergeburt finden wieder weitere Handlungen statt. Auf diese Weise dreht sich der Verlauf des weltlichen Lebens wie ein Rad.

9. Die Wurzel allen Übels ist die Unwissenheit. Die Austilgung der Unwissenheit ist daher das einzige Mittel, das diesen Verlauf des weltlichen Lebens zerstören kann.

10. Die Ausübung von Handlungen zerstört weder die Unwissenheit noch die Anhaftung. Sie führt nur zu weiterem Leiden im verkörperten Leben. Ein weiser Mensch sollte daher die Handlungen aufgeben, die fehlerhaft sind und sich der Erkenntnis und Meditation widmen.

16. Lasst deshalb den Weisen alle Handlungen aufgeben. Es kann keine Verbindung von Erkenntnis mit Handlung geben, denn Handlung ist das Gegenteil von Erkenntnis. Lasst ihn alle seine Sinne von den Objekten zurückziehen, so dass er allein nach Selbstverwirklichung strebt.

18. Wenn jemand das höchste Licht der Erkenntnis im Selbst erreicht, welches die Idee der Getrenntheit des höchsten Selbst und der individuellen Seele aufhebt, verschwindet sofort Maya zusammen mit ihren Sprösslingen, die Geburt, Wiedergeburt und neue Handlungen verursachen.

19. Sobald die Unwissenheit durch diese Erkenntnis, die selbst nichts als reine, nonduale Lichtheit ist, beseitigt wurde, kann sie nicht wiederkehren. Wie könnte die Avidya erneut Handlungen verursachen, wenn sie ein für alle Mal durch die aus den Shrutis gewonnene Erkenntnis beseitigt wurde?

21. Die Taittiriya-Upanischade hat nachdrücklich erklärt, dass man ganz gewiss sämtlichen Handlungen zu entsagen habe. Die Bridharanyaka-Upanischade hat darüber hinaus gesagt, dass nur die Erkenntnis allein und niemals die Handlung zu Moksha führen könne.

24. Erwirb mit einem gläubigen Herzen und einem gereinigten Verstand die Gnade des Gurus und erkenne das Einssein des Jiva mit Brahman durch den Ausspruch: „Tat Tvam Asi“ (Das bist Du). Sei dann glücklich und fest wie der Berg Meru.

25. Die Bedeutung dieses Ausspruchs wird richtig erkannt, wenn die Bedeutung der drei Worte recht verstanden wird. „Tat“ und „Tvam“ stehen für das höchste Selbst und die individuelle Seele, während „Asi“ auf die Identität beider hinweist.

26. Durch das Weglassen der Upadhis („begrenzende Attribute“, d.h. falsche Wahrnehmungen der Realität) – des Inneren und des Äußeren (d.h. das Außen und Innen der sinnlichen Wahrnehmung erzeugt die Illusion der individuellen Persönlichkeit), die den Jiva und Ishvara begrenzen, und der Dharmas, die aus ihnen Objekte der Wahrnehmung machen; durch das Erfassen ihrer inneren Essenz des reinen Bewusstseins mit Hilfe der Methode des Bhaga Tyaga Lakshana ( d.h. durch Aufhebung der einander widersprechenden Gegensätze zur dahinterstehenden Einheit gelangen) und dem daraus folgenden Erkennen des eigenen Selbst, erlangt man das Absolute.

28. Der grobstoffliche Körper, zusammengesetzt aus den fünf Elementen, ist der Ort des Genusses und der Früchte der Handlungen – Freude und Schmerz. Er hat einen Anfang und ein Ende. Er ist aus dem Karma heraus geboren und durch Maya charakterisiert und stellt das begrenzende Attribut des Atman dar.

29. Der subtile Körper besteht aus Geist und Intellekt, den zehn Sinnen und den fünf Pranas. Geboren ist er aus den nicht verfünffachten Elementen. Er ist es, der den grobstofflichen Körper durch das Erfahren von Freuden usw. bewegt. Darin besteht das weitere begrenzende Attribut des Atman.

30. Maya ist der anfangslose, unergründliche und wichtigste kausale Körper des Atman. Er ist unbeschreibbar. Aufgrund seiner (des Körpers) verschiedenen Modi der Begrenzung erscheint das Brahman als Ishvara und Jiva (d.h., als Gott und individuelle Seele). Die Identifikation des (persönlichen) Selbst mit dem (höchsten) Selbst sollte mit Hilfe logischer Methoden praktiziert werden.

31. Ein Kristall erscheint als rötlich, sobald er in die Nähe einer roten Blume gehalten wird. Auf dieselbe Art erscheint der Atman aufgrund seiner Nähe dazu in der Gestalt der fünf Hüllen (Nahrungskörper, psychischer Körper, Verstandeskörper, Erkenntniskörper, Seligkeitskörper). Sobald man über den großen Ausspruch „Asangoyam Purusha“ („Dieser Purusha (Gottperson) ist unberührt“) meditiert und kontempliert, erkennt man, dass dieser Atman unberührt, geburtlos und nondual ist.

32. Die Zustände des Geistes sind dreifach: Wachen, Träumen und Tiefschlaf. Dies beruht auf seiner Verbindung mit den drei Gunas (die drei Grundqualitäten des Universums: Erregung, Trägheit, Gleichgewicht). Diese sind in Wahrheit die falschen Zustände des Geistes, denn zwei von ihnen sind abwesend, während der andere anwesend ist. Sie besitzen nicht die Natur des höchsten Brahman, der ewig, absolut und selig ist.

34. Mit Hilfe der Methode „neti, neti“ („nicht dies, nicht dies“) sollte man das gesamte Universum verneinen und darin die unsterbliche Essenz der Masse des Bewusstseins kosten. Nachdem man diese Essenz des Seins ergriffen hat, sollte man allem anderen entsagen – so wie man die Schale einer Frucht fortwirft, nachdem man ihren Saft ausgepresst hat.

35. Der Atman wird nicht geboren noch stirbt er. Er nimmt nicht zu und nicht ab. Er ist jenseits aller Beschreibungen über seine Größe; d.h., er ist unübertrefflich. Er ist die Natur der Seligkeit selbst, selbstleuchtend, alldurchdringend, uralt und ohne ein Zweites.

37. Adhyasa bzw. Überlagerung wird jener Vorgang genannt, durch den aufgrund von Täuschung ein von einem anderen verschiedenes Ding fälschlicherweise mit diesem anderen Ding verwechselt wird. So wie das Seil mit einer Schlange verwechselt wird, so wird die Welt mit Brahman verwechselt.

38. Die Idee des Ego oder „Ich“ ist die allererste Überlagerung des Atman, der selbst frei von der Unvollkommenheit des Denkens und der Illusion und reines Bewusstsein ist. All dies ist nichts als reine Fehlidentifikation mit dem Atman, der die Ursache von allem ist – dem leidfreien Brahman, dem höchsten Absoluten.

41. Der Atman, das Chidabasa (Reflektion des Atman in der Form des Ego) und der Geist scheinen durch wechselseitige Verbindung bzw. Überlagerung an den Attributen des jeweils anderen teilzuhaben, weil sie gemeinsam existieren und so miteinander in Verbindung treten, wie das Eisen, das im Feuer liegt, an der Natur des Feuers teilhat. Die intelligente Natur des Atman taucht im Geist wieder auf, während die nicht-intelligente Natur des Geistes im Atman wieder auftaucht. Dies nennt man Chidjada-Granthi bzw. den Verbindungsknoten zwischen dem Atman und der Materie (dem Geist).

43. Ich bin das große Licht. Ich bin ohne Geburt und nondual. Ich bin selbstleuchtend. Ich bin von äußerster Reinheit. Ich bin die Masse des reinen Bewusstseins, leidlos, erfüllt und die Verkörperung der Seligkeit. Ich bin handlungslos.

44. Ich bin immer frei, im Besitz unvorstellbarer Macht. Ich bin Erkenntnis, die die Sinne niemals ohne Handlung haben können. Ich bin unendlich, unergründlich. Ich bin der, über den die Weisen, die sich dem Studium der Veden widmen, in ihrem eigenen Selbst Tag und Nacht meditieren.

45. Auf diese Weise sollte man immer ununterbrochen und hingebungsvoll über das Selbst meditieren. Jener wird die Erleuchtung erlangen, der die Avidya zusammen mit ihren sämtlichen Wirkungen in kürzester Zeit zerstört – so wie ein Kranker durch Einnahme des Lebenselixiers die Krankheit zerstört.

46. Man sollte sich an einem einsamen Ort setzen, die Sinne von den Objekten zurückziehen, das Ich beherrschen und es besiegen und dann selbst im reinen Geist ruhen. Auf diese Weise sollte man über das Eine meditieren, ohne dabei Gedanken an ein Zweites zu haben, das über das Auge des Bewusstseins verfügt, und mit dem absoluten Selbst verschmelzen.

47. Man sollte das gesamte Universum in die Ursache aller Dinge, das Selbst, eintauchen und die gesamte Existenz als nichts anderes als das wahrhaftige Brahman betrachten. Auf diese Weise verbleibt man im Selbst, das Fülle und Seligkeit selbst ist, und denke an nichts Äußeres oder Inneres mehr.

52. Indem er so die Selbstverwirklichung erlangt, die Seligkeit seines eigenen Selbst gefunden und alles andere vergessen hat, verbleibt der Weise auf immer in seiner eigenen ewigen, seligen und selbststrahlenden Natur – frei von allen Fesseln der Begrenzung, unergründlich wie der Ozean ohne die Welle, die seine Oberfläche aufrührt.

54. Der Weise sollte über sein Selbst Tag und Nacht meditieren und frei von allen Bindungen und Egoismus bleiben, bis sein Prarabda Karma (Karma der Vergangenheit, im Gegensatz zum gegenwärtig und künftig wirkenden Karma), das ihm seinen gegenwärtigen Körper gegeben hat, erschöpft ist. Er sollte danach mit Mir allein verschmelzen.

58. So lange einer nicht alles als Mich wahrnimmt, sollte er die Hingabe an Mich praktizieren. Ich bleibe für immer im Herzen desjenigen, der leidenschaftlichen Glauben und Hingabe an Mich hat.

60. Bruder! Diese ganze Welt ist nichts als Maya. Ziehe deinen Geist davon zurück, indem du ihre unechte Natur erkennst. Reinige deinen Geist durch Meditation über Mich allein. So wirst du glücklich, frei von allem Kummer und voller Seligkeit werden.

Die wichtigsten Verse der Rama Gita 2

Swami Sivananda erachtete die folgenden Verse als die wichtigsten der Rama Gita 2 und schloss sie deshalb ein in seinem Werk Sarvagita Sara:

III-6 Sri Rama sprach: Das, was die Identität von Jiva und Brahman herstellt, von Wirkung und Ursache, ist die Doktrin der Advaitins, und diese Doktrin setzt die Entstehung des Jiva voraus.

III-7 Gibt es jedoch keine Entstehung des Jiva, kann es auch seine Zerstörung nicht geben. Gibt es keine Zerstörung, muss Dualität ewig sein. Dies jedoch ruft das Mißfallen der Shrutis hervor, die die Einheit erklären.

III-8 Der Jiva ist zweifacher Natur; auch seine Zerstörung ist zweifacher Natur. Der Jiva, der durch das Wort „Du“ bezeichnet wird, ist das Subjekt des Samsara (Welt der Gegensätze, von Krieg und Kampf), und er ist verkörpert.

III-9 Die Zerstörung des Jiva, der aus dem Nichtwissen geboren wurde, und der selbst die innere Modifikation ist, so wie Hitze zur erhitzten Eisenkugel gehört, wird auf dieselbe Weise wie andere Modifikationen (der Prakriti, physische Natur des Universums) hervorgebracht.

III-10 Die weitere Bedeutung des Wortes „Du“ meint denjenigen, der frei vom samsarischen Leben ist, das Zeugen-Bewusstsein, das felsenfeste Wesen, das innere Selbst, die Repräsentation des Höchsten Selbst (Paramatman).

III-11 Dieser, der aus dem Brahman-Bewusstsein hervorgetreten ist wie der Funke aus dem Feuer, wird durch sein Eintauchen in Brahman, die Nonduale Bewusstseinsmasse, das höchste natürliche Prinzip, zerstört.

III-12 Das, aus dem die Wesen entspringen, von dem sie getragen werden und in dem sie leben, in dem sie sich schließlich am Ende wieder auflösen – nur dieses eine Brahman sollte von denjenigen, die nach der Befreiung verlangen, erkannt werden.

III-14 Die Ursache aller Jivas ist das Nirguna Brahman und nichts anderes sonst. Es ist darüber hinaus die Quelle der nicht-verfünffachten Elemente, aber niemals die Quelle der Universen.

III-15 Die Ursache des Universums ist der Isa, Gott, das Saguna Brahman. Er ist die instrumentelle Ursache des Universums und der verfünffachten Elemente.

III-16 Die materielle Ursache des Universums ist Maya, aufgrund derer das Fühlende und Nichtfühlende entsteht. Folglich ist hier die Ergründung bezüglich der Wirkung, der Ursache, des Universums und Gottes ohne jeden Nutzen.

III-20 Die Quelle aller Wesen ist aufgrund ihrer eigenen Natur dem Wissen zugänglich und es kann darüber meditiert werden. Diejenigen, die nach Kaivalya-Moksha (Befreiung im höchsten Prinzip ohne Eigenschaften) verlangen, müssen daher zuerst diese kennen.

III-21 Durch Meditation ohne ein Empfinden von Unterschieden über dieses Nirguna Brahman, das ewiglich Erfüllte, das Undifferenzierte, können dann diejenigen, die danach verlangen, dieses Ewige, das gewünschte Ende erreichen.

III-23 Wahrlich wird der Vivarta Vada (Konzeption der Überlagerung des Wirklichen durch das Unwirkliche) von einem gut Fortgeschrittenen (in der Erkenntnis und Meditation) zur Gewissheit. Wer jedoch nur damit prahlt, ist entartet. Er wird zum Mörder des Atman.

III-26 Durch beständige Meditation in der Abgeschiedenheit über die Identität des Brahman und des Selbst sowie durch Verbleiben im Bewusstsein nur dieser Identität, erlangt man ohne jeden Zweifel die Befreiung.

III-27 Man spricht von zwei Arten von Erkenntnis, d.h. der essenziellen (Svarupa) und der psychischen (Vritti). Von diesen beiden führt die erste zum Nirguna Brahman, dem Wahren, Unendlichen und Seligen.

III-28 Die andere wird Shuddha Sattva oder reines psychisches Sein genannt, bezogen auf die ungeteilte, spirituelle Essenz des Selbst. Von dieser Erkenntnis gibt es wiederum zwei Arten, d.h. die indirekte und die direkte.

III-29 Die erste (indirekte Erkenntnis) führt durch progressive Evolution zur Befreiung, sobald die Auflösung der Welt des Brahma (Brahma Loka) stattgefunden hat. Die zweite (direkte Erkenntnis) führt hier ebenfalls zur unverzüglichen Befreiung, sobald das Prarabhda Karma (Karma der Vergangenheit (im Gegensatz zum gegenwärtig und künftig wirkenden Karma) erschöpft ist.

III-30 Auch Jivanmukti wird ebenfalls noch in diesem Leben erlangt. Daher solltest du, nachdem du sämtliche Wünsche losgeworden bist, immer über Brahman meditieren.

III-31 Das, was das Nirguna Brahman genannt wird, besteht aus zwei Arten. Das, worüber man meditieren kann, wird Salakshana oder „mit Attributen ausgestattet“ genannt. Das Attributlose wird Alakshana genannt und befindet sich jenseits der Reichweite der Meditation.

III-33 Der Weise, der sich niedersetzt und eine feste Sitzhaltung einnimmt und seinen Verstand auf Das konzentriert, erlangt das Wesen von Dem, ohne auch nur den leisesten Unterschied festzustellen.

III-34 Die Unterschiede, die als Sajateeya (wörtl.: von homogener Natur) und Vijateeya (wörtl.: von heterogener Natur) bekannt sind und der Welt und den Jivas zugehörig sind, existieren nicht im höchsten Brahman, das von dreifacher Natur ist.

III-35 Wenn es kein Svagata Bheda (Unterschied zwischen zwei Teilen eines Ganzen, wie zwischen Blättern eines Baumes) oder Unterschiede in sich selbst gibt, kann über Brahman auch nicht meditiert werden. Gewiss kann Moksha niemals erlangt werden von den Jivas hier, die dem Samsara unterworfen sind, wenn es keine Meditation gibt.

III-36 Im Zustand der Bindung gibt es einen Unterschied zwischen dem Jivatman und dem Paramatman. Im Zustand von Moksha herrscht Nicht-Unterschiedenheit, und im Zustand der sogar Moksha noch überschreitet, gibt es überhaupt nichts mehr.

III-38 Die Brahmins (Brahman-Priester), die das Ende der Veden erreicht haben, sprechen davon, dass diejenigen, deren Bewusstsein im Ozean der einen ungeteilten seligen Essenz ertrunken ist, Videhamukti bzw. die unverkörperte Erlösung erlangen.

III-39 Derjenige wird Videha (unverkörpert) genannt, der im Einssein des Samadhi verankert ist, der sich selbst von den Eindrücken der Welt usw. befreit hat, der handlungslos und frei von allen Arten der Modifikationen ist.

III-41 Die sündhaften Menschen, die keinerlei Bewusstsein des Samadhi haben, die nur mit ihrem rein verbalen (intellektuellen) Wissen prahlen, die Sklaven ihrer Neigungen sind – solche Menschen wandern in die Regionen der Hölle.

III-42 Wie könnte derjenige, dessen Geist nicht zerstört wurde, sich selbst aus dem Samsara befreien? Wie könnte einer, der keinerlei Bewusstsein des Samadhi hat, seinen Geist zerstören?

III-49 Der weise Mensch, der mit Vairagya begabt ist und eifrig den Yoga praktizieren möchte, fürchtet sich zu keinem Zeitpunkt und von keiner Seite her vor etwas – nicht einmal vor dem Samsara, der so schwer zu überwinden ist.

III-50 Der Jnani (der Wissende mit Weisheitserkenntnis), der sich selbst im höchsten Yoga verankert hat, der frei von sämtlichen Unreinheiten ist, befreit von der Maya und ihren bindenden Wirkungen, erfreut sich höchsten Glücks.

III-51 Der große Yogi, dessen Sinne zu funktionieren aufgehört haben, der frei von aller mentalen Erregung usw. ist und die Identität von Brahman und dem Selbst verwirklicht hat, erlangt unverzüglich Befreiung.

III-57 Die große Meditation über das Attributlose (Nirguna) Akhanda Satchidananda ist die höchste aller Meditationen. Diese ist die Ursache des unverzüglichen Kaivalya Moksha, die aus der Meditation „Ich bin Brahman“ besteht.

IV-2 Dieser Paramatman, das Subjekt der Ergründung, ist das Wahre, Selige, auf immer Erfüllte, das ganze Bewusstsein, und er wird nur durch direkte (plötzliche) Wahrnehmung verwirklicht.

IV-8 Attribute wie Bewusstsein-Seligkeit usw., die der Maya und Avidya entgegengesetzt sind, gehören zum eigenschaftslosen Brahman und sind aus sich selbst heraus existierend bzw. auf ewig erwiesen.

IV-15 Die Erkenntnis der Identität von Brahman und Atman entfernt die falsche Identifikation des Selbst mit dem Körper. Derjenige, der keinerlei „Ich“-Empfinden gegenüber dem Körper mehr hat, wird Jivanmukta genannt.

IV-16 Derjenige, für den die Welt weder dauerhaft wirklich noch unwirklich ist, und der im wandellosen Bewusstsein verankert ist, wird Jivanmukta genannt.

IV-17 Derjenige, der die Erfahrung des Selbst im Samadhi und dieselbe Erfahrung nach dem Auftauchen aus dem Samadhi besitzt und ausschließlich im reinen Selbst-Bewusstsein ruht, wird Jivanmukta genannt.

IV-18 Derjenige, der jenseits des Sakshi Vritti bzw. Zeugenbewusstseins existiert und unterhalb des Akhandaikarasa-Zustands bzw. des einen ungeteilten Essenz-Bewusstseins ist, wird Jivanmukta genannt.

Hinweis: Der Jivanmukta transzendiert das individuelle und das Zeugenbewusstsein, hat aber noch nicht das Bewusstsein des ewigen Absoluten erlangt, in dem nichts als reines Sein verbleibt. Der Jivanmukta ruht in der Brahmakara Vritti, die ebenfalls absinkt, sobald er seinen Körper ablegt und das Akhanda Ekarasa Satchidananda erlangt.

IV-19 Derjenige, der das Akhandairakasa Vritti besitzt, welches sein ganzes Bewusstsein erfüllt, der in Wahrheit keinen Geist mehr besitzt, auch wenn er diesen zu besitzen scheint, wird Jivanmukta genannt.

IV-20 Derjenige, der in seinem Alltagsleben manchmal als ein Karmi (Praktizierender des Karma Yoga) oder ein Bhakti (Praktizierender des Bhakti Yoga) erscheint, manchmal als ein Yogi und ein anderes Mal als ein Jnani auftritt, wird Jivanmukta genannt.

IV-21 Die Bindung besteht in dem Glauben: „Ich bin der Körper“. Die Befreiung besteht in dem beständigen Glauben: „Ich bin Brahman“. Daher sollte ein kluger Mensch immer „Ich bin Brahman“ meditieren und dadurch sein Ego in das Absolute einschmelzen.

IV-23 Derjenige, der Abhimana (Selbst-Identifikation) mit dem Körper empfindet, befürchtet Schlimmes von allen Seiten. Daher sollte man mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln versuchen, die Idee aufzugeben, dass der Körper das Selbst sei.

IV-24 So wie ein reiner, weißer Kristall eine rote Farbe anzunehmen scheint, wenn er einer Rose gegenübergestellt wird, so erscheint der Atman aufgrund seines Kontaktes mit der nicht-intelligenten Triade der Gunas als leblos (nicht-fühlend).

IV-26 So wie die elementare Natur des Feuers die Hitze ist, so ist die elementare Natur des ewigen Selbst das reine Bewusstsein. Durch Erkenntnis des Einsseins des Bewusstseins erlangt man sofortige Erlösung.

IV-27 Derjenige wird den Stand eines Jivanmukta erreichen, der unaufhörlich meditiert: „Ich bin das Ungeteilte, ich bin das Unendliche, ich bin die Fülle und das Zweitlose“.

IV-30 Der Jivanmukta wird aufgrund der scheinbaren Existenz des Körpers, der in ihm bestehen bleibt wie ein verbranntes Kleid, gewisse leichte und vorübergehende Schwierigkeiten erdulden müssen, aber er wird trotzdem frei sein von der Wiedergeburt.

IV-31 Sobald das gesamte Sanchita und Agami Karma vom Jivanmukta abgefallen ist, bleibt nur noch das Prarabda in ihm wach, das sich auf ihn auswirkt.

IV-43 Nur der ist der Purushottama (Höchster Purusha = Gott-Person), von dem Frieden, Selbstbeherrschung und andere ähnliche Tugenden beständig und auf spontane Weise ausgehen durch die Selbsterkenntnis.

IV-45 Nur der ist der Purushottama, der nicht einmal einen Anflug von Bewunderung für die Siddhis – auch nicht für den fabelhaftesten wie Anima (d.h. der sich so winzig wie ein Atom machen kann) – empfindet.

IV-46 Nur der ist der Purushottama, der nicht einmal auch nur ein wenig lächelt, wenn er die wundervollen Schöpfungen des allumfassenden Gottes erblickt.

IV-47 Nur der ist der Purushottama, der sich nicht einmal im Traum die vierfache Erlösung (wie Salokya, d.h. auf demselben Planeten wie Gott wohnend usw.) wünscht.

V-8 Wer seinen Körper vergessen hat, ist ein Videhamukta, auch wenn der Körper aufgrund der Auswirkungen des Prarabhda weiterhin existiert.

V-11 Der wird Jivanmukti genannt, der die Wirkung seines Sarupa Chitta (Formhaftigkeit des Verstandes) neutralisiert hat und der im höchsten Akhandakara Vritti begründet ist, dem Bewusstsein der ungeteilten Essenz, aufgrund seiner festen Überzeugung über die Erhabenheit von allem anderen.

V-24 Die Objekte der Formen berühren den nicht, der von der Form des Akhandaikarasa ist, der Akhandaikarasa isst und in Akhandaikarasa verwurzelt ist.

V-25 Sogar die Götter verehren den, der dem Akhandaikarasa folgt, der vom Akhandaikarasa abhängig ist, der mit dem Akhandaikarasa verschmolzen ist.

V-26 Der Vedanta rühmt die Glorie dessen, der in der Akhandaikarasa sich erfreut, dessen Gewahrsein beständig dem Akhandaikarasa zugewandt ist, der im Akhandaikarasa aufgelöst ist.

V-27 Derjenige wird ein in der Weisheit Verwurzelter genannt, der nicht einmal ein Atom für verschieden vom Akhandaikarasa hält – nicht einmal für einen Augenblick.

V-28 Derjenige wird ein in der Weisheit Verwurzelter genannt, der immer unbesorgt ist, der äußerst ernsthaft ist und tief wie der wellenlose Ozean, der handlungslos ist und sich nicht verändert.

V-29 Man spricht von einem in der Weisheit Verwurzelten, dessen Gemütsverfassung ähnlich der eines Pythons ist, der unerschütterlich wie der Berg Meru und frei von allen mentalen Veränderungen ist.

V-30 Man spricht von einem in der Weisheit Verwurzelten, der niemals meint „Ich bin ein Videhamukta“; der, obwohl ein Jivanmukta, in der Tat ein Videhamukta ist.

V-48 Mandavya, Janaka und andere wie diese haben Videhamukti erreicht. Noch viele andere werden in den Shrutis erwähnt. Habe daran nicht den geringsten Zweifel.

V-49 Durch kontinuierliche Meditation über das Akhandaikarasa Brahman wird der Geist zusammen mit seiner Wurzel sehr rasch zerstört. Dies ist gewiss.

V-52 Verneigung vor diesen heiligen Wesen, die in Wäldern und Berghöhlen leben, deren Geist sich in der Essenz des ewigen Bewusstseins aufgelöst hat, aus deren Haarlocken die Vögel Nester auf ihren Köpfen bauen.

V-53 Diese, die keine andere Gestalt haben, deren Fesseln zersprengt wurden, die sich am Nektar des ungeteilen Bewusstseins erfreuen, die keinen weiteren Aufstieg im Samadhi erfahren – wahrlich, der Aufenthalt solch äußerst erhabener Wesen hier, selbst nur für einen Augenblick, ist sehr selten.

VI-38 Sobald durch die Akhandaikarasa Vritti und die beiden anderen Arten des Akhandaikarasa die Vasanas (unerwünschte, immer wieder gewohnheitsmäßig auftretende Gedankenmuster) zerstört wurden, kommt der Geist zum Stillstand wie eine Lampe (ohne Öl).

VI-49 Der Geist, der die Ursache von Geburt, Alter und Tod ist, kommt mit seiner extrem schwankenden Natur ins Dasein aufgrund ständigen Denkens an Dinge, die intensiv erfahren wurden.

VI-50 Die Pranas beginnen aufgrund der subtilen Vasanas zu vibrieren. Die Vasanas selbst vibrieren nicht. Die Vibrationen werden durch den Geistessamen übertragen, der wiederum weitere Sprossen hervorbringt.

VI-51 Es gibt zwei Samen für den Baum des Geistes: die Schwingung des Pranas und die der Vasanas. Wenn einer von ihnen zerstört ist, sind natürlich beide zerstört.

VI-52 Die Vasanas können nicht wachsen, wenn die Nicht-Anhaftung gepflegt wird und alle weltlichen Gedanken ausgetrieben sind aufgrund der Erkenntnis der vergänglichen Natur des Körpers.

VI-53 Wenn den Vasanas entsagt wird, gibt es keinen Geist mehr. Da der Geist nämlich keine Vasanas mehr vorfindet, stellt er das Denken völlig ein.

VI-54 Nachdem der Geist seine Funktion eingestellt hat, kehrt höchster Friede ins Bewusstsein ein, was die Ursache sofortiger Erlösung ist.

VI-60 Der Geist ist die Wurzel dieses Samsara-Baumes, der Tausende von Zweigen, Trieben, Blüten und Früchten hat.

VI-61 Dieser Baum besteht eigentlich nur in der Phantasie. Durch Beenden der Vorstellung trocknet der Geist aus – und damit trocknet auch der Baum des Samsara aus.

VII-14 Wenn einer fest im Advaita verwurzelt ist und Dvaita (Welt der Zweiheit, der Gegensätze, der Getrenntheit) zerstört hat, der nimmt diese Welt wie einen Traum wahr, weil das Wesen dieses Menschen im höchsten Zustand des Bewusstseins verankert ist.

VII-17 Ein solcher, der wirklich zum inneren Bewusstsein erwacht ist, obgleich er noch äußeres Bewusstsein zu haben scheint, sieht wie ein Schlafender aus, da er völlig friedevoll geworden ist.

VII-20 Die Mumukshus (Sucher nach spiritueller Erlösung) bzw. Aspiranten befinden sich in den ersten drei Bhumikas (Spirituelle Stufen) der Erkenntnis. Der Brahmavid (Kenner Brahmans) lebt im vierten Bhumika. Der Brahmavid Vara (derjenige, der aus freiem Willen seinen Samadhi verlässt) lebt im fünften Bhumika.

VII-21 Der Brahmavid Variyan (derjenige, der aus dem Samadhi erweckt werden muss) lebt im sechsten Bhumika. Der Brahmavid Varishta (derjenige, der auch durch andere nicht mehr aus dem Samadhi erweckt werden kann) lebt im siebten Bhumika. Der letztere wird der eigentliche Jivanmukta genannt, obwohl auch die vier davor Jivanmuktas sind.

VII-22 Der Videhamukta geht sogar noch über das siebte Bhumika hinaus und ist unbegreiflich. Er hat weder Körper noch Geist mehr. Die Variyas und Varishthas betrachten ihn als die höchste Wirklichkeit.

VIII-2 Sein, Erkenntnis, Seligkeit, Name und Form sind die fünf Faktoren (die ein Ding bilden). Von diesen gehören die ersten drei Merkmale zur Welt.

VIII-3 Durch das Aufgeben von Name und Form, durch Hingabe nur an Satchidananda sollte man zu allen Zeiten den Samadhi praktizieren – entweder Antar Nirvikalpa (Unterschiedslose Versenkung ohne Klang und Bilder) oder Bahir Nirvikalpa (Unterschiedslose Versenkung mit Wahrnehmung der sinnlichen Welt bei gleichbleibender innerer Stille).

VIII-12 Man nennt es Nirvikalpa (Asamprajnata) Samadhi – ein den Yogis sehr wertvoller Samadhi -, wenn der Geist von allen Vrittis gesäubert ist und das Licht der höchsten Seligkeit enthüllt wird.

VIII-17 Ich bin ungeteilt. Ich bin unendlich. Ich bin die Fülle. Ich bin zweitlos. Ich bin Satchidananda Svarupa. Ich bin das Licht der Lichter.

VIII-18 Ich bin ohne die drei Zustände des Bewusstseins. Ich bin der vierte Zustand des Bewusstseins. Ich bin höher als das Höchste. Ich bin frei von den drei Körpern. Ich bin die Essenz von Bewusstsein und Seligkeit.

VIII-19 Ich bin ohne die drei Arten der Vorstellung. Ich bin das höchste Prajnana Ghana, die Ansammlung der Weisheit. Ich bin die Essenz des Chidakasha (Brahman in seinem Aspekt der grenzenlosen Erkenntnis und freien Intelligenz). Ich bin ohne den empfindungslosen Himmel, etc.

VIII-20 Ich bin ohne Wankelmut. Ich bin ohne Form. Ich bin ohne Avidya, etc. Ich bin ohne Unreinheit. Ich bin die Stütze des gesamten Universums. Ich selbst benötige keinerlei Stütze. Ich bin furchtlos.

VIII-21 Ich bin die selbstleuchtende Essenz. Ich bin der Ozean der unsterblichen Essenz der Wirklichkeit. Ich bin ohne das Universum und jenseits der Gegensatzpaare der Welt. Ich bin das absolute Selbst. Ich bin Nirguna frei von Eigenschaften, attributlos).

VIII-22 Ich bin ewiglich rein. Ich bin jenseits der Maya. Ich bin ewiges Bewusstsein. Ich bin ohne Charaktereigenschaft. Ich bin auf ewig frei. Ich bin wunschlos. Ich bin auf immer vollkommen. Ich bin ohne Familie und Verwandte.

VIII-23 Ich bin im Innern und im Außen leer – wie der leere Topf, der in den Himmel gehalten wird. Ich bin im Innern und im Außen erfüllt – wie der volle Topf, der in den Ozean gehalten wird.

VIII-24 Daher sollte ein weiser Mensch des Shabdavidya Samadhi (Shabdavidya: Wissenschaft der Logik und Schlussfolgerung; Shabdavidya Samadhi: Wissenschaft der spirituellen Meditation) sich des Nicht-Selbst durch Nachforschung entledigen, sich selbt in Brahman zentrieren und dadurch frei werden.

VIII-32 Samadhi ist jener Zustand des Geistes, wenn dieser unbewegt wie eine Lampe an einem windgeschützten Ort ist, d.h. wenn der Meditierende und die Meditation in die absolute Wahrnehmung dessen, worüber meditiert wird, verschwinden.

VIII-38 Das ist der Zustand des Samadhi, in dem das Selbst nichts anderes sieht, nichts anderes hört und nichts anderes versteht als sich selbst.

XIV-12 Dieses essenzielle Selbst im eigenen Innern ist Brahman selbst und nichts anderes. Daher wird diese Identität – (Ayamatma Brahma „Dieses Selbst (Atman) ist Brahman“, beschrieben im Atharvaveda) vom Guru entsprechend an den Schüler weitergegeben zu dessen Reinigung.

XIV-13 Der im Samaveda (einer der vier Veden Rigveda, Samaveda, Atharvaveda und Yajurveda) enthaltene Satz „Tat Tvam Asi“ muss Wort für Wort verstanden werden, um die darin enthaltene äußere und tiefere Bedeutung zu erfassen.

XIV-14 Das ungeteilte Nirguna Brahman wird durch das Wort „Tat“ angegeben. Das innere Selbst wird mit dem Wort „Tvam“ benannt, während das Wort „Asi“ die Identität der beiden bezeichnet.

XIV-15 Der große Ausspruch „Aham Brahma Asmi“ („Ich bin Brahman“) taucht im Yajurveda auf. Seine Bedeutung wird an denjenigen weitergegeben, der den Wunsch hat, danach zu praktizieren.

XIV-16 Ich, der Zeuge des Körpers usw., das felsenfeste Wesen, das attributlose Höchste, ich bin Brahman, das Erfüllte. Das Wort „Asmi“ bezeichnet die Identität des „Aham“ und „Brahma“.

XIV-17 Der Satz „Prajnanam Brahma“ („Bewußtsein ist Brahman“) taucht im Rigveda auf. Die Beschreibung seiner Bedeutung dient zum Zweck der Selbstverwirklichung.

XIV-18 All das ist nur Bewusstsein oder Prajnana, durch das der Jiva bewusst ist. „Brahma“ ist die alldurchdringende Essenz von Satchidananda.

XV-24 Nur dieser höchste Glanz ist das höchste Brahman. Nur dieser höchste Glanz ist das höchste Glück. Nur dieser höchste Glanz ist der höchste Friede. Nur dieser höchste Glanz ist der höchste Zustand.

XV-27 Das höchste Licht bin ich. Ich bin das höchste Licht. Das höchste Licht bist du. Du bist das höchste Licht. Suche daher mit all deinen Kräften nach diesem höchsten Licht.

XV-40 Indem er dem Bösen, wie Lust, Zorn, Stolz, Gier und Verblendung, etc. entsagt, wird der Parivrat (Asket) frei von Unreinheit.

XV-44 Noch niemals sind Wünsche durch deren Erfüllung gestillt worden. Im Gegenteil nehmen sie dadurch noch zu wie das Feuer, in das geklärte Butter gegossen wurde.

XV-45 Von demjenigen sagt man, dass er seine Sinne beherrscht habe, der beim Hören, Berühren, Essen, Sehen oder Riechen weder erfreut noch traurig ist.

XV-46 Wer nicht empfindet: „Dies ist gut“ und „dies ist nicht gut“, und die Nahrung ohne Anhaftung isst, so wie er sie bekommt, der nur das Nötigste spricht und dabei die Wahrheit auf angenehme und angemessene Weise sagt, – dieser ist wahrlich ein „Mensch ohne Zunge“ im spirituellen Sinne.

XV-47 Derjenige ist wirklich geschlechtslos, dem der Anblick eines neugeborenen Kindes oder eines sechzehnjährigen Mädchens oder einer hundertjährigen alten Frau gleichermaßen nicht aus der Ruhe bringt.

XV-48 Wer nur für sein Biksha (Bettelspeise) und den Drang der körperlichen Bedürfnisse unterwegs ist und nicht weiter als acht oder neun Meilen wandert, ist wahrlich ein lahmer Mensch.

XV-49 Wessen Augen nichts anschauen, ob er nun geht oder steht, und wer den Blick nicht weiter als vier Fuß von seinem Körper ab gerechnet erhebt, ist wahrlich ein blinder Biskshu (Bettelmönch).

XV-50 Wer gleichmütig bleibt, selbst wenn er Gutes oder Schlechtes hört, angenehme oder grobe Worte, die Sorge oder Freude hervorrufen können, der ist wahrlich taub.

XV-51 Wer wie ein Mensch im Tiefschlaf mit ruhigen Sinnen verbleibt, obwohl die Objekte der Sinne vor seinen Augen tanzen, während er selbst durchaus fähig zum Genuss wäre, wird als einer bezeichnet, der frei von Bewusstsein (d.h. hier: frei von objektivem Bewusstsein) ist.

XV-54 Ein Brahmin (ein weiser Mensch) sollte Respekt, der ihm entgegengebracht wird, stets wie Gift hassen. Er sollte lieber nach Beleidigungen verlangen, als ob sie Nektar für ihn wären.

XV-55 Wer beleidigt wird, schläft glücklich, steht glücklich auf und bewegt sich glücklich in dieser Welt. Wer jedoch andere beleidigt, vergeht schnell.

XV-57 Man sollte nicht zornig werden mit einem zornigen Menschen. Man sollte auch dann angenehm reden, wenn man ärgerlich ist. Niemals sollte ein einziges unwahres Wort, gleich welcher Art, ausgesprochen werden.

XV-58 Verankert im Selbst, das Einssein überall erblickend und nur mit dem Selbst als Wandergefährten sollte man über die Erde wandern und nach dem Glück suchen.

XV-59 Durch Kontrolle über die Sinne, durch Auslöschen von Liebe und Hass, jeder Kreatur mit gleicher Liebe begegnend, ist man vorbereitet für die Unsterblichkeit.

Siehe auch

Literatur

Seminare

Jnana Yoga, Philosophie

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