Atharvaveda

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Vyasa bei der Verfassung der Veden

Atharvaveda (Sanskrit: अथर्ववेद atharvaveda m.) einer der vier Veden. Er ist hauptsächlich eine Ansammlung von Liedern und magischen Sprüchen für Heilrituale und somit die älteste Textsammlung zur altindischen Heilkunst. Weitere Anwendungsgebiete für die Lieder des Atharvaveda sind bspw. die Abwendung schwarzer Magie und Liebeszauber. Der Hauptpriester des Atharvaveda ist der Atharvan. Die älteste Bezeichnung für die gesammelten Hymnen des Atharvaveda ist Atharvangirasa, d.h. "die Hymnen, deren Verfasser aus den Geschlechtern der Atharvan und Angiras stammen".


Sukadev über Atharvaveda

Niederschrift eines Vortragsvideos (2014) von Sukadev über Atharvaveda

Atharva Veda ist der vierte Veda. Veda heißt Wissen. Es gibt verschiedene Schriften, die als Veda bezeichnet werden. Es gab einen großen indischen Yogi namens Vyasa, er wird auch Veda Vyasa genannt. Vyasa war Sammler, Vyasa heißt auch Sammler. Veda Vyasa hat die verschiedenen Weisheiten seiner Zeit gesammelt und zu schriftlichen Vedas zusammengefasst. Also bedeutet Veda in diesem Sinne auch niedergeschriebenes Wissen. Vyasa hat diese in vier Vedas geteilt. Es gibt den Rig Veda, Sama Veda, Yajur Veda und Atharva Veda. Atharva Veda ist der letzte Veda und wird auch manchmal als der dunkle Veda bezeichnet. In diesem sind viele Zeremonien beschrieben, in dem sind auch verschiedene magische Mittel beschrieben, weshalb in Indien auch manchmal nur von drei Vedas ausgegangen wird. Atharva Veda wird nicht immer zu den klassischen Vedas gezählt, obgleich die Mehrheit der Pandits heutzutage Atharva Veda mit dazu zählt. Atharva Veda ist also der vierte Veda, einer der vier großen Vedas.

Die Upanishaden des Atharvaveda - Erläuterungen nach Paul Deussen

Artikel aus „Upanishaden. Die Geheimlehre des Veda“ in der Übersetzung von Paul Deussen, herausgegeben von Peter Michel, Marix Verlag, 2. Auflage, 2007, Wiesbaden, S. 643 - 660.

Einleitung

1. Allgemeines

Während die Upanishaden der drei ersten Veden, von einigen Ausnahmen abgesehen, die, mit den Brahmanas zusammenhängenden und ihnen als Ergänzung dienenden, dogmatischen Textbücher wirklicher Vedaschulen sind, nach deren Namen sie daher auch benannt werden, so hat es mit den zahlreichen zum Atharvaveda gerechneten Upanishaden eine wesentlich andere Bewandtnis. Zwar sollen nach den Angaben Colebrookes, misc ess. I, 93, die ersten fünfzehn der zweiundfünfzig von ihm aufgezählten Atharva Upanishaden in den besten Handschriften der Sakha der Saunakiyas, die übrigen der der Paippaladis und anderer zugeschrieben werden, und auch Narayana erwähnt in seinem Kommentar zu den Atharva Upanishaden gelegentlich, daß eine Upanishad "Ekadasi Saunakiye" (p. 260,5 der Ausgabe der Bibl. Ind.), "Ashtadasi Saunaka Grantha Vistare" (p. 78,10) "Ashtavinsi Grantasanghe, Sakha Saunaka Vartita" (p. 299,5), "Ashtami Paippalada Abhidha" (p. 60,6), "die siebenunddreißigste Taittiriyake" (p. 394,13), "die sechsundvierzigste Atharva-Paippale" sei (ed. Pun. p. 183,5), aber schon der Widerspruch dieser Angaben mit denen Colebrookes weist darauf hin, daß wir in ihnen schwerlich etwas mehr zu erkennen haben werden als späte Zusammenfassungen von Upanishadgruppen unter berühmten Namen der Vorzeit; zumal sich die Atharva Upanishaden (mit wenigen und verdächtigen Ausnahmen wie Mandukya, Jabala) nicht mehr, wie die früheren, nach vedischen Cakhas, sondern mit Namen benennen, welche dem Inhalt oder irgendeinem sonstigen Umstande entnommen sind. Allem Anschein nach sind die Atharva Upanishaden, so weit sie nicht ganz individuelle Produkte sind, der Ausdruck der Anschauungen mannigfacher neuvedantischer, mystischer, asketischer und sektarischer Gemeinschaften, welche ihren Gegensatz gegen die altvedischen Sakhas dadurch bekundeten, daß sie die von denselben überkommene Upanishadform benutzten, um auch ihrerseits eine "Upanishad" gleichsam als ihr symbolisches Buch, aufzustellen; und wenn alle diese Upanishaden dem Atharvaveda angeschlossen wurden, so hat dies seinen Grund zumeist nicht in einem inneren Zusammenhang mit demselben, sondern nur darin, daß dieser vierte Veda, von Haus aus halb apokryph, nicht so wie die drei anderen durch eine zünftige Überwachung von seiten der Sakhas vor fremden Eindringlingen geschützt war. Die meisten dieser neuentstandenen Upanishaden sind überhaupt wohl erst dadurch zu Atharva Upanishaden geworden, daß man später, und nachdem ihre ursprünglichen Träger vielfach schon verschollen waren, anfing, dieselben zu sammeln und diese Sammlungen dann einem schon vorhandenen, mit Mundaka und Prasna beginnenden Grundstock wirklicher und relativ alter Upanishaden des Atharvaveda angliederte. Bei der großen und zur Zeit des Entstehens der Sammlungen wohl immer noch zunehmenden Anzahl der Upanishaden (Weber zählte 1876 alles in allem 235 Namen), und bei der Einschmuggelung ganz apokrypher Produkte unter diesem Namen (sogar eine islamische Allopanishad ist vorhanden), konnte das Streben der Sammler niemals auf Vollständigkeit gerichtet sein, sondern immer nur auf eine Auswahl derjenigen Upanishaden, welche durch ihren Inhalt oder ihre Verbreitung der Aufnahme in den Veda, und zwar den allein hierfür offenstehenden Atharvaveda, für würdig befunden wurden. Diese Sammlungen sind somit ein wichtiges Kriterium, wenn nicht um den Wert, so doch um die mehr oder weniger allgemeine Wertschätzung der verschiedenen Upanishaden zu bestimmen; und eine Upanishad wird um so mehr (zunächst historische) Beachtung verdienen, je allgemeiner sie in den Sammlungen vorkommt, und in dem Maße weniger, als sie nur in der einen oder anderen derselben Aufnahme gefunden hat.

Wir wollen die vier uns näher bekannten Sammlungen, sei es aller Upanishaden, sei es nur der des Atharvaveda, kurz überblicken:

Die Sammlung der Muktika Upanishad
Die Sammlung des Oupnekhat
Die Colebrooke'sche Sammlung
Die Sammlung des Narayana

2. Die Sammlung der 108 Upanishaden (Muktika-Sammlung)

siehe Muktika

3. Die Sammlung des Oupnekhat

siehe Oupnek'hat

4. Die Colebrooke'sche Sammlung

Mit diesem Namen wollen wir eine Sammlung von 52 Upanishaden bezeichnen, welche Colebrooke misc. ess. I, 93-98 zuerst bekannt gab, und die, nach der Art wie Colebrooke und Weber von ihr reden, eine sehr allgemeine Verbreitung und Anerkennung gefunden haben muß, so daß sie, wenigstens für die Atharva-Upanishaden, mehr als irgendeine andere für kanonisch angesehen werden darf. Diese Sammlung enthält "the fiftytwo Upanishads" (Colebrooke) in folgender "solenner Reihe" (Weber), mit welcher auch der Cod. Bodl. bei Aufrecht p. 394b genau übereinstimmt (die Abweichungen sind wohl nur Versehen):

1. Mundaka, 2. Prasna, 3. Brahmavidya, 4. Kshurika, 5. Culika, 6.Atharvasiras, 7. Atharvasikha, 8. Garbha, 9. Maha, 10. Brahma, 11. Pranagnihotra, 12.-15. Mandukya (mit Gaudapadas Karika), 16. Nilarudra, 17. Nadabindu, 18. Brahmabindu, 19. Amritabindu, 20. Dhyanabindu, 21. Tejobindu, 22. Yogasikha, 23. Yogatattva, 24. Sannyasa, 25. Aruniya, 26. Kanthasruti, 27. Pinda, 28. Atma, 29.-34. Nrisinhatapaniya, 35.-36. Kathaka, 37. Kena, 38. Narayana, 39.-40. Brihannarayana, 41. Sarvopanishatsara, 42. Hamsa, 43. Paramahamsa, 44. Anandavalli, 45. Bhriguvalli, 46. Garuda, 47. Kalagnirudra, 48.-49. Ramatapaniya, 50. Kaivalya, 51. Jabala (Vgl. auch Berl. HS. 2,88), 52. Asrama.

Höchst auffallend und eine Erklärung fordernd, ist der Umstand, daß in dieser, mit Mundaka und Prasna beginnenden und also allem Anschein nach für die Atharva-Upanishaden der älteren Veden eingereiht werden, nämlich: 35.-36. Kathaka, 37. Kena, 39.-40. Brihannarayana und 44.-45. Taittiriya Up. 2-3. - Sollte diese Sammlung eine allgemeine (wie der Oupnekhat) sein, warum fehlen dann die übrigen Upanishaden der ältern Veden, vor allem Chandogya und Brihadaranyaka? - Sollte sie nur Atharva-Upanishaden befassen, worauf der Anfang mit Mundaka unverkennbar hindeutet und die Taittiriya-Texte, nebenbei und als geschähe es in einer Nachlese, eingefügt? -

Dieses Problem läßt verschiedene Lösungen zu. Am wahrscheinlichsten ist uns die Hypothese, daß diese Sammlung zu einer Zeit und in einer Gegend entstand, in der das Studium der drei älteren Veden, und zwar in den Sakhas der Aitareyins, Tandins und Vajasaneyins, nebst deren Upanishaden (Ait. Chand. Brih. Isa) noch in Blüte stand, während die parallelen Sakhas nicht mehr kultiviert wurden. Um nun wenigstens deren Upanishaden der Vergessenheit zu entreißen, reihte man sie einer schon bestehenden, von Mundaka bis Nrisinhatapaniya reichenden Sammlung der Atharva-Upanishaden zugleich mit einer Nachlese von zehn späteren Atharva-Upanishaden an. Übergangen wurden Kaushitaki, Svetasvatara, Maitrayaniya, sei es daß sie schon verschollen waren oder sonstige Bedenken erregten, womit die auffallend späte Stellung gerade dieser drei auch in der Muktika-Sammlung zusammenhängen mag.

5. Die Sammlung des Narayana

Wenn uns die Colebrooke'sche Upanishad-Sammlung durch die absonderliche Art ihrer Zusammensetzung einen, allerdings nur unsicheren, Blick in ihre Entstehungsgeschichte tun ließ, so wird eine andere Sammlung, wenn es erst gelungen sein wird, sie sicher festzustellen, vielleicht dazu dienen, über die weiter folgende Geschichte der Upanishad-Tradition einiges Licht zu verbreiten. Es ist dies die Sammlung, auf welche sich der bekannte Upanishad-Erklärer Narayana im Eingange seiner Kommentare (Dipikas) zu den einzelnen Upanishaden fortlaufend beruft, und welche von Haus aus mit der Colebrooke'schen offenbar dieselbe war, jedoch gegen das Ende hin eine bemerkenswerte Abweichung von ihr zeigt. Über die Person des Narayana wissen wir nur, daß er sich den Sohn des Ratnakara nennt (ed. Bibl. Ind. p. 393,14) und später, nicht nur als Samkaracarya (um 800 p. C.), sondern auch als Samkarananda lebte, da er diesen (ed. Pan. p. 100,3; - die Bibl. Ind. freilich hat an der entsprechenden Stelle p. 196,10 eine andere Lesung) erwähnt. In seinen (nicht publizierten) Kommentaren zu Mundaka, Mandukya, Katha, Prasna, Kena und Taittiriya ist Narayana (nach Jacob, Eleven Atb. Up. p. 2) sehr von Samkaracarya abhängig, welches er am Schluß jedes Kommentars dadurch anerkennt, daß er sich Samkara-ukti-upajivin nennt. Im Gegensatz dazu gibt er sich am Schluß seiner Dipikas zu den übrigen Atharva Upanishaden fast immer den Beinamen Sruti-matra-upajivin, womit er, wie es scheint, die Selbständigkeit seiner Arbeit hervorheben will. Wir wollen versuchen, die Liste Narayanas aus seinen gelegentlichen Äußerungen, so weit dies mit dem uns zugänglichen Material möglich ist, zu rekonstruieren. Die Zahlen bedeuten, wo nicht anders angegeben, Seite und Zeile der Ausgabe in der Bibliotheca Indica.

1. Mundaka; von ihr aus pflegt Narayana die Upanishaden zu zählen.

2. Prasna, wegen der Rückbeziehung auf dieselbe p. 197,7.

3. Brahmavidya, aus diesem Grund und wegen der wahrscheinlichen Rückbeziehung auf dieselbe p. 203,9:

4. Kshurika, aus diesem Grund, sowie wegen der möglichen Rückbeziehung auf dieselbe p. 219,6 und wegen der Erwähnung p. 229,7.

5. Culika, weil p. 219,5 als Pancami bezeichnet.

6. Atharvasiras, wegen p. 229,4: sira'urddhvam sikha ucita.

7. Atharvasikha, p. 229,5: saptami Mundat.

8. Garbha, p. 60,6: ashtami Mundat.

9. Maha, ed. Jacob p. 91,6: navami.

10. Brahma, p. 239,5: dasami.

11. Pranagnihotra: p. 260,5: ekadasi Saunakiye.

12.-15. Mandukya mit Gaudapadas Karika. Obgleich uns der Kommentar Narayanas über dieselbe nicht vorliegt, muß doch auch er (wie Colebrooke) dieselbe als Nr. 12-15 angesehen haben, wie sich mit Sicherheit ergibt aus den Worten p. 272,6: asparsayogam uktva, die sich nur auf Gaudapada 4,2 beziehen können.

16. Nilarudra, p. 272,4: shodasi.

17. Nadabindu? Die Stellung können wir nur aus der Analogie mit Colebrookes Liste folgern.

18. Brahmabindu, p. 78,10: ashtadasi Saunaka grantha-vistare.

19. Amritabindu? aus der Analogie.

20. Dhyanabindu, p.102,2: vinsi.

21. Tejobindu, p. 114,9: ekavinsam.

22. Yogasikha, p. 118,6: dvavinsatitama (so mit der Punaer Ausgabe zu lesen).

23. Yogatattva, p. 122,6: trayovinsi.

24. Sannyasa, wegen der wahrscheinlichen Rückbeziehung von p. 128,4 auf Yogatattva, Vers 11, und der noch wahrscheinlicheren von p. 185,1 auf Sannyasa § 4.

25. Aruneya, p. 184,9: pancavinsi.

26. Kanthasruti, wegen der wahrscheinlichen Rückbeziehung auf dieselbe p. 295,6:

27. Pinda, p. 295,4: saptavinsati purani.

28. Atma, p. 299,5: ashtavinsi.

29.-30. Nrisinha; der Kommentar des Narayana liegt uns nicht vor, aber aus p. 305,3 narasinhe nirnitam folgt, daß dieses Werk vorhergegangen sein muß, und an anderer Stelle ist kein Platz für die sechs Upanishaden, aus denen es besteht. Wahrscheinlich zählte sie Narayana nach den Hauptteilen nur als zwei, wie wir aus seinem analogen Verfahren bei der Varadatapini (unten 51.-52.) schließen dürfen.

31. Kathaka? Die Stellung können wir nur aus der Analogie mit der Colebrooke'schen Sammlung mutmaßen.

32. Kena? Die Stellung können wir nur aus der Analogie mit der Colebrooke'schen Sammlung mutmaßen.

33. Narayana ed. Jacob, p. 49,15: trayastrinsattami.

34. Mahanarayana (= Brihannarayana, oben S. 241 f.), ed. Jacob p. 1,3: catustrinse.

In den bisherigen Nummern 1-34 ist die Übereinstimmung mit Colebrooke 1-44 so überwiegend, daß wir sie für die wenigen Fälle, in denen sie nicht nachweisbar ist, ebenfalls als sehr wahrscheinlich annehmen dürfen. Bei den folgenden Nummern 35-45 (Colebrooke 41-52) sind die aufgeführten Upanishaden (bis auf zwei nicht erweisliche Fälle) beiderseits die nämlichen, aber ihre Reihenfolge ist verschieden.

35.-36. Ramatapaniya p. 304,6: pancatrinsattame; p. 359,9: shattrinsam. (Bei Colebrooke 48.-49.)

37. Sarvopanishatsara, p. 394,13: saptatrinse caturdale (Colebrooke 41).

38. Hamsa, p. 405,9: ashtatincattamim (Colebrooke 42).

39.-42. Hier herrscht in den Nummern Verwirrung. Nr. 39 ist nicht zu ermitteln, und auch Col. Jacob, den ich darum befragte, wußte keinen Rat. — Paramahamsa wird p. 417,6 als catvarinsattami bezeichnet, knüpft aber in der folgenden Zeile allem Anschein nach unmittelbar an Hamsa an. — Jabala soll nach p. 437,9 ekacatvarinsattami sein und bezieht sich in der nächsten Zeile auf Paramahamsa zurück. - Kaivalya wird gleichfalls p. 456,5 als ekacatvarinsattami bezeichnet und knüpft in den nächstfolgenden Worten an Jabala an. - Auch Taittiriya ist von Narayana kommentiert worden und zwar (Jacob, Eleven Ath. Up. p. 2) als Siksha-Brahmavalli-Bhriguvalli, mithin wohl als Einheit gerechnet. Ihre Stelle bei Narayana ist nicht bekannt; da sie aber (nach Jacobs freundlicher Mitteilung) in der Punaer Governmentcollection auf Kaivalya als Nr. 42 folgt, so ist dies vermutlich auch ihre Stelle bei Narayana. Hiernach sind in den mitgeteilten Daten mehrere Fehler anzunehmen, und Narayanas Reihenfolge ist wahrscheinlich: 38. Hamsa (Colebrooke 42); 39. Paramahamsa (Colebrooke 43); 40. Jabala (Colebrooke 51); 41. Kaivalya (Colebrooke 50); 42. Taittiriya (Colebrooke 44-45).

43. Unbestimmt; vermutlich Asrama, weil dieser Platz allein für sie übrig bleibt; ein Kommentar ist in Jacobs Ausgabe nicht beigefügt (am Schluß wird ihr, wie bei Colebrooke, die 52. Stelle zuerkannt).

44. Garuda, p. 480,8: catuscatvarinsattami (Colebrooke 46).

45. Kalagnirudra, ed. Jacob p. 17,9: pancacatvarinsattami (Colebrooke 47).

Während Nr. 1-34 mit Colebrooke 1-40 in den Namen und in der Reihenfolge, Nr. 35-45 mit Colebrooke 41-52 in den Namen, nicht mehr aber in der Reihenfolge, so weit ersichtlich, übereinstimmen, so folgen in den weiteren Nummern Narayanas eine Reihe auf Krishna und Ganesa bezüglicher Texte, welche in der Colebrooke'schen Sammlung keine Aufnahme gefunden haben.

46.-47. Gopalatapaniya, ed. Pun. p. 183,5: shadbhis catvarinsatam ca purani Atharva Paippale; p. 205,15: saptacatvarinsattami Gopalottaratapini.

48. Krishna, ed. Jacob p. 3,7: ashtatatvarinsattami.

49. Vasudeva, ed. Jacob p. 25,11: kshudragranthagane ca ekona-pancasattami mata.

50. Gopicandana, weil ed. Jacob p. 37,14: Vasudeva-upanishad-chesha-bhuta Gopicandana-upanishad arabhyate.

51.-52. Varadapurvatapini, ed. Jacob p. 111,6: ekapancasattami, und mithin Varadottaratapini, zu welcher ein Kommentar nicht vorliegt.

Ob auch Narayanas Liste mit der Zahl 52 abschloß, können wir nicht feststellen; eine höhere Zahl ist uns nicht begegnet, wiewohl aus seiner Bemerkung zu Nr. 49 folgt, daß ihm eine größere Upanishad-Sammlung bekannt war, auch unter anderem ein Kommentar von ihm zu Svetasvatara (nach Jacob, Eleven Ath. Up. p. 2) vorhanden ist. Einzelne kleine Upanishaden hat er vielleicht nicht mitgezählt, indem er z. B. Rama Upanishad als einen Anhang zu Ramatapaniya, Atmabodha als einen solchen zu Narayana und Shatcakra als Anhang zu Nrisinha behandelte.

Vorausgesetzt, daß die Liste Narayanas, ebenso wie die Colebrookes, nicht mehr als die nachweisbaren 52 Nummern befaßte, vorausgesetzt ferner, daß die von uns ermittelte Reihenfolge auch an den wenigen zweifelhaften Stellen sich bestätigen sollte, so würde sich als Resultat ergeben, daß die 52 Upanishaden der Colebrooke'schen Liste bei Narayana in 45 Nummern (bei den letzten elf mit einigen unerheblichen Abweichungen in der Reihenfolge) zusammengefaßt sind, worauf dann von Nr. 46 bis 52, sieben bei Colebrooke nicht vorhandene, auf Krishna und Ganesa bezügliche Upanishaden folgen.

Dieser Tatbestand, wenn erst völlig sichergestellt, würde sich am einfachsten durch die Annahme erklären, daß die Colebrooke'sche Liste der 52 Upanishaden schon zu einem gewissen kanonischen Ansehen gelangt war, so daß nur die jüngsten elf Ansätze, und auch diese nur in der Reihenfolge, noch ein gewisses Schwanken zeigten, als der Wunsch sich geltend machte, die besten der neuerdings zur Anerkennung gelangten oder auch erst entstandenen Upanishaden diesem Kanon anzugliedern. Zu diesem Zweck schloß man die in der Colebrooke'schen Liste in mehrere Nummern zerlegten Upanishaden wieder zu ihrer natürlichen Einheit zusammen und gewann dadurch die Möglichkeit; ohne Überschreitung der bereits sanktionierten 52-Zahl, sieben durch zunehmende Verehrung des Krishna und Ganesa zur Beliebtheit gelangte Upanishaden dem anerkannten Kanon einzuverleiben, oder, wenn man will, in denselben einzuschmuggeln. - Jedenfalls verdient die Sache, bei dem Interesse, welches sie für die Geschichte der Upanishad-Überlieferung hat, eine nähere Untersuchung, als wir sie zur Zeit anstellen können.

6. Auswahl und Anordnung

Alle Upanishaden in einer Ausgabe oder Übersetzung zusammenzufassen, ist zur Zeit nicht möglich, da man noch nicht einmal weiß, wie viele es ihrer gibt. Jede Bearbeitung wird sich also auf eine Auswahl beschränken müssen. Eine solche sollte aber nicht auf subjektivem Ermessen, sondern auf objektiven Gründen beruhen, indem sie als Kriterium der Aufnahmewürdigkeit die mehr oder weniger allgemeine Anerkennung wählt. Diesem Gesichtspunkt glauben wir am besten gerecht zu werden, wenn wir uns auf die "solenne Reihe" der 52 Upanishaden beschränken, wie sie die Colebrooke'sche Liste bietet, mit der, bis auf eine Anzahl zweifelhafter Produkte, die Sammlung des Narayana, wie auch die des Oupnekhat, im wesentlichen zusammenstimmt.

Was hingegen die Anordnung betrifft, so sind alle die von uns besprochenen Sammlungen so sehr ohne erkennbares Prinzip, machen so sehr den Eindruck, vom bloßen Zufall zusammengewürfelt zu sein, daß die neueste Punaer Ausgabe sogar dazu übergegangen ist, die Upanishaden nach dem Alphabet zu ordnen. Ein solches Verfahren wäre vielleicht zu billigen, wenn nicht der Inhalt der Upanishaden selbst auf das deutlichste eine Einreihung derselben in verschiedene Kategorien forderte. Diese Kategorien sind im wesentlichen schon richtig von Weber erkannt worden, wenn er unter den Atharva-Upanishaden drei Klassen unterscheidet. (Literaturgeschichte, 2. Aufl., S. 173): "Die einen fahren fort, das Wesen des Atman, des Allgeistes, direkt zu untersuchen; die anderen beschäftigen sich mit der Versenkung (Yoga) in die Meditation darüber und geben die Mittel und Stufen an, mit und in welchen man schon hier das völlige Aufgehen im Atman erreicht; die dritte Art endlich substituiert dem Atman irgendeine von den vielen Formen, unter welchen die beiden Hauptgötter, Shiva und Vishnu, im Laufe der Zeit verehrt worden sind."

Bei dieser Einteilung vermissen wir nur eine von den drei genannten Arten verschiedene Klasse, welche nicht in der mystischen Kontemplation des Yoga, sondern auf mehr praktischem Wege das von der Vedantalehre gestellte Ziel zu erreichen sucht, indem sie das Leben des Sannyasin, des religiösen Bettlers, als den am meisten erstrebenswerten Zustand hinstellt.

Übrigens sind diese drei oder vier Richtungen, wie schon Weber mit Recht hervorhebt, nicht als zeitlich aufeinanderfolgend, sondern, im allgemeinen, als parallel nebeneinander laufend anzusehen; es liegt in ihnen nur eine Entwicklung des Vedanta-Standpunktes nach verschiedenen Richtungen vor, die sich jedoch so wenig ausschließen, daß in vielen, ja, mit wenigen Ausnahmen, in allen Upanishaden jede dieser Richtungen wenigstens andeutungsweise vorhanden ist: zunächst stehen sie alle auf dem gemeinsamen Boden der Vedantalehre; sehr allgemein zeigt sich ferner das Bestreben, den auf intellektuellem Wege nicht erfaßbaren Urgrund durch eine mystische, überintellektuelle Einswerdung zu erreichen, wozu, schon von Kathaka an, der Laut Om das Vehikel bietet; ferner gibt es wenige Upanishaden, die nicht für den schon von Yajnavalkya so kräftig hervorgehobenen Gedanken eintreten, daß das wahre Verhalten des Weisen, der Welt gegenüber, Entsagung (Sannyasa) ist; was aber die Neigung zum Sektenwesen betrifft, so entspringt sie wesentlich aus dem Wunsch, auch die weiteren Volkskreise, wie sie teils dem Shiva, teils dem Vishnu in irgendeiner Form huldigten, für die Vedantalehre zu gewinnen, indem der von ihnen verehrte Hauptgott zu einer symbolischen Erscheinungsform des Atman umgedeutet wird, — ein Bestreben, dessen ersten Anfängen wir schon in Upanishaden der drei älteren Veden begegnet sind.

Mit diesem Vorbehalt also, daß es sich dabei nur um Entfaltungen, oder, wenn man will, um Auswüchse der einen und allgemeinen Vedantalehre handelt, werden wir allerdings zweckmäßig verfahren, wenn wir die Upanishaden, je nach den vorwiegend von ihnen vertretenen Gesichtspunkten, in den folgenden fünf Kategorien unterbringen; in jeder dieser Kategorien gibt es relativ ältere und wiederum auch sehr späte Produkte, da, wie bereits bemerkt, diese Richtungen im allgemeinen nicht nacheinander, sondern nebeneinander verlaufen; womit nicht ausgeschlossen ist, daß, je nach dem wechselnden Geschmack der Zeiten, bald das eine, bald das andere Bestreben mehr in den Vordergrund trat und in entsprechenden Upanishaden seinen Ausdruck fand. Wir unterscheiden demnach unter den Atharva-Upanishaden:

1) solche, welche wesentlich der alten Vedantalehre treu bleiben, ohne deren Fortentwicklung zum Yoga, Sannyasa und vishnuitischen oder shivaitischen Symbolismus erheblich mehr, als schon in den älteren Upanishaden geschieht, zu betonen;

2) solche, welche, den Vedantastandpunkt voraussetzend, überwiegend oder ausschließlich die Erfassung des Atman durch den Yoga mittels der Morae des Omlautes behandeln;

3) solche, welche, in der Regel ebenso einseitig, das Leben des Sannyasin als die praktische Konsequenz der Upanishadlehre empfehlen und beschreiben;

4) solche, welche den vom Volk verehrten Siva (Isana, Mahesvara, Mahadeva usw.) zu einer Personifikation des Atman umdeuten;

5) solche, welche ebenso den Visnu (Narayana, Nrisinha usw.) im Sinne der Vedantalehre umformen, indem sie seine verschiedenen Avataras als Menschwerdungen des Atman betrachten.


Hiernach würden sich die allgemeiner anerkannten Upanishaden des Atharvaveda, nach der in ihnen vorherrschenden Tendenz, etwa wie folgt gruppieren:

1. Reine Vedanta Upanishaden: Mundaka, Prasna, Mandukya (mit der Karika); Garbha, Pranagnihotra, Pinda; Atma, Sarvopanishatsara, Garuda.

2. Yoga Upanishaden: Brahmavidya, Kshurika, Culika; Nadabindu, Brahmabindu, Amritabindu, Dhyanabindu, Tejobindu; Yogasikha, Yogatattva; — Hamsa.

3. Sannyasa Upanishaden: Brahma, Sannyasa, Arunecya, Kanthasruti; Paramahamsa, Jabala, Asrama.

4. Shiva Upanishaden: Atharvasiras, Atharvasikha, Nilarudra; Kalagnirudra; — Kaivalya.

5. Vishnu Upanishaden: Maha, Narayana, Atmabodha; Nrisinhapurvatapaniya, Nrisinhottaratapaniya; Ramapurvatapaniya, Ramottaratapaniya.

Siehe auch

Literatur

Weblinks

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