Paushkara Samhita

Aus Yogawiki
(Weitergeleitet von Paushkarasamhita)

Paushkara Samhita (Sanskrit: पौष्करसंहिता, Pauṣkarasaṃhitā) ist eine umfangreiche Samhita des Pāñcarātra, einer auf Vishnu und Narayana ausgerichteten Agama-Tradition. Sie verbindet die Verehrung des Göttlichen im Mantra, im Mandala und im geweihten Bild mit Einweihung, innerer Sammlung und befreiender Erkenntnis. Ihre besondere Weite liegt darin, dass sie sowohl das einzelne Herz als auch den gemeinsamen Lebensraum berücksichtigt: den Schüler und seinen Lehrer, die Gestaltung des Heiligtums, die Ordnung des Tages, Feste, Gastfreundschaft und die Bewahrung heiligen Wissens.

Vishnu: Die Paushkara Samhita verbindet die Verehrung des göttlichen Herrn mit Bhakti, Mantra und Erkenntnis.

Für ernsthafte Aspiranten ist das Werk besonders dort berührend, wo die genaue rituelle Ordnung durchsichtig wird auf ihre innere Absicht. Der Guru soll aus Mitgefühl handeln und den im Kummer Versunkenen aufrichten (1.27–28). Der Herr wohnt im Herzen jedes Menschen und kennt dessen wirkliche Gesinnung (31.302). Die Vielfalt der Mantras wird als Ausdruck seiner Zuwendung zu unterschiedlichen Menschen verstanden (33.72–86). So begegnet uns eine Spiritualität, die Aufmerksamkeit, Hingabe und verantwortliches Handeln zusammenführt.

Orientierung: Den gesamten erhaltenen Sanskritbestand der 43 Kapitel bieten Paushkara Samhita Sanskrit IAST sowie Paushkara Samhita Sanskrit Devanagari (Kapitel 1–32) und Paushkara Samhita Sanskrit Devanagari Teil 2 (Kapitel 33–43). Die folgende deutsche Übersetzung erschließt den gesamten vorhandenen Textbestand der Kapitel 1–43. Eine thematische Lektüre aus sechs Kapiteln bietet Paushkara Samhita 108 Inspirierende Verse und Mantras.

Titel, Tradition und Überlieferung

Titel und Schreibweisen

Die wissenschaftliche Umschrift lautet Pauṣkara Saṃhitā beziehungsweise als Zusammensetzung Pauṣkarasaṃhitā. Ohne diakritische Zeichen sind Pauskara Samhita und die ausspracheorientierte Form Paushkara Samhita gebräuchlich. Der hier verwendete Artikeltitel Paushkara Samhita ist davon zu unterscheiden; die Sanskritform enthält die Konsonantenverbindung ṣk.

Saṃhitā bezeichnet eine Sammlung beziehungsweise einen zusammengefügten Lehrtext. Pauṣkara gehört sprachlich zu puṣkara, „Lotus“, und kann einen Bezug zum Lotus oder zu einem entsprechenden Namen ausdrücken. Im Werk trägt der fragende Gesprächspartner den Namen Pauṣkara und wird wiederholt als „Lotusgeborener“ angeredet: Gemeint ist Brahmā. Der Titel Paushkara Samhita lässt sich daher im Rahmen des Lehrdialogs als „die Pauṣkara zugehörige Lehrsammlung“ verstehen. „Lotuslehrbuch“ wäre eine verkürzende, zu enge Übersetzung.

Eine vaishnavitische Samhita

Die Zuordnung von Paushkara Samhita beruht unmittelbar auf dem Text: Die Kapitelkolophone nennen das heilige Pāñcarātra; die Rahmengespräche führen Pauṣkara und der erhabene Herr, Bhagavān. Die Anrufung Hayagrivas, die Verehrung Vasudevas und die Lehre von den göttlichen Entfaltungen bestätigen den vaishnavitischen Zusammenhang. Es handelt sich hier nicht um den ähnlich benannten shaivitischen Pauṣkarāgama. Gleichlautende Titelbestandteile berechtigen nicht dazu, Lehren oder Kapitel verschiedener Traditionen miteinander zu verbinden.

Die Kolophone nennen das Werk auch eine Mahopaniṣad, eine „große geheime beziehungsweise grundlegende Unterweisung“. Diese traditionelle Selbstbezeichnung bedeutet nicht, dass es zu den 108 Upanishaden des Muktika-Kanons gehört.

Historische Einordnung von Paushkara Samhita

Das Werk Paushkara Samhita wird traditionell zu den besonders angesehenen Samhitas des Pāñcarātra gerechnet. Die verwendete Edition trägt im Titel die Bezeichnung „eines der drei Juwelen“. Eine genaue Datierung seiner unterschiedlichen Textschichten lässt sich aus dieser Überlieferung nicht sicher ableiten. Das Erscheinungsjahr 1934 bezeichnet die Druckausgabe, nicht die Entstehung der Schrift.

Die erhaltene Gestalt umfasst 43 Kapitel mit annähernd 5.900 Versen sowie zusätzlichen Halbversen und Textstücken. Sie ist umfangreich, aber nicht lückenlos: Unter anderem fehlen Teile am Übergang von Kapitel 5 zu Kapitel 6; auch der Schluss ist abgebrochen. Die Größe des Bestandes darf deshalb nicht mit der vollständigen Erhaltung des ursprünglichen Werkes verwechselt werden.

Aufbau und zentrale Themen

Die Paushkara Samhita folgt keiner modernen Trennung zwischen Religion, Yoga, Architektur und Gemeinschaftsleben. Ein heiliger Raum wird vermessen, gereinigt und gestaltet, damit dort Verehrung geschehen kann. Der Körper wird durch Nyasa in diese Verehrung einbezogen. Japa und Meditation führen die Aufmerksamkeit vom äußeren Vollzug zur Gegenwart des Göttlichen im Herzen.

Kapitel Thematischer Schwerpunkt
1 Eignung des Schülers, Stufen der Einweihung, Mitgefühl des Gurus
2–4 Bodenprüfung, Himmelsrichtungen und Verehrungshalle
5–10 Mandalas, Lotusformen, Entfaltungen und Radlotusse
11–18 Kreis-, Sonnen-, Mond-, Dreiecks-, Schildkröten- und Muschelformen; neunnabeliges Mandala
19–24 Verehrung im neunnabeligen Mandala, Vishvaksena, Gefolge und göttliche Sitzgrundlagen
25–26 Träger der Verehrung und unterschiedliche Darbringungen
27 Shraddha und die religiöse Fürsorge für Verstorbene und Ahnen
28–30 Feuerstätten, Opfergruben und Pavitrarohana
31–32 Religiöse Lebensordnung, Festzeiten und Unterbrechungen der Verehrung
33 Wirklichkeitsprinzipien, Mantra, göttliche Kräfte und Yoga
34–35 Räucherwerk, Glocke und Räuchergefäß
36–37 Heiligtümer und die Gegenwart göttlicher Gestalten
38–39 Befähigung zur Weihe und Bestimmung der maßgeblichen Überlieferung
40–43 Heilige Sockel, religiöse Stiftungen, Tempelgründung und Tempelanlage

Wie lässt sich ein so umfangreiches Werk lesen?

Für den Einstieg eignen sich die Lehren über den Guru in Kapitel 1, über aufrichtige Hingabe in Kapitel 31 und über die Einheit hinter der Vielfalt der Mantras in Kapitel 33. Die umfangreichen Bau- und Ritualanweisungen erschließen sich besser, wenn man zunächst ihre Funktion versteht: Sie ordnen einen gemeinsamen Raum der Aufmerksamkeit und Verehrung. Ihre genauen Maße sind wirkliche Maße, ihre Darbringungen wirkliche Gaben. Nicht jede Einzelheit ist eine verschlüsselte Beschreibung moderner Yogapraxis.

Spirituelle Hauptlehren von Paushkara Samhita

Der Guru als helfende Hand

Ein eindringliches Bild des ersten Kapitels von Paushkara Samhitabeschreibt den Lehrer als denjenigen, der einen Menschen aus dem Meer des Kummers hebt. Sein Wissen bewährt sich im Mitgefühl. Der Text verbindet dies mit der Prüfung der Eignung und einem gestuften Einweihungsweg. Mitgefühl und Sorgfalt gehören zusammen: Nicht jedes Ritual wird jedem Menschen ohne Vorbereitung übertragen.

Die Gegenwart des Göttlichen

Die Paushkara Samhitaspricht von Vishnu in vielfältigen Gestalten, ohne diese Vielheit als Zerfall des Göttlichen zu verstehen. Kapitel 33.72 formuliert das Motiv besonders klar: Der eine Herr nimmt aus Mitgefühl vielerlei Mantragestalten an. Die Vielfalt wird so zur Möglichkeit der Begegnung. Unterschiedliche Menschen können angesprochen werden, ohne dass das höchste Ziel deshalb seine Einheit verliert.

Mantra und Bewusstsein

Ein Mantra ist in diesem Zusammenhang nicht bloß ein Wort, das einen äußeren Gegenstand bezeichnet. Die Samhita behandelt den Klang als Träger göttlicher Gegenwart. Sie unterscheidet dabei Lautgestalt, Kraft, göttliche Entfaltung und die höchste Wirklichkeit jenseits des ausgesprochenen Lautes. Japa, Erinnerung und Verehrung gehören zusammen. Eine Liste geheim gehaltener Silben ersetzt weder Verständnis noch Diksha.

Innere und äußere Verehrung

Die äußere Puja und die innere Vergegenwärtigung werden nicht gegeneinander ausgespielt. Kapitel 31.230 kennt ausdrücklich die geistige Darbringung, wenn äußere Gaben nicht verfügbar sind. Kapitel 41.59 nennt die innere und danach die äußere Verehrung. Für die Sadhana ist die innere Ausrichtung entscheidend; zugleich bleibt die konkrete religiöse Handlung bedeutsam.

Erkenntnis und Befreiung

Kapitel 33 unterscheidet Mittel, Zwischenziele und das Erlangen des eigenen wahren Wesens. Anhaftung lässt Unwissenheit wachsen; Erkenntnis lässt sie schwinden (33.136). Auch besondere Fähigkeiten sind nicht mit Befreiung gleichzusetzen. Das Werk eröffnet damit einen Maßstab für die Praxis: Führt sie zu größerer Klarheit und Hingabe, oder erzeugt sie neue Bindung an Erlebnisse und Ergebnisse?

Deutsche Übersetzung der Paushkara Samhita

Die folgende Übersetzung umfasst den gesamten vorhandenen Textbestand der Kapitel 1–43. Eckige Klammern kennzeichnen notwendige Ergänzungen und unsichere Lesungen; Auslassungspunkte innerhalb entsprechend gekennzeichneter Stellen geben Lücken der Sanskritüberlieferung wieder. Die vorhandenen Fragmente bleiben erkennbar, ohne fehlende Sätze zu erfinden.


Kapitel 1 – Prüfung und Begleitung des Schülers

Eingangsverehrung Heil und Segen! Hari – Om. Verehrung dem erhabenen Hayagriva. Die ehrwürdige Paushkara Samhita.

1.1 Wenn der Schüler sein Gelübde erfüllt hat und vor dem Lehrer steht, der sein Wohl wünscht, soll dieser den zu ihm Gekommenen anweisen, o Lotusgeborener.

1.2 Zur rechten Zeit soll er den mit guten Eigenschaften ausgestatteten Geeigneten zum Beschaffen der Mittel veranlassen: „Geh, mein Sohn, dorthin, wo du die erforderlichen Mittel erhalten kannst.“ [Der erste Halbvers ist unsicher.]

1.3 „Sie dienen den Gegenständen der Verehrung, durch die du Frieden erlangen wirst.“ Was er entsprechend seinen Möglichkeiten erhalten hat, soll er danach dem Lehrer darbringen:

1.4 „Durch deine Gnade, Verehrter, habe ich dies erhalten. Nimm es von mir an! Erbarme dich meiner, der ich ohne Zuflucht im Meer des Werdens versunken bin.“

1.5 Wenn er solche und ähnliche flehentliche Worte gesprochen hat, soll der Lehrer um seinetwillen die Verehrung im Mandala beginnen.

1.6 Er soll es vorschriftsmäßig mit Schnüren abstecken und mit schönen Farbpulvern ausfüllen oder mit Safran und dergleichen zeichnen; auch entsprechende Zeichengeräte soll er verwenden.

1.7 Auf dem Boden soll er es sorgfältig mit goldenen Stäbchen und dergleichen zeichnen. Fehlen die Mittel, soll er mit Früchten, Blumen und anderen stets verfügbaren Gaben aus dem Wald verehren.

1.8 Das verehrte Mandala soll er dem Schüler zeigen. Wisse, dass es vier Arten gibt: Die erste heißt „Lotusinneres“ und ist nicht durch eine feste Anzahl begrenzt.

1.9 Die zweite enthält viele Lotusse in sich; auch sie hat zahlreiche Ausprägungen. Die dritte ist der Radlotus.

1.10 Auch dieser besitzt zahlreiche Unterarten, o Lotusgeborener. Das als „gemischtes Rad“ bezeichnete Mandala hat ebenfalls viele Gestalten. [Ein Ausdruck im ersten Halbvers ist unsicher.]

1.11 Dieses wird als vierte Art gelehrt: In ihm wird der Gebundene befreit. Das große, neunnabelige Mandala besteht in unterschiedlichen bildlichen Gestaltungen.

1.12 Durch seinen Anblick, seine Verehrung und seine Einrichtung im Feuer wird den Hingebungsvollen rasch Befreiung zuteil.

1.13 Durch die unterschiedlichen Formen, die man während der vorgesehenen Zeit der Reihe nach schaut und verehrt, jeweils am zwölften Tag jeder Mondhälfte, wird der Zweimalgeborene nach einem Jahr …

1.14 … zu einem hingebungsvollen Samayin, einem Träger der Einweihungsverpflichtungen; durch ein weiteres [Jahr] zum Putraka, dem geistlichen Sohn. Dazu gehören das Schauen, Verehren und beständige Betrachten im Herzen.

1.15 Während einer solchen Zeit erwächst ihm die entsprechende Befähigung. Am Anfang und bei der Vollendung soll die Verehrung mit Hingabe vollzogen werden.

1.16 Zwei Entfaltungen … am Anfang und Ende … durch die übrigen … Jahr … solange der Lotus verehrt wird. [Stark lückenhafter Vers; die Einzelbezüge lassen sich nicht zuverlässig herstellen.]

1.17 Wenn der Mensch, dessen Befleckungen geschwunden sind, den Stand eines Putraka erreicht hat, dann … seine beiden … treten insgesamt hervor. [Der zweite Halbvers ist beschädigt.]

1.18 Dann soll der Lehrer ihn in den Stand eines Sadhaka einsetzen. Nach der Verehrung im dritten Mandala soll er ihn dort eintreten lassen.

1.19 Das zu Verehrende soll er in seinen vielen Gestalten meditierend verehren. Vorgesehen sind drei Mondhälften, vermindert um fünf Tage. [Der genaue Bezug der Zeitangabe bleibt unsicher.]

1.20 Jedes einzelne Rad soll er verehren, bis die Verehrung des Lotus vollzogen ist. Die entsprechenden Früchte entfalten sich für ihn Schritt für Schritt, o Zweimalgeborener.

1.21 Danach soll der Lehrer dem Sadhaka sorgfältig die vierte, große Verehrung zeigen, durch die er den Stand eines Acharya erlangt.

1.22 Nach der Verehrung während der zuerst genannten Zeit soll er darüber nachsinnen, wie es gelehrt wurde. Die übrigen Tage soll er jeweils einzeln vollenden. [Unsicherer Wortlaut.]

1.23 Wer sich vier Jahre lang dieser Verehrung widmet, gelangt, o Brahmā, über das schwer zu überquerende Meer des Samsara an das andere Ufer.

1.24 Selbst wenn er nur die eine große Verehrung des neunnabeligen Mandalas vollzieht: Diese [Verehrungsformen] sind als Leuchten der Erkenntnis in der Wildnis des Samsara eingerichtet.

1.25 Die verschiedenen Verehrungsformen sind stets für Hingebungsvolle bestimmt, die sich beherrschen, die vertrauen und sich gläubig der Selbstdisziplin widmen, o Brahmane.

1.26 Das Meer des Werdens ist ohne die Verehrung durch andere Mittel schwer zu überqueren. Man soll [den Schüler] in das Boot der Verehrung aufnehmen; sein Ziel ist das andere Ufer.

1.27 Wer als Wissender, von höchstem Mitgefühl erfüllt, einen anderen sicher hinüberführt, ohne eine Gegenleistung zu verlangen, der wird Guru genannt.

1.28 Wer erkennt, dass ein Hingebungsvoller ohne Zuflucht im Meer des Kummers versunken ist, und ihn mit der helfenden Hand der Verehrung heraushebt, der ist ein Guru und gilt als mir gleich.

1.29 Verehrungsstätten, heilige Badeplätze und heilige Orte, die Vollendete aufsuchen und die mit Blumen, Gewändern und Schmuck geehrt und verehrt werden …

1.30 … ebenso Tempel und Ashrams, o großer Weiser, in denen beim Opfer im Feuer die Klänge des Veda-Gesangs ertönen …

1.31 … bewirken durch ihren selbst zufälligen Anblick bei Menschen mit verwirrtem Geist, bei Feindseligen, bei durch falsche Begründungen Verdorbenen und bei Ungläubigen …

1.32 … dass schlechte Neigungen, verkehrtes Denken, falsche Argumente, üble Gesinnung, falsche Beweggründe und Unglaube dahinschwinden.

1.33 Rasch entsteht in ihnen eine von Vertrauen begleitete innere Hinwendung. Wenn dies schon durch deren Wirkkraft geschieht, wie viel mehr gilt es für Menschen, die bereits Vertrauen besitzen!

1.34 Darum soll man den Schüler als hingebungsvoll und mit vielen guten Eigenschaften ausgestattet erkennen: auf das Göttliche ausgerichtet, beständig verbunden und mit einem von Zweifeln freien Geist.

1.35 Er kann Brahmane, Kshatriya, Vaishya oder Shudra sein und in seiner jeweiligen Lebensstellung stehen; er kann als Brahmachari oder Haushälter seine vorgeschriebenen Aufgaben erfüllt haben.

1.36 Er kann Waldeinsiedler oder von Almosen lebender Entsagter sein, oder eine Frau mit klarer Unterscheidungskraft: standhaft, rein, zufrieden und nach der Schau der Wirklichkeit verlangend.

1.37 Er soll die Bindung an den Verwandtenkreis aufgegeben haben, tatkräftig und entschlossen sein. Hat [der Lehrer] einen geeigneten Menschen gefunden … und die Einweihung in die Verehrung vollendet … [Textlücke.]

1.38 … soll der Lehrer dessen naturbedingte Bindungen dem Feuer übergeben: die vergangenen, gegenwärtigen und zukünftigen, o Lotusgeborener.

1.39 Wenn der Verband der Bindungen aufgelöst ist, [ist] der Zustand des Verkörperten … verbunden mit der Durchdringung der Wirklichkeitsprinzipien. Dies ist dem wirklichen Zustand entsprechend zu erläutern. [Teilweise verderbt.]

1.40 [Zu erkennen ist] das im Herzen weilende, alles durchdringende [Göttliche], das im Spiegel der Erkenntnis gegenwärtig ist: Es lässt alles erscheinen und ist selbst keine begrenzte Erscheinung; sein Wesen ist Bewusstsein und immerwährende Glückseligkeit.

1.41 Es ist frei von der Unterscheidung zwischen offenbar und unoffenbar, unberührt und dem weiten Raum gleich. Durch es wird dies alles offenbar; wer darin verweilt, gelangt zur Gleichheit. [Ein Satzbezug ist unsicher.]

1.42 Nachdem du erkannt hast, was zur Vollendung führt, und das Wesen der Erkenntnis erwogen hast, sollst du dich stets derjenigen annehmen, die sich vor dem Samsara fürchten.

1.43 Nach sorgfältiger Prüfung sollst du sie mit der höchsten Wirklichkeit verbinden. Nachdem die Selbsterkenntnis in einem geeigneten Empfänger gegründet ist, mag man den Körper ablegen.

1.44 Denn so geht das höchste, reinigende Wissen nicht verloren: Es ist der Same der Welt und lässt [den Samen weiterer Bindung] nicht entstehen; es vertreibt die Dunkelheit der Unwissenheit.

Pauṣkara sprach:

1.45 Wenn im Verlauf der Zeit durch die Einweihung in die Verehrung … bei den Furchtsamen und noch nicht Erwachten … [Stark beschädigter Vers.]

1.46 … wenn sie zwischendurch sterben, was geschieht dann mit ihnen? Sage dies, o Herr, von denen, deren Riten unvollendet sind und die von dir Erkenntnis erlangt haben.

Der erhabene Herr sprach:

1.47 Wisse, mein Lieber: Für Menschen geht der Frucht der feste Entschluss voraus, und dieser besitzt besondere Kraft. Auch bei dem, der das Werk noch nicht vollendet hat, [wirkt] der Entschluss zur Ausführung der Handlung.

1.48 Sobald der Geist von dem Gedanken erfüllt ist: „Ich bringe mich dem auf dem Schlangenlager Ruhenden dar“, [richtet er sich] über das unermessliche Meer des Werdens hinweg auf die höchste Stätte. [Der zweite Halbvers ist sprachlich beschädigt.]

1.49 Eben damit hat er die ewige, unvergängliche Stätte erreicht. Es gibt den bereits Vollendeten, den zur Vollendung Gelangenden und als dritten den, der den Aufstieg beginnen will.

1.50 Wisse, dass diese im Hinblick auf [das Ziel] gleich sind, auch wenn ein zeitlicher Abstand besteht: Einer ist schon gesättigt, weil er zuerst gegessen hat und seine Mahlzeit beendet ist.

1.51 Ein anderer hat noch nicht gegessen … seine Zeit … Am Ende gilt für alle: Das Ausbleiben der Sättigung ist nicht [der bleibende Zustand]. [Die zweite Hälfte des Gleichnisses ist verderbt.]

1.52 So verhält es sich, o Lotusgeborener, bei den Hingebungsvollen mit der Verbindung von Mantra und rituellem Handeln; im Verlauf der Zeit … in jener unvergänglichen Stätte. [Der zweite Halbvers ist beschädigt.]

1.53 Für Menschen, die von Hingabe und Vertrauen erfüllt sind, führt die Annahme des Mantras stets über den Samsara hinaus … der die Wirklichkeit erkennende Zweimalgeborene. [Unsicherer Versschluss.]

1.54 Festigkeit der Einsicht und der von begrifflichen Alternativen unverhüllte Erkenntnisgegenstand … von denen, die im strahlenden Samadhi gefestigt sind … zusammen mit der Geburt. [Der Satz ist nicht zuverlässig zu vervollständigen.]

So endet in der Paushkara Samhita, der großen Upanishad des heiligen Pāñcarātra, das erste Kapitel, „Die Kennzeichen der Prüfung des Schülers“.



Die Gestaltung eines heiligen Ortes dient der Sammlung und Verehrung.

Kapitel 2 – Die Prüfung des Bodens

Pauṣkara sprach:

2.1 Erhabener Herr, erkläre mir die Kennzeichen der Mandalas. Ihre unendliche [Vielfalt] wurde genannt … ihre Stätte und sie selbst … [Der zweite Halbvers ist unsicher.]

Der erhabene Herr sprach:

2.2 Man begebe sich in eine heilige, bekannte Gegend, die von Vollendeten aufgesucht wird. Dort gibt es vielerlei geeignete Plätze, o Lotusgeborener.

2.3 Auf einem Boden, der Getreide trägt und dessen Beschaffenheit sorgfältig geprüft wurde, werden die Verehrungen vollzogen. Ich werde dir diese Plätze beschreiben.

2.4 Auf einer Bergspitze, in der Mitte eines Berges oder an einem für Zweimalgeborene geeigneten Hang; auf ebenem Gelände in einem schönen Wald voller Bäume und Heilpflanzen …

2.5 … in einem glückverheißenden, schönen Hain mit Lotussen, an den Ufern von Flüssen und auch an deren Zusammenflüssen …

2.6 … in der Nähe heiliger Badeplätze, auf festem, von Kranichen belebtem Gelände, im Bereich eines Tempels, bei Kuhherden oder in einer Brahmanen-Einsiedelei …

2.7 … an einem Ort, der frei von gefährlichen Lebewesen und von der Furcht vor Räubern und ähnlichen Gefahren ist: Dort prüfe man zuerst den wohlbeschaffenen Boden und seine Merkmale. [Für „frei von Furcht“ wird die Korrekturanregung der Textgrundlage berücksichtigt.]

2.8 Dies gilt für Tempel der Gottheiten, für Siedlungen von Brahmanen und anderen, für die Stätten der Opferverehrung und für Wohnhäuser der Haushälter.

2.9 Der Boden hat gute und ungünstige Eigenschaften … Höre, wie ich sie dir zusammenfassend darlege, o Brahmā. [Teilweise verderbt.]

2.10 Ein von Mängeln freier Boden lässt die beabsichtigten Werke gelingen; ein mangelhafter Boden hingegen bringt viele Hindernisse hervor.

2.11 Durch die Kraft der Waffenmantras verlassen ihn die Pishachas, o Lotusgeborener. [Geeignet ist ein Boden,] der friedvolle Bäume trägt und reich an Früchten und Blumen ist …

2.12 … der mit saftigen jungen Gräsern und weichem Gras bedeckt ist, sich angenehm anfühlt, mildes Wasser besitzt, duftet und süß schmeckt …

2.13 … der nicht salzig-unfruchtbar und nicht durch Feuer, Feuererscheinungen oder Sonnenstrahlen verbrannt ist; frei von großen Mängeln wie üblem Geruch gewährt er Wohlbefinden und Frieden.

2.14 Er ist frei von schädlichen Tieren und wird von freundlichen Vögeln aufgesucht; dort fühlen sich Kühe und andere Tiere wohl.

2.15 Dort erfreuen sich Tiger und Elefanten gemeinsam mit Menschen. Sein Anblick erweckt sogleich Freude, wie der Anblick der eigenen Geliebten.

2.16 Solcher Boden gewährt allen jederzeit Gutes bei der Verehrung und anderen Handlungen; er ist reich an Kumuda-, Utpala- und Kahlara-Lotussen sowie an Kranichen und anderen Vögeln.

2.17 Im Osten liegt ein Teich, im Westen ein Mangohain; links befindet sich ein großer Schilfbestand, im Süden ein geeigneter Berg.

2.18 Ebener Boden von gleichmäßiger Farbe, frei von Schlangen und dergleichen, wird gepriesen. Teiche, Brunnen und andere Vertiefungen sollen im Nordosten oder Norden liegen.

2.19 Ein Boden mit solchen glückverheißenden Merkmalen fördert alle Vollendungen. Guter Boden fühlt sich in der Sommerhitze kühl wie Mondlicht an …

2.20 … und im Winter warm; während der Regenzeit ist er saftig. Sein Klang ist glückverheißend wie der eines Bronzegefäßes, einer Glocke, einer Vina oder einer Flöte. [Die Angabe zur Regenzeit ist unsicher.]

2.21 Klingt er wie eine Mridanga oder Dundubhi, gewährt er die Erfüllung aller Wünsche. Man grabe [eine Grube] von gleichem oder halbem Maß, nehme die Erde heraus und fülle sie wieder ein.

Unnummerierter Vers zwischen 2.21 und 2.23: Bleibt Erde übrig, ist der Boden vorzüglich; geht sie genau auf, ist er mittelmäßig. Bleibt die Grube unvollständig gefüllt, erkenne ihn als minderwertig und meide den ungünstigen Boden.

2.23 Je nachdem, ob ausgesäte Samen nach drei, fünf oder sieben Nächten keimen, wird der Boden als vorzüglich, mittelmäßig oder geringer bezeichnet.

2.24 Boden mit Gefälle nach Osten und Norden, besonders nach Nordosten, wird gepriesen. Geeignet ist ein wie ein Schildkrötenrücken gewölbter Boden; sehr günstig ist auch ein spiegelglatter.

2.25 Hat der Boden die Gestalt eines Muschelhorns, Rades, einer Keule, eines Lotus, des Shrivatsa oder Garudas, einer Girlande oder Krone, so fördert er alle Vollendungen.

2.26 Anders beschaffener, dem entgegengesetzter Boden gewährt ungünstige Früchte. Man soll ihn entschieden meiden, da er das Gelingen beeinträchtigt.

2.27 Findet sich jedoch kein Boden mit den beschriebenen Merkmalen, soll man einen gewöhnlichen Boden annehmen und nach Verehrung der Mantras mit ihnen den Ritus vollziehen. [Die Formulierung zur Mantraverehrung ist unsicher.]

2.28 Dort soll man … in großer, nicht begrenzter Zahl Feueropfer darbringen … mit reichlich geklärter Butter im mittleren Bereich. [Teilweise verderbt.]

2.29 Ein Baum … eine Heiligtumsmauer oder ein Tempel … Unter Meidung des doppelten [Bereichs] seines Schattens … [Keine sichere zusammenhängende Übersetzung möglich.]

2.30 An einem günstigen, geeigneten Tag soll man den Boden in Besitz nehmen, mit Fleisch, das ohne Verletzen [eines Tieres] gewonnen wurde, und mit in Wasser angerührtem geröstetem Mehl …

2.31 … zusammen mit Früchten und Blumen, mit Öl und alkalischen Stoffen … sowie mit Dickmilch, Milch und Rohzucker. [Ein Ausdruck in der zweiten Vershälfte ist unklar.]

2.32 Mit Kurkumapulver … und Sesam soll man in den Haupt- und Zwischenrichtungen sowie in der Mitte eine Bali-Gabe ausstreuen und dabei sprechen:

2.33 „Mögen die wilden Wesen, denen dieser Erdbereich als Aufenthalt dient, mir ihr Wohlwollen gewähren und sich zu einer anderen Wohnstätte begeben.“

2.34 Nachdem man den eigenen Körper als einer Waffe gleich und durch das Waffenmantra strahlend meditiert hat, soll man den Wesen den Auftrag erteilen. Danach soll man die Erde bis zum Wasser ausheben.

2.35 … gleichmäßig … einen Gang … reine, duftende [Erde] herbeiholen … [Stark verderbter Vers.]

2.36 Mit ihr soll man die Grube ausfüllen und den Boden feststampfen. Danach soll man ihn mit gleichmäßigem Gras, Reis und jungen Baumzweigen versehen. [Das Verb des Feststampfens ist unsicher überliefert.]

2.37 Drei Tage lang lasse man dort eine Kuhherde verweilen. Am vierten Tag soll man den Boden reinigen und mit Pflügen umwenden.

2.38 Dann soll man ihn überall mit einem erhitzten Ziegel berühren. Darauf [nehme man] Goldstaub, … und Silberstaub … [Textlücke bei einem Material.]

2.39 … Edelsteinpulver, Duftstoffe und Kränze, Getreide, Reis und Früchte, Blumen, ungebrochene Reiskörner und gerösteten Reis sowie weißen Senf und Sesam …

2.40 … und verteile diese glückbringenden Stoffe mit Panchagavya überall auf dem Boden. Ob die Grube ausgehoben wurde oder nicht: Dadurch wird der Ort sogleich gereinigt.

2.41 Wo immer man Getreide und dergleichen in geeigneter Weise verwendet, dient dies der Reinigung, dem Heil und der Läuterung des Ortes.

2.42 Es geschieht für die sichtbaren und unsichtbaren Früchte derjenigen, die Verehrungs- und Opferriten vollziehen. Danach ebne man [den Boden] … mit einem Gefälle nach Osten und Norden. [Textlücke.]

2.43 … Wasser … sein Abfluss in beiden Richtungen … Dann soll man den Boden mit breiten Stampfern aus geeignetem Opferholz festigen. [Der erste Halbvers ist lückenhaft.]

2.44 Nachdem man seine Oberfläche … gestaltet hat, soll man ihn mit Erde, Kuhdung und Wasser bestreichen und mit der Hand oder einem Tuch glattwischen. [Die Beschreibung der Oberfläche ist nicht sicher lesbar.]

Unnummerierter Schluss-Halbvers: An einem günstigen, geeigneten Tag bestimme man dann die Haupt- und Zwischenrichtungen.

So endet in der Paushkara Samhita, der großen Upanishad des heiligen Pāñcarātra, das zweite Kapitel, „Die Kennzeichen der Prüfung des Bodens“.


Kapitel 3 – Bestimmung der Himmelsrichtungen

Pauṣkara sprach:

3.1 Erkläre mir genau das Verfahren zur Bestimmung der Himmelsrichtungen, zum Wohle aller Welten und insbesondere auch zu meinem Wohl.

Der erhabene Herr sprach:

3.2 Auf einem glatten Bodenstück mit Gefälle nach Osten und Norden bestimme man Osten und Westen anhand bekannter Orientierung oder durch das entsprechende Messverfahren, o Zweimalgeborener.

3.3 An Tempeln, großen Säulen, Straßenanlagen und Mauern kann man sich orientieren, wenn deren früher festgelegte Ausrichtung bekannt ist.

3.4 Durch Sonne und Schattenstab soll man Osten und Westen sorgfältig bestimmen. Für das Feststellen der Merkmale ist der Mittelpunkt die Grundlage aller Konstruktionen.

3.5 Ich erkläre dir dies deutlich für den jeweiligen Standort. Auf einem unbedeckten Stück Boden soll man das Verehrungshaus und die übrigen Anlagen errichten.

3.6 Man fertige einen Stab aus Gold oder einem anderen Metall, vier bis zwölf Fingerbreiten lang … an beiden [Enden] … [Der Versschluss ist verderbt.]

3.7 Unter Fortlassung jenes Maßes oder seines dritten Teils … mache man ihn zum Durchbohren stößelförmig an einem oder beiden [Enden]. [Die technische Anweisung ist nicht vollständig verständlich.]

3.8 Eine straff gezogene, feste Schnur befestige man an Anfang und Ende … Bei wolkenlosem Himmel [verwende man] den Schattenstab am Tag der Tagundnachtgleiche. [Der erste Halbvers ist unsicher.]

3.9 Der runde Stab soll so dick wie der kleine Finger sein, aus festem, geeignetem Holz oder aus scharf zugespitztem Metall bestehen und sechzehn Fingerbreiten hoch sein.

3.10 Zwölf Fingerbreiten … im Boden eingesetzt … zwölf nach oben ragend: Die mit einem Stift versehene Schnur lege man an den Fußpunkt des Schattenstabes. [Die Maßangaben stehen nicht widerspruchsfrei zum vorigen Vers.]

3.11 Durch eine gürtelartige Befestigung ist sie daran angebracht, o Pauṣkara. Dann spanne man die Schnur auf das halbe oder ganze Maß. [Unsicheres Verb.]

3.12 Mit dem Stift an der Schnur ziehe man ringsum auf dem Boden, mit gleichmäßiger Hand, eine feine Markierung.

3.13 Beobachte, wo der Schatten des Stabes den Umfang dieses Kreises betritt, und ritze dort eine Marke ein.

3.14 So verfahre man auf der westlichen Seite; entsprechend markiere man im Osten das Ende des Schattens, wenn er wieder wächst und nach außen tritt.

3.15 Wo Tag und Nacht stets gleich sind, lässt sich auf diese Weise die Ost-West-Richtung bestimmen; anderswo ist es nicht ohne Weiteres ebenso.

3.16 Wo Tag und Nacht nur an einem Tag der Tagundnachtgleiche gleich sind, soll man Osten und Westen unter Beachtung dieses besonderen Umstands erkennen.

3.17 Wenn die Sonne beim Äquinoktium von Süden nach Norden übergeht, sind dort Osten und Westen durch den Schatten festzustellen.

3.18 Ebenso soll man eine westlich, östlich oder dazwischen gelegene Gegend sorgfältig kennzeichnen.

3.19 Deren östlichen Bereich … ohne Unsicherheit … am eigenen Ort entsprechend seiner Beschaffenheit, ebenso in anderen Gegenden. [Der erste Halbvers ist verderbt.]

3.20 Bei höher oder tiefer gelegenen Orten sowie bei solchen nahe oder fern der Mitte lege man einen sechsten Teil fest, der durch Tag und Nacht die Orientierung anzeigt.

3.21 … übereinstimmend … setze man dies am Morgen an, zu einer bestimmten Zeit bei wolkenlosem Himmel. [Die genaue Messanweisung ist beschädigt.]

3.22 Wenn … vom Mittag her entsteht, erkenne man jene Gegend stets als die Verbindung zwischen Osten und Westen. [Der erste Halbvers ist unsicher.]

3.23 Wenn zur vollen Mittagszeit die Hälfte … in solcher Weise … und auch der vom Stab erzeugte [Schatten] entsprechend erscheint … [Textlücke.]

3.24 … den Schattenanteil vierfach … eine Gegend, in der der östliche Anteil größer ist, wird dadurch erfasst. [Textlücke und unsicherer Zusammenhang.]

3.25 Im Widder ist der Mittagsschatten als acht Fingerbreiten zu erkennen; zwei Fingerbreiten verbunden mit sechs … im Stier soll er fünf Fingerbreiten betragen. [Die eingeschobene Zahlenangabe ist nicht eindeutig zuzuordnen.]

3.26 Um vier Fingerbreiten vermindert … in den Zwillingen drei Fingerbreiten; zehn, eine und zwei Fingerbreiten … im Krebs zwei Fingerbreiten … [Die Zahlenreihe ist beschädigt.]

3.27 Im Löwen wisse ihn wie in den Zwillingen, in der Jungfrau wie im Stier; in der Waage wie im Widder, im Skorpion zwölf Fingerbreiten.

3.28 Mit achtundzwanzig und zwei Fingerbreiten verbunden … im Schützen höre: achtzehn Fingerbreiten, o Brahmane, ohne zwei und zehn Fingerbreiten … [Widersprüchlich überlieferte Zahlenangaben.]

3.29 Um dreißig und zwei Fingerbreiten vermindert … zwanzig Fingerbreiten im „Fisch“; im Wassermann wie im Schützen, in den Fischen wie im Skorpion. [Die erste Tierkreisbezeichnung und die Maßfolge sind problematisch; keine stillschweigende Berichtigung zu „Steinbock“.]

3.30 Ein Zwölftel des Schattenstabes gilt als eine Fingerbreite; sein sechster Teil ist als zwei Fingerbreiten zu verstehen.

3.31 So erkenne man auf dieser Erde zuerst die mittlere, westliche und östliche Gegend entsprechend ihrer tatsächlichen Lage, o bester Zweimalgeborener.

3.32 Danach bestimme man am jeweiligen Ort den östlichen Bereich. Man stelle den Schattenstab wie zuvor auf und zeichne ebenso den Kreis.

3.33 Den westlichen … Kreisbereich, o Pauṣkara, und dessen Mitte bestimme man durch den Mittagsschatten. [Ein Ausdruck ist unsicher.]

3.34 Man ermittle wie zuvor den Osten, spanne eine Schnur und richte mit den beiden Schnüren die Ost-West-Achse ein, o Lotusgeborener.

3.35 Von der Nähe der Schnur aus, an den beiden Richtungen Osten und Westen, trage man das Maß des Mittagsschattens ab … [Der Schluss ist nicht sicher verständlich.]

3.36 Zwei deutliche Marken setze man innerhalb des zugehörigen Kreises. Danach soll man auf dieser Grundlage Städte und andere Anlagen ausrichten, o Lotusgeborener.

3.37 Zwischen Osten und Westen lege man … die Schnur entsprechend den örtlichen Unterschieden von Osten nach Westen. [Teilweise verderbt.]

3.38 Mit dieser Schnur soll man anschließend die Süd-Nord-Richtung bestimmen und die zuvor in der Kreismitte angebrachte Schnur entfernen.

3.39 Auch wenn die Schnur dieselbe Gestalt besitzt und entsprechend außerhalb liegt, ist für jene Gegend deren Osten … die Schnur … [Textlücke.]

3.40 Möchte man den Kreis und dessen jeweilige Mitte beim Sonnenaufgang mit geringem Zeitaufwand bestimmen …

3.41 … und den östlichen Bereich richtig und zweifelsfrei erkennen, so [verfahre man] nach dieser Methode, o auf dem Lotus Sitzender.

3.42 Mit vielen deutlich sichtbaren, feinen und dicht aufeinanderfolgenden Linien fülle man nach dem früheren Maß die Bodenfläche schrittweise nach außen aus.

3.43 Bis zum Ende der Bodenfläche beobachte man den Schatten und die Stellen, an denen er die Linien betritt.

3.44 Bis er wiederum … an welcher umlaufenden Linie … lange verweilt … [Der Vers ist beschädigt.]

3.45 Diesen Ort markiere man deutlich als nördliche Richtung der Linienzüge. Danach ziehe man den Schattenstab heraus, ohne den Boden zu verschieben.

3.46 Von der durch den Stab erzeugten nördlichen Marke und von der Marke an seinem Fußpunkt aus, o Lotusgeborener …

3.47 … spanne man eine lange, mit Kalk bestrichene Schnur. Daraus bestimme man Süd und Nord oder auch Ost und West …

Unnummerierter Halbvers nach 3.47: … sorgfältig für die Errichtung von Tempeln und anderen Bauwerken.

Pauṣkara sprach:

3.48 Herr, ich möchte verstehen, was du erklärt hast: Wie gewinnt man aus Osten und Westen Norden und Süden, oder aus diesen wiederum Osten und Westen?

Der erhabene Herr sprach:

3.49 Teile die Schnur des Schattenstabes in zwei Hälften und kennzeichne ihre Mitte deutlich … befestige die Schnur dort … [Einzelheiten sind verderbt.]

3.50 Mit jener Schnur und mit der anderen Hand beschreibe man einen Kreis und markiere ihn von beiden Richtungen her. [Der erste Ausdruck ist unklar.]

3.51 Mit dem dazwischen längs ausgespannten Faden und beiden Händen markiere man nacheinander Süden und Norden.

3.52 … Osten und Westen, Süden und Norden soll man kennzeichnen, sodass die beiden Bodenfiguren den Spitzen eines Vajra gleichen. [Textlücke.]

3.53 Durch ihre Mitte lege man eine passende, straff gespannte Schnur. So entsteht der Mittelpunkt der vier Himmelsrichtungen, o Pauṣkara.

3.54 Dann konstruiere man ein Quadrat im gewünschten Maß. Es bildet die Grundlage für Gebäude, Mandala, Lotus und andere Gestaltungen.

3.55 Mit der durch die Mitte gelegten Richtungsschnur markiere man erneut. Danach trage man das Schnurmaß an den den Himmelsrichtungen entsprechenden Marken ab.

3.56 In den Richtungen kennzeichne man die Zwischenräume nach den zuvor beschriebenen Markierungen. Dann spanne man vier Schnüre jeweils von Marke zu Marke.

3.57 So entsteht die quadratische Fläche, o großer Weiser … zur erfolgreichen Herstellung … [Der zweite Halbvers ist beschädigt.]

3.58 Vorschriftsmäßig soll man den dort gegenwärtigen Purusha verehren, der als Schattenerscheinung des allgestaltigen Herrn hervortritt.

3.59 Mit kalkbestrichenen Schnüren teile man den Boden des Verehrungshauses auf jeder Seite in neun gleiche Abschnitte.

3.60 So entsteht sorgfältig eine Fläche mit einundachtzig Feldern. In jedem einzelnen … zeichne man auf einem Viertel davon einen Lotus. [Eine kurze Stelle ist lückenhaft.]

3.61 Er soll zweimal acht Blütenblätter, einen Fruchtboden und Staubfäden haben. In den äußeren Eckfeldern des Südostens, Nordostens, Südwestens und Nordwestens …

3.62 … soll dagegen jeder der vier Lotusse nur vier Blätter besitzen. Mit dem Lotus im nordöstlichen Feld beginne man die Verehrung.

3.63 In den Lotussen der äußeren Reihen verehre man nacheinander Götter und Seher; im Lotus des Vrishanka-Feldes Brahmā im Fruchtboden.

3.64 Ishvara, die Sonne, Diti und Aditi setze man, beim östlichen Blatt beginnend, bis zum nördlichen ein.

3.65 Nachdem man diese fünf auf dem Feldlotus verehrt hat, verehre man anschließend die Gruppe von sieben Gottheiten.

3.66 Der Reihe nach befinden sie sich auf den Fruchtböden der Lotusse in den sieben Feldern: … Apavatsa, Jayendra, Samashiyaka … [Mehrere Namen sind lückenhaft oder unsicher.]

3.67 … Ravi, Satya und Atmadeva. Im Lotus des Feuerfeldes setze man wiederum den Großvater Brahmā in die Mitte und Bhrisha auf das östliche Blatt.

3.68 Gagana, Vibhu und Pumsa [stehen] im Süden, Westen und Norden. So verehre man in den Ecklotussen die vier auf den Blättern Befindlichen.

3.69 Bis zur südwestlichen Ecke verehre man in den Lotussen eine Siebenergruppe: Savitar, Savitra, Svastyaya, Grahakshama …

3.70 … Vivasvat, Dharmadeva und den Herrn der Gandharvas. Im Lotus der südwestlichen Ecke verehre man wiederum Brahmā in der Mitte.

3.71 Bhringa, Bhringaraj, der Herr der Ahnen und … die zwei als Dvaraparika bezeichneten … auf den vier Blättern, im Osten beginnend. [Die Namensfolge ist verderbt.]

3.72 Danach setze man nacheinander sieben Gottheiten in die Fruchtböden der achtblättrigen Lotusse bis zum nordwestlichen Feld ein.

3.73 Indra, Indrapada, Sugriva, Kusuma, Mitra, Varuna und wiederum du, der Herr der Götter. [Die Abgrenzung einiger Namen ist unsicher.]

3.74 Im Lotus des nordwestlichen Feldes setze man Prajapati in die Mitte, auf die Blätter vom Osten an Shesha und Adharma …

3.75 … [einen unsicher bezeichneten Herrn] und darauf Nagendra. Anschließend verehre man wie zuvor eine weitere Siebenergruppe.

3.76 Purva, Rudradasa, Mukhya, Bhallaka, Soma, Dharadhara und den mit meinem Namen Bezeichneten: Dies sind die Gottheitsgruppen.

3.77 Nach ihrer Verehrung verehre man in jedem einzelnen Lotus den Herrn des Baugrundes, Vastunatha, mit seinem eigenen Namen, inmitten der Blätter.

3.78 In den Ecklotussen verehre man ihn unterhalb der Staubfäden. Man verehre mit dem Pranava, darauf „dem Herrn des Baugrundes“ und abschließend „Verehrung“.

3.79 Dort soll man die acht Lotusse mit acht Lauten erfüllen und vorschriftsmäßig mit Blumen, Räucherwerk und anderen Gaben verehren.

3.80 Mit Dickmilch, Milch, Wasser, Speisen, Früchten und Wurzeln verehre man so zuerst die Götterschar im äußeren und inneren [Bereich].

3.81 Bei den inneren Feldlotussen beginne man wiederum in der nordöstlichen Ecke und fahre rechtsherum fort wie in einer Schlangenwindung, o Brahmā.

3.82 Bis zum mittleren Feldlotus fülle man [die Lotusse] jeweils mit acht Lauten, in der Reihenfolge der Matrika-Laute, beginnend mit a …

3.83 … bis zum Laut ṛ. Dann verehre man auf den Blättern jedes Lotus die Gottheitsgruppen in derselben Reihenfolge.

3.84 Höre von der zweiten, weiter innen liegenden Umfassung: Dhata, Yanta, Dhruva, Kalaman … Karta soll man verehren. [Die Liste ist unsicher.]

3.85 Jiva, Prana … Yajna … Ravikara … Lokanatha, Vidhata, Bhaga, Srashta und Niyamaka. [Mehrere Namen sind beschädigt und nicht sicher zu trennen.]

3.86 … Kalyana … Indravina … Srashtar und Vishvakarman … o Lotusgeborener. [Lückenhafte Namensreihe.]

3.87 Diese Gottheiten sind im Inneren zu verehren, vierundzwanzig an der Zahl. Höre nun von der dritten Umfassung, die wiederum innerhalb dieser liegt.

3.88 Ihre Zahl beträgt sechzehn … Gottheitsgruppen: Meere, Inseln, Monate, Nadis und Sterne …

3.89 … die Vishvedevas, Apsaras, Manus und Rishis, die Vasus, Maruts, Siddhas, Nagas und Sadhyas … [Versschluss lückenhaft.]

3.90 … setze man in die vierte Umfassung ein, dort auf die Blätter der neun Lotusse, an deren jeweiligem Anfang … [Lückenhafter Vers.]

3.91 Auf den Blättern des mittleren Lotus verehre man den allgestaltigen Herrn, Vishvarupa, dessen Gottheitenkreis mitsamt den Reittieren, Waffen und Begleitern …

3.92 … im Körper dieses großen, alles umfassenden Wesens gegenwärtig ist. Mit dem Pranava und dem jeweils eigenen Namen, verbunden mit der Verehrungsformel …

3.93 … verehre man jede Gottheit und jeden einzelnen Laut, o Zweimalgeborener. So im Norden oder im Osten, o Lotusgeborener …

3.94 … hebe man einen abgesonderten Bereich aus … das Vastu-Feld … bringt kein Gelingen. [Der Wortlaut weist Wiederholungen und schwere Verderbnisse auf; die Vorschrift ist nicht sicher rekonstruierbar.]

3.95 Alle Vollendungen entfalten sich für die Menschen … Aus dem gemeinsamen, unveränderten [Grund] entsteht beständiger Frieden. [Die erste Vershälfte und der genaue Bezug sind unsicher.]

3.96 Eben darum soll man jenes Feld sorgfältig erweitern, denn die Vollendungen bestehen als Bestätigung der Befreiung.

So endet in der Paushkara Samhita, der großen Upanishad des heiligen Pāñcarātra, das dritte Kapitel, „Die Kennzeichen der Bestimmung der Himmelsrichtungen“.



Kapitel 4 – Die Halle der Verehrung

Pauṣkara sprach:

4.1 Herr der Götter, du hast das Quadrat für einen bestimmten Zweck beschrieben. Erkläre mir nun die Maße der Hallen und der übrigen Einrichtungen für die Verehrung.

Der erhabene Herr sprach:

4.2 Zuerst erkenne man das richtig festgelegte Maß des Mandalas; oder man leite das Maß von einem entsprechend bemessenen Mandala ab. [Der Wortlaut der zweiten Vershälfte ist unsicher.]

4.3 Dann wird das Maß seines Bodenbereichs bestimmt, ebenso das der Bali-Flächen und des Umgangs … [Der Versanfang und ein weiterer Ausdruck sind beschädigt.]

Unnummerierter Halbvers nach 4.3: Nachdem man dies erkannt hat, lege man danach die Umfassung oder das Mandala an.

Pauṣkara sprach:

4.4 Lehrer der Welt, erläutere die allgemeinen Maße und die Ausdehnung der Verehrungsstätten sowie der Bodenflächen für die Waffen und die übrigen [Bestandteile].

Der erhabene Herr sprach:

4.5 Was als Staubteilchen im Sonnenlicht sichtbar wird, wenn dieses durch ein Gitter einfällt, ist ein Paramanu; acht davon gelten als ein Anu.

4.6 Acht solcher Anus ergeben eine Liksha, o Lotusgeborener. Acht Likshas ergeben eine Yuka; acht Yukas ergeben ein Gerstenkorn.

4.7 Acht entsprechend bemessene Gerstenkornbreiten ergeben eine Fingerbreite. Zwei Fingerbreiten heißen Golaka oder Kala.

4.8 Sechs Kalas gelten als ein Tala … bei der betreffenden Arbeit. Vierundzwanzig solcher Fingerbreiten ergeben eine Elle, o Brahmā. [Ein zusammengesetzter Ausdruck des ersten Halbverses ist unklar.]

4.9 Dieses Ellenmaß, vom Lehrer oder Schüler genommen, lege man überall bei Mandalas und den übrigen Anlagen zugrunde … [Der Schluss ist lückenhaft.]

4.10 Bei Verehrungsanlagen unterschiedlicher Größe … der Bodenbereich für die Waffen … Das erste Maß wird mit zwölf Fingerbreiten angegeben. [Textlücke.]

4.11 Das zweite beträgt achtzehn, das nächste vierundzwanzig Fingerbreiten … drei und vier Fingerbreiten … [Die nachfolgende Maßanweisung ist verderbt.]

4.12 Mit einem Maß von sechzehn Fingerbreiten … der Bereich für die Speisegabe … eineinhalb, zwei und zweieinhalb Ellen. [Lückenhafter Vers; die Zuordnung der Maßangaben ist nicht vollständig gesichert.]

4.13 Der schmale Umgang der Verehrungsanlagen ist damit beschrieben. Für die geringe und mittlere [Größe] … bei den Verehrungsanlagen beträgt er drei Ellen. [Unsicherer erster Satzanschluss und beschädigte Maßzuordnung.]

4.14 Ein um eineinhalb Ellen breiterer Umgang gilt als besonders günstig. Er soll bei ausgedehnten Verehrungsanlagen unterschiedlicher Gestalt angelegt werden.

4.15 Der Umgang … vier Ellen oder mit sechs Golakas verbunden … beim als Yuga bezeichneten Rad … [Die technische Maßbeschreibung ist teilweise verderbt.]

4.16 Beim Jahresrad ist derselbe [Bereich] um zwölf Fingerbreiten vermindert. Die Fläche für Bali und Blumen … soll man von diesen beiden gesondert anlegen. [Textlücke.]

4.17 Was ich dir hinsichtlich der Waffen … vorgeschrieben habe, führe man auf dem Boden für alle jeweils gesondert im entsprechenden Maß aus. [Der erste Halbvers ist lückenhaft.]

4.18 Bei den ausgedehnten Verehrungsanlagen soll es … gleich sein. Die Bodenfläche lege man von den genannten Waffenbereichen bis zum Umgang an. [Ein Maßausdruck ist beschädigt.]

4.19 Das Maß der Verehrungsanlage reicht von einer bis zu fünf Ellen. Bei etwa sechs Ellen beginnt [die nächste Größenklasse], mit geringeren oder größeren Abweichungen.

4.20 Bis zu zwölf Ellen, auch etwas darunter oder darüber, erkenne man das mittlere Maß. Was darüber hinausgeht, gilt als groß.

4.21 Nachdem man am Anfang die Maße sorgfältig erwogen hat, errichte man das Verehrungshaus … seine Kennzeichen [werden nun beschrieben]. [Textlücke.]

4.22 Bei kleinen Mandalahäusern bemesse man die Dicke der Wände mit einer Elle oder mit einer zusätzlichen halben Elle, o Brahmane.

4.23 Bei mittleren [Häusern beträgt] die Wand [zwei Ellen] … Bei weitläufigen Verehrungshäusern soll man die Wandstärke, o Lotusgeborener …

4.24 … nach Wunsch mit vier oder fünf Ellen bemessen. Sechs, sieben oder acht [Ellen] hoch … [Die Zuordnung der Höhen am Versende ist unsicher.]

4.25 Neun, zehn oder elf Ellen Höhe, o bester Zweimalgeborener … bei mittleren Anlagen … [Die zweite Vershälfte ist nicht sicher verständlich.]

4.26 Zwölf Ellen hoch, ebenso dreizehn oder vierzehn Ellen, bemesse man die ausgedehnten Anlagen.

4.27 Das Mandala kann jeweils kleiner oder größer sein. Die drei Wandmaße sind in Abhängigkeit davon … [Ein Ausdruck im zweiten Halbvers ist verderbt.]

4.28 … nach der entsprechenden Anzahl festzulegen, o Lotusgeborener, jeweils zunehmend und zusammen mit der Breite. [Textlücke.]

4.29 Der Bau einer Verehrungshalle aus Holz und gebrannten Ziegeln, mit Kalkbewurf, gilt als rein und vorzüglich und gewährt alle Vollendungen.

4.30 Man richte sich nach Zeit, Gegend und den verfügbaren Mitteln. Für kleine Verehrungshäuser lege man einen Eingang an …

4.31 … in der Mitte der Ostseite oder ebenso im Westen. Eine Tür, die von der entsprechenden Himmelsrichtung abweicht, fördert das Gelingen nicht.

4.32 Deshalb setze man sie sorgfältig in die Mitte der betreffenden Seite. Mittlere Häuser erhalten zwei Türen, im Osten und Westen.

4.33 Für Anlagen von großer Ausdehnung sehe man vier Eingänge in den vier Himmelsrichtungen vor; ebenso für ihre Umfassungsmauern.

4.34 Bei den kleinen [Anlagen] … die Höhe um die Hälfte … bei den mittleren um ein Viertel ihrer eigenen Breite. [Der erste Maßausdruck ist nicht zuverlässig lesbar.]

4.35 Bei den übrigen bemesse man die Türhöhe nach dem „westlichen Anteil“ … um ein Drittel … die Abtrennung von der Höhe. [Der überlieferte Maßausdruck und der weitere Satz sind verderbt; eine Lesung „Fünftel“ wird nicht stillschweigend eingesetzt.]

4.36 Die Breite der beiden Türpfosten und der beiden Querhölzer soll bei kleinen [Türen] nach dem „westlichen Anteil“ ihrer Höhe bemessen werden. [Auch hier ist der Bruchausdruck unsicher.]

4.37 Bei mittleren beträgt sie ein Viertel, bei den größeren ein Drittel. Die Dicke bemesse man mit der Hälfte der Breite und fertige die Zapfen und übrigen Verbindungen entsprechend an.

4.38 Die Einfassung erhält der Reihe nach fünf, sieben oder neun Zierleisten. An jeder Tür, bei den beiden Pfosten im Viertelbereich …

4.39 … ordne man je zwei Türhüter nach den entsprechenden Richtungen an: im Osten Vajranabha und Harisha auf der südlichen und nördlichen Seite. [Der einleitende Ausdruck ist verderbt.]

4.40 [Sie tragen] Muschel und Diskus sowie Donnerkeil und Stab; [einer besitzt] die abwehrende Handgebärde und eine an die Hüfte gelegte Hand.

4.41 Vajranabha gestalte man dem Opferfeuer ähnlich … mit Augen … furchtbar und mit staunenerregendem Blick. [Die Beschreibung der Augen ist unsicher.]

4.42 Ebenso gestalte man Harisha, jedoch ohne die abwehrende Gebärde. Seine Hand ist vielmehr durch die zum Eintreten einladende Gebärde gekennzeichnet.

4.43 Denn der eine verweigert hier den Nicht-Hingebungsvollen den Eintritt; der andere gewährt den Hingebungsvollen Einlass.

4.44 Dies ist an jeder Tür die Aufgabe der beiden Wächter. Dharmadhyaksha und Niyanta … [Textlücke.]

4.45 Im Süden [stehen sie] auf der südlichen und nördlichen Seite, einer mit Pfeil und Bogen. Man gestalte sie dem Todesherrn ähnlich, mit den Armen wie zuvor geschmückt.

4.46 Sie tragen jedoch Stab und Keule statt Donnerkeil und Diskus. Im Westen [ordne man], von Süden beginnend, Shuddhaksha und Amritananda [an].

4.47 In einer Hand [tragen sie] Pfeil und Bogen, in einer anderen eine Schlinge. Die übrigen vier Hände seien ruhig und wie zuvor gestaltet.

4.48 Ihrer Gestalt nach gleichen sie stets dem Herrn der Gewässer. Im Norden [ordne man] Vasunatha und Sudhananda südlich und nördlich [an].

4.49 Sie tragen Schwert und Hammer; die übrigen vier Hände sind wie zuvor zu gestalten. Ihr Aussehen gleicht dem Herrn der Sterne.

4.50 Dann mit Kranichen, Kahlara-Lotussen, Rädern und Muschelreihen … mit Waldblumengirlanden geschmückt … [Lückenhafte Ornamentbeschreibung.]

4.51 … Svastika … Rama … Rakshisha … mit Yamuna, der Pracht voller Krüge und Schlangenfürsten sowie Kranichen. [Mehrere Bezeichnungen sind verderbt.]

4.52 Damit schmücke man die beiden Türpfosten und den oberen Querbalken. Den unteren Querbalken [schmücke man] mit Fabeltieren, Löwen, Elefanten, Pferden und ähnlichen Gestalten.

4.53 Er soll … niemals mit den zuvor genannten [Motiven] verbunden werden. Ein Drittel … der erhöhten Tür … die halbe Höhe … [Die Anweisung ist teilweise unverständlich.]

4.54 Fenster mit Pfosten und weiteren Teilen wie bei den Türen richte man in einer Anzahl von zwei, vier oder sechs ein … [Der Ausdruck zur Ausrichtung ist unsicher.]

4.55 An Türen und Fenstern gestalte man zwei anmutige Gesimse, mit vielfältigen Bildern, in Reihen oder vorspringend.

4.56 Nachdem man die Wandverbindungen mit ihren Holz- und Eisenteilen sowie die Türen und übrigen Einrichtungen festgelegt hat, führe man die Arbeiten in der richtigen Reihenfolge aus.

4.57 Höre nun von der Anordnung der Säulen in den Hallen. Die kleinste Art von Verehrungshaus hat keine Säulen.

4.58 Die übrigen versehe man mit Säulen. Wie dies geschieht, erkläre ich dir: rings um die Verehrungsfläche, nahe den Bali-Flächen …

4.59 … unter Aussparung des betreffenden Bodenbereichs, wird die Säulenanordnung beschrieben. Mit der Mittelschnur bestimme man die vier Richtungen, beginnend mit Osten, o Pauṣkara …

4.60 … und setze dort die Säulenreihen ein. Für den zur Verehrung Sitzenden sollen die Säulen entsprechend angeordnet sein. [Der genaue Bezug des letzten Satzes ist nicht eindeutig.]

4.61 Auch die Abstände zwischen den Säulen … nach der Zahl … vier, acht, vier und sechzehn. [Die Zahlenfolge ist im überlieferten Satz nicht widerspruchsfrei.]

4.62 Vierundzwanzig oder zweiunddreißig Säulen, auch das Anderthalbfache oder Doppelte davon, [wähle man], nachdem man die Ausdehnung der Halle festgestellt hat.

4.63 Die Säulen können rund, achteckig, zwölf- oder sechzehneckig sein und vielfältige Verzierungen tragen.

4.64 Aus der halben Breite der übrigen … oder deren … [bestimme man] ihre Stärke; oder man richte sich nach dem Verfügbaren und … [Unsicherer Wortlaut.]

4.65 Dann [gestalte man] die in die Wand eingelassenen, mit Sockeln und dergleichen versehenen Kanyaka-Stützen; ihre Anzahl übersteigt die der Säulen um vier.

4.66 … Diese Regel gilt nicht überall, o Pauṣkara. Wo die Säulen … dort mit Säulen versehen … [Der Vers ist verderbt.]

4.67 Vier, acht oder vierundsechzig Säulen … ausgenommen … in den übrigen vollständig angelegten Hallen ordne man vier Kanyaka-Stützen an. [Teilweise lückenhaft; die erste Zahlenangabe ist unsicher.]

4.68 Für diese [Stützen] bemesse man die Breite im Verhältnis zum Säulendurchmesser mit anderthalb Anteilen, o großer Weiser.

4.69 Ihre Dicke beträgt ein Drittel ihrer eigenen Breite, o Lotusgeborener. Nachdem man zunächst auf solche Weise die Säulen paarweise zusammengefügt hat …

4.70 … lege man darüber die Balken. Wie man anschließend die Abdeckung darüber ausführt, höre nun von mir.

4.71 Zuerst stelle man die Wandverbindung und die Kanyaka-Stützen sachgerecht her, mit Verbindungen aus schwarzem Eisen und anderen [Materialien], wie zu Beginn …

4.72 … sodass sie … nicht aus ihrer Verankerung geraten. Drei, vier oder fünf Ellen … das vierteilige Feldmaß. [Die technische Anweisung ist beschädigt.]

4.73 Vor den Säulen der Verehrungsfläche [stehe] das Garuda-Banner, o Zweimalgeborener. Danach stütze man [die Konstruktion] mit geraden, festen und kräftigen Bambusstangen.

4.74 Nachdem man die Säulen und Kanyaka-Stützen an den Köpfen sorgfältig verbunden hat, setze man zunächst das Balkenende in die Wand ein, ohne dass … herausragt. [Textlücke.]

4.75 Man durchbohre das Ende und setze in dieses Holz eine Strebe ein, die von der Wand herabhängt und kräftig und vierkantig ist.

4.76 Mit vielen kräftigen, aus festem Holz gefertigten [Verbindungen] für Säulen, Kanyaka-Stützen und Balken, o Zweimalgeborener …

4.77 … sowie mit passend gefertigten Eisenplatten, Zapfen, zahlreichen Ketten und ähnlichen Mitteln sichere man sie so, dass die Anlage unbeweglich ist.

4.78 Am Ansatz der Balken, oberhalb der Wand, bilde man mit Ziegeln und Kalkbewurf einen kräftigen oberen Abschluss, o Pauṣkara.

4.79 Dann mondförmig oder … mit einer Öffnung … darüber ein freier Luftraum. [Die Bauformen sind nicht zuverlässig lesbar.]

4.80 Den als Trimani bezeichneten Durchgang … von der Wand bis zu den Säulen … Vollende man oberhalb der Balken die gesamte Wandfläche. [Die technische Bezeichnung und der erste Satzanschluss sind unsicher.]

4.81 Zusammen mit Erde, Holzbestandteilen und Pulver [führe man es] so aus, dass es nicht zerfällt. Nachdem man auf diese Weise das Balkenlager in der Höhe eingerichtet hat …

4.82 … stelle man davor wiederum eine sichere Auflage her … an den Hälsen oder Ohren der Säulenbereiche … mehrfach fest aufgesetzt. [Teilweise verderbt.]

4.83 Das herausragende Balkenende lege man darüber und verbinde seine Strebe mit dem Balken durch … [Das Material der Verbindung ist unsicher.]

4.84 Als Balkenträger gestalte man Kinnaras, Schlangenwesen, Gandharvas, Yakshas und Vidyadharas, die mit ihren Geliebten spielen.

4.85 Dann setze man vor den Balken ringsum eine fest angefügte, etwas erhöhte Reihe von Stützen ein, o Lotusgeborener.

4.86 … zur Befestigung der Abdeckung … lege man über die Stützen eine verbundene Reihe von Balken. [Textlücke.]

4.87 Auf diese Balken setze man eine gebogen ausgestreckte Strebe, die … auf den zuvor [gesetzten] Balken ruht. [Ein Ausdruck ist verderbt.]

4.88 Auch diese befestige man wie zuvor am Balken; zwei quer angeordnete Nebenstreben sollen sie zusätzlich sichern.

4.89 Am vorderen Balkenende setze man wiederum eine vordere Strebe an. Danach [folge] vor den Nebenbalken eine Reihe von Bambusstangen.

4.90 Man setze sie ein und führe ihre Spitzen zusammen wie einen noch nicht geschlossenen Lotus. Mit quer ausgespannten, zunehmend leichteren Bambusstangen …

4.91 … fülle man den Zwischenraum aus. Danach bedecke man ihn mit dünnen, leichten, aber festen Holzstücken …

4.92 … oder mit Wollmaterialien, die zum Tragen der … geeignet sind. An jeder Wand bringe man drei oder vier … an. [Mehrere Baubezeichnungen sind verderbt.]

4.93 In der Mitte der Dachabschlüsse … damit … das aus den Wolken kommende [Wasser] … abgeleitet wird. [Der überlieferte Satz lässt sich nicht sicher vervollständigen.]

4.94 An einem entsprechend gelegenen Platz … und zur verfügbaren Zeit, für eine rasch auszuführende Anlage, [baue man] in geeigneter Weise aus Schilf und Holz …

4.95 … eine Umfassung mit Fenstern und geschmückten Türen, oben mit einem Baldachin bedeckt.

4.96 Bei Verehrungen ohne Farbpulver … in den Himmelsrichtungen … mit Ocker, Safran und ähnlichen Stoffen … [Lückenhafte Anweisung; der weitere Zusammenhang ist unklar.]

4.97 Für länger dauernde [Verehrungen] errichte man zum Schutz eine hohe, große und sehr feste Umfassung aus gebrannten Ziegeln und ähnlichen Baustoffen.

4.98 Sie sei viereckig, schön rund oder anmutig dreieckig, passend zur zu vollziehenden Verehrung und mit dem entsprechenden Wissen fest angelegt.

4.99 Nachdem man die Halle sachgerecht errichtet hat, lege man in ihrer Mitte eine feste, ebene Fläche von entsprechender Gestalt und mit leichtem Gefälle nach Osten und Norden an.

4.100 Sie soll eigens erhöht und spiegelglatt sein, sodass sie sich vom gewöhnlichen Boden der Halle unterscheidet.

4.101 Für die … zur Verehrung … gestalte man sie gesondert mit einer Höhe bis zu acht Fingerbreiten. [Der erste Halbvers ist unsicher.]

4.102 Bei kleinen Häusern lege man die Plattformen jeweils in Schritten von einer Fingerbreite an. Von neun Fingerbreiten Höhe bis zu fünfzehn …

4.103 … reicht entsprechend die Höhe der Plattformen in mittleren Häusern. Von sechzehn bis zu vierundzwanzig Fingerbreiten …

4.104 … sind sie mit derselben schrittweisen Zunahme für die große Bauform auszuführen. Damit sind dir die Höhenmaße der Plattformen erläutert.


4.105 Zuerst ummaure man die Plattformen ringsum mit Ziegeln und ähnlichem Material, mit einer Breite von einer Viertel-, halben oder ganzen Elle.

4.106 Ihr Inneres fülle man mit Erde, der etwas Sand beigemischt ist. Dabei prüfe man sie auf Haare, Insekten und ähnliche Verunreinigungen und entferne diese. [Das betreffende Verb ist unsicher überliefert.]

4.107 Bis die zuvor genannten Merkmale erreicht sind, prüfe man die schöne, in der Mitte errichtete Plattform sieben Tage lang. [Eine verzeichnete Variante nennt sieben Monate.]

4.108 Wenn sie keine Risse zeigt, ist sie für die Verehrung geeignet. Danach richte man, o Brahmā, die Anlage mit Einfriedung und Torbögen ein.

4.109 Nahe den vier äußeren Ecken, nicht weit davon entfernt, versehe man sie mit vier Stützen; falls sie mehrere Stützen hat …

4.110 … ordne man diese von vier Ausgangspunkten aus in allen vier Richtungen in gleichen Abständen an, jeweils zu vieren, o bester Vedakenner.

4.111 Sie besitzt vier, zwölf oder zwanzig Stützen; oder die Anzahl der miteinander verbundenen Stützen nimmt jeweils um acht zu.

4.112 Entsprechend der Ausdehnung des Bodens … mit unterschiedlichen … zwanzig [Anteilen] … wurde zuvor in jener Verehrungshalle die schöne Säulenreihe eingesetzt. [Die Maßbeschreibung ist beschädigt.]

4.113 Vier Torbögen ordne man darin in den vier Himmelsrichtungen an, oder jeweils drei in jeder Richtung.

4.114 Je nach der Breite der Halle [setze man] fünf oder sieben [Torbögen]. In einem säulenlosen Gebäude soll die Anlage mit Einfriedung und Torbögen …

4.115 … nach den entsprechenden Merkmalen ausgeführt werden. Vernimm, wie sie beschaffen ist, zunächst nach dem allgemeinen Maß, danach im Einzelnen.

4.116 [Man verwende] reine Opferhölzer, die sehr fest, gerade und gleichmäßig sind, und Stangen von der Höhe der Balken, jeweils um ihren entsprechenden Anteil verlängert …

4.117 … sodass die Höhe günstig ausfällt, o bester Kenner des Veda. Mit eben diesem Längenmaß, um ein Viertel vermehrt, bestimme man …

4.118 … die Höhe der Torbögen; ihre Breite beträgt ein Drittel davon. Alle diese Stangen, ausgenommen die oberen Querstangen …

4.119 … teile man in drei gleiche Abschnitte. Der obere sei rund, der darunterliegende zweite achteckig.

4.120 Den dritten, darunterliegenden Abschnitt gestalte man viereckig. Alle aufgesetzten Stangen können vollständig rund …

4.121 … oder viereckig sein und unterschiedliche Verzierungen tragen, mit Blumenbüscheln, Blättern und Vögeln.

4.122 Ihre Stärke beträgt drei, vier, fünf, sechs, sieben oder acht Fingerbreiten … man versenke sie in die Erde … [Die anschließende Maßangabe zur Einsetztiefe ist verderbt.]

4.123 Einen weiteren, gleich bemessenen Torbogen setze man … mit zwei Anteilen in den Boden. So sind die allgemeinen Maße beschrieben. [Der Ausdruck zur Einsetztiefe bleibt unsicher.]

4.124 Höre nun die besonderen Maße der Stützstangen … von der Höhe des Herrn sechs Teile abziehend … fünf Teile messend … [Die Maßvorschrift ist beschädigt.]

4.125 Das Maß des Torbogens [bestimme man] durch ein Zwölftel davon, o Lotusgeborener; bei allen Stangen ist … der mittlere dritte Anteil … im Boden. [Unsicherer Wortlaut.]

4.126 Bei den vorrangigen hohen … in den Umfassungen wie am Haus … In einem säulengestützten Heiligtum soll die Höhe des Torbogens, o Lotusgeborener …

4.127 … der Länge der Säulen entsprechen. Seine beiden Stangen setze man in die Erde; [dabei berücksichtige man] das Maß des Säulenkopfes mit einer Zugabe.

4.128 Nach dem Maß des erhöhten Säulenfußes … bestimme man die Breite der Torbögen, die zwischen den Säulen stehen. [Der erste Satzanschluss ist unsicher.]

4.129 Sie sollen in der Gestalt des Herrn der Götter ausgeführt werden, o bester Vedakenner … inmitten zweier Räder und von ausgebreiteten Flügeln geschmückt. [Der Bezug der ersten Wendung ist nicht eindeutig.]

4.130 Oben auf jedem Torbogen gestalte man Garuda. Danach bemale man … mit verschiedenartigen Bildern. [Textlücke.]

4.131 [Die Bilder zeigen] Weise, Vollendete und Götter in vielerlei wunderbaren Erscheinungen, die Hüter der Himmelsrichtungen, Wälder und Gärten sowie zahlreiche Anführer von Tierherden.

4.132 Die ganze Verehrungshalle soll man sorgfältig bemalen; oder man bestreiche sie mit Kalk und schmücke sie anschließend …

4.133 … mit Spiegeln, Yakschweifwedeln, Gewändern, verschiedenartig leuchtenden feinen Stoffen, Glocken, Halbmonden und anmutigen Schirmen.

4.134 Über der Einfriedung schmücke man sie mit einem bunten oder rein weißen, leuchtenden Baldachin, versehen mit einem Netz von Rosetten.

4.135 Vom nordöstlichen Bereich bis zur nordwestlichen Ecke bringe man Wimpel in unterschiedlichen Farben, beginnend mit Weiß, an.

4.136 Ebenso ordne man nach den Farben eine zweite Vierergruppe vom Westen bis in die südliche Richtung an.

4.137 Mit einem … alle … beide am Baldachin … Torbogen und Baldachin sollen eine entsprechende Anordnung haben. [Stark beschädigter Vers.]

4.138 Wie acht Banner aufzurichten sind, vernimm nun: von der südöstlichen Feuerecke bis zur nordöstlichen Ecke …

4.139 … gestalte man eine Vierergruppe in Weiß, Rot, Gelb und Schwarz. Wiederum von Norden bis nach Westen, o Zweimalgeborener …

4.140 … ist eine solche Vierergruppe von Bannern beschrieben. [Eine weitere Gruppe] hat die Farbe des Rajapashana-Steins und trägt Rad und Vogelherrn …

4.141 … drei Siegesbanner am östlichen Torbogen. Im Süden seien sie kristallfarben, im Westen zinnoberrot.

4.142 Am nördlichen Torbogen gestalte man drei goldfarbene Banner. Jeder Torbogen sei mit vier Wimpeln in Weiß und den übrigen Farben versehen …

4.143 … dort, wo [je Richtung] einer, drei oder fünf Torbögen stehen. Die Länge der Wimpel betrage die Hälfte der Torbogenlänge.

4.144 Ihre Breite bemesse man stets mit dem „anderthalben Anteil“ [Lesart: der Hälfte der eigenen Länge]. Die Höhe der Banner sei wie zuvor beschrieben, o Lotusgeborener …

4.145 … oder entspreche der halben Torbogenhöhe; ihre Breite betrage ein Drittel davon. Mit Bannern, Waffen und Reittieren, jedoch ohne Begleiter …

4.146 … gestalte man alle Gottheiten der Himmelsrichtungen nach der entsprechenden [Vorschrift]. Ebenso [ordne man] an den gleichmäßig angelegten Türen …

4.147 … die acht äußeren Begleiter von Chanda bis Subhadra sowie die acht inneren Wesen, beginnend mit Kumuda, [an].

4.148 Ihre Höhe ist mit einem Viertel des Torbogens angegeben; ihre Breite mit einem Viertel ihrer Höhe … [Textlücke am Schluss.]

4.149 Man meditiere über Purandara, vierarmig und dem hundertfachen Glanz gleich, auf … sitzend und den scharfen Donnerkeil erhebend. [Das Reittier ist hier nicht zuverlässig lesbar.]

4.150 Man vergegenwärtige sich Agni, rot, auf einem Ziegenbock reitend, einen Speer in der Hand, von tausend Flammen umgeben und strahlend wie tausend Sonnen.

4.151 Den Gott [Yama] vergegenwärtige man sich auf einem großen Büffel, dunkel wie ein Berg aus Augenschminke, furchterregend und mit einem Stab in der Hand.

4.152 Den Herrn der Rakshasas meditiere man mit von Fangzähnen entstelltem Gesicht, dunkel wie eine schwarze Wolke, schrecklich, auf einem Leichnam sitzend und ein Schwert tragend.

4.153 Den Herrn der Gewässer [Varuna] vergegenwärtige man sich perlenhell, mit einer Schlinge in der erhobenen Hand, von tausend Nagamädchen umgeben und auf einem Makara sitzend. [Ein Beiwort der Schlinge ist unsicher.]

4.154 Man meditiere über den Windgott, dunkel wie eine blaue Regenwolke, durch ein großes Banner gekennzeichnet und auf einer Antilope sitzend.

4.155 Soma, den Mond, den Schöpfer der Nacht, vergegenwärtige man sich von Sternenscharen umgeben, weiß wie Muschel und Kuhmilch und auf dem Rücken eines großen Hasen sitzend.

4.156 Ishana vergegenwärtige man sich als Wissenden: sein Körper mit weißer Asche bestrichen, dreiäugig, den Stier als Reittier und einen Dreizack in der Hand.

4.157 In der unteren Richtung meditiere man über den Schlangenkönig Ananta, weiß, mit tausend Hauben und dem Pflug als Waffe, auf einer Schildkröte sitzend. [Eine Lesart hat „in Schildkrötengestalt“.]

4.158 Man meditiere über Prajapati, der den Erdkreis in Bewegung setzt, einen Stab trägt und auf einem Schwan sitzt: den beständigen, ungeborenen, alldurchdringenden Herrn. [Ein Ausdruck des zweiten Halbverses ist unsicher.]

4.159 Alle diese besitzen vier Arme und sind mit einer Gebetskette geschmückt. Stets sinnen sie über die höchste Wirklichkeit nach und zeigen die Gesten der Segensgewährung und Furchtlosigkeit.

4.160 Ihr Körper ist mit himmlischen Schmuckstücken geziert; sie tragen himmlische Kränze und Gewänder, besitzen göttliche Gestalten und verströmen göttlichen Duft, o Zweimalgeborener.

4.161 Unter ihnen ist der mit dem Stierbanner, o Brahmā, als vierarmig bekannt; die anderen [erscheinen auch] zweiarmig, Waffen tragend oder Segen und Furchtlosigkeit gewährend. [Die Abweichung vom vorherigen Vers bleibt als solche bestehen.]

4.162 So sind die Weltenhüter beschrieben. Nun folgt der Reihe nach die Meditation über Chanda und die übrigen äußeren Begleiter.

4.163 [Chanda] gleicht der aufgehenden Sonne, hat eine breite Brust und vier Arme; er ist hochgewachsen, mit hohen Schultern, wohlgebildet, jedoch nicht übermäßig fleischig.

4.164 Sein Bauch ist fest, der Nabel tief und eine Haarlinie schmückt ihn. Sein Gesicht ist durch Fangzähne furchterregend; Bart und Augen sind gelbbraun.

4.165 Seine Augen sind honigfarben, seine Brauen gebogen; seine Ohren lang herabhängend und beweglich, seine Nase breit und sein Gesicht lächelnd.

4.166 Er ist mit Ohrringen, Halsketten und Armreifen geschmückt; ein Turban umschließt seine Stirn, und dunkles Haar ziert ihn.

4.167 Er trägt weiße Gewänder und Kränze. In einem seiner beiden rechten Arme vergegenwärtige man sich den erhobenen Diskus, im anderen eine flammende Keule …

4.168 … die an der Hüfte angelegt ist und auf der Erde ruht. In der ersten linken Hand [trägt er] eine Muschel, in der anderen eine Gebetskette.

4.169 So ist der Scharenführer Chanda: in seiner Macht unbesiegbar und, wenn er zornig ist, fähig, zehntausende Hindernisse der Reihe nach zu vernichten.

4.170 Man rufe ihn herbei und setze ihn am vorderen Torbogen des Mantraherrn so ein, dass er sich auf der rechten Seite des Herrn befindet …

4.171 … und damit stets links vom Guru und vom Opferherrn. Auf der gegenüberliegenden Seite desselben Torbogens setze man Prachanda in gleicher Gestalt ein.

4.172 Bei ihm sind jedoch rechte und linke Arme vertauscht. Was für Chandas beide linken Hände beschrieben ist …

4.173 … vergegenwärtige man sich in Prachandas rechten Händen. Die [nächsten] beiden gleichen dem Inneren eines Lotus, besitzen dieselbe Gestalt und furchtbare Kraft …

4.174 … tragen rote Gewänder, rote Kränze und rote Salbung: die beiden göttlichen Begleiter Dhata und Vidhata im Süden.

4.175 Dunkel wie die Blüte des Flachses, mit gelben Kränzen und Gewändern, gelben Turbanen, furchterregend und mit den Händen wie zuvor ausgestattet …

4.176 … setze man die beiden Begleiter namens Jaya und Vijaya im Westen ein. Sie tragen Chandas Gestalt, sind schwer anzuschauen und nicht zu überwinden.

4.177 Weiß wie Milch und Jasminblüten, mit dunkelblauen Seidengewändern und mit Blüten von der Farbe dunkler Regenwolken geschmückt …

4.178 … sind die den zuvor beschriebenen Begleitern ähnlichen Bhadra und Subhadra. Man setze sie an die beiden Torbogenstützen nördlich der Mantragestalt.

4.179 Diese acht Scharenführer gleichen sich hinsichtlich Körper und Gesicht sowie Schmuck und Waffen; sie unterscheiden sich in Glanz, Blumen und Gewändern.

4.180 Sie sind bereit, das Netz der Hindernisse zu durchschneiden, das die Hingebungsvollen aus allen Richtungen umgibt und die Früchte des Samsara hervorbringt.

4.181 Alle stehen in gleichartigen Haltungen einander zugewandt. Von Zehntausenden und Hunderttausenden Scharenführern in verschiedenfarbigen Körpern …

4.182 … die der Verehrung Achyutas hingegeben sind, ist jeder Einzelne umgeben. Vor dem Herrn der Welt sind danach zwei weitere Scharenführer zu verehren …

4.183 … Kumuda und Kumudaksha, deren Gesichter und Blicke heiter sind. Sie gleichen dem Schneegebirge und stehen in der ersten Blüte ihrer Jugend.

4.184 Ihre Körper schmücken vielerlei Schmuckstücke, unterschiedliche Ohrringe und Kränze; sie tragen verschiedene Kronen, o Zweimalgeborener.

4.185 Ihre Körper sind mit verschiedenen Duftstoffen gesalbt und mit unterschiedlichen Gewändern geschmückt. Die rechte Hand des Scharenführers Kumuda vergegenwärtige man sich …

4.186 … mit einem Yakschweifwedel geschmückt, der dem Mondlicht gleicht. Seine zweite rechte Hand zeige die einladende Gebärde der Furchtlosigkeit …

4.187 … zur Aufhebung des Werdens für diejenigen, die Zuflucht genommen haben, und … zur Führung … Seine erste linke Hand hebt einen erblühten Lotus empor. [Die erste Vershälfte ist teilweise unsicher.]

4.188 Die andere Hand vergegenwärtige man sich als Zeichen zum Schweigen und der Ehrfurcht für die Außenstehenden. Bei Kumudaksha sind diese beiden Handpaare vertauscht.

4.189 Entsprechend verhalten sich die jeweils zwei Handpaare der anderen. Die beiden Pundarika und Vamana besitzen den Glanz des Feuers …

4.190 … und halten Garuda-Banner; das Übrige wurde zuvor beschrieben. Man gestalte oder meditiere sie und setze sie im Süden des Hauses des Herrn ein.

4.191 Die beiden namens Shankukarna und Sarvanetra, o Pauṣkara, sind champakablütenfarben und halten Pfauenfederfächer empor.

4.192 Sie stehen im westlichen beziehungsweise nordwestlichen Bereich des Gottes von großer Herrlichkeit. Sumukha und Supratishtha befinden sich links vom Herrn.

4.193 Man vergegenwärtige sie sich dunkel wie Mungbohnen, mit erhobenen Schirmen in den Händen. Was über ihre übrigen Hände nicht gesagt wurde, entspricht Kumudas Beschreibung.

4.194 Diese habe ich als die inneren Begleiter des Herrn beschrieben, o Zweimalgeborener. Mit Handeln, Geist und Sprache ist ihr Sinn ganz auf ihn gerichtet.

4.195 Sie sind von unzähligen weiteren Wesen und Vollendeten, millionenfach, umgeben, die Erkenntnis und die übrigen sechs Eigenschaften besitzen und die höchste Stätte ersehnen.

4.196 Nachdem dies ausgeführt ist, versehe man Einfriedung und Torbögen der Reihe nach mit Sandelholz und anderen duftenden, leuchtend gefärbten Stoffen.

4.197 Mit Sandelholz bestreiche man … den nördlichen Bereich … die errichtete Plattform mit Milch, Sandelholz und Safran. [Der erste Halbvers ist teilweise verderbt.]

4.198 Mit Kurkumapulver, Hribera und Wasser sowie … heiligen Kräutern [behandle man] die Bodenflächen der Türen und der Halle. [Eine Wendung ist unsicher.]

4.199 Danach räuchere man mit vielerlei Räucherstoffen reichlich, o Zweimalgeborener. [Die Halle sei] wie die Welt des Viraj oder wie Shvetadvipa

4.200 … so eingerichtet als vorzüglicher Verehrungsgarten der Mantragestalt, für die vorbereitende Einsegnung der Hingebungsvollen bis hin zum Abhisheka.

4.201 Dort vollziehe man alles in der Schrift Gelehrte bis zur weltlichen Erfüllung und Befreiung. Mit einem einzigen Zugang verbunden und unter Aussparung der Richtung vor der Verehrungsstätte …

4.202 … errichte man in einer der drei übrigen, nach Wunsch gewählten Richtungen die Feueropferhalle, mit Rauchabzug und verschiedenen Opfergruben.

4.203 Sie sei mit geklärter Butter und Palasha[-Holz] ausgestattet, mit Torbögen und anderen Einrichtungen, dreifach … aus Seide … mit gürtelartigen Girlanden geschmückt. [Die Stoff- und Schmuckanweisung ist teilweise unklar.]

4.204 Mit Darbha-Gras, dessen Wurzeln und Spitzen unversehrt sind, umwickle man sämtliche Stangen der Einfriedung und der Torbögen, o Lotusgeborener.

4.205 Die jeweiligen Bodenstellen [versehe man] mit vielspitzigem Darbha-Gras, ringsum … wie wenn es sich selbst schüttelte … [Die zweite Vershälfte ist verderbt.]

4.206 Man bestreiche [den Boden] vorschriftsmäßig mit Erde, die mit Kuhdung vermischt ist, räuchere mit Guggulu und geklärter Butter und vollziehe danach das Feueropfer.

4.207 Dann verbrennt der in Mantra gegenwärtige Herr, voller Wohlgefallen, aus der Mitte des Feuers alle aus dem Samsara entspringenden Nöte der Hingebungsvollen.

So endet in der Paushkara Samhita, der großen Upanishad des heiligen Pāñcarātra, das vierte Kapitel, „Die Kennzeichen der Verehrungshalle“.


Kapitel 5 – Sarvatobhadra und die weiteren Mandalas

Lesehinweis: Die folgenden Beschreibungen beziehen sich auf ein quadratisches Raster. „Felder“ sind dessen kleine Quadrate; „Reihen“ bezeichnen in diesem Zusammenhang häufig umlaufende Feldreihen. Pitha ist die den Mittellotus umgebende Grundfigur, Upapitha eine weitere solche Zone. Die als „Hals“, „Nebenhals“, Shobha und Upashobha bezeichneten Teile sind bestimmte Abschnitte der Mandalaeingänge und ihrer seitlichen Ausgestaltung. Wo die Überlieferung keine eindeutige Konstruktion zulässt, bleibt dies kenntlich.

Pauṣkara sprach:

5.1 Herr über die Götter, beschreibe der Reihe nach die Verehrungsformen, beginnend mit Bhadra, durch deren Schau der Samayin den Stand des Putraka erlangt.

Der erhabene Herr sprach:

5.2 Das erste Mandala heißt Sarvatobhadra, „ringsum glückverheißend“; es bewirkt Heil. Das zweite heißt Aghanirmochana, „Befreiung von Verfehlung“; durch seinen Anblick …

5.3 … schwindet die in vielen Geburten angesammelte Befleckung. Das dritte ist Sadadhvan, „der gute Weg“; es zeigt den Weg des Dharma.

5.4 Das vierte heißt Dharma und gewährt durch seine Verehrung Dharma. Das fünfte, Vasugarbha, „Schatz im Inneren“, mehrt den Besitz der Hingebungsvollen.

5.5 Die sechste Verehrungsform, Sarvakamaprada, erfüllt alle Wünsche und gewährt die ersehnte Frucht. Danach wird Amitraghna gelehrt, das die Schar der Feinde vernichtet.

5.6 Als achte wird Ayushya genannt, o Pauṣkara; durch ihren Anblick erlangt man eine volle Lebensspanne und entgeht dem vorzeitigen Tod.

5.7 Die neunte ist Balabhadra; sie mehrt Kraft und Tatfreude. Die zehnte heißt Paushtika; durch ihre Verehrung bewirkt sie Gedeihen.

5.8 Danach folgt Arogyaprada, „Gesundheit gewährend“, das sämtliche Krankheiten vernichtet. Die zwölfte heißt Viveka und gewährt eine ihrem Namen entsprechende Frucht: Unterscheidungskraft.

5.9 Die nächste Verehrungsform ist unter dem Namen Vagisha bekannt. Schon durch ihren Anblick entfaltet sich die Herrlichkeit der Sprache.

5.10 Die vierzehnte ist Manasa; ihr Anblick bewirkt ein heiteres Gemüt. Die fünfzehnte Verehrungsform heißt Jaya und gewährt Sieg.

5.11 Die sechzehnte heißt Svastika; durch ihre Verehrung bewirkt sie Wohlergehen. Die darauffolgende Verehrungsform wird Ananta genannt …

5.12 … und gewährt durch ihren Anblick rasch unendliches Glück. Die achtzehnte heißt Nitya; sie schenkt beständige Zufriedenheit.

5.13 Danach folgt das Mandala namens Bhutavasa, „Wohnstätte der Wesen“, mit einem Kreis versehen. Wer es schaut, erlangt die Meisterschaft über die Bhutas, o Zweimalgeborener.

5.14 Die nächste Verehrungsform heißt Amogha, „unfehlbar“. Durch ihre Verehrung wird bei den Verkörperten das Gefühl des „Mein“ überwunden … aus dem Meer des Werdens. [Der letzte Satzanschluss ist unsicher.]

5.15 Danach folgt Supratishtha, „wohl gegründet“. Wer es mit höchster Hingabe verehrt und schaut, gelangt zum Frieden des Geistes.

5.16 Danach wird Buddhyadhara, „Grundlage der Einsicht“, gelehrt. Durch seine Verehrung erlangt man eine in der eigenen Stätte gefestigte Einsicht, o Brahmā. [Die Konstruktion der zweiten Vershälfte ist unsicher.]

5.17 Das Mandala, o Pauṣkara, soll als Gunakara, „Ursprung der Eigenschaften“, erkannt werden. Durch Meditation im Herzen und Verehrung kommt darin die Gesamtheit der Gunas zum Erlöschen.

5.18 Die folgende große Verehrungsform wird Dhruva, „das Beständige“, genannt. Allein durch ihren Anblick erlangt der dem Samsara Unterworfene …

5.19 … das rechte Verweilen im eigenen Selbst und kehrt nicht wieder zur Prakriti zurück. Das Mandala Paramananda, „höchste Glückseligkeit“, ist jene höchste Stätte …

5.20 … durch deren Schau und Verehrung man die höchste Stätte erlangt. Vernimm nun der Reihe nach ihre Kennzeichen, o Brahmā.

5.21 Man lege eine quadratische Fläche an und teile jede Seite in sieben Abschnitte. So entstehen neunundvierzig Felder.

5.22 Aus den neun Feldern in der Mitte gestalte man einen Lotus. Die beiden umlaufenden Reihen bilden die Eingänge und die Eckbereiche.

5.23 Nahe der Lotusfläche lösche man … den halben Halsbereich des Eingangs … und außen jeweils drei Felder. [Die genaue Anweisung im ersten Halbvers ist unsicher.]

5.24 So entstehen die Eingänge mit ihren Nebenhälsen. In jeder Ecke lösche man jeweils sechs Feldabgrenzungen.

5.25 Wenn das Bhadra so durch das Entfernen [der Rasterlinien] angelegt ist, fülle man es mit Farbpulver. In der Mitte steht der Lotus, von einem Raumkreis umgeben.

5.26 Sämtliche Linien sowie die Fugen zwischen den Lotusblättern und deren Zwischenräume [gestalte man] dunkel und weiß.

5.27 Beginnend außerhalb des Raumkreises erkläre ich nun, wie die einzelnen Bereiche der Reihe nach mit Farbpulver auszufüllen sind.

5.28 Mit blassem Rot fülle man den Zwischenraum zwischen den beiden Halsbereichen, die Ecken mit leuchtendem Rot, deren Inneres mit Gelb.

5.29 So ausgefüllt entsteht Bhadra. Höre nun von Aghanirmochana: Man teile die Fläche in acht [Abschnitte je Seite]; daraus entstehen vierundsechzig Felder.

5.30 In die vier mittleren Felder zeichne man einen Lotus. Eine Feldreihe außerhalb davon lösche man als Umgang aus.

5.31 Außerhalb des Umgangs [lege man] die Eingänge an; je zwei [Felder] für deren Hälfte … den halben Hals lösche man aus und vier für den Nebenhals. [Die erste Maßzuordnung ist unsicher.]

5.32 An den zu den Eingängen gehörigen Stellen lösche man nach der Feldzahl des vorherigen Mandalas. Danach färbe man den Bodenring dunkel.

5.33 Das Übrige sei wie bei Bhadra. Nun wird Sadadhvan beschrieben: Teilt man die Fläche neunfach, entstehen einundachtzig Felder.

5.34 Wenn die Felder angelegt sind, zeichne man den Lotus wie bei Bhadra. In der Reihe außerhalb davon lösche man die anmutige Pitha-Grundfigur aus.

5.35 Je drei Felder liegen von dort aus in den Zwischenrichtungen; in den Hauptrichtungen lasse man jeweils eines stehen. Daraus ergibt sich die Grundlage der Eingänge. [Die genaue Konstruktion ist nicht eindeutig.]

5.36 Diese entstehen aus den beiden äußeren Reihen; höre, wie: Den Eingangshals bemesse man mit ebenso vielen Feldern wie die Pitha-Ecken.

5.37 Der Nebenhals umfasst fünf, die Ecke sechs Felder. Nachdem man die Rasterlinien entfernt hat, fülle man die Figur mit Farbpulver, sodass sie erstrahlt.

5.38 Den Zwischenraum zwischen Raumkreis und Pitha [färbe man] leuchtend gelb und rot, die in den Hauptrichtungen gelegenen Teile der Pitha leuchtend dunkel.

5.39 Die daran anschließenden Ecken fülle man gelb, die Eingänge rein weiß und ihre seitlichen Bereiche blassrot.

5.40 Damit ist Sadadhvan beschrieben. Nun folgt Dharma: Teilt man die Fläche zehnfach, entstehen hundert Felder.

5.41 Aus vier Feldern bilde man den mittleren Lotus und aus einer umlaufenden Reihe die Pitha. Nachdem man die entsprechenden Felder ringsum bereinigt hat, o Lotusgeborener …

5.42 … spanne man Eckenschnüre, sodass eine vierfache Gliederung entsteht. Aus einer Reihe gestalte man den Umgang, aus zwei Reihen die Eingänge.

5.43 Für Hals und Nebenhals lösche man sechs Felder aus. Von beiden Seiten beginnend entferne man dann jeweils zwei Feldabgrenzungen …

5.44 … sowie von den Ecken aus drei, zwei und je eines. Danach färbe man den Zwischenraum zwischen Raumkreis und Pitha weißlich-rot.

5.45 Die beiden östlichen und westlichen Teile der Pitha fülle man gelb; auch die Bereiche an den Eingangshälsen fülle man gelb.

5.46 Die vier Ecken [färbe man] wie den Zwischenraum zwischen Raumkreis und Pitha. So ist Dharma beschrieben. Höre nun von Vasugarbha.

5.47 Teilt man die Fläche elfmal je Seite, entstehen hunderteinundzwanzig Felder. Aus neun mittleren Feldern [gestalte man] den Lotus.

5.48 Nachdem man eine Feldreihe für die Pitha freigemacht hat, bilde man diese durch das Spannen von Schnüren. Vernimm, wie dies geschieht.

5.49 Man setze [die Schnur] in jeder Ecke am Ende zweier Felder an und schlage sie von beiden Seiten aus ab.

5.50 Nach diesem Verfahren gleichen die in den Hauptrichtungen gelegenen Teile einem Fruchtboden und die Ecken einer Pflugschar. Danach entsteht aus einer Reihe der Umgang.

5.51 Aus den beiden übrigen Reihen, o Lotusgeborener, bilde man die Eingänge, indem man die Feldgruppen wie bei Sadadhvan bereinigt.

5.52 Zwischen den beiden Eingängen lösche man vom Eckbereich aus sieben Felder; jede einzelne Ecke gestalte man dann aus drei Feldern.

5.53 So angelegt, fülle man das Mandala mit verschiedenen Farben aus. Außerhalb des Raumkreises [verwende man] Farbpulver vom Aussehen eines ruhigen Feuers.

5.54 Von der nordöstlichen Ecke beginnend fülle man mit Weiß und den weiteren Farben aus. Entsprechend streue man Farbe in die westlichen, nördlichen und östlichen … Eckbereiche. [Die Richtungsfolge ist sprachlich nicht eindeutig.]

5.55 Außerhalb der Pitha fülle man mit einer Farbe wie der Bauch eines Fisches aus; die Eingänge mit leuchtendem Rot, ihre Zwischenräume mit Weiß.

5.56 Das Übrige … zehn Felder … färbe man dunkel. Damit ist Vasugarbha erklärt. Höre nun von Sarvakamaprada. [Ein Maßausdruck ist verderbt.]

5.57 Man teile die Fläche mit der Schnur zwölfmal je Seite, o Pauṣkara. So entstehen hundertfünfzig abzüglich sechs, also hundertvierundvierzig Felder.

5.58 In den sechzehn Feldern der Mitte gestalte man einen Lotus mit seinen Merkmalen; eine Feldreihe bilde die Pitha. Von dieser aus [bereinige man] in jeder Hauptrichtung jeweils zwei …

5.59 … und in jeder Ecke jeweils drei Felder. Eine Reihe lösche man als Umgang aus; mit den beiden übrigen Reihen …

5.60 … [bilde man] sechs [Felder] bei Hals und Nebenhals sowie vierzehn von Ecke zu Ecke. Danach fülle man den Zwischenraum zwischen Raumkreis und Pitha wie zuvor aus.

5.61 Die Pitha fülle man von den Ecken her in der Farbe des Rajopala-Steins aus; die Bereiche zwischen ihren Ecken färbe man goldfarben.

5.62 Den Umgang färbe man wie die helle Mondhälfte, o Zweimalgeborener; die Eingänge kristallhell, die seitlichen Bereiche rot.

5.63 So wird Sarvakamaprada angelegt. Nun wird Amitraghna beschrieben: Man teile die Fläche dreizehnmal je Seite; so entstehen hundert …

5.64 … und neunundsechzig Felder. In die Mitte [setze man] einen Lotus aus fünfundzwanzig Feldern, darum eine Feldreihe als Pitha.

5.65 Darin [bereinige man] mittig jeweils drei Felder und ebenso in den Ecken. Eine äußere Reihe bildet den Weg, zwei Reihen bilden die Eingänge und die übrigen Bereiche.

5.66 Der Hals besteht aus drei Feldern, der Nebenbereich aus fünf. Zwischen den zu den Eingängen gehörigen [Teilen] ergeben sich acht für die beiden Shobhas.

5.67 Danach bilde man die vier Ecken aus jeweils sechs Feldern. So angelegt, färbe man den Bereich außerhalb des Raumkreises leuchtend rot.

5.68 Ebenso oder besonders leuchtend [färbe man] alle Pitha-Ecken. Die vier nach den Hauptrichtungen gelegenen Seiten der Pitha [erhalten eine Farbe] wie … [Der Vergleichsausdruck „Bogenflügel“ ist nicht sicher verständlich.]

5.69 Danach fülle man den Umgang in der Farbe des Rajopala-Steins aus, die Eingänge silberhell, deren Inneres weiß.

5.70 Die Ecken werden wie der Zwischenraum zwischen Raumkreis und Pitha gefärbt. So ist Amitraghna beschrieben. Nun folgt Ayushya.

5.71 Man teile die Fläche vierzehnmal je Seite; daraus entstehen hundertsechsundneunzig Felder. Ein Lotus aus sechzehn Feldern [liegt] …

5.72 … in der Mitte. Außerhalb davon bilde man die Lotusgrundlage aus einer Feldreihe; darin [bereinige man] jeweils zwei Felder in den Hauptrichtungen und je drei in den Ecken.

5.73 Außerhalb davon liege ringsum ein Umgang aus zwei Reihen. Mit den übrigen zwei Feldreihen vollende man den Rest.

5.74 Der Eingangshals umfasst zwei Felder, der Nebenhals vier. Nahe beim Hals bereinige man drei Felder für die Shobha …

5.75 … und eines am Nebenhals. So entstehen acht Shobhas in den vier Richtungen des Mandalas. Danach bereinige man in den Ecken …

5.76 … jeweils zehn Felder, o Brahmane. Anschließend färbe man den Bereich außerhalb des Raumkreises mit einer Farbe wie natürlicher Zinnober.

5.77 Die Pitha-Ecken färbe man smaragdgrün, die Gesamtheit der in den Hauptrichtungen gelegenen Teile leuchtend rot.

5.78 Der Umgang sei goldfarben …, die Eingänge rein weiß; die Ecken in der Farbe des Rajopala-Steins und die Shobhas wie der Bereich außerhalb des Raumkreises. [Ein Farbwort des ersten Halbverses ist verdoppelt.]

5.79 So ist Ayushya beschrieben. Höre nun von Balabhadra: Man teile die Fläche fünfzehnmal je Seite; es entstehen zweihundert …

5.80 … und fünfundzwanzig Felder. Pitha und Lotus gestalte man wie bei Amitraghna; aus einer Feldreihe bilde man die Upapitha.

5.81 Aus den verbleibenden Feldern bilde man den Nebenhals; die Shobhas seien wie zuvor. In jeder Ecke sind elf Felder zu bereinigen, o Pauṣkara.

5.82 Vom Raumkreis bis zum betreffenden Abschluss fülle man mit blassem Rot aus. Welche Farbe die Pitha erhält, diese [verwende man] ebenso für die Yantra-Grundfigur. [Der genaue Bezug ist unsicher.]

5.83 Vernimm aufmerksam, wie die Farben nach der Vorschrift aufzutragen sind: Von der nordöstlichen Ecke beginnend fülle man mit den vier Farben, Weiß und den übrigen, …

5.84 … die Pitha-Ecken aus, dann nochmals vom Westen her mit denselben Farben bis in den Süden. Nun wird die Upapitha beschrieben.

5.85 Vom Süden bis zum Osten [färbe man sie] mit Weiß und den übrigen Farben. Den Umgang färbe man blassrot, danach die vier Eingänge …

5.86 … mit Goldfarbe. Dann [färbe man] der Reihe nach die acht Shobhas smaragdgrün, das Übrige rot, o Zweimalgeborener.

5.87 So entsteht Balabhadra. Nun wird Paushtika beschrieben: Man teile die Fläche sechzehnmal je Seite; es entstehen zweihundert …

5.88 … und sechsundfünfzig Felder. In der Mitte gestalte man den Lotus aus sechsunddreißig Feldern, die Pitha aus zwei umlaufenden Reihen.

5.89 Je zwei Felder liegen in den Mitten der Hauptrichtungen, je fünf in den Ecken. Nach dem Entfernen [der Rasterlinien] bereinige man die Felder für die Upapitha …

5.90 … jeweils drei in den Ecken und sechs in den Hauptrichtungen. Eine Reihe außerhalb davon bildet den Weg, zwei Reihen die Eingänge und die übrigen Teile.

5.91 Für Hals, Nebenhals und Shobha … zwei, vier … je eines … Die Upashobha bilde man mit gleichen Feldzahlen, gegenüber der Shobha umgekehrt. [Die Zahlenfolge ist beschädigt.]

5.92 Nahe der Upashobha bereinige man sechs Felder als Ecke. So entstehen acht Shobhas und ebenso acht Upashobhas, o Brahmane.

5.93 Nachdem man sie in den vier Himmelsrichtungen bereinigt hat, fülle man sie mit Farbpulver. Der Bereich außerhalb des Raumkreises ist leuchtend rot auszufüllen.

5.94 Alle Ecken der Pitha fülle man goldfarben, ihre Seitenkörper weißlich-rot.

5.95 Mit derselben Farbe färbe man die Ecken der Upapitha, ihre Seitenkörper weiß und den Bereich außerhalb davon schwarz.

5.96 Die Eingänge seien rein weiß, die Shobhas wie der Bereich außerhalb des Raumkreises, die Upashobhas gelb. Die Ecken schmücke man dann …

5.97 … smaragdgrün und leuchtend dunkel, o Brahmā. So ist die Verehrungsform Paushtika beschrieben; nun erkläre ich diejenige namens Arogyaka.

5.98 Man teile die Fläche zunächst siebzehnmal je Seite. Daraus entstehen dreihundert Felder abzüglich elf, also zweihundertneunundachtzig. In der Mitte …

5.99 … gestalte man einen Lotus aus fünfundzwanzig Feldern und darum aus zwei Reihen die Lotusgrundlage. Von dieser aus bereinige man in den Hauptrichtungen …

5.100 … nahe der Lotusfläche fünf [Felder], außen je eines. So entstehen Shobha-ähnliche Gebilde. Nachdem man die Seitenkörper so angelegt hat …

5.101 … bereinige man ringsum in jeder Ecke acht Felder. Zwei Feldreihen sind für den Umgang freizumachen.

5.102 Aus weiteren zwei Reihen gestalte man Eingang, Shobha und die übrigen Teile, o bester Zweimalgeborener: am Eingang … drei und halb … fünf Felder für Hals und Nebenhals. [Die Maßfolge ist unsicher.]

5.103 Bei Shobha, Upashobha und Ecken … jeweils eines und einundzwanzig … bereinige man [die Felder] und fülle sie mit unterschiedlichen Farbpulvern. [Die Feldzuordnung ist verderbt.]

5.104 Außerhalb des Raumkreises [verwende man die Farbe] der Bandhujiva-Blüte; die vier Füße der Pitha [färbe man] weiß wie Kuhmilch.

5.105 Sämtliche Seitenkörper [färbe man] wie den Rajashma-Stein, den Umgang mit einer Farbe wie Chinapishta-Pulver.

5.106 Die Eingänge und die weiteren [äußeren Teile] seien goldfarben, die innen gelegenen dunkel; die Upashobhas weiß und das Übrige leuchtend rot.

5.107 Damit ist Arogyaka beschrieben. Vernimm nun Viveka: Man teile die Fläche achtzehnmal je Seite; es entstehen dreihundert …

5.108 … und vierundzwanzig Felder, o Lotusgeborener. In der Mitte bilde man den Lotus aus sechzehn Feldern, die Pitha aus drei Feldreihen.

5.109 Je acht Felder [verwende man] für die Seitenkörper. In der Reihe nahe der Lotusfläche liegen jeweils zwei in der Mitte einer Hauptrichtung …

5.110 … in der mittleren Reihe vier, in der äußeren zwei, entsprechend ihrem Abstand. Nachdem man so die Seitenkörper angelegt hat, bilde man zwischen ihnen …

5.111 … mit dreizehn Feldern jeweils einen Fuß. Sieben [liegen] in der äußeren Reihe, in der mittleren … ein Feld. [Die Angabe ist widersprüchlich; eine verzeichnete Variante nennt acht.]

5.112 Man verbinde [die Felder] und gestalte daraus mit fünf Feldern eine Figur, die etwas der Gestalt des Seitenkörpers gleicht. Danach bilde man aus zwei Reihen …

5.113 … den Umgangsweg. Mit den übrigen beiden Reihen [gestalte man den Rest]. Je zehn Felder bereinige man in jeder Ecke, o Brahmā.

5.114 Aus den verbleibenden Feldern gestalte man Shobhas, Upashobhas und Eingänge. Höre nun, wie man die Fruchtböden und das Ganze ausfüllt.

5.115 Unmittelbar [außerhalb] der Pitha [verwende man die Farbe] der Granatapfelblüte. Die Seitenkörper seien weiß, die Limpaka-Teile schwarz. [Die letzte technische Bezeichnung ist unklar.]

5.116 Die aus acht Feldern gebildete Ecke [färbe man] wie einen Rubin; außerhalb der Pitha fülle man mit der Farbe des Rajopala-Steins aus. [Der Satzanschluss der ersten Hälfte ist unsicher.]

5.117 Die vier Gruppen der Eingänge und der übrigen Teile [färbe man] mit den vier Farben, beginnend mit Weiß. So ist Viveka beschrieben; nun folgt Vagisha.

5.118 Teilt man die Fläche neunzehnmal je Seite, entstehen dreihunderteinundsechzig Felder, o Zweimalgeborener.

5.119 Der Lotus besteht aus fünfundzwanzig Feldern, die Pitha aus drei Feldreihen. Von Osten bis Norden [bilde man darin] der Reihe nach jeweils sieben [Felder umfassende Teile] …

5.120 … eines in der ersten Reihe, fünf in der Mitte und eines in der dritten; so verbinde und gestalte man sie.

5.121 Danach [gestalte man] alle Ecken mit den übrigen Feldern. Von der Ecke nahe der Lotusfläche her [bereinige man] in der ersten Reihe fünf …

5.122 … und aus den beiden [anderen Reihen] zwölf Felder. Zwei Reihen bilden den Umgang, zwei weitere die Eingänge und die übrigen Teile.

5.123 Dort [gestalte man] den Halsbereich … und den Nebenhals mit fünf Feldern, die Ecken mit zehn, die Shobhas und die übrigen Formen aus den restlichen Feldern.

5.124 Danach fülle man den Bereich außerhalb des Raumkreises leuchtend rot aus, die Zwischenräume der Füße goldfarben.

5.125 Die vier Hauptrichtungen, beginnend mit Osten, [färbe man] smaragdgrün; die übrigen Fußbereiche mit einem leuchtenden … [Der Farbvergleich ist unsicher.]

5.126 Den Weg färbe man wie eine Biene. Weiß, leuchtendes Rot, Gold und Zinnober der Reihe nach …

5.127 … dienen zum Ausfüllen der vier Eingangsgruppen, o Pauṣkara. So ist Vagisha beschrieben; ich erkläre dir nun Manasa.

5.128 Man teile die Fläche zwanzigmal je Seite; daraus entstehen vierhundert Felder. In deren Mitte zeichne man einen Lotus aus sechsunddreißig Feldern. [Der Haupttext hat „zwölffach“; die Herausgeberanmerkung versteht „zweimal zehnfach“, entsprechend der Feldsumme.]

5.129 Aus den drei äußeren Reihen lösche man seine Grundlage aus: zwei [Felder] nahe der Lotusfläche, zwei außen und vier in der Mitte …

5.130 … von der Mitte der Hauptrichtungen her für die Seitenkörper, zusammen mit den Füßen. [Diese bestehen] aus achtzehn Feldern samt einem Anteil; höre darüber.

5.131 Nahe bei den beiden Seitenkörpern [liegen] drei, eines und wiederum drei … Von außen beginnend verbinde man zwei Sechsergruppen samt einem Anteil. [Die Zahlenzuordnung ist unsicher.]

5.132 Aus der äußeren und der mittleren Reihe verbinde man sechs Felder … Den Umgang bereinige man wie zuvor mit zwei äußeren Reihen. [Der erste Satzanschluss ist unsicher.]

5.133 Der Rest folgt demselben Maß. Dort sind sechs [Felder] für den Eingang und, höre, jeweils sechs für Hals und Nebenhals, o Brahmā.

5.134 Aus dem Übrigen bilde man zwei Shobhas und eine Upashobha zwischen Eingang und Ecke. Danach fülle man mit Farbpulver aus.

5.135 Den ersten Bodenbereich von der Pitha her [färbe man] wie Chinapishta-Pulver, die Seitenkörper kräftig gelb; ihren Innenraum …

5.136 … der aus zwölf Feldern samt einem besteht, [färbe man] wie Vaidurya. Den dazwischenliegenden, sechs Felder umfassenden Bereich fülle man rein weiß aus.

5.137 Der Umgang sei leuchtend rot, die Eingangsfolge weiß; die Shobhas nahe den Eingängen färbe man wie den äußeren Bereich des Raumkreises.

5.138 Die Upashobhas seien goldfarben, die anderen Shobhas wie ein Fischbauch, o Pauṣkara. Das Übrige sei wie die zuerst beschriebenen Shobhas.

5.139 So ist die Verehrungsform Manasa beschrieben. Höre nun von Jaya: Man teile die Fläche einundzwanzigmal je Seite; so entstehen …

5.140 … vierhundertfünfzig abzüglich neun, also vierhunderteinundvierzig Felder. Aus fünfundzwanzig bilde man den Lotus, aus einer Reihe außerhalb davon die Pitha.

5.141 In den vier Hauptrichtungen bereinige man dann jeweils drei Felder für die Seitenkörper, o Brahmā, und ebenso in den Ecken.

5.142 Außerhalb davon gestalte man die Upapitha aus drei Reihen. Darin sind für jeden Seitenkörper siebzehn Felder zu bereinigen.

5.143 Drei [liegen] in der mittleren Reihe, jeweils sieben in der inneren und äußeren Reihe. Daraus gestalte man die Füße. [Für die erste Zahl wird der Zusammenhang der Gesamtsumme berücksichtigt.]

5.144 Jede Ecke bereinige man aus dreizehn Feldern, o Brahmā. Nach der Gestaltung der Füße bilde man den Umgang aus zwei Reihen.

5.145 Mit weiteren zwei [Reihen] … zwanzig … jeweils sechs in den Ecken. Der Eingang umfasst acht Felder; die Shobhas und übrigen Teile bestehen aus den restlichen Feldern. [Die erste Maßfolge ist beschädigt.]

5.146 Wie man die so angelegte Figur färbt, höre nun, o Pauṣkara: Den Bereich vom eigenen Kreis bis zum Abschluss gestalte man leuchtend weiß.

5.147 Die Füße der ersten Pitha seien weiß wie Kuhmilch; danach [färbe man] die vier mittleren Teile der Hauptrichtungen smaragdgrün.

5.148 Die Seitenkörper der Upapitha fülle man mit derselben Farbe, die Füße danach mit dem Farbton eines aufgebrochenen schönen Rubins.

5.149 Außerhalb der Pitha [färbe man] wie Vaidurya; die weitere äußere Folge der Ecken fülle man goldfarben aus. Danach mit leuchtendem Rot …

5.150 … fülle man die Upashobhas, ihre Zwischenräume weiß. Die Eingänge färbe man wie zerstoßene Gorochana.

5.151 Damit ist Jaya beschrieben. Höre nun von Svastika: Man teile die Fläche zweiundzwanzigmal je Seite; es entstehen …

5.152 … vierhundertvierundachtzig Felder. In der Mitte gestalte man den Sitz der Gottesgestalt aus sechsunddreißig Feldern.

5.153 Aus vier Feldreihen bilde man dessen Grundlage. Für die Seitenkörper bereinige man darin, jeweils von der Mitte der Hauptrichtungen aus, …

5.154 … vierundzwanzig Felder, o Lotusgeborener. In der Reihe nahe der Lotusfläche [beginne man] mit vier Feldern.

5.155 In der zweiten Reihe bereinige man danach die zweite [Gruppe]. So gestaltet man eine Feldfigur, die einem Eingang gleicht. [Die Mengenangabe ist nicht eindeutig.]

5.156 In der dritten Reihe lösche man zwei Felder aus; außerhalb davon vier, wie bei der vorherigen Figur.

5.157 Mit den restlichen Feldern bilde man zwei weitere solche, quer liegende Seitenteile, in der Form einer Türeinfassung, o Zweimalgeborener.

5.158 Nun wird erklärt, wie man die vier Füße gestaltet: Jeder Fuß besteht aus sechzehn Feldern und gleicht einem Seitenkörper.

5.159 Jede einzelne Teilfigur umfasst dabei vier Felder. Zwei eingangsähnliche Teilfiguren liegen von der Pitha aus im Osten.

5.160 So ist die nordöstliche Richtung beschrieben. Den Berührungsbereich bereinige man; die zweite [Figur] beginne man von der südöstlichen Ecke her auszuwischen.

5.161 Diese richte man nach Westen; zwei Teilfiguren gehören zum Fuß … Von den … Windecken aus, o Zweimalgeborener … [Die Richtungszuordnung ist teilweise verderbt.]

5.162 … gestalte man je zwei Teilfiguren nach Norden und Süden, unter Aussparung des anderen Feldes. In der nordöstlichen, südöstlichen und nordwestlichen Ecke, o Lotusgeborener …


5.163 … entsteht den Seitenkörpern gegenüber ein zweites Paar von Teilfiguren, wenn man nach diesem Verfahren die Rasterlinien bereinigt, o Lotusgeborener.

5.164 So versehe man [die Figur] mit acht Svastikas, o Lotussitzender. Den äußeren Umgangsweg bilde man aus zwei äußeren Reihen.

5.165 Wie man den Rest mit zwei weiteren Reihen gestaltet, wird nun beschrieben: Der Eingang mit Hals und Nebenhals besteht aus sechs Feldern.

5.166 Die Shobha nahe beim Eingang bilde man aus vier Feldern; den Nebeneingang bei der Shobha gestalte man wie zuvor aus sechs Feldern.

5.167 Nahe dem Nebeneingang [bilde man] nochmals eine ebensolche Shobha und die Ecke aus sechs Feldern. Nachdem man die Linien so entfernt hat, fülle man die Figur aus.

5.168 Außerhalb des Raumkreises [verwende man] blassrotes Farbpulver. Die beiden an den Seitenkörpern gelegenen, den Mittelschnüren zugewandten Teilfiguren …

5.169 … [färbe man] schön smaragdgrün, die quer dazu liegenden leuchtend rot. Diese Reihenfolge gilt für sämtliche Seitenkörper.

5.170 Bei den Füßen mit ihren jeweils vier Teilfiguren trage man vier entsprechende Farben auf, unterschieden nach dem jeweiligen Fuß und seiner Lage.

5.171 Am nordöstlichen Fuß erhält die östliche Teilfigur weißlich-rotes Pulver, die südliche Weiß, die westliche die Farbe des Rajashma-Steins …

5.172 … und die nördliche Goldfarbe. Höre nun vom südöstlichen Fuß: Im Osten ebenso Rot, dann Gelb, Schwarz und Weiß der Reihe nach …

5.173 … im Süden, Westen und Norden. Nun wird der südwestliche Fuß beschrieben: Von Osten bis Norden mit Schwarz, Gelb, Rot und Weiß …

5.174 … sind seine Teilfiguren auszufüllen. Ich beschreibe nun den nordwestlichen Fuß: Von Osten bis Norden [verwende man] Weiß, Schwarz, Rot und die weiteren …

5.175 … Farben für alle Teilfiguren. Nachdem man so die Pitha ausgefüllt hat, färbe man den Umgang wie eine Biene und den Eingang weiß. [Die vierte Farbe des nordwestlichen Fußes ist nicht eindeutig genannt.]

5.176 Die Shobha sei leuchtend rot, der anschließende Bereich gelb. Die zwischen Ecke und Nebeneingang befindliche Shobha färbe man dunkel.

5.177 Die Ecke fülle man mit einer Farbe wie rauchloses Feuer aus. So ist das Svastika-Mandala beschrieben. Ich erkläre dir nun Ananta.

5.178 Teilt man die Fläche dreiundzwanzigmal je Seite, entstehen, o Zweimalgeborener, fünfhundert und neunundzwanzig …

5.179 … Felder. In der Mitte [bilde man] einen Lotus aus fünfundzwanzig Feldern, die Pitha aus drei Reihen und die Upapitha aus einer Reihe.

5.180 Für jeden Seitenkörper sind sieben Felder zu bereinigen: in den Hauptrichtungen eines in der ersten Reihe und fünf in der mittleren …

5.181 … sowie eines in der entsprechenden [äußeren] Reihe. Danach gestalte man jeden Fuß aus siebzehn Feldern. Nun wird die Upapitha beschrieben.

5.182 In den Hauptrichtungen bereinige man jeweils fünf, in den Zwischenrichtungen danach jeweils sieben Felder.

5.183 Zwei Reihen bilden den Umgang, drei Reihen die Eingänge und die übrigen Teile. Darin [verwende man] drei Felder für den Hals und fünf für den Nebenhals.

5.184 Die Grundlage des Nebenhalses [bilde man] außen aus sieben Feldern. Die Shobha nahe dem Eingang bestehe aus neun Feldern, vom Halsbereich ausgehend.

5.185 Dabei [liegt] eines an der Grundlage, drei am Nebenhals und fünf in der anschließenden Reihe. So bereinige man vom Halsbereich ausgehend die Linien.

5.186 Im Eckbereich bereinige man siebenundzwanzig Felder. Nach dieser Gestaltung fülle man das Ganze ringsum mit unterschiedlichen Farben aus.

5.187 Den Bereich innerhalb der Pitha [färbe man] rubinrot, die vier Füße der Pitha leuchtend goldfarben.

5.188 Die Seitenkörper fülle man schneeweiß aus, die Seitenkörper der Upapitha in der Farbe des Rajashma-Steins.

5.189 Ihre Füße färbe man wie erblühte Kimshuka-Blüten, den Umgang weiß und die Eingänge wie den Bereich außerhalb des Raumkreises.

5.190 Die Umgebung der Upashobhas sei wie der Herbsthimmel; die Eckbereiche schmücke man weißlich-rot.

5.191 So ist das Ananta-Mandala beschrieben. Vernimm nun Nitya: Man teile die Fläche zwölfmal je Seite und jeden dieser Abschnitte nochmals in zwei.

5.192 Daraus entstehen fünfhundertsechsundsiebzig Felder. In der Mitte gestalte man einen Lotus aus sechsunddreißig Feldern.

5.193 Die Pitha besteht aus vier Reihen. In deren innerer und äußerer Reihe [bereinige man], jeweils von der Mitte einer Hauptrichtung aus, zwei Felder; aus den mittleren …

5.194 … beiden Reihen jeweils vier. So entsteht ein Seitenkörper aus zwölf Feldern, o Zweimalgeborener. Dann bilde man den Fuß …

5.195 … aus achtundzwanzig Feldern, schlank und anmutig. Von der Ecke nahe der Lotusfläche her [verwende man] in der ersten Reihe fünf …

5.196 … aus den beiden mittleren Reihen zwölf zusammengefasste [Felder] und, davon getrennt, in der äußeren Reihe elf, der Reihe nach bereinigt.

5.197 Nachdem man so die Füße angelegt hat, gestalte man den Umgang aus zwei Reihen. Was mit den drei verbleibenden Reihen zu tun ist, höre nun, o Pauṣkara.

5.198 Den Eingang teile man vom Hals her der Reihe nach in zwei, vier und sechs Felder. Danach lösche man von außen her ein, drei und fünf Felder aus.

5.199 So entsteht nahe dem Eingang eine anmutige Shobha. Danach bilde man Shobha und Upashobha jeweils aus vier Feldern, o Lotusgeborener …

5.200 … nahe bei der größeren Shobha aus den beiden äußeren Reihen. Anschließend lösche man siebzehn Felder je Ecke aus.

5.201 Höre, wie man danach mit Farbpulver ausfüllt, o Pauṣkara: Außerhalb des Raumkreises trage man vorzügliches blutrotes Pulver auf.

5.202 Die Seitenkörper schmücke man in der Farbe natürlichen Zinnobers. Weiß, Schwarz und Gelb [trage man] vom inneren bis zum äußeren Teil …

5.203 … der Füße auf. Der Umgang leuchte wie ein Edelstein. Die Eingänge fülle man in der Farbe des Rajopala-Steins, die Shobhas gelb aus.

5.204 Die seitlich davon liegenden Upashobhas seien smaragdgrün. Die nahe der Ecke befindliche Shobha erkenne als leuchtend weiß.

5.205 Die Ecke fülle man mit kalkweißem Pulver, sodass sie strahlt. So ist das Nitya-Mandala beschrieben. Höre nun von Bhutavasa.

5.206 Teilt man die Fläche fünfundzwanzigmal je Seite, entstehen sechshundert [und fünfundzwanzig] Felder. In der Mitte …

5.207 … zeichne man einen schönen Lotus aus neunundvierzig Feldern. Die Pitha gestalte man aus vier Feldreihen, mit Füßen und Seitenkörpern geschmückt.

5.208 Einen kunstvollen Seitenkörper bilde man aus vierundzwanzig Feldern, gegliedert in fünf Teilfiguren. Dafür bereinige man die Felder …

5.209 … aus der vierten und der ersten Reihe je eines im Richtungsbereich und aus den beiden mittleren Reihen jeweils drei, o Zweimalgeborener.

5.210 So entsteht die erste Teilfigur des Seitenkörpers aus acht Feldern. Die quer liegenden [Figuren] bilde man jeweils aus vier Feldern …

5.211 … sodass vier Shobha-ähnliche Teilfiguren entstehen. Danach [bereinige man] jeweils drei in der ersten Reihe außerhalb der Lotusfläche …

5.212 … und je eines in der zweiten Reihe. So entstehen zwei Teilfiguren. In der dritten Reihe bereinige man dann je ein Feld …

5.213 … und in der vierten jeweils drei. Durch dieses Bereinigen entsteht der Seitenkörper. Danach [bilde man] jeden Fuß aus zwölf Feldern. [Die folgende Feldsumme weicht hiervon ab.]

5.214 Dafür [verwende man] eines, dann fünf und nochmals je sieben Felder; von der ersten bis zur letzten Reihe fortschreitend bereinige man sie. [Die Angaben ergeben zusammen zwanzig Felder; der Widerspruch zur vorigen Zahl bleibt bestehen.]

5.215 Aus zwei Feldreihen gestalte man den Umgang. In den drei übrigen [Reihen] bilde man zunächst einen fünfzehn Felder umfassenden …

5.216 … Eingang: drei Felder lösche man im Halsbereich aus, fünf im Nebenhals und sieben für die Grundlage des Eingangs.

5.217 Daneben gestalte man den Platz der Shobha, indem man vom Halsbereich aus der Reihe nach fünf, drei und ein Feld bereinigt.

5.218 Die Upashobha gestalte man ebenso, jedoch umgekehrt. Danach sind fünfzehn Felder im Eckbereich zu bereinigen.

5.219 Nachdem man die Linien so entfernt hat, färbe man mit folgenden anmutigen Farben: Den Bereich innerhalb der Pitha gestalte man leuchtend weiß.

5.220 Die mittlere Folge der Teilfiguren der Seitenkörper färbe man weiß; die nahe der Lotusfläche liegenden Teilfiguren wie den Rajashma-Stein.

5.221 Die beiden äußeren Teilfiguren [färbe man] leuchtend rot, den Fuß goldfarben. Danach färbe man den Umgang …

5.222 … insgesamt smaragdgrün, die Eingänge wie den Bereich außerhalb des Raumkreises; die Shobhas [nach dem überlieferten, unsicheren Ausdruck] wie die Füße, die Ecken wie die Mitte des Seitenkörpers.

5.223 Die Upashobhas haben die Farbe aufgebrochener Augenschminke. So ist Bhutavasa beschrieben. Nun folgt Amogha.

5.224 Man teile die Fläche zuerst dreizehnmal je Seite und halbiere anschließend die Abschnitte. So entstehen sechshundertsechsundsiebzig Felder.

5.225 Aus vierundsechzig Feldern in der Mitte [gestalte man] den Lotus; die Pitha aus vier Reihen, geschmückt mit kunstvollen Seitenkörpern und Füßen.

5.226 Der erste mittlere Seitenkörper umfasst achtundzwanzig Felder. In der ersten und letzten Reihe [bereinige man] je zwei Felder von der Richtungsmitte her …

5.227 … und in den beiden mittleren Reihen jeweils zweimal zwei. So entsteht in der Mitte eine schöne Teilfigur aus zwölf Feldern.

5.228 Zu beiden Seiten dieser Figur, nahe der Lotusfläche, bereinige man jeweils zwei Felder und aus den beiden mittleren Reihen [ebenfalls entsprechende Felder] …

5.229 … sowie zwei in der äußeren Reihe. Durch ihr Verbinden entstehen zwei Teilfiguren aus jeweils acht Feldern, o Pauṣkara.

5.230 Danach gestalte man einen Fuß aus zwanzig Feldern mit zwei Teilfiguren. Außerhalb der Lotusfläche bereinige man dafür sechs Felder.

5.231 Sie bilden eine Teilfigur des Fußes. Die außerhalb davon liegende zweite besteht aus vierzehn Feldern. Den Umgang [gestalte man] aus zwei Reihen.

5.232 Hals und die übrigen äußeren Teile bilde man aus drei Feldreihen. Den Eingang gestalte man vom Hals her der Reihe nach mit zwei, vier und sechs Feldern.

5.233 Nahe dem Eingang bilde man wie zuvor eine Shobha aus neun Feldern und ebenso eine Upashobha nahe bei der Shobha, o Zweimalgeborener.

5.234 Danach bilde man eine kleine Shobha aus vier Feldern, nahe der Upashobha, als Paar aus zwei Feldreihen.

5.235 Die Ecke gestalte man aus dreizehn Feldern, o Pauṣkara: sechs aus der ersten und mittleren Reihe, sieben aus der äußeren.

5.236 Man verbinde diese und fülle die Figur mit ihren verschiedenen Farben aus. Im Bodenbereich des Lotus trage man leuchtendes Weiß auf.

5.237 Auf die mittleren Teilfiguren der Seitenkörper streue man goldfarbenes Pulver; die übrigen Teile der Seitenkörper [färbe man] wie Blätter des blauen Lotus.

5.238 Die inneren Teilfiguren der Füße [färbe man] rein weiß, ihre äußeren Bereiche ringsum leuchtend rot.

5.239 Der Umgang sei smaragdgrün, der Eingang weiß; die Shobha leuchtend rot und die Upashobha goldfarben.

5.240 Die kleine Shobha fülle man wie Vaidurya aus; die daran anschließende Ecke leuchtend weiß.

5.241 So habe ich dir Amogha beschrieben. Höre nun von Supratishtha: Teilt man die Fläche siebenundzwanzigmal je Seite, entstehen …

5.242 … siebenhundert Felder, o Pauṣkara, vermehrt um neunundzwanzig. In der Mitte gestalte man den Lotus …

5.243 … aus einundachtzig Feldern; die Pitha aus vier Reihen. Für deren Seitenkörper bereinige man jeweils zweiunddreißig Felder.

5.244 In der ersten und letzten Reihe [verwende man] je drei Felder von der Richtungsmitte aus und aus den mittleren Reihen jeweils eines.

5.245 So besteht die erste Teilfigur des Seitenkörpers aus acht Feldern. Die beiden daneben liegenden Teilfiguren [bilde man] jeweils aus zwölf Feldern.

5.246 Dafür [bereinige man] in den inneren und äußeren Reihen je zwei Felder; aus den beiden mittleren Reihen lösche man acht aus und verbinde sie.

5.247 Nachdem man den Seitenkörper so gestaltet hat, bilde man einen Fuß aus zwanzig Feldern. Wie dessen erste Teilfigur entsteht, vernimm nun.

5.248 Von der Ecke der Lotusfläche beginnend bereinige man der Reihe nach jeweils drei Felder aus drei Reihen, o Brahmā.

5.249 So entsteht die erste Teilfigur des Fußes aus neun Feldern. Für die zweite Teilfigur [verwende man] elf Felder …

5.250 … indem man aus den beiden äußeren Reihen zwei und danach neun bereinigt. Aus zwei Reihen bilde man den Umgang, aus den drei übrigen den Rest.

5.251 Vom Hals her [ordne man] drei, dann fünf und sieben [Felder]. Nahe dem Eingang bilde man wie zuvor eine neunfeldrige Shobha.

5.252 Neben der Shobha gestalte man einen Nebeneingang; dafür bereinige man vom Hals her zwei, vier und sechs Felder.

5.253 Danach bereinige man von der Ecke aus in jeder Reihe fünf Felder. Nach dieser Gestaltung färbe man die Figur, o Lotusgeborener.

5.254 Im Inneren des Lotusbeckens trage man leuchtendes Weiß auf; die mittleren Teilfiguren der Seitenkörper [fülle man] mit rein weißem Pulver.

5.255 Die übrigen Teilfiguren färbe man leuchtend rot, die innere Teilfigur des Fußes danach smaragdgrün.

5.256 Den äußeren Bereich des Fußes fülle man leuchtend goldfarben aus; den Umgang in einer Farbe wie der Herbsthimmel.

5.257 Den Eingang fülle man weiß wie Jasmin und Mond aus, die Shobha wie eine Champaka-Blüte und den Nebeneingang goldfarben.

5.258 Die Ecke [färbe man] wie einen Fischbauch und die helle Mondhälfte. So ist Supratishtha beschrieben. Nun folgt Buddhyadhara.

5.259 Man teile die Fläche siebenmal je Seite und jeden Abschnitt nochmals in vier. So entstehen siebenhundert Felder, vermehrt …

5.260 … um vierundachtzig. Den Mittellotus bilde man aus hundert Feldern; außerhalb davon gestalte man die wohlgeformte Pitha aus vier Reihen.

5.261 … ein Seitenkörper besteht aus achtundzwanzig Feldern und drei Teilfiguren. Dafür bereinige man von der Mitte der Hauptrichtungen aus … [Der Versanfang ist lückenhaft.]

5.262 … je zwei Felder in der ersten und letzten Reihe und je vier in den mittleren. So lege man die zwölf Felder umfassende mittlere Teilfigur frei.

5.263 Zu ihren beiden Seiten gestalte man jeweils eine Teilfigur aus acht Feldern. Dafür bereinige man aus der ersten und letzten Reihe jeweils drei …

5.264 … und aus den dazwischenliegenden Reihen je eines. Den Fuß [gestalte man] mit entsprechenden [Feldern], zwei Shobhas … wie Teilfiguren. Vernimm, wie dies geschieht. [Der zweite Halbvers ist unsicher.]

5.265 Von der Ecke der Lotusfläche ausgehend bereinige man jeweils drei Felder aus drei Reihen, o Zweimalgeborener.

5.266 Vereint bilden sie die erste Teilfigur des Fußes aus neun Feldern. Außerhalb davon bereinige man neunzehn Felder …

5.267 … aus den drei übrigen Reihen unter Aussparung der ersten, o Brahmā, für die zweite Teilfigur des Fußes. Danach für den Umgang …

5.268 … sind zwei Reihen zu bereinigen. Mit den drei übrigen [bilde man] den Rest: vom Richtungsbereich aus der Reihe nach zwei, vier und sechs Felder.

5.269 Shobha und Upashobha bilde man wie zuvor aus jeweils neun Feldern. Dann [gestalte man] die Ecke aus siebenundzwanzig Feldern … [Ein Ausdruck zu den Teilfiguren ist unsicher.]

5.270 Wie man sie gestaltet, vernimm weiter von mir: Nahe bei den beiden Upashobhas [liegen] zwei Shobhas, um je ein Feld vermindert …

5.271 … die man bereinigt und verbindet; so entsteht die erste Teilfigur. Die äußere Teilfigur … aus siebzehn Feldern … [Die Zuordnung der Zahl ist im Satz nicht eindeutig.]

5.272 Drei [Felder liegen] in der zweiten Reihe und sieben in der äußeren. Nachdem man so die Linien entfernt hat, fülle man die getrennten Bereiche mit ihren Farben.

5.273 Außerhalb des Lotusumfangs [verwende man] zuerst leuchtendes Rot; die mittleren Teilfiguren der Seitenkörper gestalte man leuchtend weiß.

5.274 Die beiden weiteren Teilfiguren seien weiß wie Kuhmilch. Die innere Teilfigur des Fußes lasse man smaragdgrün erstrahlen.

5.275 Die äußere [Fußfigur sei] goldfarben, der Umgang in der Farbe des Rajopala-Steins. Die Eingänge seien kalkweiß, die Shobhas wie der Bereich außerhalb des Lotus.

5.276 Die Upashobhas seien wie der äußere Teil des Fußes, o Trefflicher, die inneren Teile der Ecken wie dessen innerer Teil.

5.277 Alle äußeren Eckteile des Mandalas seien wie die Mitte des Seitenkörpers. Damit ist Buddhyadhara beschrieben; nun folgt Gunakara.

5.278 Teilt man die Fläche in dreißig Abschnitte minus einen je Seite, entstehen achthunderteinundvierzig Felder.

5.279 Der Lotus besteht aus hundertundeinundzwanzig Feldern. Von der Lotusfläche beginnend [gestalte man] den Sitz aus vier Reihen.

5.280 Darin bilde man einen schönen Seitenkörper aus vierzig Feldern, gegliedert in fünf Teilfiguren. Dafür bereinige man in den Hauptrichtungen … [Die Wendung „dessen Hälfte“ ist nicht eindeutig zuzuordnen.]

5.281 … je drei Felder aus der ersten und letzten Reihe und je eines aus den mittleren Reihen. So entsteht aus acht Feldern …

5.282 … die mittlere Teilfigur des Seitenkörpers. Auch die übrigen, seitlich liegenden Teilfiguren sollen jeweils acht Felder umfassen. Vernimm, wie, o Pauṣkara.

5.283 Nahe der mittleren Teilfigur bereinige man aus der ersten und letzten Reihe je ein Feld, o bester Zweimalgeborener, und aus den dazwischenliegenden je drei.

5.284 Außerhalb dieses Teilfigurenpaares entsteht ein weiteres Paar. Nahe den östlichen und nördlichen Teilfiguren bereinige man …

5.285 … je zwei aus der ersten und letzten sowie ebenso aus den beiden mittleren Reihen. Nachdem man so die beiden Seitenkörper angelegt hat, gestalte man die Füße. [Der Abschnitt 5.284–285 ist in der Textgrundlage als in einer Handschrift fehlend gekennzeichnet.]

5.286 … der Fuß mit zwei Teilfiguren … zwölf … o Zweimalgeborener. Dafür [verwende man] nahe der Ecke der Lotusfläche fünf Felder. [Die erste Maßangabe ist verderbt.]

5.287 Aus zwei Reihen sind sie freizumachen: zuerst drei in der ersten Reihe, dann zwei in der zweiten. So ergibt sich deutlich die erste Teilfigur.

5.288 Danach bereinige man außerhalb davon fünfzehn Felder: eines in der zweiten Reihe, fünf in der dritten …

5.289 … und neun in der vierten. Anschließend [gestalte man] den Umgang aus zwei Reihen. In den drei übrigen [Reihen] bilde man den Eingang mit drei Feldern am Hals …

5.290 … fünf am Nebenhals und sieben an dessen Grundlage. Daran anschließend bilde man in der ersten Reihe eine Shobha aus neun Feldern.

5.291 Daneben liege ein Nebeneingang mit zwei Feldern am Hals. Am Nebenhals bereinige man vier, außerhalb davon sechs Felder.

5.292 Danach entsteht eine zweiteilige Ecke aus einundzwanzig Feldern. Nahe der Ecke des Umgangs bereinige man sechs Felder aus zwei Reihen …

5.293 … und außen weitere zwei Reihen mit zwei Teilgruppen. Aus der ersten und zweiten Reihe bereinige man jeweils zweimal zwei …

5.294 … und aus der dritten sieben. Nachdem man ringsum bereinigt hat, sei der Bereich außerhalb des Raumkreises in diesem Mandala leuchtend weiß.

5.295 Die mittlere Teilfigur der Pitha … von Feldern umgeben … [färbe man] smaragdgrün, die innen liegenden [Teile] schneeweiß. [Die erste Vershälfte ist teilweise verderbt.]

5.296 Die innere Teilfigur des Fußes strahle wie die Sonne, der äußere Teil sei leuchtend rot; der Umgang sei wie der Bereich außerhalb des Raumkreises.

5.297 Die Eingänge sind hier weiß, die Shobhas wie die Bandhujiva-Blüte. Der Nebeneingang sei goldfarben, die inneren Bereiche schwarz.

5.298 Ihre äußeren Bereiche fülle man smaragdgrün aus. Erkenne darin Gunakara. Höre nun von Dhruva.

5.299 Man teile die Fläche dreißigmal je Seite; daraus entstehen neunhundert Felder, o Lotusgeborener. In die Mitte zeichne man einen Lotus …

5.300 … aus hundertfünfzig abzüglich sechs, also hundertvierundvierzig Feldern. Außen bilde man die Pitha aus vier Reihen. Danach die beiden … Seitenkörper … [Der Satzschluss ist unsicher.]

5.301 [Ein Seitenkörper umfasst] vierundvierzig Felder. In den Hauptrichtungen bereinige man zwölf für die mittlere Teilfigur …

5.302 … vier in der ersten und ebenso vier in der letzten Reihe sowie jeweils zwei aus den beiden mittleren Reihen.

5.303 Man verbinde sie. Außerhalb davon [bilde man] je zwei Teilfiguren aus acht Feldern: aus der ersten und letzten Reihe jeweils eines …

5.304 … und aus den beiden dazwischenliegenden jeweils drei. So gestalte man auf seinen beiden Seiten die zwei Teilfiguren, an den östlichen und westlichen … [Der letzte Bezug ist unsicher.]

5.305 Mit den entsprechenden Feldern zwischen beiden … So ist die Gruppe der Seitenkörper mit jeweils fünf Teilfiguren vollendet. [Der erste Halbvers ist nicht eindeutig.]

5.306 Danach bilde man die Füße mit jeweils vier Teilfiguren; jeder Fuß umfasst zwanzig Felder.

5.307 Nahe der Ecke des Raumkreises bereinige man sieben Felder: eines in der ersten Reihe und je drei aus den beiden weiteren.

5.308 So bildet man die Teilfigur in der Mitte des Fußes. Höre nun von den drei [anderen]: zwei liegen an den beiden Seiten, die dritte unter ihnen.

5.309 In der zweiten Reihe nehme man ein Feld, dann wiederum zwei in der dritten und eines in der äußersten; [diese Figur] färbe man.

5.310 So erkenne die beiden seitlichen Teilfiguren als vierfeldrig. Die fünf Felder umfassende [weitere] Teilfigur bilde man aus der äußeren Reihe.

5.311 Den Umgang bilde man aus zwei Feldreihen, den Rest aus drei. Darin bestehe der Eingang vom Hals her der Reihe nach aus zwei, vier und sechs Feldern.

5.312 Shobha, Upashobha und Shobha bestehen wie zuvor aus neun Feldern. In jedem Richtungsbereich sollen vier Shobhas …

5.313 … und zwei Upashobhas entstehen; so bereinige man die Fläche. Die Ecke zwischen den Shobhas gestalte man mit zwei Teilfiguren.

5.314 Ein Feld liege in der ersten Reihe, vier in der zweiten; unter Aussparung der vordersten Spitze … entsteht die in der Ecke gelegene Teilfigur …

5.315 … aus fünf Feldern. Wie die äußere gestaltet wird, ist nun beschrieben: neun Felder in der äußersten Reihe und eines in der zweiten.

5.316 Nachdem man sie so aus zehn Feldern gebildet hat, fülle man mit verschiedenen Farben aus. Die Ecke … den Lotus … [gestalte man] wie einen erblühten roten Lotus. [Die Zuordnung der beiden Substantive ist unsicher.]

5.317 Die mittleren Teilfiguren des Seitenkörpers strahlen wie gelbes Pulver; die beiden danebenliegenden gestalte man smaragdgrün.

5.318 Die beiden noch weiter außen liegenden gelten als leuchtend goldfarben. Die mittlere Teilfigur im Fuß soll silberhell gestaltet werden.

5.319 Wie eine Safranblüte … Teile … wie die Mitte … Nahe dabei [gestalte man] smaragdgrün … [Stark beschädigte Farbzuordnung.]

5.320 Die daran anschließende … außen gelegene … o Zweimalgeborener; die dritte, danebenliegende [Teilfigur sei] wie eine Granatapfelblüte. [Textlücke.]

5.321 Den Umgang gestalte man weiß wie Jasmin und Mond; die Eingänge fülle man in der Farbe des Rajapashana-Steins aus, die Shobha wie die Mitte des Seitenkörpers.

5.322 Den danebenliegenden [Bereich] gestalte man smaragdgrün; die daran anschließende Shobha sei champakablütenfarben.

5.323 Die schöne Teilfigur von der Ecke her gestalte man leuchtend rot; die äußere schmücke man in der Farbe des Indranila-Steins.

5.324 So ist Dhruva beschrieben. Nun wird Paramananda erklärt: Man teile die Fläche richtig in einunddreißig Abschnitte je Seite; daraus entstehen …

5.325 [Hier ist kein übersetzbarer Verswortlaut erhalten. Die Überlieferung bricht während der beginnenden Beschreibung des Paramananda-Mandalas ab.]

Hinweis zur Überlieferung: Die Herausgeberanmerkung erklärt, dass in den Handschriften an den abgebrochenen Schluss dieses Kapitels unmittelbar ein ebenfalls am Anfang beschädigter Teil des sechsten Kapitels anschließt. Die Kapitelgrenze wird deshalb vor diesem nachfolgenden Fragment angesetzt. Fehlende Angaben zur Konstruktion und Ausmalung von Paramananda sind nicht überliefert und werden hier nicht ergänzt.

So endet in der Paushkara Samhita, der großen Upanishad des heiligen Pāñcarātra, das fünfte Kapitel, „Die Kennzeichen der Mandalas, beginnend mit Sarvatobhadra“.


Kapitel 6: Die Gestaltung des Lotus

Der Anfang dieses Kapitels ist verloren. Die erhaltene Darstellung setzt mitten in einer geometrischen Anweisung ein. Auch im weiteren Verlauf bestehen erhebliche Lücken und beschädigte Lesungen; die ursprünglichen Zeichnungen lassen sich daraus nicht überall eindeutig erschließen.

6.1 Auf dem Boden teile man [die Fläche] und unterteile sie anschließend nochmals. Nachdem beide abgegrenzt sind, [folgt eine beschädigte Anweisung zur Anbringung eines Zeichens].

6.2 Für die Ausbildung der Blattspitzen lasse man der Reihe nach einen achten, neunten, zehnten, elften oder zwölften Teil frei.

6.3 Bei den fünf [Lotusformen; der Wortlaut ist hier fehlerhaft], vom dreiblättrigen bis zum letzten, bilde man mit dem verbleibenden Raum das Mittelstück, die Staubfäden und die Blätter.

6.4 Dies ist bei den Lotusfeldern das Verfahren für die vollständig entfaltete Gestalt. Es wurde dir, Lotusgeborener, zur Ausbildung der Blattspitzen dargelegt.

6.5 Nun werde ich erklären, wie man bei einer knospenartigen Gestalt die Spitzen der Lotusblätter anlegt. Man unterteile [die Strecke] von der Mitte bis zum Zeichen in die Bereiche des Mittelstücks und der übrigen Teile.

6.6 Dabei entstehen vier Arten von Abschnitten, die gleich oder ungleich sein können. Ich werde es dir so erklären, dass dein Zweifel schwindet.

6.7 Durch neun, acht, sieben, sechs, fünf oder vier Abschnitte ergibt sich das Feld vom dreiblättrigen bis zum achtblättrigen Lotus. Ich werde die Formen einzeln beschreiben.

6.8 Von der Mitte aus beginne man mit der Einteilung bis zum Rand des Feldes. Bei allen Formen ist in der Mitte ein Abschnitt für das Mittelstück vorzusehen.

6.9 Von den verbleibenden, als dreißig bezeichneten [Abschnitten; die Zuordnung ist beschädigt] werden die ersten drei verlängert. Die Staubfäden haben die Länge eines Abschnitts; am Blattansatz [folgt eine unsichere Maßangabe zum halben Mittelstück].

6.10 Oder man bemesse sie entsprechend der Höhe des Mittelstücks. Überall stehen sie zu zweit oder zu dritt inmitten eines Blattes.

6.11 Den verbleibenden Blattbereich teile man in zwei. Seine Mitte gilt als das erste [Zeichen]; die von der Mitte aus bestimmte Blattspitze wird am Ansatz der Spitze bezeichnet. [Die geometrische Zuordnung ist unsicher.]

6.12 So verfährt man mit den Lotussen von drei bis acht Blättern. Für die Formen von neun bis siebenundzwanzig Blättern

6.13 erkläre ich dir nun das Maß des Mittelstücks samt den Staubfäden. Das Mittelstück des achtblättrigen Lotus ist um einen zwanzigsten Teil zu vermindern.

6.14 Bei seinem Maß soll [dieser Anteil] jeweils um eins zunehmen. Nach diesem Verfahren bestimme man die Mittelstücke der Lotusse. [Das betreffende Verb und ein weiteres Wort sind unsicher.]

6.15 Den für Blätter und Staubfäden verbleibenden Raum gestalte man wie zuvor. Die Länge der Staubfäden vermehre man um die Hälfte des Mittelstücks.

6.16 Auch für andere Blattlotusse, die für die Gottheiten der Opferverehrung angefertigt werden, gilt, Brahmā, dieses Verfahren.

6.17 Bei feststehenden tragenden Lotussen, etwa im Zusammenhang mit dem goldenen Berg, bei der Ausdehnung eines Ruhebettes und bei der Aufstellung von Gottesgestalten und Ähnlichem

6.18 bemesse man [den im Wortlaut unsicheren äußeren Bereich] mit einem Viertel. Die Blätter sind mit Staubfäden versehen; das Mittelstück nimmt drei Teile ein.

6.19 Es soll um eine halbe Blattlänge oder um eine ganze Blattlänge erhöht sein. Dazwischen bilde man die niedergelegten Staubfäden mit einer halben Blattlänge.

6.20 Oder wisse, dass ihre Länge einem Drittel davon entspricht. Man kann sie auch, Brahmane, an das Mittelstück ansetzen

6.21 und sie mit der zuvor genannten Höhe deutlich aufragen lassen. Bei solchen Lotussen, Zweimalgeborener, kann die Zahl der Blätter Hunderte oder Tausende betragen.

6.22 Man gestalte die Folge der Blätter nach dem Eindruck angemessener Schönheit. Auch das Mittelstück kann man dann größer als nach dem zuvor genannten Maß ausführen. [Der Satzschluss ist unsicher.]

6.23 Dies gilt als Verfahren für die Gestaltung runder und länglicher Lotusse. Nachdem man dies bedacht hat, [folgt eine unsichere Anweisung zu Vermehrung oder Verminderung].

6.24 Man ziehe vier Kreise. Wisse: Der innerste bezeichnet das Mittelstück, der zweite die Staubfäden und der dritte die Blattmitte.

6.25 [Der vierte bezeichnet] das Ende der Blätter; [die weitere Anweisung zu Zeichen ist beschädigt]. Danach befindet sich [ein Bezugspunkt] innerhalb des Kreises, an dem die Blätter enden.

6.26 Für die Lotusse wurde zuvor die äußere [Einteilung] nach der genannten Zahl angegeben. Auch bei nicht ausdrücklich beschriebenen und bei aufwärts gerichteten Lotussen gilt eine feste Anordnung.

6.27 Die Zusammenstellung der Teilmaße ist ihnen gemeinsam, ebenso den anderen genannten Formen. Oder man verfahre bei allen vom dreiblättrigen Lotus an, Lotusgeborener, folgendermaßen:

6.28 Man trage jeweils vor dem Lotus denjenigen Anteil ab, durch den er schön erscheint; dies richtet sich nach der Breite oder Schmalheit der Blätter, du Spender von Wohltaten.

6.29 Darum wirkt bei schmalen Blättern eine lange Spitze schön; ebenso bei solchen mit vielen jungen Blättern im Inneren einer runden Gestalt.

6.30 Nachdem so die Teilmaße der Blätter samt ihren Spitzen bestimmt und die Hilfslinien angelegt sind, trage man, Lotusgeborener, [einen halben Anteil ab; der Bezug des Wortes „Kristall“ ist hier unklar].

6.31 Mit einer Schnur von halber Blattlänge und einer an der Blattspitze befestigten [Schnur bestimme man] den Blattabschnitt. [Textlücke.] Die mittlere [Linie] gehört zu diesem Blattabschnitt.

6.32 Durch zwei fischförmige Zeichen stelle man den Schnittpunkt genau her. Dann ziehe man dort die Schnüre, um die Blattmitte zu bestimmen.

6.33 [Die Beschreibung der ersten Schnur ist beschädigt.] Die beiden verbleibenden Schnüre dienen wechselseitig zur Bestimmung der Form.

6.34 Damit ist das Auslegen der Schnüre für die Lotusverehrung kurz erklärt. Höre nun zusammenfassend, wie die Blätter fortlaufend zusammengefügt werden.

6.35 Was mittels der Schnüre und der Zeichen, etwa der Mondsichel, entsteht, [bestimmt die gewünschte Form; die Lesung ist unsicher]. Man zeichne das Blatt im Uhrzeigersinn.

6.36 Durch Verbindungen in den Haupt- und Zwischenrichtungen [und eine unsichere Angabe „sieben“] fülle man [den Raum] mit Lotusblättern. Zwischen den Schnüren liegt [der Bereich zwischen den Blättern; der Mittelsatz ist beschädigt].

6.37 Vom Abschluss des vierten Kreises aus beginne man, die Zeichen zu setzen. Mit den beiden bestimmenden Schnüren berühre man [den Bezugspunkt]; in der Mitte [ist die Fläche entsprechend zu gestalten].

6.38 [Die beiden Schnüre und ein mondförmiges Zeichen werden in einem beschädigten Satz aufeinander bezogen], sodass die beiden Hälse zusammentreffen. Dann lege man eine Schnur an die Hörner der Mondsichel.

6.39 Man führe sie bis zum Bereich der Blattspitze und ebenso auf der anderen Seite. Durch dieses Verfahren entsteht die Gestalt eines auseinandergeteilten oder welken Blattes. [Die genaue Bedeutung von śīrṇapatra ist hier unsicher.]

6.40 Mit den inneren Anfangs- und Endschnüren [Text beschädigt], innerhalb des so bestimmten Blattes, [folgt eine Anweisung zu einem halben Spitzenabschnitt].

6.41 Man lege eine Schnur an und führe sie in die Nähe des zuvor abgetragenen Abschnitts. So [bestimme man] die Grenze der Schnur, Lotusgeborener. [Der Satz ist beschädigt.]

6.42 [Eine Anweisung zum Zeichnen mit Sandelholz und zu einem Mondzeichen ist beschädigt.] Wie die Spitze wird auch [ein Bereich] scharf; [die Angabe zu zwei mittleren Zähnen und zum Blattzwischenraum ist nicht eindeutig verständlich].

6.43 So erfolgt die Herstellung der miteinander verbundenen Blätter [Textlücke]. Für unverbundene Blätter [folgt eine weitgehend verlorene Anweisung zu Schnüren].

6.44 [Der größte Teil des Verses fehlt.] Erhalten ist eine Angabe zur gesonderten Erhebung [oder Entstehung] bis zur Ansatzstelle des Blattes.

6.45 Wie dies geschieht, erkläre ich dir nun, um deinen Zweifel zu beseitigen. Vor der Bestimmung der Blätter [Textlücke] zeichne man den verbundenen Lotus.

6.46 Man lasse nahe den Mitten der Schnüre einen halben Zwischenraum frei; [es folgt eine beschädigte Anweisung, einen dritten oder vierten Teil beim unterteilten Lotus zu bestimmen].

6.47 [Man zeichne] dort eine Mondsichel und die Blattmitte wie zuvor. Durch das Auslegen von zwei Schnüren [entsteht eine schirmartige Form] im Brahmā-Bereich. [Die Lesung ist unsicher.]

6.48 [Textlücke.] Bei verbundenen Blättern [folgt eine unsichere Angabe zu zwei Hilfslinien]. Bei dem Herrn, dessen Rückseite nicht sichtbar und der von seinem Gefolge umgeben ist,

6.49 bestimme man die Vorderseite mit Bezug auf den rechten Bereich. [Die weitere Zuweisung von Stützpunkten in Haupt- und Zwischenrichtungen ist beschädigt.]

6.50 Von vorn aus folgen der östliche, der südöstliche, der südliche und der südwestliche Bereich. Entsprechend gilt auf der nördlichen Seite der nordöstliche als Bereich seiner Gottheit.

6.51 [Der erste Halbvers über das Blatt und seine Gottheit ist beschädigt.] Von der Mitte der Verbindung zwischen dem östlichen und dem nordöstlichen Blatt aus spanne man eine Schnur.

6.52 Man führe sie bis zur festgelegten Grenze zwischen dem westlichen und dem nördlichen Blatt. [Die anschließende Angabe zum östlichen Feld und zum Īśvara genannten Bereich ist beschädigt.]

6.53 So ist die Anordnung des in Reihen verlaufenden Blattgefüges beschrieben. Dies, Lotusgeborener, gilt für die Blattverbindungen der Lotusse allgemein.

6.54 Höre nun, wie das Mittelstück hergestellt wird. Man nehme das Eineinhalbfache des Durchmessers am Ansatz oder dessen Eineinviertelfaches

6.55 oder, Brahmane, das Doppelte für die Höhe des Mittelstücks. Entsprechend gestalte man die Breite seiner oberen Fläche mit den Samen.

6.56 Den Rand des Mittelstücks spare man für einen umlaufenden Gürtel aus. [Ein Wort am Anfang ist unklar.] Den verbleibenden Raum im Brahmā-Feld teile man für die Samen in zwei.

6.57 Von seiner Mitte aus zeichne man acht Samen in den Haupt- und Zwischenrichtungen. Die Zwischenräume zwischen den Samen reichen bis zum Rand, Zweimalgeborener.

6.58 Man gestalte sie etwas vertieft, sodass [der Same eingesetzt werden kann; die Lesung ist beschädigt]. Aus Gold oder einem anderen Metall, aus Opferholz oder aus Stein

6.59 fertige man eine hohle Form nach Art des Lotusmittelstücks an. [Die nachfolgenden Worte über Unterteilungen und eine erhöhte Gestalt sind beschädigt.]

6.60 Mit Śrīveṣṭaka-Harz versehen und etwas Milch und Honig getränkt, vermische man [die Masse] mit [einer verlorenen Zutat] und Mehl aus Śāli-Reis.

6.61 Man färbe sie mit Safran oder mit kräftig gelbem [Farbstoff; das Wort ist unsicher]. Damit [behandle man] ihre obere Fläche und [die Blattverbindung; die Anweisung ist beschädigt].

6.62 Man lasse keine Öffnung bestehen und forme [die Masse] zu einem festen Körper. Dann setze man ihn an seinen Platz, der mit Gold, Edelsteinen und anderen Kostbarkeiten versehen ist.

6.63 [Der Versanfang ist beschädigt.] Man fülle alle Blätter nach Bedarf in den vertieften Bereichen. Von der Mitte aus [erscheint die Gestalt] wie eine Kugel im Wasser.

6.64 [Die Formen sind] wie die Stirnwölbungen eines Elefanten und wie Vogeleier. [Die weitere Beschreibung ihrer äußeren und inneren Erhöhung ist beschädigt.]

6.65 Man senke sie allmählich ab, bis sie die Ebene des Bodens erreichen. [Die Anweisung zum Ausfüllen der mittleren Bereiche bei schmalem Ansatz und ausgebreitetem Rand ist unsicher.]

Unnummerierter Rest nach 6.65: Und die Staubfäden der Reihe nach, gleich [einem im Wortlaut beschädigten Vergleichsgegenstand] … [Es folgt eine größere Textlücke.]

6.66 Nachdem man [den Lotus] so vollendet und verehrt hat, [folgen nur noch unsichere Worte über das Innere], Zweimalgeborener. [Der übrige Vers fehlt.]

6.67 Nach der Ordnung des auf das Selbst Bezogenen, des auf die Gottheit Bezogenen und des auf die Elemente Bezogenen [sind zu betrachten]: die Mantras, die Mantragestalt und sämtliche Tattvas.

6.68 Der Mantra wird dem auf das Selbst bezogenen Bereich zugeordnet, die Mantragestalt dem göttlichen Bereich und das Tattva dem Bereich der Elemente. So wird diese Zuordnung vorgenommen, Zweimalgeborener.

6.69 Entsprechend besteht die Mantraordnung selbst als grobe, feine und höchste. Man setze [ihre Formen] ein, mit dem eigenen Selbst verbunden und jeweils zusammen mit der höheren [Stufe]. [Die Satzverbindung ist unsicher.]

6.70 Man verbinde die Folge der Mantras durch die Zusammengehörigkeit von Hervorgehen und Rückkehr. [Der anschließende Bezug auf ungeteilte und unterschiedene Formen sowie auf die einzelnen Veden ist sprachlich beschädigt.]

6.71 Wer dies nach der Ordnung der Wege sachgemäß vollzieht, erlangt die Frucht der Verehrung. Wisse: Die durch den Mantra bezeichnete Wirklichkeit hat Glückseligkeit zum Wesensmerkmal.

6.72 Weil sie alle Zustände übersteigt, verbinde man [sie] mit allen [Textlücke]. Bei sämtlichen Lotusverehrungen [geschieht dies] an den Blättern, ebenso an Anfang und Ende.

6.73 Weil sie allem als Grundlage dient und [alles] in Wahrheit ihr Abbild ist, [folgt eine beschädigte Anweisung zum Einsetzen von gerösteten Reiskörnern an den Staubfäden und zur Śakti bei dieser Handlung].

6.74 [Diese Kraft] durchdringt die vielfältig unterschiedenen Formen und geht durch alle Körper. Ihre sechs Glieder, beginnend mit Erkenntnis, [bilden] die göttliche Gesamtheit. [Der Satzschluss ist unsicher.]

6.75 Durch sie werden Glückseligkeit und die übrigen Kräfte erfasst. [Der weitere Satz ist beschädigt.] Man setze [die unterschiedenen Kräfte] an den Enden der Staubfäden ein.

6.76 Den Mantra, der zusammen mit dem Bereich der Elemente und dem der Gottheit als Herr Gnade gewährt, verehre man inmitten des Blattes; seine Glieder verehre man ebenfalls dort.

6.77 Von dessen Spitze aus [ordne man] in den vier Hauptrichtungen die Herzformel und die übrigen [Gliedermantras an; eine nähere Bestimmung ist beschädigt]. Nachdem man die Zwischenrichtungen festgelegt hat, verehre man dort die Waffenformel.

6.78 Die Augenformel aber meditiere man in der Mitte nahe beim [Haupt-]Mantra, setze sie ein und verehre sie, bester Zweimalgeborener. [Die Begründung durch ihre Kraftgestalt ist im Wortlaut beschädigt.]

6.79 Damit ist das Einsetzen der zum höchsten Selbst gehörenden Mantras erklärt. Was in sechsundzwanzig gesonderten [Formen] am Anfang des vierten [Kapitels oder Abschnitts] dargelegt wurde,

6.80 [wird hier] nach unterschiedlichen Stellen im Körper [zugeordnet; der weitere Wortlaut ist beschädigt]. Die Piṇḍa-Mantras und die Gruppe der Pada-Mantras

6.81 besitzen dabei Herrschaft und Vorrang; ebenso [ist dies zu beachten] bei sämtlichen zuvor genannten Mantras, die den Vyūhas und [ihren] Stätten zugehören.

6.82 [Der erste Halbvers über die Anordnung mittels meditativer Vorstellungen ist beschädigt.] Auch die Gottheiten des Sitzes und die vielfältigen Stellen dieses Sitzes

6.83 sowie die Torhüter und deren Begleiter und die anderen an ihren jeweiligen Orten [befindlichen Gottheiten] gehören zu den verschiedenen äußeren und inneren Stätten der Verehrung.

6.84 Diese sollst du, Lotusgeborener, Menschen ohne Hingabe weder durch Worte noch durch die Ausführung der Handlungen offenlegen. [Die anschließende nähere Bestimmung der Menschen ist beschädigt.]

6.85 Menschen, die [sich aus] dem Ergriffensein durch die Sinnesgegenstände [lösen wollen; der Bezug ist unsicher], die nach Erkenntnis und dem zu Erkennenden verlangen und das höchste Wohl suchen, soll diese von mir gelehrte Form des Yoga mitgeteilt werden.

Damit endet in der Pauṣkarasaṃhitā, der großen Upanishad des heiligen Pāñcarātra, das sechste Kapitel, „Die Kennzeichen des Lotus“.


Kapitel 7: Die Anordnung der Vyūhas

Vyūha bezeichnet hier insbesondere eine geordnete Zusammenstellung von Lotusfeldern, Gottheitsgestalten und Mantras. Die geometrischen Anweisungen sind an zahlreichen Stellen beschädigt. Wo der Zusammenhang nicht mehr sicher bestimmbar ist, bleiben die erhaltenen Zahlen und Beziehungen kenntlich, ohne daraus eine vermeintlich vollständige Konstruktionsanleitung zu machen.

Pauṣkara sprach:

7.1 Erhabener, Lotusäugiger, du kennst die Lebensordnungen der Welt! Im Wissen um das Ungemach der dem Werden unterworfenen Wesen hast du die unterschiedlichen Vyūhas angedeutet.

7.2 Ihre Gestalt, ihr Maß, ihre Herstellung und das Einsetzen [der Gottheiten und Mantras] möchte ich nun genau hören, höchster Herr.

Der erhabene Herr sprach:

7.3 Höre aufmerksam, Brahmā; gesammelt werde ich es erklären. [Der folgende Satz über das Erlangen der eigenen Gestalt und der Vollendung ist durch eine Lücke beschädigt.]

7.4 Innerhalb der Tore, [Textlücke], der Ecken und der Umfriedungen, Zweimalgeborener, insbesondere bei den runden, verschiedenartigen Bereichen,

7.5 oder inmitten der zuvor genannten [Anlagen] mit Sitz und Umgang, [deren weitere Bestimmung beschädigt ist], kann man in jeder nach Wunsch [folgendermaßen verfahren].

7.6 [Die Lotusse] gehen mit ihren unterschiedlichen Blättern aus einer gemeinsamen Wurzel hervor. Inmitten [der durch] Sitz, Umgang und Tor [bestimmten Anlage] liegt ein vierblättriger

7.7 Lotus; außerhalb befinden sich drei dreiblättrige Lotusse. Höre [die weitere Einteilung] nach vierzehn [Formen; der Satzschluss fehlt teilweise].

7.8 Die erste dieser vierfachen Anordnungen befindet sich innerhalb eines dreieckigen Bereichs oder [wird] viereckig [angelegt]; die Lotusse [und die] übrigen Kreise [sind] in der Mitte. [Die Zuordnung ist sprachlich unsicher.]

7.9 Die erste Anordnung besteht aus vier Lotussen: in der Mitte ein vierblättriger, außen drei dreiblättrige Lotusse.

7.10 Die zweite besteht aus fünf Lotussen. Im Innern liegt ein fünfblättriger; außen befinden sich in den vier Hauptrichtungen vier vierblättrige.

7.11 Die dritte besteht aus sechs Lotussen. In die Mitte zeichne man einen sechsblättrigen; er ist, vom Osten ausgehend, von fünf fünfblättrigen umgeben.

7.12 Die nächsten drei Anordnungen bestehen aus sieben Lotussen, Pauṣkara. Ihre mittleren Lotusse haben sieben, acht beziehungsweise neun Blätter.

7.13 Die außen stehenden [Lotusse] haben der Reihe nach sechs, sieben beziehungsweise acht Blätter. Die folgenden drei Anordnungen bestehen aus acht Lotussen.

7.14 Dabei befinden sich jeweils sieben Lotusse außen und jeweils einer innen, Lotusgeborener. [Die darüber hinausgehenden Bestimmungen im Vers sind beschädigt.]

7.15 Die nächsten drei Anordnungen bestehen aus neun Lotussen, Lotusgeborener: jeweils einer in der Mitte und acht in den acht Richtungen.

7.16 [Bei der] Anordnung mit dreizehn Blättern [gestalte man] elf Lotusse; einer liegt wie zuvor in der Mitte, die übrigen zehn befinden sich außen. [Die Verbindung der Zahlen ist nicht völlig eindeutig.]

7.17 Von der siebenten Anordnung an [ist von] acht Lotussen [die Rede], bis zum siebzehnblättrigen [Lotus]. [Der übrige Vers fehlt.]

7.18 [Textlücke.] Höre von mir die Zahl der Blätter der inneren und äußeren Lotusse. Bei der ersten [der hier behandelten Formen] gestalte man innen einen zehnblättrigen Lotus.

7.19 Bei den übrigen lasse man die Zahl jeweils um eins zunehmen, bis ihr innerer Lotus siebzehn Blätter hat.

7.20 Ebenso bestimme man [Textlücke] die äußeren Lotusse, beginnend mit neun Blättern und jeweils um eins zunehmend wie zuvor.

7.21 [Der erste Halbvers ist weitgehend verloren.] Die äußeren Lotusse haben schließlich sechzehn Blätter, Bester.

7.22 Damit habe ich dir, Lotusgeborener, die Gestaltung der Lotusse samt ihren Blättern für diese Vyūha-Verehrungen kurz dargelegt.

7.23 Die Ausrichtung der Lotusse nach den Himmelsrichtungen erfolgt wie zuvor bei den Blättern erklärt. Nun [folgt] das Maß, vom im Innern befindlichen Lotus ausgehend,

7.24 einschließlich des Umgangs und der äußeren Lotusse in ihrer Reihenfolge. Das erste runde Feld der Anordnung misst elf [Ellen; Textlücke].

7.25 Das entsprechende Feld der zweiten soll zwölf Ellen messen. Danach vermehre man nach diesem Verfahren jeweils um eine Elle,

7.26 bis zur letzten Anordnung mit vierundzwanzig Ellen. So entsteht ein nach allen Richtungen rundes, gleichmäßig ausgedehntes Feld.

7.27 [Nachdem] das Maß einer bestimmten Anordnung [festgelegt ist], Brahmā, ziehe man von der Mitte aus mit einer Schnur von dessen halber Länge einen gleichmäßigen Kreis. [Der Versanfang ist unsicher.]

7.28 Damit ist das Feldmaß beschrieben. Höre nun von seiner Herstellung. [Man unterteile] wie zuvor angegeben, im Osten beginnend, in zwölf gleiche Abschnitte.

7.29 [Der Anfang fehlt.] Wenn das Feld unterteilt ist, beginne man in der Mitte mit Schnüren, deren Maß den Seiten entspricht,

7.30 und durchziehe damit die zuvor kreisförmig abgegrenzte, den Vyūha tragende Fläche. Vom Lotusfeld ausgehend [setze man Zeichen] in zwölf gleichen Abschnitten.

7.31 Man kennzeichne alle Schnüre, bis das Feld vollständig erfasst ist, vom Brahmā-Platz ausgehend [bis zum Anfang beziehungsweise Rand des Feldes; der Satzschluss ist unsicher].

7.32 [Eine Angabe zur Zahl der Teile fehlt.] So verfahre man bis zum Feldrand. In der Mitte ziehe man zuerst einen Kreis mit fünf Abschnitten [als Maß].

7.33 Dann lasse man außen einen Abschnitt und einen halben Umgang frei. Rings um den mittleren Kreis [ordne man] die äußeren Kreise an.

7.34 Über den Schnüren, Brahmā, ziehe man mit einer Schnur einen Kreis von vier Abschnitten, wobei [deren Ausgangspunkte] gleichmäßig zur Mitte liegen. [Die genaue Konstruktion ist unsicher.]

7.35 Zwischen den gezogenen Kreisen und der als Feldgrenze bezeichneten Umfassung bleiben zwei Abschnitte übrig, Zweimalgeborener. [Eine weitere Bestimmung ist beschädigt.]

7.36 Von der Mitte der äußeren Schnur aus [bestimme man] den äußeren Standort, Pauṣkara. [Der Rest fehlt.]

7.37 Die Zwischenräume der außen befindlichen Kreise sollen untereinander gleich sein, auch wenn ihr Maß nicht eigens festgelegt wird.

7.38 Das im Kreis Befindliche [Textlücke] ordne man in einem [Bereich] auf vielfältige Weise an, das letzte in den Zwischenräumen. [Die Anweisung ist nur teilweise erhalten.]

7.39 Wenn der Kreis so gezeichnet und nach Haupt- und Zwischenrichtungen ausgerichtet ist, [folgt eine verlorene Anweisung über] kreisförmige Gestalten.

7.40 [Der Versanfang fehlt.] Die beiden sind miteinander verbunden; sie besitzen grobe und feine Formen und unterschiedliche Blätter.

7.41 [Der erste Halbvers ist weitgehend verloren und nennt Lotusse.] Höre nun [von] den zuvor angegebenen Schnüren zur Bestimmung der äußeren Lage.

7.42 [Die Anweisung ausgehend vom mittleren Kreis ist beschädigt.] Ebenso [verlaufen] zwei gleiche Schnüre von Osten nach Westen und von Norden nach Süden.

7.43 Mit einem Schnurmaß von zwei Abschnitten ziehe man den mittleren [Kreis], Pauṣkara. [Textlücke.] Dort zeichne man wie zuvor den Lotus.

7.44 [Die Anweisung zu vierblättrigen Lotussen ist beschädigt.] Nachdem man zunächst den Sitz und die übrigen Teile sowie den Bereich innerhalb der Tore und außen [bestimmt hat],

7.45 sind dann die Lotusse auszuführen; anders gelingt die beabsichtigte Anlage nicht. [Die anschließende Maßangabe zu drei Abschnitten und einem sechzigsten Teil ist beschädigt.]

7.46 [Der erste Halbvers fehlt weitgehend.] Was innen übrig bleibt, fasse man zusammen und teile es

7.47 in vier völlig gleiche Abschnitte. Mit einem Abschnitt ziehe man [einen Kreis; der übrige Vers über Tore und weitere Teile ist verloren].

7.48 Nachdem man so drei Felder durch Kreislinien bestimmt hat, stelle man den Sitz her. Erfahre nun genau seine Gliederung in Füße und Körperteile.

7.49 [Der erste Halbvers über die östliche und südliche Seite und eine den Samen zugewandte Lage ist beschädigt.] Zunächst lege man vier Schnüre nach der Ordnung des Brahmā-Platzes aus.

7.50 Dann [bestimme man] mittels der beiden zum Sitz gehörenden Kreise [die Punkte] an der Richtungsschnur im Kreisfeld. [Der restliche Vers fehlt weitgehend.]

7.51 [Die Anweisung zum Sitz ist beschädigt.] Außen [gilt] das Doppelte eines Körpermaßes; innen [ist] ein Kreis mit dem Eineinhalbfachen [zu ziehen]. [Die Bezugsgrößen sind unsicher, Pauṣkara.]

7.52 Dann [bestimme man] mit den beiden Zeichenkreisen den dazwischenliegenden Abschnitt und lege eine Schnur an. [Die weitere Maßangabe fehlt teilweise.]

7.53 Den Bodenbereich des Umgangs teile man zwischen zwei Schnüren in sechzehn [Teile; die Lesung ist unsicher]. Dann kennzeichne man den Brahmā-Platz mit der Schnur fischförmig.

7.54 Mit den beiden ausgelegten Schnüren und den beiden Kreisen, zusammen mit der genannten Schnur von sechs Abschnitten und den beiden mittleren Bereichen,

7.55 [bestimme man] durch zwei fischförmige [Schnittfiguren einen Bereich; der Wortlaut ist beschädigt]. Dann zeichne man zwei Monde gegenüber der Richtungsschnur.

7.56 Höre, wie jeder [Bogen] mit den beiden Sitzkreisen zusammentrifft: Ein Horn vereinigt sich mit den beiden fischförmigen Zeichen.

7.57 Mithilfe der zuvor gespannten Schnüre [zeichne man] die Mondumgrenzung, Zweimalgeborener, sodass die Verbindung nach der entsprechenden Regel zustande kommt.

7.58 [Textlücke.] Man zeichne die in der Mitte liegende mittlere Mondsichel. Das Verfahren dazu werde ich erklären, um [einen im Wortlaut nicht sicher bestimmbaren Teil] herzustellen.

7.59 Mit den beiden nahegelegenen, deutlich markierten Schnüren spare man [einen verlorenen Bereich] aus. Dort befestige man die Schnur für das Breitenmaß des Sitzes.

7.60 [Der Anfang ist beschädigt.] In der Mitte setze man ein Zeichen gegenüber dem Fuß, sodass nach diesem Verfahren an beiden Seiten der Körperteil entsteht.

7.61 [Man gestalte ihn] ohne inneren Zwischenraum ausgebreitet wie das Maul eines wilden Tieres, Zweimalgeborener. Zwischen den beiden Körperteilen befindet sich dann der Fuß. [Der Wortlaut ist teilweise unsicher.]

7.62 Dies erkenne als Verfahren für den Sitz. Höre nun von der Torform. An der Verbindung der Richtungsschnur mit dem bei den Toren verlaufenden Kreis

7.63 nehme man die Schnur [auf] und zeichne am Kreis das Seitentor. [Die weitere Angabe über seine Breite] erfolgt mit einer entsprechend langen Schnur.

7.64 Dann [Textlücke] lege und spanne man die Schnur. [Bestimmt wird] die Verbindung des im Tor befindlichen Kreises mit [einem weiteren Kreis in der] Richtung.

7.65 So schlage man die Schnurlinie zur Herstellung des [spitz zulaufenden] Torfußes. Den innerhalb des Torfelds gelegenen Teil der Richtungsschnur, bester Zweimalgeborener,

7.66 teile man in vier und setze deutliche Zeichen. Zwei Zeichen lasse man außen frei und befestige am dritten die Schnur.

7.67 Dann führe man sie in die Nähe des inneren Torkreises und zeichne einen mondförmigen Kreis [oder Bogen; der Versschluss ist beschädigt].

7.68 Dies verbinde man sorgfältig mit den beiden zuvor gespannten Schnüren. Mit demselben [Hilfsmittel; das überlieferte Wort ist unsicher] setze man nochmals [ein Zeichen; Textlücke].

7.69 [Die Hörner und die Lage einer gebogenen Schnur werden in beschädigtem Wortlaut beschrieben], sodass sich die Hörner der beiden Mondsicheln vereinigen, Zweimalgeborener.

7.70 Ebenso [verfahre man] mit der Schnur und dem äußeren Torkreis. Man lege die bestimmende Schnur an und führe sie bis zum Horn der Mondsichel.

7.71 Von dessen Platz aus führe man sie zu einem fischförmig bezeichneten [Punkt] bis an die Grenze des äußeren Torkreises, Bester.

7.72 Was zwischen den beiden Toren liegt und der Öffnung einer Muschel ähnelt, ist als Eckbereich des Bodens zu verstehen; vierfach [kommt er] im runden Mandala vor.

7.73 Dort setze oder zeichne man vier gleiche Abschnitte ein. So vollende man im mittleren Kreis das Mandala in der Mitte.

7.74 Mandalas derselben Gestalt fertige man nach dem beschriebenen Verfahren auch im äußeren Kreis an. Höre nun die Besonderheiten.

7.75 Zwei ihrer Abschnitte [dienen] dem Lotus, zwei dem Sitz und den übrigen Teilen. Gegenüber dem Mittelbereich [ziehe man] jeweils eine Schnur von der Mitte aus.

7.76 Man beachte die zuvor für sie ausgelegte Schnur und führe eine weitere heran: die Mittelschnur der Kreise, durch die sie viergeteilt erscheinen.

7.77 Mit diesen Schnüren zeichne man wie zuvor die Körperteile und Tore. [Es folgt eine Anweisung zur] Mitte des Mandala-Lotus und zu den äußeren [Anlagen], Pauṣkara.

7.78 [Der erste Halbvers über Mandalas samt ihren Lotussen ist beschädigt.] Bei den gezeichneten Vyūhas soll [in Bezug auf] das mittlere Mandala [eine äußere Lage bestehen; die räumliche Beziehung ist unklar].

7.79 Damit habe ich die Kennzeichen der Vyūhas zusammen mit ihren Mandalas erklärt. Nun werden die Besonderheiten der Anlagen aus bloßen Lotussen beschrieben.

7.80 Von diesem Feldmaß aus bestimme man das Maß [der neuen Anlage] und lasse bei allen die äußeren Mandalas weg. [Ein Teil der Formulierung ist unsicher.]

7.81 Man gestalte sie jedoch siebenfach [und] wie zuvor zwölffach. [Die Verbindung dieser Angaben ist unsicher.] Die Aufteilung der Felder für Lotusse und Umgänge erfolgt wie zuvor.

7.82 Außerhalb des gesamten Vyūha-Feldes bemesse man die Ausdehnung der dreieckigen und anderen Umfriedungen mit einem Achtel [seines Maßes],

7.83 um Tore, Śobhā-, Upaśobhā- und Eckbereiche herzustellen. Oder, Brahmane, [bestimme man das Maß] der ersten Anordnung mitsamt ihrer Umfriedung:

7.84 Das Feld misst vierzehn Ellen und sechs Fingerbreiten; [eine weitere Angabe nennt] eine Ausdehnung von dreißig Ellen. [Die Zuordnung zur jeweiligen Anordnung ist durch den beschädigten Wortlaut unsicher.]

7.85 Dieses Maß des dreieckigen Bereichs gilt von der Mitte aus in den drei Richtungen; bis zu den Ecken ist es größer.

7.86 Darum haben in diesem Mandala die Richtungen Vorrang, nicht die Ecken. [Die zusätzliche Zahlenangabe „zwei“ lässt sich nicht sicher zuordnen.] Höre nun, bester Zweimalgeborener, wie es hergestellt wird.

7.87 Die auszuführende Anlage wird mit der genannten Ausdehnung hergestellt. [Man bestimme einen Bereich], der doppelt so breit ist wie das auszuführende runde Vyūha-Feld.

7.88 Außerhalb davon bilde man wie zuvor eine quadratische Umfriedung, um darin zuerst das Dreieck nach dem festgelegten Verfahren herzustellen.

7.89 In der Mitte lege man für das Feld eine Schnur an, deren Länge dem Feld entspricht, und spanne sie zwischen den beiden seitlichen Schnüren.

7.90 Danach lege man zwei Schnüre und anschließend eine dritte aus, wobei man zwischen den zuvor gespannten Schnüren den entsprechenden Zwischenraum lässt.

7.91 So entsteht außerhalb des Kreisumfangs ein deutliches Dreieck. Nach diesem Verfahren soll es den Kreis berühren.

7.92 Innerhalb des Dreiecks lege man [weitere Linien] an die drei Schnüre. [Die anschließende Angabe nennt] das Dreifache des Kreises zusammen mit einem Achtel,

7.93 [um] das Maß von Ecke zu Ecke [zu bestimmen], Pauṣkara; oder [man bestimmt es] von der Mitte aus in den Richtungen zwischen zwei Ecken, Zweimalgeborener. [Der genaue Maßbezug ist beschädigt.]

7.94 Erfahre nun die Maße und die Herstellung der Tore und der übrigen Teile. Gegenüber der Mitte ziehe man jeweils eine Schnur in der betreffenden Richtung.

7.95 Mit dem doppelten [Maß] setze man Zeichen [oder] mit einem verdoppelten [Hilfsmittel], jeweils innen und außen an der Seite der Mittelschnur. [Die Lesung ist unsicher.]

7.96 Dazwischen stelle man eine Einteilung in zweimal acht [Abschnitte] her. Dort lege man die Schnüre entsprechend der Mittelschnur aus. [Ein Wort ist beschädigt.]

7.97 Ebenso [verfahre man mit] der quer laufenden Schnur. [Textlücke.] So entstehen sechzehn Felder und deren Verdoppelung.

7.98 In jeder Richtung, Brahmā, [bestimme man] die Tore wie zuvor. Um Hals und Nebenhals herzustellen, entferne man jeweils sechs [Felder].

7.99 Mit den übrigen Abschnitten gestalte man entsprechend dem Tor die Śobhā- und Upaśobhā-Bereiche. Ein Tor zusammen mit zwei Śobhā-Bereichen umfasst zwölf Abschnitte.

7.100 Den jeweils verbleibenden Abschnitt führe man zu den beiden Ecken [die nähere Anweisung ist unsicher]. Zwei Upaśobhā- und vier Śobhā-Bereiche

7.101 umfassen, wie zuvor, zweiunddreißig Abschnitte; wisse dies. [Es folgen] die beiden in den Ecken liegenden Bereiche. Oder man gestalte jeweils zwei Śobhā- und Upaśobhā-Bereiche sowie fünf weitere Abschnitte.

7.102 Die beiden Eckmantras setze man in [eine Anordnung von] zweiunddreißig Feldern ein. Nach diesem Verfahren bilde man außen den dreieckigen Bereich.

7.103 Bei den nach vorgeschriebenem Maß fertiggestellten Anordnungen, Pauṣkara, werden Lotusse und weitere Formen eingezeichnet.

7.104 Ihre Kennzeichen werden nach dem Maß des mittleren Bodenbereichs beschrieben. Vom Viereck aus stelle man mit drei Schnüren wie zuvor das Dreieck her.

7.105 Dann befestige man eine Schnur an einer Ecke und führe sie zunächst zur Mitte. Mit dieser Schnur kennzeichne man zwei Schnüre über den Seiten.

7.106 Ebenso verfahre man bei den beiden übrigen Ecken mit jeweils zwei seitlich gelegenen Schnüren. Man kennzeichne sie so weit, bis sie die Ecken erreichen, Zweimalgeborener.

7.107 Erfahre [weiter] die Maße und die Ausführung der Tore und der übrigen Teile. Die hauptsächlichen Mantragestalten sind einhundertfünfzig an der Zahl,

7.108 vermindert um zwei Gestalten. Ich habe sie dir zuvor offenbart, damit die dem Werden unterworfenen Wesen in dieser Welt Erfüllung und Befreiung erlangen.

7.109 Aus dieser Gesamtheit werden die Gestalten, bei der ersten beginnend, in einer Anzahl von zweimal siebenunddreißig verehrt.

7.110 Sie gelten der Reihe nach als die Herren des Jahres, der Sonnenhalbjahre, der Jahreszeiten, der Monate, der Monatshälften und der Tage, jeweils einzeln.

7.111 Zuerst wurde der Herr des Jahres genannt; zwei andere [sind] die Leiter der Sonnenhalbjahre. Sechs werden als [Herren der] Jahreszeiten bezeichnet, sodann die Herren der Monate:

7.112 zwölf der Reihe nach, Brahmā. [Die folgende Angabe zu den Herren der Monatshälften ist beschädigt.] Als Herren der Tage [wird eine im Wortlaut teilweise verlorene Anzahl von] Gestalten genannt.

7.113 Wann immer man aus irgendeinem Anlass eine Verehrung durchführt, sei es mit einem einzigen Lotus, mit vielen Lotussen oder mit einem Rad-Lotus [und weiteren Lotusformen],

7.114 [ordne man diese Gottheiten] außerhalb des Sitzes an, oberhalb [oder nach] der Reihe der Gurus. Zuerst verehre man den Herrn des Jahres, danach den Herrn des Sonnenhalbjahres.

7.115 Je nachdem, welche sechs Monate [gerade herrschen], auch beim südlichen Sonnenlauf, bester Zweimalgeborener, verehre man anschließend den Herrn der jeweiligen Jahreszeit und dann den Herrn des Monats.

7.116 Nach dem Monatsherrn ist der Herr der Monatshälfte zu verehren, jeweils der eine [zuständige] unter den Monatshälften des Jahres, bester Zweimalgeborener.

7.117 Nach dem Herrn der Monatshälfte verehre man täglich den jeweiligen Tagesherrn mit Reisflocken und anderen Gaben sowie durch die Sättigung des Opferfeuers.

7.118 [Der Satz über den zur Zeit der Verehrung verehrten Herrn der Gestalten ist beschädigt.] Dies habe ich als seinen jeweiligen Zuständigkeitsbereich erklärt.

7.119 Mit ihm [als Bezugspunkt] gestalte man die Vyūha-Anordnung, beginnend mit vier Gestalten und der Reihe nach bis zur Zahl siebzehn.

7.120 Unter dessen Herrschaft sie steht, dessen königlicher Gestaltmantra kommt zuerst; die übrigen Gestalten setze man der Reihe nach auf den Blättern ein.

7.121 Wie dies geschieht, werde ich kurz erklären; höre es. In der vierfachen Anordnung aus vier Lotussen und vier Gestalten, bester Zweimalgeborener,

7.122 werde ich das Einsetzen beschreiben, das für alle [entsprechenden Anlagen] gilt: In das Mittelstück des mittleren vierblättrigen Lotus [setze man] den Herrn der Anordnung.

7.123 Auf die jeweiligen Blätter im Osten, Süden, Westen [und der verbleibenden Richtung] setze man der Reihe nach die vier Gestalten, geschmückt mit ihren sechs Gliedern.

7.124 Im Uhrzeigersinn, beim östlichen Lotus beginnend, setze man [außen] die Gestalten ein, die auf den Blättern des mittleren Lotus stehen.

7.125 Die erste Gestalt [kommt] in die Mitte des Mittelstücks; [die übrigen] in die Bereiche des zweiten Kreises, die im Osten, Südwesten und Nordwesten liegen.

7.126 Im nächsten Lotus setze man die zweite Mantragestalt in die Mitte des Mittelstücks. [Die Angabe „je zwei“ zum östlichen Blatt ist im Zusammenhang unsicher.]

7.127 Auf das südwestliche und nordwestliche Blatt kommen der Reihe nach die beiden [anderen] Gestalten. Im dritten Lotus setze man die dritte Gestalt in das Mittelstück.

7.128 Die zweite, erste und vierte Gestalt [kommen] in die Blattmitten. So sind die Gestalten, beginnend mit [einem unsicher überlieferten Namen], in den Lotussen einzusetzen.

7.129 Das Einsetzen der Gestalten, beginnend mit Satya, ist nochmals vorzunehmen, Lotusgeborener: in den übrigen Lotussen samt ihren Gestalten, mit Ausnahme des mittleren.

7.130 Damit die letzte Gestalt den Vorrang erhält, Lotusgeborener, setze man diese abschließende Gestalt jeweils in die Mitte des Mittelstücks.

7.131 So setze man die vier Gestalten in jene drei Lotusse ein, nach dem zuvor beschriebenen Wechsel, um die Blätter zu besetzen.

7.132 Was beim Herrn der Anordnung an zweiter Stelle steht, setze man über sie. Dann verehre man die Gestaltengruppe nach dieser zweifachen Weise. [Die genaue Satzverbindung ist unsicher.]

7.133 Bei den weiteren Gruppen von Anordnungen, bestehend aus fünf und mehr Lotussen, vollziehe man das Einsetzen nach demselben Verfahren.

7.134 [Man folgt] bei den Lotussen und ihren Blättern dem Uhrzeigersinn. Wenn in den Mittelstücken der äußeren Vyūha-Lotusse

7.135 die zweite und die folgenden Gestalten eingesetzt werden, Lotusgeborener, [gilt für] die erste Gestalt überall das zuvor genannte Verfahren ihrer Zuordnung.

7.136 Das zweite Einsetzen der Gestalten gestalte man wie zuvor. Dieses Verfahren gilt für sämtliche Vyūha-Verehrungen.

7.137 Um den Hauptmantra einzusetzen, Lotusgeborener, [ordne man] den Herrn der Anordnung [zu]. [Die weitere Aussage über die Zahl fünfundzwanzig und die dreizehnte Anordnung ist beschädigt.]

7.138 [Die Einteilung der inneren und äußeren Lotusse ist teilweise unlesbar.] In dieser Gesamtheit der Anordnungen [werden Mantras] in einer Anzahl von tausend [eingesetzt].

7.139 Die Mantragruppen sind der Reihe nach einzusetzen, [nach dem überlieferten Wort] gegen den Uhrzeigersinn. Höre dies von der ersten bis zur letzten Anordnung. [Diese Richtungsangabe steht in Spannung zu den vorausgehenden Anweisungen.]

7.140 In die Mitte [setze man] wie zuvor den Herrn der Anordnung, danach die vier Mantras auf die vier Blätter. Anschließend [verfahre man] im östlichen äußeren Lotus:

7.141 Den Herrn der Anordnung [setze man] in die Mitte des Mittelstücks, ebenso in den beiden anderen [äußeren Lotussen]. Vom östlichen bis zum nordwestlichen Blatt

7.142 setze man der Reihe nach den fünften, sechsten und siebenten Mantra ein. Sodann im südwestlichen Lotus, entsprechend der Blattfolge,

7.143 den achten, neunten und zehnten. Im nordwestlich gelegenen Lotus setze man auf die Blätter

7.144 den elften, zwölften und dreizehnten Mantra. So sind in der ersten Anordnung aus vier Lotussen dreizehn Mantras eingesetzt.

7.145 Nun erkläre ich dir das Einsetzen der Mantras in der zweiten, aus fünf Lotussen bestehenden Anordnung. Im inneren fünf[blättrigen] Lotus [setze man] den Herrn der Anordnung auf das Mittelstück.

7.146 Vom östlichen Blatt ausgehend [setze man] dort die fünf Mantras ein, der Reihe nach vom vierzehnten bis zum achtzehnten.

7.147 Nun werden die vier außen befindlichen Lotusse behandelt, vom östlichen bis zum nördlichen Lotus.

7.148 In die Mitte setze man jeweils den Herrn der Anordnung. Die sechzehn Mantras verteile man entsprechend dem Verfahren der vierfachen Anordnung auf die Blätter,

7.149 beginnend mit dem neunzehnten bis zum vierunddreißigsten, [diese] königlichen Mantras. Auf dieselbe Weise [besetze man] die fortlaufenden Blattreihen der Anordnungen,

7.150 beim mittleren Lotus beginnend, mit der Schar der Mantras, bis zur Anordnung mit zehn Lotussen [und zur dreizehnten Anordnung; die Verbindung der Angaben ist beschädigt].

7.151 So viele Blätter eine Anordnung hat, Lotusgeborener, so viele Mantras setze man jeweils in sie ein.

7.152 Mit dem Herrn der Anordnung [wird] die Tausendzahl der Mantras [erreicht], abzüglich sechs [und] fünf Mantras, Brahmā. [Ob diese Zahlen additiv oder als beschädigte zusammengesetzte Zahl zu lesen sind, bleibt unsicher.]

7.153 Was bei den dreizehn Anordnungen noch übrig bleibt, setze man in die zehnte Anordnung mit elf Lotussen ein. [Die hier überlieferte Ordinalzahl passt nicht eindeutig zu den vorausgehenden Angaben.]

7.154 Vom mittleren Lotus ausgehend [setze man sie] in sämtliche Mittelstücke ein. Auf den Blättern des mittleren Lotus [Textlücke] setze man sie dreifach ein,

7.155 beginnend mit dem östlichen Blatt, sodann wieder innerhalb der Blattspitzen. Entsprechend [verfahre man] einzeln bei den äußeren [Lotussen], ausgehend von ihrem jeweiligen Mantra.

7.156 Beim dritten [Durchgang] kehre man um [Textlücke] im Mittelstück. Wie zuvor setze man an allen Blattspitzen die Waffenformel ein.

7.157 Wenn so die von mir erklärte Anordnung der vorrangigen Gestalten in den jeweiligen Bereichen vollzogen ist, erfolgt damit das Einsetzen der tausend Gestalten in die Vyūhas.

7.158 Den im Mittelstück befindlichen Mantra setze man nicht in die Blattmitte. Den auf dem Blatt [befindlichen dagegen; Textlücke] setze man wie zuvor durch den Wechsel in die Mitte.

7.159 Jedoch setze man zunächst wie zuvor den Herrn der Anordnung ein und danach die zugehörigen Mantras auf die Blätter, wie ich es dir erklärt habe.

7.160 Dieses Einsetzen zusammen mit ihm ist als einmaliges Verfahren beschrieben. Es soll nicht wie bei den Gestalten zweimal durchlaufen werden, bester Zweimalgeborener.

7.161 Wenn man es wünscht, bestimme man nach diesem Verfahren die Zahl der Mantras. [Der folgende Satz über die Verehrung der erwünschten Gestalt in der Vyūha-Anlage ist beschädigt.]

7.162 Um die gewünschte Frucht zu erlangen, [verehre man] mit höchster Hingabe, Zweimalgeborener, die bevorzugten Gestalten, sowohl bei regelmäßigen Handlungen als auch bei Aufstellungen und anderen Anlässen.

7.163 Jahr für Jahr, bis zum Jahresende, [folgt eine beschädigte Anweisung über die Reihenfolge und den jeweiligen Zustand], entsprechend der beabsichtigten Erfüllung eines Wunsches.

7.164 [Der erste Halbvers über einen Wechsel der Formen ist stark beschädigt.] Oder [verehre man] auf dem Mantraweg [die Gestalt] mit ihren Gliedern auf den acht Blättern [die Satzverbindung ist unsicher].

7.165 Die höchste [Kraft] hat das Wesen von Klang und Sein; sie ist von der Herrlichkeit der sechs göttlichen Eigenschaften umgeben. Nachdem man [sie] bis zur Vollendung verehrt hat, [betrachte man sie] über Mittelstück und Staubfäden.

7.166 [Man betrachte sie] als die im Laut innerlich gegenwärtige, alldurchdringende, durch Brahman gekennzeichnete [Wirklichkeit]. Danach [vergegenwärtige man sich] die auf dem jeweiligen Lotus befindliche, leuchtende Mantragestalt.

7.167 Man erinnere sich ihrer über dem Mittelstück und stelle sie sich dort mit Gestalt vor. Auf den Staubfäden [vergegenwärtige man] ihre Glieder; dann verehre man [sie auch] ohne diese.

7.168 Durch das bloße Klangprinzip [Textlücke] ebenso auf den Blättern wie zuvor. Damit ist das Verfahren der drei Gestalten bei der Mandala-Verehrung beschrieben.

7.169 Auch bei der dreifachen Gestalt und bei dem, der die gewünschte Gestalt annimmt, bester Brahmane, gilt folgende Besonderheit: Die erste [befindet sich] über dem Mittelstück,

7.170 die zweite über den Staubfäden, die dritte im Bereich der Blätter. Bei der Verehrung mit fünf, sechs, sieben [und weiteren Gestalten; die vorausgehende Bestimmung ist unsicher]

7.171 soll die Zahl der Lotusblätter der Zahl der Gestalten entsprechen. Auf jedem Blatt verehre man der Reihe nach eine Gestalt. [Ein Teil des zweiten Halbverses fehlt.]

7.172 Die in der Mitte befindliche [Gestalt] ist vorschriftsmäßig in der Mitte [anzuordnen], die übrigen außen. Ebenso [verfahre man] im Feuer, im Wasser und im Herzen, Lotusäugiger.

7.173 Die große Schar der Mantragestalten, nach höchster und nachgeordneter Form unterschieden und zusammen mit dem gemeinsamen Gefolge verehrt, [wendet sich] dem Heil [zu]. [Das abschließende Verb lautet wörtlich „wünscht“; die beabsichtigte Aussage über das Gewähren von Heil ist nicht völlig sicher.]

Damit endet in der Pauṣkarasaṃhitā, der großen Upanishad des heiligen Pāñcarātra, das siebente Kapitel, „Die Kennzeichen der Vyūhas“.


Kapitel 8: Der Radlotus und Sudarshana

Das göttliche Rad Sudarshana gehört zu den Kennzeichen Vishnus. Der Radlotus verbindet seine Verehrung mit einem sorgfältig gegliederten Mandala.

Pauṣkara sprach:

8.1 Herr der Herren der Götter, die Kennzeichen des Radlotus habe ich noch nicht gehört. Was du zuvor erwähnt hast, erkläre mir nun.

Der erhabene Herr sprach:

8.2 Der Radlotus ist in vielerlei Formen bekannt, hunderttausendfach. Wie der eine zur Vielheit wird, das vernimm von mir.

8.3 Die Gottheiten, beginnend mit der zweifachen Gestalt, sind zu Hunderten [aufgetreten; der Versanfang ist beschädigt]. Sie sind erschienen, sind gegenwärtig und werden erscheinen; ihre Zahl ist unermesslich.

8.4 Die Wege der Befreiung werden aus dem Wunsch nach dem Wohl der Welten eröffnet. Sie führen die Wesen über das furchtbare Meer des Werdens.

8.5 Den Hingebungsvollen, die Zuflucht genommen haben, sich auf das Reine stützen und beständig den guten Weg gehen, erweisen sie stets Gnade.

8.6 Sie sind meine Anteile in Gestalt von Kräften und besitzen die Entfaltung der sechs göttlichen Eigenschaften. Wer bei ihnen Zuflucht sucht, verehrt sie und gelangt zum Sieg.

8.7 Laut preisend, sich verneigend und meditierend erinnern sie sich stets an sie. In den Lotusinneren der Kreise verehrt, gewähren diese [göttlichen Gestalten] das Ersehnte.

8.8 Aus diesem Grund, bester Brahmane, [erschaffe] ich aus diesem vorzüglichen Rad, das allem als Grundlage dient, [aus dieser] Ursache, in der die Speichen aufgelöst sind [die weitere Bestimmung ist beschädigt],

8.9 das wie tausend Sonnen strahlt, die Rundung einer herrlichen Scheibe besitzt, ewig und unmittelbar frei von Teilen ist [eine weitere Eigenschaft ist unleserlich],

8.10 nach meinem Willen die zweispeichigen und weiteren Räder. In ihnen gegenwärtig werden die Vyūhas und die übrigen [Gestalten] von den Hingebungsvollen verehrt.

8.11 Sie besitzen drei, zwei oder eine Nabe und sind ebenso mit Felgen ausgestattet; alle sind von Radreifen umgeben und durch Achsen ausgezeichnet.

8.12 Ihre vielfältigen Formen habe ich der Reihe nach genannt. Höre nun, ausgehend vom ersten Rad, wie sie alle hergestellt werden.

8.13 Ich werde, Brahmane, die neunfache Unterscheidung in höchste und weitere [Klassen], ihre Gestaltunterschiede sowie die Zunahme ihrer Maße kurz erklären,

8.14 ebenso das Verfahren zum Auslegen der Schnüre, die Einteilung der Abschnitte, die Herstellung der Speichen und das anschließende Ausfüllen mit Farbpulver,

8.15 die Gottheiten der Radteile und deren Namensdeutung, Zweimalgeborener, sowie das Einsetzen und Verehren [der Gottheiten] von der Achse bis zur Felge,

8.16 ferner das Rad und die Frucht seiner Verehrung. All dies vernimm von mir. [Der folgende Satz über eine bestimmte Form seiner Verehrung ist beschädigt.]

8.17 Jetzt werde ich erklären, wie es gezeichnet wird, Zweimalgeborener. Bei allen Mandalas, beginnend mit Bhadra,

8.18 [zeichne man es] in der Mitte des Bodens vollständig, mit seinem leuchtenden Lotus. [Die anschließende Anweisung nennt einen zwölften Teil und den an den Sitz angrenzenden Bereich; der Zusammenhang ist beschädigt.]

8.19 Außerhalb des Radlotus wird ein Freiraumkreis gezogen. Innerhalb dieses Freiraumkreises spare man entsprechend einen zweiten Abschnitt aus.

8.20 Dann teile man den übrigen [Bereich] für den Lotus, den Radlotus. Die Kennzeichen der alleinstehenden Lotusse habe ich bereits erklärt,

8.21 vom dreiblättrigen an, mit zusammenhängenden Blättern, kurz zusammengefasst. Ebenso [gilt dies für die andere Blattverbindung], Lotusgeborener. [Der Wortlaut wiederholt hier „zusammenhängend“.]

8.22 Nun erkläre ich die glückvermehrenden Kennzeichen der mit einem Rad verbundenen [Lotusse]. Man teile das Feld in fünf, wie ich dir zuvor gesagt habe.

8.23 Durch das regelgerechte Ziehen von Kreisen [bestimme man] den Achsenbereich. Mit zwei Radkreisen [wird] ein Abschnitt als Radfläche [abgegrenzt]. [Ein Teil des Wortlauts ist beschädigt.]

8.24 Nach dieser mehrfachen Unterteilung ziehe man die Kreise. Dann [verwende man] weißes und anderes, aus Edelsteinen oder Mineralien gewonnenes [Pulver], Zweimalgeborener,

8.25 reines, leuchtendes, aus Mineralien gewonnenes [Pulver], Zweimalgeborener; mit reinem, leuchtendem Farbpulver fülle man [die Flächen] aus. [Die Wiederholung ist überliefert.]

8.26 In das Achsenfeld zeichne man einen Lotus mit deutlich erhöhtem Mittelstück. Seine Samen seien ganz rein, makellos wie Kristall.

8.27 Die Zwischenräume der Samen gestalte man dunkel, das Mittelstück goldglänzend. Die Reihe der Staubfäden bilde man wie ein ruhig brennendes Feuer.

8.28 Die Lotusblätter seien rein weiß oder in einer mit Weiß beginnenden [Farbreihe]. Die Zwischenräume der Blätter gestalte man wie blauen Saphir.

8.29 Mit einer weißen Kreislinie fasse man alles ein. Mit Farbpulver, das Magnetstein oder Rājopala gleicht,

8.30 fülle man das Rad ringsum schön aus. Wie die Fläche eines Spiegels lasse man es glänzen, Brahmane, mit scharfer Spitze.

8.31 Die Radfläche färbe man wie ein Bündel von Sonnenstrahlen, mit Farbpulver von der Farbe des gelben Rocanā oder eines Rubins,

8.32 [mit einem weiteren, unsicher überlieferten gelblichen Farbton] oder feuerfarben. Nach dem Ausfüllen zeichne man mit Gelb ein Bündel von Strahlen.

8.33 [Dies geschehe] auf der zuvor bestimmten Radfläche, bester Brahmane. Nachdem man das Mandala genau erfasst hat, färbe man es wie zuvor.

8.34 So habe ich dir den runden, hellen, mir lieben Radbereich mit Namen Padmagarbha, „Lotusinneres“, vorschriftsmäßig beschrieben.

8.35 Meine mit Vāsudeva bezeichnete Gestalt, deren Leib Klang ist, soll darin auf dem mittleren achtblättrigen Lotus verehrt werden. [Die zusätzliche Anordnung übereinander ist sprachlich unsicher.]

8.36 [Man verehre] mit Hingabe [die drei Stätten und das über ihnen Befindliche; der erste Halbvers ist beschädigt]. Wie zuvor setze man die sechs Glieder im Bereich der Lotusblätter ein.

8.37 Meine andere, zum Puruṣa gehörende Gestalt, Lotusgeborener, verehre man auf dem Rad mit ihrem eigenen Namen, dem der Pranava vorangeht

8.38 und dem die Formel der Verneigung folgt, mit Tat, Geist und Rede. Die Verehrung des Gefolges ist wie zuvor zu verstehen,

8.39 ebenso die bei der Lotusverehrung angegebene Verehrung der tragenden Grundlage und der übrigen [Gottheiten]. Damit ist dir der erste Radlotus genau beschrieben.

8.40 Selbst für Brahmā, Indra, Rudra und die anderen Götter [ist] das Strahlenbündel dieses [Rades schon] aus großer Entfernung [schwer anzuschauen; die Aussage ist durch eine Lücke beschädigt].

8.41 Daher ist das Rad als „schwer zu schauen“ bekannt, o Zweimalgeborener. Den hingebungsvoll sich Verneigenden aber ist es stets leicht zugänglich.

8.42 Weil es ihnen seinen Anblick gewährt, heißt es Sudarshana, „das gut zu Schauende“. Vom siebten unterirdischen Bereich bis hinauf zur Welt der Wahrheit

8.43 trägt es als Verkörperung göttlicher Wirkkraft alles und bewirkt stets Entstehung und Auflösung. In ihm kreist der Samsara mit Göttern, Asuras und Menschen.

8.44 Diejenigen, die das Selbst nicht erkannt haben, lässt es beständig umherkreisen. Deshalb nennen die Götter und andere es das Rad des Samsara.

8.45 Am Ende eines Weltalters löst es im Laufe der Zeit durch die von mir bestimmte Glut die gesamte Schar der Wesen auf, o bester Zweimalgeborener.

8.46 [Der erste Halbvers über die Schneide des Radlotus ist beschädigt.] Daher [heißt es] Rad der Zeit [die überlieferte Lesung ist unsicher]. Dieses ursächliche Rad wird als das Unentfaltete bezeichnet.

8.47 Höre nun von seinen umgestalteten Hervorbringungen, den zweispeichigen und weiteren Rädern: den vielfältigen Radformen, die unterschiedliche Vollendungen verleihen.

8.48 Dieses Rad [entfaltet sich] auf vielerlei Weise, Zweimalgeborener. Als seine erste besondere Form wird das zweispeichige beschrieben.

8.49 Als andere Form folgt das dreispeichige, dann das mit zweimal zwei [Speichen], das fünf- und das sechsspeichige,

8.50 das sieben-, acht-, neun- und zehnspeichige. Die Räder, die innerhalb dieser beiden [Grenzformen] liegen,

8.51 werden in den drei Welten von Göttern und anderen Wesen verehrt. Allgemein gibt es drei Radklassen: die höchste, die mittlere und die geringste.

8.52 Jede wird wiederum dreifach unterteilt. Wie dies geschieht, vernimm von mir. Ich werde die Radgruppen einzeln nach ihren Unterschieden erklären.

8.53 Das erste unter den Rädern erkenne als höchstes der höchsten Klasse; ein anderes wird als mittleres der höchsten Klasse bezeichnet,

8.54 und das dritte als geringstes der höchsten Klasse. Ebenso [gibt es] das höchste und das mittlere der mittleren Klasse

8.55 sowie deren geringstes: Dies sind die drei mittleren. Die dritte Gruppe besteht ebenfalls aus drei: [zunächst dem höchsten] der geringsten Klasse,

8.56 dann deren mittlerem und schließlich deren geringstem. Für jedes werde ich die glückverheißenden Kennzeichen erklären, an denen es zu erkennen ist.

8.57 Das höchste Rad hat drei Naben und drei Felgen, bester Zweimalgeborener. Das zweite hat drei Naben und zwei Felgen. Höre vom dritten:

8.58 Es hat drei Naben und eine Felge; dies ist das dritte [Rad der ersten Gruppe]. [Das erste der nächsten Gruppe] wird mit zwei Naben und drei Felgen beschrieben.

8.59 [Der Übergang zur zweiten Dreiergruppe ist im Wortlaut beschädigt.] Höre von deren zweitem [Rad]: Es besitzt zwei Naben und [zwei] Felgen.

8.60 Danach folgt das mit zwei Naben und einer Felge; dies ist die zweite Dreiergruppe. Nun werde ich die dritte Gruppe von drei Rädern erklären.

8.61 Ihr erstes besitzt eine Nabe und drei runde Felgen; das zweite ist als Gestalt mit einer Nabe und zwei Felgen zu erkennen.

8.62 Das dritte der dritten Gruppe hat eine Nabe und eine Felge. Damit habe ich die alle [Grundformen] umfassende Neunergruppe der Räder beschrieben.

8.63 Ihr Maß bestimme man nach den verfügbaren Mitteln und dem eigenen Wunsch. Bis zum schön gestalteten göttlichen Rad mit sechs Speichen, Brahmane,

8.64 nehme man jeweils drei Fingerbreiten [hinzu]. Bis zum leuchtenden, „Monat“ genannten Rad mit zwölf Speichen

8.65 vermehre man der Reihe nach um anderthalb [Fingerbreiten; wörtlich „die zweite Hälfte“ ist hier unsicher], bis die Zahl sechsunddreißig erreicht wird, [beim] königlichen Rad.

8.66 Dies ist die Einteilung nach Fingerbreiten für das „Jahr“ genannte Rad. [Die anschließende Anweisung zur gleichen Bemessung geteilter und ungeteilter Formen ist unsicher.]

8.67 Mit einer Elle beginnend vermehre man der Reihe nach um ein Sechstel bis zur tausendspeichigen Form. Dies ist die Einteilung der Abschnitte

8.68 für die als Yuga bezeichnete Gestaltung, [die] vollendet und verehrt [wird]. Bei Radlotussen, deren Maße in gleichen Fingerbreiten gebildet sind,

8.69 ist stets außen die Anlage von Sitz und weiteren Teilen bis hin zu den Toren auszuführen. [Eine weitere Angabe nennt Füße, Körperteile und zwanzig; ihr Zusammenhang ist beschädigt.]

8.70 Man gestalte sorgfältig eine vierseitige Umfriedung mit fünf Linien, ohne Füße und Körperteile, gleichmäßig und in fünf Farben leuchtend.

8.71 Mit den zuvor bestimmten Richtungsschnüren nach Osten, Süden, Westen und Norden sowie mit den außen befestigten Schnüren stelle man die Halsbereiche her.

8.72 Man bemesse [sie] bis zur Hälfte des Radfelds. Das Feld des Sitzes und die abgrenzenden Linien [erhalten] dasselbe Maß.

8.73 Für den Umgang [nehme man] das Doppelte davon; für die Tore das Maß des Umgangs. Oder man bemesse diese Teile dort mit einem Sechstel oder Achtel.

8.74 [Der erste Halbvers über eine allgemeine und eine besondere Regel ist beschädigt.] Nachdem man den Sitzbereich genau hergestellt hat, lege man acht Schnüre aus.

8.75 Mit den mittleren Abschnitten in den Hauptrichtungen [bestimme man] die Körperteile, mit denen in den Zwischenrichtungen die Füße. Das Breitenmaß des Tores teile man in zwei [oder drei; die Lesung ist widersprüchlich].

8.76 Durch gleichmäßige Teilung bestimme man die vier Hörner. Nach der Unterteilung ziehe man die Schnüre zur Herstellung der Tore, Śobhā-Bereiche und Ecken.

8.77 Die äußere [Form] betrachte man nach Wunsch und nach dem Erfordernis der Schönheit, mit ihren Toren, Ecken und Śobhā-Bereichen.

8.78 [Der erste Halbvers nennt entsprechende Upaśobhā-Bereiche und weitere Ausstattungen, ist aber beschädigt.] An den auszuarbeitenden Ecken fehlt es nicht an [Möglichkeiten für] ungezählte Teilungen.

8.79 Der Halsbereich [Textlücke] durch ein Feld und weitere [Maße] der Reihe nach, bester Brahmane, [eine weitere Angabe zu Puruṣas ist verloren].

8.80 [Textlücke.] Ihre besondere Herstellung wird nun erklärt. Eine Verehrungsanlage [grenze man] außen mit den Schnüren viereckig ab.

8.81 Man gestalte sie entsprechend dem Feld eines gewünschten Mandalas oder Lotus. Dann [unterteile man] sie in allen Richtungen durch gleich große Felder.

8.82 Nach dem Maß der abgeteilten Bereiche [Textlücke] ergibt sich die Ausdehnung des Mandalas für seine Lotusgestaltung.

8.83 [Der Versanfang fehlt.] Nachdem man zuvor die Abschnitte gezählt [und] ein Viereck [gebildet hat], Brahmā, lege man außen eine Schnur aus.

8.84 Mit der Schnur bilde man unterschiedliche Bögen und setze wie zuvor Zeichen. Den Sitz und die übrigen Teile arbeite man in mannigfaltigen Formen aus. [Das abschließende Verb ist unsicher.]

8.85 Vom Felgenkreis aus spare man einen dem Freiraumkreis entsprechenden Abschnitt aus. So ziehe man beim Freiraumkreis und den übrigen [Kreisen] die Teilungen nach ihrem Maß.

8.86 Wenn man ein Rad zeichnet, [bestimme man], mit wie vielen Speichen [es versehen ist; Textlücken]. [Ein weiterer erhaltener Rest nennt einen Fluss und den östlichen Bereich; seine Stellung ist bereits in der Vorlage fraglich.]

8.87 So habe ich die Maße der Radlotusse erklärt. Nun werde ich zum Wohl der Übenden ihre sachgemäße Herstellung beschreiben.

8.88 Mit einem Sechstel des Radfelds bestimme man den Felgenbereich. [Der zweite Halbvers fehlt.]

8.89 [Die ersten Worte über einen Fluss beziehungsweise einen östlichen Bereich und Speichen sind beschädigt.] Nachdem man entsprechend dem Feld und Tor unterteilt hat, setze man deutliche Zeichen.

8.90 Die abgeteilten Speichenabschnitte halbiere man zuerst. Nach dieser Halbierung lege man für alle die Mittelschnur aus.

8.91 Mit den ausgelegten Schnüren unterteile man anschließend jeden Abschnitt in zweimal acht. Dann schlage man die Schnurlinien nach der deutlich markierten Schnurordnung.

8.92 An beiden Seiten der Speichen spare man jeweils einen Abschnitt aus. Die Speichen selbst stelle man stets mit sechs Abschnitten her.

8.93 Damit ist die Einteilung der [im Namen beschädigt überlieferten] Räder erklärt, Hervorragender unter den Zweimalgeborenen. Höre nun von der Herstellung der Speichen.

8.94 [Die Angabe zu zwei Mittelpunkten und zur Speichengestalt ist beschädigt.] Man bemesse eine Schnur entsprechend dem Abstand zwischen den Hörnern und ziehe damit

8.95 auf beiden Seiten zwei volle Kreise. [Die weitere Angabe zu überstehenden Bereichen und dem Umfang ist beschädigt.]

8.96 Vom festgelegten Punkt aus ziehe man einen Kreis, während die Schnur am Brahmā-Platz befestigt ist. Oder man teile das Feld vom Osten aus mit [der entsprechenden Zahl von] Schnüren.

8.97 Zwischen jeweils zwei [Schnüren] bilde man sieben Abschnitte und außen jeweils sechs [Abschnitte] bei jedem Speichenbereich.

8.98 Mit den Mittelschnüren [bestimme man] die Speichen; [die folgende Maßangabe ist beschädigt]. Zwischen zwei Speichen bleibt so ein Abschnitt übrig.

8.99 Durch dieses stets anzuwendende Verfahren, Brahmane, erfolgt die von mir beschriebene Verbindung der Speichen der Räder.

8.100 [Die Bezeichnung der zunächst behandelten einfachen Speichen ist unsicher.] Nun werde ich die Kennzeichen der mit scherenartigen Formen versehenen [Speichen] erklären.

8.101 Was zuvor achtfach geteilt wurde, teile man [nun] zwölfmal. Mit sechs Abschnitten [wird] das zuvor genannte zweispeichige [Rad bestimmt; die Satzverbindung ist unsicher].

8.102 Wenn die Speichen so angelegt sind, gestalte man die Scherenformen. Was an beiden Speichen als zweimal drei Abschnitte übrig bleibt,

8.103 dient seitlich zur Ausbildung der Scherenform. Ihre Spitze [weist] im Uhrzeigersinn; [der weitere Vergleich mit einer Axtform ist beschädigt].

8.104 Man hebe sie auf der nördlichen Seite entsprechend der Richtung der vorherigen Form hervor und stelle [so] die Speichen her. [Das verbindende Verb ist unsicher.]

8.105 Die Scherenformen werden im Uhrzeigersinn ausgeführt. Zur Herstellung ist die überlieferte Zahl der Schnüre zu beachten.

8.106 [An einer Verbindung von Ost-West-Linie, Mitte und Kreis; Textlücke] lege man eine weitere Schnur an und führe sie von der Mitte aus [weiter; Textlücke].

8.107 Von der Wurzel der zweiten Speiche [bestimme man] ihren Schnittpunkt mit dreien [der Linien; der Bezug ist unsicher]. Man kennzeichne die Mitte und führe [die Schnur] zur Speichenspitze.

8.108 Von der Mitte der dritten Speiche aus befestige man die Schnur am Schnittpunkt mit dem vollen Kreis und führe sie weiter. Höre nun, zu welcher Stelle:

8.109 Von der Mitte der vierten Speiche, deren Spitze einzuzeichnen ist, [bestimme man] den sechsfachen Schnittpunkt, bester Zweimalgeborener; von dort aus [kennzeichne man] die Stelle fischförmig.

8.110 Man setze die Zeichen bis zur Wurzel; so tritt die Scherenform deutlich hervor. Dies sind ihre allgemeinen Kennzeichen. Nun werden die Besonderheiten erklärt.

8.111 Entsprechend der Schmalheit oder Breite der Speichen, Lotusgeborener, [verändert sich] die Herstellung der Scherenformen. [Der letzte Ausdruck ist beschädigt.]

8.112 Von der Wurzel aus [bestimme man] ein weiteres [Maß] an der Speichenspitze. Man nehme den Abstand der beiden Kreise als Schnurmaß und [lege es] dort [an], Pauṣkara. [Textlücke.]

8.113 [Der erste Halbvers über die nördliche Speiche und eine dreifache Lage ist beschädigt.] Man berühre erneut den Schnittpunkt am inneren Kreis der vierten Speiche.

8.114 Bis zu dieser Grenze geführt verbinde man [die Linie] mit dem früheren Zeichen, sodass die Wurzeln der Scherenformen deutlich und den Speichen gleichmäßig [zugeordnet] sind.

8.115 Damit habe ich die Herstellung der durch Scherenformen gegliederten [Räder] erklärt. Nun werden andere, als [„zweite Umfassung“; unsicherer Fachausdruck] bezeichnete beschrieben.

8.116 Wenn die Speichen vollendet sind, bester Brahmane, nehme man an ihrer Wurzel innerhalb des Kreises ein Viertel des Felgenbereichs und ziehe damit einen gleichmäßigen Kreis.

8.117 Dieser Kreis ist als Hilfslinie für die Herstellung des Speichenkörpers zu verstehen. Vom Felgenbereich gliedere man einen vierten Teil gesondert ab.

8.118 Den Nabenbereich teile man je nach Radform ein, bester Zweimalgeborener. Im Naben- und Felgenfeld [bilde man] der Reihe nach drei und zwei Kreise [die Lesung ist unsicher].

8.119 [Der Vers über den Nabenbereich, einen groben Bereich und eine als „höchste“ bezeichnete Form ist stark beschädigt.] Dies ist die Einteilung seiner Felder.

8.120 Sie ist vom Freiraumkreis bis zur Achse vorzunehmen; [umgekehrt] kann man sie von der Achse bis zum Freiraumkreis ausführen.

8.121 [Es gibt Speichen] in der Gestalt einer Zitronatzitrone, länglich wie ein Lotusblatt, wie ein Blatt des blauen Lotus und [mit einem] rankenartigen Bauch,

8.122 ferner die als „Gerstenbauch“ [und weitere Formen] bezeichneten. Höre, wie sie hergestellt werden. Man teile das Feld in zwölf, indem man der Reihe nach Kreise zieht.

8.123 In der Mitte bilden drei Abschnitte die Achse und zwei die Nabe. Zwischen Naben- und Speichenbereich liegt ein als Rad bezeichneter Abschnitt.

8.124 Zwei Abschnitte bilden den Speichenbereich und zwei die Felge. Zwischen Felgen- und Speichenbereich lasse man einen Abschnitt frei.

8.125 Den Speichenbereich teile man in zwei und ziehe dort einen Kreis. Am Schnittpunkt der Speichenmittelschnur mit dem [Naben-]Kreis

8.126 befestige man eine Schnur von einem Drittel [der Speichenlänge] und setze Zeichen an beiden Seiten der Mittelschnur, von dieser ausgehend.

8.127 An diesem Zeichen befestige man die Schnur und setze mit einer weiteren [Schnur] ein fischförmiges Zeichen am Kopf der Speiche.

8.128 Von der Speichenspitze bis zu den Umgrenzungen [führe man] die zweite ebenso. Damit ist die Verbindung der zitronatzitronenförmigen Speichen erklärt.

8.129 Am Zusammentreffen der Speichenmittelschnur mit der Speichenwurzel befestige man eine Schnur von zwei Abschnitten und setze damit Zeichen,

8.130 entsprechend der Form einer Mondsichel, bis sie den Wurzelkreis berührt. An Wurzel, Spitze und Horn der Mondsichel [Textlücke] lege man die Schnur an.

8.131 Ebenso markiere man die Speichenspitze. Damit sind, Zweimalgeborener, die Kennzeichen der länglichen Lotusblattform erklärt, die ich zuvor genannt habe.

8.132 Höre von der Herstellung der Speichen, deren Spitzen den Blättern des blauen Lotus gleichen. Vom Wurzelkreis der Speichen und vom zweiten Kreis aus, Brahmane,

8.133 [lege man] eine Schnur an ihren Schnittpunkt [der weitere Wortlaut ist beschädigt]. Mit der Schnur [unterteile man] und setze Zeichen.

8.134 Nachdem man auf beiden Seiten die Mittelschnüre am mittleren Kreis angelegt hat, befestige man die Schnur an dem dadurch entstandenen Zeichen und führe sie zur Speichenspitze.

8.135 Von dort zeichne man wie in der Mitte bis zur Speichenwurzel. Nach Anbringung des gegenüberliegenden Zeichens entsteht eine Form wie das Blatt eines blauen Lotus.

8.136 Man teile das Feld in drei und ziehe zunächst gleichmäßige Kreise. Dann kennzeichne man jede Speiche nach der Ordnung der deutlich markierten Schnüre.

8.137 Sechsfach [setze man Zeichen], bester Zweimalgeborener, und lege dort die Schnüre aus. Jeden Speichenabschnitt bringe man auf achtzehn Felder. [Die letzte Wortverbindung ist unsicher.]

8.138 [Der erste Halbvers ist stark beschädigt und nennt zwei Felder.] Man entferne [diese], Hervorragender unter den Zweimalgeborenen; ebenso tilge man [Felder] von der Wurzel aus.

8.139 Je zwei [entferne man] auch vom mittleren Bereich an beiden Seiten. Nach dieser Tilgung außerhalb der Speiche entferne man entsprechend [Felder] zwischen den Speichen.

8.140 Von der Wurzel aus [entferne man] vier Felder und ebenso von der Spitze; aus der Mitte entferne man zwei, um die Form herzustellen, Zweimalgeborener.

8.141 [Die Form wird] „Ameisenhügelbauch“ genannt [der anschließende Gegensatz ist beschädigt]. Wie zwischen den Speichen von Spitze, Wurzel und Mitte aus [Felder] getilgt wurden,

8.142 so [geschehe es] außerhalb der Speichen von Wurzel, Mitte und Spitze aus. [Die folgende Aussage über die Gerstenbauchform und ihr Gegenstück ist beschädigt.]

8.143 Oder man teile in vier und ziehe Kreise, sodass zwölf [Abschnitte entstehen; Textlücke]. Von der Mitte der beiden Ameisenhügelformen und den mittleren Seitenbereichen aus

8.144 [entferne man] der Reihe nach vier, vier, zwei und zwei, wie zuvor von Wurzel und Spitze gesagt. [Textlücke.] Außen [bei] den zwölf [Abschnitten verfahre man] nach dieser Zahl.

8.145 So [entstehen] sechs unterschiedliche Formen nach ihrem jeweiligen Verfahren. Anschließend tilge man die deutlichen Hilfslinien im Innern, beginnend mit der Achse.

8.146 Man bereinige [die Zeichnung] so, dass die sechs [Formen] klar hervortreten, Zweimalgeborener. Bei jedem Rad soll [die besondere Gestalt] in der Mitte des Felgenfelds

8.147 sichtbar gemacht werden. Höre, wie dies geschieht. Man kennzeichne dieses Feld gleichmäßig mit der doppelten Speichenzahl.

8.148 Gegenüber den Speichenspitzen und an deren Seiten lege man entsprechend die Schnüre an den jeweiligen Stellen aus. [Ein Teil der Anweisung fehlt.]

8.149 So ist, bester Zweimalgeborener, die Anordnung der Radreifen beschrieben. Wie Kopf, Füße und Körper durch Sehnen

8.150 miteinander verbunden sind, so [verbinden diese Teile] das Rad. Anderswo als im Felgenbereich sind sie nirgends sichtbar.

8.151 [Der erste Halbvers ist weitgehend beschädigt.] Bei [Rädern mit zwei Felgen] stelle man [die Reifen] an der äußeren dar. [Die Lesung ist unsicher.]

8.152 Bei einem von drei Felgen umgebenen [Rad] lasse man die beiden inneren frei und gestalte [sie] an der dritten nach der zuvor genannten Zahl.

8.153 Damit ist nach diesem Verfahren die Herstellung der zweispeichigen und weiteren Räder erklärt, Hervorragender unter den Zweimalgeborenen. Danach [folgt das Färben oder Verehren; der Wortlaut ist unsicher].

8.154 Alle [als Speichen bezeichneten] länglichen, durch Zeichen festgelegten [Teile] und sämtliche Radkreise fülle man mit Weiß aus.

8.155 Die Linien seien ganz gleichmäßig und wie Schwertschneiden. Den Lotus gestalte man wie zuvor weiß, mit voneinander getrennten Blättern.

8.156 Bei dem mit Felge, Speichen und Nabe versehenen [Rad; Textlücke] ist innen ein Lotus angelegt. Dessen Blattzwischenräume gestalte man schwarz.

8.157 Bei drei Naben [verwende man] der Reihe nach gold-, Dūrvā-gras- und korallenfarbenes [Pulver], Zweimalgeborener. [Bei zwei Naben wohl] Gold und Dunkelgrün; bei einer Nabe Rot. [Der zweite Halbvers ist beschädigt.]

8.158 Die Färbung des Rades wurde zuvor angegeben, Lotusgeborener. Alle Speichen fülle man mit Farbpulver wie das Rad.

8.159 Der Raum zwischen den Speichen entspricht farblich der Radfläche, bester Zweimalgeborener. Bei drei Felgen [verwende man] Gelb, Weiß und [eine dritte, ebenfalls als Weiß überlieferte Farbe].

8.160 Die beiden Felgen fülle man mit Rocanā-farbenem und rein weißem Pulver, die einzelne Felge allein mit Weiß.

8.161 Oder man färbe [die Bereiche] mit den gesamten für Naben und Felgen [angegebenen] Farben. [Die weitere Anweisung zu inneren und äußeren Zwischenräumen der Radreifen ist beschädigt.]

8.162 Dann fülle man nach dem Verfahren des wechselseitigen Übergangs [die Flächen] aus. [Eine nähere Bestimmung von Formen und Gliedergottheiten ist weitgehend unverständlich überliefert.]

8.163 Sämtliche Radreifen sind rein weiß wie eine Ansammlung von Schnee. Damit habe ich das Ausfüllen mit Farbpulver erklärt.

8.164 In den Samen befindet sich Sattva; der Lotus [steht in Beziehung] zu den drei Stätten. [Die folgende Anweisung zur Zuweisung der Farbe vom Mittelstück an ist beschädigt.]

8.165 Mit seinem Stängel verbunden [sind] sämtliche Vollendeten wie in seinen Körnchen. [Die genaue Satzverbindung ist unsicher.] Als Gottheit der Achse wird der Raum bezeichnet.

8.166 Die drei [Naben] der Räder besitzen der Reihe nach Gottheiten, [deren Zuordnung mit „Honig“ und „Butter“ beschädigt überliefert ist]. Die Radschneide [steht unter] der Gottheit des Windes am Weltende.

8.167 In den Zwischenbereichen der vollendeten Räder [waltet] das Zeitfeuer, Brahmā. Kṣamā, die Göttin Sarasvatī und Niyantrī, die von den Göttern verehrte Lenkerin,

8.168 sind die Gottheiten der drei Felgen, mit dem Herrn verbunden. [Der zweite Halbvers über das Umfassen von allem und das Meer ist beschädigt.]

8.169 [Der Vers nennt] beide Seiten des Rades, die vierzehn Welten und den Herrn der Wasser, der zu ihrer Erquickung gegenwärtig ist. [Die syntaktische Verbindung lässt sich nicht sicher herstellen.]

8.170 Nachdem so sämtliche Gottheiten genannt sind, verehre man sie zur Zeit der Verehrung an diesen Stellen vorschriftsmäßig mit Blumen, Räucherwerk und weiteren Gaben.

8.171 [Die erste Angabe zur Achse zwischen Felgen, Speichen und Nabe ist beschädigt.] Weil die aus Rigveda, Yajurveda und Samaveda hervorgehende dreifache [Klangmacht]

8.172 eindringt und rasch bis zu den Ohren der Daityas [durchdringt oder sie spaltet], Zweimalgeborener, und dieser Klang in die Herzen der Frauen der Daityas eintritt,

8.173 [werden auch] die in ihrem Leib befindlichen Leibesfrüchte [betroffen; der Wortlaut ist beschädigt]. So werden die Feinde der Götter durch den furchterregenden Klang zerschlagen.

8.174 Der reine, aus der heiligen Überlieferung hervorgehende Klang befindet sich im Herzen. Daher vernichtet [diese Kraft] stets das Unheil derjenigen, die dem guten Weg folgen.

8.175 Aus diesem Grund wird [der Bereich] außerhalb der Achse als Nabe bezeichnet. Weil [die Speichen] überaus strahlen und am Ende der Zeit verstärkt werden,

8.176 in vielerlei Formen wie Strahlen im Radmandala, darum werden die zwischen Nabe und Felge befindlichen [Teile als seine] Körper bezeichnet.

8.177 Wie der Wind durch die unterschiedenen Bahnen der Nadis strömt, Zweimalgeborener, so [strömt] die unerträgliche Glut, die in Nabe und Speichen ruht,

8.178 durch die Leitbahnen des Rades hinaus, [Berge und Meer durchdringend oder spaltend; der Wortlaut ist beschädigt]. Weil sie Licht hervorbringt [folgt eine unsichere Wortdeutung], bester Zweimalgeborener,

8.179 werden die Leitbahnen wegen ihrer Stabform zunächst [so] bezeichnet. Die aus dem Rad hervorgehende Glut, die sich in den Radreifen vielfach verteilt,

8.180 befindet sich außerhalb des kreisenden, vierfachen Rades [und umgibt es; die weitere Bewegungsbeschreibung ist beschädigt].

8.181 [Der erste Halbvers über seine Glut ist weitgehend beschädigt.] [Es ist] von acht leuchtenden, rauchlosen Feuern umgeben, Zweimalgeborener.

8.182 [Der Versanfang ist beschädigt.] Wie ein kreisender Feuerbrand [als] Kreis [erscheint], so [zeigt sich] bei der gesonderten Bewegung von selbst ein Feuerring. [Die Lesung „Feuerbrand“ ist bereits in der Vorlage als Vermutung gekennzeichnet.]

8.183 So wird diese Gestalt des Rades mit seinen Speichen und Scherenformen beschrieben. Diesen aus Glut entstandenen Kreis [betrachte oder verehre man] sorgfältig und mit Hingabe, Zweimalgeborener.

8.184 [Der Vers über die dreifache Gestalt ist beschädigt.] Der Glanz des Rades [wird] als bewegliche Glut [beschrieben].

8.185 [Aus] seiner Glut [entsteht eine Kreisbewegung; Textlücke], der die Bezeichnung [Felge] gegeben wird. [Die anschließende Namensdeutung zur zweiten Felge ist nicht zuverlässig verständlich.]

8.186 [Auch die Aussage über die vermischte, aus Glut entstandene runde Felge ist beschädigt.] Höre nun kurz vom Einsetzen der Mantras.

8.187 Die Gesamtheit der Mantras, die ich dir zuvor offenbart habe, [umfasst] die sechs Glieder sämtlicher Gestalten, beginnend mit Puruṣa, bester Zweimalgeborener.

8.188 Vom Osten ausgehend setze man sie im Uhrzeigersinn sorgfältig ein. [Textlücke.] Höre von mir das regelgemäße Verfahren bei den [zwei-]speichigen und weiteren [Rädern].

8.189 Nach dem ersten Rad [erfolgt die Verehrung] mit dem Mantra, dessen Wesen Puruṣa und Prakṛti ist. [Man setze] Puruṣa, Prakṛti und ebenso die Pradyumna genannte [Gestalt]

8.190 auf die Speichen ein; beim nächsten [Rad] entsprechend die vierfache Gestalt. So der Reihe nach bis zum [im Namen beschädigten] Rad, das sämtliche Mantras umfasst.

8.191 [Der erste Halbvers beginnt mit einer Lücke und nennt] diese drei glückverheißenden Mantras. Mit den tausend Gestaltmantras, um diese vermindert, Zweimalgeborener,

8.192 und mit den sechs Gliedern fülle man die zweitausend Speichen aus. Wird das zweispeichige Rad verehrt, so ist die zweifache Gestalt verehrt.

8.193 Im dreispeichigen [Rad] die dreifache, im nächsten die vierfache; so der Reihe nach bis zu dem [im Namen beschädigten] Rad mit den zuvor genannten Mantras.

8.194 Durch den Mantra der jeweils hervortretenden Gestalt wird [der Herr] als von der entsprechenden Anzahl [von Formen] bezeichnet. In den zweispeichigen Rädern [erscheint er] als die zweifache Gestalt.

8.195 Wer innerlich den Entschluss zur [Verehrung] der tausend [Räder oder Gestalten; die nähere Bestimmung ist beschädigt] fasst und die tausendgestaltige [Gottheit] mit Hingabe verehrt, bester Brahmane,

8.196 [erlangt] durch die Verehrung der tausend Räder das Gewünschte. Oder wenn ein Mensch in einem einzigen Rad mit zweitausend Speichen verehrt,

8.197 [Textlücke] oder in einer glückverheißenden gemischten [Radform] mit Speichen, in der Gestalt des Umhüllenden und des Umhüllten gegenwärtig,

8.198 [Textlücke] die Gestaltmantras, so wird er der Unsterblichkeit fähig. Bei allen [Rädern] ist in der Mitte auf dem achtblättrigen Lotus, Zweimalgeborener,

8.199 zuerst wie zuvor die höchste Silbe mit ihren sechs Gliedern zu verehren: beim Anlegen der heiligen Schnüre, [bei einer unsicheren weiteren Bestimmung], beim Gefäßritus und beim Keimungsritus,

8.200 ebenso [bei Handlungen] ohne Festfeier sowie bei der Aufstellung [einer bestehenden Gestalt]. [Die weiteren Angaben zu Anlässen, Verehrung und Sitz sind beschädigt.]

8.201 Bei der Anordnung der [rituellen] Aufstellungen am Ort des Herrn [zeichne man die Anlage ein; Textlücke]. [Die weitere Aussage über drei Orte der Welthüter, eine Wand und Ecken ist beschädigt.]

8.202 Nach der vorgeschriebenen Gestaltung [verehre man] dort auf dem Boden. Dasselbe Verfahren gilt auch für gemischte Räder,

8.203 für das Einsetzen und die Verehrung bei allen, Lotusgeborener. Damit habe ich dir das Einsetzen der Gottheiten kurz offenbart.

8.204 Wer [die Gottheit] in den gesamten eigenen Körper einsetzt, sie zuerst im Innern des Herzens meditiert und das erste Rad verehrt, wird der Frucht der Befreiung teilhaftig.

8.205 Wer das zweite verehrt, gelangt in meine Nähe; wer das dritte verehrt, erlangt das Wohnen in meiner Welt.

8.206 Wer das vierte verehrt, ist selbst in Satyaloka verehrungswürdig. Wer das fünfte verehrt, verweilt unvergängliche Zeit in Tapoloka.

8.207 Wer das sechste Rad verehrt, gelangt in die Erkenntniswelt [die Überlieferung liest Jñānaloka]. Wer das siebente verehrt, erreicht meine Welt.

8.208 Im Himmel wird er von Indra und den anderen verehrt und erlangt Unsterblichkeit. Wer mich im neunten verehrt, gelangt nach Śvetadvīpa, der Weißen Insel. [Die Zuordnung des ersten Halbverses zum achten Rad ist nur aus der Folge zu erschließen.]

8.209 Wer das zehnte ein Leben lang mit Hingabe verehrt, [wird unter] den Nagas, die in den sieben Unterwelten wohnen,

8.210 und unter den schönen Frauen der Unterwelt geehrt, bester Zweimalgeborener. Damit habe ich dir die gesamte glückverheißende Frucht der Radverehrung erklärt.

8.211 Vom ursächlichen Rad an bis zu dem mit einer Nabe und einer Felge [ist die Verehrung vorzunehmen], Lotusgeborener. [Die Satzverbindung und das abschließende Verb sind unsicher.]

8.212 Offenbare dies stets deinen hingebungsvollen und gläubigen Schülern. [Der zweite Halbvers fehlt.]

Pauṣkara sprach:

8.213 So wurde ich einst, Brahmane, von Vishnu in offenbarter Gestalt belehrt. Ich habe euch die Kennzeichen des Rades genau und vollständig dargelegt.

Damit endet in der Pauṣkarasaṃhitā, der großen Upanishad des heiligen Pāñcarātra, das achte Kapitel, „Die Kennzeichen des Radlotus“.


Kapitel 9: Zusammengesetzte Radformen und der Körper als Rad

Die Seher sprachen:

9.1 Brahmā, Bester unter den Kennern des Brahman, wie ist das zusammengesetzte Rad beschaffen? Kläre diesen Zweifel zum Wohl der Seher.

Pauṣkara sprach:

9.2 Genau so habe ich einst, als dieser Zweifel in meinem Geist erwachte, den Herrn zum Wohl aller Welten gefragt:

9.3 [Der Anfang der Anrede ist beschädigt.] Was du zuvor genannt hast, erkläre mir: die Kennzeichen der Verehrung zusammengesetzter Räder, du Freude Lakṣmīs!

Der erhabene Herr sprach:

9.4 Wie zuvor bei den Rädern vielfältige Gestaltungen nach höchster und weiteren Klassen beschrieben wurden, so auch bei den zusammengesetzten.

9.5 Es gibt eine hauptsächliche, eine mittlere und eine geringste [Klasse]. [Die Angabe zur Zahl der hauptsächlichen Formen ist beschädigt.] Die mittlere ist dreifach.

9.6 Ebenso ist es bei den zusammengesetzten [Formen] zu verstehen, Lotusgeborener. Die erste Gestaltung ist nach ihrer Regel neunfach.

9.7 Diese werde ich jetzt kurz beschreiben; erfasse es genau. Zuerst zeichne man einen achtblättrigen Lotus mit voneinander getrennten Blättern.

9.8 Außerhalb bilde man das zusammengesetzte sechseckige Rad, den König der Räder. [Die anschließende Angabe über die zu verwendenden Räder und ihre rote Farbe ist beschädigt.]

9.9 [Der erste Halbvers ist unverständlich überliefert.] Oder man stelle [die Anlage] durch das sechste und das erste Rad dar. [Der genaue Bezug ist unsicher.]

9.10 Wie zuvor [gestalte man] den Felgenbereich und lasse die vier mittleren [Räder] aus. An dem einen außen befindlichen Rad [sind] die Radreifen [darzustellen; Textlücke].

9.11 [Die gemeinsame oder gesonderte] Achse dieser verschieden geformten Räder wird sichtbar, wenn sie in der Anordnung von Umhülltem und Umhüllendem stehen.

9.12 Den Zweck der Radreifen habe ich dir zuvor erklärt. Von dem höchsten der höchsten Räder bis zum mittleren [der mittleren Klasse]

9.13 [reicht] diese erste zusammengesetzte Radverehrung. Höre [die nächste]: Beginnend mit dem mittleren Rad der höchsten Klasse

9.14 bis zum höchsten der geringsten Klasse [entsteht] die zweite zusammengesetzte [Form], der König der Verbindungen. Nach diesem Verfahren vollziehe man das Zusammenfügen,

9.15 bis [die Folge] vom nicht geringsten Rad [wieder] zum mittleren der mittleren Klasse führt. Bei richtiger Ausführung [entstehen Verbindungen von] sechs Rädern. [Der genaue Umlauf der Reihenfolge ist beschädigt.]

9.16 Die zusammengesetzten Radverehrungen betragen der Zahl nach neun. Damit ist die höchste Form des Zusammenfügens in ihren Grundzügen erklärt.

9.17 Nun beschreibe ich die zweite, mittlere Klasse, die dreifach ist. [Man wähle] drei, [zwei] oder eine Nabe, jeweils verbunden mit drei Felgen.

9.18 Zuerst zeichne man nach Wunsch das Rad außerhalb des Lotus. Bei diesem mit Nabe und Felge ausgestatteten Radlotus

9.19 gestalte man der Reihe nach außen eine Fünfergruppe von Rädern [Lesart; der Grundtext hat „Lotus“]. Man zeichne sie, Brahmā, [in entsprechender Anordnung] mit Felgen.

9.20 [Man beginne] bei dem vorhergehenden Rad und dessen [nächstfolgender] Naben- und Felgenform. Nach diesem Verfahren führe man die Reihe der Naben weiter. [Ein Wort ist beschädigt.]

9.21 [Die Zahlbeziehung zu drei oder sechs Rädern ist beschädigt.] Die Felge gestalte man sorgfältig wie zuvor. Dies gilt als mittlere Gestaltung.

9.22 Erfahre nun die geringste [Gestaltung] der zusammengesetzten Radlotusse. Man bilde [zunächst] eine dreinabige Form samt Lotus, oder [eine einnabige; der Wortlaut ist unsicher].

9.23 Außerhalb sind vier [Räder] herzustellen, ohne jeweils gesonderte Felgen [unsichere Lesung]. Das gewünschte Rad außen versehe man mit einer Felge.

9.24 [Der erste Halbvers über Leitbahnen und eine Verminderung ist beschädigt.] Durch diese beiden [Formen] und durch die Bewegung der Gottheiten [entstehen] vielfältige Unterschiede.

9.25 [Die weitere Anweisung zu ihrer Verbindung ist beschädigt], Zweimalgeborener. Das tausendspeichige Rad gestalte man nach den drei Klassen, beginnend mit der höchsten.

9.26 [Es wird] dreifach [zusammengesetzt], vom Innern ausgehend. Höre: Als erste [Verbindung] werden die höchste und die geringste [Form] genannt.

9.27 Die zweite tausendspeichige [Form entsteht] aus den mittleren und höchsten [Rädern]; die dritte [aus der Folge], die bei zwei geringeren [beginnt] und bei den mittleren endet. [Die genaue Kombination ist sprachlich beschädigt.]

9.28 Höre nun der Reihe nach ihr Feldmaß, Pauṣkara. Die Räder, die zuvor als hauptsächliche Gestaltung genannt wurden,

9.29 messen sämtlich neun Ellen und sechs [weitere Maßeinheiten; das Wort ist unsicher]. Ich werde ihre jeweiligen Unterteilungen [von der kleinsten an] erklären.

9.30 Als Maß sind einhundertvierzehn Fingerbreiten zu verstehen, Zweimalgeborener. Nun wird die Unterteilung erklärt. [Die Beziehung zum vorigen Gesamtmaß wird nicht eindeutig ausgesprochen.]

9.31 Bei allen beträgt die Hälfte des Lotus fünfzehn Fingerbreiten. Zur Herstellung der Naben und Speichen [folgt eine beschädigte Angabe zu drei Maßen].

9.32 Das Feld von der Nabe an [bemesse man] mit dreimal sechs [Fingerbreiten]. [Eine weitere Ortsangabe ist beschädigt.] Man zeichne den Kreis der Radhälfte.

9.33 Bei den Rädern samt Naben und Felgen [ist ihre Ausdehnung besonders zu bestimmen]. An der Wurzel der Speichen [folgt eine teilweise verlorene Anweisung zur Verbindung].

9.34 Das hier beschriebene Maß der Radverbindung [gilt] stets gemeinsam mit dem jeweils weiteren Speichenrad. [Ein zusammengesetzter Ausdruck ist unsicher.]

9.35 Nachdem man [eine Schnur entsprechend den Radteilen angelegt] und so ihre Felder bestimmt hat, stelle man dort der Reihe nach Naben, Speichen und Felgen her.

9.36 Wenn so das Rad samt seinem Lotus gestaltet ist, [bestimme man] außen das nächste Rad, ausgehend von jenem einzelnen Rad.

9.37 Sein Maß ist um drei Fingerbreiten [größer] anzusetzen; dabei unterteile man die Felder, beginnend mit der Nabe.

9.38 Ebenso bestimme man für alle äußeren Räder der Reihe nach ein gegenüber dem inneren Rad um drei Fingerbreiten größeres Maß,

9.39 bis das Feld [an der] Nabe des äußersten Rades [ein im Wortlaut beschädigtes Maß von acht Fingerbreiten] erreicht, bester Brahmane. Man fasse [die Maße] jeweils gleichmäßig zusammen.

9.40 Dieses Maß ist regelgemäß für die höchsten Räder samt Naben und Felgen vorgeschrieben. Höre nun von den mittleren.

9.41 Nachdem man den Lotus mit vierundzwanzig Fingerbreiten bemessen hat, vermindere man das zuvor genannte Nabenmaß [die Angabe für die geringeren Formen ist teilweise verloren].

9.42 Das Maß einschließlich Naben und Felgen ist entsprechend selbst zu erschließen. Bei diesen [geringeren Formen] ist das Lotusmaß als achtzehn Fingerbreiten zu verstehen.

9.43 Damit ist das Feldmaß der drei Arten zusammengesetzter [Räder] erklärt. Erfahre nun die Unterteilung der Speichen und ihre Herstellung, Brahmane.

9.44 Außerhalb des Lotus gestalte man das erste sechsspeichige Rad. Seine Speichen [bilde man] wie [Lotus-]Blätter; die genaue Bezeichnung ist beschädigt.

9.45 Oder [gestalte man] die Gerstenbauchform; außen zeichne man das Rad mit acht Speichen. Dann bilde man das zwölfspeichige [Rad] des Radlotus mit jenen [Formen; das letzte Wort ist unsicher].

9.46 Danach [folgt] das sechzehnspeichige Rad mit Ameisenbauchformen. Das vierundzwanzigspeichige gestalte man mit Speichen wie Zitronatzitronen.

9.47 Sodann, Zweimalgeborener, bilde man das vierunddreißigspeichige Rad mit sogenannten Axtspeichen, mit Scherenformen verbunden oder alleinstehend.

9.48 Bei dieser Zusammensetzung entsteht eine hundertspeichige Radverehrung. Ihr zweifaches Wesen wird mit dem Jahreskörper [in Beziehung gesetzt; die Formulierung ist unsicher].

9.49 Die sechs Jahreszeiten sind den sechs Speichen zuzuordnen. Im nächsten äußeren [Rad stehen] die Monate [die Verbindung der Zahlen zwölf und sechzehn ist hier beschädigt].

9.50 Die vierundzwanzig Monatshälften sind [dort] angeordnet. [Der weitere Satz, der sechzehn und die Monate oder Monatshälften des Jahres nennt, ist in der Vorlage ausdrücklich als verderbt bezeichnet.]

9.51 Die beiden Sonnenhalbjahre erkenne als in den beiden [entsprechenden Teilen] gegenwärtig: das südliche und das nördliche, [gemeinsam für die beiden Jahresformen; die Schlussangabe ist unsicher].

9.52 [Der erste Halbvers über Teilung und Verbindung ist beschädigt.] [Dies betrifft] das zusammengesetzte hundertspeichige Rad mit seinen vielfältigen Unterschieden.

9.53 Damit ist dir, Schuldloser, seine Herstellung vollständig erklärt. Zuvor wurde das dreifach zusammengesetzte tausendspeichige [Rad] angedeutet.

9.54 Höre nun auch von mir sein Feldmaß und die Unterteilung der Speichen. Für das Feld werden zwölfhundert [Maßeinheiten] genannt.

9.55 Seine Lotushälfte bemesse man mit einunddreißig Fingerbreiten. Außerhalb liegen die Naben-, Speichen- und Felgenfelder [mit Maßen von] zehn Fingerbreiten.

9.56 Bei dem außen anschließenden Rad [werden] Naben-, Speichen- und Felgenbereich [bestimmt]. [Der weitere Wortlaut ist beschädigt und nennt für die Hälfte sechzehn Fingerbreiten.]

9.57 Das Feld des dritten [Rades] wird mit neunzehn Fingerbreiten angegeben, das des vierten mit zweiundzwanzig.

9.58 Für das fünfte nennen wir das zuvor erklärte Gerstenkornmaß: Mit fünfundzwanzig Fingerbreiten [wird eine dreifache Maßgruppe gebildet; Textlücke].

9.59 Beim sechsten Rad sind es achtundzwanzig Fingerbreiten, Pauṣkara. [Die weitere Anweisung zur Halbierung von Naben- und Felgenmaßen ist beschädigt.]

9.60 Das für jedes darüber hinausgehende Rad genannte [Maß] teile man in drei. Man führe dies mit gleichen Abschnitten aus, nachdem man [die drei- oder einfache Anordnung] verstanden hat.

9.61 [Der Vers nennt das Aussparen der eigenen Naben- und Felgenfelder und die Herstellung eines weiteren Radkreises wie zuvor; mehrere Wörter und ihre Bezüge sind beschädigt.]

9.62 Wenn man [eine bestimmte volle Ausführung] auf einem Feld von gleichen zwölf [Teilen] nicht wünscht, verringere man die Bodenfläche, indem man Naben und Felgen verkleinert.

9.63 Danach stelle man nach diesem Verfahren die tausend Speichen her. Zuerst zeichne man den Lotuskreis und [das erste] Rad, den König der Waffen. [Ein Wort ist unsicher.]

9.64 Dann zeichne man der Reihe nach die fünf weiteren Räder außen herum, nach dem zuvor genannten Verfahren der Umhüllung. Höre [ihre Speichenmaße oder -zahlen; die Schlussworte sind beschädigt].

9.65 Mit jeweils einhundert, der Reihe nach um dreißig und um vierzig vermehrt, bilde man entsprechend zwei Räder. [Die Verteilung dieser Zahlen auf die einzelnen Räder ist nicht eindeutig.]

9.66 Drei Räder bilde man der Reihe nach mit zweihundertfünfzig und mit sechzig darüber [die Zuordnung ist beschädigt], sodass [insgesamt] tausend Speichen entstehen.

9.67 Dies wird als die „Yuga“ genannte zusammengesetzte Form bezeichnet, die von den Vollendeten verehrt wird. [Die weiteren Formen der Gliederverehrung] sind der Reihe nach als achtzehn zu erkennen.

9.68 Sie bringen die Vollendung der Wirkkraft, Brahmā. [Der folgende Satz ist beschädigt.] Wie bei den höchsten und übrigen Rädern ist der Wechsel [der Formen] beschrieben.

9.69 [Der Versanfang über das Auslassen und Versetzen der Speichen ist beschädigt.] Die außerhalb des Lotus befindlichen [Speichen] haben Spitzen wie Blätter des blauen Lotus.

9.70 [Die Orts- und Farbangaben des ersten Halbverses sind beschädigt.] An der Grenze der Lotusblätter gestalte man ein Blatt des blauen Lotus.

9.71 Diese Formen füge man an ihrem Ort als Blätter des blauen Lotus ein. Außerhalb des [mit Axtformen verbundenen] Lotus [erscheinen] leuchtende Blätter. [Der Bezug ist unsicher.]

9.72 Wenn bei einer [Anlage] außen ein Rad mit Axtspeichen liegt, [folgt eine beschädigte Anweisung über dieses Rad und den Götterkreis].

9.73 [Der Versanfang ist beschädigt.] Höre, wie es wie zuvor entsteht. Zunächst schlage man die als Speichenmitte bezeichnete Schnurlinie, Zweimalgeborener.

9.74 Vom Speichenfeld aus spare man an der Speichenspitze einen kleinen Maßanteil als Zwischenraum aus, außen am Speichenkreis.

9.75 Man lege eine Schnur in der Speichenmitte an und zeichne Mondsicheln. Dann befestige man die Schnur am Brahmā-Platz und führe sie zu deren Hörnern.

9.76 [Man ziehe damit] einen Kreis und unterteile [den inneren Bereich] sechsfach, mit gleichen Abschnitten bis zur Grenze des Kreisbereichs, Zweimalgeborener. [Die genaue Konstruktion ist beschädigt.]

9.77 Dann lege man die Schnüre nach der zuvor beschriebenen Reihenfolge aus und vollende die Speichen. [Die Schlussworte sind unsicher.]

9.78 Bei dieser Radgestaltung, Brahmā, [bestimme man] auch die Speichenzwischenräume. Wenn die Speichenreihe vollendet ist, gestalte man mit der verbleibenden Fläche

9.79 das schöne runde Radfeld. [Eine Maßangabe fehlt.] [Man verfahre] für jedes einzeln nach der zuvor genannten Regel.

9.80 Entsprechend den Speichen, bester Brahmane, lege man die Schnüre aus, gestalte die Kreise und vollende ebenso die Speichen.

9.81 Damit habe ich die gesamte Herstellung der zusammengesetzten Räder kurz erklärt. Höre nun noch eine Besonderheit.

9.82 Ausgehend von den genannten Maßen der Naben und Felgen sämtlicher Räder vollziehe man die entsprechende Übertragung [auf andere Größen].

9.83 Dabei berücksichtige man die Verkleinerung oder Vergrößerung der Bodenfelder, Pauṣkara. Aus dem Feld einer einnabigen [Form] beziehungsweise aus [ihrem Maß]

9.84 nehme man die Hälfte oder ein Drittel und trage es in die Felder der dreinabigen [Form] und der Felgen ein. [Die weitere Unterscheidung von Anfang und Mitte ist beschädigt.]

9.85 Nun erkläre ich die Farbunterschiede der Reihe nach, von den Speichen an. Den Lotus und die Folge der Kreise [gestalte man] wie zuvor.

9.86 Die gleichmäßigen Blattzwischenräume [seien] wie Vaiḍūrya. Dann [fülle man] die Blattformen des blauen Lotus mit der entsprechenden Farbe aus.

9.87 Ihr Inneres [gestalte man] hell und leuchtend [Textlücke], die Gerstenbauchformen rein weiß und den anschließenden [Bereich] schwarz.

9.88 Die zitronatzitronenförmigen Speichen mache man [grünlich-]gelb; die Mitte zwischen ihnen fülle man mit leuchtend roter Farbe.

9.89 Die Axtformen färbe man wie Rājopala, den Zwischenraum ihrer Speichen mit Rocanā-farbenem Pulver.

9.90 [Die Lotusse oder Speichen] samt ihren Staubfadenreihen in allen Radgruppen kann man auch, Zweimalgeborener, mit einer der Schönheit angemessenen Farbe ausfüllen.

9.91 Tore, Umgänge und die übrigen Teile wurden zuvor vollständig beschrieben, Brahmā. Nachdem man diese große Gesamtheit heiliger Verehrungsanlagen mit höchster Hingabe vollendet hat,

9.92 [betrachte man] den vielfarbig gestalteten Radkörper, dessen Kopf die Nabe und dessen Flügel die Speichen [bilden]. [Die weiteren Körperentsprechungen sind beschädigt.]

9.93 [Man betrete] seine Mitte [der erste Halbvers ist beschädigt], Zweimalgeborener. Wie man in die Mitte gelangt, erkläre ich nun, Brahmā.

9.94 Aus gleichartigem Opferholz [fertige man Gestelle von einer beschädigt überlieferten Höhe], in Gestalt von Elefanten, Pferden oder Stieren. [Die Zahlenangabe „drei, acht, vier“ ist nicht sicher zuzuordnen.]

9.95 Mit kräftigen, festen Kniegelenken versehen stelle man sie in den vier Himmelsrichtungen auf, außerhalb seitlich der Tore oder innerhalb des Umgangs.

9.96 Mit gleich langen, sehr festen Brettern verbinde man [ihre Schultern] und befestige [die Konstruktion] mit starken Seilen. [Die nähere Anweisung ist beschädigt.]

9.97 Nachdem man [die Bretter] auf deren Rücken angebracht hat, steige man hinauf. [Die folgende Anweisung zum Bedecken oder Hinübergehen und zur schrittweisen Verehrung ist beschädigt.]

9.98 Ebenso kann man mit diesem Verfahren einen Weg aus Bambus [herstellen] und [Zugänge] in den Zwischenrichtungen anlegen. Nun [verehre man] das mittlere Rad:

9.99 Man reinige es mit Wasser aus dem Arghya-Gefäß, forme seine eigene Mudra, berühre es und betrachte es mit dem durch den Mantra geheiligten Blick.

9.100 Dort ist die Schar der Mantras mit königlichen Ehren zu verehren, Zweimalgeborener. Dann gehe man auf dem Eintrittsweg wieder hinaus.

9.101 Das zweite [Rad] verehre man wie zuvor, nachdem man es durch die vorbereitenden Riten geheiligt hat. Ebenso verfahre man mit den übrigen.

9.102 So wird, Brahmā, das auf dem Boden gestaltete Rad [geheiligt], durch Handlungen vom Besprengen bis zur Meditation und zum Einsetzen der Mantras.

9.103 Bis dahin entsteht kein Fehler durch das Überschreiten der Räder, weil die Radlotusse keinen [durchgehenden] Torweg besitzen.

9.104 Darum entsteht dem selbstbeherrschten Übenden, der sich im Innern des Rades niedergelassen hat, kein Fehler durch das Betreten der Nabe und der übrigen Teile. [Die Formulierung des letzten Halbverses ist unsicher.]

9.105 In der Mitte der hundertspeichigen Räder, auf dem Mittelstück [und dem anschließenden Bereich], setze man der Reihe nach den höchsten Herrn und den [höchsten] Puruṣa ein.

9.106 Danach [setze man] die beiden [Gestalten] und Puruṣa bis zum Bereich der Staubfäden ein. Auf die Blätter setze man vom Osten aus die achtfache Prakṛti.

9.107 Im sechsspeichigen Rad [verehre man] den Sechsgestaltigen, im achtspeichigen den Achtgestaltigen, im zwölfspeichigen den Zwölfgestaltigen und im sechzehnspeichigen den entsprechend Gestaltigen.

9.108 Sodann [ordne man] die vierundzwanzig Unterschiede der Wirklichkeitsprinzipien der Prakṛti [zu]. Im Rad mit zweimal zwölf Speichen [setze man] zunächst der Reihe nach die drei Kräfte [ein]. [Der Bezug beider Angaben ist unsicher.]

9.109 In dem als zweiunddreißigspeichig bezeichneten [Rad] [verehre man] die beiden verbleibenden Kräfte auf zwei Speichen [weitere Wörter sind beschädigt]. Auf Naben und Felgen [setze man] die zuvor genannten [Gottheiten ein].

9.110 [Die mit dem Ṛgveda beginnende Reihe ist nur beschädigt erhalten.] Ebenso setze man der Reihenfolge nach die zuvor genannte große Schar von tausend Mantras ein.

9.111 Eben diese setze man [in den Mantra ein und fasse sie zusammen; der Wortlaut ist beschädigt], nachdem man sie zuvor im Innern des Lotus dieses Körperrades verehrt hat.

9.112 Durch die vorschriftsmäßigen, ewig reinen [Mittel; die nähere Bestimmung ist unleserlich] lasse man sie der Reihe nach vom Herzen [herabsteigen], ganz allmählich.

9.113 Auf dem Weg der Sonne setze man die ganze Mantraschar, leuchtend wie ein Bündel von Blitzen, in den [äußeren] Radkreis ein.

9.114 Mit göttlichen Gaben verehre man [den Herrn], wie sie verfügbar sind, bis zur abschließenden Entlassung, für die gewünschte Dauer.

9.115 Beim Eintritt in den Radlotus des Körpers vergegenwärtige man sich [die Gottheit] mit ihrem aus vierzehn Lauten bestehenden Leib und die große Gesamtheit der feinen Elemente.

9.116 Auf dem Weg, der den Nektar trägt, setze man [sie] jeweils an ihrem eigenen Ort ein. Dies ist die Entlassung, die Anrufung und das Herabführen; anders [sind diese Vorgänge] nicht [zu verstehen].

9.117 [Der Vers ist beschädigt.] Für die Übenden gibt es nicht [im gewöhnlichen räumlichen Sinn] ein Kommen und Entlassen ihres eigenen Mantras, denn [seine Gegenwart ist] beständig. [Der Satzschluss bleibt unklar.]

9.118 Wenn der Selbstkundige in sich zum Mantra sagt: „Komm!“, [bedeutet dies: „Ich werde von dem Erhabenen erfüllt“; die vermittelnde Aussage ist teilweise verloren].

9.119 Dies ist die Anrufung; eine andere [Bedeutung] ist das ehrfürchtige Hervorführen nach außen. Am Ende der Verehrung spricht man „Geh!“ und setzt [die Gegenwart wieder ein; das überlieferte Substantiv ist unsicher].

9.120 „Ich gehe, Erhabener; halte mich für geeignet zu meinem Werk.“ [So ist] die Anrufung und Entlassung der [Mantras] samt ihren Kräften [zu verstehen; die Satzverbindung ist beschädigt].

9.121 Dies ist für die alldurchdringenden Mantras erklärt, nicht für die übrigen. Bei diesen [sind] „Komm!“ und „Geh!“ gemäß den jeweiligen Handlungen [zu verstehen].

9.122 In diesem Wissen verehre man danach [die Gottheiten] in dem auf dem Boden befindlichen Götterrad. [Der zweite Halbvers fehlt.]

Pauṣkara sprach:

9.123 Erhabener, dieser Körper ist [mir] bekannt. [Die anschließende Frage nach seiner Darstellung und nach dem Verhältnis dieses und des höheren Körpers ist beschädigt.]

9.124 Wie [befinden sich] die Teile von der Achse bis zur Felge samt dem Lotus in diesem aus den großen Elementen [gebildeten] Körper, Herr? [Textlücke.]

Der erhabene Herr sprach:

9.125 Dieser aus der Natur hervorgegangene Körper, Brahmā, ist wie zuvor [mit] einer Bananenstaude [verglichen]. [Der zweite Halbvers nennt Raum, Wind, Feuer und Wasser in beschädigter Verbindung.]

9.126 [Die Gestalt des Körpers samt dem Lotus wird auf das Rad bezogen; der Wortlaut ist beschädigt.] Die achtfach ausgebildete Buddhi [ist] in der Mitte, die als Lotus bezeichnet wird.

9.127 [Die Nabenreihe wird mit] den drei Gunas [in Beziehung gesetzt; der Versanfang ist beschädigt]. Außerhalb der drei Gunas ist alles darin gegründet.

9.128 [Der erste Halbvers ist weitgehend verloren.] Mit tausend Flammenrädern [ist eine Zahl oder Anordnung] nach eigenem Willen [zu bestimmen; Textlücke].

9.129 Nach der jeweiligen Brahman-Gestalt [bestehen] die tragenden Grundlagen [der weitere Bezug ist beschädigt]. Danach erkenne die [Glut-]Schar als in den Speichen des Körperrades gegenwärtig.

9.130 Wasser trägt den [Flammen- oder Schneiden-]Kreis und befindet sich auch [im Bereich] der Glut, mit ununterbrochener Durchdringung von den Fußsohlen bis zum Scheitel.

9.131 [Diese Verteilung] ist jeweils in Gestalt von tausend Nadis zu verstehen. Ihre Vergegenwärtigung vollziehe man stets entsprechend dem Wunsch des Verehrenden. [Die Wortverbindung ist unsicher.]

9.132 [Mit den Nadis des gesamten Körpers verbunden], Pauṣkara, befindet sich außen die fünffache [Strömung], die das Wasser umgibt. [Mehrere Wörter sind beschädigt.]

9.133 Durch diese unterschiedliche Erscheinungsweise erkenne den Felgenkreis, nach offenbarer und unoffenbarer Form sowie nach den Eigenschaften, beginnend mit dem Erkenntnisvermögen.

9.134 [Der Satz über wiederholtes Durchdringen und Abgrenzen ist beschädigt.] [Diese Ordnung] bleibt im zusammengesetzten Körper allgegenwärtig.

9.135 Nach Außen und Innen gegliedert, der Reihe nach wie Inseln und Meere: Damit ist alles erklärt, wonach du mich gefragt hast.

9.136 [Textlücke.] Wer das Körperrad erkennt, erlangt Unsterblichkeit. Von Acyuta, dessen Wesen unvergänglich ist und dessen Gestalt die sechs göttlichen Eigenschaften verkörpert,

9.137 dem alldurchdringenden Herrn über alles, dem höchsten Selbst, ist es erfüllt. Als über die begrenzte Gestalt hinausreichend soll dieses [Wesen des] Körpers erkannt werden, Einsichtsvoller.

9.138 [Es befindet sich] über dem großen Tor, jenseits der Sinne, [mit] Bewusstsein als Achse. [Die anschließende Aussage über das große Wissen seines Erlangens und die Naben ist teilweise verloren.]

9.139 [Die Deutung von Erkenntnis, Schau und Handeln als Kreisbestandteile ist beschädigt], bester Zweimalgeborener. [Ein weiterer Textrest nennt] eine große Felge und die Sinne [in einer nicht mehr sicher bestimmbaren Beziehung].

9.140 [Seine] Ausstrahlung gleicht Sonne und Feuer der Weltauflösung. [Der übrige Vers nennt Verbindung, Glückseligkeit und den höchsten Herrn, ist aber syntaktisch beschädigt.]

9.141 Bei den Hingebungsvollen, die sich an beständiger Übung erfreuen und Vertrauen und Selbstbeherrschung pflegen, [tritt] der höchste Puruṣa [in eine im Wortlaut beschädigte Gegenwart].

9.142 Das lebendige Bild des Herrn der Mantras wohnt in diesem großen Haus. Nachdem man es so im Geist vergegenwärtigt hat, fertige man [die äußere Gestalt] aus Gold oder anderen [geeigneten Stoffen] an.

9.143 [Der Vers über den Durchmesser des Felgenbereichs, die Halsmaße und das Maß der oberen Plattform ist stark beschädigt; die genaue Maßbeziehung bleibt unbestimmbar.]

9.144 Ein weiteres [Maß reicht] vom Hals bis zur Ecke; als gleich gilt die Länge des Sitzes. [Die Breite des Tores, der Innenraum und der Felgenbereich werden in beschädigtem Wortlaut verglichen.]

9.145 Vom östlichen Feld aus bilde man die Kennzeichen der jungen Mondsichelhörner. Das betreffende Feld [zeichne man] mit dem anderthalbfachen oder doppelten Schnurmaß.

9.146 Man kennzeichne zunächst den inneren Kreis mit der Schnur [im Bereich] der beiden Lotusse. Von der Mitte aus nach Westen, nicht allzu weit entfernt, [befindet sich der Bereich] für die dauerhafte Verehrung.

9.147 Mit den beiden Mittelschnüren befestige man eine Schnur im inneren Bodenfeld, gegenüber der nordwestlichen Ecke, wo [sie] in die Nähe des Sonnen[bereichs] kommt.

9.148 Auch außen am Felgenfeld erreicht [sie] den nördlichen Bereich. Mit ihr kennzeichne man das Feld von seinem Teil bis zur Grenze dieses Feldes.

9.149 Ebenso [verfahre man] an der jeweiligen Ecke mit der Schnur und der fortlaufenden Zeichnung bis zur Grenze des südlichen Richtungsfeldes, von der anderen Seite aus.

9.150 [Der Vers über die vollendete sanfte Ausstrahlung, eine Dreiergruppe und die Vorderseite des Rades ist zu stark beschädigt, um einen zusammenhängenden Sinn sicher zu übersetzen.]

9.151 Die entsprechend angeordnete Felge [Textlücke; sie steht in Beziehung zu] den Weisen, Vollendeten und Unsterblichen, den Bewohnern aller Welten.

9.152 Mit ihrem sanften Glanz erfreut [sie] die Richtungen. [Die weitere Anweisung nennt] das Felgenmaß im Innern [und einen Abschnitt; die Verbindung ist beschädigt].

9.153 Man trage [das Maß] ab und teile [einen teilweise verlorenen Bereich] siebenfach. Mit vier [Abschnitten bestimme man] das Viergliedrige; in der Mitte [gestalte man] einen zwölfblättrigen Lotus.

9.154 Vom fünften Abschnitt aus führe man einen vierten Teil als Blatt in die Blattfläche. Nach diesem Maß stelle man den glückverheißenden Kreis der Blattspitzen her.

9.155 Das über den übrigen Bereich ausgedehnte Rad [besitzt] um zwei Abschnitte erhöhte Speichen. [Textlücke.] Man gestalte [seine Zahl oder Ausdehnung] doppelt so groß wie die Blattreihe.

9.156 Die darin befindlichen [Speichen] gestalte man rein, in Form von Blättern des blauen Lotus, wie Zitronatzitronen oder in der sogenannten Axtform.

9.157 Nach dem zuvor genannten Verfahren bemesse man darin die Felge mit drei Abschnitten oder um ein Viertel vermindert, je nachdem, ob die mittlere oder die geringere [Form] beabsichtigt ist.

9.158 Dann zeichne man einen wohlgestalteten Lotus mit zusammenhängenden Blättern. Die vier Richtungen [und die Achse] verbinde man mit zwei Holzstücken. [Die Satzverbindung ist unsicher.]

9.159 [Eine Form] ohne Strahlenkranz und Felge [wird beschrieben; ein Wort ist unverständlich]. Die an der Spitze der Bekrönung befindliche [Abdeckung] entspricht dem Raddurchmesser.

9.160 [Der Versanfang über einen silbernen Teil und eine Öffnung ist beschädigt.] Einen fünften oder vierten Teil führe man außen als Rundung herum.

9.161 Ihr Durchmesser [richtet sich] nach dem Felgenmaß und der Höhe des Gebäudes; die Umfassung kann gleich groß, kleiner oder größer sein. [Ein Fachwort ist unsicher.]

9.162 Von der Achsenmitte ausgehend sind zwei Arme zu gestalten, mit zwei Mondsicheln geschmückt und zum Ergreifen [eines im Text verlorenen Gegenstands] geeignet.

9.163 Ebenso [gestalte man] eine im Raum befindliche [Form] mit nicht deutlich ausgeprägten Gliedern. Ihre allerfeinste Gestalt ist makellos herzustellen.

9.164 Aus der Werkstatt bringe man den Waffenherrn mit angemessenem Aufwand herbei, führe ihn in die Verehrungshalle und stelle ihn an einem geeigneten Ort auf.

9.165 Man meditiere ihn in der Gestalt seiner herrschenden Gottheit, mit der Schar der Waffen [verbunden]. Für seine dauerhafte Gegenwart vollziehe man alle [Riten] wie bei einem Bild des erhabenen Herrn.

Damit endet in der Pauṣkarasaṃhitā, der großen Upanishad des heiligen Pāñcarātra, das neunte Kapitel, „Die Kennzeichen der zusammengesetzten Formen“.


Kapitel 10: Die Anlage der neun Lotusse

Pauṣkara sprach:

10.1 Herr der Welt, du hast die erste [Verehrungsform] des Neungestaltigen genannt. Sage, wie er zur Erlangung diesseitiger und jenseitiger Vollendung zu verehren ist.

10.2 Welche Kennzeichen besitzt seine Verehrung, wenn er in unterschiedlichen Formen gegenwärtig ist? Welches sind diese neun Lotusse? [Der übrige Vers fehlt.]

Der erhabene Herr sprach:

10.3 [Er ist derjenige], der als höchster Herr in der vierfachen Entfaltung gegenwärtig ist, unterschieden in Vāsudeva und die folgenden [Gestalten] bis Aniruddha,

10.4 dann die Gestalt Nārāyaṇa, [die Gestalt] mit dem Wesen des Virāṭ, Pauṣkara, sowie Viṣṇu, der Herr der Erhaltung, der verkörperte Waffen trägt [Textlücke].

10.5 [Eine weitere Bestimmung des göttlichen Wesens ist beschädigt.] [Es folgen] Nṛsiṃha und der Träger der Erde. Diese neun Naturgestalten bestehen als Kräfte.

10.6 [Sie gehören] dem undenkbaren, unermesslichen, alldurchdringenden und makellosen höchsten Selbst an. [Ein Teil des Verses fehlt.]

10.7 Sie sind darauf gerichtet, den im Meer des Werdens Versunkenen Gnade zu gewähren, wie eine große Schar von Funken aus einem mächtigen Feuer.

10.8 [Wie dessen] leuchtendes [Sprühen; Textlücke], so [gehen] die Kräfte aus ihm [hervor]; wie Blasen aus unbewegtem Wasser entstehen,

10.9 [so entstehen] die Kräfte jenes großen Herrn der Kräfte. Sie offenbaren seine Kraft; jene Kräfte haben eine ungeborene Gestalt. [Der Versanfang ist teilweise verloren.]

10.10 Alle diese, beginnend mit Vāsudeva, besitzen mannigfaltige Formen, Zweimalgeborener. Darum sind sie zur Erfüllung der eigenen rechtmäßigen Wünsche stets von Selbstbeherrschten zu verehren.

10.11 Ohne eine tragende Grundlage nehmen die Offenbarungsgestalten die Verehrung nicht an. Deshalb soll man zuerst sorgfältig ihren Sitz gestalten.

10.12 Der allen gemeinsame Sitz ist der Lotus inmitten eines Sockels. Beim Neungestaltigen [gestalte man] insbesondere eine Gruppe von Bildfeldern auf einer Gruppe von Sitzen,

10.13 jeweils mit Lotus; dort rufe man [die Gestalten] an und verehre sie der Reihe nach. Höre von mir, welche Bildfelder den Lotus tragen.

10.14 Für die Vāsudeva genannte Offenbarung wird eine vollständig runde Form angegeben, weil [sein Wesen] als Erkenntnis eine Kugel [bildet] und alle Richtungen durchdringt.

10.15 Die Saṃkarṣaṇa genannte Offenbarungskraft hat Augen wie Lotusse, trägt eine Lotusgirlande und liebt stets den Lotussitz.

10.16 Alles wird durch ihren Willen zum Wirken gebracht und tritt hervor. [Der weitere Satz über den Lotus und die feinen Kennzeichen der Entfaltung ist beschädigt.]

10.17 In dem mit fünf Lotussen versehenen vorzüglichen Kranz, im Lotusinnern, mein Lieber, meditiere man [sie], schaue und preise [sie]. [Die Schlussaussage zur Befreiung ist widersprüchlich überliefert; der Grundtext enthält eine Negation.]

10.18 [Sie oder die folgende Kraft ist] stets das Leuchten aller Zustände, beginnend mit der Zeit. Auf der „Zeit der Zeit“ genannten Grundlage [wird sie] verehrt. [Textlücke.]

10.19 [Die Aussage zur Entstehung der] Pradyumna-Gestalt [ist beschädigt]; [sie hat] Leuchten zum Kennzeichen. Weil [Aniruddha] von allen Seiten ungehindert ist, [verehre man ihn] auf einer seinem Wesen entsprechenden Grundlage.

10.20 In dem als Sonne bezeichneten Bildfeld, das seine Gestalt kennzeichnet, [wird] das Aniruddha genannte Kraftprinzip [verehrt]; verehrt befreit es [den Verehrer].

10.21 Die Nārāyaṇa genannte Kraft, die eigene Gestalt [des Herrn] und höchste Herrscherin, erfüllt und erquickt die ganze Welt durch [ihre Zustände; die nähere Bestimmung ist beschädigt].

10.22 Daher [ist sie] auf einer weißen Grundlage wie eine Mondsichel [zu verehren]. Verehrt verbindet [sie den Verehrer] mit der höchsten Stätte. [Mehrere Wörter sind beschädigt.]

10.23 Die Kraft, die Brahman zu gewähren vermag und die Virāṭ-Gestalt trägt [unsichere Lesung], ist in einem dreifach gegliederten Mandala zu verehren, weil sie als aus den drei Veden bestehend erkannt wird.

10.24 [Bei der] Ausdehnung [Textlücke] zieht [der Herr] alles wieder zusammen, wie eine Schildkröte aus Furcht ihre Glieder einzieht. Darum wird der Herr verehrt

10.25 auf dem mit einem Lotus versehenen [Sitz] im Innern einer Schildkröte, [der dem Handeln dient; Textlücke]: der als Kraft gegenwärtige erhabene Vishnu, Träger von Muschelhorn, Rad und Keule.

10.26 Die löwenartige Kraftgestalt des Allgegenwärtigen weist die Erkenntnis [oder den Erkenntnisweg]. Durch sie [entsteht] spielerisch ein tiefer, mächtiger Klang,

10.27 vollkommen in Gestalt des Pranava. Darum [wird sie] stets im Innern eines Muschelhorns, in einem ihrem Wesen entsprechenden Bildfeld, auf einem Lotus verehrt.

10.28 [Dann] vernichtet sie rasch die Befleckung [der genaue erste Ausdruck ist beschädigt]. Die unvergängliche Kraft als Glied des Opfers, auf einem Lotus im Innern eines Gefäßes,

10.29 gewährt, recht verehrt, die erwünschte Frucht und [vernichtet Hindernisse; das letzte Wort ist unsicher]. Nachdem man die Ausdehnung jenes Wirklichkeitsprinzips genau bestimmt und gestaltet hat,

10.30 [bilde man] außen die feurige Grundlage des Feuers [Textlücke]. So [entsteht] eine feste, beständige Gestalt. [Die weitere Anweisung ist beschädigt.]

10.31 Dann trat [der Herr] in ihre Mitte ein, [zum] dort befindlichen Erdprinzip, und [hob oder weitete es] durch seine eigene Kraft, während es im Wasser weilte. [Die Lesung ist unsicher.]

10.32 Nachdem er das aus dem Wasser entstandene Übel beseitigt hatte, schuf er die Erde. Darauf [vollzog er] nach der Weise Prajāpatis [das weitere Schöpfungswerk; das letzte Verb ist unsicher].

10.33 Aus diesem Grund, Brahmā, ist auf dem Lotus im Innern eines Gefäßes die Eber-Offenbarung des erhabenen Herrn zu verehren, die einer dunklen Regenwolke gleicht.

10.34 So sind [diese] Kräfte samt ihrem Gefolge im großen Opfer der neun Sitze zu verehren. Dieses werde ich dir vollständig erklären.

10.35 Schon durch seinen Anblick wird die Bindung an das Werden zerstört. Man teile das Feld in zweimal acht gleiche Abschnitte, von Osten ausgehend.

10.36 Danach unterteile man diese [Abschnitte] und zeichne jeden sechsfach, sodass Tausende von Feldern entstehen. [Die nähere Zahlenangabe ist beschädigt.]

10.37 [Der Anfang nennt] zweihundert [und weitere Hunderter] sowie sechzehn Felder. [Die Gesamtzahl ist im Wortlaut beschädigt.] Nachdem man so das eigene weite Feld [angelegt hat], Zweimalgeborener,

10.38 [mit einem Maß von] vierundzwanzig Ellen zur Verehrung des Neungestaltigen, sind darin der Reihe nach neun Mandalas herzustellen,

10.39 mit Toren, Śobhā-Bereichen und Ecken sowie [Umgängen; das Wort ist unsicher], in der Mitte mit den jeweiligen Feldern versehen, gleichmäßig oder unterschiedlich.

10.40 In der Feldmitte gestalte man das erste Mandala mit einhundertvierundvierzig Abschnitten, Zweimalgeborener [wörtlich: hundert und ein um sechs vermindertes halbes Hundert].

10.41 Es hat vier Tore, einen Sitz und ein Bildfeld. Zunächst entferne man [die inneren Rasterlinien der] sechsunddreißig mittleren Abschnitte.

10.42 Dies ist als Bildfeld zu verstehen; außen liegt die Reihe des Sitzes. Von dort aus entferne man in den Hauptrichtungen mittig jeweils [vier] Abschnitte. [Die Lesung der Zahl ist beschädigt.]

10.43 In den nordöstlichen, südöstlichen, südwestlichen und nordwestlichen Ecken jeweils drei. Die Tore samt den Eckbereichen [gestalte man] mit zwei Feldreihen.

10.44 In der inneren Reihe in den vier Hauptrichtungen [nehme man] zwei Felder für den Karṇa-Bereich und außen vier für den Upakarṇa-Bereich.

10.45 Für den Śobhā-Bereich in der vierten Ecke [nehme man] zweimal drei Abschnitte. Nachdem so das Mandala in der Mitte gestaltet ist, entferne man außen

10.46 sechs Reihen für den Umgang nach Osten, Norden, Süden und Westen. Danach [bestimme man] im östlichen Teil des Feldes das nächste mittlere Mandala.

10.47 Mit der zuvor genannten Zahl von Abschnitten arbeite man es ebenso aus. Es erhält Śobhā-Bereiche in den vier Hauptrichtungen, Lotusgeborener.

10.48 Erfahre, wie ihre Plätze herzustellen sind: Auf beiden Seiten des Tores gestalte man zwei schöne Śobhā-Bereiche, Zweimalgeborener.

10.49 Dazu [nehme man] in der äußeren Reihe einen Abschnitt und innen drei. [Die weitere Anweisung zu benachbarten Feldern ist unverständlich überliefert.]

10.50 [Die Ecke des benachbarten Śobhā-Bereichs ist zu bestimmen; das Verb ist beschädigt.] Mit beiden Reihen [verfahre man] wie zuvor bei den sechs Eckabschnitten. [Die genaue Anordnung bleibt unsicher.]

10.51 Zur Herstellung des Umgangs entferne man zunächst in drei Richtungen sechs Reihen [die nähere Feldbezeichnung ist beschädigt], nach Süden, Norden und Osten.

10.52 Nach diesem Verfahren gestalte oder entferne man die Abschnitte so, dass die festgelegte Anzahl von neun Sitzen nicht vermindert wird.

10.53 So gestalte man sie vorschriftsmäßig, Pauṣkara. [Die folgende Aussage zum Überschreiten, zum Waffenmantra und zum Erreichen des Tores ist beschädigt.]

10.54 [Mit der entsprechenden Zahl von] Feldreihen [gestalte man] in den Richtungen vier Tore, außerdem acht Śobhā- und acht Upaśobhā-Bereiche,

10.55 vier Ecken und außen drei Linien. Für jedes Tor entferne man einhundertacht [Rasterfelder].

10.56 Für jeden Śobhā-Bereich entferne man einundachtzig Abschnitte. Für die Herstellung eines Upaśobhā-Bereichs wird dieselbe Abschnittszahl angegeben.

10.57 Jede Ecke arbeite man einzeln aus, jeweils um drei vermindert. Nachdem man zuerst die Anordnung festgelegt hat, führe man sie aus.

10.58 Außerhalb des Umgangs [bestimme man] für das Tor drei Reihen von jeweils sechs Abschnitten, sodass achtzehn Abschnitte entstehen.

10.59 Daraus entsteht ein gleichmäßiger, rechteckig länglicher Tor-Karṇa-Bereich. Außerhalb davon, Brahmā, sind zur Herstellung des Upakarṇa-Bereichs

10.60 drei Reihen mit je zwölf Abschnitten zu entfernen, sodass sechsunddreißig Abschnitte freigelegt werden.

10.61 Außerhalb des Upakarṇa-Bereichs gestalte man die Torgrundlage, schön und ihm entsprechend, Lotusgeborener.

10.62 Drei Feldreihen mit je achtzehn Abschnitten sind zu entfernen, sodass ihre Zahl vierundfünfzig beträgt.

10.63 Nach dieser Entfernung entsteht das Tor [die weitere Beschreibung ist beschädigt]. Seitlich des Tores gestalte man den Śobhā-Bereich; dazu entferne man

10.64 nahe dem Tor-Karṇa-Bereich drei Reihen mit je fünfzehn Abschnitten, Brahmā, sodass der Reihe nach vierzig

10.65 und fünf [zusammen fünfundvierzig] als Gesamtzahl entstehen, Pauṣkara. Dann sind nahe dem Upakarṇa-Bereich [Reihen] mit je neun Abschnitten,

10.66 und zwar drei, sorgfältig zu entfernen. So ergibt sich eine Zahl von siebenundzwanzig Abschnitten. [Ein kurzes Textstück fehlt.]

10.67 Nahe der Torgrundlage sind drei Reihen mit je drei Abschnitten freizulegen, sodass [neun Felder entstehen; die Gesamtzahl ist im Grundtext beschädigt].

10.68 Vom äußeren Śobhā-Bereich aus [wird] der Upaśobhā-Bereich [gebildet; Textlücke]. Nach dessen Herstellung führe man die Bereinigung der Ecken aus.

10.69 Aus den jeweils drei Reihen, die als innere, mittlere und äußere gelten, entferne man neunundneunzig Felder,

10.70 bis insgesamt dreihundert abzüglich drei, also zweihundertsiebenundneunzig Abschnitte erreicht sind. Außen an der Torgrundlage [verwende man] drei Feldreihen.

10.71 Man stelle drei oder fünf abgrenzende Linien oder entsprechend Bänder her. [Die abschließende Bestimmung ist beschädigt.]

10.72 Am anderen Tor des Felds verfahre man ebenso, Pauṣkara. Außen [zeichne man] die Liniengruppe oder [arbeite] drei Bänder aus.

10.73 Wenn du eine breitere [Waffen- oder Außenanlage; das Wort ist beschädigt] wünschst, Pauṣkara, entferne dafür neun Reihen und gestalte [sie entsprechend].

10.74 Tore, sechs [Abschnitte] und Ecken [bestimme man] nach dem zuvor genannten [Verfahren]. Je zwei Reihen [dienen] den Tor-Karṇa-Bereichen und den übrigen Teilen, Zweimalgeborener.

10.75 Die Zahl der Abschnitte des Mandalas [bei der kleineren Form] ist aus der Verminderung um drei Reihen selbst zu erschließen; was sollte ich dazu noch sagen? [Die Bezeichnung der kleineren Form ist beschädigt.]

10.76 Nachdem man in der Mitte der Mandalas die Folge der Bildfelder freigelegt hat, gestalte man die gleichmäßigen Linien von zweifachem [Maß] rein weiß.

10.77 Sind sie abgegrenzt, färbe man von der Außenseite der Bildfelder aus der Reihe nach das mit [Feuer] verbundene Feld auf die vorgeschriebene Weise.

10.78 Außerhalb der Bildfelder [verwende man] weißrötliche Farbe. Die Fußreihe des Sitzes [färbe man] wie Rājapāṣāṇa. [Die Lesung der betreffenden Sitzteile ist unsicher.]

10.79 Seinen Körper und seine Umhüllung [gestalte man] wie den Blitz [wörtlich „Hundertschneidiger“], mit Unterschieden von Schneeweiß und Rot oder wie Nṛpopala.

10.80 Die vier Ecken des Sitzes fülle man mit gelber Farbe, im Nordosten beginnend bis zur nordwestlichen Ecke.

10.81 In derselben Reihenfolge der Verehrung [gestalte man] die vier Hauptrichtungen: Westen, Norden, Osten und Süden. Die Tore [fülle man] mit reinem Weiß.

10.82 Den Lotus fülle man mit leuchtend roter Farbe, Zweimalgeborener; innen [verwende man] Weißrot und für den Upaśobhā-Bereich [Goldfarbe; die Lesung ist beschädigt].

10.83 Danach fülle man [die Bereiche] entsprechend der Unterscheidung von Mitte [und außen]: von der Mitte aus goldfarben, außen smaragdfarben.

10.84 Die Ecken sind leuchtend rot zu färben, entweder mit dieser Farbe allein, Zweimalgeborener, oder zusammen mit Weißrot.

10.85 Höre von mir, wie sich dies nach den jeweiligen Unterteilungen richtet: In der Mitte des aus drei Feldreihen gebildeten Eckmaßes

10.86 fülle man [den Bereich] mit leuchtendem Weiß; innen schmücke man [ihn] mit leuchtend rotem Pulver und Rot.

10.87 Oder man fülle von der Mitte aus mit leuchtendem Rot, an Anfang und Ende mit weißrötlichem Pulver und [lotusfarbener Farbe; das letzte Wort ist unsicher].

10.88 Von Ecke zu Ecke [spanne man] eine Schnur [Textlücke] und teile die Ecke. Einen Abschnitt [färbe man] leuchtend rot, den anderen weißrötlich.

10.89 Oder man färbe die beiden Hälften wie zuvor in umgekehrter Anordnung, mit jeweils geeigneten unterschiedlichen Pulvern, sodass die Gestalt schön hervortritt.

10.90 [Die Angabe zum äußeren Eckverfahren ist beschädigt.] Bei den Linien und den an unterschiedlichen Stellen liegenden Farben

10.91 schaffe man die Abgrenzung durch wechselseitig verschiedene Farbpulver. Sitz und übrige Teile bedecke man mit für die Verehrung geeigneten Blumen.

10.92 Bei jedem Mandala lasse man [einen näher bezeichneten halben Bereich frei; die Lesung ist beschädigt]. Außen [gestalte man] mit Safran und weiteren [Stoffen] die Linien.

10.93 Den gesamten Umgang des Mandalas bestreiche man mit Weiß und den übrigen [Farben]. [Der zweite Halbvers fehlt.]

Überlieferungslücke: Der restliche Schluss dieses Kapitels ist verloren. In den der Ausgabe zugrunde liegenden Handschriften schließt der Beginn des elften Kapitels ohne erkennbare Trennung an.

Damit endet in der Pauṣkarasaṃhitā, der großen Upanishad des heiligen Pāñcarātra, das zehnte Kapitel, „Die Kennzeichen der Anlage der neun Lotusse“.


Kapitel 11: Das runde Bildfeld

Von diesem Kapitel ist nur ein kurzer Abschnitt erhalten. Schon am Beginn der Antwort des Herrn besteht eine Lücke; auch der Schluss bricht ab, bevor die angekündigte Darstellung abgeschlossen ist.

Pauṣkara sprach – unnummerierter Eingangsvers: Die Kennzeichen der runden und übrigen Bildfelder sind mir noch unbekannt. Erkläre sie, Herr der Welt, wenn du mir deine Gnade erweisen willst.

Der erhabene Herr sprach: [Der Beginn der Antwort fehlt.]

11.1 Nachdem [die Rasterlinien] getilgt sind, [gestalte man] die mit ihren Kennzeichen versehene Grundlage der gesonderten Verehrungen. Darauf lege man inmitten der Mandalas die Gruppe der Bildfelder an.

11.2 In der Mitte des zuvor beschriebenen kleinsten Mandalafelds lasse man einen weiteren [Abschnitt] frei und ziehe einen Kreis mit der Hälfte von sechzehn [also acht Abschnitten].

11.3 Als Kennzeichen der sechs göttlichen Eigenschaften, beginnend mit Erkenntnis, färbe man [die Bereiche] der Reihe nach weiß, rötlich, rot und goldfarben,

11.4 [ferner] wie Nṛpaśaila und Koralle [eine weitere, blauartige Farbangabe ist beschädigt]. Dies ist der Vorrang dieses [Bereichs], wenn Sitz und übrige Teile gleichartig sind. [Die Zuordnung der mehr als sechs Farbwörter zu den sechs Eigenschaften bleibt unsicher.]

11.5 Oder man gestalte dort in der Mitte eine entsprechende viereckige Anlage mit vier Toren, ohne Śobhā-Bereiche; [der innere Bereich erhält] Rundung. [Ein Fachwort ist beschädigt.]

11.6 Im Mittelpunkt ihres Brahmā-Bereichs befestige und spanne man eine Schnur und ziehe ringsum [Kreise bis zu den Grenzen von Sitz und Umgang; die genaue Lesung ist unsicher].

11.7 Dann führe man die Schnur wieder zum Bereich der Torplattform und ziehe mit ihr wie zuvor einen Kreis, Pauṣkara.

11.8 Man spanne sie bis zur Torgrenze und bilde wie zuvor einen Kreis. Die inneren Kreise [sind zu färben; der Satzschluss fehlt teilweise].

11.9 Außen verschönere man die an die Tore anschließenden Ecken. So tritt das runde Mandala hervor, das ich zuvor angedeutet habe.

11.10 Auf diese Weise entsteht die Mitte der Vyūha-Anordnung. Wenn man ohne eine solche Anordnung verehrt, gestalte man eine zweite, einzelne [Form; Textlücke] für die entsprechende Ausführung.

11.11 Das Feld ist nach der Ordnung des Mandalas vierzehnfach unterteilt. Man [färbe es] weiß und verehre [die Gottheit] mit weißen Blumen.

11.12 In der Mitte gestalte man einen rein weißen Lotus mit den vorgeschriebenen Kennzeichen. Nachdem dies ausgeführt ist, verehre man die Vāsudeva genannte Kraftgestalt.

Überlieferungslücke: Die weitere Darlegung fehlt; das Kapitel endet unvermittelt.

Damit endet in der Pauṣkarasaṃhitā, der großen Upanishad des heiligen Pāñcarātra, das elfte Kapitel, „Die Kennzeichen des runden Bildfelds“.


Lakshmi: göttliche Fülle und Zuwendung im vaishnavitischen Zusammenhang.

Kapitel 12: Das Bildfeld der fünf Lotusse und das Zeitrad

Der erhabene Herr sprach:

12.1 Nachdem man so in der Mitte das runde Bildfeld gestaltet hat, Lotusgeborener, zeichne man in die Mitte des östlichen Mandalas das Bildfeld des Lotuskranzes.

12.2 Im südöstlichen Mandala [zeichne man] das Rad, im Süden die Sonnenscheibe. Sodann [zeichne man] im südwestlichen Mandala [die im Wortlaut beschädigte Gestalt, nach 10.22 die Mondsichel].

12.3 Im Westen gestalte man das als dreifach gegliedert bezeichnete Bildfeld; im Mandala der nordwestlichen Ecke [ein weiteres] Bildfeld in seiner Mitte. [Die Bezeichnung dieses Bildfelds ist nicht erhalten.]

12.4 Wer alle [Gestalten] als höchste [Gegenwart] verehrt, ein Jahr, sechs Monate oder drei Monate lang, Lotusgeborener,

12.5 einen Monat, einen halben Monat oder neun Tage lang [die Zahlverbindung ist unsicher], für den ist wie zuvor das schrittweise Wechseln [der Verehrungsform] vorgeschrieben.

12.6 Höre nun, Brahmā, ihre Herstellung der Reihe nach. Zuerst erkläre ich dir das Bildfeld der fünf Lotusse.

12.7 Das genannte Mandalafeld teile man in vierundzwanzig, Zweimalgeborener, nach dem Kreisverfahren [Textlücke] bis zur jeweiligen Grenze.

12.8 Bis zur Begrenzung durch die Sitzschnur bestimme man in der Mitte einen Punkt [ein Wort ist unsicher]. Mit einem Maß von elf Abschnitten [grenze man] den äußeren Bereich des Lotus ab.

12.9 Man ziehe zwei Kreise und [bestimme] den achtzehnten Abschnitt. Von den vierundzwanzig Abschnitten spare man [den verbleibenden Bereich] nahe dem Sitz aus.

12.10 So gestalte man den Lotus und die [umgebenden] Lotusse richtig. Wie dies geschieht, erkläre ich kurz, Lotusgeborener.

12.11 Die von der Mitte aus angelegten beiden Kreise kennzeichne man fünffach. Das erste Zeichen setze man im Osten.

12.12 Von diesem Zeichen ausgehend bringe man vier weitere an, sodass sich am Ende fünf gleiche Abschnitte ergeben.

12.13 An diesen Zeichen befestige man eine Schnur von fünf Abschnitten und ziehe zur Herstellung der Lotusse wie zuvor der Reihe nach Kreise.

12.14 So entstehen fünf Felder für fünfblättrige Lotusse. Der mittlere Lotus sei weiß, die Fünfergruppe hell und leuchtend.

12.15 Ihre Mittelstücke seien gelb, die Staubfäden rot gefärbt. Bei diesen Lotussen [bilde man] in jedem Blattzwischenraum drei Staubfäden.

12.16 Die drei Kreise, die zuvor zur Herstellung der Lotusse gezogen wurden, Zweimalgeborener: Ihre Zwischenbereiche fülle man mit Farbpulver,

12.17 und zwar wie blauer Saphir; ebenso den Stängel der Lotusreihe. Die Blattzwischenräume aller [Lotusse], beim mittleren Bereich beginnend,

12.18 fülle man bis zum Feldrand mit einer Farbe wie Nṛpāśman. Man lege nicht bei allen Lotussen einen Freiraumkreis wie beim mittleren an.

12.19 Nach der Vollendung verehre man im mittleren Lotus den Herrn des Bildfelds; ebenso verehre man ihn vorschriftsmäßig in der Mitte sämtlicher Mittelstücke.

12.20 Die mit Puruṣa beginnende Fünfergruppe werde im östlichen Lotus verehrt, der Reihe nach vom östlichen Blatt bis zum nordöstlichen Bereich.

12.21 Im Uhrzeigersinn setze man bei allen die Gruppe der Wirklichkeitsprinzipien bis zur Erde ein. Nach dem Einsetzen verehre man sie mit Fußwaschwasser, Ehrengaben, Blumen, Räucherwerk und duftenden Salben.

12.22 Der erhabene Herr mit unendlichen Formen wird als Träger der Waldgirlande bezeichnet. Danach gestalte man das Samenrad mit der gewünschten Zahl von Speichen.

12.23 Das höchste hat zwölf Speichen; es wurde dir zuvor bekannt gemacht. Sämtliche [Gottheiten] werden nach der Zeitfolge benannt; man verehre sie der Reihe nach [der genaue Ausgangspunkt ist beschädigt].

12.24 [Man verehre sie] vorschriftsmäßig an den sechs Gliedern und an den Felgenenden, Bester, unterschieden nach grober und feiner [Zeit]. Wie dies geschieht, werde ich dir erklären.

12.25 Prāṇa, der Atem [hier zugleich Zeitmaß], befindet sich an der Achse. [Die anschließende Zuordnung der Vināḍikā und weiterer Einheiten zu Naben oder Speichen ist beschädigt], Brahmā.

12.26 An den Radreifen befindet sich der Monat, in den Felgenbereichen die Jahre. Damit ist die grobe Zeit erklärt. Höre nun von der feinen Zeit.

12.27 [Genannt werden ein beschädigt überliefertes Zeitmaß], der Augenblick, Truṭi und Lava, Zweimalgeborener, sowie [weitere Zeitmaße] von der Kāṣṭhā an bis zu [größeren Einheiten; die Zuordnung ist unsicher].

12.28 In diesem Rad der Zeit, das in Bewegung setzt und zurückführt, verehre man in der Lotusmitte Pradyumna samt seinen Gliedern, [rein vergegenwärtigt].

Damit endet in der Pauṣkarasaṃhitā, der großen Upanishad des heiligen Pāñcarātra, das zwölfte Kapitel, „Die Kennzeichen der Bildfelder der fünf Lotusse und des Rades“.


Kapitel 13: Das Sonnenbildfeld

Der erhabene Herr sprach:

13.1 Höre [vom Bildfeld der] mächtig strahlenden [Sonne], die mit unendlichen Strahlen leuchtet und von den Herren der Götter und Asuras [verehrt wird]. [Anfang und Schluss sind beschädigt.]

13.2 Wie das Feld zuvor zur Herstellung der fünf Lotusse unterteilt wurde, so unterteile es, Brahmā, zur Herstellung des Sonnenbildfelds.

13.3 Mit zwölf Abschnitten [bestimme man] den Lotus und spare außen einen Abschnitt aus. Dann ziehe man zwei Kreise, nachdem man fünf Abschnitte abgeteilt hat.

13.4 Dies ist die Scheibe der glühenden Strahlen. Außen lege man fünf [weitere] Abschnitte an und ziehe einen dritten Kreis zur Gestaltung der Strahlen.

13.5 Zwischen dem Strahlenbündel und dem Sitz spare man einen Abschnitt aus. Dann befestige man am Rand der Sonnenscheibe eine Schnur, Bester,

13.6 und spanne sie bis zum Ende der Strahlen, soweit [die Linie] zu schlagen ist. Man lasse [dabei] einen Abschnitt zwischen den Schnüren frei. [Ein Verb ist beschädigt.]

13.7 Ebenso spanne und schlage man eine weitere Schnur, Zweimalgeborener. Nach diesem Verfahren lege man fünf Schnüre für [die Strahlenzeichnung] aus.

13.8 [Der erste Halbvers über die Sonnenscheibe ist weitgehend beschädigt.] Dann breite man Farbpulver aus, sodass [die Zeichnung] wie die Sonne erstrahlt.

13.9 Mit roter und rötlicher Farbe [fülle man] Mitte und Rand, sodass die Scheibe vollkommen wie eine Kugel aus Licht und Glut erscheint.

13.10 Mit weißrötlicher Farbe und feinen Linien bilde man ringsum [die Strahlen], wie einen Kuhschweif [zur Spitze hin verjüngt; ein Wort ist unsicher].

13.11 Sämtliche Zwischenräume der Strahlen und ebenso den Außenraum gestalte man, Brahmā, mit [dunkelblauem] Farbpulver, sodass er wie ein wolkenloser Himmel erscheint.

13.12 Darauf gestalte man wie zuvor einen Lotus mit glückverheißenden Kennzeichen. Wer [die dort gegenwärtige Gottheit] mit höchster Hingabe [verehrt; der zweite Halbvers ist stark beschädigt],

13.13 geht bald in das höchste, ungeborene und unvergängliche Brahman ein. Wer dorthin gelangt ist, kehrt nicht wieder in diesen Käfig des Werdens zurück.

Damit endet in der Pauṣkarasaṃhitā, der großen Upanishad des heiligen Pāñcarātra, das dreizehnte Kapitel, „Die Kennzeichen des Sonnenbildfelds“.


Kapitel 14: Das Mondbildfeld

Der erhabene Herr sprach:

14.1 [Die Mondgestalt ist] von Nektarsaft erfüllt und gleicht einer Ansammlung von Schnee. [Die weiteren Worte über ihren schönen äußeren Glanz sind beschädigt.]

14.2 Diese werde ich nun erklären, [wie sie] unter den Bildfeldern bezeichnet wird. Man kennzeichne das Feld achtfach zwischen den beiden Richtungen Süden und Norden.

14.3 Mit den [entsprechenden] Schnurlinien [entstehen] neun [Grenzen; die Lesung ist unsicher]. Ebenso lege man eine Ost-West-Schnur durch die Mitte des Felds.

14.4 Zwei weitere Schnüre [ziehe man] im Feld, sodass drei von Osten nach Westen verlaufen. Der dritte Abschnitt, vom Osten aus gezählt, Pauṣkara,

14.5 ist bis zur Grenze des Brahmā-Platzes gleichmäßig vierfach zu unterteilen. Man kennzeichne ihn mit drei deutlichen Zeichen, Lotusgeborener.

14.6 Davon lasse man einen vierten Teil frei, entsprechend zwei östlichen Abschnitten, und befestige nach diesem Verfahren eine Schnur an dem betreffenden Teil.

14.7 [Die Beschreibung ihres Verlaufs ist beschädigt.] Bis zur siebenten Schnur [führe man die Linie] und dann das entsprechende Zeichen nach Süden.

14.8 [Man verfahre] bis zu den beiden [Schnüren] und ebenso beim Zeichen in nördlicher Richtung. So lege man zunächst das Zeichen wie eine mittlere Mondsichel an.

14.9 Zur Vollendung des als Halbmond bezeichneten Bildfelds wird nun [die weitere Linie] erklärt. [Der zweite Halbvers über den vierten Abschnitt ist weitgehend verloren.]

14.10 Nachdem man diese angelegt hat, führe man [sie] zum Horn der zuvor gebogenen [Linie]. Von dem einen bezeichneten [Horn] aus führe man sie zum zweiten.

14.11 So entsteht durch die Mondlinie die [vollständige] Mondsichel. Wie sie mit Farbpulver auszufüllen ist, wird nun erklärt.

14.12 Mit weißgelber Farbe fülle man die beiden Begrenzungslinien des Mondes gleichmäßig, in der Mitte etwas breiter,

14.13 zu den Hörnern hin allmählich schmaler wie ein Kuhschweif. Von der Mitte aus breite man Weiß aus und zeichne darin einen Lotus.

14.14 Man befestige und spanne vom Brahmā-Platz aus eine Schnur bis in die Nähe der Mond[linie], sodass sie diese berührt.

14.15 Damit ziehe man den Kreis zur Herstellung des Lotus. Im Innern des Mondes verehre man Nārāyaṇa, dessen Augen weit wie Lotusblätter und der frei von allem Übel ist,

14.16 den alldurchdringenden Herrn, der die Bindung an das Werden zerstört und die Herrlichkeit der Befreiung verleiht. [Der zweite Halbvers fehlt.]

Damit endet in der Pauṣkarasaṃhitā, der großen Upanishad des heiligen Pāñcarātra, das vierzehnte Kapitel, „Die Kennzeichen des Mondbildfelds“.


Kapitel 15: Das dreieckige Bildfeld

Der erhabene Herr sprach:

15.1 Die zu Virāṭ gehörende Kraft des alldurchdringenden Herrn wird als Brahma-Prinzip bezeichnet. Ihre durch drei Glieder gekennzeichnete Verehrungsanlage werde ich dir nun erklären.

15.2 Am Brahmā-Platz des Vierecks befestige man eine Schnur, Bester, und kennzeichne die westliche Hälfte des Feldes wie eine Mondsichel.

15.3 Dann befestige man sorgfältig eine Schnur in der Mitte der östlichen Richtung, führe sie zur Mitte der westlichen Richtung und setze mit ihr Zeichen.

15.4 [Diese liegen] nahe der südwestlichen und nordwestlichen Richtung der quadratischen Umfriedung. Zwei Schnüre verlaufen nach Norden und Süden, Lotusgeborener.

15.5 [An ihren Endpunkten angelegt], lässt die Schnur ein Dreieck hervortreten. Wie zuvor bilde man in der Mitte [ein weiteres Dreieck; Textlücke].

15.6 Zwischen diesen beiden [ziehe man weitere Linien], um den dritten Kreis [oder Umlauf] herzustellen, sodass vier Dreiecke mit je drei Schnüren entstehen.

15.7 Nach der Ordnung der drei Glieder lege man dann die Schnüre nach Norden, Süden und Westen aus. [Die nähere Bestimmung ihrer Abgrenzung ist beschädigt.]

15.8 [Man verbinde] die nördlichen und südlichen, die nördlichen und westlichen sowie die südlichen und westlichen Glieder durch die entsprechenden Schnüre.

15.9 Durch die so geschlagenen Schnurlinien entstehen zweihundert und fünfzig [sowie möglicherweise weitere] dreieckige Abschnitte. [Ein zusätzliches Wort für „hundert“ macht die Gesamtzahl unsicher.]

15.10 [Man gestalte] Tore mit Śobhā-Bereichen und drei Ecken, Pauṣkara. Mit zwei Feldreihen [bestimme man] den schönen Umgang.

15.11 Mit einer Reihe stelle man den Sitz her, mit [den übrigen] Feldreihen den Lotus. Nach dieser Anordnung beginne man mit dem Entfernen [der Rasterlinien].

15.12 Zehn Abschnitte [entferne man] zur Herstellung [des Zugangs] in der Mitte einer Richtung. In der äußeren Reihe [sind] sieben, dreifach [und] vierzehn [genannt; die Verbindung der Zahlen ist beschädigt].

15.13 Drei weitere Abschnitte entferne man in Yoni-Form. Diese sieben sind in der äußeren Reihe zu entfernen; danach [verfahre man] innen.

15.14 Für den Karṇa-Bereich [nehme man] drei Eckformen, zwei Yoni-Formen und eine Feuerform, Zweimalgeborener. [Die Satzverbindung ist unsicher.] So [entstehen] wie im Feuerbereich diese zehn Abschnitte.

15.15 Nachdem man sie für das Tor freigelegt hat, gestalte man die beiden Śobhā-Bereiche. Hinter den beiden [Seiten] des Tores [folgt eine beschädigte Angabe zu dreißig beziehungsweise sechs Eckabschnitten], Pauṣkara.

15.16 In der äußeren Reihe [gestalte man] die Yoni-Form; innen [werden] fünfzehn [Abschnitte genannt]. Drei entferne man in der Form des Feuerbereichs, zwei in Yoni-Form.

15.17 So tritt der schöne Śobhā-Bereich hervor. Dann bereinige man die Ecke: mit der äußeren und inneren Reihe [entstehen] dreißig Abschnitte.

15.18 Ebenso gestalte man die beiden anderen Tore mit Śobhā-Bereichen wie zuvor, Zweimalgeborener. Die zehn verbleibenden Abschnitte arbeite man als Ecke aus.

15.19 In der einen Reihe, die für den Umgang vorgesehen wurde, entferne man ringsum fünf [Abschnitte; das Zahlenwort ist beschädigt], Zweimalgeborener.

15.20 In der innerhalb des Umgangs liegenden Reihe bilde man einen wohlgestalteten Sitz. Fünf Dreiecke in den Richtungen [entferne man; Textlücke].

15.21 Drei [Felder] seien wie der Feuerbereich, zwei weitere wie die Yoni. In jeder Ecke entferne man sechs Abschnitte, Brahmā.

15.22 Mit den verbleibenden sechzehn Feldern [gestalte man den Bereich] zwischen Lotus und Sitz. Diese durch ihre Kennzeichen bestimmte [Form dient] der gesonderten Verehrung.

15.23 [Bei] den Toren und der Kraft [gestalte man] das von mir genannte Mandala. [Die genauere Anweisung zum] Viereck mit drei Linien ist beschädigt.

15.24 Wenn es als Bestandteil der neunfachen Verehrungsanlage verwendet wird, lasse man den Umgang fort und versehe es mit Toren und den übrigen Teilen.

15.25 [Man gestalte es] ohne die drei Linien [oder mit freiliegenden Linien; die Lesung ist unsicher], mit quadratischer Umfriedung. Zuerst bilde man das Dreieck wie zuvor und unterteile das Feld vierzehnfach,

15.26 in völlig gleiche Abschnitte, und schlage die Schnüre wie zuvor. Dann [folgt] eine besondere Mantra[zuordnung oder Maßregel]; man entferne die betreffenden Abschnitte.

15.27 Die Tore samt Śobhā-Bereichen [gestalte man] mit den zuvor genannten Abschnitten, Zweimalgeborener. Dann bilde man die drei Ecken mit [einer teilweise verlorenen Zahl von] Abschnitten.

15.28 Wie zuvor entferne man in den Sitzecken jeweils sechs Abschnitte. Von den drei Richtungen aus bearbeite man die übrigen Abschnitte.

15.29 Mit den innerhalb des Sitzes verbleibenden [Feldern] gestalte man einen gleichmäßigen Lotus mit den vorgeschriebenen Kennzeichen; oder man bilde ihn ohne Sitz.

15.30 Oder man zeichne eine aus sechzehn Abschnitten gebildete [Form], [mit oder ohne Sitz; der Wortlaut ist widersprüchlich]. Wie bei beengtem Raum [mit fünf Formen] zu verfahren ist, wird noch erklärt.

15.31 Die Tore [färbe man] rein weiß, den folgenden Bereich weißrötlich. Den inneren Richtungsbereich färbe man schwarz oder mit der entsprechenden [Farbe]. [Ein Wort ist beschädigt.]

15.32 Den äußeren Bereich [färbe man] rot und rötlich, oder vom Nordosten an mit Weiß und den weiteren [Farben]. Feuer, Wind und Sonne befinden sich in den drei Ecken des Sitzes.

15.33 In den drei Richtungsbereichen [die erste Aufzählung ist beschädigt], im Norden, [Westen] und Süden, [vergegenwärtige man] die drei heiligen Überlieferungen: Rigveda, Yajurveda und Samaveda.

15.34 Nachdem man dies vollendet hat, setze man das Brahma-Prinzip im Innern ein, umgeben von seinem Gefolge, Brahmā, und [verehre es] mit Hingabe und Opfergaben.

15.35 Wer seinen Geist darauf richtet und [die Darbringung] mit rechter Rede [vollzieht], erlangt glückverheißende Wunscherfüllung; wer Befreiung sucht, die höchste Stätte.

Damit endet in der Pauṣkarasaṃhitā, der großen Upanishad des heiligen Pāñcarātra, das fünfzehnte Kapitel, „Die Kennzeichen des dreieckigen Bildfelds“.


Zur heutigen Vertiefung: Lakshmi und die Bedeutung göttlicher Fülle.

Kapitel 16: Das Schildkrötenbildfeld

Der erhabene Herr sprach:

16.1 Höre, Brahmā, ich werde die Verehrungsanlage im Innern der Schildkröte erklären, die siebente der neunnabeligen [Anlage], zur Verehrung Vishnus.

16.2 In nordöstlicher Richtung bilde man stets den Schildkrötenkreis. Man zeichne ihn mit Farbpulver, sodass seine Gliederung deutlich hervortritt.

16.3 Man teile das Feld zehnfach und schlage dann die Schnurlinien. So entstehen einhundert Felder, bester Zweimalgeborener.

16.4 Von der nordwestlichen bis zur nordöstlichen Ecke entferne man eine Feldreihe [die zugleich als östlich bezeichnet wird; die Richtungsangaben sind nicht widerspruchsfrei].

16.5 Man befestige am Brahmā-Punkt eine Schnur und spanne sie der Reihe nach bis in die Nähe der dritten Nord-Süd-Schnur.

16.6 Von dort führe man das zu zeichnende Zeichen nach Norden zum Schnittpunkt der vierten [Linie] von der Mitte mit der fünften [Linie]. [Die genaue Zuordnung ist unsicher.]

16.7 Nach diesem Verfahren zeichne man den Rücken [Textlücke]. Am Schnittpunkt der siebenten Nord-Süd-Schnur mit der Mittelschnur

16.8 befestige man wie zuvor die Schnur und führe sie zur dritten [Linie]. Man zeichne damit nach Süden bis zur fünften [Linie] von der Mitte aus.

16.9 Im sechsten Abschnitt von der Seite entsteht so der Schildkrötenrücken. Dann [gehe man] von der Mitte des sechsten zum siebenten Abschnitt.

16.10 Man befestige die Schnur am Schnittpunkt und verbinde sie mit dem Brahmā-Zeichen. Dann schlage man die Linie zur Herstellung des Schwanzes, Pauṣkara.

16.11 Sodann [bestimme man] die Hälfte des Schwanzes und befestige die Schnur am Schnittpunkt [der] fünften [Linie] von der Grundlage mit der achten von der Seite. [Der Schluss ist beschädigt.]

16.12 Man spanne sie [die folgende Angabe nennt Ṛg-, Yajur- und Sāmaveda in unklarem Bezug], berühre die siebente [Linie] und führe die Zeichnung von dort zur vierten von der Mitte aus.

16.13 Dann befestige man die Schnur an der Schwanzspitze und führe sie zum bestimmenden [Punkt] der vierten [Linie] von der Mitte und der achten von der Seite.

16.14 Von dort führe man die Zeichnung [zur fünften Linie; der Wortlaut ist beschädigt]. Danach zeichne man den Hals- beziehungsweise Seitenbereich. [Die Handschriften unterscheiden die Wörter für Hals und Ohr hier nicht zuverlässig.]

16.15 Zwischen der dritten [Linie] von der Mitte und der fünften von der Seite befestige man innen eine Schnur und spanne sie nach vorn.

16.16 Man führe das Zeichen bis zur mittleren fünften [Linie]. Von dort [zeichne man] im Bereich des Halses beziehungsweise Ohres, nicht darüber, Lotusgeborener,

16.17 bis es sich mit dem Zeichen der vierten [Linie] von der Mitte verbindet. [Die anschließende Angabe zur achten und siebenten Linie ist beschädigt.]

16.18 Man befestige die Schnur innen, spanne sie mit diesem Maß bis zur vierten [Linie] von der Mitte, bewege sie von dort und verbinde [die Zeichnung].

16.19 [Dabei wird] die fünfte Schnur vom Brahmā-Punkt [herangezogen; die weitere Bestimmung ist unsicher]. So wird der Hals- beziehungsweise Ohrbereich hergestellt. Höre nun von den Füßen.

16.20 [Die Anweisung nennt] zwei [Seiten], halbe Fußmaße und je zwei Knie. [Die Verbindung ist beschädigt.] Danach erkläre ich das Verfahren zur Herstellung der Seite.

16.21 An der Verbindung der drei Mittelschnüre mit der zehnten Nord-Süd-[Linie] befestige man eine Schnur. [Die folgende Berührungsanweisung ist verderbt.]

16.22 Man führe das zu zeichnende Zeichen weiter; höre, wohin: zur vierten [Linie] vom festen Punkt und zur zehnten vom Schulterbereich aus.

16.23 Das hintere Knie [gestalte man] wie das vordere an den entsprechend gezählten Schnüren. Wenn beide Zeichen vollendet sind, sind Körper und Knie miteinander verbunden.

16.24 Im Feld unter dem Knie gestalte man den Fuß, nachdem man es mit Schnurlinien vierfach unterteilt hat, bester Zweimalgeborener.

16.25 In den Hälften [bilde man] fünf [Krallen; der Ausdruck ist teilweise verloren]. In der darunterliegenden Feldreihe, mit den beiden mittleren Abschnitten,

16.26 gestalte man zuerst eine nach unten geöffnete Mondsichel, Pauṣkara. Ihre beiden Hörner verbinde man mit der äußeren elften Schnur.

16.27 Zwei gleiche Mondsicheln zeichne man nach diesem Verfahren. Durch diese beiden Zeichnungen wird folgende Besonderheit sichtbar:

16.28 [Der Vers beschreibt die Lage innerhalb und außerhalb des Fußfeldes und zwischen den seitlichen Fußschnüren; mehrere Wörter sind beschädigt, sodass der Verlauf nicht sicher bestimmbar ist.]

16.29 Zwei beziehungsweise drei Krallen [sind] verdeckt und nicht sichtbar. Über dem Fuß ist [ein Bereich] im Maß einer Kralle einzuzeichnen. [Die Verbindung der Angaben ist unsicher.]

16.30 Für die halbmondförmige Kniegestaltung [befestige man] die Schnur am fünften festen [Punkt]. Damit sind Füße und Knie beschrieben. Höre nun vom Gesicht.

16.31 Den Bereich oberhalb des Halses teile man sechsfach und versehe ihn überall mit Schnurlinien. Nachdem [die Linien einer] Feldreihe getilgt sind, zeichne man zwei Mondsicheln.

16.32 Am Ende von jeweils zwei Abschnitten [liegen sie] gleichmäßig nach unten geöffnet, Zweimalgeborener. Zwischen diesen Mondsicheln spare man in der Mitte zwei Abschnitte aus.

16.33 In der darunterliegenden Feldreihe zeichne man mit zwei Abschnitten wie zuvor eine gleichmäßige, nach oben geöffnete Mondsichel.

16.34 In den von den Mondsichelzeichen übrig gelassenen Abschnitten stelle man in der Mitte des Gesichts eine schöne, gleichmäßige [Zahnreihe] dar. [Die Bezeichnung ist beschädigt.]

16.35 Mit der durch die Gesichtsmitte verlaufenden Schnur zeichne man die Zunge zwischen den Zähnen, weder zu lang noch zu kurz.

16.36 Nachdem man innerhalb des Mundes den Bereich maßgerecht rund gezeichnet hat, bestimme man im vierten Teil dieses Bereichs mit der Schnur das Auge.

16.37 Der Abschnitt nahe dem Augenfeld ist der Platz des Ohres. Höre, wie es hergestellt wird.

16.38 Von der Mitte der vierten Schnur aus befestige man mittig eine Schnur gegenüber dem Augenplatz; ebenso [verfahre man] bei der dritten.

16.39 Mit einer Schnur von einem halben Abschnitt [Textlücke] entsteht durch das Schlagen der Linie das Ohr. [Eine nähere Angabe ist beschädigt.]

16.40 Nach diesem Verfahren entsteht es wie ein Jujubenblatt. In der Mitte [der Schildkröte] gestalte man aus sechzehn Abschnitten einen Lotus.

16.41 Danach tilge man [die Hilfslinien], mit Ausnahme der Körperglieder. [Die folgende Bestimmung unterhalb des Auges ist beschädigt.]

16.42 Dann färbe man die Fläche bis zum Feldrand mit verschiedenen Farben. Von der Zeichnung aus [fülle man] die durch Schnüre bestimmten [Bereiche] mit Weißrot.

16.43 Sie sind so mit Linien auszufüllen, dass [die Gestalt] deutlich hervortritt, entsprechend der Form jedes Abschnitts und mit leuchtender Farbe.

16.44 Die Zwischenräume der Mondsicheln fülle man ringsum der Reihe nach mit Weiß und Schwarz. Die Linien zeichne man rein weiß, Zweimalgeborener.

16.45 Zunge und Mund färbe man wie die beiden Dämmerungen. Die Zahnzwischenräume hebe man mit roter Farbe deutlich hervor.

16.46 Seine beiden Nasenöffnungen stelle man schwarz dar. Den Außenraum [der Umgrenzung] bedecke man mit einer Farbe wie Vaiḍūrya.

16.47 Mit [einem unsicher überlieferten] Blau stelle man den Umgang dar. Alles bis zum Viereck [fülle man aus] und gestalte den Lotus wie zuvor.

16.48 Nach dieser Vollendung verehre der Einsichtige in der Mitte den auf Garuḍa thronenden [Herrn] entsprechend seinen Mitteln, um Erfüllung und Befreiung zu erlangen.

Damit endet in der Pauṣkarasaṃhitā, der großen Upanishad des heiligen Pāñcarātra, das sechzehnte Kapitel, „Die Kennzeichen des Schildkrötenbildfelds“.


Kapitel 17: Das Muschelhornbildfeld

Der erhabene Herr sprach:

17.1 Höre, Brahmā, ich werde dir, Schuldloser, die achte [Anlage; Textlücke] erklären: die große Verehrung im Innern des Muschelhorns zur Anbetung des Menschenlöwen Nṛsiṃha.

17.2 Das Feld teile man gleichmäßig in allen Richtungen zweiunddreißigfach und lege dreiunddreißig Schnüre aus. [Einzelne Wörter sind beschädigt.]

17.3 Höre die Zahl der dadurch entstehenden Abschnitte: eintausend und weitere vierundzwanzig.

17.4 Darin gestalte man das schön gekennzeichnete Bildfeld des Pāñcajanya-Muschelhorns. Zuerst lege man, im Osten beginnend, sorgfältig die Schnüre aus, bester Zweimalgeborener.

17.5 Danach stelle man dort drei [krallenartige Formen] wie Mondsicheln her. In der darunterliegenden Feldreihe, entlang dem mittleren Feldbereich,

17.6 bilde man zuerst eine nach unten geöffnete Mondsichel, Pauṣkara. [Die weitere Anweisung zu Schnittpunkten der Mittelschnur und der Ost-West-Linien ist beschädigt.]

17.7 Bei den genannten und auch den nicht eigens beschriebenen Bildfeldern gilt dieses Verfahren [der Zählung] anhand der Schnüre, du wahrhaft Tatkräftiger.

17.8 Die von Norden nach Süden verlaufenden Schnüre [bilden] gleichsam Brücken; sie liegen nördlich und südlich sowie östlich und westlich der Mitte, ebenso außen. [Die genaue Satzverbindung ist unsicher.]

17.9 Am Schnittpunkt der Mittelschnur mit [einer nördlichen Kreislinie; der Ausdruck ist beschädigt] befestige man eine Schnur in der Mitte, nach Osten gerichtet, Zweimalgeborener.

17.10 Mit einer Schnur von zwei Abschnitten führe man die beiden Hörner zur Verbindung nahe der dritten Schnur.

17.11 [Damit entsteht] die Öffnung [Textlücke], durch die bei richtig [einströmendem] Wind der Klang hervorgebracht wird.

17.12 Danach stelle man die drei schönen Wölbungen her. [Man gehe aus] von der vierten Schnur von der Mitte sowie von der Nord-Süd- und der westlichen [Linie].

17.13 Im mittleren Abschnitt befestige oder führe man die Schnur zur sechsten [Linie] nördlich der Mitte und zeichne eine Mondsichel, jeweils weiter nach Norden.

17.14 Am Schnittpunkt der sechsten [Linie] von der Mittelschnur mit der neunten Nord-Süd-[Linie] befestige man die Schnur und führe sie zum achten [Abschnitt] von der Mitte.

17.15 [Eine zweite Mondsichel wird] in deren Hälfte [gebildet; Textlücke], nach Norden, Zweimalgeborener. Von den Nord-Süd-Schnüren [nehme man] die vierzehnte

17.16 und von der Mitte die neunte. Am Schnittpunkt befestige man die Schnur und führe sie von dort zur zehnten [Linie] von der Mitte.

17.17 Dann zeichne man die dritte Mondsichel in nördlicher Richtung. Höre nun, wie die Schnurlinien auf zweifache Weise zu legen sind.

17.18 An dem Schnittpunkt der als fünfzehnte bezeichneten Nord-Süd-Schnur mit der zwölften von der Mitte befestige man [eine weitere Schnur].

17.19 Man führe sie zur Mitte der westlichen Richtung und schlage die Linie. Ebenso verfahre man danach im Süden, Zweimalgeborener.

17.20 Man zeichne drei Mondsicheln und lege entsprechend die Schnüre aus. Höre nun von der Herstellung des inneren Bereichs, Bester.

17.21 Im südlichen Teil der Verehrungsanlage entsteht der Reihe nach die Muschelgestalt. [Man nehme] die fünfzehnte nach Süden verlaufende Schnur,

17.22 dazu die neunte von der Mitte, und befestige am Schnittpunkt eine Schnur. Von dort spanne man sie bis zur siebenten [Linie] von der Mitte.

17.23 Damit bilde man ein fischförmiges Zeichen und verbinde dessen Horn mit der zuvor gezeichneten Mondsichelspitze. [Ein Fachwort ist beschädigt.]

17.24 An der Verbindung der fünfzehnten Seitenlinie mit der achten [Linie] von der Mitte befestige man die Schnur. Damit berühre man der Reihe nach die vierzehnte

17.25 Seitenschnur und zeichne von diesem Ort aus eine nach unten geöffnete Mondsichel zwischen den beiden Schnüren.

17.26 Deren nördliches Horn verbinde man mit dem Horn des Fischzeichens. Nach diesem Verfahren tritt die Nabelwindung deutlich hervor.

17.27 Unterhalb der Nabelwindung bilde man einen wohlgestalteten Handgriff. Höre nun kurz, wie er hergestellt wird.

17.28 Zwischen der siebenten [Linie] von der Mitte und der fünfzehnten Seitenlinie befestige man eine Schnur und spanne sie entsprechend

17.29 bis zur Grenze der Mittelschnur im Westen. Man schlage diese Linie zur Herstellung des Handgriffs.

17.30 Am Schnittpunkt der siebzehnten Seitenlinie mit der achten [Längslinie] befestige man die Schnur, führe sie wie zuvor und schlage sie.

17.31 Zwischen den beiden Schnüren bilde man die Folge von Mondsicheln. Ihr Maß wird jeweils aus der Ordnung des Felds ersichtlich.

17.32 Unterhalb der Nabelwindung, bester Zweimalgeborener, zeichne man mit einer Mondsichel [die Rundung] nahe einem gerstenkorngroßen Abschnitt. [Die genaue Anweisung ist beschädigt.]

17.33 Dadurch soll die [Zeichnung] nicht übermäßig dunkel [oder gedrängt] werden. [Die weitere Aussage über ihre Vergrößerung ist beschädigt.] Höre nach Vollendung der Zeichen von ihrer zahlenmäßigen Einteilung.

17.34 In der Mitte zeichne man fünfhundert Felder ein, [in dem Bereich], der an die drei Wölbungen anschließt und nach Süden und Norden verläuft.

17.35 [Mithilfe] dreier Schnüre bilde man sorgfältig die Öffnung wie eine Mondsichel. Die beiden Wölbungen haben der Reihe nach eine rundlich längliche Gestalt.

17.36 Außen und innen sind die [Hilfslinien der] Felder zu entfernen, sodass das noch undeutliche mittlere [Bild] im Viereck sichtbar wird.

17.37 Wird es ohne Vyūha-Anordnung ausgeführt, so gestalte man Tore, Śobhā- und Upaśobhā-Bereiche mit jeweils zwei Feldreihen.

17.38 Zwei, vier, sechs und acht [Abschnitte dienen] den Torbestandteilen, beginnend mit dem Hals. Bei Śobhā und Upaśobhā entferne man sieben, fünf und drei Linien [die genaue Zuordnung ist unsicher].

17.39 [Die Ecken bemesse man] mit acht und zwei weiteren Abschnitten, von Ecke zu Ecke. Das östliche und westliche Tor [sind teilweise] überdeckt, mit etwas [Raum für] die Śobhā-Bereiche.

17.40 Das Übrige bleibe ununterbrochen nach der dir zuvor genannten Regel. Den Umgang und alle weiteren Teile gestalte man, nachdem die Kreis-[Hilfslinien] getilgt sind.

17.41 Danach färbe man [die Zeichnung], wie nun erklärt wird: Mit weißrötlicher Farbe [fülle man] vom Zeichen aus die durch die Schnüre bestimmten [Flächen].

17.42 Der Reihe nach sind sie in allen Richtungen entlang der Linien auszufüllen, mit weißer Farbe, die Kuhmilch gleicht.

17.43 Die Mitte fülle man wie die Fläche eines Spiegels und [gestalte] den Lotus wie zuvor. Die Öffnung in der Mitte seines Mundes [färbe man] gleichmäßig mit schwarzem Pulver.

17.44 Man gestalte sie nach Wunsch vorschriftsmäßig, schön rund und von ansprechender Form. [Den umgebenden Bereich] färbe man danach dunkel, wie Vaiḍūrya.

17.45 Nachdem so das Bildfeld gestaltet ist, bester Zweimalgeborener, verehre man in der Mitte des Muschelhorns den Menschenlöwen Nṛsiṃha, ganz in Meditation gesammelt.

Damit endet in der Pauṣkarasaṃhitā, der großen Upanishad des heiligen Pāñcarātra, das siebzehnte Kapitel, „Die Kennzeichen des Muschelhornbildfelds“.


Narayana ist eine zentrale Bezeichnung des höchsten Herrn in der Pāñcarātra-Tradition.

Kapitel 18: Das Gefäßbildfeld und die neunnabelige Verehrung

Der erhabene Herr sprach:

18.1 Nun werde ich dir das Gefäßinnere der Verehrungsanlage erklären, in dem die Übenden den Gott verehren, der die Glieder des Opfers trägt.

18.2 Man teile das Feld vierzigfach und lege die Schnüre aus. Wisse, dass darin eintausend [und weitere] Hunderte von Abschnitten entstehen.

18.3 Sechs [Hunderte] sind als [weiteres] Maß genannt. [So ergeben sich sechzehnhundert Felder.] Höre vom Auslegen der Schnüre: Vierzig verlaufen von Osten nach Westen und dazu

18.4 eine weitere; ebenso wird es für Norden und Süden angegeben. [Man nehme] die einundzwanzigste Nord-Süd-[Schnur] und die fünfte von der Mitte.

18.5 Man befestige die Schnur und führe sie im Bogen zur siebzehnten [Linie] von der Mitte. Von diesem Punkt aus zeichne man eine nach Norden verlaufende Mondsichel.

18.6 Am Schnittpunkt der fünften [Linie] von der Mitte mit der neunten Nord-Süd-[Linie] befestige man ein Horn der Mondsichel.

18.7 Am Schnittpunkt der dreiunddreißigsten Seitenlinie mit der fünften von der Mitte befestige man entsprechend das andere Horn im Süden. [Ein Wort ist beschädigt.]

18.8 Man befestige die Schnur am Schnittpunkt und spanne sie von dort bis [zum Schnittpunkt] der vierzehnten von der Mitte mit der zehnten [Linie].

18.9 Damit ist das erste Zeichen erklärt; ein anderes beschreibe ich dir nun. [Man nehme] die zuvor genannte Schnur von der Mitte und die achte [Abschnittslinie].

18.10 Am Schnittpunkt befestige man eine Schnur und spanne sie von dort bis nahe an die zweite [Linie; der Bezug ist beschädigt], Pauṣkara.

18.11 Von dort führe man die Zeichnung zur Verbindung [die nähere Angabe ist unleserlich]. Wenn nach diesem Verfahren die beiden Zeichen vollendet sind, Bester,

18.12 entsteht eine Öffnung wie ein Elefantenrüssel als Wasserausguss. An ihrer Spitze bilde man einen Kreis mit dem [zugehörigen] Abschnitt. [Die letzte Bestimmung ist beschädigt.]

18.13 [Der Vers nennt einen bevorzugten Mantra, den Waffenmantra oder die gesamte Mantraschar in unklarer Verbindung.] Von dort führe man [die Schnur] zur siebzehnten [Linie] von der Mitte.

18.14 Von dort zeichne man die nach Norden gerichtete Mondsichel, [ausgehend] von der fünften [Linie] von der Mitte und der neunten Nord-Süd-[Linie].

18.15 Ein Horn der Mondsichel befestige man an diesem Schnittpunkt; [das andere bestimme man] bei der dreiunddreißigsten Seitenlinie und der fünften von der Mitte.

18.16 Am Schnittpunkt befestige man entsprechend im Süden das andere Horn. Die so gezeichnete Mondsichel bildet den Bauch des Gefäßes.

18.17 Danach ist seine nach hinten hervortretende [Unterlage] zu gestalten. An der neunten Schnur von der Mitte und der siebenundzwanzigsten von der Seite, Zweimalgeborener,

18.18 befestige man [eine Schnur] am Schnittpunkt und spanne sie bis zur fünften [Linie] von der Mitte. Fischförmig zeichnend führe man sie zu dem Schnittpunkt

18.19 der einundvierzigsten Seitenlinie mit der neunten von der Mitte. Das Zeichen ist zwischen Nordwesten und Westen angegeben.

18.20 Ebenso zeichne man zwischen Westen und Südwesten. So entsteht seine Unterlage, erhöht um das Halsmaß.

18.21 Dann ist der schöne, tragfähige Hals herzustellen. [Man gehe aus] von der zehnten Schnur von der Mitte und der ersten westlich-nördlichen [Linie].

18.22 Am Schnittpunkt befestige man die Schnur und berühre die elfte [Linie] von der Mitte. Man führe die Zeichnung zur Vollendung an der zweiten Seitenlinie.

18.23 Von der Mitte [Textlücke] jene Schnur, Lotusäugiger. Dann [nehme man] die neunte [Längslinie] und die zweite Nord-Süd-[Linie].

18.24 An ihrem Schnittpunkt befestige man [die Schnur] und berühre die zehnte [Linie] von der Mitte. Fischförmig führe man sie von diesem Schnittpunkt weiter; höre, wohin:

18.25 Zur neunten [Linie] von der Mitte und zur dritten [Linie; die Bezeichnung ist beschädigt]. Nach diesem Verfahren entsteht seine Mündung.

18.26 An der neunten [Linie] vom Längspfosten und der [siebenten; unsichere Lesung] von der Seite befestige man die Schnur am Schnittpunkt und berühre die fünfte von der Mitte.

18.27 Die fischförmige Zeichnung führe man zum entsprechenden Schnittpunkt der dritten Seitenlinie und der neunten festen [Längslinie].

18.28 Ebenso setze man das Zeichen nach Norden oder Süden. So entsteht deutlich der Hals des Gefäßes [eine weitere Eigenschaft ist beschädigt].

18.29 Sein Wasserausguss ist nach Südosten gerichtet zu gestalten. [Man nehme] die dreizehnte Seitenlinie und die siebzehnte von der Mitte.

18.30 Am Schnittpunkt befestige man die Schnur und spanne sie bis [zur Verbindung] der vierzehnten von der Mitte mit der zehnten [Linie].

18.31 Nachdem man diese Schnur geschlagen hat, beginne man mit der Zeichnung. [Man nehme] die siebzehnte [Längslinie] und die siebente von der Seite.

18.32 Am Schnittpunkt befestige man die Schnur und führe sie zu der Verbindung der dritten Seitenlinie mit der siebzehnten vom festen [Punkt].

18.33 Die Zeichnung verbinde man dort mit der geschlagenen Linie. Damit ist das erste Zeichen erklärt; nun beschreibe ich dir das andere.

18.34 Am Schnittpunkt der zuvor genannten Schnur von der Mitte mit der achten Abschnittslinie befestige man eine Schnur und spanne sie von dort

18.35 bis nahe an die zweite [Linie; die nähere Bestimmung ist beschädigt], Pauṣkara. Von dort führe man die Zeichnung zur Verbindung [der Bezug ist unleserlich].

18.36 Wenn nach diesem Verfahren die beiden Zeichen vollendet sind, Bester, entsteht der Wasserausguss als eine Öffnung in Form eines Elefantenrüssels.

18.37 Dann bilde man mit dem darüberliegenden Abschnitt einen Kreis. [Man verwende] den bevorzugten Mantra, den Waffenmantra oder die gesamte Mantraschar.

18.38 [Der Vers über den Wunsch, sämtliche Wege zu erreichen oder zu erkennen, und über die Erlangung von Vollendung ist weitgehend beschädigt.]

18.39 [Man bereinige oder verehre] in der Mitte mit dem Mantra [die jeweilige Anlage]. [Der weitere Satz nennt die Vernichtung schädigender Kräfte und die Erlangung des Zugangs zu den sieben Unterwelten; die Verknüpfung ist unsicher.]

18.40 Zur Befriedung sämtlicher Fehler bei den übernommenen Verpflichtungen gestalte man diese [Anlage] mit Wasserausguss, Brahmane. [Die folgende Anweisung enthält eine Negation: „nicht hier verehren“; eine Lesart legt „anderswo“ nahe. Die beabsichtigte Einschränkung ist nicht sicher bestimmbar.]

18.41 Die beiden im Mundbereich nach Süden und Norden verlaufenden Schnüre und das erste Bodenfeld [bereinige man entsprechend der Aufstellung; der letzte Ausdruck ist beschädigt].

18.42 Vom Osten ausgehend [verwende man] eine Feldreihe [Textlücke], bester Zweimalgeborener. Damit bilde man zwei Kreise, sodass die Halslinie entsteht.

18.43 In der Mitte gestalte man mit vierhundert Feldern einen achtblättrigen Lotus. Die verbleibenden neun [Felder oder Bereiche] bereinige man.

18.44 Außen bestimme man in drei Feldreihen die Torrichtungen wie beim Muschelhorn: zwei, vier und sechs Abschnitte der Reihe nach für Tore, Śobhā und Upaśobhā.

18.45 Ein Abschnitt, danach drei und siebenundzwanzig [werden genannt]. Höre [weiter]: Vier Upaśobhā-Bereiche und entsprechend die Śobhā-Gruppen der Zwischenrichtungen

18.46 entstehen nach diesem Verfahren, ohne das östliche und westliche Tor. Danach fülle man [die Anlage] mit Farbpulver aus; dies erkläre ich nun.

18.47 Die Zeichen mit ihren Kreisen und die Blätter [färbe man] mit leuchtend rotem Pulver, ihre Zwischenräume goldfarben.

18.48 Die am Hals befindlichen Kreise sind der Reihe nach wie Nṛpopala, rötlich und weiß auszufüllen.

18.49 Den über dem Lotus liegenden Kreis färbe man ganz korallenfarben. Nachdem man so [die Anlage] mit ihren Kennzeichen vollendet hat,

18.50 verehre man in der Mitte des Vierecks Varāha, wenn man die Herrschaft über die sieben Inselkontinente erstrebt, oder auch als Wunschloser, der [zur Verehrung] befähigt ist.

18.51 Die Einteilung inmitten der runden und übrigen Bildfelder zur Herstellung des Lotus gilt [in dieser Form] außerhalb der Anlage der neun Sitze.

18.52 Wenn man, Zweimalgeborener, die runden und übrigen [Bildfelder] in einem einzigen Feld zusammenstellt, gestalte man in ihrem Innern jeweils die Lotusse.

18.53 Zuerst bestimme man das allerkleinste Bildfeld und den darin auszuführenden Lotus. Danach zeichne man die übrigen Lotusse nach diesem Maß.

18.54 Damit ist, Lotusäugiger, erklärt, wonach du mich gefragt hast: [die Anlage], die neun Mandalas in sich trägt und einer Stadt mit neun Toren gleicht.

18.55 Sie ist vor allem heilsam für hingebungsvolle Menschen, die den Aufstieg beginnen wollen. Eine andere [Verehrung], die darüber hinausgeht, erachte ich nicht [als gegeben; die Satzform ist beschädigt].

18.56 Unter allen Verehrungsformen nimmt sie den Vorrang ein. Sie ist Menschen ohne Hingabe, Täuschenden und denen, die sich selbst schaden, nicht mitzuteilen,

18.57 ebenso wenig den Leugnern [der heiligen Autorität], Übeltätern, Anhängern anderer Lehren, Menschen, die die vorgeschriebene Abfolge der Handlungen verlassen, und denen, die die Zweimalgeborenen hassen.

18.58 [Auch] keinem von diesen [soll] die in der Schrift gelehrte Ordnung der neunfachen Verehrungsanlage mitgeteilt werden, Prajāpati. [Die Negation ist hier beschädigt überliefert; sie wird aus der fortlaufenden Verbotsreihe verstanden.]

18.59 Wer sie dann nach seiner Kraft und seinen Mitteln verehrt, erlangt unendliche, glückverheißende Frucht in dieser und der jenseitigen Welt.

18.60 Wer [diese Lehre] rezitiert, [erlangt unvergängliche Beredsamkeit; dies ist eine in der Vorlage vorgeschlagene Lesung des beschädigten Halbverses]. Wer die große Verehrung auch nur einmal geschaut und [die Gottheit darin] verehrt hat,

18.61 dessen aus tausend Geburten hervorgegangene Verfehlung löst sich auf. [Der folgende Satz über die Reihenfolge bis zum Lebensende und die jeweilige Stätte ist beschädigt.]

18.62 Darum soll man diese glückverheißende, als Yāga bezeichnete [Anlage] nach Vermögen verehren oder sie [wenigstens] anschauen, auch wenn man sie nicht selbst verehren kann. Sie gewährt als Frucht das Erlangen des Brahman, Brahmā.

Damit endet in der Pauṣkarasaṃhitā, der großen Upanishad des heiligen Pāñcarātra, das achtzehnte Kapitel, „Die Kennzeichen der neunnabeligen Anlage“.


Kapitel 19: Die Verehrung der neunnabeligen Anlage

Pauṣkara sprach:

19.1 Herr der Lakṣmī, erkläre mir, aus welchem Grund [etwas] schwindet, wodurch doch die Hinwendung zu dir hier stets überaus fest ist. [Die Frage ist im überlieferten Wortlaut nicht eindeutig.]

Der erhabene Herr sprach:

19.2 Selbst wenn [diese Verehrungsanlage] unter [einem unklar überlieferten Vorbehalt], mit Verstellung oder spielerisch angeschaut, verehrt oder auch nur aus der Ferne gegrüßt wird,

19.3 erlangen die von Wünschen Erfüllten, Pauṣkara, die Herrschaft von Weltenkaisern. [Hier ist] der erhabene Herr als Brahman in der Gestalt Nārāyaṇas [gegenwärtig].

19.4 [Der Vers über aufrichtige Hingabe, Verehrung und Verehrungswürdigkeit unter den Göttern ist stark beschädigt. Insbesondere lässt sich die Stellung des Wortes „ohne“ nicht sicher bestimmen.]

19.5 Diejenigen, die ihn mit Vertrauen im Feuer gesättigt und mit höchster Hingabe gepriesen haben, gelangen hier zur Verehrungswürdigkeit

19.6 bei Brahmā, Sonne, Mond, Rudra und den Scharen der Vollendeten [ein Wort ist unklar]. Solange der Mensch, der die rechte Verehrung vollzieht, im Körper lebt,

19.7 höre weiterhin von seiner Frucht als [bereits im Leben Befreitem; unsichere Lesung]: Er erreicht seine volle Lebenszeit, frei von vorzeitigem Tod.

19.8 Er ist ohne Krankheit, froh, zufrieden, stark und frei von Bedrängnis. Er erlangt unvergleichlichen Wohlstand und ist stets beliebt.

19.9 [Er besitzt] Kinder, Ehefrau und Verwandte, Diener, Streitmacht und Fahrzeuge. Mit Unterscheidungskraft und Dharma verbunden wächst sein Gedeihen von Augenblick zu Augenblick.

19.10 Schon durch den bloßen Entschluss, diese große Verehrung auszuführen, erlangt er weitreichenden Ruhm und nimmt im rechten Dharma zu.

19.11 Alles Unheilsame, das er seit seiner Kindheit zuvor durch Tat, Geist oder Rede angesammelt hat, geht in diesem Augenblick zugrunde.

19.12 Wie viel mehr [gilt dies] für den, der hierin erfahren ist, stets mit seinem ganzen Wesen [hingegeben], der die Frucht der vier Lebensziele sucht und auf dem Weg der Guten steht!

19.13 Seine Angehörigen aus der gesamten vergangenen, gegenwärtigen [Textlücke] und künftigen Familie gelangen in Brahmās Welt, selbst wenn sie sich in Höllen befinden.

19.14 Auf Fahrzeugen, die wie der Mond glänzen und die zehn Richtungen erhellen, von Gandharvas gepriesen und von Kinnaras besungen,

19.15 von Apsaras ringsum mit Yakschweifwedeln befächelt, [zieht] dieser große Mensch unmittelbar nach dem Ablegen des Körpers [dahin].

19.16 Mit seinem [neuen] Körper bewegt er sich überall nach Wunsch wie der erhabene Herr. Nachdem er die Kräfte wie Aṇimā erfahren hat, steigt er nach eigenem Willen wieder herab.

19.17 Durch die Wirkkraft jener Handlung erlangt er eine vorzügliche Geburt in einer Familie von Guten und Vollendeten, in einer glückverheißenden, dem Dharma ergebenen Gegend.

19.18 Dort wird er geboren, mit Wohlergehen, Einsicht und wahrer Tatkraft begabt, voller Mitgefühl, um andere dem Werden unterworfene Wesen auf den Weg zu bringen.

19.19 Er genießt stets nur solche Sinnesgegenstände, die dem Dharma nicht widersprechen, erfreut sich an Erkenntnis und rechtem Handeln und besitzt ein klares, heiteres Verständnis.

19.20 Mit einem von Begierde freien Geist verweilt er nach Wunsch im Samsara. Zuletzt legt er den aus Elementen bestehenden Körper ab und besteht wie Vāsudeva.

19.21 Wird der Gott auch nur einmal in dem höchsten Mandala aus neun Lotussen verehrt, das aus dem Samen der Vidyā hervorgegangen und allein durch Vidyā gestaltet ist,

19.22 [der Gott] als Selbst des Alls, dessen unterschiedliche Gestalten Wahrheit und Glückseligkeit verkörpern, mit makellosen, Brahman offenbarenden Mantras [eine weitere Bestimmung ist unsicher],

19.23 so gibt es für diesen [Verehrer] keine erneute Geburt in dieser von Furcht erfüllten Welt, [wenn er] ganz auf die endgültige Befreiung ausgerichtet ist. [Der Versanfang des zweiten Halbverses ist beschädigt.]

Pauṣkara sprach:

19.24 Die zuvor genannten Gestalten habe ich nun genau verstanden. Herr, ich möchte die Kennzeichen der als Vidyā bezeichneten Mantras erkennen,

19.25 durch die die Lotusse zu gestalten sind, Herr; ebenso die Kennzeichen der Brahman offenbarenden Mantras bei den fertiggestellten Lotussen,

Unnummerierter Halbvers nach 19.25: durch die die Verehrung in der großen Anlage mit neun Lotussen vorgeschrieben ist.

Der erhabene Herr sprach:

Die folgenden Reihen enthalten überlieferte Anrufungswörter. Sie sind teilweise beschädigt; ihre Übersetzung gibt die erkennbaren Bedeutungen wieder, ohne daraus vollständige Rezitationsformeln zu bilden.

19.26 „Alle Wünsche Gewährender; der Absicht tragende Grundlage [unsichere Wortverbindung]; Entfaltung der Lichtfülle; Feld der Wesen; Stätte …“

19.27 Für den mittleren Lotus wird eine Gruppe von neun Wörtern genannt. „Wirklichkeitsprinzipien in sich Tragender; die Welt [Durchdringender]; … großes Selbst!“ [Mehrere Wortgrenzen sind unsicher.]

19.28 „Wesen des Wissens; Ganzes; Unoffenbares; Dreigunahaftes; Klang-Brahman; Unzählbares; Erhabener …“ [Die letzten Wörter sind beschädigt.]

19.29 „Natur; Vielgestaltiger; Stütze der Urnatur; Stufe; Treppe zum Brahman!“ [Diese Anrufungswörter gehören] zum dritten Lotus, Lotusgeborener.

19.30 „Vollendung des Entschlusses; Sinnesbereiche; Offenbarer der Wirklichkeit; Unvergänglicher; große Einsicht; [Entfaltung] der acht Eigenschaften …“ [Die Schlussverbindung ist unsicher.]

19.31 „Aus Māyā Bestehender!“ [Dies ist] das letzte Anrufungswort im vierten Lotus. „Verborgener; unmittelbar Gegenwärtiger; Gestaltloser; Grundlage von allem; Stätte des Glücks;

19.32 Herr der Geschöpfe; Hülle des lebendigen Selbst; feiner Leib; achtgliedriges Gefüge; durch Richtung, Ort und Zeit Offenbarer; bewusste Einsicht; dem Verständnis Zugänglicher …“

19.33 „Ursprung des Dharma …; alle Wünsche Erfüllender; Maß; Allgestaltiger …“ [Die weiteren Wörter und die Lotuszuordnung sind beschädigt.]

19.34 „Ewiger; [Unvollständiger oder Vollständiger; die Lesung ist unsicher]; Glückverheißender; Stätte aller [Entfaltungen]; mannigfaltige Gestalt; Ursprung des Klangs; vielfach Unterschiedener …“, Lotusgeborener.

19.35 „… Brahman!“ [Die vorausgehenden Wörter sind beschädigt.] Dies ist der Reihe nach der siebente [Lotus]. „Offenbares und Unoffenbares; Māyā; Wissen; Entfalter des Offenbaren …“

19.36 „… ununterbrochene Folge!“ [Textlücke.] [Diese Wörter gehören] zum achten Lotus. „Vergangenes, Gegenwärtiges und Zukünftiges; in den Maßen Entfalteter;

19.37 großes Rad; großer Wirbel; Vollendung; Geber der Vollendungsfrucht!“ Damit ist die Gestalt der Vidyā-Anrufungswörter offenbart.

19.38 Erfahre nun die Kennzeichen der Brahman-Anrufungswörter: „Ein für alle Mal Offenbarer [Lesung unsicher]; wahres Brahman; fest Gegründeter; Unangeschlagener;

19.39 große [Entfaltung der] Glückseligkeit; Beständiger; Ewiger; unermessliche [oder unvergängliche] Silbe; Ungeborener; in den sechs Eigenschaften Vollkommener; Undenkbarer; Wunderbarer; Einziger;

19.40 Allmächtiger; Unvermischter; vollkommen Friedvoller; höchster Puruṣa; Ewiger; Unbeweglicher; Herr über alles; Wandlungsloser; Makelloser;

19.41 eigenes Wesen; Vāsudeva-Wesen; Wellenloser; [ein Wort vor der Anrede Pauṣkara ist beschädigt]; als Höchstes Anzunehmender; Unvergleichlicher; hell Leuchtender; beständige Unsterblichkeit;

19.42 Ungreifbarer; Unendlicher; reines Bewusstsein; Haṃsa!“ Danach: „Unvergänglicher; dem Denken Unzugänglicher; Unveränderlicher; Reiner; Grenzenloser; wahrhaft Großer;

19.43 alles Überragender!“ [Diese Reihe gehört] zum fünften Lotus, Lotusgeborener. „Lotusäugiger; vollkommen Erwachter; ganz Vollständiger; frei von [begrenzenden] Eigenschaften;

19.44 Fleckenloser; frei von gedanklicher Setzung; zu Erkennender; von unermesslicher Herrlichkeit; immerwährende Glückseligkeit …; Same …“ [Die letzten Anrufungswörter sind beschädigt.]

19.45 „Unendlicher; alles Bemessender; Erkenntnis und Erkanntes; Ewiger; [beschädigte Wörter zur Entfaltung]; höchste Glückseligkeit; Strahlender;

19.46 frei Beweglicher; Licht; immer Zufriedener; [unverständliches Wort]; Herr der Welt; Unbeschreiblicher; vollkommen Friedvoller; höchster Herr;

19.47 Unerschütterlicher; frei von unterscheidender Vorstellung; [ein Wort unsicher]; großer Dharma; höchstes [Wissen oder Selbst]!“ Damit sind die Kennzeichen der Brahman-Anrufungswörter offenbart.

Unnummerierter Halbvers nach 19.47: Durch das Erinnern oder Verehren mit ihnen gelangt der Mensch zum Brahman.

Pauṣkara sprach:

19.48 Zuvor wurden die Gestalten als Geber [der erwünschten] Vollendung beschrieben. Welchen besonderen Zweck haben dabei diese beiden Mantragruppen? [Das erste zusammengesetzte Wort ist beschädigt.]

Der erhabene Herr sprach:

19.49 [Für den] durch Pflügen und die folgenden [Riten] ausgezeichneten und mit Erkenntnis versehenen [Bereich] [gilt eine Bestimmung], die aus dem bloßen Lotus hervorgeht. [Der zweite Halbvers über Gestalt und Frucht ist verderbt; eine vollständige Aussage ist nicht sicher herzustellen.]

19.50 Durch die Wirklichkeitsprinzipien [erfolgt] die Vollendung der Erkenntnis, ohne Vorstellung einer [begrenzten] Frucht. Das aufwärts gerichtete Einsetzen im Körper führt zur unvergänglichen Stätte. [Die Syntax ist teilweise beschädigt.]

19.51 Hinwendung zur Entfaltung und Rückwendung: So ist die Abfolge zweifach, Lotusgeborener. Diejenigen, die allein an Erfahrung und Genuss Freude haben, gelangen durch nach außen gerichtetes Handeln zum Erfolg.

19.52 Wer an den Genüssen satt geworden ist, handelt auf dem Weg der Rückwendung. Als Frucht wird stets die Herrlichkeit der sechs göttlichen Eigenschaften verwirklicht.

19.53 Für jene mit geläuterter innerer Haltung, deren [geistige] Vergegenwärtigung vollendet ist, [geschieht dies] stets durch die als Vidyā- und Brahman-haft bezeichneten [Mantras], Lotusgeborener.

19.54 Die Mantras, mit denen die Vidyā [vollzogen wird], gewähren die Frucht der Entfaltung. Wer allein durch rituelles Handeln bald eine Frucht erlangen möchte,

19.55 höre, wie er die tragende Grundlage und das darauf Getragene gestalten soll. Mit den Anrufungswörtern, beginnend mit „Alle Wünsche Gewährender“, bilde man die Lotusreihe.

19.56 Am Mittelstück und den übrigen Teilen [beginne man] nach der entsprechenden Ordnung. Mit den neun Anrufungswörtern [gestalte man] den mittleren [Lotus]. [Die nähere Bestimmung ist beschädigt.]

19.57 Dann [folge] vom östlichen Lotus bis zum nordöstlichen Bereich die weitere Anordnung. Nach dem Verfahren des mittleren Lotus setze man jeweils neun [Anrufungswörter] ein,

19.58 am Mittelstück und den übrigen Stellen, entsprechend der jeweils herrschenden Gottheit. So vollende man stets die aus Vidyā bestehende Lotus-Anordnung.

19.59 [Dann folgt] die Verehrung der Gestalten zur Erlangung von Erfüllung und Befreiung. Nun [wird] für die Verehrung zum Zweck der Erfahrung die Reihenfolge der Anrufungswörter [erklärt].

19.60 Mit den das wahre Brahman bezeichnenden Wörtern, beginnend mit „Ein für alle Mal Offenbarer“, denen Om vorangeht und die mit der Verneigungsformel schließen, verehre man [den Herrn] mit Ehrengaben, Blumen und Weiterem.

19.61 [Dies geschieht] in der Reihenfolge des Hervorgehens. Deren Kennzeichen werden nun erklärt. In der Mitte des mittleren Lotus setze man das erste Anrufungswort ein.

19.62 [Die weitere Folge zum östlichen und südöstlichen Blatt ist beschädigt.] Der Umlauf [erfolgt] nach [einer hier vom zuvor genannten Verfahren unterschiedenen] Regel; die genaue Abweichung bleibt unklar.

19.63 Auch hier gehe man bei der Verehrung mit Anrufungswörtern stets vom festgelegten östlichen Bereich aus, sowohl bei den Lotussen als auch bei ihren Blättern.

19.64 Dann führe man [die göttliche Gegenwart] herab und verehre sie dort in der gewünschten Gestalt: eingestaltig, zweigestaltig, dreigestaltig [und weiter; der Schluss ist beschädigt].

19.65 Beim mittleren Lotus beginnend bis zum nordöstlichen Lotus vollziehe man sodann die Verehrung, welche das Vidyā-Prinzip vermittelt.

19.66 [Die Anrufungswörter] beginnen mit Om und schließen mit Svāhā. Der Reihe nach, vom mittleren Lotus aus, beginne man am Mittelstück bis zur [vollständigen Besetzung] der Blattspitzen.

19.67 Mit Bezug auf dessen östlichen Bereich [folge man] dem Uhrzeigersinn bis zur Mitte. Nach demselben Verfahren sind, Lotusgeborener, die acht Lotusse

19.68 außerhalb des mittleren Lotus mit den beiden [Verehrungsfolgen] auszufüllen. Die mittlere Gestalt ist alldurchdringend, mit Augen, Köpfen und Gesichtern nach allen Seiten.

19.69 Nachdem man sie so meditiert und eingesetzt hat, [rufe man] die anderen Gestalten an ihren jeweiligen Orten an und setze sie ihm zugewandt ein.

19.70 Wenn die Verehrung beginnt, wende man die Gestalten der Reihe nach jeweils dem eigenen [Verehrer] zu, Pauṣkara.

19.71 So sind Einsetzen und Verehren für diejenigen erklärt, die Wünsche hegen. Wenn der Übende vor dem Vollzug Befreiung erbittet,

19.72 ist die Lotusgestaltung mit den als Vidyā bezeichneten Wortmantras wie zuvor auszuführen, jedoch in der Ordnung der Rücknahme. Danach [folgt eine teilweise verlorene Angabe zu Befreiungsmantras].

19.73 Man vollziehe die Verehrung der Reihe nach und verehre dann die Gestaltengruppe. Wiederum vom mittleren Lotus aus führe man die Brahman-Verehrung aus.

19.74 [Die Bezeichnung der Umlaufrichtung ist beschädigt.] Höre auch ihre Kennzeichen: Von dem ersten Vidyā-Anrufungswort an [gilt] alles zuvor Genannte.

Unnummerierter Halbvers nach 19.74: Erkenne dies alles als umgekehrte Folge, nach der entsprechenden Regel [Textlücke].

Pauṣkara sprach:

19.75 Zuvor wurde das höchste Mandala aus neun Lotussen samt Bildfeldern für die Verehrung der neun Gestalten, beginnend mit Vāsudeva, erklärt.

19.76 Wenn man nun darin [die Gottheit] nach Wunsch in einer, zwei, drei, vier oder fünf Gestalten [verehrt; die vorausgehende Ortsangabe zum Feuer ist beschädigt],

Unnummerierter Halbvers nach 19.76: wie sind dann die neun Lotusse zu verehren? Unterweise mich.

Der erhabene Herr sprach:

19.77 In dem zuvor beschriebenen Mandala aus neun Lotussen mit Bildfeldern, Sitzen und den übrigen Teilen sind die neun Gestalten [anzuordnen],

19.78 jeweils einmal, mit ihren Gliedern und ihrem Gefolge. [Man bilde] das Bildfeld mit neun [Anlagen] aus Überdachung, Sitz, Toren und Weiterem,

19.79 ringsum mit einer Liniengruppe oder auch ohne alle diese [Außenteile]. Das Mandala aus neun Lotussen gestalte man so weit, wie es die Mittel erlauben.

19.80 Mit den Vidyā- und Brahman-haften Mantras gestaltet und verehrt, ist es als gemeinsame Grundlage der Gestalten zu verstehen, beginnend mit der eingestaltigen Form, Zweimalgeborener.

Unnummerierter Halbvers nach 19.80: [Es trägt] die durchdringende Gegenwart insbesondere der neunfachen Gestalt.

Pauṣkara sprach:

19.81 Die Festlegung der neunfachen Gestalt habe ich zuvor verstanden. [Erkläre nun die Anordnung], beginnend mit einer Gestalt bis hin zu acht Gestalten.

Unnummerierter Halbvers nach 19.81: Wie wird dabei das Einsetzen der Mantras vorgeschrieben, Herr der Welt?

Der erhabene Herr sprach:

19.82 Bei der eingestaltigen [Form] setze man [denselben Herrn] neunmal in die neun Mittelstücke ein, mit seinen sechs Gliedern; seine Glieder [setze man] auf die Blätter.

19.83 Bei zwei Gestalten kommt die erste in die Mitte, die zweite der Reihe nach in die acht [äußeren Lotusse]. Bei drei Gestalten setze man die zweite in die vier Hauptrichtungen

19.84 und die dritte in die vier Zwischenrichtungen. Bei vier Gestalten setze man die zweite [wörtlich „vorzügliche“; der Bezug ist unsicher] in den östlichen und westlichen Lotus,

19.85 die dritte in den südlichen und nördlichen, die vierte in die Ecken. Bei fünf Gestalten [kommt] die zweite in das östliche und südöstliche Lotuspaar,

19.86 die dritte in den südlichen und südwestlichen Lotus, die vierte in den westlichen und nordwestlichen, die fünfte in den nördlichen und nordöstlichen.

19.87 Bei sechs Gestalten setze man die zweite in den nordöstlichen Lotus, die dritte in den östlichen und nördlichen, [die vierte] in den südöstlichen und nordwestlichen,

19.88 die fünfte in den westlichen und südlichen, die sechste in den südwestlichen. Bei sieben Gestalten [kommt] die zweite in den nordöstlichen und östlichen Lotus,

19.89 die dritte in den südöstlichen, die vierte in den südlichen, die fünfte in den südwestlichen und westlichen, Lotusgeborener.

19.90 Die verbleibenden Gestalten setze man in den nordwestlichen und nördlichen Lotus. [Bei acht Gestalten erfolgt die Zuordnung] in den nordöstlichen, östlichen, südöstlichen, südwestlichen, westlichen und nordwestlichen Lotussen,

19.91 [mit einer Verdoppelung im] südlichen und nördlichen [Bereich; die überlieferte zusätzliche Nennung des Nordwestens ist widersprüchlich], Lotusgeborener. Dabei übernehme man die hier erklärte zweifache Einsetzung der Anrufungswörter.

19.92 Den durch den Entschluss bestimmten Mantra verehre man [mit seiner durchdringenden Gegenwart]. [Die weitere Aussage zum Erlangen des Brahman und des Erwünschten ist beschädigt.]

19.93 Damit ist die allgemeine Verehrung der Gestalten kurz erklärt. Nun werde ich das besondere Einsetzen in diesem neungestaltigen Mandala beschreiben,

19.94 wiederum nach der Unterscheidung von fester Anordnung und Wechsel, Lotusgeborener. Zunächst setze man die erste Gestalt in der Mitte über dem [Lotus-]Innern ein.

19.95 Ihre Gliedergruppe setze man an den jeweiligen Orten ein. Dann verehre man der Reihe nach auf den acht Blättern Saṃkarṣaṇa und die übrigen [Gestalten].

19.96 Sodann verehre man im östlichen Lotus Saṃkarṣaṇa [in der Mitte], Zweimalgeborener. Vāsudeva und die sieben anderen Gestalten

19.97 verehre man entsprechend als Umhüllung der Reihe nach auf den acht Blättern. Ebenso verehre man die Gestaltengruppe nacheinander bis zu Varāha.

19.98 Im Innern jener großen Mantragestalt setze man jedoch die erste Gestalt ein, entsprechend [dem Verfahren bei] dem Palmfahnenträger [Saṃkarṣaṇa].

19.99 So setze man die neun Gestalten in die Lotusse ein [Textlücke], [für den] vor dem Samsara Erschrockenen und zur Erlangung der Früchte aller Wünsche. [Die Satzverbindung ist unsicher.]

19.100 Die zuvor angegebene Verehrung mit den Anrufungswörtern in umgekehrter Folge erfolgt von Varāha bis zu Vāsudeva, entsprechend der angestrebten Frucht.

19.101 Wenn der Grundmantra und die Gestalten einen gemeinsamen [Bereich] haben, [vollziehe man] das körperbezogene Einsetzen der Gestalten [in Beziehung zu] der Gliedergruppe. [Die Syntax ist beschädigt.]

19.102 Bei den nicht gemeinsamen [Mantras oder Bereichen] setze man zuerst die [Mantra-]Kränze ein; danach fünf und sieben in den dritten [Bereich]. [Der Bezug der Zahlen ist unsicher.]

19.103 Zweiundzwanzig, fünf und sieben [werden genannt; die Lesart ist uneindeutig]. Dabei ist die erste [Form] von Lichtnatur, [eine weitere] mit Gestalt und [die] höchste durch Namen und Meditation gekennzeichnet.

19.104 Eine weitere [Form] [setze man] in ihren jeweiligen Lotus oder in einen einzigen Lotus, Pauṣkara, nach dem Verfahren des Lotus-Nyāsa, auch im Bodenbereich am Blattansatz.

19.105 Sie ist einzusetzen und zu verehren, durch unterschiedliche Meditationen gekennzeichnet. Bei dem mit den Einsetzungen des Hervorgehens, Bestehens und Zurücknehmens verbundenen

19.106 Herrn der Mantras samt seinen Gliedern wird das Einsetzen zweifach erwartet, stets zur Vollendung der mit der Verehrung beginnenden Handlungen.

19.107 Das Einsetzen der Gestalten ist vor der Gruppe von Grundmantra und Gliedern vorgeschrieben, weil sie den Mantrakundigen die Frucht der sechs göttlichen Eigenschaften verleihen.

19.108 Ihre Glieder gewähren den großen [Übenden] Aṇimā und die übrigen Kräfte. Die Frucht, die aus den Eigenschaften des Mantraherrn entsteht und von den Gestalten nicht getrennt ist,

19.109 gewähren [auch] seine Glieder [der folgende Ausdruck ist beschädigt], Lotusgeborener. Um des Bestehens willen nehmen die Gestalten bisweilen eine äußere Gliederstellung an.

19.110 Um den Hingebungsvollen Gnade zu erweisen, die Erfüllung und Befreiung ersehnen, [nehmen sie] für die dem Werden unterworfenen Verehrer eine innere Stellung an.

19.111 Sie selbst haben sie übernommen, Brahmane, damit deren Samsara zur Ruhe kommt. Nachdem man sie so eingesetzt und verehrt hat, vollziehe man, von Hingabe geleitet,

19.112 eine besondere Verehrung. Erfahre sie aus meiner Erklärung: mit Gold, mit silbernen und goldenen vorzüglichen Lotussen,

19.113 geschmückt mit Rubinen, großen Saphiren, Diamanten und Vaiḍūryas sowie mit edlen Korallen und großen Perlen [das letzte Wort ist beschädigt].

19.114 Danach verehre man [den Herrn] mit anderen schönen, der Jahreszeit entsprechenden Blumen, duftend nach [Kampfer und weiteren, teils beschädigt benannten Stoffen] sowie Sandelholz aus Malaya,

19.115 mit wohlriechendem, süß duftendem Räucherwerk, Seidengewändern und Salben, mit kunstvollen Oberarmreifen, Armreifen, Kronen und Handgelenkschmuck,

19.116 mit kostbaren schönen Halsketten, Fingerringen und Fußreifen. So verehre man mit höchster Hingabe den im Innern der neun Lotusse gegenwärtigen alldurchdringenden Herrn,

19.117 mit Fächern, Yakschweifwedeln, Schirmen, Spiegeln, Ruhelagern, Bannern, Glocken, mit kleinen Glöckchen versehenen Schirmen und Baldachinen,

19.118 mit verschiedenfarbigen Fahnen, Mondsichel- und Blasenornamenten, mit Kühen, [glückverheißenden Tieren; das Wort ist unsicher], Elefanten, Fahrzeugen und vielen Schmuckstücken.

19.119 Mit [Auffanggefäßen], Fußbänken, Holzsandalen und Schuhen sowie mit großen, ununterbrochen brennenden Lampen aus Ghee und anderen [Brennstoffen] verehre man Hari.

19.120 Mit reinen Blumensträußen, Madhuparka, köstlichen Speisegaben aus allen sechs Jahreszeiten und reinigenden Früchten,

19.121 mit reinen, kühlen, wohlschmeckenden, duftenden Getränken, mit vielen Speisen aus Rohzucker und Kandis sowie mit Ghee und Milchreis,

19.122 mit saftigen [Milch- oder Fruchtzubereitungen; die Bezeichnung ist unsicher] und gut abgekochter Milch verehre man den ungeborenen, unvergänglichen [Herrn] mit einem durch Vertrauen geläuterten Geist.

19.123 Weite Gefäße aus Gold, Silber und Kupfer, gefüllt mit Gold, Sesam, gutem Śāli-Reis, Säften und Samen,

19.124 reichlich gefüllt und mit Früchten versehen, stelle man für [die Gottheit des] Mantras auf. [Dann bereite man Betel] mit Nelken, Takkola-Gewürz, Kardamom, Zimtrinde und Kampfer,

19.125 mit Muskat und Arekanuss versehen, in reicher Menge und wohlriechend. Sich verneigend bringe man diesen Betel zuletzt dem Herrn der Welt dar.

19.126 Mit vielfältigen Musikinstrumenten, Tanz, Gesang, Lobpreis und weiteren [Darbietungen] erfreue man den unvergänglichen Lotusäugigen vollkommen.

19.127 Was immer besonders lieb ist, das Herz erfreut, wertvoll und [dem Dharma] nicht entgegensteht, all dies stelle man bereit.

19.128 „Janārdana, dessen Mantragestalt inmitten von Gefäß und Mandala gegenwärtig ist!“ Zu seiner Freude [gebe man] Gaben wie Gold [die weiteren Gegenstände sind beschädigt].

19.129 Ebenso verehre man die von ihm Erfüllten mit reinem Innern. In diesem Mandala aus neun Lotussen [ist die Welt] bis hin zur Welt Brahmās

19.130 auch ungerufen [gegenwärtig], außerhalb der als Mantras bezeichneten Umhüllung. [Die weitere Anweisung zu durch Mantras geweihten Bali-Gaben ist beschädigt.]

19.131 [Diese Gaben dienen] der eigenen [Verehrung oder Fehlerbereinigung; unsichere Lesung] und der Vollendung der Opfer. Nicht weit von dieser [Anlage sind] die durch Mantras geweihten Bali-Gaben [darzubringen].

19.132 [Die erste Aussage über die Verehrung des ruhmvollen Herrn ist beschädigt], Zweimalgeborener. Die Vollendeten kommen, zusammen mit sämtlichen Mantras und Mantraherren,

19.133 die Welten und ihre Herren verneigen sich und preisen [ihn], zusammen mit den Herrschern, den Gottheiten, Vasus, Sādhyas, Feuer- und Windgottheiten,

19.134 [den kleinen Zeiteinheiten; die Bezeichnung ist beschädigt] und der Zeit als Vergangenheit, Zukunft und Gegenwart, sämtlichen Mondhäusern, Sternen, Tierkreiszeichen und Planeten,

19.135 den Ādityas, Maruts und Rudras, den Sterblichen und beiden Aśvins, den Viśvedevās, den sieben Sehern, Ahnen und Weisen,

19.136 Gandharvas und Apsaras, Kinnaras, Cāraṇas und Nāgas, Göttern, Wissenskräften und Manus, Svāhā, Siddhā, Svadhā und Dhruvā,

19.137 Dharma, Sarasvatī, Soma, Raum, den Prajāpatis und Weltaltern, Ṛg- und Sāma-Hymnen, heiligen Liedern und Versmaßen, den Welten und den zehn Richtungen,

19.138 den Inselkontinenten, Flüssen [eine weitere Ortsangabe ist beschädigt], der Erde samt ihren Meeren, Bergen, Bäumen, Rankengewächsen, Säften und sämtlichen Heilpflanzen,

19.139 allen heiligen Feldern und Stätten, den vielfältigen Yoga-Sitzen, den Kühen, die Unsterblichkeitsnektar geben, und allem Beweglichen und Unbeweglichen.

19.140 Darum sättige man der Reihe nach jede Gruppe mit ihrem eigenen Namen, verbunden mit Om und der Verneigungsformel, zur Erlangung von Erfüllung und Befreiung.

Damit endet in der heiligen Pāñcarātra-Pauṣkarasaṃhitā das neunzehnte Kapitel, „Die Verehrung der neunnabeligen Anlage“. Die überlieferte Zählung nennt zusammenfassend 143 Verse; neben den Nummern 1–140 stehen mehrere unnummerierte Halbverse.


Kapitel 20: Viṣvaksena und der rechte Umgang mit Opfergaben

Der erhabene Herr sprach:

20.1 Wenn die Mantras verehrt, insbesondere durch Darbringungen gesättigt und an ihrer eigenen Stätte eingesetzt sind, [verehre man] den Herrn der Scharen, bester Zweimalgeborener,

20.2 der Viṣvaksena heißt, nach dem vorgeschriebenen Verfahren. Sind seine Verehrung, Sättigung und Entlassung vollzogen,

20.3 widme man sich ihrem vorbereitenden Dienst mit der entsprechenden Disziplin [die Zuordnung ist unsicher]. Ebenso [bereite man] zur gewünschten Vollendung das Arghya-Gefäß, Pauṣkara.

Pauṣkara sprach:

20.4 Erhabener, aus welchem Grund [wird] der Herr, der Hindernisse zerschneidet und die höchste Ursache sämtlicher Herren der Hindernisse ist, [eigens genannt]?

20.5 Warum ist Viṣvaksena zu verehren, wenn Acyuta an die Stätte des Empfangs der Gaben gelangt ist? Mit welchen Stoffen und nach welchem Verfahren? Was bewirkt er, wenn er verehrt wird?

Der erhabene Herr sprach:

20.6 Für die dem Werden unterworfenen Wesen gibt es viele Hindernisse, die den rechten Dharma hemmen. [Der folgende Halbvers über Verehrung, Opfer und Dharma enthält eine nicht sicher einzuordnende Negation und ist nicht zuverlässig zu übersetzen.]

20.7 Die Hindernisse, die bei deren Beginn den Mut zur Ausführung hemmen, weichen allesamt, von Furcht vor den Flammen des Rades bedrängt.

20.8 Während [der Handlung] haben sie keinen Zugang [die nähere Zeitbestimmung ist beschädigt]. Wo wäre durch die Kraft seiner Gegenwart ein Fehler, wo ein Hindernisgeist?

20.9 Kleine Hindernismächte, die nach Schwachstellen suchen, lauern bei den Regeln guter Handlungen. Zunächst nach außen verdrängt, warten sie auf die Zeit, da die Opfernden ihre Frucht empfangen.

20.10 Durch irgendeine zuvor begangene Handlung, Zweimalgeborener, [kann der Verehrer] die vor ihm liegende vielfältige eigene Opferfrucht nicht genießen. [Die Negation ist im Wortlaut unsicher und in der Vorlage als Verbesserung vorgeschlagen.]

20.11 Um diese [Frucht] zu schützen, ist Viṣvaksena eben dann, beim Abschluss der Verehrung oder am zweiten Tag,

20.12 mit ungestörtem Geist zu verehren, damit die Frucht sich erfüllt: mit den von der Verehrung verbleibenden [Gaben], beginnend mit Sitz und Arghya,

20.13 mit sämtlichen Ehrenbezeugungen wie Schmuck, mit Speisegaben, Madhuparka und anderen [Gaben], die der Hauptgestalt dargebracht wurden,

20.14 mit den nach der Gabe an die Brahmanen verbliebenen, die man selbst noch nicht gegessen hat, ebenso mit dem im Opferbreigefäß verbliebenen [Anteil] oder den am folgenden Tag dargebrachten [Speisen],

20.15 wohl zubereitet, noch warm, mit süßem Honig und Ghee übergossen. Deshalb bestimme man zunächst in der Mitte des Mandalas, Lotusgeborener,

20.16 die Fünfer- oder Neunergruppe, beginnend mit Dharma bis hin zu Ananta, von Sattva überdeckt; danach vergegenwärtige man sich einen alleinstehenden Lotus.

20.17 Zwischen Nordosten und Norden oder in einer quadratischen Umfriedung ohne Tore, Śobhā-Bereiche und Eckausbauten, geschmückt mit drei Linien,

20.18 auf einem darin gelegenen achtblättrigen Lotus in einer Mondsichel, [verehre man] den von Acyuta zur Oberherrschaft über die Hindernisse Eingesetzten.

20.19 Wer ihn stets regelgemäß verehrt, erlangt als Übender das Erwünschte. Deshalb bade man mit seinen Mantras nach dem zuvor angegebenen Verfahren,

20.20 oder wasche Hände und Füße, vollziehe das rituelle Schlürfen und den Nyasa. Mit geistigen Konzentrationen reinige man den eigenen Körper unter seiner Herrschaft.

20.21 Dann setze man erneut die sechs Glieder und die übrigen [Mantras] ein, beginnend mit [einer unsicheren Anfangsbestimmung]. Wie zuvor führe man den Herrn [aus der Stätte der Glückseligkeit] herab.

20.22 Nachdem man ihn im Herzlotus als in sich ungeteiltes [Wesen] verehrt hat, meditiere man denselben als zur gegliederten Gestalt geworden und verehre ihn außen.

20.23 [Er gleicht] einem jungen Dūrvā-Grashalm mit leicht gelblichem Glanz, hat vier Fangzähne, vier Arme, vier [Gesichter oder im Wortlaut verderbt „Hoden“] und vier Bewegungsweisen.

20.24 Er hat vollkommene Glieder, [reiche] Haare und Schultern und eine breite, glänzende Brust. Seine vertiefte Nabelöffnung ist rechtsläufig gewunden.

20.25 Seine Arme reichen bis zu den Knien. Er ist herrlich und trägt verfilztes Haar von rotgoldenem Flammenglanz. Augen und Kinn sind goldbraun wie flüssiges Gold; seine Nase ist breit.

20.26 Eine Reihe langer weißer Nägel schmückt ihn, seine Brauen sind geschwungen. Er ist mit Perlen geschmückt, in deren Mitte ein großer Edelstein sitzt.

20.27 Auf seiner rechten Seite gestalte man das glückverheißende Śrīvatsa-Zeichen. [Die weitere Beschreibung eines Lotus- beziehungsweise Lakṣmī-Sitzes in der Mitte ist teilweise verloren.]

20.28 Seine heilige Schnur sei doppelt und verlaufe rechts um den Nabel. Seine Wangen und sein Gesicht sind breit; [seine Haare] sind wie junge Mondsicheln gekrümmt,

20.29 rötlich wie frische [Aśoka-Blüten; die Lesung ist beschädigt] und bedecken seine Gestalt. Seine beiden Ohren sind schön, lang, breit und aufgerichtet,

20.30 mit Rubinohrringen geschmückt. Eine hohe Krone, Halsketten und weiterer Schmuck zieren ihn.

20.31 Er trägt buntes Seidengewand und vielfältige Kränze. Sein Glanz ist tausendmal so stark wie der der zwölf Sonnen bei der Weltauflösung.

20.32 Sein Blick ist etwas nach oben und zur Seite gerichtet. Seine Zähne glänzen wie Jasmin und Mond, sein Gesicht lächelt leicht.

20.33 Von Natur aus ist er sanft und makellos; [äußerlich] ist er mit nur scheinbarem Zorn gefärbt. Er steht in einer Haltung spielerisch bewegter Füße.

20.34 Mit seinem inneren Sinn vergegenwärtigt er die höchste Stätte. Mit Daumen und [den übrigen] Fingern bis zum kleinen Finger [bildet er] drei Ranken [die Handanweisung ist sprachlich unsicher].

20.35 Diese sind gebeugt; ein Finger ist aufgerichtet und zur Nase geführt. Er trägt diese Mudrā, die den Hindernissen Furcht einflößt.

20.36 Seine Hände halten Rad und Muschelhorn sowie eine herabhängende Keule; eine Hand ist lässig an die Hüfte gelegt.

20.37 So vergegenwärtige man sich den Gott von mannigfacher wunderbarer Tatkraft in der Mitte des Lotusmittelstücks. Seine Herzformel und die übrigen [Glieder behandle man] wie beim Hauptmantra.

20.38 Sie befinden sich im Bereich der Lotusblätter, [mit derselben Gestalt], jedoch ohne dieselbe Farbe. Für die Glieder ist überall eine Meditation in Weiß und den übrigen Farben erklärt.

20.39 Gajānana, Jayatsena, der mächtige Harivaktra und als vierter Kālaprakṛti, Lotusgeborener,

20.40 sind die vier Herrscher der Scharen von furchtbarer Gestalt. Sie warten auf seinen Befehl und halten rein weiße Yakschweifwedel erhoben.

20.41 Vināyaka und die anderen vornehmsten Herren der Hindernisse [stehen unter] diesen stets gehorsamen Scharenführern.

20.42 In den Ecken, im Nordosten beginnend, setze man sie außerhalb des Lotus ein. Sie blicken auf das Gesicht des Herrn und stehen in derselben Haltung wie er.

20.43 Alle besitzen entsprechend ausgestattete Hände, jedoch ohne die Mudrā. Erfahre ihre jeweils unterschiedliche körperliche Gestalt für die Meditation.

20.44 Furchtbar, mit dem Gesicht eines mächtigen Elefanten, vier Stoßzähnen, drei Augen, muschelförmigem Hals, vier Armen und dem Glanz von zehntausend Vollmonden,

20.45 geschmückt mit Halsketten, Fußreifen, Oberarmreifen und Gürtelketten, mit vielfältigen Kränzen, Düften und Gewändern, von unvergleichlicher Tatkraft:

20.46 So meditiere man Gajānana. Dann vergegenwärtige man sich Jayatsena mit dem Gesicht eines großen Pferdes und dem Glanz eines Rubinberges,

20.47 mit Augen wie flüssiges Gold und mannigfacher wunderbarer Tatkraft. Danach meditiere man Harivaktra, dessen Kopf von einer Mähne umgeben ist,

20.48 leuchtend wie stark erhitztes Gold, mit furchtbar grollender Stimme, dem Gesicht eines Löwen und der Geschwindigkeit des Weltauflösungswindes, Brahmane.

20.49 Kālaprakṛti stelle man sich wie einen Berg aus dunklem Augenschminkstein vor, mit durch Fangzähne furchtbarem Gesicht und goldbraunem Bart und Augen,

20.50 mit fischförmigen Ohrringen, zorniger Erscheinung und einer wie beim Fisch eingesenkten Nase. Diese Herrscher der Scharen besitzen die Kennzeichen großer Wesen,

20.51 sämtliche, Brahmane, von den Füßen bis zum Hals. Was an Schmuck für den ersten genannt wurde, vergegenwärtige man auch bei den drei anderen.

20.52 Man verehre sie mit ihrem eigenen Namen, dem Om vorangeht und dem die Verneigungsformel folgt, Lotusgeborener, um die Früchte unterschiedlicher Vollendungen zu erlangen.

Pauṣkara sprach:

20.53 Wer ist dieser von unvergleichlicher Kraft, vor dem in einem Augenblick selbst jene Hindernismächte aus der Ferne fliehen, die die drei Welten entwurzeln könnten?

Der erhabene Herr sprach:

20.54 Die Kālavaiśvānara, „Zeitfeuer“, genannte Gestalt des viergestaltigen alldurchdringenden Herrn: Dieser Gott, Zweimalgeborener, wird Viṣvaksena genannt.

20.55 Für die Opfernden ist er als Āhavanīya und die übrigen Opferfeuer gegenwärtig. Er nimmt die hineingegebene Opfergabe auf und sättigt damit die ganze Welt.

20.56 Ebenso empfängt er aus der aus Mantras bestehenden, sattvigen und auf Brahman ausgerichteten Verehrung die durch Mantras geheiligte Speise von der Gestalt des Gurus

20.57 und verteilt sie selbst rasch an die ungerufen anwesenden Götter und Bewohner aller Welten, aus dem Wunsch, ihnen Gnade zu erweisen.

Pauṣkara sprach:

20.58 Unter allen Mantragestalten hast du eine als hauptsächlich und höchste bezeichnet, die Vāsudeva genannte Gestalt.

20.59 Mit dem Rest des ihr Dargebrachten hast du die Verehrung Viṣvaksenas vorgeschrieben. Wenn aber ein Übender die Gestalten einzeln verehrt, Herr,

20.60 oder die Mantraschar nach unterschiedlichen Vyūha-Anordnungen, [einschließlich der gegenseitigen Glieder der drei Hauptsysteme; der Wortlaut ist beschädigt],

Unnummerierter Halbvers nach 20.60: soll er [Viṣvaksena] dann mit den Blumen und übrigen [Gaben] der jeweils verehrten [Gestalt] verehren?

Der erhabene Herr sprach:

20.61 Überall und stets, Brahmane, [gilt] der jeweils allein [oder hauptsächlich] verehrte Herr der Mantras [als Hauptgestalt; die nähere Bestimmung ist beschädigt].

20.62 Bei seiner äußeren Offenbarung ist er der hauptsächliche, kein anderer. Der Vorrang besteht jeweils aufgrund der gewählten Verehrung.

20.63 Nach der Art der inneren Vergegenwärtigung, nach dem jeweiligen Anteil und nach den unterschiedlichen Handlungen [wird der Vorrang] der Mantras, Mantragestalten und Vyūhas, Lotusgeborener,

20.64 ebenso sämtlicher Wirklichkeitsprinzipien als von Bedingungen abhängig bezeichnet. Keines ist seinem Wesen nach das Höchste,

20.65 außer dem einen, Vāsudeva genannten, stets offenbaren [Herrn], [der als] vierfache Entfaltung mit dem Kennzeichen des Hervorgehens und Zurücknehmens [erscheint]. [Eine nähere Eigenschaft ist beschädigt.]

20.66 Trotz der Unterscheidung besteht stets Gleichheit der vier. Was unter der Oberherrschaft Brahmans [zu einer Einheit zusammengefasst wird, vergleicht der beschädigte zweite Halbvers mit einem Blatt].

20.67 [Sie sind] im Bewusstsein durch die Fülle der sechs göttlichen Eigenschaften gekennzeichnet [Textlücke], vom Beginn der Entfaltung bis zum Abschluss [ihrer Rückkehr] in das Selbst.

20.68 Dort gibt es niemals Raum für Hindernisse; selbst der Kreis der Entfaltungsgottheiten bleibt in der Ferne.

20.69 Was wäre dann bei dieser Verehrung von Indra und den übrigen [Göttern] zu sagen? [Diese Gegenwart] gewährt Befreiung, auch ohne dass sie ausdrücklich gewünscht wird. [Der Mittelteil ist beschädigt.]

20.70 Sie ist vom Ursprung an in Brahman gegründet und frei von allen anderen [Bestimmungen]. Am Schluss dieser Vyūha-Verehrung ist keine [gesonderte] Verehrung vorgeschrieben, Zweimalgeborener,

20.71 weder der mit geringer [Bindung oder Färbung] versehenen Vidyā-Gottheiten noch Viṣvaksenas, der von seinen Scharen umgeben ist.

20.72 Ausgehend von dieser höchsten Anordnung [gibt es] eine allerfeinste, eine gestalttragende und die stets offenbarte [Form; der Vers ist beschädigt], die alle Vollendungen gewähren.

20.73 Wenn eine einzelne, eine zweifache oder eine dreifache [Gestalt] mit unterscheidender Vorstellung verehrt wird, um Befreiung oder andere gewünschte Ziele zu erlangen, Zweimalgeborener,

20.74 dann tritt ohne die Gliederhandlungen vom Nyāsa bis zur Verehrung des Feindes der Hindernisse selbst in Millionen von Weltaltern keine Vollendung der Verehrung ein.

Pauṣkara sprach:

20.75 Nun möchte ich von der Unterscheidung dieser drei Vyūha-[Formen] und von der Ordnung des ewig beziehungsweise stets Offenbarten hören. [Die Frage ist sprachlich beschädigt.]

Der erhabene Herr sprach:

20.76 Die zuvor erklärte unvergleichliche, übersinnliche, vollkommen friedvolle Gestalt höchster Glückseligkeit ist die stets offenbarte.

20.77 Die zweite wird die feine genannt; sie hat den Glanz von Blitzbündeln, Sonnen, Feuer und zehntausend Vollmonden. Sie tritt hervor und zieht sich zurück.

20.78 [Die weitere Form ist] jeweils durch Kennzeichen, Gewänder, Farben und andere [Merkmale] unterschieden; zur rechten Zeit erfüllt sie ihre Aufgabe, frei von Krankheit und sonstiger Befleckung.

20.79 [Der Vers über ihre Entfaltung und ihr Zurücktreten in die höchste Stätte, in Gemeinschaft mit Weisen, ist stark beschädigt.]

Pauṣkara sprach – unnummerierter Fragenrest: Du hast bei den Mandala-Verehrungen mit der Verehrung Viṣvaksenas und den übrigen [Handlungen] … [Der Rest der Frage fehlt.]

Der erhabene Herr sprach: [Der Beginn der Antwort fehlt.]

20.80 [Erhalten ist nur eine beschädigte Aussage:] Sie vernichten stets die gesamte Schar [von Übeln; das betreffende Wort ist unsicher].

20.81 Deshalb geht der Niedrige, der [die betreffenden Gaben] anderen gibt, selbst davon isst oder sie aus Verblendung unbeachtet lässt, in die Hölle. [Welche Gaben unmittelbar gemeint sind, ist wegen der vorausgehenden Lücke nicht vollständig erhalten.]

20.82 [Der Vers über die notwendige Berücksichtigung des Gefolges und seines göttlichen Herrn ist beschädigt.]

20.83 [Gemeint sind Gaben], die man zuvor selbst versprochen oder auf seine Anordnung hin mit Vertrauen in vielfältiger, Freude bereitender Form zubereitet hat, Pauṣkara,

Unnummerierter Halbvers nach 20.83: insbesondere die dem Gott bestimmte Speise aus Dickmilch, Esswaren, Früchten und anderem.

Pauṣkara sprach:

20.84 Was heißt „Gut der Gottheit“, Herr, und was „Eigentum der Gottheit“? Welche Speise der Scharen ist den Hingebungsvollen verboten, du Freund deiner Verehrer?

Der erhabene Herr sprach:

20.85 Was immer sich im Schatzhaus befindet, Gefäße, Schmuck und anderes, was an der Gottesgestalt angebracht oder im Innern meines Tempels [aufbewahrt ist],

20.86 oder in ihrem Laden [zum Tempelbesitz gehört], das erkenne als Gut der Gottheit. Das Gebiet einschließlich Städten und Dörfern, Kühe, Elefanten und andere [Tiere],

20.87 Reisfelder, Getreide, Zuckerrohr, Blumenpflanzungen, Dienerinnen, Diener und Haushalte sowie damit verbundener Handel, samt Kindern, Vieh und Angehörigen,

20.88 [gelten als] Eigentum der Gottheit. Seine unrechtmäßige [Aneignung] schafft selbst für Vollendete Schuld. Ob man es selbst gestiftet hat oder ein anderer: Man hüte sich sorgfältig davor, [es sich anzueignen].

20.89 [Ein solches Tun] bringt Schuld und [nach dem Wortlaut] unvergängliche Höllenfolge. [Die weitere Aussage leitet zu früher eingerichteten Stiftungen im Tempel über und ist beschädigt.]

20.90 Was im Gotteshaus zuvor eingerichtet wurde, ist sorgfältig zu erhalten. Wenn die laufenden Aufgaben in Vaiṣṇava-Heiligtümern nicht ausgeführt werden,

20.91 trifft den König in seinem Herrschaftsbereich sehr große Schuld. Durch die Bewahrung des zuvor Eingerichteten [erlangt er dagegen] weitreichenden Ruhm und unvergängliches Wohlergehen hier.

Unnummerierter Halbvers nach 20.91: Auch nach dem Ende des Körpers erlangt er Heil durch die Erhaltung des zuvor Eingerichteten.

Pauṣkara sprach:

20.92 Zuvor hast du das Verteilen und Essen der Gottesspeise gelehrt. Wie wird nun ihr Verbot ausgesprochen, Herr der Welt?

Der erhabene Herr sprach:

20.93 Was zuvor sorgfältig für die Verehrung der Gottheiten zubereitet wurde, heißt bis zum Abschluss ihrer Sättigung „Gottesspeise“.

20.94 Wenn man sie aus Verblendung vorher beziehungsweise anders [als vorgeschrieben] isst, Zweimalgeborener, erlangt der Mensch [erst] durch Hunderte vollzogener Sühnehandlungen Reinigung.

20.95 Nach Abschluss der Sättigung der Mantras aber wirkt ihr Genuss für Opfernde, die frei von Hochmut sind, umfassend reinigend, Bester der Opfernden.

20.96 Das Essen der dargebrachten Speise ist läuternd, reinigend, verdienstvoll und lässt Wohlergehen und [den Kreis der] Dienenden wachsen. Obwohl ihr Genuss stets gestattet ist

20.97 dem Guru und den anderen Hingebungsvollen, Lotusgeborener, bleibt er für [bestimmte] Sādhakas ohne vorherige Verehrung beziehungsweise Bitte untersagt.

Unnummerierter Halbvers nach 20.97: [Eine zusätzliche Einschränkung bei] regelmäßiger und anlassbezogener Verehrung [ist beschädigt überliefert].

Pauṣkara sprach:

20.98 Aus welchem Grund ist dem Sādhaka die durch Mantras geheiligte Speise verboten, Erhabener? Darüber hege ich großen Zweifel.

Der erhabene Herr sprach:

20.99 Ohne darum gebeten zu haben, darf man niemals auch nur eine Blume nehmen. [Die weitere Anweisung über das Erbitten mittels des eigenen Mantras ist beschädigt.]

20.100 Um Speisegaben und sämtliche anderen Darbringungen soll der Guru für die innerlich Gesammelten den Herrn der Mantras immer wieder bitten.

20.101 Weil er in jeder Hinsicht frei und darin vollendet ist, trifft ihn keine Schuld. Wie ein Minister, wenn er beim König Gelegenheit erhalten hat,

20.102 [eine Bitte vorbringen darf], ohne dass jener ihm zürnt, so verhält sich der Herr der Mantras zum Guru. Wer sich jedoch zum Dienst verpflichtet hat, bis dessen Frucht erreicht ist,

20.103 soll den König nicht einmal um eine Kleinigkeit bitten. Wenn dieser aber erfreut und aus eigenem Wohlgefallen selbst etwas schenkt,

20.104 soll er es als Gnade bezeichnen und mit geneigtem Haupt freudig annehmen. Der Einsichtige soll [nicht aus Gewinnsucht handeln; die genaue Verbotsformulierung ist beschädigt].

20.105 Der Übende, der so seiner Mantradisziplin hingegeben handelt, erlangt bald durch die Gnade der Mantragestalt Vollendung.

Pauṣkara sprach:

20.106 Herr der Welt, [die Frage betrifft] die Verwendung der Speisegabe der verehrten Mantragestalt. Was geschieht mit dem Rest? [Ein Teil der Formulierung ist beschädigt.]

Der erhabene Herr sprach:

20.107 Was bei entsprechenden Mitteln den Herren der Mandalateile, den äußeren Grundlagen samt Kräften, den Gurus und den Herren der Zeit dargebracht wurde,

20.108 gebe man hingebungsvollen Brahmacharis mit geläutertem Innern. Was den Gliedern von der Herz- bis zur Augenformel dargebracht wurde,

20.109 ebenso den Gestalten von Śrī an sowie den Vyūha-Gestalten, ist stets den Putrakas [einer Klasse Eingeweihter] zur Gabe bestimmt.

20.110 Was den Waffen, beginnend mit dem Rad, den Mantra-Gerätschaften und den an die Empfangsstätte herabgeführten [Gestalten] dargebracht wurde, gilt [einer im Wortlaut nicht sicher bestimmbaren Empfängergruppe].

20.111 Was den Scharen, dem Rad, den Richtungsherren, der Waffe, den Torhütern und dem Feldherrn gegeben wurde, teile man unter Vaiṣṇavas aus den [Kṣatriya- und weiteren Gruppen; die Bezeichnung ist unsicher] auf.

20.112 Dies ist vor der Entlassung vorgeschrieben, Lotusgeborener. Nachdem der Mantrakreis entlassen ist, ist es allen untersagt.

20.113 Denn unmittelbar danach kommen Wesen zu Millionen, beginnend mit Viṣṇus Gefährten, um dieser Gaben willen, Lotusgeborener.

20.114 [Die Aussage über ihre Reinheit und Wirkkraft ist beschädigt.] Aus Mitgefühl mit den im Wasser lebenden Wesen und ihrem Gefolge

20.115 sammle und zerkleinere man sämtliche verbliebenen Gaben und [gebe sie] sorgfältig in tiefes Wasser. [Die zusätzliche Bestimmung zur Unvergänglichkeit der Gabe ist unsicher.]

20.116 Bei den in einem Kultbild fest gegenwärtigen Mantras ist stets vorgeschrieben, die ihnen dargebrachten [Speisen] den von ihnen abhängigen Wesen in der zuvor [genannten] Weise zu geben,

20.117 ebenso ihren Dienenden, den dem Tanz und Gesang Gewidmeten, den darum bittenden Hingebungsvollen und den Bewohnern von Brahmanendörfern.

20.118 Daher ist die durch den Blick des Mantraherrn gereinigte Speisegabe höchst läuternd. Sie reinigt den Körper, und durch diese Reinigung [verkürzt sich] die Zeit [bis zum Ziel; der Bezug ist nicht ausdrücklich genannt].

20.119 Für diejenigen, die frei von Verfehlungen im Umgang mit Besitz sind, entsteht bald Heil. Obwohl ihre Größe so beschaffen ist, Lotusgeborener,

20.120 ist doch das Verzichten besser als [eigenmächtiges] Geben oder Verlangen, damit nicht aus Gier der Menschen zusätzliche Schuld entsteht. [Die genaue Vergleichsform ist sprachlich unsicher.]

20.121 Wer von dieser Gier frei ist, besitzt ein überaus klares Verständnis, das die beständige Handlung erkennt, deren Frucht das Erlangen des Höchsten ist.

Damit endet in der heiligen Pāñcarātra-Pauṣkarasaṃhitā das zwanzigste Kapitel, „Die Verehrung Viṣvaksenas“. Die überlieferte Gesamtzählung nennt 123 Verse; neben den Nummern 1–121 stehen unnummerierte Halbverse und ein unnummerierter Fragenrest.


Kapitel 21: Die göttlichen Kräfte des Gefolges

Pauṣkara sprach:

21.1 Gott, du hast zuvor die Schar der Kräfte genannt. Ihre Kennzeichen und ihr Einsetzen möchte ich nun hören.

Der erhabene Herr sprach:

21.2 Lakṣmī, die allen Reichtum gewährt; Puṣṭi, die höchste Vollendung verleiht; Kānti, Schönheit; Prabhā, Glanz; Mati, Einsicht; Śakti, Kraft; Kriyā, Handeln; Icchā, Wille; Mahimā, Größe; Unnati, Erhebung;

21.3 Svadhā; Vidyā, Wissen; [ein als Aṇisā oder Araṇī überlieferter Name]; Māyā; Mūrti, Gestalt; Hrī, ehrfürchtige Scheu; Śrī, Herrlichkeit; Kalā, Teilkraft; Dyuti, Leuchten; Niṣṭhā, Festigkeit; Ṛjvī, Aufrichtigkeit; Ruci, Wohlgefallen; Ceṣṭā, Tätigkeit; Śobhā, Schönheit; Śuddhi, Reinheit; Vibhūti, Machtentfaltung;

21.4 Vṛtti, Wirken; Vyāpti, Durchdringung; Gati, Bewegung; Supti, Schlaf; Bhāgā, Anteil; Vāgīśvarī, Herrin der Rede; Rati, Freude; Siddhi, Vollendung; Nati, Verneigung; Pluti, Aufschwung; Krīḍā, Spiel; Saṃpat, Wohlergehen; Kīrti, Ruhm; Śikhā, Flammenspitze; Mati, Einsicht;

21.5 außerdem Gāyatrī, Maryādā, rechte Grenze, und Sṛṣṭi, Schöpfung, Lotusgeborener. Zuerst vergegenwärtige man sich im Geist den Mantraleib [mit diesen Kräften] als seinen eigenen Eigenschaften.

21.6 Von diesen stets gestaltlosen [Kräften] ist er ganz erfüllt. Dies ist, Pauṣkara, die allgemeine Verbindung des Kreises der Kräfte

21.7 mit der Mantraschar. Nun wird die besondere [Anordnung] erklärt. [Man setze zwei Kräfte] südlich und nördlich [unmittelbar bei] der ersten Gestalt ein.

21.8 Diese beiden heißen Lakṣmī und Puṣṭi; [ihre genaue Stellung an den Händen ist beschädigt]. Die Achtergruppe setze man in die acht Richtungen, von den Staubfadenenden aus, in der gehörten Reihenfolge.

21.9 [Sie stehen] in der Blattmitte oder außerhalb der Herzformel und der übrigen [Gliedermantras], je nach gewünschter Vollendung. [Die beschädigte zweite Vershälfte bezieht die Hauptkräfte und die Mitte auf die höchste Stätte.]

21.10 [Durch ihre entsprechende Anordnung] erlangt man den gewünschten Genuss; [sie befinden sich] außerhalb der Gliedergruppe. Oberhalb des verbleibenden Freiraumkreises [vergegenwärtige man sie] im festen Lotussitz,

21.11 ringsum entsprechend ihrer Zuordnung, den höchsten Herrn anschauend. Ebenso [verfahre man] bei Mantras, die für eine gesonderte Verehrung gegenwärtig gemacht werden.

21.12 Die Achtergruppe der Kräfte ist einzusetzen, ohne das Paar Lakṣmī und Puṣṭi. Die verbleibende Gottheiten-Anordnung [folge] dem entsprechenden Umlauf. [Die genaue Einschränkung ist beschädigt.]

21.13 Bei einem Lotus, der nicht achtblättrig ist, [setze man sie] in der Reihe der Staubfäden am Ansatz ein, sodass die Achtergruppe dem Mittelstück entsprechend [angeordnet ist].

21.14 So erfolgt das Einsetzen der Gottheiten bei sämtlichen Verehrungsanlagen, mit Ausnahme eines zusammengesetzten [hundertspeichigen; die Lesung lautet unsicher śārada] Rades, Lotusgeborener.

21.15 Dort [befindet sich] die Achtergruppe im Lotus, der Rest [außen] im Rad. Die Meditation und [Zuordnung der] Mantras werde ich dir nun der Reihe nach erklären, Brahmā.

21.16 Lakṣmī leuchtet in der Farbe eines roten Lotus und hat Augen wie blaue Lotusse. Puṣṭi ist weiß wie eine Fülle von Milch; ihr Gesicht ist von Glückseligkeit erfüllt.

21.17 Die Achtergruppe von Kānti bis Unnati ist rein wie Kristall. Die vierunddreißig [übrigen] Kräfte mit glückverheißenden Kennzeichen, Brahmane,

21.18 meditiere man abwechselnd goldfarben und etwas rubinrot, mit unvergleichlichen Eigenschaften versehen. [Die überlieferte Namensliste lässt sich nicht widerspruchsfrei auf diese Gruppenanzahl verteilen.]

21.19 Alle haben klare, freundliche Augen und heitere Lotusgesichter. Sie sind miteinander durch Schönheit, Anmut und glückverheißende Würde verbunden.

21.20 Alle tragen Kränze und Gewänder und sind mit sämtlichem Schmuck geziert. Ihr Kennzeichen ist ein Yakschweifwedel, der wie Mondstrahlen glänzt.

21.21 [Mit] der linken und der anderen Hand [vergegenwärtige man] sie als Gewährerinnen des Gewünschten. Sie bewegen sich nach der Ordnung der Mantras und verleihen wie diese sämtliche Früchte.

21.22 Zur Zeit der Verehrung nehmen sie aus Mitgefühl mit den Hingebungsvollen allumfassende Gestalt an und richten ihren Blick in die Himmelsrichtungen.

21.23 So [wirken sie] nach außen, verbunden mit der Verehrung der Mantras, Lotusgeborener. [Damit sind] Einsetzen, Verehrung und Meditation der Göttinnen [für den] in den Mantras vollendeten [Übenden erklärt; der Satzschluss ist beschädigt].

Damit endet in der heiligen Pāñcarātra-Pauṣkarasaṃhitā das einundzwanzigste Kapitel, „Die Kennzeichen des Gefolges“.


Kapitel 22: Die tragende Grundlage und der göttliche Sitz

Pauṣkara sprach:

22.1 Du von den Unsterblichen Verehrter, zum Wohl der vorzüglichen Übenden möchte ich von dir die tragende Grundlage und den darauf befindlichen Sitz genau erkennen,

Unnummerierter Halbvers nach 22.1: samt ihrem Geheimnis, unvermischt und mit ihren Gottheiten, so wie sie bestehen.

Der erhabene Herr sprach:

22.2 Das Getragene, Lotusgeborener, [ruht] in seiner eigenen unveränderlichen Gestalt, selbst an Anfang und Ende umfasst wie eine Reihe von Edelsteinen an einer Schnur.

22.3 Zuerst [erscheint es] als tragende Grundlage, dann als Weltgestalt, darüber als die mannigfachen Mantras; in Wahrheit aber ist es ohne Wellen und Bewegung.

22.4 [Diese Entfaltung dient] denen, die eingeübte Prägungen besitzen und handeln, damit ihr Karma zur Ruhe kommt, und denen, deren [Weg] durch seinen Willen eröffnet wurde, zur Erlangung von Erfüllung und Befreiung.

22.5 Für die von anfangloser Unwissenheit [Bestimmten] besteht diese [Unterscheidung] in der Wirklichkeit; [die weitere Verneinung eines räumlichen Oben und Unten ist beschädigt], Pauṣkara.

22.6 [In Wahrheit gibt es] weder ein Seitwärts noch [eine im Wortlaut unklare Rangordnung von] Brahman und den übrigen [Prinzipien], auch keine Vorstellung von zu Verwerfendem und Anderem. Wo die Kennzeichen besonderer Unterscheidungen zur Ruhe gekommen sind,

22.7 wird diese Kraft des erhabenen Vishnu als „tragende Grundlage“ bezeichnet. Wie zuvor nimmt [sie] nach freiem Willen den Samen [auf] als Vermögen des Sitzes.

22.8 Sie ist unoffenbar und offenbar, wie eine Fülle von Sonnen[strahlen], da sie die Natur hat, die Gesamtheit der Weltsamen nach außen zu entfalten.

22.9 Im Zustand eingezogener Glieder wird sie „Schildkröte“ genannt. [Der Herr] verbrennt am Ende die Welt in Gestalt des Zeitfeuers.

22.10 Ihre Gottheit ist der erhabene, von der Welt verehrte Herr in Schildkrötengestalt. Die göttliche Kraft gibt ihr Vermögen nicht auf; wiederum [wirkt] dieses,

22.11 indem es den unvergänglichen Weltkeim der unendlichen Gestaltungen emporführt, wie eine Schildkröte ihren zuvor eingezogenen Hals ausstreckt.

22.12 Dies wird als Śeṣa bezeichnet, dessen Gottheit die Schlange ist, und als Ananta, der Unendliche, besungen: die Stütze der vier als Samen bestehenden [Prinzipien], Einsichtsvoller.

22.13 Daraus tritt wie zuvor der Zweig des Geruchs hervor. Seine herrschende Gottheit ist der erhabene Herr in Gestalt der Erde.

22.14 Daraus wird die aus Geschmack bestehende Frucht mit dem Kennzeichen des Unsterblichkeitsnektars offenbar. Ihre herrschende Gestalt ist der unvergängliche Milchozean.

22.15 Daraus [erscheint] der Lotus, Lotusgeborener, mit einem Glanz wie aus unendlichen Edelsteinen. Seine offenbarte Kraft ist ewig und durch Feuer gekennzeichnet.

22.16 Erkenne ihn als göttlichen, entfalteten weißen Lotus von unendlichen Blättern. Nach der Unterscheidung, die beim Höchsten beginnt, [erscheint er] mit einer, zwei oder drei Eigenschaften,

22.17 zusammen mit den acht Umgestaltungen der [Buddhi; die Lesung ist unsicher], Lotusgeborener. Dort [bestehen] als Gottheiten die Umgestaltungen der Rede, [beginnend mit einer beschädigt überlieferten Bezeichnung].

22.18 Ebenso [bestehen dort] die vier Umgestaltungen der Zeit, beginnend mit dem Kṛta-Zeitalter. Die höchste Form aller wird dabei als bloßes Sein bezeichnet.

22.19 Eine andere [Form ist] die offenbarende [Meditations- oder Lautgestalt] mit ihren Gliedern; die dritte heißt die herrschende und ist durch den Körper der Gottheit gekennzeichnet. [Die erste Wortverbindung ist beschädigt.]

22.20 Daraus entsteht das feine Berührungsprinzip, dessen Gottheit der Wind ist. Seine deutlich offenbarte Gestalt hat die Kennzeichen der verschiedenen Radteile.

22.21 Daraus entsteht der Klang, dessen Gottheit der Raum ist, Lotusgeborener. Seine reine Gestalt ist die Rad-Offenbarung mit sämtlichen Gliedern in sich zurückgenommen.

22.22 Sie wird Freiraumkreis genannt, Wohnstätte des hauptsächlichen Lotus. In ihr befinden sich die Elemente, und in ihr ist alles gegründet.

22.23 Daraus entfaltet sich die Zeitspanne vom Augenaufschlag bis zur großen Weltauflösung und bewirkt Unterschiede in allen Dingen.

22.24 [Das viergestaltige Brahman] aber ist nur durch sprachliche Bezeichnung unterschieden, in Wahrheit ungeteilt, mit der Fülle der Eigenschaften, beginnend mit Erkenntnis.

22.25 Weil es stets offenbar, ewig, alldurchdringend, die höchste Stätte, vollständig und mit den sechs göttlichen Eigenschaften versehen ist, findet die Zeit darin keinen Wirkungsbereich.

22.26 Aus dem Klang [entsteht] das Ich-Prinzip, dessen Gottheit die Sonne ist, Einsichtsvoller; daraus [entstehen] Geist und Ich-Prinzip, ebenfalls mit der Sonne als Gottheit. [Der Vers wiederholt Teile seiner Aussage und ist vermutlich beschädigt; die Gottheitszuordnung wird nicht eigenmächtig geändert.]

22.27 Die Buddhi hat das Leuchten des alldurchdringenden Herrn, dessen Wesen offenbarte Glückseligkeit ist, zur Gottheit. Die Gestaltung von den Blättern bis zum Mittelstück, beginnend mit der Sonne,

22.28 gilt als die aus den Eigenschaften bestehende Gestalt des hauptsächlichen Lotus. Die unvergängliche Ursache der Wirklichkeitsprinzipien, beginnend mit Buddhi,

22.29 heißt das Unoffenbare, du von großer Einsicht, und trägt die Gestalt der noch ungeteilten Eigenschaften. Es ordnet die eigenen Eigenschaften unter und wirkt, in sich selbst gegründet,

22.30 nachdem es sämtliche auf das Selbst bezogenen Tätigkeiten im Herzen zusammengezogen hat. Denn aus ihm entstehen alle Zustände, bester Zweimalgeborener,

22.31 und in ihm gehen die gewordenen Wesen wieder unter. Darum ist dieser Lotus erhaben: eine Fülle von Strahlen der Bewusstseinssonne, gekennzeichnet durch Erfasstes und Erfassenden.

22.32 In ihn gehen die eigene Lichtstätte und das eigene Vermögen [des Herrn] ein. Die Vimalā genannte [Kraft] ist Reinheit; die Erkenntniskraft ist das Wissen, Lotusgeborener.

22.33 Die Prabhavā genannte ist das Vermögen des Hervorbringens; die Satyā genannte ist Wahrheit; die Nityā genannte ist Ewigkeit; die Prakāśā genannte ist Leuchten.

22.34 Die Anantā genannte Teilkraft ist Unendlichkeit, Lotusgeborener. Zusammen mit der Gnadenkraft ist die höchste Gnadenwirkung zu erkennen.

22.35 Diese acht Teilkräfte bestehen in sich selbst gegründet; sie entfalten das Höchste [oder sammeln sich darin; das Verb ist mehrdeutig] und kehren wiederum zurück.

22.36 Nach höchster und nachgeordneter Form unterschieden sind diese Teilkräfte [des Verehrten] erklärt, Lotusgeborener; ihre Unendlichkeit ist erhaben.

22.37 Nachdem man den unoffenbaren Lotus durch die eigene Kraft, die seinem eigenen Wesen entspricht, als Erfasstes und Erfassenden erfüllt hat,

22.38 bleibt er für einen winzigen Zeitteil allein und rein bestehen, Zweimalgeborener. [Der anschließende Übergang zu den Kräften und Teilkräften ist sprachlich beschädigt.]

22.39 Indem [der Übende] die eigene Bestimmung als Ichheit vollkommen ablegt, entfaltet sich durch deren Aufhebung unvergleichliche Glückseligkeit, Zweimalgeborener.

22.40 Diesen selbstleuchtenden, unvergleichlichen, unvergänglichen Mantra soll man erstreben. [Dann vergegenwärtige man] die im Lichtraum befindliche, durch Richtung und weitere [Merkmale] abgrenzbare

22.41 Teilkraftgestalt und stütze sich unmittelbar auf sie, Lotusgeborener. Nachdem man den mittleren Bereich des Lichtraums verlassen hat,

22.42 sitze man bequem auf dem eigenen Sitz der tragenden Kraft, mit dem feinen Vidyā-Leib, der den aus Elementen bestehenden Körper nachbildet.

22.43 Dann verleihe man jener als eigene Gestalt gesondert hervorgetretenen Fülle von Glückseligkeit die in der Schrift gelehrten und im rituellen Vollzug verwendeten [Merkmale],

22.44 mit ihrer eigenen Grundlage und den Kennzeichen der Gottheit. Die Erkenntnis und die übrigen [Kräfte] schaue man fest gegenwärtig, im eigenen Herzen und den weiteren [Stellen] hervorgetreten.

22.45 Kennzeichen, Schmuck und die übrigen [Merkmale] sind entsprechend in die Gestalt einzusetzen; danach die reinen Herz- und übrigen [Gliedermantras] an ihren jeweiligen Orten.

22.46 Anschließend verehre man nach dem Verfahren und der Reihenfolge der Schrift. So [ist] beim Darbringen des Sitzes die Folge der Wirklichkeitsprinzipien, die aus dem Höchsten

22.47 hervorgetreten ist, in die von ihm beherrschte Ursache zurückzuführen, wenn das Ziel des Menschen erfüllt ist, innen oder außen, Lotusgeborener.

22.48 Man vergegenwärtige sich der Reihe nach die Mantraschar als im Mantraherrn aufgelöst. Die Mantrakraft führe man durch die eigene Entschlusskraft zur Ruhe.

22.49 Dann löse man die eigene Vidyā-Gestalt zusammen mit der Entschlusskraft in die eigenen Teilkräfte auf und deren Gesamtheit wiederum im Selbst.

22.50 So wird man wie zuvor von der Fülle der Glückseligkeit erfüllt, nachdem man die zuvor beschriebene Grundlage entsprechend der Schöpfungsordnung [in ihre Ursache] zurückgenommen hat.

22.51 Bei den Erkennenden, die die Wirklichkeitsprinzipien kennen, von Teilung frei und im rechten Handeln vollendet sind, Einsichtsvoller, lösen sich diese [Unterscheidungen] von selbst auf.

22.52 Bei anderen entfalten sie sich: bei denen, die sich stets an Gestalten erfreuen, Mantrahandlungen lieben und sich in der Vielheit [vergegenwärtigen].

22.53 Dieser Weltsitz, Zweimalgeborener, wird von Acyutas Kraft getragen, deren Sein niemals schwindet; er besitzt die Gestalt wahrhaft bestehender Unterschiede.

22.54 Obwohl er durch den alldurchdringenden Herrn mit dessen eigenem Vermögen getragen und durchdrungen wird, [erscheint der Herr dennoch für] die lebendigen Seelen, die in diesen Körpern wohnen,

22.55 die durch seine eigene Kraft begnadet sind, indem er diesen [Sitz] einnimmt, Einsichtsvoller: Er besteht darin in mannigfachen Mantragestalten, in jenem vielfältig gestalteten [Bereich].

22.56 Zur Erfüllung der Verehrung [der Übenden] tritt er [hervor], auch für Menschen mit geringer Einsicht durch rituelles Handeln. Dabei verlässt er seine eigene Gestalt nicht. [Der Versanfang ist beschädigt.]

22.57 [Dieser Vers ist weitgehend unverständlich und lückenhaft überliefert. Erhalten sind vereinzelte Wörter zu Opfer, Lotus und Hervorgehen, Pauṣkara; eine zusammenhängende Aussage lässt sich daraus nicht gewinnen.]

22.58 Der Mantra ist auf Gnadenerweisung gerichtet, Lotusgeborener. [Er offenbart oder bewahrt] sein eigenes großes Sein, das durch Erkenntnis und die übrigen Eigenschaften gekennzeichnet ist. [Das Verb ist beschädigt.]

22.59 [Dies geschieht für] die in der Zeit Lebenden bis zur Erlangung der Stätte des höchsten Heils. Am Ende ihrer Verwendung gelangen auch sie gemeinsam

22.60 zur Auflösung in Vāsudeva [Textlücke]. Um des göttlichen Spiels willen [und] damit das Werden anderer zur Ruhe kommt, übertragen [sie] die eigene Erkenntnis [der Satzbezug ist unsicher].

22.61 So besteht diese höchste [Kraft des] alldurchdringenden Mantraherrn und Herrn über alles, Lotusgeborener, zur Befreiung aus den Geburtsstätten der Wesen.

Pauṣkara sprach:

22.62 Herr, wie kann der untätige, alldurchdringende Acyuta, dessen Wesen unvergänglich ist, als Mantra eine gesonderte Erscheinung annehmen?

Der erhabene Herr sprach:

22.63 Wie beim Anziehen von Grashalmen [ein Stoff oder Stein mit teilweise verlorenem Namen] wirkt und wie die eigene Kraft eines Puṣyarāga-Edelsteins [beim Anziehen oder Entfalten wirkt; die Vergleichsformulierung ist beschädigt],

22.64 so wirkt die Schar der Kräfte des erhabenen Vishnu, des höchsten Selbst, dessen Leib [als] Mantra [erscheint].

22.65 Nachdem sie aufgrund ihrer Handlungsnatur [die entsprechende Form] angenommen hat, kehrt sie wieder zurück: jene Acyutā genannte große Kraft, ursprünglich aus friedvollem Bewusstsein bestehend.

22.66 Ebenso [ist] der Zustand des erwachten, durch Vidyā bewahrten [Selbst], dessen Wesen [zunächst] Handeln ist, im Verhältnis zu den Kräften der Sinne und ihrer Gegenstände.

22.67 Wie ein gut Geübter auf einem mit Luft gefüllten Schlauch [ein Gewässer] durchquert, ohne dass seine Sinne in Unruhe geraten [eine nähere Bestimmung des Wassers ist beschädigt],

22.68 so [verhält es sich] bei dem, dessen Verständnis durch Sattva geschult ist, Pauṣkara; [die Gegenüberstellung des unruhigen und des beherrschten Zustands ist sprachlich beschädigt].

22.69 Der so Erwachte ordnet die inneren Sinneskräfte und die zu Vergegenwärtigung, Mantra und Handlung befähigten [Kräfte] unter.

22.70 Er besteht als reines Bewusstsein, wie ein Meer ohne Wellen. Weil er nicht in Verblendung versunken ist, [kann er] wiederum die eigene Schwingung der Glückseligkeit

22.71 durch die Kräfte zur Erscheinung bringen und die [Beziehung] von Erkanntem und Erkennendem annehmen. So [ist] die Gestalt der höchsten tragenden Grundlage [beschrieben; der Satzschluss ist beschädigt].

22.72 Durch deren Erkenntnis entsteht die Aufhebung des Karmas der Handlungen. Die Ordnung von Hervorgehen und Zurücknehmen bildet die innere Verehrung.

22.73 So [verfahre man] stets bei den Mantras [Textlücke] mit ihren Windgestalten. Den Mittelbereich umfassend trete man durch den mittleren Weg ein.

22.74 [Man vergegenwärtige sich] das zuvor erklärte Selbst im inneren Raum [die weitere Anweisung zum Festhalten dieser Vergegenwärtigung ist beschädigt]. Dies ist die zuvor [gegebene] Unterweisung.

Unnummerierter Halbvers nach 22.74: Danach richtet sich diese Tätigkeit nach außen zur Verehrung der unterschiedlichen [Gestalten].

Damit endet in der heiligen Pāñcarātra-Pauṣkarasaṃhitā das zweiundzwanzigste Kapitel, „Die Kennzeichen von Grundlage und Sitz“. Die überlieferte Gesamtzählung nennt 75 Verse; der nummerierte Text reicht bis 74 und enthält zusätzliche unnummerierte Halbverse.


Kapitel 23: Das Einsetzen der Sitzgottheiten

Der erhabene Herr sprach:

23.1 Nachdem man so die Anordnung der tragenden Grundlage geschaffen hat, setze man anschließend der Reihe nach vom Lotusfeld bis zum Torbereich

23.2 die dort herrschenden Gottheiten als Getragenes und Tragendes ein, nach den jeweiligen Voraussetzungen im Osten beginnend, in den Haupt- und Zwischenrichtungen.

23.3 [Es gibt] eine göttliche, eine auf den Puruṣa bezogene und als dritte eine zu Prajāpati gehörende [Orientierung des] Ostens. Die erste ist den Handelnden zur Erlangung von Befreiung und weiteren [Zielen] heilsam.

23.4 Sie gilt allen als Ursprung [oder Grundlage], weil sie deren Vollendung ermöglicht. Für Mantrakundige und Nicht-Mantrakundige wird sie zum Bestandteil [der Verehrung].

23.5 Die dritte ist für diejenigen bestimmt, deren Wünsche [auf entsprechende Verwirklichung gerichtet] sind, Reinäugiger. [Die Ordnung] ist zur Vollendung der Herzensverehrung durch die eigene Einsichts- und Willenskraft erklärt, Lotusgeborener.

23.6 Der eigene Mantra, der offenbar gemacht und seinem Wesen nach stets unmittelbar zugewandt ist, [wirkt] für das Bewusstsein samt seinen Erkenntnismitteln [durch] die Gestalt des Vermögens der Elemente.

23.7 Er wird rasch als Wirklichkeit fruchtbar, [auch bei begrenztem Wissen; der Ausdruck ist beschädigt], denn durch Hingabe und Vertrauen werde ich [in dieser Gestalt] fest gegenwärtig.

23.8 Was so durch das Strahlenbündel des Blicks der Mantrasonne erhellt wird, [bestimmt] die ursprüngliche Ausrichtung des Entschlusses derjenigen, deren Geist beständig entschieden ist.

23.9 Für Menschen, deren einzige Zuflucht der Mantra ist, ist dies auch bei der äußeren Verehrung heilsam. Innen oder außen, Lotusgeborener, [befindet sich der Bezugspunkt] von der Grundlage aus [nach einer beschädigt überlieferten Richtung].

23.10 Wo das Strahlenbündel hinfällt, dies wird als die Puruṣa-bezogene [Orientierung] bezeichnet. [Der folgende Bezug auf den Herrn und die Verehrer ihrer eigenen Gottheit ist unvollständig verständlich.]

23.11 Die vielfältigen Eigenschaften [wirken] dabei rasch innen und außen wie bei der göttlichen [Orientierung]. [Dies richtet sich] auch nach der zuvor bestimmten Festlegung.

23.12 Die dritte ist die allgemein bekannte und gebräuchliche [Orientierung], Einsichtsvoller, bei [Gottesgestalten], die in die gewünschte Himmelsrichtung schauen, und bei Anlagen mit einem oder mehreren Toren,

23.13 bei Gotteshäusern und [einer beschädigten weiteren Bezeichnung], Einsichtsvoller, bei Ruhelagern auf Śeṣa und dergleichen sowie bei der Aufstellung von Räucherwerk und anderen [Gaben].

23.14 Die Sitzanordnung mit Dharma und den übrigen Kennzeichen ist entsprechend vorzunehmen, ebenso bei Indra und den anderen Welthütern sowie bei Opfern und weiteren [Riten],

23.15 je nach Zweck, von Übenden geringerer, mittlerer oder höchster Ausrichtung, bei der [Gottheit] im Gefäß, in der Feuergrube und bei der Verehrung des Yantras.

23.16 Ebenso ist die Verehrung des Herrn der Welten auszuführen, hier im dichten Wald, Brahmane, in einer Höhle eines mächtigen Berges,

23.17 in einem unterirdischen Raum oder auf einem Platz für Bali-Gaben. Für diejenigen, die den Ordnungen der Welt folgen, [ist] die Aufstellung der Mantras nach dem Sinn von Unterweisung und Schrift

23.18 stets unter dem Blick des jeweiligen Mantras vorzunehmen, Lotusgeborener. [Der weitere Satz über den Kenner des Mantraprinzips ist teilweise verloren.]

23.19 Bei feststehenden Städten, Heiligtümern und anderen [Anlagen beachte man] alle Richtungen. Nachdem man so zuvor die Ordnung der Haupt- und Zwischenrichtungen genau verstanden hat,

23.20 vollziehe man [die Anordnung] entsprechend der Eignung und dem eigenen inneren Vermögen. Höre nun die Regel für die Mandalas.

23.21 Im wahrhaft seienden Selbst bestehen die grobe und die feine [Form] stets als Kraft, Brahmane, zusammen mit dem Wesen des bloßen Seins.

23.22 Die Gesamtheit der Offenbarungskräfte folgt dem feinen Selbst; [sie ist] mit der als Sein bezeichneten eigenen Gestalt der feinen Körper verbunden.

23.23 Im groben Selbst, Lotusgeborener, bleibt sie stets gegenwärtig. [Die Zuordnung] ist hier selbst zu erschließen oder vorgeschrieben, nach dem Verhältnis von Außen und Innen.

23.24 Nahe dem Lotusfeld wird ein seitliches Einsetzen vorgeschrieben. Zweifach [erscheint] die aus Sein bestehende Gestalt aller [Gottheiten; das letzte Wort ist beschädigt].

23.25 Beim Einsetzen [ist sie] nahe der Verehrungsfläche vorgesehen. Die große Gestalt aller [wird] zweifach [zugeordnet; die wechselseitige Beziehung ist im Wortlaut unsicher].

23.26 Denn bei den Sitzen der Mandalas, Lotusgeborener, besteht für die Bildfelder der Füße und Körperteile eine zweifache Anordnung:

23.27 eine durch die eigenen [Merkmale] deutlich bestimmte und eine andere, deutlich erkennbare, alleinstehende. Nachdem man dies zuvor genau erkannt hat, Reinäugiger,

23.28 vollziehe man wie zuvor das Einsetzen an den Grenzen der Mandalas, stets bei sämtlichen Verehrungsformen, vom Blatt bis zum Freiraum [die letzte Bereichsbezeichnung ist unsicher].

23.29 In den Klang, der reines Leuchten ist, setze man fest seine eigene Gottheit ein. Außerhalb des Freiraums setze man bei [Anlagen ohne] Sitz, in der südöstlichen Ecke beginnend,

23.30 die Vierergruppe von Dharma an ein, in der Natur der Weltalter [eine Lesart hat „Erkenntnisnatur“]; ebenso die darin gegenwärtige Gruppe ihrer gegenteiligen Eigenschaften,

23.31 zusammen mit [den Veden], beginnend mit dem Ṛgveda, und mit den Unterscheidungen der Zeit. Danach [bestimme man] bei Anlagen mit Sitz ihren entsprechenden Ort.

23.32 Dort setze man den Klangraum als vierten [Bereich], als einen einzigen, ein, dessen Glanz der Essenz einer herbstlichen Mondsichel gleicht.

23.33 Die acht Bildfelder der Sitze ordne man im Uhrzeigersinn. In die vier [Ecken], vom Südosten bis zum Nordosten,

23.34 [setze man] Dharma, Erkenntnis, Leidenschaftslosigkeit und göttliche Macht, Lotusgeborener. Im Osten beginnend bis zum Norden [setze man] Adharma,

23.35 Unwissenheit, Leidenschaft und Machtlosigkeit ein, Reinäugiger. Auf einem alleinstehenden viergliedrigen Sitz setze man wie zuvor

23.36 die [Kräfte] von Dharma bis göttlicher Macht nach der angegebenen Reihenfolge ein. Außen auf dem Untersitz [vergegenwärtige man] die Kennzeichen des Raumwesens.

23.37 [Es folgt] die Vierergruppe des Umlaufs [die nähere Bezeichnung ist beschädigt], nach dem Einsetzen an den Füßen. Bei Sitzen mit einem Bildfeld je Körperteil, Lotusgeborener,

23.38 und zwei Bildfeldern je Fuß [setze man] innen der Reihe nach Dharma und die übrigen [Kräfte] samt ihren Gegenteilen ein, wie zuvor; außen [folgen] die Veden.

23.39 In die Körperteile [setze man] die vier [Weltalter], beginnend mit Kṛta, der Reihe nach ein. Bei den mit Füßen versehenen Körperteilen [gehe man] von der Mitte ihres Bildfelds aus.

23.40 In den östlichen und westlichen Bildfeldern [des südöstlichen Bereichs] setze man Dharma nach höchster und nachgeordneter Form ein; außen [folge die entsprechende weitere Anordnung].

23.41 In den südlichen und nördlichen Bereichen [setze man] die Kraft gewährende göttliche Macht ein, Zweimalgeborener. Im Norden und Süden [kommt] die Gestalt namens Adharma [die Zuordnung ist widersprüchlich überliefert].

23.42 Im östlichen und westlichen [Bildfeld befindet sich] Adharma zweigestaltig. Das Kṛta genannte Weltalter [setze man] mit seiner eigenen Gestalt südlich und nördlich ein.

23.43 Im Süden [ordne man] Tretā östlich und westlich an, Unwissenheit südlich und nördlich. Im Westen setze man Leidenschaft zweifach östlich und westlich ein,

23.44 Dvāpara im nördlichen und südlichen Bereich. Im Norden [setze man] Machtlosigkeit in die beiden Richtungen, beginnend mit Süden, ein,

23.45 und in die beiden Bildfelder, im Osten beginnend, Kali. Bei einem Sitz mit drei Bildfeldern je Fuß und fünf je Körperteil

23.46 [setze man] Dharma und die übrigen [Kräfte] in die inneren Fußfelder ein; außen [folgen ihre] feinen [Formen; Textlücke] sowie Kṛta und die übrigen [Weltalter] als Grundlagen.

23.47 In die Körperteile sind Adharma und die übrigen [Gegensätze] in bestimmter Gestalt einzusetzen. Nun [zum] Sitz mit einem Bildfeld [je Fuß] und fünf je Körperteil:

23.48 Höre aufmerksam, wie dabei vorzugehen ist. In ihre eigenen Felder setze man Dharma und die übrigen [Kräfte] in deutlicher Gestalt ein.

23.49 In die Mitte der Körperbildfelder [setze man] entsprechend Adharma und die übrigen [Gegensätze]. In die beiden rechts und links davon liegenden Bildfelder, Lotusgeborener,

23.50 [setze man] den einen Ṛgveda zweifach in seiner feinen Gestalt ein; danach in die beiden Nebenseiten Kṛta als bloßes Sein.

23.51 Ebenso [verfahre man] im Süden mit Yajurveda und Tretā, im Westen [mit Sāmaveda und] Dvāpara und im Norden mit Atharvaveda und Kali.

23.52 Höre nun von mir, Lotusgeborener, das Einsetzen bei Sitzen mit zwei Bildfeldern je Fuß und zwei je Körperteil.

23.53 In die Mantrabildfelder der Füße, vom Südosten bis zum Nordosten, [setze man] Dharma und die übrigen [Kräfte] in höchster Gestalt ein, außen Kṛta und die übrigen [Weltalter] in grober Gestalt.

23.54 In die mittleren Bildfelder der Körperteile [setze man] Dharma und die übrigen [Kräfte] in höchster Form; an ihre beiden Seiten die Veden in verkörperter Gestalt, jeweils zweifach. [Die Nennung mittlerer und seitlicher Felder steht zur vorherigen Feldzahl in Spannung.]

23.55 Bei einem Sitz mit zwei Bildfeldern je Fuß und fünf an den anderen [Teilen] [setze man] Dharma und die übrigen [Kräfte] nach höchster und grober Form in ihre länglichen [Felder] ein.

23.56 Danach [setze man] Adharma und die übrigen [Gegensätze] in grober Form in die Mitte der Körperfelder. Nahe dem Lotusfeld, zu beiden Seiten des mittleren Bildfelds,

23.57 sind Ṛgveda und die übrigen [Veden] zweifach als bloßes Sein einzusetzen. Ebenso [verfahre man] mit [ihren] Gestalten außen an beiden [Seiten] wie zuvor.

23.58 Kṛta und die übrigen [Weltalter] setze man in verkörperter Form jeweils [einfach oder] zweifach ein. Bei Sitzen mit vier Bildfeldern je Fuß, Einsichtsvoller,

23.59 und fünf an den anderen [Teilen; Textlücke] wird nun die Reihenfolge des Einsetzens erklärt. Zuerst [setze man] Dharma und die übrigen [Kräfte] in höchster und feiner Form der Reihe nach ein,

23.60 in das innerste und das unmittelbar außen anschließende Feld an jedem Fuß. Dann [setze man sie] in die beiden äußeren Bildfelder ein,

23.61 in grober Form; ebenso die Weltalter in entsprechender Form. Paarweise sind sie einzusetzen, sodass die vier achtfach [gegenwärtig] werden.

23.62 Die verkörperte Adharma-Gestalt [liegt] in der Mitte der Körperteile. [Die weitere Anweisung zur gleichmäßigen Anordnung und zu den seitlichen Bildfeldern ist beschädigt.]

23.63 Wiederum [verfahre man] hier mit jedem zweifach wie zuvor. Die dreifachen, in zwei Zuständen befindlichen [Formen des] Ṛgveda und der übrigen [Veden] setze man danach ein. [Die genaue Verteilung ist unsicher.]

23.64 Erfahre nun, Lotusgeborener, das Einsetzen bei acht Bildfeldern je Körperteil und vier in den Ecken. [Ein Teil des Verses fehlt.]

23.65 Beginnend mit dem inneren Bildfeld bis zum äußeren, an den Füßen, [setze man] Dharma und die übrigen [Kräfte] der Reihe nach in höchster und feiner Form ein.

23.66 An denselben beiden Seitenbereichen [setze man] Kṛta [und die anderen Weltalter] paarweise in ihrer Gestalt ein. [Eine zusätzliche Bestimmung ist beschädigt.]

23.67 In die Mitte der Körperteile [setze man] Dharma und die übrigen [Kräfte] in grober Form, in die mittleren und äußeren Bildfelder [ihre] höchsten und feinen [Formen].

23.68 Den ganzen Ṛgveda in grober Gestalt [setze man] als einen an beiden Seiten zweifach ein; wiederum in feiner Form an den beiden Nebenseiten.

23.69 [In die] beiden außen liegenden Fuß[- oder Bildfelder] [setze man] dieselben [Kräfte] mit dem Wesen des jeweiligen Felds sorgfältig ein, Brahmane. [Der Versanfang ist beschädigt.]

23.70 Ebenso setze man vom südlichen Bereich bis zum Norden, bester Zweimalgeborener, die Veden vom Yajurveda bis zum Atharvaveda ein.

23.71 Wie [bei] den Wahrnehmungs- und Handlungsmitteln – Sehen, Hören, Händen und Füßen – [besteht eine entsprechende Zusammengehörigkeit]. [Der zweite Halbvers ist ausdrücklich als verderbt überliefert und nicht zuverlässig zu übersetzen.]

Damit endet in der heiligen Pāñcarātra-Pauṣkarasaṃhitā das dreiundzwanzigste Kapitel, „Das Einsetzen der Sitzgottheiten“.


Dhruva vor Vishnu: eine traditionelle Darstellung hingebungsvoller Gottesverehrung.

Kapitel 24: Die Gestalten der Grundlagen- und Sitzgottheiten

Der erhabene Herr sprach:

24.1 An den östlichen und westlichen Toren setze man Suparṇa, den wahrhaft Tatkräftigen, ein [eine Bestimmung ist verloren], hinter dem alldurchdringenden Herrn.

24.2 Nahe diesem Tor [gestalte man] den goldenen Stab [die weitere Ortsbestimmung ist beschädigt]; am vorderen Tor [steht Suparṇa] auf dem Boden, mit ehrfürchtig zusammengelegten Händen dem Herrn zugewandt.

24.3 An den südlichen und nördlichen Toren, Lotusgeborener, sind Keule und Rad in flammender Gestalt einzusetzen, ganz auf ihn ausgerichtet.

24.4 Die acht zuvor genannten [Torhüter], beginnend mit Caṇḍa, stehen an den vier Toren. [Ihre genaue Lage bei den Verehrungen ist teilweise beschädigt beschrieben.]

24.5 Ihre Achtergruppe [folgt] der Reihe nach den acht Śobhā-Bereichen. Bei der Verehrungsanlage mit acht Śobhā-Bereichen [vergegenwärtige man] Vajranābha und die übrigen.

24.6 In die acht Upaśobhā-Bereiche der Verehrungsanlagen ist der Reihe nach diese dritte Achtergruppe einzusetzen, Zweimalgeborener:

24.7 Lohitākṣa, Mahāvīrya, Aprameya, Suśobhana, Vīrahā, Vikrama, Bhīma und als achter Śatāvarta.

24.8 [Bei einer weiteren, dreifach mit Śobhā verbundenen Anlage; die Lesung ist beschädigt] setze man dort eine andere, vierte Achtergruppe der Reihe nach ein:

24.9 Anivārtin, Mahāvat [Name unsicher], Nāgahā, Sarvajit, Sthira, Jayanta sowie [zwei im Wortlaut „Bhayakūrma …“ beschädigt erhaltene Namen], Lotusgeborener.

24.10 An den Nebentoren der Verehrungsanlagen [setze man] die folgende Sechzehnergruppe ein, vom Osten aus im Uhrzeigersinn, je zwei wie Caṇḍa und Pracaṇḍa:

24.11 Dṛḍhavrata, Bahuśiras, Mahākāya, Mahābala, Jitakrodha, Durādharṣa, Mahotsāha, Trivikrama,

24.12 Anila, Duṣṭahā, Arciṣmat, Sarvadṛś, Duratikrama, Viṣama, Gahana und Megha. Diese sechzehn habe ich genannt.

24.13 In den vier Ecken der Verehrungsanlagen, vom Südosten bis zum Nordosten, ist folgende Vierergruppe der Reihe nach einzusetzen, Brahmane:

24.14 Ūrjita, Amṛtāṅga, Sarvāṅga und Sarvatomukha. Dies ist für Ecken mit einem Bildfeld erklärt, Lotusäugiger.

24.15 Bei Ecken mit zwei Bildfeldern [ist] außerhalb des genannten Orts bis zur Grenze dieses Felds eine weitere große Vierergruppe beim Nyāsa zuzuordnen:

24.16 Śubhāṅga, Varada, Vāgīśa und Śabdavikrama. Erkenne sie als besondere Formen des Muschelhorns, der Reihe nach fein und grob.

24.17 Damit ist die zuvor von mir angekündigte Anordnung der tragenden Gottheiten der Mandalas samt der Gruppe der Sitzgottheiten erklärt.

24.18 [Ebenso ist die Gruppe] zusammen mit den Torherren und ihrem Gefolge [genannt; die weitere Bezeichnung ist beschädigt]. Sie alle verehre man, Brahmane, [mit] dem Herz[-Mantra des] Verehrten verbunden.

24.19 [Ihre Formeln enthalten] den eigenen Namen zusammen mit Om, gefolgt von der Verneigung. Bei den als grob und fein bezeichneten [Formen] sind die entsprechenden Wörter hinzuzufügen.

24.20 Beim Feueropfer verbinde man sie mit dem Wort „dem Selbst [von …]“ und schließe mit Svāhā. Damit sich das Bewusstsein [auf sie] ausrichten kann, Lotusgeborener,

24.21 [wird] von der Grundlage an der Reihe nach für alle der reine Weg der Meditation [erklärt]. [Die erste Gestalt] ist friedvoll, von allem Übrigen frei und nach innen gewandt.

24.22 Den als Grundlage bezeichneten Herrn vergegenwärtige man in der [durch das] Getragene bestimmten Gestalt. [Dann meditiere man] mit Schildkrötenmudrā, Schildkrötengesicht und dem Glanz erhitzten Goldes

24.23 Kūrma, der Muschelhorn und Lotus hält und in Svastika-Haltung sitzt. Unablässig lässt er mächtige, furchtbare Glut aus seinem Körper hervorgehen,

24.24 seitwärts und aufwärts, jene Grundlage wie ein leuchtender Flammenkranz. Danach vergegenwärtige man sich Ananta mit dem Glanz unendlich vieler Monde,

24.25 reich an einem Kranz von tausend Schlangenhauben und von tausend Hauben geschmückt. Mit seinen schalenförmig zusammengelegten Händen [stützt oder ziert er] den Bodenbereich seines Körpers. [Die Lesung ist unsicher.]

24.26 Seine Hände halten weißen Lotus, Muschelhorn, Gebetskette und Rad. Denjenigen, deren Geist aus Furcht vor dem Fallen erschrocken ist,

24.27 gewährt er Furchtlosigkeit mit den Worten „Fürchte dich nicht!“, bis hinauf zur Welt Brahmās. [Dann meditiere man die Erde], ganz rotgolden glänzend, leuchtend wie die Herrlichkeit der Regenzeit,

24.28 im Lotussitz mit zusammengelegten Händen. [Den Milchozean meditiere man] weiß wie voll entfalteter Jasmin, mit weißem, glänzendem verfilztem Haar,

24.29 über ein weißes Muschelhorn meditierend, mit Perlenketten geschmückt, mit weit ausgedehnten Gliedern und ausgestreckten Schenkeln.

24.30 Mit ausgestreckten Knien und Füßen ist der Milchozean zu vergegenwärtigen. [Die Lotusgestalt hat] Handflächen und Fußsohlen, die wie reife [dunkle] Mangofrüchte leuchten,

24.31 rote Augen, zerstreutes Haar und ein weißes Gesicht, Brahmane. Sie sitzt im Lotussitz, mit einer Gebetskette versehen.

24.32 Den Lotus vergegenwärtige man mit Lotusmudrā und sehr langen Beinen. [Die folgenden vier Gestalten glänzen] wie Schnee, klarer Kristall, reine Perlen und Mond.

24.33 Sie haben Schultern und Gesichter wie Löwen: Dharma, Erkenntnis und die beiden übrigen. [Die nächste Gruppe leuchtet] wie Rubin, Koralle und reife Granatapfelfrucht.

24.34 Innerlich von Mitgefühl erfüllt und mächtigen Königen gleich, erscheinen die vier, beginnend mit Dharma, wie Sechzehnjährige. [Die Zuordnung der unterschiedlichen Farbgruppen ist nicht eindeutig.]

24.35 Die Veden sind mit Pferdegesichtern zu meditieren und mit sämtlichen menschlichen Kennzeichen versehen; sie glänzen wie Gold, Campaka-Blüten, Glühwürmchen und gelbe Auripigmentblätter.

24.36 Ebenso haben die Weltalter von Kṛta an Stiergesichter, Brahmā. Sie gleichen reifen Mangos, Flachsblüten, blauen Lotussen und Papageien.

24.37 Alle tragen schöne Gewänder, Blumen und Schmuck. Alle halten Muschelhorn und Lotus; ihre Hände gewähren Segen und Furchtlosigkeit.

24.38 Ihre Köpfe tragen den Kreis des auf ihnen Ruhenden. Um sich selbst zu vollenden, haben sie ihr Inneres der höchsten Ursache der Mantras hingegeben.

24.39 Den König der Waffen vergegenwärtige man sich inmitten eines [Raum-]Kreises, strahlend wie Sonne und Feuer am Weltende, mit Händen in seiner eigenen Mudrā, kraftvoll sich bewegend.

24.40 Den unoffenbaren Lotus denke man sich leuchtend wie Schnee, Gold und Feuer, friedvoll, achtarmig, sanft und in Svastika-Haltung ruhend.

24.41 [Dann meditiere man] die unvergängliche, gestaltlose Fülle aller Kräfte, mit dem Glanz von Kristall, dichtes Bewusstsein, die Sonne des Bewusstseins.

24.42 Sie befindet sich in allen Zuständen als die tragende Natur des Herrn. Das durch ihr eigenes Sein erhellte Sein unterscheidet sich vom Sattva der drei Gunas.

24.43 Erkenne als Entfaltung, bester Brahmane, die Flammenfülle der Schildkrötengestalt, die eigenen Windungen des Schlangenherrn [und eine beschädigt überlieferte goldene Erdgestalt].

24.44 Der göttliche Guss des Unsterblichkeitsnektars, erfüllt von Wellenfülle, ist als die unvergängliche Entfaltung des Milchozeans zu erkennen.

24.45 Die Samenkapsel des Lotus mit Staubfäden und Blättern [wird als seine Entfaltung bezeichnet; die weitere Aussage über das Wirken der eigenen Kräfte ist beschädigt].

24.46 Die Schar der Teilkräfte, beginnend mit Vimalā, gilt als Entfaltung des Puruṣa. Dies alles [gehört] dem alldurchdringenden Herrn, dessen Wesen Mantra ist, und wird von den Unsterblichen verehrt.

24.47 Die vielfältige Mantraschar bis hin zu den großen Mantraherren, versehen mit ihren eigenen Kräften, ist die Entfaltung Viṣṇus, des höchsten Selbst.

24.48 In diesem Wissen verehre man [den eigenen Mantraherrn], Lotusgeborener. Höre nun die Meditation der zuvor genannten [Gottheiten] außerhalb von Sitz und Plattform, bester Zweimalgeborener,

24.49 beginnend mit Lohitākṣa. Die acht von Lohitākṣa an leuchten ihrer Farbe nach [wie die eigene Stätte; die Lesung ist beschädigt],

24.50 halten flammende Äxte und sind frohen Sinnes. Die vierte Achtergruppe, beginnend mit Anivārtin,

24.51 erkenne [mit einer im Wortlaut beschädigten Ausstattung ihrer Hände]. Die sechzehn [Hüter] der Nebeneingänge, beginnend mit Dṛḍhavrata,

24.52 halten große Hämmer und sind durch den Glanz ihrer jeweiligen Stätte gekennzeichnet. Ūrjita und die übrigen halten Keulen beziehungsweise Mörserstößel.

24.53 Ihr Glanz entspricht den Kennzeichen der Eckfelder, Lotusgeborener. Alle tragen schöne Gewänder, haben zwei Arme und schöne Ohrringe,

24.54 heitere Gesichter und ein sanftes Wesen; sie vermögen die drei Welten zu erheben. Mit Halsketten, Fuß- und Oberarmreifen und weiterem [Schmuck glänzen sie; Textlücke].

24.55 Sie warten auf seinen Befehl und befrieden Übeltäter und Verfehlungen. Mit großer Kraft vermögen sie Götter, Asuras und mächtige Schlangen fortzuschleudern.

24.56 Als einzelne Helden, ohne Helfer, sind sie stets imstande, mühelos und spielerisch die Welt bis hinauf zu Brahmās Welt umzugestalten.

24.57 Die Keule, Garuḍa, das Rad sowie Caṇḍa und die übrigen wurden zuvor genau beschrieben, Einsichtsvoller. Wozu sie nochmals erklären?

Damit endet in der heiligen Pāñcarātra-Pauṣkarasaṃhitā das vierundzwanzigste Kapitel, „Die Kennzeichen der Grundlagen- und Sitzgottheiten“.


Kapitel 25: Geeignete Träger der Verehrung

Pauṣkara sprach:

25.1 Erhabener, zum Wohl derer, die deiner Unterweisung ergeben sind, möchte ich nun von dir die Stätten deiner Gegenwart erkennen.

Der erhabene Herr sprach:

25.2 Die wahre Vyūha-[Ordnung] mit ihren Unterschieden, weiteren Gestalten und Offenbarungen, bester Zweimalgeborener, [ist zu verehren], ohne [fremde] Offenbarungen [hinzuzufügen].

25.3 Was die Gestalt einer anderen Gottheit besitzt, [mit einem im Wortlaut unklaren Zeichen], ist auch gewöhnlichen Vaiṣṇavas bei der Verehrung untersagt,

25.4 wie viel mehr den Kennern des Mantraprinzips, die ganz seiner höchsten Stellung hingegeben und als große Seelen zur Vollendung seiner Verehrung eingeweiht sind.

25.5 Einem Anteil [seiner] Entfaltung soll man sich verneigen, wenn man ihn sieht, von ihm hört oder sich seiner erinnert. Eine Verehrung außerhalb der eigenen verehrten [Hauptgestalt] ist [nur] im Rahmen der Erlaubnis [vorgesehen].

25.6 Wenn bisweilen für ein sichtbares Ziel ein eigenes Glied [der Gottheit] gesondert mit Ehrenbezeugungen verehrt wird, so schafft dies für die Reinen keine Schuld. [Die Wortverbindung ist teilweise beschädigt.]

Pauṣkara sprach:

25.7 Von dir möchte ich insbesondere die Unterscheidung der als Träger anzunehmenden und der übrigen [Gegenstände] bei der Verehrung erkennen, Herr der Welt.

Der erhabene Herr sprach:

25.8 Höre von mir die geeigneten Stätten meiner Gegenwart, bester Brahmane, zur Vollendung der rechten Verehrung dessen, was durch die Mantras bezeichnet wird, zusammen mit seinen bezeichnenden [Lauten].

25.9 Zuerst [kommen] drei der Elemente; ihre allgemeine Beschaffenheit [wurde zuvor genannt]. Die Erde wiederum [dient] wie ein Sitz, unterschieden in bewegliche und unbewegliche [Träger].

25.10 [Geeignet ist Wasser in] unterschiedlichen Gefäßen aus Gold und anderen [Metallen], aus Ton, Holz und Stein, aus Nashornknochen gefertigten [Gefäßen] sowie in Kalashas,

25.11 in schönen Blattschalen, gefiltertes und [rein] aufbewahrtes Wasser. [Geeignet ist Feuer in] Bodenplätzen, Schalen und Feuergruben, feststehenden oder beweglichen,

25.12 hell brennend, rauchfrei und mit Brennstoff versehen. [Weitere Träger sind] aus den zuvor genannten Materialien geschaffene, viereckige und andere [Sitze],

25.13 ein alleinstehender Bhadra-Sitz oder einer, in dessen Mitte Lotus und weitere [Formen] hervortreten; auch Sitze derselben Art mit kleineren Maßen, Lotusgeborener,

25.14 vielfältige [Sitze] ohne Abflussrinnen und ohne [weitere im Wortlaut unklare Aufbauten]; ferner große Korallen, edle Edelsteine und große Perlen,

25.15 oder, wenn verfügbar, eine Ansammlung kleiner Stücke davon, Lotusgeborener; weiße, unbenutzte Stoffe aus Leinen, Baumwolle und Seide,

25.16 ein auf dem Boden liegendes Antilopenfell, eine Wolldecke oder ein Kutapa-Gewebe, Lotusgeborener, einzeln oder [in einer teilweise verlorenen Anordnung] ausgebreitet,

25.17 sämtliche auf dem Feld angebauten Getreidearten sowie wild wachsender Reis, zerstoßen, mit Duftstoffen vermischt und vorschriftsmäßig ausgebreitet,

25.18 unterschiedliche Duftstoffpulver, auch gröbere, mit Räucherwerk durchduftet; mit Darbha-Gras bedeckte Stellen sowie Blumen, Blätter und Grasflächen,

25.19 für sich bestehende weiße, rote und andere Farbflächen ohne Linien, Honig, Milch, Ghee, Dickmilch, gekochte Speise und Esswaren, in Gefäßen oder auf [geeigneten] Flächen,

25.20 Früchte, Wurzeln, zubereitetes Gemüse und Zuckerstücke [eine weitere Bestimmung ist unsicher]. [Der Schluss nennt ein siebenfach umgürtetes, Caitya genanntes Mandala im Zusammenhang der Rückwendung; ob es bereits zur folgenden Ausschlussreihe gehört, ist unklar.]

25.21 [Die erste Bestimmung einer vierhörnigen Form ist beschädigt.] Nicht [zu verwenden sind] ein Liṅga, das Innere eines Donnerkeils, die Spitzen eines Dreizacks oder [im Wortlaut unklar bezeichnete] dreiaugige Früchte.

25.22 [Nicht zu verwenden sind] nicht zur Verehrung geeignete [Pflanzen] wie Karañja, Lotusgeborener, Blumen wie Unmattaka [Stechapfel] und besonders unbekannte [Blumen],

25.23 missbilligte Blätter und Wasser in einem Kamaṇḍalu [sowie eine beschädigt beschriebene Aufstellung in einem Mandala].

25.24 [Eine Ausnahme betrifft] Muschelhornschalen und Muschelschalen. Nicht [geeignet sind] schädelförmige Gefäße [oder] durch ihre Beschaffenheit verunreinigte [Träger; die nähere Bestimmung ist beschädigt].

25.25 [Weitere Ausschlussangaben betreffen] durch Klang [oder Benennung] verunreinigte [Träger] und rote [Bodenplätze; die Lesarten sind unsicher]. Wie die viergestaltige [Gottheit] und andere [Formen] von den Göttern in ihren eigenen Stätten verehrt werden,

25.26 so sind diese [Stätten] nicht ohne [geeignete] Grundlage von hingebungsvollen Menschen zur Verehrung zu erlangen, außer den beschriebenen besonderen [Trägern] zusammen mit dem Herzlotus.

25.27 Den Handelnden, die eine Frucht wünschen, gewährt der Mantraherr [Erfolg] durch das Annehmen heilsamer und erlaubter Grundlagen.

25.28 Unmittelbar entspricht die Frucht der jeweiligen Art seiner Gegenwart, Brahmā, sei es in einer allgemeinen oder besonderen, [elementhaften] Grundlage. [Ein Wort ist beschädigt.]

25.29 [Die unbewegliche Grundlage gewährt] dauerhafte, unvergängliche Erlangung von Wohlergehen; die bewegliche dagegen eine Frucht von wechselnder Art. [Der erste Halbvers ist beschädigt.]

25.30 Aus einer reichlich mit Wasser versehenen [Grundlage] entsteht Regengewinn, [aus einer kleineren] geringerer Regen [eine Lesart lautet „Gedeihen“], für die Lebenszeit, Pauṣkara.

25.31 Bei der Gegenwart im Feuer [erlangen] die Mantrakundigen beständige Freiheit von Krankheit. Auf Sitzen aus Gold und anderen [Stoffen] erlangt der Mantrakundige, Lotusgeborener,

25.32 die vorzüglichste Anerkennung durch Könige [die Lesung ist teilweise unsicher]; auf Grundlagen aus Korallen und Ähnlichem die höchste Entfaltung des Glanzes.

25.33 Festigkeit, Gedeihen und Verehrung erlangt man stets durch die Verehrung auf [Fellen und] Stoffen, Lotusäugiger. [Die Bezeichnung vor „Stoffen“ ist beschädigt.]

25.34 Bei der Gegenwart in der Meditation wächst stets die das Geschlecht fördernde Lebensfülle. Auf einer Reisgrundlage entstehen den Menschen unvergängliches Wohlergehen und Nahrung.

25.35 Aus einer Duftstoffgrundlage [erwächst] Glück, aus einer [im Namen unsicheren] Grundlage großes Wohlbehagen. Wird der Herr der Mantras auf Kuśa-Gras und Ähnlichem verehrt,

25.36 gewährt er stets unvergleichliche Freude des Geistes, Reinäugiger. Der auf einer Farbgrundlage gegenwärtige Mantra [gewährt] höchste Wunscherfüllung und Erfahrung,

25.37 die dem Dharma nicht widerspricht und mit Wohlstand verbunden ist. Auf sämtlichen Grundlagen von Honig, Milch und Ghee an

25.38 gewährt die Verehrung des Mantraherrn ein langes Leben und weitreichenden Ruhm [sowie eine im Wortlaut beschädigte Frucht im Verhältnis zum Dharma].

25.39 Diese möglichen Früchte, Lotusgeborener, [unterscheiden sich] entsprechend den verschiedenen Zielen und Bemühungen, Einsichtsvoller.

25.40 Nach Ort, Zeit, Material und der jeweiligen Bedeutung [der Handlung] wird [die Verehrung] für große, ganz auf das Ziel gerichtete Menschen zu einem Glied der Befreiung,

Unnummerierter Halbvers nach 25.40: ebenso für hingebungsvolle, innerlich geläuterte Menschen, die bereits im Leben befreit sind.

Damit endet in der heiligen Pāñcarātra-Pauṣkarasaṃhitā das fünfundzwanzigste Kapitel, „Die Untersuchung der Stätten der Gegenwart“.


Kapitel 26: Darbringungen und die Verbindung innerer und äußerer Verehrung

Der erhabene Herr sprach:

26.1 Was für die jeweilige Stätte der Gegenwart nach Ort und Zeit vorgeschrieben ist, Zweimalgeborener, die vollständige Fülle läuternder und Freude vermehrender Gaben,

26.2 von Arghya bis zur abschließenden Gabe, einschließlich Gewändern und Schmuck, bringe man vollständig, mit Hingabe und Vertrauen dar.

26.3 Die Speisegabe, beginnend mit süßem Milchreis, soll dem Maß einer Mahlzeit für einen Menschen entsprechen und mit Beilagen versehen sein, zum großen Gedeihen.

26.4 Sie ist aus reinem Śāli-Reis vorgeschrieben, Pauṣkara. Entsprechend [sind] die Kennzeichen der Speisen zum Lecken, Trinken, Saugen und [Kauen beziehungsweise gerösteten Getreides] zu verstehen.

26.5 Sie seien vorschriftsmäßig aus den sechs Geschmacksrichtungen bereitet und rein. Gemäß Hingabe und Vertrauen gibt es von jeder zahlreiche Formen.

26.6 Diese sind bei besonderer Verehrung vorgeschrieben, ebenso bei regelmäßiger, wenn es möglich ist. Denn zuerst nimmt [der Herr] die unvergängliche Kraft des Genusses in sich auf;

26.7 anschließend genießt er [die Gaben] offenbar durch den Mund des Gurus und anderer [Empfänger]. Weil die Ehrenbezeugung so genossen wird, heißt sie „Genussgabe“.

26.8 Bei regelmäßiger oder anlassbezogener Verehrung soll man nach Vermögen mit einem durch Vertrauen geläuterten Geist zur Freude des Herrn der Welt

26.9 jede einzelne Gabe darbringen, Lotusgeborener, um Erfüllung zu erlangen. Mit sichtbaren Gaben, beginnend mit dem Sitz, verehre man den in einer sichtbaren Gestalt Gegenwärtigen,

26.10 mit sechzehn oder acht [Ehrenbezeugungen] der Reihe nach wie einen König. Im Mandala oder anderswo vergegenwärtige man sich seinen aus Mantra bestehenden Leib.

26.11 Man verbinde ihn im Geist mit den für seine sichtbare Gegenwart geeigneten, gestalttragenden Gaben und [lege sie] in die Handfläche: Arghya, Kränze, Sandelholz und anderes.

26.12 Ausgenommen sind Salben, Schmuck, Augenschmuck und Gewänder, Lotusgeborener; diese sind dem Herrn über dem Mittelstück [des Lotus] zuzuordnen.

26.13 Nach der Darbringung lege man andere [Gaben] außerhalb des Bali-Platzes ab, Zweimalgeborener. Im Feuer sind sie stets zusammen mit Brennhölzern zu verwenden:

26.14 sämtliche besonderen Speisen und auch Sandelholz und anderes, gute Zahnputzhölzer und Betel, jedoch ohne stark ätzende Stoffe.

26.15 Beim Opfer von hunderttausend Darbringungen sind [auch] die mit dem Sitz beginnenden [Gaben] vorgesehen, unter Ausschluss von Honig, Salz, Trinkwasser und scharfem Öl. [Eine Lesart kehrt die Bestimmung beim Öl um.]

26.16 Nachdem man die Verehrung des Mantras im Feuer gemäß der Schrift vollzogen hat, sättige man [ihn] mit Ghee, danach mit Ghee benetzten Früchten samt Sesam.

26.17 Im Wasser von Teichen, Seen, Flüssen und natürlich entstandenen Wasserbecken [verehre man ihn] mit Früchten, Kränzen, Arghya, Duftstoffen und mit Wasser gefüllten Handflächen, Zweimalgeborener.

26.18 Unermüdlich ist der Herr der Mantras nach Wunsch zu verehren. Gesammeltes Wasser gebe man in ein Gefäß oder einen Krug [eine nähere Eigenschaft des Wassers ist unklar].

26.19 Darin verehre man [ihn] mit Vertrauen wie im Mandala, soweit die Mittel reichen. Gewänder, Schmuck und Augenschmuck bringe man dar und lege sie außen ab.

26.20 Kampfer und Sandelholzpulver, durch Safran und Adlerholz duftend gemacht, sowie vielfältige Blumen gebe man unmittelbar hinein.

26.21 Auf Sitzen aus Metall, Stein, Ton, Holz, Edelsteinen oder zusammengefügten Pflanzen, versehen mit Lotus oder Rad, Lotusgeborener,

26.22 ebenso mit beiden darüber [angeordnet], mit Tor-, Halb- und Eckbereichen, Umgang und Sitz [ein Teil der Beschreibung ist beschädigt],

26.23 von mannigfaltiger, viereckiger oder anderer Gestalt, oder auf alleinstehenden Bhadra-Sitzen, bester Zweimalgeborener,

26.24 meditiere und verehre man den Gott vorschriftsmäßig wie im Mandala. Mit geistigen [Gaben verehre man] den in der Sonnenscheibe Gegenwärtigen, ebenso im Innern des Herzlotus.

26.25 Welche Besonderheit dabei besteht, höre nun von mir. Wenn außen die aus Elementen bestehenden Materialien nicht verfügbar sind,

26.26 geschieht die Verehrung mit aus dem Entschluss hervorgegangenen [geistigen Gaben; ein Wort fehlt], [gerichtet] auf den alldurchdringenden Herrn, dessen Lichtleib von besonderem Bewusstsein und Glückseligkeit ist.

26.27 Man meditiere seine aus Gestalt und Mantra bestehende Form, die den Entschluss erfüllt. Wenn Gaben verfügbar sind, vergegenwärtige man sie als eine Fülle von Bewusstsein und Glückseligkeit,

26.28 spreche mit ganz reinem Geist den Mantra auf zweifache Weise und verehre [den Herrn] mit entsprechenden gestaltlosen Gaben, deren Kennzeichen Klang ist.

26.29 Man denke ihn durch diese der Reihe nach vergegenwärtigten Gaben als zunehmend [in Freude erfüllt]. Nachdem man ihn in der Unterscheidung von Meditierendem und Meditiertem verehrt hat,

26.30 löse man den eigenen Geist in die Buddhi auf, diese, damit verbunden, im höchsten Selbst. [Der folgende Satz enthält eine Negation beim „Sich-damit-eins-Machen“ und ist nicht sicher verständlich; eine vorbehaltlose Gleichsetzung wird hier deshalb nicht ergänzt.]

26.31 Mit dessen ungeteilter, aus allen Kräften bestehender Gestalt und mit dem durch Bewusstsein ausgezeichneten Puruṣa [verbunden], Lotusgeborener, [verfahre man] dann allmählich.

26.32 [In] wellenlosem Bestehen [liegt] die Freiheit [der weitere Ausdruck ist beschädigt]. Nach eigenem Willen gliedere man das eigene Bewusstsein wiederum gesondert aus,

26.33 zur Vollendung der äußeren Verehrung, zur Erlangung ihrer Erfahrungsfrucht, zum Erwerb von Aṇimā und anderen [Kräften] sowie zum Erlangen der Mantra-Gegenwart.

26.34 Man vergegenwärtige [den Herrn] wie zuvor mit Gestalt und [verehre ihn] mit aus den sieben Welten hervorgegangenen, großen, reichen und höchst vorzüglichen

26.35 Gaben, mit Tanz, Gesang und Instrumentalmusik, mit Siegesrufen und anderen [Ehrungen]. Nachdem er so verehrt und immer wieder vergegenwärtigt ist,

26.36 ist der Herr der Mantras außen in der gewünschten Grundlage als [darin] abgebildet zu betrachten: die große Lichtstätte [wie in einem] Spiegel. [Die Schlusswörter sind beschädigt.]

26.37 [Der Vers über die Ausrichtung des ganz dem Ziel hingegebenen Übenden ist beschädigt.] Die schön gestaltete Meditation [oder Meditationsgestalt] ist wie zuvor aufzulösen.

26.38 Durch die Verbindung von Bezeichnetem und Bezeichnendem ziehe man den eigenen Mantra, die Fülle des Lichtes, auf dem gegenläufigen Weg heran und setze ihn im Herzen ein.

26.39 [Oder man setze ihn] zusammen mit dem eigenen Lebenswind auf einen wohlgestalteten, von der heiligen Gegenwart erfüllten Sitz oder an den Ort der Verehrung in der jeweiligen materiellen [Grundlage], Lotusgeborener.

26.40 Ohne diese [äußere Grundlage] vergegenwärtige man den Mantraherrn anderswo als daraus hervorgetreten, mit deutlicher Gestalt, mit Gliedern und Umhüllung, Zweimalgeborener.

26.41 Nach der Reihenfolge der Verehrung löse man [die Gestalten] wie zuvor auf, alle zugleich und zusammen nach der Ordnung ihres Wiedereintretens.

26.42 Die Einsicht folge ihnen; mit dem im eigenen Körper befindlichen Wind ziehe man [die Gegenwart] stets durch den mittleren Weg in die Buddhi zurück, Pauṣkara,

26.43 und lasse sie im Bewusstsein ruhen, im inneren Raum des Herzlotus. So ist die dreifache Verehrung erklärt, die im Herzen ihren Abschluss findet.

26.44 Zuerst [geschieht sie] mit Stoffen von Erkenntnischarakter, sodann mit Bewusstsein und Nichtbewusstsein entsprechenden [Gaben], außen aufgestellt, auch wenn sie gering und schwer zu beschaffen, doch rein und [schön] gestaltet sind.

26.45 Die dritte, Lotusgeborener, [entsteht] der Reihe nach durch deren innere Vergegenwärtigung. Die Verehrung im Herzen führt durch die Verbindung [mit dem Herrn] zur Befreiung. [Die nähere Bestimmung der Gaben ist beschädigt.]

26.46 Ihre äußere Ausprägung wiederum gewährt Erfahrung und Befreiung, Brahmane, den Entsagern des Handelns wie den Handelnden.

26.47 Wo der angerufene Mantraherr zugewandt eintritt, ist mit Bezug auf seinen Osten Dharma und die übrige [Sitzanordnung] einzusetzen.

26.48 Denn der höchste Herr wendet sich dem Übenden zu. Sein Sitz ist von Bewusstseinsnatur und durch sein eigenes [tragendes Vermögen] begründet.

26.49 Bei seiner Gegenwart in Mandalas und anderen [Trägern bestimme man] den Bodenbereich dieses Sitzes. Mit Bezug auf den eigenen Osten beginne man im Nordwesten die Verehrung

26.50 der mit dem Herrn der Hindernisse beginnenden [Gottheiten], [an ihren jeweils bestimmten Stellen; der Bezug ist beschädigt]. So verfahre man bei Verehrungsanlagen mit Umgang und entsprechender Regelordnung.

26.51 [Die Unterscheidung von Anlagen] mit oder ohne äußere Abgrenzungslinien [ist beschädigt überliefert], Einsichtsvoller. [Der zweite Halbvers betrifft das Fernhalten äußerer Störungen bei der Verehrung.]

26.52 Ebenso verehre man im südwestlichen Bereich, mit Bezug auf den eigenen Süden, die Herren der Zeit; die anderen [Gottheiten ordne man] nach dem erhabenen Herrn aus.

26.53 Die Verehrung [erstreckt sich] der Reihe nach auf die Sitzgottheiten bis zu den Torhütern, auf die Kennzeichen und die mit Śrī beginnenden [Kräfte; Textlücke] sowie die wohlgesinnten Richtungsherren.

26.54 Weil sie seit der Schöpfung die Richtungen hüten, ist ihre Stellung fest. Den unendlichen Mantragestalten des erhabenen Herrn, Einsichtsvoller,

26.55 verneigen sie sich an ihren jeweiligen Orten, verehren sie und wiederholen [ihre Mantras]. Mit Bannern und anderen Ehrenbezeugungen dienen sie ihnen recht,

26.56 stets zur Erlangung von Befreiung, zusammen mit ihren zahlreichen Begleitern. Sie schützen die Hingebungsvollen und geben ihnen Stärke und Lebenskraft.

26.57 Unablässig vernichten sie die Scharen von Hindernissen der dem Mantra verbundenen [Übenden]. Sie schützen die wachsende, besondere Frucht des Mantras.

26.58 Ihre anfanglose Zuständigkeit ist eine Kraft des Herrn der Welt. Zur Festlegung der Richtungen [besteht] ihre zehnfache Gestalt; [der letzte Satzteil ist beschädigt].

26.59 Wenn einmal außen die Kenntnis der Richtungen verloren gegangen ist, verehre man sie im Haus des Herzens, wie zuvor hinter der verehrten [Hauptgestalt] angeordnet.

26.60 Wenn so im jeweiligen Richtungsbereich die [Anlage] sachkundig gestaltet ist, ist bei besonderer wie regelmäßiger Verehrung die Verehrung Viṣvaksenas heilsam.

Damit endet in der heiligen Pāñcarātra-Pauṣkarasaṃhitā das sechsundzwanzigste Kapitel, „Die Unterscheidung der Darbringungen“.


Kapitel 27: Ahnenverehrung und Śrāddha

Dieses Kapitel verbindet Śrāddha, die von Vertrauen getragene Ahnenverehrung, mit der Mantra- und Einweihungsordnung des Pāñcarātra. Die beschriebenen Riten beziehen sich auf bestimmte traditionelle Zuständigkeiten. Ihre Aussagen über Gaben, Wiedergeburt und Befreiung gehören zu dieser religiösen Überlieferung.

Der erhabene Herr sprach:

27.1 Nachdem man so zuerst die göttliche Verehrung gemäß der Schrift vollzogen hat, Lotusgeborener, führe man anschließend den Ahnenritus nach dem vorgeschriebenen Verfahren aus.

Pauṣkara sprach:

27.2 Erhabener, ich möchte wissen, wie diejenigen, die deiner Unterweisung folgen, beginnend mit den Ācāryas, die den Ahnen bestimmte Śrāddha-Handlung ausführen sollen.

27.3 Für welche Menschen ist sie jeweils vorzunehmen, von welcher Art ist sie für jeden, und was gewährt sie, wenn sie richtig vollzogen wird? [Eine zusätzliche Zahlenangabe ist beschädigt.]

Der erhabene Herr sprach:

27.4 Für die Entsager des Handelns soll man sie stets als Pflicht vollziehen, ebenso für die zur Befreiung Eingeweihten und die Hingebungsvollen, Lotusgeborener,

27.5 auch für Menschen im vierten Lebensstand, deren besondere [Einweihungs-]Folge nicht festgelegt ist, für diejenigen, die die Stätte des Herrn erstreben, sowie für Erkennende [eine Lesart: Entsagende].

27.6 Für die im Mantra Vollendeten [vollziehe man sie] zu ihrer Freude, für die Sādhakas, Pauṣkara, zur Erlangung einer heilsamen Geburt und der unmittelbaren Zuwendung des Mantras.

27.7 Für die Putrakas ist sie aus Mitgefühl von Lehrern und anderen [Befugten] vorzunehmen. Für die Kenner der übernommenen Verpflichtungen vollziehe man sie stets zur Vermehrung des rechten Dharma,

27.8 zur erneuten Erlangung einer guten Geburt und zum Erwerb rechten Wissens. Ebenso [verfahre man] bei anderen hingebungsvollen Verwandten.

27.9 Aus Mitgefühl vollziehe man sie stets zur unmittelbaren Befriedung schlechter Taten. [Der folgende Satz beginnt eine Reihe von Menschen, deren Befreiung noch nicht vollendet ist; der erste Ausdruck ist beschädigt:] der Entsager des Handelns, der im Gelübde gefestigte [Übende],

27.10 der durch Einweihung noch nicht zur Stätte des Nirvāṇa Geführte, der nach Genuss Verlangende und derjenige, der ohne intensive Hingabe durch den Mantradienst noch keine Vollendung erlangt hat.

27.11 Auch der kinderlose Mantrakundige [kann] die Vollendung noch nicht erreicht haben. Gewiss sind diese, bester Zweimalgeborener, von den auf dem rechten Weg stehenden, dem Handeln ergebenen [Menschen]

27.12 stets in der Weise der gebotenen guten Handlung zu unterstützen, sodass [jeder von ihnen] die göttliche höchste Stätte erreicht. [Ein Wort ist unsicher.]

27.13 Deshalb ist allen Eingeweihten und den [entsprechend] Opfernden zur Ausführung dieses [Ritus] mitzuteilen, was [sonst] nicht mitzuteilen ist. [Die genaue Empfängerbezeichnung ist beschädigt.]

27.14 Außer zur Zeit des Śrāddha dürfen aber auch sie, Lotusgeborener, die Mantra-, Mudrā-, Ritual- und Meditationshandlungen [nicht anderweitig verwenden; eine Einschränkung ist beschädigt].

27.15 Von hingebungsvollen Sāmayikas und anderen [Einweihungsgruppen] dürfen sie [außerhalb dieses Anlasses] nicht eingeübt oder angewendet werden. Was aufgrund eines Anlasses wie Ort oder Zeit, Zweimalgeborener,

27.16 für die Ahnen ausgeführt wird, macht den Menschen schuldenfrei [gegenüber ihnen]. Dadurch [erlangen sie] unvergleichliche Sättigung, auch entsprechend ihrem Karma.

27.17 Wenn [die Wirkung] eintritt, gelangen sie durch Śrāddha zu einem freudevollen Zustand. [Die folgende Zeitangabe nennt einmaligen und mehrfachen Vollzug bis zum Lebensende, ist aber sprachlich beschädigt.]

27.18 [Der Ritus verbindet sich] mit bestimmten Mondtagen, mit dem jährlichen [Gedenktag], Pauṣkara, mit [Gelegenheiten wie] dem Erreichen eines heiligen Orts und anderen guten Anlässen.

27.19 Zur Stillung des Leidens im Samsara und zum Abbau schlechter Taten vollziehe man die den Verstorbenen erhebende Handlung, wenn der Sinneskreis [wieder] offenbar [gemacht ist].

27.20 Das leidbringende Karma stützt sich auf den Körper der Prägungen und [kann] unendliche Weltalter erfahren werden [die genaue Satzverbindung ist beschädigt], Lotusgeborener.

27.21 Deshalb [bedarf es] eines aus Elementen bestehenden Körpers, der dem [Verstorbenen] unmittelbar [zugeordnet wird] und zur Erfahrung des Leidens geeignet ist, Lotusgeborener.

27.22 Leiden kommt durch Leiden zur Ruhe, wie [beim Wechsel] einer schweren Last von einer Schulter [auf die andere]. [Die Satzverbindung ist beschädigt und bezieht sich auf] Menschen, die schlechte Taten begangen haben.

27.23 Wie man aus dem vom Schlaf überwältigten eigenen Leib gleichsam heraustritt, Pauṣkara, und im Körper der Prägungen vielfältige Handlungen ausführt,

27.24 [deren Folgen] ohne den aus Elementen bestehenden Leib nicht zur Ruhe kommen, so [muss] zunächst die auf Nahrung gestützte Lebenskraft samt der Gesamtheit der Sinne

27.25 als Körper der Verkörperten offenbar gemacht werden. Solange dies nicht [geschehen ist], wie kann ihr Karma schwinden, Einsichtsvoller? [Die Verneinung ist im Wortlaut beschädigt.]

27.26 Darum bereite man zu ihrer Versorgung [diesen Träger] durch eine Handlung, der Erkenntnis vorausgeht; durch sie wächst rasch unendliches Glück.

27.27 Nun wird das allgemeine Verfahren für Vaiṣṇavas und insbesondere für Gurus und die übrigen [Genannten] erklärt, mit Grundlage und [Haupt-]Gabe.

27.28 [Man empfange] einen eingeladenen, von selbst gekommenen oder regelmäßig angenommenen vorzüglichen Brahmanen, der die fünf täglichen Verehrungszeiten kennt oder den sechs [brahmanischen] Tätigkeiten ergeben ist.

27.29 Nachdem man zuerst gebadet und die übrigen [Reinigungen] vollzogen hat, trete man rein ein. Mit der eigenen Hand reinige man [den Gast] durch Arghya-Wasser,

27.30 berühre ihn mit einer durch den Waffenmantra erfüllten Blume [als ritueller Waffe] und rufe den Augenmantra [hervor], erfüllt von der durch den Mantra bezeichneten Gegenwart.

27.31 Den Augenmantra aussprechend, betrachte man [ihn; die nähere Bestimmung ist beschädigt] und setze ihn vor dem erhabenen Herrn auf einen durch Om erfüllten Sitz,

27.32 der verehrt, ausgebreitet und rein ist, dem Herrn zugewandt oder mit dem Gesicht nach Norden. Man lasse ihn nach Norden blicken,

27.33 sodass er von den Strahlen des Blicks des Mantraherrn durchdrungen wird. Man meditiere und verehre [den Herrn] mit dem Mantra und spreche: „Halte deine Rede zurück.

27.34 Vergegenwärtige den Herrn der Welt im Raum des Herzlotus wie die Sonne.“ [Diese Anweisung gilt] für einen geeigneten Empfänger, mehrere oder zwei, Lotusgeborener.

27.35 Nachdem man bei dieser Handlung so sorgfältig die Gegenwart begründet hat, gebe man mit Ausrichtung auf die Ahnen die Gabe im Innern der Opferstätte.

27.36 Der eingesetzte vorzügliche Brahmane und der in seiner Stätte gegenwärtige Mantraherr [begrenzen] die innere Opferstätte; als diese gilt der Zwischenraum zwischen beiden.

27.37 Die Gabe für die Ahnen gestalte man als Piṇḍa [Opferspeise] in einem geeigneten Empfänger, weil sie sich auf jenes göttliche, reine Bewusstsein stützt.

27.38 Zu dieser Zeit [sind die Ahnen] gesondert gegenwärtig, Lotusgeborener, gemäß dem Entschluss des Gebenden und der Darbringung.

27.39 Für einen oder für viele gebe man [die Gabe] auf dem Sitz. Sodann [lege man] einen Sitz aus vielen Kuśa-Halmen, ohne Knoten [herzustellen].

27.40 Die Kuśa-Halme gelten als die Haare des alldurchdringenden Herrn, dessen Körper die Opferglieder bilden. Sie sind ebenso sämtliche Nadis in seinem aus Elementen bestehenden Leib.

27.41 In seinem Erkenntnisleib [sind sie] Strahlen, sämtliche Kräfte seiner Bewusstseinsgestalt. Deshalb ist, bester Brahmane, ein Sitz aus Kuśa für die Ahnen

27.42 bei der Śrāddha-Handlung vorgeschrieben. Was immer den darauf angerufenen [Ahnen] mit Hingabe gegeben wird, wird dadurch Brahman-haft.

27.43 Aus diesem Grund wurde zuvor für Menschen, die das Selbst nicht erkannt haben, die Verwendung der Kuśa-Halme bei dieser Handlung vorgeschrieben, Lotusgeborener.

27.44 Für diejenigen aber, denen Acyuta als allgegenwärtiger Herr in Mantragestalt innerlich und wahrhaft gegenwärtig ist, sind sie nicht erforderlich, Brahmā.

27.45 Dann [zeichne man eine Abgrenzung] mit durch den Waffenmantra besprochener Asche, einem eigenen Stift oder feinem Steinpulver, entsprechend den Einfassungen.

27.46 Außen vor diesem Sitz [liegt ein Feld], an Länge etwas größer und an Breite gleich bemessen. Man reinige es wie zuvor.

27.47 Dort lege man Kuśa mit ungebrochenen Spitzen und Wurzeln nach Norden aus, Zweimalgeborener, denn der nördliche Bereich gilt als göttlich, der südliche als den Ahnen zugehörig.

27.48 Mit ihrer eigenen unsterblichen Kraft nähren [die göttlichen Kräfte] stets die Ahnen, gleichsam auf dem Weg der Darbha-Halme, Zweimalgeborener.

27.49 Im Innern wohnt die Ahnenschar, auf den südlichen Bereich gestützt, als Anteil der Bewusstseinskraft der Menschen. Im nördlichen Bereich

27.50 hat die reine, ewige, unvergängliche, „Nektar“ genannte Teilkraft ihren Sitz. Darum wird, Zweimalgeborener, alles, was [Menschen] bis zu den Brahman-Kundigen

27.51 den Ahnen darbringen, mit der linken Hand gegeben. Wer aber den ungeborenen Hari, Ursprung der Welt und von Mantranatur, zugrunde legt

27.52 und den Ahnen Wassertrank und weitere [Gaben] darbringt, für den [besteht] aufgrund dieser Grundlage [eine besondere Regel; die doppelte Negation am Versende ist unsicher].

27.53 Bei denen, in deren Innern die höchste Bedeutung der gegenwärtigen Pflicht mit der Mantraverehrung aufleuchtet, Einsichtsvoller,

27.54 wird die mit ungeteiltem Geist vollzogene [Gabe] unvergänglich, gemäß ihrer eigenen Nordrichtung und der Richtung, in die der Mantra zugewandt ist.

27.55 Doch Menschen, in deren Bewusstsein diese Gewissheit fest besteht, sind auf Erden selten, Lotusgeborener.

27.56 Nachdem man so die Kuśa-Halme ausgelegt hat, streue man darauf wiederum Sesam, der durch den Waffenmantra besprochen wurde.

27.57 Denn Sesam [die Bezeichnung ist hier unsicher] und Darbha-Spitzen, diese beiden, Zweimalgeborener, bringen die Gesamtheit der Genussgaben in den drei Welten hervor,

27.58 besonders die durch Vertrauen gereinigte Gabe für Götter und Ahnen. Als Agni und Soma ist der friedvolle erhabene Herr selbst

27.59 für diejenigen, deren Wesen rituelles Handeln ist, in Gestalt offenbar, damit sie sich vollenden und die Ahnen- und Götterhandlungen gedeihen.

27.60 Seine Glut besteht als Sesam, seine erquickende Kraft als Wasser. Deshalb [dienen] dem Unerwachten wie dem Erwachten, Zweimalgeborener,

27.61 Sesam und Wasser bei der Śrāddha-Handlung [als diese Gegenwart]. Für die Nicht-Mantrakundigen sind die beiden stets der höchste Schutz des Śrāddha.

27.62 Für die Mantrakundigen, die ihr Wesen erkennen, besteht eine besondere [Verwendung]. Man stelle dort Gefäße auf, in die der Waffenmantra eingesetzt und über denen er gesprochen wurde.

27.63 Zunächst [verwende man] runde Gefäße aus Gold oder anderen [Stoffen], wenn verfügbar; andernfalls Palāśa-, Bananen- oder Tamāla-Blätter,

27.64 Schalen aus geeigneten Blättern, gereinigt durch Wasser des Waffenmantras. An den beiden Füßen gebe man, rechts beginnend, Wasser zum Fußwaschen.

27.65 Dann verehre man [den Empfänger] bis zum Scheitel mit Arghya, Blumen, Salben, Gewändern, Kränzen, Räucherwerk und Licht, mit Dickmilch, Speise, Früchten und Wasser,

27.66 mit gutem Betel und Geldgaben nach Vermögen, Einsichtsvoller, der Reihe nach mit Ausrichtung auf sämtliche Ahnen der eigenen Verwandtschaft.

27.67 [Man vergegenwärtige] sie von Klang- und Bewusstseinsnatur, in den Gestalten der Erkenntnisstätten [unsichere Wortverbindung]. Wenn viele Brahmanen anwesend sind, verfahre man für die Ahnen so.

27.68 Wenn zwei Brahmanen für die Ahnen eingesetzt werden, Brahmane, mache man in dem einen die eigenen väterlichen Ahnen gegenwärtig,

27.69 im zweiten die mütterlichen sowie die anderen. Wenn ein einziger geeigneter [Empfänger] zur Sättigung aller eingesetzt wird,

27.70 [spreche man] zuerst Om, dann „unseren“, darauf „Ahnen“, dann „dieses Arghya“, „dieses Fußwaschwasser“ und erinnere am Ende die Svadhā-Formel.

27.71 Am Ende jeder Ehrenbezeugung verfahre man so. Oder man spreche die Verneigung vor Svadhā oder schließe Svadhā mit der Verneigung ab.

27.72 Wer dies allein als Pflicht für Gleichgestellte oder Angehörige der eigenen Familie vollzieht, Pauṣkara, [verwende] nur die Verneigung.

27.73 Im umgekehrten [Fall] ist stets Svadhā vorgeschrieben, Zweimalgeborener. Wenn ein Entsager selbst für Menschen gibt, die eine Frucht erstreben,

27.74 hat er stets nach Svadhā die Verneigung zu sprechen. Wenn dagegen ein von Wünschen Bewegter für diejenigen gibt, die die ewige Frucht erstreben,

27.75 ist auch für ihn die Verneigung nach Svadhā stets heilsam. Nachdem man so gemäß der Ausrichtung die Ahnen unterschieden hat, Zweimalgeborener,

27.76 frage man wiederholt durch den Mund des Empfängers nach ihrer Sättigung. Dann gebe man mit dem Herzmantra einen Schluck nektargleichen Wassers in die Hand.

27.77 Man meditiere es dem Vollmond gleich und spreche dessen Teilkräfte aus, unterschieden durch die sechzehn Vokale, beginnend mit A, jeweils mit Anusvāra.

27.78 [Die Formel enthält] das Wort „du“, schließt mit der Verneigung und hat Om vorangestellt. Damit ist der den vollständigen Mond bezeichnende Mantra erklärt, Lotusgeborener. [Einzelheiten der Wortfolge sind nicht eindeutig überliefert.]

27.79 Vor dem Händewaschen soll [der Empfänger] es wie zuvor trinken, sodass die unvergängliche Kraft der Speise in einer Nektarhülle ruht

27.80 und die Scharen der Ahnen und Götter erquickt, Brahmā. Mit Pulver aus schwarzen Bohnen und anderen [Reinigungsmitteln] wasche man die Hände bis zu den Handgelenken.

27.81 Nach dem rituellen Schlürfen entferne man die Speisereste vorschriftsmäßig, reinige den Boden und nehme Sesamwasser in die Hand.

27.82 Dann stehe man auf und vollziehe vor dem erhabenen Herrn die erfreuende Darbringung: „Mögest du, Erhabener, zufrieden sein, und ebenso die Ahnenschar

27.83 und die im Körper, von den Füßen an, gegenwärtige Gottheitenordnung!“ So vollziehe man die Handlung in einer geräumigen Verehrungsstätte.

27.84 Ist der Raum eng, gehe man nach der Verehrung des Mantraherrn an einen anderen Ort und reinige ihn durch die vorbereitenden Handlungen wie das rituelle Berühren.

27.85 Man vergegenwärtige den Mantra erneut als auf seine durchdringende Kraft gestützt und in einer Wassergrundlage gegenwärtig. Nach seiner Verehrung vollziehe man alles vor ihm.

27.86 [Man bringe die Speise] vor den Empfänger [oder lasse ihn ihren Duft aufnehmen; die Lesart ist unsicher] und vergegenwärtige [die Gottheit] in dem Gefäß, mit honiggemischter Opferspeise, Darbha-Stängeln und Sesam.

Zur Verszählung: Nach 27.86 folgt in der maßgeblichen Nummerierung unmittelbar 27.88. Der Vergleichstext zählt den folgenden Vers als 27.87; an dieser Stelle ist kein zusätzlicher verlorener Vers zu ergänzen.

27.88 Mit dem Feuer reinige er die Gabe von Fehlern; dabei verwende er den Herzmantra und die Spitze eines Darbhahalms. Er vergegenwärtige sich eine große, strahlende Lichtgestalt in Baumform, deren Wesen Erkenntnis ist.

27.89 Dieses Licht verbrennt ringsum sämtliche Verunreinigungen der Opferstoffe. Die Speise dient der Sättigung der Gottheiten und der Ahnen, du Einsichtiger.

27.90 Auch ihre Zubereitung soll durch ein zuvor geweihtes Feuer erfolgen. Für die beiden zuvor genannten Personen, den Lehrer und den ihm zugeordneten Ritualteilnehmer, gilt diese Bestimmung, Lotusgeborener. [Der genaue Bezug der beiden Personen bleibt unsicher.]

27.91 Den anderen soll die Gabe zur jeweils geeigneten Zeit gereicht werden. Stets verfahre man nach dieser Ordnung, damit der beabsichtigte heilsame Erfolg eintritt.

27.92 Der zugrunde liegende Keim ist einer; entsprechend den verschiedenen rituellen Handlungen soll man seine Mannigfaltigkeit im Geist betrachten. So beginne man die Ahnenhandlung.

27.93 Durch eben diesen soll die Sättigung vollzogen werden. Im Innern betrachte man die im Speisegefäß gegenwärtigen Gestalten als einen Strom meines eigenen Wesens. [Die grammatische Verbindung des ersten Halbverses ist gestört.]

27.94 Zwei Darbhahalme von je einer Handspanne Länge, deren Spitzen zur Entgegennahme der Ehrengabe dienen, weihe er mit dem Herzmantra. Zusammen mit ihnen hebe er die Gabe heraus.

27.95 Ihr inneres Wesen ist nährender Saft; in grobstofflicher Gestalt ist sie zur Speise geworden. Er nehme jeweils einen Bissen von vier Fingerbreiten, du Einsichtiger.

27.96 Zunächst gilt die Gabe der im Feuer und im Soma gegründeten Ahnenschar, deren wahres Wesen Erkenntnis und die der Keim der Ahnen ist.

27.97 Er gebe zwei aus Feuer und Soma hervorgegangene Speiseklöße. Die beiden Darbhahalme vergegenwärtige er sich als zwei feine Leitbahnen und lasse sie dort zusammen mit dem Speisekloß eingehen.

27.98 Sodann lasse er sie durch den zweiten Mantra zur Auflösung gelangen und bereite mit einem weiteren die Speiseklöße für die Ahnen. [Die nähere Bestimmung der geistigen Ausrichtung ist nicht sicher lesbar.]

27.99 Für die zuvor geschauten Ahnen verfahre er der Reihe nach mit dem Herzmantra und ihren jeweiligen Namen. Er erkenne ihre auf diese Weise wahrgenommene Gestalt und vergegenwärtige sich ihre Gegenwart deutlich.

27.100 Wie zuvor verwende er Mantras, die mit Om beginnen, mit dem Herzmantra verbunden sind, den jeweiligen Namen enthalten und mit der Ahnenopferformel Svadhā enden, Brahmane.

27.101 Dabei spreche er: „Ich bereite diesen Speisekloß.“ Anschließend vollziehe er wie zuvor die Verehrung durch Salben, Einölen und die übrigen Ehrendienste.

27.102 Danach bringe er der Reihe nach Wasser mit Sesamsamen zur Sättigung dar. Er neige den Kopf und lasse Knie und Füße die Erde berühren.

27.103 Mit beiden Händen an der Stirn und ungeteiltem Geist spreche er: „Om. Verehrung euch, ihr Ahnen! Verehrung dir, höchster Geist!

27.104 Verehrung denen, die an Vishnus Stätte weilen! Euch Ahnen gelte die Opfergabe; euch sei Verehrung! Verehrung dem Herrn Hari, dem Gebieter der Ahnen, dessen Wesen Feuer und Soma ist!

27.105 Verehrung dir, Vishnu, in der Gestalt der Soma trinkenden Ahnen und der auf dem Opfergras Sitzenden! Auch die vom Feuer geläuterten Ahnen, die Erzeuger der Geschlechter im Daseinskreislauf, bist du, Unwandelbarer. [Die nähere Bestimmung der Abstammung im zweiten Halbvers ist unsicher.]

27.106 Du bist die Soma trinkenden Großväter; du bist auch die anderen, die Urgroßväter. Verehrung dir, dem Erhabenen, der die Gestalt der Ahnen annimmt, dem Unwandelbaren!

27.107 Verehrung Narayana, dem göttlichen Schwan, dir, Vishnu, dessen Wesen die dreifache Person ist! Außer dir, Erhabener, verehre ich niemanden und bringe niemandem Anbetung dar.

27.108 Niemand anderem spende ich Sättigung; keinen anderen rufe ich herbei, Herr über alles.“ Nachdem er so die Entfaltung des Göttlichen als Ahnen mit höchster Hingabe gepriesen hat,

27.109 vollziehe er, sofern möglich, die Verbindung mit der Gestalt des Speisekloßes und der der Reihe nach davor sitzenden Ahnenschar.

27.110 Er stelle diese Verbindung mit beiden oder mit einem der Teilnehmer her, bester Brahmane, und betrachte die Ahnenschar der Reihe nach an der Spitze des aufsteigenden Dampfes.

27.111 Durch den Urlaut vergegenwärtige er ihre eigene Gestalt. Dann erhebe er sich und nehme nahebei eine Stellung in der Mitte oder seitlich ein, ohne den Blick anderswohin zu richten. [Der genaue räumliche Bezug ist unsicher.]

27.112 Die Beteiligten seien nach Norden oder nach Süden gewandt, Brahmane. Entsprechend dieser Ausrichtung lege er aus seinem Herzen den Herzmantra nieder,

27.113 der mit Om beginnt und mit der Verehrungsformel endet und dessen Gestalt aus Wind und Raum besteht. Er betrachte die Lebenskraft des Brahmanen, der vor dem Speisekloß sitzt,

27.114 oder, wenn es mehrere sind, ihre Lebenskräfte, die aus eigener Kraft nach außen hervortreten. Sorgfältig vergegenwärtige er, wie das zuvor Betrachtete rasch mit dieser Lebenskraft eins wird.

27.115 Er lasse es in die eigene Kraft eingehen, die als Wärme bezeichnet wird. Auf diese Weise vereinige er die Lebenskräfte der Ahnen mit der Gestalt der Brahmanen.

27.116 Nachdem sie wie zuvor ihre Sitze eingenommen haben, lasse er sie essen und spreche: „Om. Ihr Gottheiten mit Vishnu an der Spitze, führt diese Speise zur Unsterblichkeit!

27.117 Ihr Gottheiten, Flüsse und Kühe, Sonne, Mond und Bäume! Om. Möge der erhabene Madhava, der Große, dessen Gestalt ganz aus Mantra besteht,

27.118 in dieser Gabe als Süße gegenwärtig sein und euch Sättigung schenken!“ Zur Freude der Ahnen soll man den eingenommenen Sitz nicht verlassen.

27.119 Die Ahnen bleiben gegenwärtig an eben diesem Ort, an dem die Speiseklöße niedergelegt sind, Lotusgeborener. [Einzelne Wörter zur genauen Lage sind verderbt.]

27.120 Sie bleiben, bis die Speiseklöße, aus denen die Lebenskraft zurückgenommen wurde, mitsamt den Speiseresten ordnungsgemäß entfernt sind. Erst danach ziehen sie fort.

27.121 Sie schenken dem Vollzieher des Ahnenopfers ihren Segen und kehren an ihren eigenen Ort zurück, Brahmane. Durch die Leuchtkraft des Mantras bereite man dort die mit Nektar, Wasser und Sesam verbundene Gabe.

27.122 Für ihre Wiederkehr halte man einen gesonderten, offenen Weg bereit. Die Handlung geschehe mit dem heiligen Mantra Narayanas. [Die abschließende Bestimmung dieses Verses ist nicht sicher zu übersetzen.]

27.123 „Besteigt wieder euren eigenen Wagen der Sinne und zieht gesättigt zur Stätte des Unwandelbaren!“ Dies heißt die von Prajapati überlieferte Ordnung.

27.124 Die Gabe an die Ahnen, die die zuvor genannten Früchte mehrt, soll man stets durch die gehörige Anordnung der Mantras und die Mantrahandlung vollziehen.

27.125 Dies ist bei vielen Teilnehmern ebenso wie bei zweien die regelmäßige Anwendung, Lotusgeborener. Falls auch diese Anordnung nicht vollständig ausführbar ist, soll bei jeder einzelnen Handlung

27.126 der Hauptmantra wie zuvor mit seinen Gliedern, beginnend beim Herzmantra, verbunden werden. Bei den zu verehrenden Gestalten wird zwischen den einzelnen Handlungen Om eingesetzt. [Die genaue Bezeichnung dieser Gestalten ist verderbt.]

27.127 Die hierfür erläuterte Abwandlung mit den vorangehenden Mantras betrifft die verschiedenen Einweihungsstufen, vom Samayin und Putraka an, sowie die übrigen innerlich gereiften Menschen.

27.128 Für den Guru und den vorzüglichen Sadhaka gilt mein Mantra, du Einsichtiger. [Der zweite Halbvers behandelt die Zulässigkeit seiner Weitergabe, ist jedoch so gestört, dass die betreffende Unterscheidung nicht zuverlässig wiedergegeben werden kann.]

27.129 Dies betrifft auch die Vaishnavas der Stufen Samayin und Putraka sowie die vier genannten Gruppen bis zu den Maudgalas und ebenso die Angehörigen der Lebensstände,

27.130 die durch Einweihung geläutert und geweiht sind, großer Weiser. Für sie ist der bewährte, mit seinen Gliedern versehene und recht verehrte Mantra grundsätzlich gemeinsam.

27.131 Höre nun die Mantraanordnung, die ihnen zu unterweisen ist: der heilige zwölfsilbige Mantra und als Schutzpanzer die Verehrung Brahmans.

27.132 Ebenso gilt die Verehrung des Allselbst dem Augenmantra und die Verehrung des höchsten Selbst dem Waffenmantra. Alle diese beginnen mit Om; ihre Verwendung bei Shudras richtet sich nach der zugeschriebenen Befähigung.

27.133 Bei ihnen werden auch Mantras ohne den Urlaut vorgeschrieben; entsprechend wird die Verwendung bei Frauen an ihren Lebenswandel gebunden. [Die Verbindung mit der Aussage über ordnungsgemäß Eingeweihte ist unsicher.]

27.134 Bei Shudras, die die Unterweisung nicht ordnungsgemäß empfangen haben, soll man die Mantras jedoch nicht verstümmeln, du Einsichtiger; vielmehr tritt eine Verehrungsformel an ihre Stelle.

27.135 Vor den zwölfsilbigen, ebenso vor den achtsilbigen und den sechssilbigen Mantra soll zur Vervollständigung das zuvor Bezeichnete gesetzt werden. [Das hierfür verwendete Wort am Versanfang ist unsicher.]

27.136 Wenn die Anwendung durch den achtsilbigen Mantra erfolgt, wird dem zwölfsilbigen Mantra dabei der Vorrang zugewiesen. [Die genaue Bedingung im ersten Halbvers ist verderbt.]

27.137 Entsprechend der inneren Ausrichtung kann auch der sechssilbige Mantra den Vorrang erhalten. Der achtsilbige Mantra wird stets bis zum Scheitelglied eingesetzt.

27.138 Wird dem Urlaut der Vorrang gegeben, sind der zwölf-, acht- und sechssilbige Mantra der Reihe nach als Herzmantra und die folgenden Glieder zu verstehen.

27.139 Wenn den Mantras vom Schutzpanzer an eine entsprechende Bedeutung zugewiesen wird, soll an ihrer Stelle auch der Urlaut als wesenseins mit ihnen gelten.

27.140 Wird die im Herzen gegenwärtige Gottheit durch den Hymnus „Dir gehört der Sieg“ herbeigerufen, so ist dabei die Gruppe der sechs Gliedmantras nach ihrer festgelegten Ordnung einzusetzen.

27.141 Genannt wird eine dritte Anordnung, die mit dem zwölfsilbigen Mantra beginnt, und eine weitere, die mit Brahman beginnt und Dharma sowie die folgenden Eigenschaften bezeichnet. [Die Zählung ist im Wortlaut nicht eindeutig.]

27.142 Bei der Bereitung des Sitzes gilt der Urlaut für sämtliche Mantras, ebenso bei den gemeinsamen Handlungen der Mantras, beginnend mit dem zwölfsilbigen.

27.143 Bei jeder Handlung mit Darbha, Sesam, Wasser und den übrigen Stoffen entsteht ihre besondere Wirksamkeit; nach ihrer Entlassung kommt diese Leuchtkraft wieder zur Ruhe.

27.144 Deshalb ist es unzulässig, bereits verwendete Gaben erneut für eine andere rituelle Handlung zusammenzunehmen, Lotusgeborener.

27.145 Denn ihre besondere Erscheinungsform ist bis in ihren Ursprung vom Bewusstsein getragen; sie besteht in Abhängigkeit vom Höchsten, damit der Handelnde die Frucht erlangt.

27.146 Vom tragenden Bewusstsein gelöst, sind sie untauglich wie ein lebloser Körper. Die bleibenden Bestandteile der Mantras können jedoch wieder Eignung erlangen,

Unnummerierter Halbvers: gelegentlich durch die Kraft des Mantras und durch die meditative Vergegenwärtigung der Erkenntnis, Brahmane.

Abschlussvermerk: Hier endet die Ordnung des regelmäßigen Ahnenopfers.

Das Ahnenopfer aus besonderem Anlass

27.147 Vernimm nun die Ordnung des Ahnenopfers aus besonderem Anlass. Es eröffnet den Ahnen einen weiteren Weg und gewährt reichen Erfolg für die rituellen Handlungen.

27.148 Man soll es nicht vollziehen, ohne dass gerade ein geeigneter Empfänger zur Verfügung steht. Ein Ahnenopfer ohne diese und die folgenden Voraussetzungen ist zu unterlassen, Lotusgeborener.

27.149 Bleibt der Eingeladene auf die Bitte hin, seine Gunst zu erweisen, soll der Gastgeber die vorgeschriebenen Beschränkungen einhalten. [Die anschließende Einzelvorschrift ist lückenhaft.]

27.150 Hochmut, Missgunst, Kleinlichkeit, Zorn, Gier und sämtliche verwandten Fehler sind bis zum Tag der Vollendung weit von sich zu weisen.

27.151 Früchte, Wurzeln und andere Gaben, die nach vorausgehender Reinigung mit sorgfältig gesammeltem Geist dargebracht werden, übertreffen selbst den Nektar.

27.152 Sind ein geeigneter Ort und ein geeigneter Empfänger vorhanden, vollziehe man dies voller Vertrauen während eines Tages bis hin zu sieben Nächten, Lotusgeborener.

27.153 Man wähle eine günstige Zeit und vollende die Feier an einem Tag mit höchster Freude, damit die geeignete Zeit nicht ungenutzt verstreicht.

27.154 Ein Ahnenopfer, das sich auf diese drei Voraussetzungen stützt, mit mitfühlendem, in Klarheit ruhendem Geist, nach den eigenen Kräften und mit rechtmäßig erworbenen Mitteln vollzogen wird,

27.155 führt denjenigen, dem es gewidmet ist, gewiss bald in die Wahrheitswelt. Stützt es sich auf Ort und Zeit, so gewährt es die Welt der Askese.

27.156 Ein Ahnenopfer, das sich auf Ort und Empfänger stützt, gewährt die Welt der geistigen Wesen; wird es aufgrund von Zeit und Empfänger vollzogen, ist seine Frucht der Aufstieg zur großen Welt Maharloka.

27.157 Eine Gabe, die sich allein auf einen geeigneten Ort stützt, gewährt den Himmel. Eine Handlung allein aufgrund des geeigneten Zeitpunktes führt in die Zwischenwelt Bhuvarloka.

27.158 Ein Ahnenopfer, das sich auf einen wohlgesinnten Empfänger stützt, ermöglicht das Erlangen der Menschenwelt. Dies sind die Früchte der drei gewöhnlichen Voraussetzungen: Ort, Zeit und Empfänger.

27.159 Als Ort wird hier das bekannte Pushkara genannt, als Zeit eine Finsternis und dergleichen, als Empfänger ein Mensch, der von dem Göttlichen erfüllt ist, Lotusgeborener. [Die nähere Bestimmung des Ortes ist unsicher.]

27.160 Dieser soll die erforderliche Disziplin tatsächlich für das Ahnenopfer einhalten. Die drei beim Ahnenopfer genannten Voraussetzungen besitzen darüber hinaus eine besondere Ausprägung.

27.161 Sie können Menschen zu einer Geburt führen, die mit geistiger Einsicht verbunden ist: ein als Vishnuheiligtum bekannter Ort und ein vom Erhabenen erfüllter Empfänger,

27.162 dazu die bedeutsame Zeit des zwölften Mondtages, durch einen Sonnenübergang und ähnliche Konstellationen ausgezeichnet. Sind diese drei noch höher qualifiziert, du Einsichtiger,

27.163 so vermögen sie gewiss auch diejenigen emporzuführen, die bereits in einem anderen Körper wohnen. Ein Ort, an dem der alldurchdringende Herr in einer selbstoffenbarten Gestalt, etwa als die eine Urgestalt,

27.164 seit Beginn der Schöpfung gegenwärtig ist, besitzt eine noch besondere Bedeutung und lässt sämtliche Handlungen gelingen. [Die Erwähnung des Wassers und die räumliche Bestimmung im ersten Halbvers bleiben unklar.]

27.165 Fällt an einem solchen Ort der für Brahmanen geeignete zwölfte Mondtag mit einer Vishnu zugehörigen Stunde und Mondstation zusammen,

27.166 so vermag dies die Ahnen emporzuführen. Hinzu kommt ein Empfänger, der die drei Vollkommenheiten erlangt hat und ganz den fünf täglichen Zeiten der Verehrung gewidmet ist. [Eine körperbezogene Bestimmung des ersten Halbverses ist verderbt.]

27.167 Er hat das Ziel in der höchsten Wirklichkeit erreicht, folgt der Ekayana-Überlieferung und besitzt Selbstbeherrschung und die übrigen Tugenden. Durch eine Gabe an einen solchen Menschen, die dem höchsten Sinn dient,

27.168 erlangen die Ahnen dauerhaft einen glücklichen weiteren Weg. [Der zweite Halbvers ist nur in Bruchstücken erhalten.]

27.169 Eine Geburt an einem heilsamen Ort, verbunden mit Erkenntnis und guten Handlungen, ist die Frucht. Je nach den drei Voraussetzungen ergeben sich für die Ahnen der Reihe nach unterschiedliche, zunehmend heilsame Ergebnisse.

27.170 So soll man verstehen, dass beim Ahnenopfer die Vorzüge des Ortes, der Zeit und der übrigen Voraussetzungen mit Reinheit des Herzens zusammenkommen sollen.

27.171 All dies, einschließlich des Waffenmantras und der übrigen Mittel, unterstützt die Handlungen derjenigen, die durch Hingabe gereinigt sind und sich dem Dharma des gewöhnlichen Lebens widmen,

27.172 ebenso die der befähigten Brahmanen, die Erkenntnis und heilige Handlungen pflegen und innerhalb ihrer eigenen Aufgaben den fünf täglichen Verehrungszeiten folgen, Lotusgeborener.

27.173 [Die Aussage über einen Mantra des Besprengens und den Vollzug ist stark beschädigt. Erkennbar ist am Ende der Bezug auf den erhabenen Hari.]

27.174 Der Gott, dessen Gestalt die sechs göttlichen Eigenschaften bilden, bewirkt selbst Hervorgehen und Auflösung. Seine eigene Gestalt bleibt unwandelbar; sie ist mit der Gesamtheit dieser Eigenschaften verbunden. [Zur Verbindung dieser Eigenschaften bietet die Überlieferung unterschiedliche Lesungen.]

27.175 Zeit und die übrigen Bedingungen gehen aus dieser Fülle der sechs Eigenschaften hervor. Daher erkennen sie keinen anderen als den Unwandelbaren als das Höchste an.

27.176 Er ist der reine Grund auch der feinen Gestalt von Zeit und den übrigen Bedingungen. Die Verehrer des Erhabenen, die sich ganz der Erkenntnis seines Mantras widmen,

27.177 erfahren durch dessen Wirkmacht, wie die gesamte Zeit und alles Weitere deutlich in ihrem Innern aufleuchtet, Lotusgeborener.

27.178 Dies gilt für das Äußere ebenso wie für das Innere. [Der verbindende Wortlaut ist lückenhaft.] Dass auch das Weltall sein Leib ist, habe ich dir bereits dargelegt,

27.179 und zwar ausführlich durch die Unterweisung über die kosmischen Wege. Die Ahnen wünschen sich einen Vaishnava, der den Leib versteht, in heiligen Handlungen feststeht und Erkenntnis besitzt,

27.180 einen reinen Menschen in ihrer eigenen Familie, der sie emporführt. Unter Berücksichtigung von Ort, Zeit und den übrigen Bedingungen soll er sich daher sorgfältig an die Handlung machen.

27.181 Mit entspelztem, hellem und reinem Korn, mit Milch und guten Beilagen bereite er zuvor voller Vertrauen die Speise, Lotusgeborener.

27.182 Er verwende dabei den Herzmantra oder den zwölfsilbigen Mantra und neue Gefäße oder solche, die erneut gebrannt und anschließend mit Fett bestrichen worden sind.

27.183 Zubereiten darf er selbst, sein Sohn oder Schüler, seine Schwester, seine rechtmäßig angetraute Frau oder ein befreundeter Verwandter, Brahmane. [Die Aufzählung ist teilweise beschädigt.]

27.184 Die zubereitende Person soll weiße Kleidung tragen, geschickt und rein sein, frei von körperlicher Krankheit und weder unter Hunger noch unter Durst leiden.

27.185 Sie soll von den hier aufgezählten Beeinträchtigungen frei und ganz von innerer Hingabe erfüllt sein. [Die beschädigte Aufzählung nennt unter anderem Husten, Atembeschwerden, Einschränkungen des Sehens und Hörens sowie Kahlköpfigkeit.]

27.186 Den Opferbrei für das Ahnenopfer soll eine Person derselben sozialen Gruppe bereiten. Bei der Zubereitung wird eine Reihenfolge gemäß der überlieferten Rangordnung der sozialen Stände vorgeschrieben.

27.187 Eine Umkehrung dieser Rangfolge gilt bei Götter- und Ahnenopfern als fehlerhaft. Ist eine entsprechende Zubereitung nicht möglich, darf unverdorbene, reine Speise gekauft werden. [Die nähere Bestimmung der herstellenden Person ist unsicher.]

27.188 Auch diese muss von den zuvor genannten Fehlern frei sein, Lotusgeborener. [Der folgende Übergang zu einer weiteren Liste unerwünschter Einflüsse ist beschädigt.]

27.189 Genannt werden menstruierende Frauen, Eunuchen und weitere nicht sicher lesbare Personengruppen, ebenso Hunde, Schweine, Katzen und Affen,

27.190 außerdem Schmutz fressende Schweine, Schakale, Geier und andere Vögel. Deshalb soll die Handlung mit aller Sorgfalt an einem windgeschützten, überdachten Ort stattfinden,

27.191 dessen befestigter Boden frei von störenden Gegenständen, frisch bestrichen und weiß getüncht ist. Dort vollziehe man die Mantraverehrung und die Bereitung für die Gottheit der Götter und Ahnen.

27.192 Dies ist, sofern die Möglichkeit besteht, allen stets vorgeschrieben. Bei sämtlichen Gefäßen für Speise und Beilagen verfahre man der Reihe nach, Brahmane.

27.193 Während der Zubereitung gebe man unter Verwendung des zwölfsilbigen Mantras Honig, geklärte Butter und Sesam mit Kushagras hinzu; nach dem Fertigwerden fasse man die Gaben zusammen. [Die genaue Zeitangabe am Versanfang ist unsicher.]

27.194 Mit dem achtsilbigen Mantra bedecke man sie sorgfältig mit einem Tuch, sodass der Dampf nicht nach außen entweicht, Lotusgeborener.

27.195 Der Platz für die Gefäße werde gereinigt, gewaschen und mit dem senkrechten Vishnuzeichen versehen; die Gefäße werden mit einem durch den Schutzmantra geweihten Tuch bedeckt und nach innen gebracht.

27.196 Er bestelle einen Wächter bei dieser Reihe und vollziehe das Bad und die folgenden Handlungen. [Die anschließende Bestimmung über Feuer, Brahmanen und den Ort ist lückenhaft.]

27.197 Zuvor ordne er die Gefäße, die einzelnen Anteile und die geeigneten Helfer ihren Aufgaben zu. Danach vollziehe er die regelmäßige Handlung bis zu ihrem Abschluss. [Das Wort für den Endpunkt ist unsicher.]

27.198 [Der Vers ist stark lückenhaft. Erhalten sind Hinweise auf ein Tuch, ein darunter befindliches Kleidungsstück und das Umhüllen des Körpers; eine zusammenhängende Anweisung lässt sich nicht gewinnen.]

27.199 [Auch dieser Vers ist beschädigt. Er nennt unbefleckten, sauberen Stoff, möglicherweise Rindenkleidung, und ein blau gekennzeichnetes Kleidungsstück. Welche Stücke zugelassen oder auszuschließen sind, bleibt unklar.]

27.200 Nachdem das hier Bezeichnete aus dem Raum entfernt ist, richte er seinen Geist auf das Höchste, das in der Mantragestalt gegenwärtig ist. [Der Gegenstand der Entfernung ist nicht eindeutig erhalten.]

27.201 „Ich opfere wiederum, um den Ahnen Gnade zu erwirken.“ Mit dieser Absicht rufe er die Brahmanen wie zuvor herbei und lasse sie der Reihe nach auf ihren Sitzen Platz nehmen.

27.202 Zuerst lasse er zwei vorzügliche Brahmanen vor ihnen mit dem Gesicht nach Osten sitzen. Ihr Sitz wird als von drei Lichtgestalten erfüllt und mit dem zwölfspeichigen Rad verbunden beschrieben. [Der Satzbau ist gestört.]

27.203 [Die beschädigte Vorschrift nennt die allgemeinen sechs Gliedmantras sowie Waffen- und Scheitelmantra und ihre geordnete Zuweisung an die Brahmanen. Einzelheiten sind nicht zuverlässig lesbar.]

27.204 Diese ordne er den beiden nach Osten Gewandten zu, damit ihre Körper mit den Gottheitsgestalten wesenseins werden. Mit den jeweiligen Bezeichnungen des heiligen Lichtes, beginnend mit der einen Urgestalt,

27.205 lege er die Entfaltung der Gottheiten nieder und verbinde sie mit den vorgesehenen rituellen Schlussrufen. Dazu gehören die beiden Mantragestalten Narasimha und Varaha,

27.206 die den Gottheiten Feuer und Soma entsprechen und stets dem Schutz dienen. Die übrigen lasse er in der nach Norden gerichteten Anordnung Platz nehmen. [Die genaue Blickrichtung ist in der Lesung nicht eindeutig.]

27.207 Zuerst ordne er in der unteren Reihe die mit dem Herzmantra beginnenden Gestalten an. Ebenso verfahre er mit den Gruppen, die aus den heiligen Lauten hervorgehen. [Der räumliche Zusammenhang ist teilweise unsicher.]

27.208 Südlich davon und darüber ordne er die mütterliche Familie an; mit dem Schutzpanzer-Mantra verbinde er eine weitere, ausschließlich dem Erhabenen zugehörige Gestalt.

27.209 [Ein Teil der Zuordnung unter der Bezeichnung „Vater“ fehlt.] Südlich davon folgt eine dritte Gestalt; die vierte verbinde er mit dem Herzmantra.

27.210 Unter der Bezeichnung „Großvater“ verwende er den Gestaltmantra für die fünfte. Unter der Bezeichnung „Urgroßvater“ ordne er den der Ekayana-Überlieferung zugehörigen Mantra zu, Brahmane.

27.211 Lebt der Vater noch, so sind mit diesen Mantras die drei vor ihm liegenden Generationen der Reihe nach einzusetzen. Entsprechend verfahre man, wenn noch zwei Generationen leben.

27.212 Man setze dann die drei weiter zurückliegenden Generationen, vom Urgroßvater an, ein. Dafür verwende man die allgemeinen sechs Gliedmantras oder die jeweils eigenen Mantras.

27.213 Damit ist die Anwendung bei der Darbringung des Ahnenopfers und der Verehrung der Brahmanen erklärt. Nun wird die zweifache Anordnung im Bereich der vier Gottheitsgestalten beschrieben.

27.214 Durch die eine Mantraanordnung erlangt man Befreiung zusammen mit Erfahrung von Genuss; durch die zweite alleinige, unvermischte Befreiung, du mit reinem Blick.

27.215 Für die mit den Freunden verbundene Gruppe lege man den König der Mantras in seiner unmanifesten Form nieder; für die drei folgenden verwende man der Reihe nach Pradyumna und die weiteren Gestalten bis zu Vasudeva.

27.216 Höre diese Unterscheidung noch genauer von mir: Für die mit Freunden und den zuvor genannten Gruppen vermischte Anordnung ist Aniruddha die entsprechende Bezeichnung. [Ein Stück des Verses fehlt.]

27.217 Es folgt die Mantragruppe Pradyumnas; zwei weitere werden durch die beiden folgenden zugeordnet. Durch Om vergegenwärtige man den Urgroßvater als die Gestalt des höchsten Brahman. [Die mittlere Zuordnung ist beschädigt.]

27.218 So erfolgt die Sättigung durch den Mund eines geeigneten, mit großer Freude erfüllten Empfängers, du Einsichtiger. Nun wird die dreifache Ordnung innerhalb der neun Gottheitsgestalten dargelegt.

27.219 Aus liebevoller Zuwendung verbinde man die Brahmanen samt den Freunden mit Vishnu. Für die mütterliche Gruppe verwende man anschließend den Vairaja-Mantra, Paushkara.

27.220 Mit den drei Mantras, die mit Narayana beginnen, ordne man der Reihe nach Vater und die beiden weiteren Generationen zu. Diese als „durchdrungen“ bezeichnete Form des Ahnenopfers gewährt die entsprechende Frucht. [Die genaue Benennung ist unsicher.]

27.221 Die Frucht kommt den Ahnen und dem Opfernden zu, ohne dass sie erst einen neuen Körper erlangen müssen. Die betreffende Mantrareihe beginnt bei Vairaja und reicht bis zu Sankarshana, Lotusgeborener.

27.222 Wisse, dass dies eine Gruppe von fünf Mantras ist. [Eine längere Passage fehlt.] Genannt wird das Ahnenopfer für die bis zum Urgroßvater reichenden Generationen, Paushkara.

27.223 Es gewährt dem Vollzieher wie den Ahnen das Erlangen des eigenen Selbst. [Der zweite Halbvers ist weitgehend verloren.]

27.224 Beim Ahnenopfer werden die fünf vorzüglichen Brahmanen, beginnend mit der Gruppe der Freunde, entsprechend zugeordnet. Dies wird als eine höchste, dem Herrn zugehörige Form bezeichnet. [Das letzte Wort ist unsicher.]

27.225 Mit allen erforderlichen Mitteln ausgestattet, gewährt es dem Handelnden und seiner Ahnenschar die höchste Befreiung. Wenn dies bereits für den einzelnen Vollzug gilt, um wie viel mehr dann,

27.226 wenn man es lebenslang mit einem durch Vertrauen gereinigten Geist und aus Mitgefühl mit den Angehörigen vollzieht, sofern die Möglichkeit besteht, Paushkara.

27.227 Bei diesem auf ein bestimmtes Ziel gerichteten Ahnenopfer ordne man die Teilnehmer in einer Reihe an. Zuerst bilde man eine Gruppe von Brahmanen, deren Gesichter nach Norden gewandt sind.

27.228 Allen lege man den Herzmantra auf, Lotusgeborener. Dazu verwende man Om, die jeweilige eigene Bezeichnung und die Zuordnung zu Herz und den weiteren Gliedern. [Der Wortlaut zwischen diesen Angaben ist lückenhaft.]

27.229 Dazu kommen die Mantras der Waffen, des Schmuckes und des Herrn der Waffen. Oder man ordne nach den eigenen Möglichkeiten eine nach Osten gewandte Gestalt dem Mantra des göttlichen Rades zu.

27.230 Einen nach Norden gewandten Brahmanen verbinde man mit dem Hauptmantra; zwei weitere, ebenfalls nach Norden gewandte, verbinde man mit dem Herzmantra.

27.231 Man vergegenwärtige sich die Freunde und Vertrauten, die mütterliche Linie und die gesamte väterliche Linie als in einem anderen Körper gegenwärtig, Lotusgeborener. [Eine nähere Bestimmung der Freunde ist unklar.]

27.232 Im Mandala, im Wassergefäß, verehre man das göttliche Rad oder Narasimha. [Die Vorlage wiederholt in Klammern: Einen nach Norden gewandten Brahmanen ordne man dem Hauptmantra zu.]

27.233 Dies dient der Sättigung der väterlichen wie der mütterlichen Ahnen. Auch die übrigen Menschen erfreue man nach den eigenen Kräften.

27.234 Man nehme einen Bissen für die Kuh heraus und gebe ihn mit geklärter Butter und Honig, mit Darbhagras und Sesamwasser; er soll weder stark alkalisch noch übermäßig salzig sein.

27.235 So verfahre man für die eigene Familienlinie. Vollzieht man die Handlung als Priester oder aus Mitgefühl und Zuneigung für einen anderen,

27.236 so trete dessen Familie an die zuvor bezeichnete Stelle. Die Körperbereiche werden von den Füßen bis zu den Knien, von den Knien bis zur Körpermitte,

27.237 vom Becken bis zum Herzen und vom Herzen bis zum Scheitel unterschieden. In diese lege man der Reihe nach die vier Mantras, beginnend mit Aniruddha, nieder.

27.238 Dies dient dem guten weiteren Weg der Ahnen, Brahmane. Zu ihrer Sättigung kann man dagegen von Vasudeva ausgehend vom Scheitel bis zu den Füßen

27.239 die vier Mantras bis zu Aniruddha anordnen, du Einsichtiger. Oder man vergegenwärtige durch Om im Herzen das friedvolle, ganz aus Bewusstsein bestehende Brahman.

27.240 Die Vierheit von Vasudeva an bis zum hier „Lenker“ Genannten ist der Reihe nach als die Elemente Wind, Feuer, Wasser und Erde durchdringend niederzulegen.

27.241 Je nach dem beabsichtigten Zweck beginne man bei Aniruddha und den vier Elementen von der Erde an. Zum Schutz lege man Narasimha nieder; nun folgt die Anordnung der neun Gestalten, Brahmane.

27.242 Auf Scheitel, Mund, Kehle, Herz, Nabel, Geschlechtsbereich, beide Knie und Füße lege man der Reihe nach die acht Gestalten bis zum Träger der Erde nieder.

27.243 Im Raum des Herzens vergegenwärtige man den erhabenen Vasudeva, den den Sinnen Unzugänglichen. Den Prinzipien von der unterscheidenden Vernunft bis zur Erde ordne man der Reihe nach Sankarshana und die weiteren Gestalten zu.

27.244 Oder man verfahre, Brahmane, in der Reihenfolge von der Erde aufwärts: die sieben Gestalten vom Träger der Erde bis zu Sankarshana.

27.245 In der Wohnstätte des Bewusstseins, im Herzen, betrachte man Vasudeva. Dem Nährsaft, dem Blut, dem Fleisch, dem Fett, dem Mark und den Knochen,

27.246 bis hin zum Zeugungsstoff, ordne man der Reihe nach die sieben Gestalten von Sankarshana bis zu Varaha zu. Für die umgekehrte Anordnung beginne man beim Zeugungsstoff,

27.247 und zwar mit dem Varaha-Mantra, und gehe bis zu Sankarshana, Lotusgeborener. So vollziehe man wie zuvor die Einsetzung in den Empfänger, um schädliche Einflüsse abzuwehren.

27.248 Der Erhabene durchdringt wie der Raum das Äußere und das Innere. Den Keim Sankarshanas vergegenwärtige man als lebendiges Selbst im Innern des Herzlotus.

Unnummerierter Halbvers: Die sieben Gestalten werden gemäß Hervorbringung und Auflösung in die sieben Körperbestandteile eingesetzt.

Die innere Sättigung der Ahnen

Paushkara sprach:

27.249 Wenn der eigene allgemeine Mantra bereits gegenwärtig ist, im Körper des Handelnden wirkt oder im Innern des Feuers leuchtet,

27.250 wie ist dann bei der Mantrahandlung die Verwendung der vier oder neun Mantras möglich, wenn für sie kein gesondertes Niederlegen, Verehren und dergleichen erfolgt?

Der Erhabene sprach:

27.251 Der allgemeine Mantra mit seinen sechs Gliedern ist stets für alle vorgeschrieben. Der besondere Mantra eines Sadhaka könnte dagegen unpassend sein und einen Widerstreit hervorrufen.

27.252 Die Anordnung der vier Selbstgestalten und der weiteren Formen ist grundsätzlich zugelassen. Maßgeblich ist dabei der Wille des eigenen Gurus hinsichtlich des eigenen Mantras und der folgenden Anwendungen, du Einsichtiger. [Einzelne Wörter sind beschädigt.]

27.253 Für das Ahnenopfer wird hierzu eine besondere zweifache Regelung erläutert. Zuvor soll die Mantragruppe mit dem Einverständnis der Brahmanen niedergelegt werden.

27.254 Man nehme den eigenen Mantra in dessen Lichtstätte zurück und durchdringe sich mit aufrichtiger geistiger Vergegenwärtigung Brahmans. So bereite man die Grundlage und die übrigen Voraussetzungen.

27.255 Die im Körper der Brahmanen verteilte Mantraanordnung ist auch im eigenen Selbst, beginnend bei den Händen, zuzuordnen. [Die beschädigte Verbindung enthält eine unsichere Verneinung; die genaue Vorschrift ist deshalb nicht eindeutig.]

27.256 Vernimm hierzu die besondere Bestimmung, Brahmane: Zuerst vergegenwärtige man den Erhabenen als alldurchdringend; anschließend erfolgt die Zuordnung zur linken und rechten Hand.

27.257 Auf die fünf Finger der rechten Hand lege man die zweite Gestalt, entsprechend auf die linke die dritte, jeweils vom Daumen an.

27.258 Auf beide Handflächen, beginnend mit der rechten, lege man Aniruddha nieder. Nach der beabsichtigten Anordnung kann man auch die Reihe bis zu Vasudeva einsetzen. [Die alternative Reihenfolge ist knapp und nicht völlig eindeutig formuliert.]

27.259 Wird die neunfache Gestalt auf den Händen angeordnet, so gehört der Unwandelbare auf beide Daumen; die übrigen acht bis zu Varaha werden wie zuvor vom Zeigefinger an der Reihe nach eingesetzt,

27.260 bis zum linken Zeigefinger; auch die umgekehrte Reihe bis zu Vasudeva ist möglich. Dabei verbinde man die Mantras mit dem Opferaufruf und verwende sie in Verehrung und Feueropfer. [Die genaue Stellung der Formel ist unsicher.]

27.261 Auch das Feuer, in das geopfert wird, soll wie zuvor zur läuternden Wirksamkeit gebracht werden. Ein bloß nach eigenem Belieben vorgenommener Austausch der Mantras

27.262 würde jedoch beim Ahnenopfer mit der Bindung an die eigenen zu verehrenden Gestalten bis zur Neunergruppe in Widerspruch stehen. Nachdem die Zuordnung so vollzogen ist, verehre man mit dem Scheitelmantra

27.263 und einem Gefäß mit Blumen die gesamte vom Erhabenen erfüllte Gruppe samt ihrem Sitz. Den unruhigen Geist samt den fünf Sinnen bringe man in ihrer Mitte zur Sammlung,

27.264 auf dem Mantrasitz, in der Mitte, jenseits davon oder im Herzen. Bis zum abschließenden rituellen Wasserschluck bleibe er dort aus dem Wunsch nach meiner Gnade.

27.265 In Gegenwart der Brahmanen, des alldurchdringenden Herrn und des Feuers soll selbst ein allwissender Mensch vollkommen gesammelt verweilen.

27.266 Auch die so beschaffenen vorzüglichen Brahmanen sollen mit ganz klarer Einsicht und mitfühlendem Herzen alles, was dem Handelnden obliegt, vertrauensvoll aufnehmen.

27.267 Denn die in zweifacher Weise bestehende Achtung hat für alle Wesen Bedeutung, besonders bei der Ahnenhandlung, Lotusgeborener. [Der zweite Halbvers ist grammatisch gestört; die genaue Aussage über ihre Wirksamkeit bleibt unsicher.]

27.268 Sie ist zur rechten Zeit einzusetzen, vollendet die Handlungen, läutert und schenkt Sättigung – um wie viel mehr bei der Ahnenhandlung. [Der Rückbezug ist durch eine Textlücke nicht völlig gesichert.]

27.269 Man nehme die durch den Mantra vermittelte Weisung im Geist und mit geneigtem Haupt an und mache das mit stofflichen Gaben vollzogene Ahnenopfer zu einem Geschehen des Herzens, Brahmane.

27.270 Dadurch trägt es für die Ahnen Frucht, denn in Wahrheit wurzelt es in Erkenntnis. Wie sollte es ihnen sonst einen weiteren Weg eröffnen?

27.271 Wie ein Baum ohne Wurzel keinen Halt in der Erde findet, so ist auch hier die Erkenntnis die Grundlage; auf einem von Freude erfüllten Weg bringt sie rasch Frucht. [Der Vergleich ist im Wortlaut leicht gestört.]

27.272 Die nach außen tätige Gesamtheit der Sinne samt ihrem inneren Organ lasse man im eigenen Selbst, im Raum des Herzlotus, zur Ruhe kommen.

27.273 Durch die Kraft des eigenen Wesens erfülle man diesen Raum und verweile darin. Aus dem eigenen innersten Wesen heraus bringe man dem alldurchdringenden Herrn über alles Verehrung dar,

27.274 dessen Gestalt friedvolles Bewusstsein ist und dessen Wesen lebendige Bewegung und Seligkeit bilden. Man vergegenwärtige sich das unvergängliche Schwingen des Bewusstseins als seine eigene Entfaltung.

27.275 Es leuchtet mit dem Glanz von tausend Monden, Sonnen und Feuern, beständig, nach allen Seiten gewandt; sein Inneres ist Bewusstsein, erfüllt von Kreisen strahlenden Lichtes.

27.276 Im Raum des Bewusstseins liegt die ganz friedvolle Stätte des Erhabenen. Sie wird als gegenüber der Erkenntnisbahn besonders ausgezeichnet beschrieben. [Der genaue Bezug auf Kraft oder Erscheinung dieser Bahn ist unsicher.]

27.277 In einem Winkel ihres Strahlenfeldes vergegenwärtige man sich die eigene Ahnenschar, als eine Verdichtung wesenseigener Freude aufleuchtend, damit ihr Karma zur Ruhe kommt.

27.278 Wie aus einem großen Feuer die Kraft des Brennens, an ein winziges glühendes Kohleteilchen gebunden, nach außen tritt, Paushkara,

27.279 so treten auch die Ahnen durch einen bestimmten Willensentschluss und den Willen des Herrn hervor, wobei sie sich auf Feuer und Soma stützen.

27.280 [Der lückenhafte Vers beschreibt das nach außen tretende Licht des Mantrakönigs bis in den Bereich der Maya und verbindet diesen Vorgang mit den unterschiedlichen Erfahrungen von Freude und Leid. Die genaue Aussage ist nicht wiederherstellbar.]

27.281 Mit dem ursprünglichen inneren Organ samt den Sinnen, umhüllt vom Raum der Maya, lasse man sodann den Herzmantra kreisen, Lotusgeborener.

27.282 Um das Leiden zur Ruhe zu bringen, führe man ihn durch eine Öffnung im Strahlenfeld, kraft der Erkenntnis, wiederum bis in den genannten Raum, Lotusäugiger. [Der genaue Weg ist textlich unsicher.]

27.283 Durch die Wirkmacht des zu ihrer Familie gehörenden Handelnden wird die im Feuer und Soma gegründete Verdichtung des Bewusstseins der Reihe nach vergegenwärtigt, Brahmane.

27.284 Sie ist der Keim des inneren Organs, frei von der Macht großer Verblendung, überaus fein, stets aufleuchtend und im inneren Raum der Erkenntnis gegenwärtig.

27.285 Bis zum Erdelement wird sie von den Gestalten von Narayana bis zum Lenker getragen; alternativ geschieht dies der Reihe nach durch Vasudeva und die weiteren Gestalten bis zum als Lebenskraft bezeichneten Brahman.

27.286 Im Geist erfasse man sie an ihren jeweiligen Orten als Träger von Hervorbringung und Bestand; oder man verwende die fünf ihrem Wesen nach erkennenden Mantraglieder, unter Ausschluss des Augenmantras.

27.287 Dadurch wird die geistige Erfassung für den Handelnden ganz deutlich. Deshalb kommt bei dieser im Herzen vollzogenen Sättigung der Ahnen der geordneten Einsetzung besondere Bedeutung zu.

27.288 Entsprechend der eigenen überlieferten Praxis vergegenwärtige man das Aufleuchten der Mantras – gestaltlos oder gestaltet, gemäß der Ordnung der zugehörigen Gottheiten.

27.289 Das zuvor als zweifach beschriebene Fundament der Bewusstseinskeime ist mit den Kräften des inneren Organs erfüllt. [Der Beginn des zweiten Halbverses fehlt.]

27.290 Mit Om, dem Zeichen ungeteilter Einheit, meditiere man darüber in der Mitte des Bewusstseinslotus, wo es auf seiner Grundlage zum Keim geworden ist, du Einsichtiger.

27.291 Es ist mit dem vierten Zustand verbunden, ungetrennt und unberührt von Klarheit, Tätigkeit und Trägheit. Dann betrachte man das aus ihm Hervorgegangene als von diesen drei Eigenschaften gefärbt.

27.292 Dieses Bewusstsein trägt die Bezeichnung „Urgroßvater“, Paushkara. Es hat den Zustand des Tiefschlafes angenommen und ist in geringem Maß getrübt.

27.293 Es ruht im Raum der Lotusmitte, im Innern der Bewusstseinssonne. Von dort aus vergegenwärtige man sich das aus diesem Bewusstsein weiter Hervorgehende.

27.294 Den eigenen „Großvater“ betrachte man als durch sein inneres Organ gefärbt und dem Traum zugehörig, unter Verwendung der genannten Lautbezeichnung und seines eigenen Namens. [Die Lautangabe ist nicht sicher zuzuordnen.]

27.295 Man vergegenwärtige sich den Ort dieses zweifach bestimmten Bewusstseinsanteils im inneren Nabelraum. [Die zusätzliche Ortsbezeichnung ist verderbt.]

27.296 Sodann betrachte man das als „Vater“ bezeichnete Bewusstsein als von Denken, unterscheidender Vernunft und Ichbewusstsein gefärbt und vom Wachzustand bewegt, Lotusgeborener.

27.297 Im inneren Raum der Brahmabahn, auf dem Weg zur Öffnung am Scheitel, liegt die zweifache Hülle des lebendigen Selbst, deren ursächliche Grundlage durch den vierten Zustand gekennzeichnet ist.

27.298 Als ihre Gottheit vergegenwärtige man Vasudeva, gegebenenfalls in sichtbarer Gestalt wie eine Sonnenscheibe. Auch die beiden als Vishvedevas bezeichneten Gottheiten sind als von seinem Wesen zu verstehen.

27.299 Denn in ihm wurzelt die gesamte Ahnenschaft der in Handlungen gebundenen Menschen. Auch die als „Urgroßvater“ bezeichnete Gestalt kann als von dieser göttlichen Gegenwart getragen betrachtet werden,

27.300 leuchtend wie die Mittagssonne oder in einer sichtbaren Erkenntnisgestalt. Das Bewusstsein des Großvaters wiederum, Lotusgeborener,

27.301 meditiere man an seinem zuvor genannten Ort als von Pradyumna erfüllt. Anschließend vergegenwärtige man Aniruddha als die dem Vater zugeordnete Gottheitsgestalt.

27.302 Am Eingang zur Scheitelöffnung betrachte man sie gestaltlos oder gestaltet. Oder man lasse den Ort durch den verehrten Mantra erfüllt sein.

27.303 Einen weiteren Ort erfülle man mit dem Herzmantra, den folgenden mit dem Kopfmantra, Brahmane. Als Gottheit des vierten betrachte man stets den Scheitelmantra.

27.304 Mit dem Kraftmantra vergegenwärtige man die zum Herzmantra gehörige Gestalt; mit dem Kopfmantra den Waffenmantra und mit dem Scheitelmantra den Augenmantra. [Die erste Zuordnung ist im Wortlaut beschädigt.]

27.305 Die Vierheit innerhalb der neun Gestalten vergegenwärtige man im Herzen als reines Bewusstsein, unterschieden durch die Kräfte der Eigenschaften, deren Wesen bloßes Sein ist.

27.306 Ebenso betrachte man „Om – das – das Seiende“ im tiefsten Innern der Lotusmitte. Bis zur Kehle lasse man die Erscheinung durch Garuda und die weiteren Gestalten hervortreten. [Zur letzten Zuordnung bestehen abweichende Lesungen.]

27.307 An der Scheitelöffnung betrachte man Varaha und Narasimha. Eine Unterscheidung kann durch unterscheidende Auffassung auch innerhalb dessen entstehen, was eines ist,

27.308 wie zwei Portionen Wasser ihrem Wesen nach Wasser bleiben, obwohl die eine kühl, die andere warm und süß ist. So verfahre man zur Erlangung von Erfahrung und Genuss; die Umkehrung dieser Ordnung

27.309 ist als Befreiung schenkend zu verstehen, Brahmane, und gilt stets für diejenigen, die keine vergängliche Frucht begehren. Die Mantras des Schutzpanzers, der Waffe und der Augen lege man vom Herzen bis zum Scheitel

27.310 als herrschende Gottheiten nieder, die Mantras vom Herzen an dagegen als ihre Kräfte. Denn den Eigenschaften von Erkenntnis an entsprechen als erfahrbare Seite die drei Eigenschaften von Stärke an.

27.311 Diese sechs wurden bereits als Herzmantra und die weiteren Glieder bestimmt. So lege man die Ahnenschar mit ihrer ursächlichen Wurzel der Reihe nach in den Körper nieder,

27.312 zusammen mit den weiteren gewünschten Ahnen in ihrer Bewusstseinsgestalt. Dann vollziehe man ihre Sättigung, wobei die Vishvedevas vorangehen.

27.313 Zuerst sind diese beiden durch den als Erkenntnis gekennzeichneten Urlaut zu sättigen, dessen Inneres höchste Seligkeit birgt und der wie die Strahlen von tausend Monden leuchtet.

27.314 An der Wurzel der Lebenskraft im Herzen vergegenwärtige man sich Om als emporsteigenden Nektar, milchblasenhell und schneekühl.

27.315 Dieser erfüllt die große Folge der Erkenntnisbahnen, auf die sich die Ahnen mit den Vishvedevas an der Spitze stützen. [Das einleitende Verb ist verderbt.]

27.316 Die Ahnen besitzen die Gestalt des Erhabenen, sichtbar oder feuerähnlich. Man betrachte den Nektar als bis zur Scheitelöffnung aufsteigend.

27.317 Dort vergegenwärtige man ihn als Vollmond, Brahmane, und darüber den Mantra der Ahnengottheit, der oberhalb der Scheitelöffnung gegenwärtig ist.

27.318 Dessen Lebenskraft betrachte man als flammende Gestalt über seinem Haupt, inmitten der Sonnenscheibe, wie das Feuer am Ende eines Weltalters.

27.319 Durch diese Glut schmilzt die Nektarscheibe. Man meditiere darüber, wie der Strom durch die der Vatergestalt zugehörige Öffnung wieder zurückgeführt wird.

Textlücke: An dieser Stelle ist ein Ausfall in der Überlieferung vermerkt.

27.320 Mit reinem Geist betrachte man, wie der Strom der Reihe nach wieder zur Wurzel gelangt. Ist dadurch der Durst gestillt, spreche man wie zuvor Om.

27.321 Durch die Meditation über das Eingehen des Vaters und der übrigen Ahnen führe man zur Ebene des vierten Zustandes. So verfahre man zur Erlangung der bezeichneten Erfahrung immer wieder, bester Brahmane. [Die getrennt geschriebene Lesung am Ende des ersten Halbverses lässt auch eine Verneinung zu; die genaue Anweisung ist nicht zweifelsfrei.]

27.322 Dieses nektargleiche Ahnenopfer lässt alle Leiden der Ahnen schwinden. Man lasse die Ahnenschar in einer Verdichtung von Licht und Freude ruhen,

27.323 innerlich bis an die Grenze des Maya-Raumes, ihre karmischen Prägungen aufgezehrt, von der Wurzel her aufleuchtend im Hinblick auf den höheren Leib.

27.324 Gemäß der Ordnung des Aufstiegs betrachte man sie wie die Sonne am Himmel. Dann lasse man sie durch die Vergegenwärtigung des Mondes wieder zur Auflösung gelangen,

27.325 damit sie nicht erneut in der Welt des Handelns von Krankheit ergriffen wird, sondern die Frucht des Bewusstseins erlangt. Wer so den Speisekloß im Bereich Brahmans niederlegt,

27.326 im grenzenlosen, weiten, vollkommenen Bewusstsein, den wisse als einen Retter seiner Familienlinie, der ganz Erkenntnis und heiliger Handlung ergeben ist, Brahmane. [Ein Wort über die Art der Wahrnehmung ist unsicher.]

27.327 Doch selten ist ein Mensch, dem diese innere Vergegenwärtigung wahrhaft gelingt. Wer durch Hingabe an den Erhabenen gereinigt und ausschließlich seinem Mantra ergeben ist,

27.328 soll daher zur Vollendung auch die äußere Ahnenhandlung aufnehmen, in der vorgeschriebenen Reihenfolge und in Gegenwart des Mantraherrn, des Feuers und der Brahmanen.

Die äußeren Gaben und die Bewirtung

27.329 Der für die Bitte und die Bereitung des Sitzes herabgerufene Mantra wird so angesprochen: „Erhabener, Lotusäugiger, rette meine Ahnenschar!

27.330 Werde selbst zum Wesen dieses Ahnenopfers und führe sie aus dem Meer des Werdens empor. Genieße du selbst durch deine in den Kräften gegründeten Vermögen, beginnend mit Erkenntnis,

27.331 die dreifache Fülle der Gaben, deren Wesen Stärke und die weiteren Eigenschaften bilden.“ Nach dieser Bitte richte man den Geist darauf aus

27.332 und vergegenwärtige sich der Reihe nach die gesamte Ahnenschar. Dann spreche man: „Om, Om, Om, Om. Zur Sättigung der Ahnen, höchster Herr,

27.333 und ebenso zu ihrer Erhebung bringe ich das Opfer dar. Om, Om. Verehrung, Verehrung!“ Dies spreche man einmal, viermal oder neunmal und halte dabei im Geist fest,

27.334 was im äußeren Raum gegenwärtig und in das höchste Selbst eingesetzt ist. Sodann verehre man nach den eigenen Mitteln mit sämtlichen Gaben, beginnend mit Ehrenwasser und Wasser für die Füße,

27.335 bis zur Betelgabe den Herrn der Mantras, Brahmane. Bei der Entgegennahme beziehungsweise Darbringung der Gaben gilt die folgende gemeinsame Formel,

27.336 die bei Ahnenopfern stets zu sprechen ist: „Om. Es werde die Gabe angenommen! Dieses nektargleiche, aus Stärke und Wirkkraft bestehende,

27.337 reine und seinem Wesen nach leuchtende Opfer genieße! Verehrung, Verehrung!“ Die vorhandene größere Speisegabe besprenge man mit dem Augenmantra.

27.338 Eine kleinere Gabe nehme man aus dem Gefäß in die Hand. Was nicht vorhanden ist, stelle man sich dagegen im Geist vor und halte es in innerer Vergegenwärtigung bereit.

27.339 Nachdem man so den Herrn der Mantras zur Sättigung der Ahnen verehrt hat, gebe man die Speisegabe auf das Darbhagras. [Die genaue Bezeichnung der Gabe und die einleitende Verbindung sind verderbt.]

27.340 „Om. Sei unserer Ahnenschar gewogen, du, dessen Gestalt das Weltall ist! Was du in dich aufgenommen hast, möge ihnen unvergänglichen Nutzen bringen.“

27.341 So ist die Handlung auszuführen. Man führe die Ahnen an ihren Ort und vergegenwärtige sie sich wie aufgehende Sonnen in den Öffnungen der Körperhaare des Mantraherrn.

27.342 Dann betrachte man die Ahnenschar der Reihe nach außerhalb, im Bereich des Herzlotus. Durch die innerlich dargebrachte Fülle der Gaben, vom Ehrenwasser an,

27.343 erscheint sie weiß wie ein schmelzender Vollmond, von Strahlenfülle umgeben. Man betrachte, wie sie aus eigener Kraft in das im Mantrawesen Gegenwärtige eingeht.

27.344 In dieser leuchtenden Entfaltung der Ahnen vergegenwärtige man die Ahnenschar wiederum strahlend wie zehntausend Mittagssonnen und erinnere sich an den Herrn.

27.345 Ist diese Bewegung beendet, betrachte man, wie sie durch die Haaröffnungen allmählich den Raum des Herzlotus des Mantraherrn erfüllen.

27.346 Man nehme den auf dem Sitz gegenwärtigen Mantra in der Vorstellung als Mond auf und begebe sich zum Feuer. Dort meditiere man über den erschienenen Herrn.

27.347 Voller Hingabe sättige man den König der Mantras nach der Vorschrift bis zur abschließenden Vollgabe. Dort bereite man wie zuvor den Opferbrei und den Reis für die Speiseklöße.

27.348 In einem mit Silber versehenen Behältnis verbinde man die Gabe mit Honig, geklärter Butter, Sesam und Darbha und weihe sie mit den zu verehrenden Mantras. Durch die entsprechenden Handlungen vom rituellen Berühren oder Schlagen an

27.349 befreie man sie von Fehlern und bedecke sie anschließend mit einem Tuch. Nach der inneren Verbindung verehre man den Sitz mitsamt seiner Grundlage.

27.350 Auf dem Kushagras bestimme man der Reihe nach die jeweiligen Plätze und besprenge sie unter Verwendung von Om mit Sesamwasser.

27.351 Dort stelle man die Gefäße aus Gold und den weiteren vorgesehenen Materialien der Reihe nach auf, entsprechend Vater und den folgenden Ahnen. [Die nähere Bestimmung des ersten und letzten Platzes ist unsicher.]

27.352 Mit dem Mantra, dem Namen und der Verehrungsformel lege man Sesam, Wasser und Kushaspitzen hinein und spreche jeweils: „Dies ist dein Ehrenwasser.“

27.353 So bereite man das Ehrenwasser bis zum Urgroßvater. Entsprechend verfahre man auch bei anderen Ahnenopfern, die auf ein besonderes Ziel gerichtet sind, Brahmane.

27.354 Wie zuvor richte man das Ehrenwasser im Gefäß unter Nennung von Name und Familienzugehörigkeit her; oder man bereite für jeden der sitzenden Brahmanen ein eigenes Gefäß.

27.355 Nachdem die jeweiligen Gaben samt Ehrenwasser und Speise bereitstehen, gebe man sie mit Kushagras in die Hände der Empfänger für die bis zum Urgroßvater reichenden Generationen.

27.356 Ebenso gebe man den übrigen Ehrenwasser in die Hand, wobei ein Rest zurückbleibt. Die Gefäße mit dem verbliebenen Ehrenwasser stelle man innerhalb der vorgesehenen Begrenzungen auf.

27.357 Wenn das Ehrenwasser dargereicht ist, ordne man sämtliche Gefäße. Mit dem von den Brahmanen in den Händen gehaltenen Ehrenwasser

27.358 berühre beziehungsweise benetze man die eigenen Augen. Danach sammle man dieses Wasser der Reihe nach in einem anderen Gefäß und begebe sich zum Feuer, Brahmane.

27.359 Man stelle das mit Sesamwasser gefüllte Gefäß davor und vergegenwärtige darin im Geist den Sitz und den höchsten Herrn.

27.360 Die Entfaltung der Ahnen gliedere man entsprechend und meditiere mit Om darüber, als sei sie eine Schar von Sternen im reinen Himmelsraum.

27.361 So vergegenwärtige man sie in dem Gefäß, Lotusgeborener, im unvergänglichen Raum, in einer Bewegung der Freude. [Ein Wort über die Reinheit dieses Raumes ist verderbt.]

27.362 Im Innern betrachte man den Gott, den Herrn über alles, aus eigener Leuchtkraft lebendig pulsierend. Dann verehre man die Ahnen mit Ehrenwasser, Blumen und Duftstoffen.

27.363 Zwei mit Honig bestrichene Kushahalme lege man dort ins Wasser und bedecke es mit einem weiteren Gefäß aus dem vorgesehenen Material. [Die Materialbezeichnung ist unsicher.]

27.364 Die beiden gefüllten Gefäße sind als Himmel und Erde zu verstehen, Brahmane. Nachdem man sie aufgestellt und verehrt hat, verfahre man von der jeweiligen Wurzel ausgehend weiter aufwärts.

27.365 Man spreche Om und vergegenwärtige darin die feine Erscheinung der Ahnen, deren allgemeines Wesen Bewusstsein ist und die mit dem erlösenden Urlaut eins geworden ist.

27.366 Diese auf ihrem eigenen Wirkungsweg herangekommene Gegenwart halte man auf dem Kushasitz fest und betrachte sie in der zuvor angegebenen Reihenfolge gemäß ihrer Wirkmacht.

27.367 Man betrachte die Ahnen als eine Reihe, in jeder einzelnen Gestalt offenbar und durch die zuvor genannten Merkmale bestimmt, gegebenenfalls allein im Wirken des Lautes.

27.368 Aus dem Ehrenwassergefäß fülle man die hohlen Hände mit Sesamwasser und lasse es als ununterbrochenen Strom fließen. Dabei spreche man der Reihe nach, Brahmane,

27.369 den Namen mit Om und: „Dies sei dein Wasser für die Füße.“ Anschließend nehme man ein anderes Gefäß und bringe die Gabe wie zuvor am Feuer dar.

27.370 Mit einer mit Silber geschmückten Hand, die den Reinigungsring trägt, vergegenwärtige man das alldurchdringende Bewusstseinswesen, das die sieben Körperbestandteile als Gestalt angenommen hat.

27.371 Durch die Betrachtung Brahmans bestimme man es im Geist als grenzenlos: „Dies ist der Grund der Lebenden, dies ist ihre höchste Stärkung,

27.372 ihr Ursprung und der Ort ihres Eingehens, gekennzeichnet durch höchste Seligkeit.“ Daher verehre man es zuerst im Gefäß mit Ehrenwasser, Blumen und Salben.

27.373 Mit Om ist es zu verehren und durch denselben Laut herzurichten. Während man ihn innerlich spricht, forme man die Gabe zu einer Kugel.

27.374 Denn alles besitzt das Wesen der göttlichen Kräfte. Obwohl diese überall gegenwärtig sind, nehmen sie bestimmte Gestalten an, damit die heiligen Handlungen vollzogen werden können. [Der erste Halbvers ist teilweise beschädigt.]

27.375 Im Hinblick auf sämtliche mit der eigenen Familie verbundenen Ahnen, denen Gnade zuteilwerden soll, verehre man den Herrn der Mantras mit reichen Gaben, beginnend mit Ehrenwasser.

27.376 Ebenso verehre man der Reihe nach auch sie, die nun die Gestalt der Speise angenommen haben. Man fülle das vorgesehene Gefäß mit gefiltertem Wasser,

27.377 füge Honig, Darbha und Sesam hinzu und vergegenwärtige darin die Speisegabe. Den Herrn der Mantras betrachte man in der Mondscheibe, gestaltlos und von unermesslichem Glanz.

27.378 Man meditiere darüber, wie er im eigenen Selbst und außerhalb aufleuchtet, zusammen mit dem aus dem Krug ausgegossenen Wasser, dessen Sprühnebel rein und kühl ist.

27.379 Zuerst nehme man mit beiden Händen den mit Honig getränkten Sesam und fülle sie immer wieder für jeden einzelnen Empfänger, Brahmane, mit höchstem Vertrauen.

27.380 [Der Beginn ist lückenhaft.] Mit der entsprechenden inneren Vergegenwärtigung gebe man den Ahnen der Reihe nach geweihten Sesam und Wasser zu ihrer Sättigung.

27.381 Sodann vollziehe man für die vorzüglichen Brahmanen, beginnend mit den nach Osten Gewandten, wie zuvor und mit besonderer Sorgfalt die Verehrung im eigenen Ahnenopfer.

27.382 Diese erfasse der Reihe nach ihren ganzen Körper, von den Füßen bis zum Scheitel, mit in Ehrenwasser getauchten Blumen und Salben aus Sandelholz und anderen Duftstoffen.

27.383 Anschließend fächere man ihnen mit Fächern kühlende Luft zu und überreiche verschiedene mit Räucherduft durchzogene Gewänder.

27.384 Nach den eigenen Mitteln schmücke man sie mit Armreifen und weiteren Zierstücken; sodann schenke man ihnen heilige Schnüre und Obergewänder.

27.385 Es folgen helle Blütenkränze für das Haupt und Girlanden für den Hals; auf den Scheitel gebe man feines, mit Kampfer vermischtes Duftpulver.

27.386 Danach reiche man ihnen vorzügliche Augensalbe, zeige ihnen einen Spiegel und streue Blumen vor ihnen aus.

27.387 Mit wohlriechendem Räucherwerk beräuchere man sie der Reihe nach und verehre sie mit einer hell leuchtenden Lampe, du Einsichtiger.

27.388 Schuhe und verschiedene Schirme, Sandalen, Fußschemel und Sitze sind für sie bereitzustellen,

27.389 ebenso schöne Lagerstätten, Sänften, Pferde und dergleichen. All dies kann auch in Silber oder anderen Materialien dargestellt werden.

27.390 Oder man überreiche nach den eigenen Möglichkeiten den entsprechenden Gegenwert und die zugehörigen Ausstattungsstücke, um ihre Herzen zufriedenzustellen. [Die abschließende Verbindung ist unsicher.]

27.391 Erneut gebe man ihnen unter Aussprechen des Mantras Ehrenwasser in die Hände und verehre sie der Reihe nach wie beim Opfer für den Erhabenen.

27.392 Voller Vertrauen reiche man die Honigmischung, verschiedenartige Speisen, Früchte, Wurzeln und reine Getränke,

27.393 duftende süße Zubereitungen und abgekochte Milch. Alles Essbare stelle man vor ihnen auf, gegebenenfalls in kleinen Schälchen.

27.394 Zur Freude sämtlicher Brahmanen richte man die Gaben gleichmäßig her und biete sie an. Wie zuvor gebe man Ehrenwasser in ihre Hände, damit sie mit dem Essen beginnen.

27.395 Innerlich erinnere man sich an den Mantra. [Die anschließende Wendung über das Wasser ist unsicher.] Man sitze vor ihnen, rezitiere und meditiere über den Waffenmantra, ohne den Geist auf anderes zu richten.

27.396 Zu ihrer Freude und als Quelle glücklicher Einsicht lasse man eine Zeitlang die Lehren des Dharma und die vorzügliche Lehre der Befreiung erklingen.

27.397 Man preise die heilsamen Eigenschaften und reiche jedem, was ihm zuträglich ist. Wenn der Brahmane gesättigt ist, [setzt eine kurze Lücke ein].

27.398 Ist die innere Verbindung wie zuvor vollständig hergestellt, bringe man erneut Wasser dar und vollziehe nochmals die Sättigung, Brahmane.

27.399 Dazu dienen die von der Speisekloßgabe übrige Speise und Wasser, die Honigmischung, Sesam, Milch, geklärte Butter und Beilagen.

27.400 Man fülle die hohlen Hände und lege die Speisekloßgabe draußen vor den Brahmanen nieder, zusammen mit einem Strom von Wasser.

27.401 Dabei beginne man auf der Nordseite und führe die Gabe zur Richtung des Todesherrn, nach Süden. Dann lege man den Reinigungsring und das betreffende Tuch ab.

27.402 Man wechsle das Gewand oder schlage es entsprechend um, während man sich innerlich sammelt. Anschließend vollziehe man den rituellen Wasserschluck mit dem eigenen Mantra oder mit dem Herzmantra in reiner Gesinnung.

27.403 „Möge alles vollendet sein!“ So spreche man die mit gesammeltem Geist auf ihren Sitzen verweilenden Brahmanen an und bringe sodann die vollständige Schlussgabe ins Feuer dar.

27.404 Danach ist wie zuvor der Reihe nach zu verfahren. Mit Ausnahme der beiden nach Osten Gewandten vollziehen die übrigen Sitzenden die vorgeschriebene Handlung. [Die genaue Bezeichnung dieser Handlung ist verderbt.]

27.405 Am Ende verfahre man auch für die beiden. Man sammle die restliche Speise samt Früchten und Wurzeln in einem Gefäß, vermischt mit Honig, geklärter Butter und Sesam.

27.406 Nun frage man die Brahmanen nach der Verwendung der Speisereste: „Sagt bitte, wofür sie bestimmt sein sollen.“ Sie mögen unbefangen antworten:

27.407 „Was als unser Anteil in das Gefäß genommen wurde, möge nach dem Willen des Herrn verwendet werden.“ Dann nehme man die verehrte Speisekugel, die dem Großvater zugeordnet ist.

27.408 Man vergegenwärtige sich die darin aufzunehmende Gestalt als wie einen Funken ausgesondert und führe sie durch Ausatmung aus dem eigenen Körper dorthin. [Die genaue Gestaltbezeichnung ist beschädigt.]

27.409 Mit dem Herzen betrachte man sie in einer Nektarhülle, dem Mond gleich. Man weihe die Gabe durch den zwölfsilbigen Mantra und überreiche sie auf Wunsch des Brahmanen der sich verneigenden

27.410 eigenen Ehefrau. Den Rest verwende man entsprechend dem Wunsch der Brahmanen und gebe ihn den Kühen, ins Wasser oder ins heilige Feuer. [Die letzte Aufzählung ist teilweise unsicher.]

27.411 [Die einleitende Vorschrift über die Speisegefäße ist beschädigt.] Vor dem Feuer oder vor dem Erhabenen stelle man dann ein Wassergefäß mit Sesam bereit.

27.412 Zusammen mit Gold gebe man die Gaben der Reihe nach zur Freude der Ahnen. Man schütze sie nun vor Schakalen, Lotusgeborener.

27.413 Bei dieser Ahnenhandlung, die durch die entsprechenden Plätze und Verrichtungen bestimmt ist, soll die Speisekloßgabe mit den dafür vorgesehenen Speisen nach der Bewirtung vollzogen werden.

27.414 Bei der hier gesondert bezeichneten Handlung lasse man nicht die Zusicherung unvergänglicher Sättigung aussprechen; auch die entsprechende Wassergabe, die vollständige Schlussgabe ins Feuer und der Wechsel des Wassers entfallen. [Die genaue Abgrenzung dieser Sonderform zum Vorhergehenden bleibt unsicher.]

27.415 Dann öffne man das Ahnengefäß und lasse den eigenen Mantra aus dem Herzlotus hervortreten, leuchtend wie Sonne und Feuer am Weltende. [Die anschließende Wendung über die Speisegabe ist beschädigt.]

27.416 Im Raum über dem Gefäß vergegenwärtige man den zwölf Fingerbreiten entfernten Endpunkt und der Reihe nach die Vereinigung mit der Ahnengegenwart des Gefäßes.

27.417 Man schaue die Mantraherren und meditiere über die Ahnen, wie etwas in der Nacht auf ein hell loderndes Feuer zustrebt. [Der Vergleich ist im Einzelnen verderbt.]

27.418 So werden sie mit diesem Mantra eins. Anschließend meditiere man über Hari, den Herrn der Mantras, der wie hundert Monde leuchtet.

27.419 Man betrachte ihn ohne gesonderte Glieder und lasse die zugehörigen Kräfte ebenso wie die Entfaltung der Ahnen in ihm aufgehen. Danach nehme man den König der Mantras

27.420 auf dem Weg der Ahnen in das eigene Selbst zurück. Mit jenem Wasser benetze man wiederum zusammen mit der Ehefrau die Augen, unter Verwendung des Augenmantras, Lotusgeborener.

27.421 Das zuvor Dargebrachte gebe man mitsamt dem Wasser in ein Gewässer. Dann nehme man die Gottheit aus dem zur Ruhe gebrachten Feuer auf und begebe sich zum Ort der Verehrung.

27.422 Dort verehre und erfreue man den Herrn der Mantras wie zuvor, Brahmane. Nach dem Abschluss dieser Handlungen nehme man die eigene Mahlzeit ein,

27.423 zusammen mit den Angehörigen, während man im Innern des Herzlotus über den Herrn der Mantras meditiert. Mit beherrschter Rede genieße man die Bissen wie Nektar, Paushkara.

27.424 Nachdem der Boden von Speiseresten befreit und gewaschen ist, sammle man Reis und Beilagen. [Die nähere Bestimmung dieser Restgabe ist beschädigt.]

27.425 Man lege sie in ein anderes Gefäß mit Darbha und Sesam und bringe es, begleitet von einer Lampe, nach draußen auf die Südseite.

27.426 An einem reinen Ort breite man Darbha aus und lege die Gabe nieder, während man sich an den Mantra erinnert. Die Nacht verbringe man mit Erzählungen über den Dharma.

27.427 So ist das Ahnenopfer für die Ahnen vorgeschrieben, Brahmane: Es stillt das Leiden des Daseinskreislaufs und gewährt bald Befreiung.

27.428 Man vollziehe es voller Vertrauen, in einer der beschriebenen Formen oder in der Verbindung beider. Dabei wirken Erkenntnis und heilige Handlung zusammen. [Die abschließende Verbindung ist beschädigt.]

27.429 Die im Dharma des gewöhnlichen Lebens stehende Handlung gelangt durch ihre Vervollständigung zu einer bleibenden Prägung. Daher soll eine Handlung, durch die Heiterkeit und Klarheit des Herzens entstehen,

27.430 von Mantrakundigen sorgfältig vollzogen werden, um umfassenden Erfolg zu erlangen. Nun folgt die weitere Weihehandlung für die Verstorbenen. [Der Übergang ist lückenhaft.]

Die Handlungen nach dem Tod

27.431 Unmittelbar anschließend wird die als „dem weiteren Dasein nach dem Tod dienend“ bezeichnete Handlung erläutert. Höre meine Darstellung, damit die zuvor genannten Früchte erlangt werden.

27.432 Auch diese ist als zweifach zu verstehen, Lotusgeborener. [Die erste Zuordnung zu Eingeweihten und Verstorbenen ist durch widersprüchliche und beschädigte Lesungen nicht sicher zu bestimmen.]

27.433 Die eine ist an den Orten der offenbarten und der weiteren Wirkweisen stets heilsam. Nachdem der Mantra wie zuvor verehrt wurde, erfolgt die Darbringung voller Vertrauen,

27.434 bis zur Sättigung und zur Freude des Erhabenen, du mit reinem Blick. Bei der zweiten wird der Herr der Mantras vor einem reinen Platz gegenwärtig gemacht,

27.435 und es erfolgt eine Bewirtung mit Reis, ohne die übrigen rituellen Verrichtungen, bis Zufriedenheit eintritt. Diese Form ist für alle von geringerer Kraft stets heilsam.

27.436 Der Verstorbene befindet sich im Innern des leuchtenden unmanifesten Keimes, fein, in einer sanften Wirkweise, wesentlich durch die Lebenskraft getragen. [Die genaue Beschreibung des ersten Halbverses ist gestört.]

27.437 Der Handelnde richtet sich der Reihe nach nach einer zehnfach gegliederten Zeit, die äußerlich als Tage erscheint, und vollzieht die entsprechende Ersatzhandlung.

27.438 Durch die Gestalt der Speise bringt er aus dem Unmanifesten die von Anteilen dieser Lebenskraft durchdrungene Erscheinung der Sinne hervor. [Ein Teil des ersten Halbverses fehlt.]

27.439 Die Sinne beginnen mit dem Gehör und enden beim Fortpflanzungsorgan. Durch die entsprechende Grundlage werden sie nach Ablauf der zehn Tage erlangt.

27.440 Am elften Tag, vorzüglicher Brahmane, besteht darin die entsprechende Kraft. [Die weitere Zeitangabe lautet in der Hauptlesung dreiunddreißig Tage, in einer Variante dreißig; der Zusammenhang ist beschädigt.]

27.441 Durch einen weiteren, nach feinen Zeiteinheiten bestimmten Anteil der Lebenskraft, der als zwölffach bezeichnet wird, soll die verbleibende Gruppe der Wirklichkeitsprinzipien entfaltet werden, Brahmane.

27.442 Dazu gehören die unterscheidende Vernunft und das folgende Prinzip. Zuerst ist die Vernunft, durch das zweite Zeitglied das anschließende Prinzip zu entfalten. [Das zweite Prinzip und die Zeitangabe sind im Wortlaut verderbt.]

27.443 Danach sollen in fünf Zeitabschnitten die fünf feinen Sinnesgegenstände, beginnend beim Klang, offenbar werden; anschließend die groben Elemente vom Raum an.

27.444 In fünf Monaten entfalten sich die fünf Elemente bis zur Erde. Danach vollziehe man das Bad in den Kleidern und die vorgeschriebene Reinigung nach dem Essen. [Das Wort für das Bad ist in der Vorlage korrigierend ergänzt.]

27.445 Man verwende das Zahnholz und nehme unter dem Herzmantra die fünffache Kuhgabe zu sich. Am vorgeschriebenen Ort, mit dem Mantra verbunden und in das Gewand gehüllt,

27.446 vollziehe man den rituellen Wasserschluck, lege den Wurzelmantra mit dem Herzmantra auf die Handfläche und mache durch ihn den ganzen Körper vom Scheitel an zur vollständigen Mantragestalt.

27.447 Dies geschehe in verkürzter Form, ohne die gesonderten Gliedmantras. Sodann weihe man die folgende Gabe mit dem Herzmantra und nenne die Familienzugehörigkeit, um dem Verstorbenen Gnade zu erwirken, Brahmane.

27.448 Unter seinem Namen gebe man drei Handvoll Wasser mit Sesam, Darbha und Silber. Danach rezitiere man für ihn

27.449 zur Reinigung und zu heilsamem Frieden 108-mal den eigenen Mantra, den Waffenmantra oder den allgemeinen zwölfsilbigen Mantra,

27.450 die Gruppe der Keime der neun Gestalten oder, je nach der inneren Ausrichtung, einen einzelnen davon. Dann beginne man vorschriftsmäßig die zuvor bezeichnete Handlung.

27.451 An einem heiligen Badeort, am Flussufer, zu Hause oder in einem heiligen Gebäude vollziehe man das Totenopfer. Die beiden zuerst genannten Orte gelten als besonders heilsam, Brahmane.

27.452 Dunkle Mächte der Hindernisse können die Handlung befallen, Entschlüsse zunichtemachen und Mängel im Vollzug verursachen. [Die nähere Aufzählung ist beschädigt.]

27.453 Deshalb soll man sie durch die Kraft des Brahman-Mantras schützen. Mit dessen Leuchten wehre man die dunkle Gegenkraft von ihrer Wurzel her ab.

27.454 Zuvor weihe man Sesam, Darbha und sämtliche anderen Mittel durch den Mantra. Nachdem das Störende entfernt ist, stehe man nach Osten gewandt. [Die nähere Vorschrift des zweiten Halbverses ist unsicher.]

27.455 Nun vollziehe man die allgemeine Inbesitznahme des Ortes. Durch die Betrachtung Brahmans vergegenwärtige man den Wurzelmantra als überall gegenwärtig.

27.456 Zwischen Erde und Himmel, in den acht Himmelsrichtungen, betrachte man die Gestalt des Herzmantras als wie die Sonne leuchtend, Lotusgeborener.

27.457 Durch den Kopfmantra vergegenwärtige man den gesamten Bereich bis zum Raum. In der Mitte betrachte man eine heilsame Säule, die als Weg durch das Dasein beschrieben wird.

27.458 Diese ist als Gestalt der großen, reinen Brahmabahn zu meditieren. Auf dem äußerlich vorgestellten Weg lege man die entsprechende Wirklichkeit nieder.

27.459 [Die Verbindung von beruhigter Handlung und Brahman im ersten Halbvers ist unsicher.] Den Augenmantra betrachte man dort wie eine Fensteröffnung, die zum Tor wird.

27.460 Sodann meditiere man über die von tausend wirbelnden Feuerfunken erfüllte, unüberwindliche Stätte des königlichen Schwans, die Hindernisse wirksam vernichtet.

27.461 So habe ich das aus Mantra bestehende Heiligtum beschrieben, das sämtlichen Handlungen mit den Mantras der Grundlage, des Sitzes und der weiteren Bestandteile dient,

27.462 zur Vollendung der innerlich gereiften Menschen, die bis zum Zur-Ruhe-Kommen des göttlichen Schwans gelangen. [Der anschließende Satz über das Verweilen darin und die vorschriftsmäßige Mantraeinsetzung enthält eine unsichere Verneinung.]

27.463 Man setze sich auf einen Darbhasitz, der in der Vorstellung vom Urlaut durchdrungen ist, und vollziehe mit dem Wurzelmantra die dreifache Atemregelung.

27.464 Durch die beiden Konzentrationsübungen weihe man den Körper. Danach lege man wie zuvor die Mantras auf Hände und Körper nieder.

27.465 Man bereite Ehrenwasser und Wasser für die Füße und besprenge alles damit. Mit dem im Darbhastängel gegenwärtigen Mantra vollziehe man die rituelle Berührung.

27.466 Während man den Mantra spricht, schaue man die Gaben an und vergegenwärtige sie als durch dessen Glut gereinigt. Durch den Wurzelmantra betrachte man sie anschließend als von Sonnenglanz erfüllt.

27.467 Die Feuerstätte samt Feuer und Brennstoff besprenge man mit dem Wasser des Waffenmantras. Durch den Augenmantra entfache man sie und erwecke die Kraft durch den Schutzpanzer-Mantra.

27.468 Den Kochtopf wasche man mit dem Wasser des Waffenmantras und berühre ihn danach rituell. Mit dem Wurzelmantra gebe man Wasser und Darbha hinein und schütze ihn mit dem Schutzpanzer-Mantra.

27.469 Den Reis wasche man wiederholt mit dem Waffenmantra. Mit Honig, geklärter Butter, Sesam und Kuhmilch gebe man ihn unter Verwendung des Wurzelmantras hinein.

27.470 Mit einem Löffel, auf den der Waffenmantra gelegt wurde, und unter dem Herzmantra koche man die Gabe. Ist sie gar, nehme der Mantrakundige sie mit dem Wurzelmantra vom Feuer.

27.471 Unter dem Augenmantra wasche und bestreiche man das Gefäß. Mit dem Scheitelmantra bringe man in den Himmelsrichtungen senkrechte Vishnuzeichen an und umhülle es mit dem Schutzpanzer-Mantra.

27.472 Man stelle es auf eine vom Urlaut getragene Unterlage aus Kusha, an einem gut bestrichenen Bodenplatz mit Sesam und ungebrochenen Reiskörnern.

27.473 Mit dem Waffenmantra bedecke man es. So bereite man den Opferbrei. Während seiner Zubereitung soll bei den Handlungen zur Bereitung der heiligen Unterlage

27.474 der Herzmantra eingesetzt und innerlich auf dem Mantraweg rezitiert werden. Sodann vollziehe man die Handlung für den Verstorbenen oder die entsprechende gewöhnliche Form. [Die genaue Unterscheidung ist beschädigt.]

27.475 Bei der göttlichen Form verehre man zuerst den Mantra wie zuvor, vorschriftsmäßig und dem Verstorbenen gewidmet, mit den bereits beschriebenen Gaben.

27.476 Man fülle das vorgesehene Gefäß mit einer Speisemenge, die für einen Menschen ausreicht, und richte sie mit den entsprechenden Zusätzen unter dem Herzmantra her. [Die Gefäßbezeichnung ist unsicher.]

27.477 Durch das Feuer des Augenmantras berühre man die Gabe, füge Beilagen hinzu und bringe sie dem alldurchdringenden Herrn dar, um dem Verstorbenen Gnade zu erwirken.

27.478 Den Verstorbenen rufe man unter seinem eigenen Namen mit Om aus dem Raum herbei und vergegenwärtige ihn im Herzensraum als eine feine, aus Raum und Laut bestehende Gestalt.

27.479 Man betrachte ihn wie ein winziges, beinahe erloschenes Feuerteilchen, noch mit einem geringen Anteil Lebenskraft versehen und vom Karma beherrscht.

27.480 Dieses nur noch in besonderer Weise bestehende Wesen führe man allmählich auf dem Feuerweg nach außen, an seinen Ort im Bereich des Mantrablickes.

27.481 Mit Om vergegenwärtige man es als mit den Kräften der Wirklichkeitsprinzipien verbunden, gegründet in der nährenden Wirkkraft der Speise, als die unvergängliche, „Lebenskraft“ genannte Gegenwart, Brahmane.

27.482 Durch den Weg der Speisewärme betrachte man unter dem Herzmantra den Verstorbenen und das Hervorgehen der vom Gehörvermögen umhüllten Lebenskraft. [Die genaue grammatische Verbindung ist gestört.]

27.483 Dieses zunächst nur schwach vorhandene Sein erkenne man als von Erkenntnis gefärbt und in Wahrheit mit dem Verstorbenen eins geworden.

27.484 Dadurch betrachte man ihn allmählich als in das Herz gelangt, Brahmane. So werden das Gehörvermögen und die offenbar gewordene Lebenskraft miteinander verbunden. [Der zweite Halbvers ist beschädigt.]

27.485 Nun vergegenwärtige man sich alles mit seiner Wurzel als in die aus der Speise hervorgehende Lebenskraft eingegangen, wie in den Wind, Lotusgeborener.

27.486 Das von der Lebenskraft des Brahmanen angeregte, gestaltlose Sinnesvermögen betrachte man innerlich als zur Gestalt des Herzmantras geworden. [Der einleitende Vergleich ist unsicher.]

27.487 Man lasse es auf dem wie zuvor von der göttlichen Gegenwart durchdrungenen Sitz ruhen und verehre es anschließend wie den Herrn der Mantras mit den heilsamen Gaben vom Ehrenwasser an,

27.488 mit Blumen, Salben, Räucherwerk und den weiteren vorgesehenen Gaben, Lotusgeborener. Danach gebe man mit dem Herzmantra Sesamwasser, unter Nennung von Name und Familienzugehörigkeit.

27.489 Dieses im Feuer gegründete Sinnesvermögen in Gestalt des Herzmantras sättige man nach der rechten Ordnung, in der zuvor beschriebenen Reihenfolge.

27.490 Dann rufe man den zuvor bezeichneten, vom Erhabenen erfüllten Empfänger herbei und lasse ihn vor dem Erhabenen auf dem wie zuvor vergegenwärtigten Sitz Platz nehmen.

27.491 Mit dem Herzmantra lege man die Mantras auf ihn und verehre ihn mit Ehrenwasser und den weiteren Gaben. Dann begebe man sich zum Ort der Verehrung und setze sich bequem hin.

27.492 Mit dem Herzmantra meditiere man über das Sinnesvermögen als durch eigene Kraft gestaltet und in der nährenden Kraft der Speise als Saft gegenwärtig. [Eine nähere Bestimmung fehlt.]

27.493 Den Verstorbenen meditiere man wie zuvor und vergegenwärtige ihn durch Om. Man führe ihn in die Stellung des die Speise Tragenden und bringe die Gabe dar,

27.494 dem vorzüglichen Brahmanen, mit dem Mantra und dem Ehrenwasser. Durch den Herzmantra werde der Verstorbene mit dessen Lebenskraft eins.

27.495 [Der erste Halbvers über den Verstorbenen in der Speisegabe ist stark beschädigt.] Sodann vergegenwärtige man, wie er der Reihe nach zusammen mit der Lebenskraft in dessen Herzensraum gelangt,

27.496 um sich als Tätigkeit des Gehörs zu entfalten. Nachdem so der Verstorbene im Körper des Brahmanen eine entsprechende Daseinsform erlangt hat,

27.497 gebe man wie zuvor Wasser in die Hand, damit der Brahmane die Speise zu sich nimmt. Sobald dieser zu essen beginnt,

27.498 bleibe man vor ihm und meditiere darüber, wie durch die nährende Kraft der Speise unter dem Herzmantra das Gehörvermögen zu seiner Wirksamkeit gelangt.

27.499 Wenn der vorzügliche Brahmane seine Mahlzeit beendet hat, lasse man den Laut Om aus dem eigenen Körper auf dem rechten Weg hervortreten, bester Brahmane.

27.500 Durch ihn ziehe man den Verstorbenen aus dem Raum des Herzlotus des Brahmanen herbei und vergegenwärtige ihn im eigenen Herzen als mit der Wirklichkeit des Gehörs versehen. [Der mittlere Vergleich ist verderbt.]

27.501 Nachdem die Speisereste entfernt sind, erfreue man den Herrn wie zuvor, bester Brahmane. Hat auch der Handelnde gegessen,

27.502 so rezitiere er zur Besänftigung von Hindernissen und dergleichen den Waffenmantra 108-mal. Vom Herrn der Mantras erfüllt, vollende er den Ort der Verehrung samt seinen Gliedern.

27.503 Er nehme Ehrenwasser, Blumen und sämtliche übrigen Gaben zurück und gebe sie in ein Gewässer. [Die abschließende Handlung ist nur unvollständig erhalten.]

27.504 Bei Einbruch der Nacht sammle er sich im Mantra und vollziehe Japa. Entsprechend sollen die vier übrigen Erkenntnissinne, darunter Sehen, Schmecken und Riechen,

27.505 in vier Tagen zur Entfaltung gebracht werden, du Einsichtiger. Danach folgen der Reihe nach die fünf Handlungssinne, beginnend mit der Sprache, unter Verwendung des Kopfmantras.

27.506 So verfahre man zum Heil des Verstorbenen, der diese Daseinskräfte erlangt, bester Brahmane. Am elften Tag bereite man wiederum Opferbrei,

27.507 mit Speisen und Beilagen, ganz von Vertrauen getragen. Dem Empfänger wasche man die Füße; er vollziehe den rituellen Wasserschluck, werde rituell berührt und angeschaut,

27.508 mit reinem Wasser geläutert und innerlich von der Wirklichkeit des Erhabenen erfüllt. Man lasse ihn auf einem vorzüglichen Sitz Platz nehmen, der verehrt und als von der göttlichen Gegenwart durchdrungen betrachtet wurde.

27.509 Voller Hingabe salbe man ihn mit Sandelholz und anderen Salben, kleide ihn in gute Gewänder und schmücke ihn nach den eigenen Möglichkeiten,

27.510 mit goldenen Armreifen und anderem vorzüglichem, mit Edelsteinen besetztem Schmuck, mit Kränzen, heiliger Schnur, Kopftüchern und reinigenden Gegenständen.

27.511 Man gebe ihm Speisen und Beilagen in die Hände und verehre den Herrn der Mantras mit höchstem Vertrauen, um dem verstorbenen Brahmanen Gnade zu erwirken.

Ergänzender Vers des Vergleichstextes, dort 27.511: Nachdem zuvor die Verehrung des Herrn bis zum bezeichneten Abschluss vollzogen ist, führe man die Einsetzung der Mantras auf den vorzüglichen Brahmanen aus. [Die genaue Bezeichnung des Abschlusses ist in dieser Lesung unsicher.]

27.512 Auf beide Hände lege man den Wurzelmantra, auf die Finger den Herzmantra und die folgenden Glieder, auf alle Nagelspitzen den Augenmantra; auf den Körper sodann vom Scheitel an

27.514 bis zu den Füßen den Herzmantra und die übrigen Glieder an ihren jeweiligen Stellen. Man meditiere über die Mantragestalt und identifiziere sich innerlich mit ihr.

Zur Verszählung: Die Hauptüberlieferung lässt die Nummer 27.513 aus. Der Vergleichstext zählt den hier als 27.514 bezeichneten Vers als 27.513 und bietet vor 27.512 einen zusätzlichen Vers; dieser ist oben eigens wiedergegeben.

27.515 Unter Nennung des jeweiligen Ahnen, mit Om und der Verehrungsformel, vollziehe man wie zuvor eine besonders sorgfältige Verehrung mit Ehrenwasser, Blumen und den weiteren Gaben.

27.516 Man überreiche dem Empfänger sämtliche für den Verstorbenen bestimmten Ausstattungsstücke, bis hin zu Kühen, Land und Gold, und alles, wodurch er Zufriedenheit erlangt.

27.517 Dadurch wird der Verstorbene frei von Schulden und erlangt die höchste Stätte. Dann sättige man den Empfänger wie zuvor mit einer angemessenen Mahlzeit. [Eine Verbindung im ersten Halbvers fehlt.]

27.518 Die innere Handlung vergegenwärtige man wie zuvor mit dem Wurzelmantra im Herzen. [Die nähere Bestimmung des im Verband der Sinne Gegenwärtigen ist beschädigt.]

27.519 Mit Om und dem Wurzelmantra erinnere man sich überall an den Verstorbenen. So hat er sein Ichsein erlangt und ist vollständig mit den Kräften der Sinne verbunden.

27.520 Nun lasse man ihn von den Prinzipien der unterscheidenden Vernunft bis zur Erde geprägt werden. Für die Entfaltung der Vernunft vollziehe man die Handlung unter dem Scheitelmantra.

27.521 Für das Offenbarwerden des Denkvermögens ist der Schutzpanzer-Mantra vorgeschrieben, Brahmane. Für die anschließende Entfaltung der fünf feinen Sinnesgegenstände der Reihe nach

27.522 und der Elemente verwende man fortlaufend den Waffenmantra. Dies erstreckt sich über zwölf Monate beziehungsweise die genannten zehn und elf Zeitglieder. [Die alternative Zeitberechnung ist im Wortlaut nicht eindeutig.]

27.523 Nachdem so die Gestalt des Verstorbenen ausgebildet ist, vollziehe man im dreizehnten Monat seine Eingliederung in den vom Erhabenen erfüllten Weg der Ahnen.

27.524 Höre deutlich von mir, wie dies geschieht, Lotusgeborener. Zuerst vollziehe man das bereits erläuterte Bad; danach bereite man

27.525 voller Vertrauen reichliche und gut zubereitete Speise für das Ahnenopfer. Die vorzüglichen Brahmanen sollen den rituellen Wasserschluck vollzogen und die Füße gewaschen haben; dann lasse man sie Platz nehmen.

27.526 Es können Putrakas, Kenner der Einweihungsregeln, Sadhakas oder Lehrer sein, Hausväter, keusche Schüler, Waldeinsiedler oder Entsagende.

27.527 Vier lasse man dem Herrn der Mantras gegenüber oder nach Norden gewandt sitzen; ebenso zwei weitere mit dem Gesicht nach Osten, bester Brahmane.

27.528 Bei einem dieser beiden erfolgt die vollständige Verwandlung in die Mantragestalt durch den Waffenmantra, beim zweiten die Einsetzung durch den Schutzpanzer-Mantra.

27.529 Beim ersten der nach Norden Gewandten wird der Augenmantra niedergelegt; für den oberhalb von ihm Sitzenden ist der Kopfmantra vorgeschrieben, Brahmane.

27.530 Für den zweiten gilt der Herzmantra, für den vierten der Wurzelmantra. Entsprechend vollziehe man die Einsetzung auf die Hände und die übrigen Körperstellen.

27.531 Bei allen sechs lege man sodann den Scheitelmantra nieder. [Die nähere Ortsangabe ist beschädigt.] Danach vollziehe man die Verehrung des Erhabenen bis zur Handlung am Feuer.

27.532 Man verehre sie besonders sorgfältig, nachdem alles wie angegeben vollzogen wurde. Denjenigen, auf den der Waffenmantra gelegt wurde, verehre man mit dem Waffenmantra, bester Brahmane,

27.533 die Gestalt des Schutzpanzers mit dem Schutzpanzer-Mantra; bei diesen beiden entfallen Name und Familienzugehörigkeit. Die übrigen verehre man dagegen mit dem jeweiligen Namen und der Familienzugehörigkeit.

27.534 Für jeden verwende man seinen eigenen Mantra. Den Brahmanen, der den Verstorbenen vertritt und auf den der Augenmantra gelegt wurde, verehre man mit eben diesem.

27.535 Der oberhalb von ihm Sitzende vertritt den Vater; für seine Verehrung ist sein eigener Kopfmantra vorgeschrieben, Brahmane.

27.536 Den mit dem Herzmantra Verehrten erkenne als den Großvater. Man verehre diese Ahnengestalt mit dem Herzmantra, unter Nennung von Name und Familienzugehörigkeit.

27.537 Denjenigen, auf den der Wurzelmantra gelegt wurde, erkenne als den Urgroßvater. Mit demselben Mantra, zusammen mit Name und Familienzugehörigkeit, ist er zu ehren.

27.538 Nun ist im Herzen dieser Verehrten die innere Verbindung des Verstorbenen mit den als Ahnen vergegenwärtigten Gestalten herzustellen.

27.539 Vernimm von mir, wie dies geschieht, Lotusgeborener. Man vergegenwärtige die der Reihe nach dargebrachten Speisegaben wie zuvor als nährenden Saft. [Die genaue Bezeichnung am Beginn des zweiten Halbverses ist verderbt.]

27.540 Im Geist betrachte man die göttliche Schar einheitlich, ohne ihre eigene Grundlage aufzugeben, voller Hingabe und dem Vollmond gleich. [Die letzte Wendung ist textlich unsicher.]

27.541 Im für den Verstorbenen bestimmten Speisegefäß vergegenwärtige man den Augenmantra. Dann betrachte man, wie dieser zum Kopfmantra gelangt.

27.542 Zusammen mit der Kraft des Augenmantras gelangt dieser in das vom Herzmantra erfüllte Gefäß. Die beiden Kräfte von Auge und Kopf verbinden sich nun mit der Kraft des Herzens.

27.543 Diese betrachte man als in die Speisegabe des Wurzelmantras eingegangen. In Gestalt der Mantrakraft und zusammen mit der Speise, deren Wesen Om ist,

27.544 lasse man den Verstorbenen mit dem Mantra-Brahman eins werden, Paushkara. Dann bringe man das jeweilige Speisegefäß zu seinem Empfänger,

27.545 zu den sitzenden Brahmanen, zusammen mit festen Speisen, Beilagen und den weiteren Gaben bis hin zur Kuhmilch. Danach gebe man ihnen Wasser in die Hand.

27.546 Wenn sie zu essen begonnen haben, frage man wiederholt, was jedem bekömmlich ist, und reiche es ihm zur Sättigung der Ahnen, Brahmane.

27.547 Anschließend vollziehe man ihre geordnete Aufstellung beziehungsweise Festigung mit den auf den Opferaufruf endenden Mantras. So wird nach dieser Vorschrift die Einheit der Kräfte hergestellt, Paushkara.

27.548 Den Verstorbenen, mit den Kräften der Wirklichkeitsprinzipien versehen und wie die Sonne leuchtend, ziehe man nun wie zuvor aus dem Körper des betreffenden Brahmanen herbei. [Die Körperbezeichnung ist gestört.]

27.549 Man führe ihn in den Herzlotus und verbinde ihn dort noch enger mit dieser Mantraleuchtkraft. Dann ziehe man ihn wiederum in das eigene Herz zurück.

27.550 Man lasse ihn in den Herzlotus der Großvatergestalt eintreten, damit er weiter gestärkt werde. Von dort ziehe man ihn gesättigt zurück und nehme ihn mit dem Herzmantra ins eigene Herz.

27.551 Danach setze man ihn in den Bereich des Herzlotus der Urgroßvatergestalt ein. Dort lasse man ihn durch den Anteil des Mantra-Brahmans aufleuchten und führe ihn wieder ins eigene Herz.

27.552 Mit Om lasse man ihn in friedvoller Betrachtung im eigenen Selbst aufgehen. Nachdem diese Verbindung hergestellt ist, besitzt er von da an

27.553 bei den jährlichen Ahnenopfern den Rang eines Ahnen. [Die weiteren Bestimmungen über die besonderen Zeiten und die nach Ablauf eines Jahres einzubeziehenden Verstorbenen sind lückenhaft.]

27.554 Dies gilt nicht in gleicher Weise für andere Ahnen, die nach einer Opfergabe verlangen, bester Brahmane. Wenn der Zustand als unversorgter Verstorbener ganz zur Ruhe gekommen ist und das Wesen im Wachzustand steht,

27.555 hat es den Ahnenrang erlangt und schreitet weiter fort. [Ein Teil der Aussage fehlt.] So ist dies durch den Mantra mit seinen Gliedern erläutert, Lotusgeborener.

27.556 Vernimm nun von mir die Ordnung der Handlungen nach dem Tod für die entsprechend Meditierenden mit den vier Mantras der vier göttlichen Selbstgestalten.

27.557 Die zehn Sinne vom Gehör bis zum Fortpflanzungsorgan bringe man innerhalb von zehn Tagen mit dem als Vasudeva bezeichneten Mantra hervor.

27.558 Durch den Sankarshana-Mantra lasse man darin die entsprechende Ichgestalt offenbar werden, Paushkara. Durch den dritten entfalte man das Prinzip der unterscheidenden Vernunft zusammen mit dem Denken.

27.559 Vom feinen Raum- beziehungsweise Klangprinzip bis zur Erde soll die Entfaltung durch Aniruddha wie zuvor erfolgen, Paushkara. Ist auf diese Weise ein Jahr vergangen,

27.560 so vollziehe man die Vereinigung mit den Ahnen durch die vier Mantras, der Reihe nach von Aniruddha bis zu Vasudeva, bester unter den Mantrakundigen.

27.561 Wünscht ein Kenner der neunfachen Gestalt, diese Ordnung mit der Gruppe der neun Gottheitsgestalten zum Heil seiner Angehörigen auszuführen, bester Brahmane,

27.562 so vernimm nun gesammelt die kurze Darstellung: Für die Sättigung der Sinne vom Gehör an ist der Träger der Erde vorgesehen.

27.563 Für die folgende Gruppe gilt Narasimha, für die bezeichnete Kraft der auf Garuda Sitzende. Zur Entfaltung von Vernunft und Denken dient das Brahmanprinzip. [Die genaue Benennung der zweiten Gruppe und der Kraft ist beschädigt.]

27.564 Für die feinen Sinnesgegenstände und die Elemente erfolgt die entsprechende Mantrakonzentration. So vollziehe man Japa, verbunden mit den Anteilen der Wirklichkeitsprinzipien, du Einsichtiger,

27.565 durch die fünf Mantras von Varaha an. Ist ein Jahr vergangen, führe man den Verstorbenen durch die vier Mantras von Aniruddha an in den Zustand eines Ahnen,

27.566 nach der zuvor genannten Ordnung, verbunden mit Erkenntnis und Meditation, durch die göttliche, unvergängliche Handlung mit ihren verschiedenen Mitteln.

27.567 Die zweite Ordnung habe ich bereits angedeutet. Vernimm jetzt meine genauere Erläuterung.

27.568 Man vollziehe alle zuvor genannten Vorschriften für die Bereitung des Opferbreis, entzünde das Feuer und weihe es wie zuvor durch die entsprechenden Weihehandlungen.

27.569 In seinem Innern meditiere man über den Herrn der Mantras und sättige ihn der Reihe nach mit Brennholzgaben. Vor dem Feuer breite man wie zuvor Kushahalme aus, deren Spitzen nach Süden weisen.

27.570 Man vergegenwärtige einen mit einem Tuch versehenen Sitz und darüber einen Lotussitz, ausgestattet wie zuvor, und lege darauf den Speisekloß nieder.

27.571 Nachdem darin alles zuvor Genannte vergegenwärtigt wurde, gebe man davor unter dem Namen des Verstorbenen Handvoll Sesamwasser.

27.572 Dann nehme man die Gabe zurück und gebe sie in ein Gewässer. Den Sitz nehme man mitsamt dem Mantra in das eigene Selbst auf, Brahmane.

27.573 Alles außer dem Feuer sammle man ein und gebe es ins Wasser. So verfahre man zehn Tage; am elften Tag

27.574 vollziehe der mit der Vorschrift Vertraute wie zuvor das Ahnenopfer, beginnend mit der Speisekloßgabe. Nach Ablauf eines Jahres dient die Handlung der Überführung in den Ahnenrang.

27.575 Dazu kommt die zuvor beschriebene Meditation mit den Mantras. [Ein Stück des ersten Halbverses fehlt.] Man betrachte die Gegenwart als wie helles Feuer leuchtend und zu wirksamer Einheit gelangt.

27.576 Man vergegenwärtige den Mantra als die darüber waltende Gottheit und als das innere Selbstprinzip; den Speisekloß dagegen als die grobstoffliche Seite, aus der die feine Gegenwart hervortritt.

27.577 Im Raum darüber beobachte man ihre Bewegung. Wenn der Verstorbene so von der Speise gesondert ist, Lotusgeborener,

27.578 nehme man mit dem betreffenden Mantra eine Handvoll Speise aus dem Speisekloß, der die grobstoffliche Seite verkörpert. Den davon abgetrennten Anteil

27.579 betrachte man nun als vollständig verwandelt und durchdringend. Danach verbinde man die stoffliche, die innerseelische und die göttliche Seite, Lotusgeborener.

27.580 Die Speise führe man in den Speisekloß des Vaters, die darüber befindliche Gegenwart in die entsprechende höhere Gestalt. So wird der Verstorbene mit dem Bewusstsein des Vaters eins. [Das letzte zusammengesetzte Wort ist beschädigt.]

27.581 Alles vollziehe man entsprechend der Handlung am Speisekloß des Verstorbenen, Lotusgeborener. Von dort führe man die Bewegung weiter zur Großvatergestalt,

27.582 und von dieser wiederum zur darüber befindlichen höchsten Gestalt, wie zuvor. [Ein Teil des ersten Halbverses fehlt.] Bei dieser beschriebenen, von Prajapati stammenden Handlung, bester Brahmane,

27.583 vollziehe man vom elften Tag bis zum Tag der Überführung in den Ahnenrang auch sämtliche zuvor genannten ergänzenden Verrichtungen.

27.584 Am Ort der Bewirtung sollen jedoch die auf ihren Sitzen weilenden Brahmanen beim Darreichen von Sesamwasser die Unvergänglichkeit der Gabe aussprechen.

27.585 Damit ist der Sinn der als Handlungen nach dem Tod bezeichneten Ordnung angemessen erläutert. [Die abschließende Bestimmung ihrer sattvigen, reinen Beschaffenheit ist lückenhaft.]

27.586 [Der Vers ist zu stark beschädigt für eine zusammenhängende Übersetzung. Erhalten sind Bezüge auf das Entstehen oder Hervortreten im Herzen, auf Zuneigung und auf Bestandteile der geistigen Erfassung.]

27.587 Für diese Wesen ist eine Speisegabe in Form eines Speisekloßes mit Wasser vorgesehen. Bei den Handlungen für den Verstorbenen beachte man jeweils die geeignete Zeit und die Überlieferung der Familie.

27.588 Bei Geburt und ähnlichen Anlässen werden Einschränkungen vorgeschrieben, darunter ein Verbot der Annahme von Gaben bis zur entsprechenden Reinigung, Lotusgeborener. [Die erste Bezeichnung der Einschränkung ist verderbt.]

27.589 Für die vorzüglichen Brahmanen und die anderen, die ausschließlich die vier Selbstgestalten verehren, besteht dies aufgrund der Wirkmacht ihrer verehrten Gottheiten nicht in derselben Weise, bester Brahmane.

27.590 Deshalb besitzen sie auch bei einem Todesfall oder einer Geburt die entsprechende Befähigung zum Empfangen und Geben, zur betreffenden Zeit und ohne Vermischung der Ordnungen.

27.591 Diese natürliche Befähigung besteht für die Verehrer der Gottheiten und die Verehrer des Erhabenen jeweils innerhalb ihrer Ordnung. [Die genaue gegenseitige Abgrenzung ist unsicher.]

27.592 Wer diesem unvergänglichen Weg folgen möchte, vollziehe, wenn die Zeit der rituellen Unreinheit vorüber ist, die zehntägige Handlung.

27.593 So ist, Lotusgeborener, die vorzügliche Ordnung des Ahnenopfers mit der Weitergabe der Gaben und den übrigen Verrichtungen beschrieben. [Ein Teil des ersten Halbverses fehlt.]

Das auf ein besonderes Ziel gerichtete Ahnenopfer

27.594 Vernimm nun aus diesem Anlass noch eine weitere Ordnung. Sie gewährt innerlich gereiften Verehrern als Frucht himmlisches Glück und Befreiung.

27.595 Sie betrifft einen Menschen im gewöhnlichen Leben, dessen Verbindung zu den Angehörigen abgebrochen ist und der die ganze Handlung von der Zwölftagesfeier an selbst vollziehen möchte, Brahmane. [Die Beschreibung seiner Lage ist teilweise beschädigt.]

27.596 Dies erläutere ich jetzt kurz und der Sache entsprechend. Zuvor beschaffe er die erforderlichen Mittel und umgebe sich mit guten Helfern.

27.597 Er wähle einen oder nach seinen Möglichkeiten mehrere Brahmanen, deren Gegenwart das Herz erfreut, und beginne an einem günstigen Tag, vor der den Ahnen gewidmeten dunklen Monatshälfte.

27.598 Zu Beginn der Regenzeit, im Herbst oder im Frühlingsmonat Madhava begebe er sich zu einem Vishnuheiligtum, das von Blumen, Räucherduft und Menschen erfüllt ist,

27.599 oder an das Ufer eines Flusses, auf einen Berghang oder einen anderen wasserreichen Ort, frei von Gefahr und – nach der historischen Vorschrift – ohne die Gegenwart von Hundeessern, Shabaras und ähnlichen Gruppen.

27.600 Dort übe er Askese und vollziehe vorschriftsmäßig die Verehrung. Auch die Stätten der göttlichen Scharen, der Schlangenwesen, der anderen Ortswesen und der Bäume sind einzubeziehen,

27.601 durch einen Bewohner des heiligen Ortes und mit einer den eigenen Mitteln entsprechenden Gabe. Am folgenden Tag vollziehe er die Verehrung seines eigenen Mantras.

27.602 Er verehre die im Heiligtum gegenwärtige Mantragestalt, sei ihre genaue Beschaffenheit unbekannt oder offenbart, und richte anschließend seine Bitte an sie. [Der Beginn des Verses fehlt.]

27.603 Er verneige sich vor dem alldurchdringenden Herrn als dem Lenker, der mit dem Keim seines eigenen Bewusstseins verbunden ist. [Die anschließende Aussage über offenbare und unoffenbare Gestalt, Speisekloß und Sinne ist lückenhaft.]

27.604 „Ich setze die Gestalt ein, nachdem ich sie vorschriftsmäßig mit den Anteilen der Wirklichkeitsprinzipien verbunden habe: in ihrer Erscheinung unterschieden und doch ungeteilt.“ [Die weitere Aussage über die Strahlenfülle des Selbst ist beschädigt.]

27.605 „Sie dient dem Erfahren der Frucht guten Handelns oder dessen Gegenteils, höchster Herr. Wenn sie meinen Körper verlassen hat, besteht sie in einer luftartigen Gestalt,

27.606 von einer dichten Hülle umgeben, mit Leiden und Verlangen verbunden, voller Verwirrung und für lange Zeit ohne Erlösung. [Die Satzverbindungen sind gestört.]

27.607 Für das Wesen besteht dann eine Untätigkeit beziehungsweise Handlungsunfähigkeit, bis ein anderer Körper erlangt wird oder ein langer Zeitraum vergangen ist. [Ein Teil des ersten Halbverses fehlt.]

27.608 Dieser schwer erträgliche, schreckliche Zustand gelangt in Wahrheit durch deine Gnade zum Ende. Deshalb, Herr, soll rasch mit Speise und Wasser

27.609 die als Träger der Sinne bezeichnete Gestalt heil und unversehrt bereitet werden. Ich bin ohne Nachkommen, ohne Hoffnung und im Netz des Handelns gebunden.

27.610 Heute wende ich mich allein an dich um Schutz. Du bist das höchste Ziel der Gefallenen, der Hoffnungslosen und der in Höllenzustände Geratenen.

27.611 Du allein vermagst stets diejenigen emporzuführen, deren Speisekloßgaben ausgeblieben sind. [Der zweite Halbvers ist teilweise verloren.] Du Ewiger,

27.612 lass bis zum Tag der Vollendung kein Netz von Hindernissen samt seinen Prägungen an mich herantreten, Erhabener! Möge meine Handlung gelingen!“

27.613 Nachdem er den Ungeborenen so gebeten hat, fülle er die Hand mit Wasser und vollziehe die entsprechende Bekräftigung; bis zum Abschluss halte er die Selbstbeschränkung ein. [Die genaue Handhabung des Wassers ist unsicher.]

27.614 Sämtliche gewöhnlichen Beschäftigungen, die auf weltliche Pflichterfüllung, Genuss und Erwerb gerichtet sind, lasse er wie zuvor beiseite und bleibe aufmerksam gesammelt.

27.615 Dann verehre er die Gottheit in der gewählten Form. Vor ihr oder auf der Südseite bereite er die Sättigung vor. [Das Verb und die nähere Bestimmung sind beschädigt.]

27.616 Er lasse einen vorzüglichen Brahmanen Platz nehmen und vollziehe alles vorschriftsmäßig. Mit zweifelsfreiem Geist und entsprechender innerer Sammlung

27.617 meditiere er über sein eigenes Bewusstsein als gegenwärtig geworden. Durch Om vergegenwärtige er sich die eine, fleckenlose Gestalt so, als sei die dafür bestimmte Zeit bereits gekommen. [Die einleitende Ortsangabe ist lückenhaft.]

27.618 Die große, in der Schrift für den Verstorbenen vorgeschriebene Weihehandlung soll er entsprechend vollziehen, gegebenenfalls nach der vorgeschriebenen Einweihung. [Die Angaben zur Almosenhandlung und zur Art der Einweihung sind nicht eindeutig erhalten.]

27.619 Nachdem die vorgeschriebene Handlung bis zur Sammlung der Gebeine sinngemäß vollzogen ist, nehme er dort das Mantrabad, Lotusgeborener.

27.620 Eingeweihte Brahmanen, die mit Rig-, Yajur- und Samaveda vertraut sind, sollen ihn mit den Hauptmantras über das Wasser baden.

27.621 Aus den zuvor beschriebenen Mantras, beginnend mit dem zwölfsilbigen, rezitiere er einen; der Eingeweihte verwende dabei seinen einen eigenen Mantra.

27.622 Oder das Bad geschehe mit dem eigenen Mantra oder den Waffenmantras. Nach diesem Bad meditiere er im Herzlotus über den eigenen oder den zwölfsilbigen Mantra,

27.623 leuchtend wie glühendes Gold, in der beschriebenen Gestalt oder gestaltlos. Eine halbe oder eine ganze Muhurta verweile er in der Rezitation, ohne an anderes zu denken. [Ein Stück der Gestaltbeschreibung fehlt.]

27.624 Durch diese innere Verbindung schwindet für die dazu befähigten Menschen die aus der eigenen Familie entstandene rituelle Unreinheit, wie durch das Feuer am Weltende, Brahmane.

27.625 [Der Vers über innere beziehungsweise geistige Unreinheit, andere Ursprünge und die Allkraft ist zu stark beschädigt, um die Abgrenzung zuverlässig zu übersetzen.]

27.626 [Der Anfang über kundige, befähigte Brahmanen ist lückenhaft.] Nachdem der Körper auf diese Weise gereinigt ist, bereite man wie zuvor Speise,

27.627 mit weiteren essbaren Gaben und Beilagen: für die Verehrung des Herrn, für die Sättigung des Feuers und für die Darbringung der Speiseklöße.

27.628 Wie der den Übergang tragende Leib und der zweite, aus Elementen bestehende Leib bei den nach Befreiung Strebenden durch Einweihung und entsprechende Handlungen aufgehoben werden,

27.629 so wird durch die nun selbst vollzogenen Gaben der zehntägigen und der folgenden Ordnung jene Gestalt gewonnen, die später den weiteren Handlungen dient.

27.630 [Der erste Halbvers ist weitgehend verloren.] Bei den Meditierenden gelangt durch lange Übung und im Lauf der Zeit die große Ansammlung von Karma

27.631 gewiss durch die Gnade der Mantraherren zur Ruhe. Durch diese reine Handlung wird der Ahnenzustand herbeigeführt.

27.632 Noch gewichtiger ist die selbst vollzogene Handlung; die zehntägigen und die folgenden Verrichtungen dienen dem Heil der Menschen.

27.633 Nach dem Abschluss der täglichen Pflichten verehre man die eigene Gottheitsgestalt und fasse die Absicht innerlich selbst oder durch die Unterweisung des Gurus:

27.634 „Durch dieses Ahnenopfer verbinde ich den künftigen Leib, die Grundlage weiteren Handelns, mit den Anteilen der göttlichen Wirklichkeit, die vom gegenwärtigen Leib getrennt bestehen.“ [Die Hauptlesung und die Variante unterscheiden sich in der grammatischen Person.]

27.635 Dann verehre man den Herrn der Mantras wie zuvor mit vollständigen Gaben, vorschriftsmäßig bis zur Darbringung von Handvoll Sesamwasser, Lotusgeborener.

27.636 Nach der zuvor genannten Ordnung, voller Hingabe und Vertrauen, sättige man an einem Tag mehrere Brahmanen, die den fünf täglichen Zeiten der Verehrung ergeben sind.

27.637 Wer durch die Verehrung des Erhabenen Vollkommenheit erlangen möchte, soll sie so sättigen. Für die Erhebung eines Lebenden oder Verstorbenen

27.638 sehe ich keine Ursache außer dieser mit Mantras verbundenen Verehrung. Geeignete Empfänger sind Kenner der Wahrheit von Hervorbringung und Auflösung, die eine Vermischung ihrer Gottesverehrung aufgegeben haben,

27.639 stets Erkenntnis und heiliger Handlung ergeben, ganz auf die Verwirklichung des Mantras ausgerichtet. Unerschütterliche Treue zu den erforderlichen Verrichtungen,

27.640 verbunden mit Hingabe und Vertrauen, ist das höchste Boot der Errettung. Dass dies ein Weg für die von Verfehlungen Freien ist, versteht sich, Paushkara.

27.641 Selbst für diejenigen, denen andere aufgrund ihres Gefallenseins das reine, von Brahman erfüllte Opfer verbieten, gibt es Speisekloßgaben und Sesamwasser.

27.642 Durch das Aussprechen der Namen gelangen auch sie zum höchsten Ziel. [Der zweite Halbvers über eine besonders ausgezeichnete Form des Vollzugs ist beschädigt.]

27.643 Oder man vollziehe die von Prajapati überlieferte Handlung, beginnend mit der Bereitung der Grundlage, von den zehntägigen Riten bis zur Vereinigung mit den Ahnen, bester Brahmane.

27.644 Ist der im Feuer gegenwärtige Herr der Mantras gesättigt, bringe man davor die Speiseklöße nach der bereits beschriebenen Ordnung dar.

27.645 Man lasse einen Brahmanen oder, nach den eigenen Möglichkeiten, mehrere auf ihren Sitzen Platz nehmen und sättige sie vorschriftsmäßig, damit die Verbindung der Wirklichkeitsprinzipien gelingt:

27.646 mit Früchten, Wurzeln, verschiedenartigen Speisen und reinen Getränken, mit Leckbarem, Trinkbarem und zu Saugendem,

27.647 mit Ehrengaben, Betel, Wasserkrügen, Schirmen, Schuhen, Fahrzeugen und den jeweils angemessenen gewünschten Geschenken,

27.648 durch die diese vom Erhabenen erfüllte Gemeinschaft Freude erlangt. Man beachte dabei auch den eigenen Entschluss sowie günstige und ungünstige Bedingungen von Ort und Zeit.

27.649 Wer wegen der Gelegenheit, einen geeigneten Empfänger zu gewinnen, die Handlung rasch vollziehen möchte – das Ahnenopfer von den zehntägigen Riten bis zur Überführung in den Ahnenrang –,

27.650 kann die sonst auf mehrere Tage verteilte Ordnung ohne gekochte Speise ausführen, Brahmane. Er verehre den Herrn angemessen mit Blättern, Blumen und den übrigen Gaben,

27.651 bis zur Sättigung des Feuers, wobei er die Ahnen und den eigenen Zweck vor Augen hat. Ein Gefäß fülle er mit Shali-Reiskörnern, die mit Honig und geklärter Butter benetzt sind.

27.652 Obenauf schmücke er es mit Früchten und Wurzeln; es sei mit Obergewand und heiliger Schnur versehen. [Die weiteren Bestandteile sind lückenhaft.]

27.653 Dazu stelle er einen Wasserkrug und die übrigen bezeichneten Gaben. Mit Räucherwerk, Licht und den weiteren Ehrendiensten verehre er alles und bringe es dar.

27.654 Für die Ahnen und für den Brahmanen beziehungsweise sich selbst gebe er danach Sesamwasser, für einen oder für mehrere Empfänger. [Die Zuordnung in der Mitte des Verses ist beschädigt.]

27.655 Den geeigneten Brahmanen reiche er der Reihe nach gekochte Speise. [Ein Teil des ersten Halbverses fehlt.] Anschließend ist die Verehrung des alldurchdringenden Herrn zu vollziehen.

27.656 Oder man bereite wie zuvor einen Speisekloß aus mit Honig und geklärter Butter benetzten Reiskörnern und lege ihn auf Darbha vor dem im Feuer gegenwärtigen Herrn. [Der Schluss fehlt.]

27.657 [Der Vers ist weitgehend verloren. Erhalten ist lediglich der Hinweis, dass die entsprechenden Schritte für Lebenskraft und Sinne jeweils zur geeigneten Zeit erfolgen.]

27.658 Die Duftgaben vollziehe man wie zuvor mit ganz reiner Einsicht, nach der für den Verstorbenen bestimmten Ordnung. [Der zweite Halbvers ist lückenhaft.]

27.659 Nachdem mit dieser Mantraordnung ein Jahr erfüllt ist, vollziehe man das Ahnenopfer jedes Jahr, solange man lebt,

27.660 mit verschiedenen Gaben, geschmückt durch ein innerlich vollzogenes Ahnenopfer, auf dem angegebenen Weg. Die Bezeichnungen mit der Familienzugehörigkeit

27.661 sind am Ende des Mantras in der vorgeschriebenen Weise einzusetzen. Dabei meditiere man selbst über die eigene Gestalt, deren Kennzeichen das Bewusstsein des eigenen Seins ist, Brahmane. [Das Wort für die voranzustellende Formel ist unsicher.]

27.662 Man betrachte sie als rein und leuchtend, bald in einer bestimmten Körpergestalt, bald kugelförmig und der Mittagssonne gleich,

27.663 bald mit sanfterem Glanz, entsprechend ihrer jeweiligen Wirksamkeit. So vollende man vorschriftsmäßig die Handlung, beginnend mit der Verehrung des Erhabenen,

27.664 bis zur Sättigung der Brahmanen, mit allem zuvor Vorgeschriebenen. [Die abschließende Bestimmung über Speiseklöße und das Zurücknehmen der Gaben am Feuer ist lückenhaft.]

27.665 Mit den Angehörigen esse man, was nach den Gaben übrig bleibt, bester Brahmane. Bei der von Prajapati überlieferten göttlichen Ordnung mit den Handlungen nach dem Tod

27.666 besteht durch diesen Mantravollzug die Möglichkeit der Vollendung für die Einsichtigen. [Der zweite Halbvers über den selbst Handelnden, seine innere Ausrichtung und die Mantras ist beschädigt.]

27.667 Dadurch gelangt das dem Verstorbenen Zugedachte rasch zu seiner wirklichen Bedeutung. [Ein Teil fehlt.] Alles soll mit der entsprechenden Mantraeinsetzung vollzogen werden.

27.668 Von der Bereitung der Teilnehmerreihe bis zur Sättigung, du mit reinem Blick, verrichte man alles unter vorausgehender Aussprache des Mantras.

27.669 „Nimm an“, „Bringe her“, „Reiche dar“ und ähnliche Anweisungen gehören dazu, Brahmane. Innerlich vergegenwärtige man den gesamten Ablauf bis zum Ende der Mahlzeit.

27.670 Durch Om betrachte man, wie der eigene Mantra, leuchtend wie eine Gesamtheit von Sonnen, Monden und Feuern, in das seiner Gestalt entsprechende Feuer eingeht,

27.671 oder in das ungeteilte höchste Selbst. Dies erkenne als die vierfache göttliche Selbstgestalt, einer Kadambablüte gleich, Trägerin aller Kräfte und unbefleckt.

27.672 Damit ist, Lotusäugiger, die große, dem hauptsächlichen Vollzug gleichwertige Ordnung für das jenseitige Wohlergehen eines noch lebenden Menschen erläutert.

27.673 Alles zuvor Genannte, ausdrücklich Erwähntes und mit Eingeschlossenes, ist dabei gesammelt bis zur Erfreuung des Erhabenen zu verstehen, Brahmane.

27.674 Wer nach dieser Ordnung die große, Ahnen und Verstorbene umfassende Handlung zu ihrer Freude vollzieht, dem schenken sie eine heilsame Nachkommenschaft.

27.675 Wem die innere Vergegenwärtigung, die Mantras, die Verrichtungen oder die stofflichen Mittel nicht vollständig zur Verfügung stehen, der rezitiere gesammelt vor den Empfängern des Ahnenopfers dieses Kapitel über das Ahnenopfer,

27.676 vollständig und voller Hingabe; so wird er von seiner Schuld gegenüber den Ahnen frei, Brahmane. Um wie viel mehr gilt dies für die mit dem heiligen Brahman-Mantra vollzogene Mantrahandlung, du Einsichtiger!

Mantra, göttliche Kräfte und die Frucht der Handlung

Der Schluss dieses Kapitels ist nur mit zahlreichen Lücken überliefert. Erhaltene Aussagen und fehlende Verbindungen werden deshalb voneinander unterschieden.

Paushkara sprach:

27.677 [Die Frage ist weitgehend verloren. Erkennbar sind eine Anrede an den Erhabenen, ein Bezug auf Brahman beziehungsweise heiliges Verdienst und ein Zweifel daran, wie etwas Gestalt annimmt.]

Der Erhabene sprach:

27.678 [Der Vergleich mit der Sonnenscheibe ist beschädigt.] So verhält es sich mit dem erhabenen Vishnu, dessen offenbarte Gestalt die sechs göttlichen Eigenschaften bilden.

27.679 [Bis auf einzelne Wörter für Licht, Anfang und Selbst ist der Vers verloren; eine zusammenhängende Übersetzung ist nicht möglich.]

27.680 Sie treten hervor, Lotusgeborener. [Die nähere Bestimmung ist unsicher.] So besteht eine Unterscheidung zwischen der vierfachen Gestalt des alldurchdringenden Herrn und seiner höchsten Gestalt.

27.681 Die zu Speiseklößen geformten nährenden Säfte besitzen unterschiedliche Gestalten. [Die Aussage über ihr gegenseitiges Verhältnis und ihre Durchdringung ist lückenhaft.]

27.682 Der alldurchdringende Herr über alles ist ganz in sämtlichen Kräften gegenwärtig. [Der anschließende Vergleich fehlt.]

Textlücke: Hier ist ein weiterer Ausfall in der Überlieferung vermerkt.

27.683 [Der erste Halbvers ist fast vollständig verloren.] Das Selbst des Weltalls ist der erhabene, ewige Vasudeva, Brahmane.

27.684 Diese Kräfte bestehen aus verdichtetem Bewusstsein und dienen in der Handlung der Unterstützung. [Eine Passage fehlt.] Sie lassen ihre eigene Gestalt offenbar werden.

27.685 [Der Versanfang fehlt.] In den Erscheinungen leuchtet die Vollständigkeit auf; im vollkommenen Selbst sind sämtliche Kräfte in ebendieser Weise gegenwärtig.

27.686 Doch sie vollziehen die erforderlichen Wirkungen. [Die weiteren Beziehungen zwischen Handelndem, Lichtkraft und anderen Kräften sind durch Lücken nicht bestimmbar.]

27.687 Mit einem Netz von Strahlen durchsetzt, lässt die eine Gegenwart aus ihrer Mitte das Selbst zusammen mit dem ursprünglichen Prinzip offenbar werden, Lotusgeborener. [Das Bezugswort ist im vorausgehenden Text nicht sicher erhalten.]

27.688 Bei der Ordnung der Versenkung oder beim Gelingen der Meditation wird das höchste Selbst, der alldurchdringende Herr, gegenwärtig. [Der Schluss ist lückenhaft.]

27.689 Schon aus einem bloßen Anteil seines eigenen Lichtes wird er erschlossen. Ebenso ist der Mond nur ein winziger Anteil seiner freudeschenkenden Kraft.

27.690 So ist dies zu erkennen, Lotusäugiger. [Die folgende nähere Bestimmung der Freude und Kraft ist beschädigt.] Entsprechend ist auch das Feuer zu verstehen.

27.691 Die anderen Erscheinungen dieser Welt entsprechen diesen Kräften; auch Erkenntnis und die übrigen Eigenschaften sind in ihnen anzutreffen. Daher gehen sie aus Anteilen der göttlichen Kräfte hervor.

27.692 So ist überall der Erhabene als das Gemeinsame gegenwärtig. Diese aus Maya bestehende Gestalt mit ihren unbewussten Kräften und Eigenschaften dagegen

27.693 besteht nicht als eine im Erhabenen verborgene Wirklichkeit, Lotusgeborener. Denn wenn diejenigen, die beständig den Unwandelbaren betrachten, sie untersuchen,

27.694 gelangt sie in den Bereich des Nichtbestehens, wie eine im Traum geschaute Herrlichkeit. Die beim Ahnenopfer allgemein verwendeten Mantras und diejenigen, die für Einweihung und andere Handlungen gelehrt wurden,

27.695 besitzen auch in den übrigen Verrichtungen diese Erhabenheit. Wer dies erkennt und die von der Schrift vorgeschriebene Handlung mit den Mantras vollzieht,

27.696 gelangt bald zur Erfüllung der Handlungen in ihrem Erkenntniswesen. [Der Übergang zu den in bestimmten Lebensständen stehenden vedakundigen Brahmanen ist beschädigt.]

27.697 Wie bei den vedakundigen Brahmanen aufgrund des Vorrangs der Erkenntnis kein Fehler aus der Annahme von Speise eines Shudra entsteht, so verhält es sich bei denen, die aus ihrem eigenen Wesen leuchten und stets rein sind. [Die genaue Bezeichnung des Essens im ersten Halbvers ist unsicher.]

27.698 [Die Aussage über Reinheit und die Annahme von Gaben eines Shudra enthält mehrere verderbte Verneinungen. Erkennbar ist erneut die Begründung durch den Vorrang der Erkenntnis; eine eindeutige Vorschrift lässt sich nicht herstellen.]

27.699 Überall besteht eine Vereinbarkeit der Mantras mit den jeweiligen überlieferten Regeln. [Der zweite Halbvers ist weitgehend verloren.]

27.700 Die aus den drei Veden bestehenden Mantras gewähren Früchte des weltzugewandten Handelns. [Die anschließende Bestimmung ist verloren.]

27.701 [Erhalten ist eine Anrede an den besten Brahmanen und die Aussage, dass etwas vom Glanz Brahmans erhellt ist. Der übrige Zusammenhang fehlt.]

27.702 [Der erste Halbvers ist beschädigt.] Es besteht ein gegenseitiges Unterstützen. [Die miteinander verbundenen Größen sind nicht vollständig erhalten.]

27.703 Dies betrifft die vorzüglichen Brahmanen und die Mantras der Rigveda- und der folgenden Überlieferungen, Lotusgeborener. [Der zweite Halbvers ist nur bruchstückhaft erhalten.]

27.704 Genannt wird der vierte soziale Stand, der die Bezeichnung Shudra trägt, Paushkara. [Die weitere Aussage über Sonnenglanz, Schärfe und den jeweiligen Weg ist verderbt.]

27.705 [Erhalten sind Hinweise auf ein Zurücktreten, auf die Leuchtkraft der drei sozialen Stände und auf ein zuvor ausgesprochenes Verbot. Dessen genauer Gegenstand fehlt.]

27.706 Der Geist ist die Grundlage der Mantras der Rigveda- und der folgenden Überlieferungen. Ihre Reinheit aber, wisse dies, gehört ganz dem Herrn über alles.

27.707 [Der Versanfang ist verloren.] Die betreffenden Mantras schenken die Frucht der Abkehr vom weltlichen Handeln. Genannt werden außerdem die drei unterschiedlichen rituellen Opferaufrufe. [Ihre genaue Zuordnung ist beschädigt.]

27.708 Zu welchem Zweck das Verbot gilt, habe ich dir zuvor erklärt. [Die anschließende Aussage über die Mantras des Erhabenen und den Urlaut ist lückenhaft.]

27.709 Obwohl diese Mantras allgemein den Allwissenden bezeichnen, Brahmane, wirken sie auch dort bei der Opferhandlung als deren Mund beziehungsweise Aufnahmeorgan.

27.710 Dadurch tragen sie die besondere Leuchtwirkung nicht in der bezeichneten Weise, du Einsichtiger. [Der Satz über den ursprünglichen, alldurchdringenden Gott ist unvollständig.]

27.711 Der dreifachen Lautüberlieferung entspricht eine dreifache Ausprägung der Menschen. Genannt werden Brahmanen, die keinen anderen verehren, und ihre Beziehung zu den Mantragruppen. [Die letzte Bestimmung ist unsicher.]

27.712 [Die lückenhafte Aufzählung nennt Rig-, Yajur- und Samaveda, Verehrer verschiedener Gottheiten und vier Gruppen sowie Keim-, Lautkörper- und Wortmantras. Die Beziehungen zwischen ihnen sind nicht erhalten.]

27.713 Die reine Mantraentfaltung ist frei von Tätigkeit und Verblendung. [Die folgende Aussage über die von Rajas und Tamas geprägten Mantras ist unvollständig.]

27.714 [Die näher bezeichneten Menschen] sind alle zur Erlangung des Selbst befähigt. Stets soll man gut beherrscht und besonders voller Hingabe sein.

27.715 Dies gilt für den Mantrakundigen der drei Stände und auch für den Shudra. [Die anschließende Aussage über Stärke und die weiteren Eigenschaften der Mantras des höchsten Selbst ist lückenhaft.]

27.716 [Der Beginn über die ausschließliche oder besondere Frucht der Handelnden fehlt.] Genannt werden die in der Handlung verwendeten Mantras von Rig-, Yajur- und Samaveda.

27.717 Ihre höchste Frucht reicht bis zum Himmel. [Eine weitere Bestimmung ist beschädigt.] Für die bewährten Mantras des Allwissenden werden die übernatürlichen Fähigkeiten, beginnend mit dem Kleinwerden, genannt,

27.718 verbunden mit Befreiung, und zwar stets auch ohne besonderes Begehren danach. Deshalb dienen die vollständig verfügbaren Mittel des Verehrers

27.719 dem Gelingen jener Frucht, zu der das Kleinwerden und die weiteren Fähigkeiten gehören. [Der zweite Halbvers über den Anteil der erforderlichen Mittel ist lückenhaft.]

27.720 Die unmittelbare Verwirklichung hat jedoch die ewige Befreiung zur Frucht. Die von Rajas und Tamas geprägten Mantras, du Einsichtiger,

27.721 gewähren eine Läuterung des Selbst mit begrenzten unmittelbar sichtbaren Ergebnissen, verbunden mit einer höheren Geburt und einer Erhebung des Geistes.

27.722 Was für diese Mantras im Verhältnis zu den genannten Ergebnissen die hauptsächliche Frucht ist, betrifft bei den von Sattva geprägten Mantras nur einen Teilbereich.

27.723 Dieser ist zur Bestätigung und zum Gelingen der Befreiung erläutert. [Die anschließende Mantrabezeichnung ist verderbt.] Das Gelingen hängt von der entsprechenden Handlung ab.

27.724 Die Handlung wird aus der Schrift erkannt. [Eine Passage fehlt.] Reinheit, Zufriedenheit, Hingabe und die darauf gegründete Selbstbeherrschung gehören zu ihren Voraussetzungen.

27.725 Dies entsteht durch den Umgang mit heiligen Menschen. [Ein Stück fehlt.] Genannt werden die heiligen Mantras, die vorzüglichen Brahmanen und die bleibende heilige Handlung.

27.726 Manchmal entsteht die Frucht aus dem Zusammenwirken dieser drei. [Eine Verbindung fehlt.] Manchmal liegt das Gewicht bei den Mantras, während die Handlung auf das Ergebnis ausgerichtet ist, Brahmane.

27.727 [Der erste Halbvers ist weitgehend verloren.] In manchen Fällen gründet die Befähigung zum Handeln auf dem Mantra, Brahmane.

27.728 Handlungen, die zu einer höheren Geburt führen, entstehen zusammen mit entsprechenden Zeichen der Gewissheit. [Ein Teil ist beschädigt.] Wer dies erkannt hat, soll die Verehrer stets angemessen zuordnen

Unnummerierter Schluss-Halbvers: innerhalb der vielfältigen Mantraentfaltung, die Erfahrung von Genuss und Befreiung gewährt, Brahmane.

Kapitelabschluss: In der heiligen Paushkara Samhita des Pancharatra endet das siebenundzwanzigste Kapitel mit dem Namen „Darlegung des Ahnenopfers“.

Überlieferte Umfangsangabe: Die Vorlage nennt insgesamt 729 Verse für dieses Kapitel. Diese Angabe wird trotz der ausgelassenen Versnummern und der unnummerierten Halbverse beibehalten.


Kapitel 28: Die Herkunftsarten des Opferfeuers

Bereits der Anfang ist nur unvollständig erhalten. Auch die Einteilung der Feuerarten und einzelne Zuordnungen weisen größere Lücken auf; die erhaltenen Bezeichnungen werden deshalb nicht zu einer vermeintlich vollständigen Systematik ergänzt.

Der Erhabene sprach:

28.1 Nicht für diejenigen, die sich dem Vortrag des Veda widmen, nicht für die Opfernden, deren Riten auf Befreiung zielen, nicht für die der Askese Ergebenen und diejenigen, die ausschließlich Wohltätigkeit und Dharma pflegen,

28.2 auch nicht für die dem täglichen Feueropfer Ergebenen und für sie alle, Paushkara – [die Aussage, auf die sich diese Verneinungen beziehen, fehlt].

28.3 Durch das große Feueropfer wird eine solche höchste Bedeutung gelehrt. Wie sollte dann für die Menschen nicht das Leiden des Daseinskreislaufs zur Ruhe kommen? [Der Zusammenhang mit der vorausgehenden lückenhaften Aussage ist nicht erhalten.]

Textlücke: Hier fehlt ein größerer Abschnitt.

Der Erhabene sprach:

28.4 Das bloße tägliche Feueropfer der Brahmanen, die sich auf den Veda berufen, eröffnet den Weg zum Himmel und gewährt eine entsprechend hohe Frucht.

28.5 Diejenigen aber, Brahmane, die darüber hinaus in dem stehen, der die Grundlage dieses Dharma ist, und sich seiner Verehrung, Versenkung und Mantrarezitation widmen,

28.6 deren Geist erhoben ist, die die dem Erhabenen dienenden Handlungen kennen und die heiligen Schriften prüfen – [eine Verbindung im zweiten Halbvers fehlt] –,

28.7 für sie kann das mit Guggulharz und den übrigen Opferstoffen, mit vollständigen Schlussgaben und geheimen Mantras vollzogene Feueropfer aus dem Werden emporführen.

28.8 Mit Feuerstätten, Vaikankataholz und den weiteren erforderlichen Mitteln, mit rechtmäßig erworbenem Vermögen, Hingabe und Vertrauen

28.9 nehme man das auf die vorgeschriebene Weise herbeigebrachte Feuer aus einer der verschiedenen Ursprungsstätten auf. Zuvor bereite man vorschriftsmäßig die Feuergrube. [Der Schluss fehlt.]

Unnummerierter Halbvers: In ihre Mitte bringe man das aus den verschiedenen Ursprüngen hervorgegangene Feuer herab.

Textlücke: Der anschließende Halbvers und weitere Verbindungen fehlen.

Paushkara sprach:

28.10 Erhabener, welche Ursprünge hat das Feuer? [Die Frage ist teilweise verloren.] Aus deiner Gnade möchte ich sie zum Heil erkennen.

Der Erhabene sprach:

28.11 Die durch die Sonne bewirkte Entstehung des Feuers ist zweifach: Die eine erfolgt durch einen Edelstein, die zweite durch das Zusammenwirken ihrer Strahlen mit einem Spiegel, Lotusgeborener.

28.12 [Ein Teil der Einleitung fehlt.] Eine weitere Herkunft ist die mannigfaltige Gruppe der Reibhölzer; sie besitzt unterschiedliche Ausprägungen.

28.13 Sie ist in dieser Welt durch die Methode des Quirlens beziehungsweise Reibens bekannt: [ein Teil fehlt] durch gegenseitige Reibung.

28.14 [Der Bezug auf längliche Stängel ist lückenhaft.] Gelegentlich entsteht das Bambusfeuer auch ohne menschliche Anstrengung, Lotusgeborener.

28.15 Das aus Stein entstehende Feuer ist dreifach. Die erste Form entsteht allein durch die gegenseitige Reibung der dafür geeigneten Steine. [Die Beschreibung ihrer Beschaffenheit ist verderbt.]

28.16 [Der Anfang fehlt.] Es kann Berge in Brand setzen. Eine weitere Form ist mit Eisen verbunden. [Das bezeichnete Schlag- oder Auslöseverfahren ist nicht sicher lesbar.]

28.17 Die dritte entsteht durch das entsprechende Zusammenwirken zweier Teile. [Die Beschreibung der Bewegung und der Verbindung von Eisen und Stein ist beschädigt.]

28.18 [Der Vers ist weitgehend lückenhaft. Erhalten sind Hinweise auf eine zweite, stets günstige Form und auf eine zusammengefasste Bestimmung des durch Quirlen gewonnenen Feuers.]

28.19 [Erhalten sind die Begriffe des Schlagens und des durch Edelstein gewonnenen Feuers; die Aussage über ihre Rangordnung ist nicht zuverlässig lesbar.]

28.20 Etwas ist als besonders vorzüglich zu erkennen. [Die nähere Bestimmung fehlt.] Das gewöhnliche Feuer wiederum ist als mannigfaltig zu verstehen.

28.21 [Die Herkunft aus einer Flammenspitze ist erkennbar; die weiteren Herkunftsarten und ihr Zusammenhang sind stark beschädigt.]

28.22 Für diese wird ein fünffacher Standort beziehungsweise Trägerkreis genannt, beginnend mit den Brahmanen, Lotusgeborener. [Die übrige Aufzählung fehlt.]

28.23 [Der erste Halbvers ist fast ganz verloren.] Das Feuer soll unverdorben sein und dem Gelingen der verschiedenen Handlungen dienen.

28.24 Es ist mit unterschiedlichen göttlichen Erscheinungsformen verbunden, du Einsichtiger; seine Kraft ist von einer Fülle weiterer Kräfte erfüllt. [Die Aussage über das gemeinsame Durchdringen ist unvollständig.]

28.25 Daher soll das Feuer als göttliche Kraft herbeigeholt werden. [Die folgende Aussage über den Hausvater und das Vermeiden eines Widerstreits ist beschädigt.]

28.26 Es besteht als Kraft sämtlicher Dinge, Lotusgeborener. [Die nähere Bestimmung fehlt.] Wenn eine Feuerhandlung bevorsteht, ist die entsprechende Beschaffenheit des Feuers zu beachten.

28.27 Diese wird als vierfach und wiederum als siebenfach beschrieben. Die Darlegung wird dir jetzt gegeben, Lotusgeborener.

28.28 Genannt werden die Yaksha-, Erd-, Sonnen-, Flammen-, Ofen- und Schalenherkunft sowie das selbständige Feuer, Lotusgeborener. [Die Fachbezeichnungen und ihr Verhältnis zueinander sind teilweise unsicher.]

28.29 Ihr Zustand wird wiederum als zweifach bezeichnet, Brahmane: ohne Keim und mit Keim. Zuerst wird die keimlose Form erläutert.

28.30 Dazu gehören eine zweifache Entstehungsweise, die an ihrem eigenen Ort auftretende Form, das Bambusfeuer, [eine beschädigte Bezeichnung] und das allein durch Stein entstehende Feuer.

28.31 Diese werden als keimlos bezeichnet. Die mit Keim versehenen sind die Flammen-, Ofen- und Schalenformen sowie das selbständige Feuer.

28.32 Auch der Opfernde und die verbindende Handlung wurden dir von mir erläutert, Lotusgeborener. Diese Ordnung gilt grundsätzlich gemeinsam für alle.

28.33 Obwohl dies so ist, Lotusgeborener, höre die besondere Zuordnung zu den einzelnen Lebensständen der Reihe nach. [Ein Teil des Verses fehlt.]

28.34 Für keusche Schüler ist das durch Eisen und Stein erzeugte Feuer vorgeschrieben, für Hausväter das durch die Einsetzung des Opferfeuers begründete, für Waldbewohner das Bambusfeuer.

28.35 Für Entsagende gilt die Sonnenform bei der Verehrung. [Die anschließende Zuordnung für diejenigen, die den sechs Pflichten folgen, ist beschädigt.]

28.36 Vorgeschrieben wird das durch Reibhölzer gewonnene Feuer. [Die genaue Zuordnung des ersten Halbverses ist unsicher.] Dem König wird unter entsprechender Erlaubnis eine gemeinsame, zweifache himmlische Herkunft zugestanden.

28.37 [Die Bestimmung der zulässigen zwei oder drei Formen für die Angehörigen des Vaishya-Standes ist lückenhaft und lässt sich nicht vollständig wiedergeben.]

28.38 Für den Shudra gilt zum Gelingen der geordneten Handlung insbesondere die entsprechende Erlaubnis eines vorzüglichen Brahmanen. [Der Versschluss fehlt.]

28.39 [Erhalten sind eine weitere Unterscheidung und die Erwähnung einer zweiten Form für den Shudra; der Zusammenhang fehlt.]

28.40 [Die Regelung für einen Notfall enthält eine Verneinung und eine Bestimmung über die Weitergabe an einen Shudra beziehungsweise einen anderen Empfänger; die entscheidenden Satzteile fehlen.]

Textlücke: Der folgende Ausfall ist für sämtliche vier herangezogenen Handschriften vermerkt.

28.41 [Nur einzelne Wörter über einen Widerstreit und eine hauptsächliche Form sind erhalten.]

28.42 Eine Umkehrung der hauptsächlichen Ordnung bringt geringeren Erfolg. Sämtliche Ursprungsarten sind entsprechend ihren unterschiedlichen Früchten vorgeschrieben.

28.43 Elf sind es, Lotusgeborener; vernimm ihre Zuordnung: Das aus Edelstein entstehende Feuer gilt für diejenigen, die Land begehren; die als metallisch beziehungsweise bronzen bezeichnete Form für diejenigen, die Leuchtkraft wünschen. [Die zweite Bezeichnung ist unsicher.]

28.44 Die Reibholzform gewährt [eine Gabe, deren Bezeichnung nicht vollständig erhalten ist]. Die Bambusherkunft ist als Glück, gutes Geschick und Gedeihen schenkend zu erkennen.

28.45 Eine Form gewährt Einsicht und Wirkkraft; eine weitere vernichtet Feinde. [Ihre Benennungen sind beschädigt.] Genannt wird auch die durch Eisen und Stein ausgezeichnete Herkunft, Lotusgeborener.

28.46 Die Flammenform wird mit Dharma verbunden, die Ofenform gewährt Land. Die Schalenherkunft mehrt die Stellung beziehungsweise den Besitz. [Eine weitere Herkunftsbezeichnung ist verderbt.]

28.47 Wer die Besänftigung von Krankheit wünscht, verwende die heilsame, Wohlergehen bewirkende Herkunft. [Die weitere Vorschrift für die vier Lebensstände ist lückenhaft.]

28.48 [Der Versanfang ist beschädigt.] Beim gegenseitigen Übernehmen besteht kein Widerstreit; sämtliche Ursprungsarten stehen allen zur Verfügung, wenn die entsprechende Zeit und Absicht gegeben sind.

28.49 Für diejenigen, die der Mantraverehrung ergeben sind, sind sie stets miteinander vereinbar. [Die folgende Zeitbestimmung ist unvollständig.]

28.50 Ist das Feuer durch Unachtsamkeit erloschen, soll es aus einer anderen Quelle wieder herbeigeholt werden. [Die Lesung des ersten Halbverses ist unsicher.] Man soll es nicht mit Gewalt oder unter Zwang beschaffen; auch die abschließende Einschränkung seiner Verwendung ist beschädigt.

28.51 Für das bereits herbeigebrachte Feuer vollziehe man nötigenfalls eine Sühnehandlung. Diese fällt bei einem offen erkennbaren Fehler besonders aus, bei einem nicht offenkundigen entsprechend anders.

Kapitelabschluss: In der Paushkara Samhita des heiligen Pancharatra endet das achtundzwanzigste Kapitel mit dem Namen „Unterscheidung der Ursprünge des Opferfeuers“.

Überlieferte Umfangsangabe: 51 Verse.


Lakshmi: göttliche Fülle und Zuwendung im vaishnavitischen Zusammenhang.

Kapitel 29: Feuergruben und Opfergeräte

Der Erhabene sprach:

29.1 Bei der von Prajapati und bei der vom Lehrer überlieferten Anordnung vergrößere man die Fläche, ausgehend vom bezeichneten Handmaß, der Reihe nach jeweils um eine Fingerbreite. [Die genaue Ausgangsgröße ist beschädigt.]

29.2 Dies geschehe, bis die Fläche für die Feuerstätte acht Handmaße erreicht. So ergeben sich hinsichtlich der Maße 181 Abstufungen.

29.3 [Die erste Hälfte über die Feuergruben ist lückenhaft.] Durch die Anordnung in den acht Himmelsrichtungen ergibt sich die achtfache heilsame Anzahl.

29.4 Hinzu kommen für Handlungen mit besonderen Zielen die unterschiedlichen Formen vom Quadrat an, Brahmane, bei entsprechender Gleichheit der Fläche. [Eine nähere Bestimmung fehlt.]

29.5 Sie besitzen die Gestalt eines kostbaren Edelsteins, einer Girlande, des Shrivatsa-Zeichens, einer Krone oder eines Armreifs; andere gleichen Muschelhorn, Rad, Keule, Lotus, Sharnga-Bogen und verschiedenen Pfeilen.

29.6 Alle sind mit einem Sockel vorgesehen und mit vier, drei, zwei oder einem umlaufenden Rand. Sie tragen Rad, Lotus, Keule und Muschelhorn gemeinsam oder einzeln als Kennzeichen.

29.7 Dazu kommen die acht unterschiedlichen Ausfluss- beziehungsweise Yoni-Formen, schön mit ihren jeweiligen Gliedern ausgestattet. [Die Maßteilung des zweiten Halbverses ist beschädigt; erkennbar ist eine Bezugnahme auf den jeweiligen Durchmesser und auf die Zahl zwölf.]

29.8 Den betreffenden Teil erkenne als das Fingermaß für die Ausführung sämtlicher Glieder. Für alle Formen ergeben sich weitere Unterschiede aus der jeweiligen Vertiefung.

29.9 Es wird zwischen nicht offenbaren und offenbaren Formen unterschieden. Ihre besondere Gestaltung gewährt den danach Strebenden die entsprechende Erfahrung und weitreichende Frucht. [Die genaue technische Bedeutung des ersten Begriffspaares ist nicht gesichert.]

29.10 Wo Durchmesser und Tiefe gleich sind, [fehlt eine nähere Bestimmung]; genannt wird die Erfüllung der Wünsche beziehungsweise das höchste göttliche Ziel. [Die Überlieferung bietet hier unterschiedliche Lesungen.]

29.11 Bei der als offenbar bezeichneten Bauweise gilt eine besondere Tiefe, du Einsichtiger. [Die Maßvorschrift des zweiten Halbverses ist verloren.]

29.12 Die dreizehn Größenstufen von zwölf Fingerbreiten bis zu einem Handmaß können sämtliche Formen annehmen; als bewegliche Feuergefäße besitzen sie keine umlaufenden Wälle.

29.13 Als Ersatz sind solche beweglichen Formen für die Sättigung der Mantragottheit vorgesehen. Entsprechend können sie bis zu zwei Handmaßen reichen, mit den erforderlichen Merkmalen versehen.

29.14 Man zeichne die Form auf dem Boden und fülle sie mit Getreide, Samen oder Erde aus, auch wenn die vollständigen Mittel fehlen, damit die regelmäßige Handlung vollendet werden kann.

29.15 Eine solche weitere Ersatzform verursacht keinen Widerstreit. Man verwende gleichmäßige, vollständige, saftige, gerade und feste Hölzer mit Rinde,

29.16 gegebenenfalls gespaltene. [Die nähere Holzvorschrift ist lückenhaft.] Daraus ist hier die Umfassung herzustellen.

29.17 Ebenso verfahre man bei den beweglichen, aus Metall bestehenden Gefäßen von zwölf Fingerbreiten an, Brahmane, wenn sie die Opfergabe aufnehmen sollen.

29.18 Denn ein Feueropfer ohne entsprechende Feuergrube oder Feuergefäß bringt den Mantraverehrern keine Vollendung. Deshalb ist stets eine solche Stätte zu bereiten: durch Schnüre abgegrenzt, beweglich oder fest.

29.19 Entsprechend der besonderen Opferfläche wird ein Sockel von doppelter Höhe genannt, in rechteckiger, achteckiger oder runder Form. [Die Formbezeichnungen sind teilweise beschädigt.]

29.20 [Der Anfang fehlt.] Eine Erhöhung um ein Sechstel oder ein Zwölftel wird angegeben; zuvor bestimme man nach der gewünschten Form das Maß der Vertiefung und die Höhe.

29.21 Man verwende nach Belieben ungebrannte oder gebrannte Ziegel. [Die weitere Einschränkung ist nicht erhalten.]

29.22 Oder man bereite eine gleichmäßige entsprechende Anordnung. [Die Maßverbindung ist lückenhaft.] Dabei wird eine Vergrößerung um zwei Fingerbreiten genannt.

29.23 [Der Vers ist weitgehend verloren. Erhalten ist eine Ortsangabe an der Vorderseite des umlaufenden Randes.]

29.24 Genannt werden ein um ein Drittel vermindertes Maß und die Hälfte als Randmaße im Verhältnis zur Feuergrube sowie eine Zwölferanordnung, du Einsichtiger. [Die Maßbeziehungen sind nicht eindeutig erhalten.]

29.25 Bei den auf zwölf Fingerbreiten bezogenen Größen teile man den betreffenden Bereich in vier oder drei Teile, du mit reinem Blick.

29.26 Daraus ergeben sich die Höhe und die Breite der umlaufenden Ränder. Die Yoni soll stets dem entsprechenden Maß gleichen; ihre Rückseite ist danach auszuführen.

29.27 Hinten soll sie um zwei Fingerbreiten erhöht sein. Man verringere die Höhe proportional und passe sie der Reihe nach dem Rand an. [Der Schluss ist beschädigt.]

29.28 [Die erste Maßangabe ist verderbt.] Die Breite wird im Verhältnis zum Randmaß um ein Viertel vermindert angegeben, Lotusgeborener.

29.29 Man führe sie unter Verwendung einer Drittelteilung aus und ziehe ihre Spitze nach vorn. [Die weitere Bestimmung des Randes fehlt.]

29.30 [Der Anfang fehlt.] Sie gleicht der Abflussrinne eines Kultbildes. Die Vergrößerung der Yoni und die Anordnung der Felder erfolgen der Reihe nach.

29.31 Man stelle sie proportional, eben und glatt her, gleich einer Elefantenlippe. Dabei orientiere man sich an der jeweiligen mannigfaltigen, durch die Eigenschaften bestimmten Gestalt.

29.32 [Der Vers verbindet einen beständigen Strom der Erkenntnis mit dem unergründlichen Meer des Geistes; die Verben und die abschließende Zuordnung zum Feuer sind beschädigt.]

29.33 [Erhalten sind die Betrachtung der Yoni im Raum sowie Hinweise auf Rajas, Tamas, zwei Eigenschaften und zwei Ränder. Eine sichere Zuordnung lässt sich nicht herstellen.]

29.34 Durch das Überwinden der betreffenden Eigenschaft [fehlt die nähere Bestimmung] bleibt der Rand von Sattva. Das gestaltlose höchste Brahman erkenne als im Raum gegenwärtig.

29.35 Bei einer Feuerstätte mit vier Rändern vergegenwärtige man in diesen vier Rändern das unmanifeste vierfache Selbst, zunächst innerhalb der Umfassung.

29.36 [Ein Teil des ersten Halbverses fehlt.] Die drei Gestalten vom Unwandelbaren an besitzen der Reihe nach jeweils zwei der göttlichen Eigenschaften.

29.37 [Der Anfang ist lückenhaft.] Dies ist der Ursprung sämtlicher Handlungen. Die Handlung, die sich auf diesen Strom stützt, gelangt zur Einheit mit Brahman.

29.38 [Der Haupttext über die ausgedehnten Yoni-Formen und Feuergruben ist stark beschädigt. Die längere abweichende Handschriftenlesung gehört zum Variantenapparat; sie wird nicht als zusätzlicher Haupttext eingereiht.]

29.39 Eine breite, mit den erforderlichen Gliedern versehene und fest gegründete Form ist herzustellen. [Die anschließende Beschreibung der Innenform und einer herabzuführenden Markierung ist verderbt.]

29.40 Für andere bewegliche beziehungsweise erhöhte Formen ist die Yoni entsprechend auszuführen. [Eine Passage fehlt.] Sie soll weit, fest und im Innern spiegelglatt sein.

29.41 Höre nun die Verringerung der Ränder bei einer Ersatzform. Genannt wird eine Vierteilung im Verhältnis zu den höchsten und den folgenden Ausführungen, Brahmane. [Ein Wort ist verderbt.]

29.42 Das Maß wird von einem Handmaß ausgehend jeweils um eine Fingerbreite vergrößert, bis zur bezeichneten zweihändigen Größe. [Der Versschluss ist lückenhaft.]

29.43 Genannt werden allseitige Handmaße, vermindert um fünf Fingerbreiten, bei den verschiedenen Formen mit fortlaufend angepasstem Durchmesser.

29.44 Bei Feuerstätten mit gleicher Breite und Länge sowie bei ihren Rändern [fehlt die Vorschrift für die Höhe].

29.45 Von zwei Handmaßen an wird eine weitere entsprechende Abstufung genannt. [Die Zahlenverbindung ist unsicher.] Zuvor bedenke man Ort, Zeit und die übrigen Bedingungen.

29.46 Auch die eigenen Möglichkeiten sind zu berücksichtigen. Dann lege man die Anordnung durch Schnüre fest und lasse sie vor den Augen des Handwerkers mit Ziegeln und den übrigen Materialien aufbauen. [Die Verbindung in der ersten Hälfte ist beschädigt.]

29.47 Oberhalb der runden, achteckigen und weiteren Sockelformen liegen die Vertiefung, die acht Ränder und die Yoni des Sockels, Paushkara. [Die Aufzählung ist teilweise verderbt.]

29.48 [Die Vorschrift über Verringerung und Vergrößerung sowie das anschließende Auflösen ist lückenhaft.] Man handle mit einer durch Erkenntnis gereinigten Einsicht.

29.49 [Die erste Hälfte über die besondere Erscheinung und die Sättigung ist beschädigt.] Die höhere Natur der Feuerkraft des Erhabenen besteht in Flamme und den weiteren Erscheinungen.

29.50 Ihre niedere Natur ist die mannigfaltige Form der hergestellten Feuerstätten, entsprechend dem Feuer. Dieselbe göttliche Kraft nimmt für die Handlung die Gestalt der Feuergrube an. [Der Satzschluss ist gestört.]

29.51 [Der Versanfang fehlt.] Die Opfergabe, die der Lehrer in die Feuergrube darbringt, gilt dem alldurchdringenden Herrn und seinem Mund in Gestalt des Brahmanen.

29.52 Alles, was ins Feuer geopfert und von ihm vollständig verbrannt wird, kann Vollendung gewähren. [Die anschließende Aussage über die stufenweise Kraftentfaltung ist lückenhaft.]

29.53 Vorgeschrieben werden Opferstoffe in Mengen von zehn Millionen, hunderttausend oder zehntausend Gaben, dargebracht in rauchloses, mit Flammenzungen loderndes Feuer an seinem eigenen Ort. [Eine nähere Bestimmung fehlt.]

29.54 Man opfere auch tausend oder hundert Gaben der zusammengestellten Stoffe. [Die weitere Vorschrift über Dauer und ununterbrochenen Vollzug ist beschädigt.]

29.55 Für andere Formen wird ein stetiger Guss genannt. [Eine Passage fehlt.] Die Gabe befindet sich im Raum über dem Lotus des Mantra-Brahmans.

29.56 Ist die hauptsächliche Ausführung nicht möglich, gilt eine entsprechende Ersatzform, Lotusgeborener. [Die weitere Aussage über ausgedehnte Feuergruben und Bambus beziehungsweise die Wirkkraft der Linie ist beschädigt.]

29.57 [Der Anfang über die Erhöhung fehlt.] Genannt wird eine lotusförmige Innenfläche aus Kupfer oder Eisen.

29.58 Sie soll die betreffende Funktion erfüllen, ohne den Boden in unzulässiger Weise zu beeinträchtigen. [Der erste Halbvers ist gestört.] Man weihe die Feuergrube durch die erforderlichen Handlungen und setze sie dann ein.

29.59 [Der Beginn fehlt.] Nachdem man darin Feuer erzeugt und die göttliche Gegenwart herabgerufen hat, bringe man zur Sättigung der Mantragottheit reichliche Güsse geklärter Butter dar.

29.60 Durch den kraftvollen Urlaut lasse man den Butterguss unmittelbar in die Mitte des alldurchdringenden Herrn in seiner Mantragestalt fallen, Brahmane. [Die genaue Angabe des Gussweges ist beschädigt.]

29.61 So verfahre man zur Erlangung von Befreiung und Erfahrung, der Reihe nach an der Öffnung zum höchsten Raum. Die Gabe soll mit Duft versehen, vollständig und von gleichmäßigem Glanz sein.

29.62 Man verbinde dies mit der Verehrung des Herrn der Mantras, Brahmane, samt seiner Entfaltung, seinen Gliedern und den ihn umgebenden Kennzeichen.

29.63 Wer die Befähigung empfangen hat, vollziehe zur vorbereitenden Verehrung zehntausend Rezitationen oder mehr des aufgenommenen Mantras, mit der vorgeschriebenen Einleitung und ohne Nachlässigkeit.

29.64 Regelmäßig, nach seinen Kräften, rezitiere er bei Tagesanbruch, nach Sonnenuntergang und in der Mitte der Nacht, entsprechend der Festlegung der Schrift.

29.65 Nach der vorbereitenden Verehrung, zur Freude des Verehrten, und nach Vollendung von hunderttausend Rezitationen oder mehr [ist die weitere Zeitbestimmung lückenhaft].

29.66 Ist ein entsprechendes Feueropfer vollendet oder eine andere zugelassene Form gewählt, bringe man eine um einen Teil verminderte oder dem Teil entsprechende Menge von Getreide, Samen, Sesam und Früchten dar. [Das genaue Zahlenverhältnis ist nicht sicher erhalten.]

29.67 Dabei verwende man die Handhaltungen „Antilopengesicht“, „Pfeil“ und „Lotus“. [Eine Verbindung fehlt.] Anschließend opfere man in der entsprechenden Gleichmäßigkeit.

29.68 Dies kann über sechs Monate, über die doppelte oder nach den eigenen Kräften über die vierfache Zeit erfolgen, Paushkara, mit den jeweils vorgesehenen Zwischenräumen.

29.69 [Die Vorschrift enthält Zahlen zu Hunderten, Achtergruppen und Nächten sowie einen Bezug auf Buttergaben; durch mehrere Lücken ist die zeitliche und zahlenmäßige Zuordnung nicht herstellbar.]

29.70 [Bis auf einzelne Wörter für ein reichliches Zusammenbringen und den Beginn einer weiteren Opfermittelbezeichnung ist der Vers verloren.]

29.71 [Der Anfang fehlt.] Der Mantrakundige spreche die Sammlung zusammen mit allen Mantras sorgfältig im Geist oder nach seinen Kräften jeden für sich.

29.72 Die gesamte Gruppe der unterschiedlichen Mantras erfreue er durch Buttergüsse. [Die Schlussbestimmung über das verehrte Gussgerät ist beschädigt.]

Die Gestaltung der Opferlöffel

29.73 Nun erkläre ich ihre Merkmale samt Maßen und Proportionen. Man nehme festes, unverletztes Holz von einem anerkannten Opferbaum, frei von Fehlern,

29.74 von deutlich erkennbarer guter Beschaffenheit und nicht durch einen Waldbrand geschädigt. [Eine nähere Beschaffenheitsangabe ist verderbt.] Das Holz soll gut abgelagert und geeignet sein.

29.75 Man nehme das Maß vom Handgelenk bis zur Spitze des Mittelfingers und bestimme es zusätzlich in Daumenbreiten. [Die Rechenvorschrift am Versende fehlt.]

29.76 Man ziehe wiederholt je acht Einheiten ab. Der verbleibende Rest, von eins an, bestimmt die acht Merkmale, beginnend mit der Fahne.

29.77 Ein Rest von eins gilt als günstig; [die Bezeichnung für den geraden Rest ist beschädigt]; beim dritten Rest ergibt sich der Löwe.

29.78 [Die Bestimmung für den vierten Rest ist verderbt.] Der fünfte bezeichnet den Stier, der siebte den Elefanten; eine weitere Zwischenbestimmung ist beschädigt.

29.79 Die mit den ungeraden Resten verbundenen Zeichen – Elefant, Löwe, Stier und Fahne – gelten als heilsam und glückverheißend.

29.80 Um ein ungünstiges Ergebnis zu vermeiden und das günstige zu vermehren, füge man eine Fingerbreite oder die entsprechende weitere Länge hinzu.

29.81 Die Gesamtlänge teile man in fünf Teile; die Breite bestimme man aus der Hälfte des betreffenden Maßes. So ist der mittlere Bereich auszuführen, Paushkara.

29.82 [Die einleitende Benennung der Bereiche ist verderbt.] Der Reihe nach forme man Blätter, Staubfäden und Radglieder und senke die jeweiligen Flächen stufenweise ab.

29.83 [Die Höhenangabe ist lückenhaft.] Die Eck- beziehungsweise Seitenzeichen führe man mit Rad und Lotus aus, jeweils mit Zwischenräumen.

29.84 Ein Fünftel der Länge und die entsprechende Breite bilden die Grundlage; vor dem verzweigten Teil wird eine aus zwei Teilen zusammengesetzte Form vorgesehen.

29.85 [Die Formbezeichnung am Anfang fehlt.] Man bereite die Sockelfläche und in ihrer Mitte die Gussrinne, geschmückt mit verschiedenen Arbeiten.

29.86 Die jeweiligen Bereiche sollen deutlich unterschieden und der Sockel schön ausgeführt sein. Im ersten Abschnitt innerhalb der Grundfläche

29.87 stelle man einen Lotus mit den vorgeschriebenen Merkmalen her, mit sechzehn Blütenblättern, Stängel, Staubfäden und einer Mitte.

29.88 Die Mitte bilde eine leicht geschmückte, kernlose Vertiefung; oder sie werde von dem Herrn der Waffen, dem Rad, mit den bereits genannten Merkmalen umgeben.

29.89 Die das Rad tragende Fläche kennzeichne man an den Ecken auf beiden Seiten mit Kaustubha-Zeichen oder Svastikas und schmücke sie mit Muschelhörnern und weiteren Formen.

29.90 Oder sie sei mit einer Schar von Sternen versehen. [Der übrige Vers über ein Waffenzeichen und dessen Ausführung ist lückenhaft.]

29.91 Für den proportionalen Übergang lasse man seitlich je den bezeichneten Achtelanteil frei und verjünge die Form, sodass sie einem Elefantenrüssel gleicht.

29.92 Der Abstand zwischen den beiden Grundflächen soll dem bezeichneten Achtel- oder Sechstelmaß entsprechen und in der Breite die günstigen Merkmale besitzen. [Ein Teil der Maßvorschrift fehlt.]

29.93 Die Breite teile man in zwei oder fünf gleiche Teile. [Die anschließende Bestimmung des mittleren Teils ist verloren.]

29.94 [Der Anfang fehlt.] Auf beiden Seiten werden jeweils zwei Teile genannt. Für die vordere proportionale Gestaltung teile man die Fläche nach der gewünschten Ausführung.

29.95 [Erhalten sind ein Abstand zwischen den Schultern des Gerätes und ein fischähnliches Kennzeichen; die übrigen Angaben fehlen.]

29.96 Was zwischen den Seiten und dem äußeren Bereich verbleibt, forme man zum Hals, sodass er am kuhmaulartigen Ausguss schön erscheint und hohen Erfolg verheißt. [Eine Verbindung ist beschädigt.]

29.97 [Die Vorschrift über Muschelhornformen ohne gesonderten Sockel ist lückenhaft.] Genannt werden eine Leiste oder zwei Lotusformen als Verbindung.

29.98 Im Verhältnis zur Sockelgrundfläche trage man Material ab. Von Schulter und Hals an bilde man den Hals des Opferlöffels nach der gewünschten Ausführung.

29.99 Man richte den Teil nach der zuvor angegebenen Ordnung her. [Ein Stück fehlt.] Dies betrifft die beschriebene Muschelhornform ohne eigene Sockelgestaltung.

29.100 Man verwende einen Teil mit einem zusätzlichen Viertel und ein Maß von fünf Einheiten. Die Breite kann etwas größer oder kleiner sein, je nachdem, wie die Form schön wirkt.

29.101 Die drei Bereiche des bauchigen Gefäßteils und die beiden weiteren Bereiche verjünge man der Reihe nach. Bei der breitbauchigen Muschelhornform trage man ein Fünftel ab.

29.102 Den Bauchbereich teile man in zwei und schmücke ihn mit Girlanden und weiteren Formen. Von der Wurzel ausgehend erstrecken sich drei Teile der Länge.

29.103 Aus deren Mitte ziehe man den Halsbereich nach vorn und führe das Glied wie beschrieben aus. Den Rest teile man in zehn; sieben Teile davon

29.104 bilden den keulenförmigen Stiel, dessen Breite der Halsbreite entspricht. Er ist in den beiden beschriebenen Formen auszuführen. [Die Endbestimmung ist beschädigt.]

29.105 Für die Herstellung des betreffenden Endstückes sind drei Teile vorgesehen. Einen Teil versehe man mit einer Sockelfläche.

29.106 Darauf bilde man ein Svastika mit den erforderlichen Merkmalen, in der Mitte mit einem Lotus gekennzeichnet; die jeweilige Mitte und ihre weiteren Teile gestalte man entsprechend. [Eine Detailbezeichnung ist verderbt.]

29.107 [Der Anfang ist lückenhaft.] Genannt werden gleichmäßige, voneinander abgesetzte Reifen, schöne Randlinien und acht heilsame muschelförmige Verzierungen.

29.108 [Die Anweisung zur Linienführung ist beschädigt.] In dem auf zwölf Teile bezogenen Bereich werden eine runde und eine quadratische Form in der Mitte vorgesehen.

29.109 Der Griff soll die Hand gut aufnehmen. [Die nähere Formbeschreibung ist verderbt.] Der nach außen reichende Stiel wird etwas über das bezeichnete Maß hinaus ausgeführt.

29.110 Am Ende des Griffes bilde man einen breiten, nach unten gewandten Lotus mit nach oben gerichteter Mitte, vielen Blättern und Staubfäden.

29.111 Höre nun eine weitere Bestimmung des Sockels. Diese Form ist als eine heilsame, dem Sitz der Gottheit vergleichbare Ausführung vorgesehen. [Die nähere Benennung der Alternative ist unsicher.]

29.112 Vom vorderen Ende bis zum oberen Abschluss teile man in gleiche Abschnitte. [Die genaue Zahl und die zugehörige Maßvorschrift sind lückenhaft.]

29.113 Man bilde einen Lotus oder einen mit dem Rad verbundenen Lotus mit den entsprechenden Merkmalen. Höre nochmals die Maße und Teilungen gemäß der verfügbaren Fläche.

29.114 Die Fläche bis zum Brahmanplatz teile man in sechs. Zwei Teile in der Mitte gestalte man für die Lotusmitte.

29.115 Einen halben Teil verwende man für die Einfassung, einen halben für den Kranz der Staubfäden, anderthalb für die Blätter und einen halben für den freien Raum außerhalb.

29.116 Einen Teil nehme die äußere, erdbezogene Umfassung mit mannigfaltiger Gestaltung ein. Diese Bereiche ordne man mit Zwischenräumen an, Paushkara.

29.117 Man trage an den jeweiligen Gliedern nach und nach etwas ab. [Die weitere Anweisung zur Einfassung und zu den Blattansätzen ist beschädigt.]

29.118 Von Bereich zu Bereich senke man die Fläche, wie beschrieben, leicht ab. [Der anschließende Bezug auf die mit dem Rad verbundene Ausführung ist lückenhaft.]

29.119 Das Maß des vertieften Bereichs der Staubfäden gilt hier wie zuvor. Die Gesamtheit der Blätter samt dem freien Zwischenraum bilde man mit einem Teil.

29.120 Außerhalb davon bilde man mit anderthalb Teilen den Kreis samt Radreifen. [Eine Teilangabe fehlt.] Den übrigen Bereich führe man nach den zuvor beschriebenen Merkmalen aus.

29.121 Auf der Rückseite kann eine Lotusform oder eine einfachere Form ausgeführt werden. [Die nähere Bestimmung von Lotus, Blättern und Ausguss ist lückenhaft.]

29.122 [Der erste Halbvers über Maße und Herstellung ist unvollständig.] Die darin bezeichnete geistige Bedeutung soll erkannt werden, damit die Handlung gelingt.

29.123 Ananta wird in der Gestalt des vielblättrigen Lotus mit dem Griff verbunden; im Innern ruht er als Keim und wendet sein Antlitz nach oben. [Die genaue Beziehung der einzelnen Formen ist beschädigt.]

29.124 Die große Lebenskraft in Gestalt des Windes wird durch die Öffnung zum höchsten Raum jeweils dem göttlichen Willen entsprechend angetrieben. [Der Bezug auf den Stiel am Versanfang ist verderbt.]

29.125 Der Stängel des Lotus entspricht den sieben Unterwelten. [Eine weitere Entsprechung ist unsicher.] Auf dieser Grundlage ruht der Nektar wie Wasser in seinem eigenen Gefäß.

29.126 In der mit dem Rad verbundenen Gestaltung erscheint die göttliche Waffengestalt; der Wind nimmt die Muschelhornform an, der Raum die Vertiefung für die geklärte Butter.

29.127 Keimlos, ungeboren, unerschütterlich und ursprünglich ist die höchste Gottheit dieses Opferlöffels: wahrhaft seiend, unermesslich und unwandelbar ist das dadurch Bezeichnete. [Die Gerätebezeichnung ist im Wortlaut gestört.]

29.128 Bei der Weihe setze man diese Bedeutung ein und vergegenwärtige sie stets bei der Sättigung durch den Mantra. Abgesehen von der Länge und der Breite der Sockelfläche

29.129 [fehlt ein Teil der Maßanweisung]. Den keulenartigen Stiel bilde man hohl oder ganz fest,

29.130 weder zu dick noch zu dünn, mit geradem Verlauf. So fertige man ihn aus dem geeigneten Material oder aus heilsamem Holz.

29.131 Nun werden die Merkmale der weiteren Opferlöffel für das Feueropfer beschrieben. Man nehme ein nach der zuvor genannten Restberechnung als günstig bestimmtes Maß.

29.132 Die Länge sei gegenüber dem großen Opferlöffel um drei Teile vermindert; man teile die Höhe beziehungsweise Länge in acht. Nach diesem Teilmaß bestimme man die Breite.

29.133 Mit deutlich gezogenen Schnüren teile man der Reihe nach in gleiche Abschnitte. Von der Wurzel aus bilde man den Krugteil, auf acht Teile bezogen und zunächst quadratisch.

29.134 Man entferne das Übermaß und forme mit der halben Breite die entsprechende Rundung. Auf der Grundlage bilde man einen gestalteten Lotus.

29.135 Dazu komme eine weit geöffnete, rechtsgewundene Muschelhornform mit günstigen Merkmalen. Seitlich lasse man zwei Teile frei; [die anschließende Vierteilung ist nicht vollständig erhalten].

29.136 In der Mitte werde die Form wie eine Schlinge verflochten, deutlich gegliedert und rund. Aus der Öffnung des Krugteils tritt ein Stiel mit einer auf vier Teile bezogenen Vorderfläche hervor.

29.137 Von der Muschelhornöffnung ausgehend wird eine weitere dreifache Gestaltung genannt. Zwei Gussrinnen sind herzustellen. [Ihre genauen Maße fehlen teilweise.]

29.138 Den Halssockel vollende man quadratisch wie eine Sitzfläche. Darauf zeichne man einen Lotus, eingefasst von einem Radkreis.

29.139 An den vier Ecken der Muschelhornform ziehe man eine Linie wie ein Perlennetz. Der Hals ist einen Teil hoch und zwei Teile breit.

29.140 Er sei leicht gebogen; [die anschließende Höhenbegrenzung ist nicht eindeutig lesbar]. Das obere Ende gleiche einem Lotus, der Hals einem Stängel mit Blütenmitte.

29.141 Die Öffnung der Mitte sei rings von zahlreichen Staubfäden umgeben; außen bilde man die Blätter in einer Höhe, die den Staubfäden entspricht.

29.142 [Der Versanfang ist beschädigt.] Hinten richte man die Öffnung seitwärts aus; in der Mitte der Lotusmitte bilde man einen kugelförmigen Verschluss beziehungsweise eine entsprechende Markierung.

29.143 Sie werde mit einem Kaustubha-Zeichen oder dem Horn einer Kuh gekennzeichnet. Die Vertiefung soll für die vorgesehene Butteropfergabe geeignet sein. [Die genaue Mengenangabe ist unsicher.]

29.144 Damit sind die maßbezogenen Merkmale erläutert. Dieses Gerät ist für das Opfer mit guter geklärter Butter vorgesehen. Vernimm noch seine weitere Bedeutung.

29.145 Varuna selbst, die Gestalt des Nektars, erscheint als Lotus; seine Waffe besteht als Stängel und versetzt die Hindernismächte in Schrecken.

29.146 Der Mond, der die Welt stärkt, befindet sich als Lotus am vorderen Ende. Die als Seligkeit bezeichnete Wirkkraft ist als die des höchsten Herrn zu erkennen. [Eine nähere Zuordnung ist beschädigt.]

29.147 Der Lehrer oder ein anderer beherrschter Sadhaka soll sich auf die göttliche Identifikation stützen. [Der Schluss fehlt.]

29.148 Wie bei Verehrung und Feuerhandlung alle Geräte ihrem Zweck dienen, so sind die eigenen Wirkungsorgane gemeinsam in ihrer einen Grundlage gegenwärtig. [Die Verbindung ist im Wortlaut gestört.]

29.149 [Erhalten sind Hinweise auf den Körper, das Ehrenwassergefäß und die Ausstattung mit Muschelhorn, Rad und weiteren Kennzeichen; die Aussage ist weitgehend verloren.]

29.150 [Der Anfang über das Erlangen des gewünschten Zieles ist lückenhaft.] Daraus folgt eine Einschränkung für den nicht Befähigten und für einen Menschen, der einer anderen Gottheit zugewandt ist.

29.151 [Der Vers enthält ein Verbot und einen Bezug auf das Entfernen beziehungsweise Entziehen einer Körpergestalt, ist aber zu stark beschädigt für eine verlässliche Handlungsanweisung.]

29.152 Wer in der Stellung entsprechender Befähigung steht, erlangt durch den Vollzug den vorgesehenen Weg. Die dazu Ermächtigten geben ihrerseits die Erlaubnis an die betreffenden Verehrer weiter.

29.153 Der Buttertopf entspricht dem großen Brahman. [Eine Passage fehlt.] Sein Inneres gestalte man lotusförmig und heilsam. [Die nähere Zweckbestimmung ist verderbt.]

29.154 [Die Aussage über das Aufnehmen des eigenen Nektars und dessen Verhältnis zum Feuer ist gestört.] Genannt wird ein fester, maßgerechter Stängel mit günstigen Merkmalen an seiner Wurzel.

29.155 Man gestalte ihn von reinem Kern. [Eine Passage fehlt.] Seine entsprechende Kraft wird mit der stängelförmigen, von Shri erfüllten Gestalt verbunden.

29.156 Man bilde einen göttlichen Lotusteich mit voll geöffneten, halb geöffneten und noch geschlossenen Lotusblüten, zwischen denen weitere Blüten stehen.

29.157 [Die erste räumliche Bestimmung ist lückenhaft.] Auf der Süd- und Nordseite wird eine vierfach weite Öffnung genannt, mit entfalteten Lotusblüten im Zwischenraum.

29.158 Eine Vertiefung wird im Verhältnis zu den drei Bereichen von Rad und freiem Raum beziehungsweise zu einer Blattteilung angegeben; den Halsbereich füge man mit den anderen Teilen zusammen. [Die Maßverbindung ist beschädigt.]

29.159 Der obere Abschluss sei mit blauen Lotusblüten versehen. [Eine weitere Schmuckangabe ist verderbt.] Der Lotusteich mit seinen Stängeln bildet das dem höchsten Herrn zugehörige Gefäß.

29.160 Es wird als Lagerstätte und Sitz sowie als beständiges Nektarmeer bezeichnet. [Die anschließende Entsprechung von Himmel und Erde ist lückenhaft.]

29.161 [Der Anfang über Blumen, Duft und zwei steinerne Teile ist beschädigt.] Auch die Gefäße für das rituell herbeigebrachte Wasser und alle sonst zur Sättigung geeigneten Gefäße

29.162 versehe man mit Muschelhorn, Lotus und dem Herrn der Waffen. Sie sollen mannigfaltig gestaltet und aus Metall oder Holz hergestellt sein.

29.163 Man fertige sie in den gewünschten Maßen und mit Lotusformen für die Handlungen, beginnend mit der Mantraverehrung, Lotusgeborener.

29.164 Alles versehe man mit den entsprechenden Kennzeichen: Krüge und weitere Gefäße, Sitze und die übrigen eigenen Gebrauchsgegenstände. [Teile der Aufzählung fehlen.]

29.165 Ebenso Ringe mit Perlen, Schmuckstücke und Armreifen sowie alles, was auf dem Haupt getragen wird, etwa Kopftuch und Turban.

Kapitelabschluss: In der Paushkara Samhita, der großen Upanishad des heiligen Pancharatra, endet das neunundzwanzigste Kapitel mit dem Namen „Merkmale der Feuergruben“.

Überlieferte Umfangsangabe: 165 Verse.


Kapitel 30: Das Fest der heiligen Fadenschmückung

Die jährliche Darbringung des Pavitra, einer geweihten Fadengirlande, erneuert die Gottesverehrung und soll die Mängel des vergangenen Jahres ausgleichen. Der Text verbindet die sorgfältige Bereitung der Gaben mit einer eindringlichen Bitte um Gnade und mit der Frage nach der inneren Übereinstimmung von Guru, Schüler und Mantra.

Paushkara sprach:

30.1 Erhabener, Unwandelbarer, wenn bei den Verehrern, die den Mantra pflegen, eine Unterlassung in den heiligen Verrichtungen eingetreten ist, die auf Erkenntnis und die weiteren Formen des Yoga gegründet sind,

30.2 so möchte ich jetzt das Mittel hören, das vor dem Abgleiten schützt und durch dessen Vollzug die Verehrer zur Erfüllung ihrer Aufgabe gelangen.

Der Erhabene sprach:

30.3 Wie sollte ein Mensch, der sich den heiligen Verrichtungen widmet, nach einem Jahr die gewünschte Frucht seiner Handlungen erlangen, Brahmane, ohne die heilige Fadenschmückung darzubringen?

30.4 Wie das Pferdeopfer den Brahmanen alle Wünsche erfüllt und das Königsweiheopfer den Herrschern, so ist diese Schmückung für die Verehrer.

30.5 Wie unter den Schmuckstücken der Kaustubha der vorzüglichste ist, so ist der heilige Fadenschmuck unter der Fülle der Opfergaben zu verstehen.

30.6 Er vervollständigt die dem höchsten Herrn gewidmeten Handlungen der Verehrer und dient fortwährend dem Erlangen von Erfahrung und Befreiung. Welche Gabe könnte ihn daher übertreffen?

30.7 Den Verehrern schenkt er durch ihre beständige Hingabe das Wohnen in derselben göttlichen Welt; den Sadhakas die Nähe Gottes, verbunden mit verschiedenen Vollkommenheiten.

30.8 Den vorzüglichsten Sadhakas gewährt er die Vereinigung mit dem Wesen ihres eigenen Mantras. Man vollziehe die Darbringung nach dem Ende des nördlichen Sonnenlaufes, während der viermonatigen Regenzeit,

30.9 an deren Beginn, Mitte oder Ende; geeignet sind sämtliche zwölfte Mondtage, die Sonnenübergänge und die Vollmondtage, Lotusgeborener,

30.10 ebenso die Neumondtage und dritten Mondtage sowie die Vishnu zugehörigen Mondstationen und die entsprechenden günstigen Augenblicke.

30.11 Wer jedoch am zwölften Mondtag des Erwachens am Ende der viermonatigen Zeit, dem göttlichen, als Beginn einer Sechsundachtziger-Zeitspanne bezeichneten Zeitpunkt,

30.12 dem Ursprung des Weltalls den heiligen Fadenschmuck darbringt, der heiligt seine vergangene, gegenwärtige und künftige Familienlinie.

30.13 Dort ist der Erhabene unmittelbar gegenwärtig, in vielfältigen hervorgebrachten Gestalten, den Verehrern gewogen: Hari, das höchste Selbst, der Unwandelbare.

30.14 Zwar ist Narayana als Mantrawesen seinen Verehrern stets selbst gegenwärtig, Lotusgeborener,

30.15 dennoch besitzt dieser Mondtag für jene Handlung eine besondere Kraft, durch die der Herr, der König der Mantras, den Mantrakundigen besonders nahetritt.

30.16 Wie die Sonne beim Eintritt des Sommers an Glut zunimmt, ohne ihr eigenes Wesen aufzugeben, so steigert sich die erfahrbare Gegenwart des alldurchdringenden Herrn.

30.17 Die Ordnung geeigneter Empfänger, Orte und Zeiten besteht seit Beginn der Schöpfung. Deshalb ist die Fadenschmückung an diesem Tag darzubringen, oder, wenn dies nicht möglich ist, an einem anderen geeigneten.

30.18 Die den heiligen Verrichtungen Ergebenen sollen sie voller Hingabe vollziehen, damit die unterbrochene Handlung wieder ganz wird. Ein Mensch, der seine Praxis ungebrochen bewahrt und Erkenntnis und heiliger Handlung ergeben ist,

30.19 mit Hingabe, Vertrauen und Tatkraft ausgestattet und von der Kraft des Yoga getragen, gelangt schon bald zur Einheit mit Brahman, Paushkara.

30.20 Dieser Schmuck bewahrt stets in umfassender Weise sämtliche heilsamen Tätigkeiten der Verehrer, die aus Denken, Rede und innerer Gesinnung hervorgehen.

30.21 Daher soll sein Wesen erkannt werden: wie er beschaffen ist und wodurch seine vollständige Darbringung für die Verehrer Frucht trägt.

30.22 Der ununterbrochene, grenzenlos sich ausbreitende, helle Faden des Weltursprungs erscheint denen, deren Erkenntnis noch nicht vollendet ist, von selbst in vielfältigen getrennten Formen.

30.23 Erkenne darin den Weltfaden. In Gestalt eines goldenen Fadens und ähnlicher Stoffe trägt er als heilige Umschnürung die Bedeutung der sechs göttlichen Eigenschaften.

30.24 Er ist von der Färbung der Erkenntnis durchdrungen, mit Wirkungen der göttlichen Wirkkraft verbunden, von leuchtenden Mantras umhüllt und durch Stärke gewunden.

30.25 Bei seiner Darbringung treten Herrschaft und unvergängliche Kraft hinzu. So ist der heilige Fadenschmuck des Herrn zu verstehen. [Die abschließende Verneinung des zweiten Halbverses ist textlich nicht eindeutig.]

30.26 Wenn er Brahman, dem Gebieter Vishnu, in dessen gegenwärtiger Gestalt voller Hingabe und vorschriftsmäßig dargebracht wird, gewährt er die Stätte des Erhabenen.

30.27 Wie seine grobstoffliche, gesonderte Erscheinung aus den im gewöhnlichen Umgang verwendeten Stoffen herzustellen ist, das vernimm nun.

30.28 Man nehme feinen, festen, weißen und glatten Faden, hergestellt von einer Brahmanentochter, einer jungen unverheirateten Frau oder einer besonnenen älteren Frau,

30.29 oder von einer reinen Witwe. Man nehme den Faden, wie er rechtmäßig verfügbar ist, und reinige ihn mit dem Waffenmantra.

30.30 Unter Erinnerung an den Wurzelmantra betrachte man ihn und lege ihn vierfach, entsprechend den vier göttlichen Selbstgestalten; oder man lege ihn achtfach, Brahmane.

30.31 Bei den verschiedenen Gestalten des Erhabenen passe man die Gliederung entsprechend an. Für Keshava und die weiteren herrschenden Gottheitsgestalten wird eine zwölfteilige Form vorgesehen.

30.32 Eine ungerade Fadenzahl vermeide man für Vishnu, den König. Denn die heiligende Handlung soll für niemanden eine ungleiche beziehungsweise unharmonische sein.

30.33 Aus diesen gut gespannten Fäden bereite man die heiligen Girlanden: zuerst für die Mantra- und Waffengefäße sowie für die verschiedenen Wohnstätten der Mantras,

30.34 für die als Mandala bezeichnete Hauptstätte und alles darin Gegenwärtige, für den Herrn in der Lotusmitte, in den Staubfäden und auf den Blütenblättern,

30.35 für seine Erscheinungs- und Entfaltungsformen, seine Kennzeichen und Waffen. Die Girlanden werden auf Haupt, Hals und Schultern sowie über der Blumenverehrung auf der Fläche angebracht.

30.36 Für das Bild des Weltenherrn sind vier Girlanden in passenden Maßen vorgesehen; zwei für Feuergrube und Feuer und zwei für den Sitz der heiligen Schrift.

30.37 Ebenso gelten sie der Schrift als Gestalt der Rede, dem Herrn als Lautprinzip und den bedeutenden Hilfsmitteln des Rituals, beginnend mit Glocke und Gebetskette,

30.38 der demütig hingebungsvollen Ehefrau, die Haris Verehrung liebt, sowie den Angehörigen und Freunden, die dem Dharma des Erhabenen folgen,

30.39 ferner den weiteren Helfern, die nach den vier göttlichen Selbstgestalten streben, und den wohlgesinnten Dienern, die den höchsten Geist verehren.

30.40 Auch zum Gedeihen und zur Heiligung der Frauen ist der schöne heilige Fadenschmuck der Reihe nach zu bereiten.

30.41 Für den auf dem Sitz der sechs kosmischen Wege gegenwärtigen Herrn, die Wohnstätte der verschiedenen Mantras und die Entfaltung der Eigenschaften von Erkenntnis an, bei der Verehrung an den vier Stätten,

30.42 sowie für den Hauptmantra des alldurchdringenden Herrn bereite man den Schmuck aus 108 Fäden oder aus der Hälfte beziehungsweise einem entsprechenden Anteil, Lotusgeborener.

30.43 Denn er gleicht für die Verehrer die vollständigen wie die unvollständigen Zahlen von Japa, Feueropfern und den weiteren Mantrahandlungen aus.

30.44 Mit Gold, kostbaren Edelsteinen, Kampfer, Sandelholzpulver und Safran, zusammen mit den vorgesehenen Heilpflanzen, Rinde, Kardamom und anderen Stoffen,

30.45 mit verschiedenen reinigenden Materialien und reiner Baumwolle gestalte man die gefüllten Knoten, deren Anzahl der festgelegten Fadenzahl entspricht.

30.46 Sie können die Form einer Zitronatzitrone, einer frischen Amalaka-Frucht oder eines Muschelhorns besitzen, Lotusäugiger. Die Zwischenräume verbinde man wiederum mit einem ununterbrochenen Faden.

30.47 Damit die Gliederung deutlich wird, knote man sie in nicht zu großen Abständen. Für die übrigen zu Verehrenden bereite man sie entsprechend der gewählten Ausführung.

30.48 Der Schmuck bestehe aus solchen gefüllten Teilen mit gewundenen Fäden. Für den Verehrer und den Guru sind zwei Girlanden mit gefüllten Knoten vorgesehen,

30.49 weil sie durch die Einsetzung des Mantras des Erhabenen und die Betrachtung der Wesenseinheit mit ihm verbunden sind. Für die übrigen fertige man den heiligen Schmuck ohne solche Füllungen.

30.50 Die dazwischenliegenden gefüllten Knoten färbe man mit Safran und schmücke sie außen mit goldenen kleinen Gestalten,

30.51 mit ausgeschnittenen Blattformen oder Goldfiguren: Muschelhorn, Rad, Keule, Lotus, Girlande, Shrivatsa und Kaustubha,

30.52 Vogelkönig, Palme, Stößel, Nandaka-Schwert, Bogensehne, Pflug und weitere Zeichen, mit Formen von Mandarablüten und des Parijata-Baumes,

30.53 mit heiligem Baum, Berg, Schlangenkönig, Svastika, Yakhaarwedel, Krug, Altar mit Feuerflammen, Fächern und Sonnenschirmen,

30.54 mit Flüssen, Meeren, Stieren und einer Fülle von Genussgaben, auch mit Kranichmotiven; für einen oder mehrere Empfänger jeweils passend zu ihrem Ort.

30.55 Man lege alles in ein mit Stoff ausgekleidetes Metall- oder Messinggefäß und bedecke es mit einem neuen, durch Räucherduft geweihten Tuch.

30.56 Am zehnten Mondtag habe der Handelnde seine täglichen Pflichten vollzogen und sei gesammelt und rein. Zur vorbereitenden Weihe begleite ihn ein vorzüglicher Lehrer; er halte Ehrenwasser und Blumen bereit.

30.57 Unter dem Klang heiliger Rezitation, begleitet von Lobpreis und Segensgesängen, verehre man zur Zeit des Mondaufgangs die Torhüter und trete ein

30.58 in die geschmückte Halle, die der Welt Virajs gleicht. Man nehme vorschriftsmäßig Platz und beginne die Handlungen bis zur inneren Verehrung.

30.59 Man vollziehe die gesamte Mantraeinsetzung, bereite das Ehrenwasser und verehre Ganesha, damit die Handlung ohne Hindernisse gelingt.

30.60 Man bereite die heilige Reinigungsmischung und reinige den Boden. Es folgen Aufstellung und Verehrung der Torbögen und der übrigen Ausstattungsstücke sowie die Weihe der Feuergrube.

30.61 Man bereite Mantra- und Waffengefäß und rufe die Mantras in beide herab. Ihre Verehrung und alle weiteren Handlungen vollziehe man wie bei der Einweihung.

30.62 Die göttliche Handlung vollziehe man unter Atemanhalten und Erinnerung an den Herrn. Da dies nicht ununterbrochen möglich ist, dient die folgende Einrichtung als Ersatz:

30.63 Der Mantrakundige vergegenwärtige die Kraft im Krug und in der Waffe zum Schutz. Dann rufe er den Erhabenen auf die vorbereitete Bodenfläche herab und verehre seinen Sitz.

30.64 Nachdem alle Schritte bis zur Rezitation lückenlos vollzogen sind, begebe man sich zum Kultbild, verneige sich mit acht Körpergliedern und bringe Ehrenwasser am Haupt dar.

30.65 Danach gebe man eine heilsame Blumenfülle samt Salben und beräuchere voller Hingabe den höchsten Geist mit seinen Gliedern und seinem Gefolge.

30.66 Die Blumenverehrung und sämtliche am Mittag dargebrachten Gaben nehme man ab, berühre sie ehrfürchtig mit dem Haupt und erweise ihnen Verehrung.

30.67 Mit dem Waffenmantra Vishvaksenas und Wasser reinige man das Bild des Erhabenen samt Sockel und anschließend das Heiligtum.

30.68 Den Herrn der Götter bade man nach der vorgeschriebenen Ordnung, beginnend mit der heiligen Reinigungsmischung, durch die mit Mantras bereiteten Bäder,

30.69 mit den nach den eigenen Kräften verfügbaren, gehörig geweihten Stoffen, Früchten und Edelsteinen. Danach verehre man ihn vorschriftsmäßig.

30.70 Voller Hingabe bringe man sämtliche echten, sorgfältig bereiteten Gaben in der angegebenen Reihenfolge dar. Nach Abschluss bis zur Verneigung begebe man sich zur Feueropferstätte.

30.71 Dort weihe man das Feuer und vollziehe die Sättigung der Mantragottheit. Mit dem durch die Verehrung im Krug, auf der Bodenfläche und im Bild geweihten Feuer

30.72 koche man unter dem Herzmantra Opferbrei aus Milch, geklärter Butter und Reis. Man nehme ihn heraus, läutere ihn mit Butter und bringe ihn der Reihe nach dar.

30.73 Den im Krug und auf der Bodenfläche gegenwärtigen Gestalten gebe man ihren Anteil; einen Anteil opfere man ins Feuer. Danach bringe man die vollständige Schlussgabe dar und sättige mit weiteren Gaben den gesamten Umkreis.

30.74 Mit wasserbesprengten Gaben verfahre man der Reihe nach und opfere anschließend entsprechend geklärte Butter. Man vollziehe die Mudras und die übrigen Handlungen

30.75 bis zur Verneigung vor dem auf der Bodenfläche gegenwärtigen Herrn. Danach besprenge man die ganze Gruppe der bereitliegenden Stoffe mit dem Waffenmantra.

30.76 Alles, beginnend mit den Fäden, lege man auf der Nordwestseite nieder, mit weißem Stoff und ungebrochenen Reiskörnern, unter dem Schutzpanzer-Mantra.

30.77 Mit dem Waffenmantra verehre man es und verhülle es mit dem Schutzpanzer-Mantra. Dann ordne man die acht Schutzgeschosse mit ihren äußeren Federn an,

30.78 in den Haupt- und Zwischenrichtungen, jeweils mit dem Waffenmantra geweiht. Nach einer Buttergabe in die Feuerstätte nehme man einen festen fünffarbigen oder ganz weißen Faden.

30.79 Unter Erinnerung an den Schutzpanzer-Mantra vollende man vier Umgänge nach rechts. Ebenso umwinde man das Heiligtum innen und außen.

30.80 Nach Osten gewandt und auf seinem Sitz trinke man die heilige Reinigungsmischung aus der Hand des Gurus und esse danach den Rest des Opferbreis.

30.81 Man trinke mit dem Herzmantra geweihtes Wasser, das mit Gold, Edelsteinen und Kusha verbunden ist. Danach nehme man Betel und verwende das Zahnholz.

30.82 Auf einem mit einer Wolldecke versehenen Lager mit Kushaunterlage verweile man und rezitiere den vorzüglichen Mantra samt seinen Gliedern sowie heilsame Lobgesänge.

30.83 Man erzähle heilige Geschichten über den Herrn über alles und vollende das Mandala. Die verbleibenden Handlungen am Schmuck führe man wie angegeben aus.

30.84 Am Morgen des elften Mondtages vollziehe man nach dem Bad die Verehrung und das Feueropfer vorschriftsmäßig bis zur vollständigen Schlussgabe.

30.85 Man begebe sich zum Krug und richte die Einladung beziehungsweise Darbringung an den Herrn. Zur Einladung mit besonderen Gaben bereite man

30.86 Zahnholz, Betel, Mundduftmittel, Spiegel, Sandelholz und andere Duftstoffe sowie Muskat und Arekanüsse.

30.87 Vor dem Weltenherrn und auf seiner Südseite lege man Guggul, feines Räucherwerk und ein Licht in einem Kupfergefäß nieder,

30.88 Schmuck für die Augen beziehungsweise ihren Glanz, eine goldene Schnur mit Armreifen sowie in metallenen, mit Honig und Butter gefüllten Gefäßen gelben Duftstoff und Augensalbe,

30.89 die sechs Geschmacksarten und weiße und rote feine Gewänder für die große Gottheitsgestalt. Auf der Westseite gebe man dem Herrn Wasser aus heiligen Flüssen,

30.90 weitere heilige Wasser, Gaben zur Speisung, Bergerde, Bilvafrüchte und dergleichen, frisches Gras und blaugrüne Darbhahalme in einem Kupfer- oder Eisengefäß.

30.91 Auf der Nordseite gebe man dem Gott der Götter, Paushkara, Girlanden, die sieben Heilpflanzen, Samen und Früchte,

30.92 Gefäße mit Sesam und Reis, Milch, Joghurt, Saft, geklärte Butter, eine Fülle von Düften, Rinde und Kardamom sowie Mineralfarben wie Ocker,

30.93 eine Kokosnuss samt weiteren Früchten und sämtliche Zuckerrohrzubereitungen, wenn möglich in einem silbernen oder bronzenen Gefäß, Lotusgeborener.

30.94 Ist dies nicht möglich, verwende man Schalen aus Blättern von Opferbäumen. Für die übrigen bereite man Wasser mit Kusha, Betel und Zahnholz,

30.95 weiße Gewänder mit Obergewändern, heilige Schnüre und Sandelholz. Mit Safran, Aloeholz, Kampfer und Sandelduft durchzogen,

30.96 bringe man dem an den vier Stätten erschienenen Herrn die duftende Fadengirlande dar. Danach folgen Ehrenwasser, Blumen, Räucherwerk und die vorgeschriebenen Mudras.

Die Einladung an den Herrn

30.97 Zu Beginn, in der Mitte und am Ende rezitiere man den vorzüglichen Mantra mit seinen Gliedern, damit jede Unterbrechung behoben wird. Dann spreche man mit gefalteten Händen

30.98 den mit Om beginnenden Lobpreis-Mantra: „Du Unendlicher, der alle Mantras umfasst, stets Gegenwärtiger, Unvergänglicher!

30.99 Du Höchster an Eigenschaften, Herr des Yoga, dessen Gestalt aus innerer Vergegenwärtigung und Gaben besteht! Narayana, höchstes Brahman, Herr der Lebenskraft, Viergestaltiger!

30.100 Alldurchdringender, Unwandelbarer, wahrhaft Gestalteter, Allwissender, höchster Geist! Von diesem Augenblick bis zum Tag der rituellen Entlassung

30.101 sei mir gegenwärtig, Herr, zusammen mit den vielfältigen Mantragruppen: im Götterbild und seiner Gestalt, im Krug und auf der Mandalafläche,

30.102 in der Zählschnur und Gebetskette, im Feuer und in der Gestalt des Gurus, in der Glocke, im Sitz der Schrift und in den Opfergeräten,

30.103 in sämtlichen großen und kleinen Opferlöffeln und den übrigen Gegenständen, in den ausschließlich dir Ergebenen, [eine Bezeichnung fehlt], in den verschiedenen Begleitern Vishnus und in den ihrer Lebensaufgabe Ergebenen,

30.104 die durch Vertrauen gereinigt, geschickt und allein bei dir geborgen sind. Die im vergangenen Jahr vollzogenen Handlungen, vom Bad an,

30.105 die regelmäßigen wie die durch besondere Anlässe bedingten, sollen vervollständigt werden. Zu deiner Freude vollziehe ich heute [der verbindende Wortlaut ist lückenhaft]

30.106 die Ordnung der heiligen Fadenschmückung, die sämtliche Handlungen umfasst. [Der zweite Halbvers ist weitgehend verloren.]

30.107 Nimm die vorbereitende Weihe bis zum Feueropfer ganz in dich auf! [Die weitere Bitte im Zusammenhang mit der Nachtwache ist beschädigt.]

30.108 Mit den angemessenen Gaben bis zur heiligen Schnur wirst du gebeten, du Geber von Erfahrung und Befreiung. Erhabener, du weißt alles, was im Herzen liegt.

30.109 Aus liebevoller Zuwendung zu mir, deinem Verehrer, erweise mir am Morgen Gnade!“ Nachdem er den Ungeborenen so eingeladen hat, verneige er sich mit acht Körpergliedern auf der Erde.

30.110 Viermal umschreite er ihn nach rechts, innerlich des Mantras eingedenk. Mit Gesang, Tanz, Lobpreis und Vedarezitation,

30.111 begleitet von Siegesrufen, verbringe er die Nacht wachend. Zur Brahmastunde vor Sonnenaufgang bade er und vollziehe die freudigen Segenshandlungen.

30.112 Mit großem Aufwand vollziehe er zuerst die Torverehrung und danach vorschriftsmäßig die Verehrung des Erhabenen, Paushkara,

30.113 mit den körperlich erfahrbaren Gaben vom Sitz an, mit vielfältigen Ehrendiensten und mit den auf verschiedene Weise bereiteten, das Herz erfreuenden Darbringungen.

30.114 Dazu gehören verschiedene feste Speisen, Mahlzeiten, Leckbares und zu Saugendes, alle heilsamen Gemüse, Wurzeln und Früchte der sechs Jahreszeiten,

30.115 reine, durch Feuer gegarte Zubereitungen mit Beilagen, Erzeugnisse der Kuh sowie feste Bronzegefäße, gefüllt mit Honig und geklärter Butter,

30.116 mit süßen Zubereitungen und Milch, in den Himmelsrichtungen wie Meere aufgestellt; ferner angemessene Gaben, Betel und die gehörigen inneren Darbringungen,

30.117 vorzügliche Lagerstätten, reine und dem eigenen Herzen liebe Dinge, echte Gaben für Spiel und Freude aus dem eigenen Land und aus anderen Ländern,

30.118 goldene Gefäße, geschmückt mit Duftstoffen und Girlanden. So vollziehe man alles bis zu Japa und Mudra in Gegenwart des Mandalas,

30.119 und besonders die Verehrung des Erhabenen im Tempel. Danach nehme man das Gefäß mit dem Schmuck, öffne und verehre es.

30.120 Mit dem heiligen Fadenschmuck begebe man sich zum Krug. Die Gesamtheit der Bestandteile der Verehrung, ihre unmanifeste und ihre prinzipielle Form,

30.121 dazu die dritte, die beide verbindet, sowie die drei Ebenen des inneren Selbst, der Gottheit und der stofflichen Welt verknüpfe man darin und vergegenwärtige sie aus dem Herzen im Geist.

30.122 Die Gesamtheit der 64 Gaben gilt dabei als unmanifest; die Gruppe der Mantras und Mudras wird als die auf die Wirklichkeitsprinzipien bezogene Form bezeichnet.

30.123 Schriftstudium, Gesang und Instrumentalmusik, Gelübde und persönliche Disziplinen, Gaben, Feste und die verschiedenen Verrichtungen aus besonderem Anlass

30.124 besitzen beide Formen. Sie gewähren die Ziele des menschlichen Lebens und erfreuen Janardana, den Weltursprung in seiner Mantragestalt.

30.125 Ihre leuchtende, reine, unvergängliche und ganz aus Bewusstsein bestehende Gestalt vergegenwärtige man in den gefüllten Knoten. Danach betrachte man ihre feine Form, Paushkara,

30.126 leuchtend wie Sonne, Mond und Feuer und in bestimmten Größen vorgestellt, an den einzelnen Knotenstellen, du Einsichtiger.

30.127 Die dritte, grobstoffliche und im gewöhnlichen Umgang verwendbare, allen zugängliche Form vergegenwärtige man stets in der Gesamtheit der Fäden.

30.128 Nachdem man so die Durchdringung auf der Ebene des inneren Selbst erfasst hat, Paushkara, betrachte man die als göttlich bezeichnete Mantradurchdringung, die sich im Geist vollzieht.

30.129 Die untrennbar mit den vier verbundenen Gestalten, nektargleich, von mannigfaltigem Glanz erfüllt, gestaltet und gestaltlos, unvergänglich,

30.130 sind Krone, Girlande, Shrivatsa und Kaustubha, du Einsichtiger. Ihre Gegenwart betrachte man stets auf der göttlichen Ebene. [Die abschließende Dreierzuordnung ist im Wortlaut nicht eindeutig.]

30.131 Die schöne, heilsame Gestalt aus der Verbindung der fünf Elemente Erde, Wasser, Feuer, Wind und Raum erfreut die Verehrer.

30.132 Sie ist während der Zusammenfügung als die stoffliche Ebene zu verstehen. Nach dieser Meditation spreche man den Wurzelmantra aus, Lotusgeborener.

Die Bitte um Vervollständigung der Verehrung

30.133 Mit erhobenen Händen rezitiere man den mit Om geschmückten Mantra: „Gott, die höchste reine Erkenntnis ist das Mittel, dich zu erreichen.

30.134 Die heilige Handlung, verbunden mit Hingabe und Vertrauen, lässt dich offenbar werden. Für ihre ungebrochene Vollendung hast du einen Weg gelehrt,

30.135 für die der Erkenntnis und Handlung ergebenen, innerlich gereiften Verehrer: die heilige Fadenschmückung. Durch deine Gnade habe ich sie nach meinen Kräften bereitet.

30.136 Richte nun deine Aufmerksamkeit angemessen auf diese dir zugehörige Handlung. Denn die heilsamste Handlung und die reine Einsicht,

30.137 jede weitere Ordnung, die Gruppe der Mantras und die Gesamtheit der Stoffe bist du selbst. Du bist das Erlangen, der Vollender und die Vollständigkeit der unvollständigen Handlungen.

30.138 Kraft dieser Wahrheit, Erhabener, möge der gesamte dir gewidmete Handlungsweg dieses aufrichtigen Menschen, den die Erschütterungen des Daseins bedrängen, ungebrochen sein.

30.139 Dir habe ich meine Bitte vorgetragen, Erhabener; mein höchstes Begehren richtet sich auf dich. Ohne deine Freude an der Verehrung, die wahre Erkenntnis gewährt, [bleibt die Verbindung zum Folgenden unsicher].

30.140 Selbst wenn eine Notlage eintritt, Unwandelbarer, soll ich Erkenntnis und heilige Handlung nicht absichtlich aufgeben. Du weißt alles in Wahrheit.

30.141 Weil ich dich nicht stets zur rechten Zeit, in rechter Weise und mit den angemessenen Gaben verehrt habe, Gott, empfinde ich Bedauern im Herzen.

30.142 Die Verehrung mit reichen Gaben und die Sättigung durch Buttergüsse fügen dir, in dem alles erfüllt ist, nichts hinzu.

30.143 Doch für mich, der nach dem höchsten Ziel strebt, ist all dies wie Saat in ein gutes Feld: Es wird als Unsterblichkeit Frucht tragen. In diesem Wissen habe ich es einst

30.144 aus dem Mund des Gurus angenommen. Dennoch, Herr über alles, ist mir deutlich bewusst, dass ich es nicht so ausgeführt habe, wie es festgelegt war,

30.145 mit den Handlungen von Geist, Rede und Körper vom Morgen bis zur Nacht: wegen mangelnder Selbständigkeit, fehlender Kraft und der Unbeständigkeit des Geistes,

30.146 wegen Hindernissen durch Kälte, Hitze, Wind und Regen, durch Fieber und andere Leiden, und weil die dir angemessenen Bestandteile der Verehrung nicht verfügbar waren.

30.147 Deshalb gelingt die tägliche, von Anfang an auf höchste Seligkeit gerichtete Ordnung nicht so, wie sie vorgeschrieben ist. [Die letzte Verbindung zur göttlichen Unterweisung ist textlich gestört.]

30.148 Zu ihrer Vervollständigung hast du daher für jedes Jahr die besonders hervorragende Verehrung mit dem Namen heilige Fadenschmückung angeordnet.

30.149 Diese habe ich nun vor deinen Augen vollzogen. Was an meiner Verehrung unrein und im Vollzug unvollständig war, das führe für mich zur Reinheit.

30.150 Was ich wissentlich oder unwissentlich nicht wie vorgeschrieben ausgeführt habe, möge alles vollständig werden. Sei stets vollkommen erfreut!

30.151 Om. Unwandelbarer, Weltenherr, ewige Mantragestalt! Beschütze mich, Lotusäugiger! Verzeihe, Ungeborener, und sei gnädig! Om.“

30.152 Nach diesen Worten spreche man den Wurzelmantra samt Herzmantra und den weiteren Kennzeichen aus und lege die Gabe auf das Haupt des alldurchdringenden Herrn in seiner Mantragestalt.

30.153 Sie verkörpert sämtliche Erkenntnis, heilige Handlung, Opfergabe und heilsame Absicht. So bringe man sie dem im Mandala und dem im Heiligtum Gegenwärtigen dar,

30.154 ebenso dem inmitten des Feuers Gegenwärtigen, du Einsichtiger. Die reinigende heilige Girlande werde dabei von Verehrung umgeben.

30.155 Danach gebe man sie den Opfergeräten und der Gestalt der heiligen Schrift. Dem wie eine Gottheit verehrten Lehrer lege man sie mit dem Herzmantra an.

30.156 Dieser, dadurch erfreut, bringe sie dem vor dem Feuer sitzenden Handelnden dar, verbunden mit einem Segen für das Gelingen aller seiner Ziele.

30.157 Nach dem Feueropfer oder am Ende der Verehrung erhalten die übrigen sie der Reihe nach. Danach ehre man sie mit Überwürfen und Gaben nach den eigenen Mitteln,

30.158 mit heiliger Schnur und Obergewand, Schirm und Schuhen, mit verschiedenen Speisen, Räucherwerk, Salben und weiteren Ehrendiensten, Brahmane.

30.159 Man verehre alle Brahmanen, die guten Helfer und die Entsagenden. Nach drei Nächten oder nach sieben Tagen nehme man die Anordnung zurück, Paushkara,

30.160 nachdem man eine große Verehrung bis zur vollständigen Schlussgabe vollzogen hat. Der Reihe nach nehme man den Schmuck selbst oder durch den Guru ab.

30.161 Man lege ihn in ein verehrtes Gefäß und verehre ihn vorschriftsmäßig. Mit beiden Knien auf der Erde verneige man sich vor dem Lehrer,

30.162 ehre ihn mit Ehrenwasser, Blumen und weiteren Gaben und überreiche nach erneuter Verneigung das Gefäß mit den Worten: „Erweise mir deine Gunst, Herr.“

30.163 Der Lehrer soll ihm mit einem Segen die Freude des Erhabenen zusprechen: „Nach Agama und heiliger Schrift und durch die Gnade des Viergestaltigen

30.164 möge die Verehrung dieses Jahres für dich, Brahmane, vollständig erfüllt sein.“ Während dies gesprochen wird, erfolgt die Handlung am Haupt des Sitzenden

30.165 mit den beiden Krügen und den Mantras, die Schutz, gutes Geschick und Befreiung schenken. Nach vorausgehender Verehrung entlasse man den Herrn der Reihe nach aus den rituellen Stätten.

30.166 Man verehre Vishvaksena mit seinen Gliedern und sättige ihn. Nach seiner Entlassung sammle man sämtliche Gegenstände ein.

30.167 Wie zuvor bereite man zum lückenlosen Gelingen den Somatrank in einem mit Gold, Silber und kostbaren Edelsteinen gearbeiteten oder geschmückten Krug,

30.168 dessen Grundlage ein Rad, dessen weites Inneres ein Lotus, dessen gefältelter Hals das Panchajanya-Muschelhorn und dessen schöne Öffnung ein vielblättriger Lotus ist,

30.169 oben und unten mit Kreisen von Wasserliliengirlanden geschmückt, Lotusgeborener, mit makaraartigen Ausgüssen, aus denen nektargleiches Wasser strömt,

30.170 verziert mit Flüssen, Meeren, heiligem Baum, Fischen und Girlanden. Solche Gefäße mit den beschriebenen Merkmalen dienen der Verehrung des Herrn,

30.171 der Darbringung von Wasser für Füße, Hände und Mund sowie dem Bad beim jährlichen Fest und ebenso der Weihehandlung mit tausend Krügen.

Die Frucht des Festes und die Verantwortung des Gurus

30.172 Damit ist die höchste heilige Fadenschmückung erläutert, Lotusäugiger. Sie schützt die Verehrer auf Erden vor den Folgen von Unterlassung, Übermaß und ähnlichen Fehlern.

30.173 Durch ihren hingebungsvollen Vollzug wird ein Brahmane vedakundig, ein Kshatriya wohlhabend, von großer Kraft und mit ununterbrochener Nachkommenschaft versehen,

30.174 ein Vaishya reich an Geld und Getreide und ein Shudra glücklich. Die Frucht unzähliger Gaben von Kühen, Land und Gold,

30.175 die täglich ein ganzes Leben von hundert Jahren hindurch bis zur Erfüllung der höchsten Lebensspanne gegeben werden, erlangt der Mensch dadurch.

30.176 Wenn seine Zeit gekommen ist, begibt er sich aus eigenem Erkennen zum Heiligtum Haris und gibt den Körper auf, während er sich gesammelt an den Herrn der Mantras erinnert.

30.177 In mondhellen himmlischen Fahrzeugen, begleitet von göttlichen Frauen, von Luftfächern erfrischt und von den Göttern geehrt, gelangt er zum Himmel.

30.178 Nachdem er die reichen Genüsse der verschiedenen Welten erfahren hat, erlangt er nach langer Zeit wiederum menschliches Dasein.

30.179 Zu günstiger Zeit, an einem heilsamen Ort und in einer guten Familie wird er geboren. Wenn die Kindheit vorüber und die Gesamtheit seiner Fähigkeiten entfaltet ist,

30.180 wenn die unterscheidende Vernunft erwacht, wird er durch die Übung früherer Geburten mit Handeln, Denken und Reden ganz Narayana ergeben.

30.181 Stets widmet er sich den heiligen Verrichtungen, ist einsichtig, dem Heiligen zugewandt, von wahrhaftiger Tatkraft, ungeteilt und rein im Innern und meidet schädliche Gemeinschaft.

30.182 Frei von Krankheit und Kummer, mit Kindern und Ehefrau versehen, bewahrt vor vorzeitigem Tod, erlangt er reine Erkenntnis.

30.183 Dann gelangt er zur Weißen Insel, die selbst für Götter und andere Erkennende schwer erreichbar ist. Nachdem er dort den Weltenherrn geschaut hat,

30.184 erreicht der ganz dessen Verehrung ergebene Mensch das höchste Brahmansein. Auch diejenigen, die sehen, wie dem Weltenherrn die heilige Schnur angelegt wird,

30.185 und die anderen, die sich darüber freuen, gelangen zur Götterstadt Amaravati. Wer die heilige, Verfehlungen tilgende Ordnung hört,

30.186 erlangt das Verdienst von Opfer, Wohltätigkeit und den übrigen guten Werken. Eine Frau, die keine andere Zuflucht hat und von ihrem Ehemann dazu angehalten wird,

30.187 hingebungsvoll, treu und rechtschaffen in Handeln, Denken und Rede, ihrem Mann ohne Feindseligkeit zugewandt und sorgfältig in der vollständigen Ausführung,

30.188 bringt dem Weltursprung die heilige Fadengirlande dar, Lotusgeborener. Dadurch erlangt sie bald unvergleichliches gutes Geschick.

30.189 Nach dem Ende ihres Körpers wird sie von himmlischen Frauen und Göttern verehrt. [Die anschließende Aussage über Arundhati und die anderen vorbildlichen Frauen ist in ihrer Blickrichtung nicht eindeutig überliefert.]

30.190 Schließlich erlangt sie die Erkenntnis, durch die man die unvergängliche Stätte erreicht, und führt ihre Angehörigen aus den Folgen schlechter Handlungen empor, Lotusgeborener.

30.191 Wenn ein Mantrakundiger dem alldurchdringenden Herrn in seiner Mantragestalt aus Zuneigung den Schmuck unter dem Namen seiner Ahnen, beginnend mit dem Vater, darbringt,

30.192 gelangen diese aus einem schlechten in einen guten Zustand, wie durch das Übergeben der Gebeine an den himmlischen Strom. Wie Nektar für die Götter und Gangawasser für die Menschen,

30.193 wie die Ahnenopfergabe für die Ahnen, so ist der heilige Fadenschmuck für die dem Ritual Ergebenen, Lotusgeborener: läuternd und Wohlergehen mehrend,

30.194 sämtliche Fehler und Ängste vernichtend, alle Bedrängnisse beseitigend, jegliches Glück gewährend und die verborgenen Lehren offenbarend.

30.195 Wer ein aufrichtiger Verehrer des Erhabenen ist und einen Mantra empfangen hat oder durch die Übung früherer Geburten beständig zur Verehrung gelangt ist,

30.196 ganz ungeteilt dem höchsten Vishnu, dem höchsten Selbst ergeben, soll sich mit großer Sorgfalt an einen Lehrer wenden.

30.197 Ist der eigene Guru nicht anwesend oder nicht mehr verfügbar, Lotusgeborener, soll die Handlung durch einen anderen Guru erfolgen, den man darum bittet.

30.198 Dieser darf weder in Handeln, Denken noch Rede ein anderer, ungeeigneter Mensch sein. Ein in einer anderen Lehrüberlieferung stehender Lehrer soll von meinen ganz mir ergebenen Verehrern

30.199 nicht um die heilige Fadenschmückung und entsprechende Handlungen gebeten werden. Auch wenn ich als der im Innern Gegenwärtige den Menschen kenne, der sich mir ganz zugewandt hat,

30.200 erkenne ich den Guru aufgrund seiner tiefen Hingabe als erfüllt an; der Schüler wiederum betrachtet den Guru durch seine Hingabe als den ihm zugekommenen Retter.

30.201 Wo die geistigen Ausrichtungen dieser drei – Schüler, Lehrer und Mantra – übereinstimmen, dort liegen Befreiung und Vollkommenheiten.

30.202 Wer dies weiß und dennoch ohne Hingabe als Mantralehrer für hingebungsvolle Schüler auftritt, der gerät als Unwürdiger in einen Höllenzustand.

30.203 Die zuvor erworbene Hingabe der Verehrer kann durch den Umgang mit ihm, durch sein Verhalten und durch die Herabsetzung von Mantra und Gottheit allmählich Schaden nehmen. [Das Verb der Hauptlesung ist gestört; diese Richtung ergibt sich aus dem unmittelbaren Zusammenhang.]

30.204 Daher gilt: Dasjenige, worauf die eigene innere Ausrichtung klar bezogen ist, kann für einen selbst und für andere Vollendung bewirken.

30.205 Wo bei den Lehrern unerschütterliche Hingabe besteht und die Schüler gerade nach dieser Verehrung verlangen,

30.206 dort wird der Herr der Mantras erfreut gegenwärtig, Lotusgeborener. Die Handlung eines Vollendeten, der Gleichmut besitzt und innerlich nicht mehr handelt,

30.207 unterscheide von der Handlung eines anderen Menschen; bei diesem soll sie von Hingabe getragen sein. Die auf den Herrn gerichtete Hingabe wird mit ungeteilter ehelicher Treue verglichen.

30.208 Vollständig, durch ihre acht Glieder gekennzeichnet und durch Vertrauen gereinigt, schenkt sie Befreiung. Eine andere Ausrichtung kann zwar besondere Fähigkeiten gewähren, bringt jedoch wechselhafte Früchte.

30.209 Ich stehe allem als unbeteiligter Zeuge gegenüber und kenne die innere Absicht in Wahrheit. Wenn die Hingabe dieser beiden an mich unerschütterlich ist,

30.210 erweise ich dem Schüler in meiner Mantragestalt durch den Mund des Gurus Gnade. Deshalb darf ein hingebungsvoller Mensch niemals von einem Lehrer ohne Hingabe eingeweiht werden.

30.211 Ebenso soll ein tief hingebungsvoller Lehrer keinen Menschen ohne Hingabe in diese Verehrung einführen. Durch einen Guru ohne Hingabe gerät die Hingabe der Verehrer in Bedrängnis.

30.212 Körperliches und seelisches Leiden nehmen dann von Augenblick zu Augenblick zu. Die innere Vergegenwärtigung nimmt eine verderbliche Richtung an, wodurch der Mensch in einen niedrigen Zustand gelangt.

30.213 Durch einen Guru, der keine andere Zuflucht kennt, schwinden dagegen die zweifachen und dreifachen Fehler der Verehrer bald, Lotusgeborener.

30.214 Ein zur Unterweisung angenommener Schüler ohne Hingabe, hochmütig und nachlässig in der Praxis, verursacht dem Guru großen Rufschaden und Feindschaft. [Die genaue grammatische Verbindung ist gestört.]

30.215 Auch dem Eingeweihten droht die Begegnung mit schwer erträglichen Fehlern. Deshalb sollen beide mit aller Sorgfalt, um die noch unsichtbare Frucht zu erlangen,

30.216 das Vorgeschriebene vollziehen, Schüler wie Guru. Ohne Hingabe erlangt man keine geistige Einsicht; ohne Hingabe gelangt man nicht zur Meditation.

30.217 Ohne Hingabe versteht man die heilige Handlung nicht und wird kein wahrer Kenner der Schrift. Einen Menschen ohne Hingabe soll man daher nicht Bildverehrung, Opfer und Feuerverehrung ausführen lassen,

30.218 ihm nicht die Mudras zum Vollzug übertragen und die verpflichtenden Einweihungsregeln nicht eröffnen. Ein Guru, der aus Fehlverhalten oder Habgier Menschen ohne Hingabe an den Weltlehrer,

30.219 die den Sinn verdrehen und sich am Spott erfreuen, aus Verblendung in diese Praxis einführt, gerät in einen Höllenzustand,

30.220 wenn er nicht, von Reue bewegt, die zuvor erklärte Sühne vollzieht. Damit ist, Lotusgeborener, erläutert, wonach du gefragt hast:

30.221 die heilsame Darbringung des Fadenschmucks zum Wohl der Verehrer. Wenn die Regenzeit beginnt, soll sie den in den drei Welten Lebenden,

30.222 den Menschen, Göttern und Vollendeten, die diesem Weg folgen, gelehrt werden. Voller Vertrauen machen sie sich jedes Jahr bereit

30.223 für diese große, dem höchsten Herrn gewidmete Handlung, du Einsichtiger, während der Herr auf seinem Lager ruht und die Jahreszeit voller Blumen und Früchte ist,

30.224 wenn Wolken, begleitet von Kranichen, über den Himmel ziehen und die Erde mit Wasserlilien, blauen Lotusblüten und Kahlara-Blüten geschmückt ist,

30.225 wenn Wälder, Haine und Gärten von frischen Gräsern grünen, die Felder Reis und andere Feldfrüchte tragen und Wasserlachen die Landschaft verschönern.

30.226 Dann erfreut der für Vishnu bereitete heilige Fadenschmuck den im Innern Gegenwärtigen in höchstem Maß. Zuvor ist stets die Handlung seines rituellen Zur-Ruhe-Legens vorgeschrieben, Brahmane.

30.227 Wenn diese beiden Handlungen an den angegebenen Tagen vollzogen sind, sollen die der Praxis Ergebenen die Ordnung der heiligen Verehrung gewissenhaft bewahren, Brahmane.

Kapitelabschluss: In der Paushkara Samhita, der großen Upanishad des heiligen Pancharatra, endet das dreißigste Kapitel mit dem Namen „Darbringung des heiligen Fadenschmucks“.


Kapitel 31: Religiöses Leben, Feste, Gelübde und Darbringung der Speise

Der Erhabene sprach:

31.1 Nachdem die heilige Fadenschmückung dargebracht ist, soll die viermonatige Zeit mit verschiedenen, in der Welt geehrten Disziplinen eingehalten werden, du Einsichtiger.

31.2 Man verehre das Lager des Gottes der Götter; höre seine Ordnung. Auf einem Lager aus Gold oder anderem geeigneten Material, mit Edelsteinen besetzt und in allen Teilen schön gestaltet,

31.3 dem Erhabenen angemessen, mit Kampferduft erfüllt, mit weißem Sonnenschirm, Yakhaarwedeln und schönen kleinen Glocken geschmückt,

31.4 mit Siegesgirlanden, goldenen Stützen und Füßen sowie einem himmlisch schönen Baldachin, mit Safran und anderen Kostbarkeiten verziert,

31.5 oben geschmückt, seitlich und darüber von Tüchern umgeben, mit Muskat, geröstetem Reis und den verschiedenen Samen versehen,

31.6 in den Zwischenrichtungen mit Bildtüchern ausgestattet, reichlich mit guten Blumen bestreut und von edelsteinartigen Lampen erhellt – auf diesem Lager vergegenwärtige man

31.7 den Herrn der Schlangen inmitten des Milchozeans, mit tausend Hauben als Kronen, weiß wie Schnee, Jasmin und Mond, du Einsichtiger.

31.8 Mit Om, seinem eigenen Namen und dem abschließenden Laut samt Punkt meditiere man über ihn, verehre und preise ihn, verneige sich und erbitte seine Gunst.

31.9 Darauf lege man das für die rituelle Handlung bestimmte Kultbild, mit Halsketten und Oberarmschmuck versehen, mit Sandelholz, Kampfer und Safran gesalbt und von Blumen umgeben,

31.10 in feines Gewebe gehüllt und mit den vorgesehenen Stoffen beräuchert. Man verwende den eigenen Mantrakeim und die Worte: „Om. Verehrung dem Gemahl Lakshmis.“

31.11 Dies spreche man aus und verehre ihn innerlich in der Reihenfolge seiner Haupt- und Nebenglieder, mit den Lauten des zwölfsilbigen Mantras, verbunden mit den jeweiligen Namen.

31.12 Fehlt ein solches Kultbild, richte man nach der beschriebenen Ordnung eine heilsame Sitz- beziehungsweise Lagerform aus Darbhahalmen her.

31.13 Aus dem inneren Raum des eigenen Herzlotus lege man den vorzüglichen Mantra darauf nieder, inmitten der Hülle der Kräfte, in der die übrigen Erscheinungen aufgehen. [Ein Wort in der Beschreibung der Kräfte ist verderbt.]

31.14 Durch meditative Vergegenwärtigung gebe man den Erscheinungen Gestalt. Man bringe ein unbenutztes, ganz reines Gewand dar, das dem göttlichen Leib angemessen ist,

31.15 lege es darüber und verehre mit Blumen, Räucherwerk und Salben. Man vergegenwärtige die Kraft des Bewusstseins, in die sämtliche Wirklichkeitsprinzipien zurückgenommen sind.

31.16 Rechts betrachte man die als Selbstbewusstsein bezeichnete Gestalt mit erhobenem Yakhaarwedel, links entsprechend die Nacht der Erkenntnis mit einem Palmblattfächer in der Hand.

31.17 Die höchste Schlafkraft vergegenwärtige man an den Lotusfüßen, eifrig im sanften Massieren, sie mit ihren Lotushänden liebkosend.

31.18 Shri selbst ist unmittelbar gegenwärtig und hält die göttlichen Füße. Ihr entspricht als höchste göttliche Wirklichkeit die Seligkeit, die Gestalt Brahmans.

31.19 Ihre Augen sind voller Staunen über die im Innern erfahrene Freude der Erinnerung. Diese Gestalten sind mit den aus ihren eigenen Namen bestehenden, mit Om beginnenden Mantras zu verehren.

31.20 Nachdem die Menschen, die die viermonatige Disziplin einhalten, das Lager des Gottes der Götter so wie beschrieben eingerichtet haben, Lotusgeborener,

31.21 sollen sie dort täglich verehren, reinigen und die Fläche bestreichen: mit Erde, Mineralfarben oder wohlriechenden Stoffen wie Sandelholz.

31.22 Dazu gehören Räucherwerk und Licht, kühlende Luft durch den Fächer und Ehrendienste mit kaltem, von Kampfer und Sandelholz durchzogenem Wasser.

31.23 Mit Bananenblättern, Wasserlilien, Lotusblüten und blauen Lotusblüten stille man die Hitze und vollziehe immer wieder die Verehrung.

31.24 Es erklinge süßer Gesang, begleitet von Flöte und Vina. Sind so zwei Monate vergangen und ertönt der Donner der Wolken am Himmel,

31.25 dann erwacht im Monat Bhadrapada am zwölften Mondtag zu Beginn der Nacht der den Sinnen unzugängliche Gott der Götter ein wenig, Brahmane.

31.26 Zum Erhalt der Götter wendet er sich auf die rechte Seite und gibt seine Rückenlage auf.

31.27 Im Yogaschlaf bewirkt er Hervorbringung und Auflösung des Weltkeimes, der im Kreis der Lebenswinde gegründet ist, Paushkara.

31.28 Man entferne die Decke von der ursprünglichen Mondscheibe. Im Monat Ashvayuja, am zwölften Mondtag bei Sonnenuntergang, [ist die zeitliche Verbindung zum Folgenden nicht eindeutig].

31.29 In der Nacht des Monats Kartika verlässt der höchste Herr sein göttliches Lager. Der Herr der Götter erhebt sich und besteigt den König der Vögel.

31.30 Um die Fehler in sämtlichen Welten und ihren Wegen zu besänftigen, zieht der Unermessliche umher und erfreut die Götter und die anderen Wesen.

31.31 Dabei schaut er auf die von ihm in dieser Welt begründete Ordnung des Dharma. Die Verehrer sollen diese göttliche Bewegung als großes Fest begehen,

31.32 mit verschiedenen Feiern, Gaben, Mantrarezitation und heilsamen Nachtwachen, mit Tanz, Gesang, freudigem Spiel und Lachen.

31.33 Frohgemut, gesammelt und dem Herrn ehrfürchtig zugewandt, sollen sie an einem Ort verweilen, Brahmane, stets mit ungeteiltem Geist.

31.34 Den verbleibenden Teil des Monats sollen die dazu fähigen, der Askese ergebenen Menschen wiederum an ihrem eigenen Aufenthaltsort oder an einem göttlichen Heiligtum einhalten.

31.35 Dies kann während zwölf oder sechs heilsamer Nächte geschehen, Brahmane; bei fehlender Kraft während drei Nächten oder eines Tages mit seiner Nacht, Lotusgeborener.

31.36 Diese vier Zeitformen verbringe man mit Essen erst am Abend. Die besonders Vishnu ergebenen Menschen, die ein Monatsfasten auf sich genommen haben,

31.37 sollen am Ende drei, zwei oder eine Nacht dem Unwandelbaren wachend widmen, mit heiligen Erzählungen, Lobgesängen und Liedern,

31.38 mit süßer Musik, Tanz, freudenspendendem heiterem Spiel, Siegesrufen, Verneigungen und Händeklatschen.

31.39 Den Wohnsitz Shris verehre man mit Feueropfer, Meditation und Japa sowie mit vollständigen Ehrengaben, beginnend mit den sechs Geschmacksarten,

31.40 mit Ehrenwasser, Salben, Girlanden und gutem Räucherwerk. In der Brahmastunde des zwölften Mondtages verehre man Hari in seiner Mantragestalt,

31.41 begleitet vom Klang der Muschelhörner, großen und kleinen Trommeln und den mannigfaltigen lauten Rufen der Lobpreiser, du Einsichtiger.

31.42 Mit immer wieder erschallenden Siegesrufen und Hymnen des Erwachens richte man ihn von seinem Lager auf.

31.43 Dann verehre man ihn mit großem Aufwand der Reihe nach im Mandala und an den anderen Stätten, mit den beschriebenen vollständigen Gaben, beginnend mit einem feierlichen Bad,

31.44 mit vielen großen Lampen, Schalen mit Keimlingen, Früchten vom Jackfruchtbaum und anderen Bäumen, benetzt mit Honig, geklärter Butter und Sesam,

31.45 mit Blumen, Ehrenwasser und Sandelholz, geschmückt mit heiligen Schnüren, mit Blütenbüscheln von Malati, Jasmin und anderen Pflanzen,

31.46 mit geraden Zweigen von Kadamba, Mango und heiligem Baum, in durch Schnüre verbundenen Gestellen, verehrt mit Safran und den übrigen Duftstoffen,

31.47 mit Gaben von Kühen, Land und Gold sowie schönen bunten Überwürfen. Nach der Verehrung bis zum Feueropfer führe man ihn durch Dorf, Stadt oder Haus,

31.48 auf einem heiligen, geschmückten Wagen mit dem göttlichen Rad, mit Mantra- und Waffengefäß oder mit dem entsprechenden Kultbild.

31.49 Heiliger Gesang, Lieder und Instrumentalmusik begleiten ihn; Tänzerinnen beziehungsweise Kurtisanen und Verehrer des Erhabenen ziehen zusammen mit den Stadtbewohnern mit,

31.50 ebenso Wandermönche und keusche Schüler, die Japa und Lobpreis pflegen. Der Wagen trage ein großes Banner und sei von einem weißen Schirm überdacht.

31.51 Man entzünde wohlriechenden Weihrauch und gesondert Guggulu; so führe man den Wagen im Umzug und verteile Vermögen an Bedürftige.

31.52 Dann umschreite man ihn rechtsherum und verneige sich vierfach vor Purushottama, voller Hingabe mit dem ganzen Körper lang ausgestreckt auf der Erde.

31.53 Ob er auf dem Wagen oder im Tempel weilt: Man preise ihn im Geist, wiederhole sein Mantra und streue Ehrengaben, Blumen, gerösteten Reis, Senfkörner und Früchte.

31.54 Wie man den Gott in einer Richtung geschaut hat, so vergegenwärtige man ihn in allen Richtungen. Man umschreite das ganze Heiligtum, wodurch ich meine Gegenwart darin festige.

31.55 In der Hingabe seiner Verehrer ist der erhabene Herr durch Richtung, Zeit und dergleichen nicht beschränkt. Diese Umschreitung nach rechts ist allen verkörperten Wesen gemeinsam zugänglich.

31.56 Wenn dieses Umschreiten geübt und in seinem Sinn erkannt wird, gewährt es die unvergängliche Stätte. Man kann es auf Knien und Händen oder allein auf den Knien vollziehen.

31.57 Einmal am Ende des Jahres, zu den drei Tagesübergängen, an den zwölften Mondtagen oder einmal nach der Verehrung vollziehe man es mit geneigtem Haupt.

31.58 Durch diese Verehrung wird die innere Ausrichtung rasch gestärkt. Den Handelnden gewährt sie ihre Frucht; nach dem Ende des Körpers folgen der Reihe nach die erhabenen Welten. [Der erste Halbvers ist textlich gestört.]

31.59 Wer die Verehrung vollzogen hat, verneige sich in höchster Hingabe vor Adhokshaja. Mit ehrfürchtigen Niederwerfungen verbunden soll er ihn durch rechtsläufiges Umschreiten verehren.

31.60 Der Herr gewährt dem Hingebungsvollen, der seine Füße verehrt, die Frucht des Besuchs aller heiligen Stätten und der Pilgerschaft zu allen heiligen Badeplätzen.

31.61 Wer die Gestalt Haris, dessen Wesen Mantra ist, rechtsherum umschritten hat, wird von den aus dem Werden entspringenden Verfehlungen verlassen, als hätten auch diese ihn umschritten.

31.62 Für Hingebungsvolle mit geläutertem Inneren, die in den Dienst des Herrn eingeweiht sind, ist dies ein vorzügliches Tun auf dem glückverheißenden Weg.

31.63 Weil die Umwandlung einer Sphäre der Erkenntnis gleicht und sich wie ein Rad dreht, gewährt sie stets Heil und vermindert die Anhäufung der leidbringenden Kräfte.

31.64 Die dem Dienst des Erhabenen ergebenen Verehrer, die im Tempel wohnen, und auch die übrigen sollen mit Handlung, Rede und Sinnen die entsprechende Verehrung vollziehen.

31.65 Innerhalb von Vishnus innerstem Heiligtum oder in der Halle vor dessen Eingang vollziehe man die Verneigungen; das gewöhnliche Umschreiten unterbleibt dort.

31.66 Denn bei dem im Feuer gegenwärtigen Herrn gilt der Anblick der Handrückseite als fehlerhaft. Entsprechend kann eine unpassende Körperhaltung gegenüber den Mantragestalten den Erfolg verhindern. [Die genaue Begründung ist schwer verständlich überliefert.]

31.67 In unmittelbarer innerer Nähe des Herrn vollziehe man das Umschreiten auf Knien. Ein anderes Umhergehen auf den Füßen ist dort für die Verehrer unzulässig, Brahmane.

31.68 Wer dabei Schuhe oder Sandalen trägt, einen Schirm oder Turban führt, auf einem Fahrzeug, Pferd oder in einer Sänfte sitzt oder Betel und dergleichen kaut,

31.69 wer einen Ziervogel, einen Stab, Spiegel oder Fächer mit sich führt, laut lacht, vergnügt aufseufzt oder viel redet,

31.70 Wer dabei Vergnügungen und Spiele betreibt, zornigen Sinnes oder von Eile ergriffen ist, erlangt durch dieses Umhergehen nicht die ersehnte heilsame Frucht.

31.71 Darum soll derjenige, der Heil ersehnt, dies stets mit ungeteilter Aufmerksamkeit und mit ganz auf ihn gerichtetem Inneren tun – ob der Herr im Haus, Tempel oder auf dem Wagen weilt.

31.72 Denn es gewährt reiche Frucht bei geringer Mühsal, o großer Weiser: an einem einzigen Bild [vollzogen], ist es unermesslich und führt zur großen, höchsten Befreiung.

31.73 Nachdem man so umschritten und eine Handvoll Blumen dargebracht hat, nehme man die Mantragestalt vom Wagen herab, beginnend mit der auf dem Rad gegründeten Form.

31.74 Erneut verehre man sie, vollziehe Mudras und falte die Hände. Mit geklärter Butter und den weiteren Gaben sättige man sie und bringe eine heilsame vollständige Schlussgabe dar.

31.75 Durch Ehrenwasser, Räucherwerk und die übrigen Gaben bitte man den höchsten Geist um Verzeihung. Wagen, Gefäße und Schirm samt angemessener Gabe

31.76 sowie das Lager überreiche man dem eigenen Guru, Brahmane, bei dessen Abwesenheit den Brahmanen. Mit beiden Knien auf der Erde und gefalteten Händen spreche man:

31.77 O anfangloser Gott, Herr über alles! Mögen die Menschen durch dieses Werk einen in jeder Hinsicht glückverheißenden Weg erlangen, und mögest du höchste Freude daran finden.

31.78 Danach bewirte man die Brahmanen mit verschiedenen Speisen und Getränken, voller Vertrauen und mit einer abschließenden Gabe, zur Sättigung der Ahnenlinie.

31.79 Zusammen mit Angehörigen und Dienern vollziehe man die anschließende Verehrung. Wenn die Mittel vorhanden sind, soll dies ruhig und ohne Hast geschehen, Lotusgeborener.

31.80 Der Gott auf dem heiligen Wagen, im Heiligtum, im Dorf oder in der Stadt, auf dem Festgefährt gegenwärtig, soll auch von den Göttern geschaut werden.

31.81 So ist das herbstliche Kaumudi-Fest der Verehrer erläutert. Seine Frucht beginnt mit dem Wohnen in derselben göttlichen Welt und richtet sich nach der inneren Ausrichtung.

31.82 All dies, beginnend mit der heiligen Fadenschmückung, ist für die innerlich gereiften Verehrer so beschrieben worden, Lotusgeborener.

31.83 Wer wegen mangelnder Selbständigkeit, fehlender Kraft oder fehlenden Vermögens nicht dazu imstande ist, Brahmane, kann es an den zwölften Mondtagen im Lauf des Jahres vollziehen.

31.84 Auch wenn die Nachtfeier nicht möglich ist, sollen die Verehrer die viermonatige Disziplin bis zum Ende des bezeichneten Waage-Zeitabschnitts einhalten.

31.85 Ist der zwölfte Mondtag im Verhältnis zum Waage-Zeitabschnitt vorzeitig vergangen, vollziehe man alles in der Nacht, denn dieser Mondtag besitzt Vorrang. [Die Kalenderbedingung im ersten Halbvers ist beschädigt.]

31.86 Ebenso halte man das vorzügliche fünftägige Gelübde vom elften Mondtag bis zum Vollmond im Übergang von Waage zu Skorpion ein. [Die Bestimmung „in beiden“ ist nicht eindeutig zu beziehen.]

31.87 Man verzichte dabei auf Honig und Fleisch, berauschende Getränke und Geschlechtsverkehr, auf das Töten von Wildtieren und das Fällen von Bäumen,

31.88 auf das Abbrennen von Wald, das Aufgraben der Erde mit Hacken und ähnlichen Werkzeugen, auf das Schlagen von Rindern und anderen Tieren sowie auf Tötung, Fesselung und dergleichen bei Menschen,

31.89 auf nächtliches Umherziehen und – nach der historischen Vorschrift – den Umgang mit Menschen außerhalb der Ständeordnung, ferner auf üppige Reisgerichte und Ölmassagen. All dies soll sorgfältig vermieden werden.

Die feierliche Begießung der Verehrer

31.90 Für gläubige Verehrer ist jedes Jahr am Tag nach dem Abschluss, Lotusgeborener,

31.91 eine feierliche Begießung vorgeschrieben, damit Segen, Frieden und Heil erlangt werden. Aus der Absicht, Gnade zu erweisen, vollziehe sie ein vorzüglicher Lehrer,

31.92 bei dessen Abwesenheit die Mutter, der Vater oder ältere Ritualkundige; für einen Sadhaka können auch andere Sadhakas eintreten.

31.93 Man lasse den Empfänger auf einem glückverheißenden Sitz mit Lotus und Svastika Platz nehmen, auf einem mit Schnüren entworfenen neunmittelpunktigen oder achtblättrigen Lotus,

31.94 mit Safran und anderen Stoffen gezeichnet oder reich mit Blumen ausgefüllt, mit feinen Tüchern bedeckt oder mit den beschriebenen Farbpulvern gestaltet.

31.95 Dazu gehören die zuvor aufgestellten oder neun neuen vollständigen Gefäße nach der beschriebenen Ordnung sowie Schalen mit gekeimten Samen und heilsamen Gerstensprossen.

31.96 Joghurt, Spiegel, guter Schirm, Blumen und weitere glückverheißende Dinge seien vorhanden, alle vorgesehenen Samen und wohlriechende Stoffe wie Bilvafrüchte,

31.97 Segenslieder, Instrumentalmusik und heiliger Rezitationsklang. Lehrer, die Pancharatra kennen und Japa und Meditation ergeben sind,

31.98 die in der wahren Agamalehre von Hervorbringung, Auflösung und Brahman stehen, begleiten die Handlung mit Kalebassen-Vina, Muschelhorn, Flöte und Glockenklang.

31.99 Die Opferhalle sei geschmückt mit Flammen, Blumen, vollen Krügen, Zweigen heiliger Bäume und verschieden gekleideten jungen Frauen,

31.100 rings umgeben von Kühen, Stieren und jungen Kälbern, die Durvagras und andere Gräser kauen, und erfüllt von Gruppen der Lobpreiser.

31.101 Zur Erlangung höchsten Gedeihens, mit allen Kräften ausgestattet, und zum Erreichen der wahren, ewigen, unvergänglichen Stätte des Unwandelbaren

31.102 ist dieses Bad für die Verehrer vorgeschrieben, Paushkara. Nach der zuvor genannten Ordnung weihe man die Gegenstände der Reihe nach.

31.103 Neun mit Wasser gefüllte Krüge aus Gold oder anderem geeigneten Material, mit Edelsteinen besetzt und nach der zuvor beschriebenen Art gestaltet, sind aufzustellen.

31.104 In allen vergegenwärtige man zunächst Varuna auf einem Schlangengefährt, mit den Handgesten des Segens und der Furchtlosigkeit, einen Strom von Nektar hervorbringend.

31.105 Süßwasser- und Milchozean betrachte man als zu einer Einheit gelangt, auf einem wunderbaren Makara reitend, ein kostbares Gefäß in der erhobenen Hand,

31.106 mit segnender Hand; überall sei der Ozean im Wasser gegenwärtig. Im Osten betrachte man die aus Narayanas Fuß hervorgegangene Ganga mit einem Wasserkrug.

31.107 Im Südosten die von den Göttern verehrte Yamuna auf einer Schildkröte, im Süden Sarasvati auf einem mit dem Frosch verbundenen Lotus,

31.108 als sanft strömend und die Fesseln lösend. Im Südwesten erscheint die betreffende Flussgestalt auf einem Stier, im Westen mit Löwenantlitz. [Die beiden Namen werden hier nicht ausdrücklich genannt.]

31.109 Im nordwestlichen Krug betrachte man Airavati auf einem Elefanten, im nordöstlichen Lotus und Krug Vitasta auf einem Fisch.

31.110 Hinzu kommen Narmada auf einem Büffel, die von den Göttern verehrte Samanga, Drishadvati, Devika, Paroshni und die als Badaba bezeichnete Flussgestalt,

31.111 sowie Sindhu in den acht Richtungen ringsum der Reihe nach oder in zusätzlichen Krügen. Alle sitzen auf Lotusblüten und halten Wasserkrüge erhoben,

31.112 mit Blütenbüscheln geschmückt, Wasser ausgießend. Durch die mit den Mantras der Gestalten von Vasudeva an 108-mal geweihten

31.113 und verehrten Wasser vollziehe man die Begießung, damit alle Früchte erlangt werden. Dabei meditiere man ebenso auf der goldenen oder entsprechend gestalteten Grundlage, im Lotus innerhalb des Rades,

31.114 über die Flüsse, den Ozean und Varuna in der beschriebenen, zuvor bereiteten Anordnung, reich an kostbaren Perlen und Edelsteinen, mit Svastikas und anderen Zeichen geschmückt.

31.115 Auf den zwölf Speichen walten die Monatsherren von Keshava an; sämtliche Gliedgottheiten sind gegenwärtig, durch Mantraeinsetzung gefestigt.

31.116 Mit diesem Wasser kann auch das heilsame Abschlussbad vollzogen werden. Wer es täglich auf das Haupt nimmt und ehrfürchtig grüßt,

31.117 wird von allen Fehlern frei und erlangt Segen und Gedeihen. Die Frucht der Bäder an sämtlichen heiligen Orten bis zu den Meeren und in den Flüssen von der Ganga an

31.118 erlangt der innerlich gereifte Mensch, der im Unwandelbaren Zuflucht sucht. Nach dem Abschlussbad ist der Sadhaka erfreut.

31.119 Um die Stätte des Erhabenen zu erlangen, besprenge er sich selbst mit dem Wasser von den Füßen des Gurus, mit der rechten Hand und unter innerer Erinnerung an den eigenen Mantra,

31.120 auf dem Haupt, mit der nach oben geöffneten Muschelhorn-Mudra. Dann lege er die durchnässten Gewänder ab und ziehe andere an.

31.121 Wie zuvor schmücke er den Körper mit Turban und den weiteren Kleidungsstücken, mit Blumen, Düften und Schmuck, und nehme anschließend auf dem Sitz Platz.

31.122 Mit dem Waffenmantra vollziehe man die zuvor erklärte Abwehr. Nach der Mantraeinsetzung nehme er freudig die mit glückverheißendem Ehrenwasser eingeleiteten Gaben entgegen,

31.123 alle königlichen Insignien bis zu Schirm und Yakhaarwedel, aus der Hand des vorzüglichen Lehrers. Danach erhebe er sich von seinem Sitz,

31.124 verneige sich vor dem Weltenherrn, dem höchsten, unvergänglichen Herrn, und begebe sich zusammen mit dem Lehrer zur Feueropferstätte.

31.125 Mit Blumen, Girlanden, Duft, Räucherwerk, Früchten und Samen fülle er die hohlen Hände und vollziehe die Verehrung des Herrn in der Feuerhalle.

31.126 Im Herzen des Herrn der Mantras eingedenk, setze er sich dem Feuer gegenüber. Mit einer durch Mantra geweihten, mit Wasser verbundenen Darbhaunterlage

31.127 berühre man wie zuvor den ganzen reinen Körper vom Scheitel an in meditativer Sammlung. Man vollziehe die Mantraeinsetzung auf den Körper und vergegenwärtige den Mantra in der Handfläche.

31.128 Mit Duft, Blumen und Ehrenwasser bringe man ihn am Scheitel, am Kopf und im Herzen an. Eine Schnur, Blumengirlande oder Darbhagirlande weihe man mit den entsprechenden Lauten. [Die genaue Gliederung der ersten Körperstellen ist unsicher.]

31.129 Nachdem sie am eigenen Gewand, am Gürtelfaden, an der heiligen Schnur und am Ellbogen ordnungsgemäß angebracht wurde, gebe man sie in die Lotushand des Schülers.

31.130 So wird die Einheit mit dem von den göttlichen Eigenschaften erfüllten Feuer hergestellt, damit ihm sämtliche Vollkommenheiten bis zur Befreiung zugänglich werden.

31.131 Erneut vollziehe der Guru das Feueropfer bis zur vollständigen Schlussgabe mit den sieben zusammengefügten Brenn- und Opferstoffen, denen Zucker zugesetzt ist.

31.132 In die Mitte der Mantragestalt opfere er 108-mal, tausendmal oder zehntausendmal, Brahmane, und bringe danach die vollständige Schlussgabe dar.

31.133 Den mit Darbha versehenen Opferlöffel lege man mit der Öffnung nach unten über den anderen Löffel. Nach dessen Verehrung mit Blumen und den übrigen Gaben fülle man den Löffel mit geklärter Butter.

31.134 Man verehre ihn mit wohlriechenden Blumen und Ehrenwasser beziehungsweise trockenen Blumen. Anschließend opfere man Butter in der angegebenen Zahl oder der Hälfte davon.

31.135 Nach der Verehrung bringe man wiederum die vollständige Schlussgabe wie beschrieben dar, ausgehend von hundert, tausend, zehntausend oder hunderttausend Gaben, du mit reinem Blick.

31.136 Mit Erkenntnisbewusstsein bringe man für die zuvor genannten Gestalten jeweils ein Viertel dar; dieselbe Menge für den Herzmantra und die folgenden Glieder, danach für sämtliche

31.137 Gefährtinnen des höchsten Herrn die Hälfte davon, Paushkara. Dann opfere man der Reihe nach für alle Kennzeichen, Schmuckstücke und weiteren Gestalten.

31.138 Für die Mantras von Grundlage und Sitz, für die sechs Zeitgestalten und für Guru und die folgenden Empfänger ist die Hälfte der für die Kennzeichen vorgesehenen Sättigung vorgeschrieben.

31.139 Für Weltenhüter samt Waffen und für Torhüter opfere man, Lotusgeborener, der Reihe nach vom Guru an jeweils die Hälfte der vorhergehenden Menge.

31.140 Ergibt die Halbierung einer ungeraden Zahl keine ganze Opfergabe, erhöhe man auf die nächste ganze Zahl. Dies gilt beim Butteropfer und ebenso bei Lotusgaben und den übrigen Stoffen, vorzüglicher Brahmane.

31.141 Brennhölzer von heiligen Opferbäumen, von den als rein und erkenntnisbezogen bezeichneten Bäumen sowie von Milchsaftbäumen tränke man in den drei süßen Stoffen.

31.142 Der Mantrakundige opfere sie vorschriftsmäßig und führe die Mantragruppen der Reihe nach zur Sättigung, mit vollständigen Gaben und den anteilig vollzogenen Opfern.

31.143 Den Überwinder aller Welthindernisse mit seinen Gliedern sättige man durch eine nach eigenem Ermessen bestimmte Opferzahl bis zur Schlussgabe. Ebenso verfahre man am Ende mit dem Feuer, Brahmane.

31.144 Nachdem die Mantraentfaltung im Herzen vergegenwärtigt ist, führe man sie bis zur vollständigen Schlussgabe zur Sättigung. Nach Vollendung des Feueropfers bringe man eine Handvoll Blumen dar.

31.145 Mit der Asche zeichne man dem Schüler ein Tilaka oder das senkrechte Vishnuzeichen. An den jeweiligen Körperstellen verwende man der Reihe nach Herz-, Schutzpanzer- und Kopfmantra.

31.146 Der Herzmantra ist stets bei allen Handlungen einzusetzen; alle ihm zugehörigen Verrichtungen vollziehe man beständig mit ihm.

31.147 So verfahre man mit demjenigen, der das Wesen sämtlicher Mantras verkörpert. Nach dem Übergießen gebe man die aus der Löffelöffnung gefallenen Wassertropfen

31.148 mit der Hand auf das Haupt und anschließend Wasser aus dem Gefäß des rituell herbeigebrachten Wassers. Dieses Feueropfer ist zuvor für den nach Befreiung Strebenden ohne eigennütziges Begehren beschrieben worden.

31.149 Auch für einen nach Befreiung Strebenden, der noch Wünsche besitzt, vollziehe man es in der geschmückten Form. Der Allwissende im Herzen billigt nicht jedes Begehrte. [Die Verneinung der Hauptlesung bleibt hier erhalten.]

31.150 Er schenkt seinen Verehrern selbst ungefragt den Himmel. Was wäre ihm unmöglich zu geben? Deshalb soll man das Bitten um besondere Gaben aufgeben.

31.151 Nur dies soll ein Mensch, der die Verehrung vollzogen hat, stets vom höchsten, unvergänglichen Herrn erbitten, du Einsichtiger:

31.152 „Schenke mir höchste Hingabe, durch die du mir gnädig wirst. Wenn du mir gewogen bist, Herr der Götter, was hätte ich dann auf Erden nicht erlangt?“

31.153 Damit ist die Ordnung der feierlichen Begießung beschrieben, Lotusäugiger. Nach ihrer Vollendung ist man zum Hören der Lehre des Erhabenen befähigt.

31.154 Man erlangt die göttliche, Vishnu zugehörige Stellung der Befähigung, durch die ein tief Hingebungsvoller sich aus der Bedrängnis des Daseinskreislaufs emporführt.

31.155 Nach der Darbringung der Krüge bringe man außerhalb des Mandalas, nach rechts fortschreitend, geröstetes Mehl, Sesamzubereitungen und die übrigen Gaben dar, Paushkara.

31.156 In allen Richtungen gebe man den zum Erhabenen gehörenden Wesen ihre Gabe mit Wasser. Danach verwende man Sesamwasser, Honig, Butter, Duft und Blumen

31.157 sowie Reis für die Ahnenhandlung vor dem Feuer, wie zuvor. Außerhalb der Feuergrube werden die Gaben entsprechend der Anordnung außerhalb des Mandalas dargebracht.

31.158 Nach dem rituellen Wasserschluck verehre man den Ungeborenen im Krug, in der Feuergrube und im Mandala und bitte um Nachsicht. [Die nähere Bestimmung der abschließenden Ehrung ist gestört.]

31.159 Der Reihe nach beräuchere man ihn mit seinen Gliedern und seinem Gefolge, bitte ihn um Verzeihung und bringe trockene Blumen und weitere Gaben dar.

31.160 Nach der Verehrung des Feuers und der vorgeschriebenen Verneigung nehme man dessen Kraft mit dem Herzmantra und der Rücknahme-Mudra in das eigene Selbst auf.

31.161 Die großen und kleinen Opferlöffel entlasse man aus ihrer rituellen Funktion und vollziehe das Übergießen mit Wasser. Wasser aus dem bereitgestellten Gefäß gebe man vom Opferplatz auf das eigene Haupt.

31.162 Dann nehme man die in den beiden anderen Stätten gegenwärtige Gestalt des Unwandelbaren ins Herz zurück und entferne die Streu. Mit Honig, Milch und Wasser

31.163 behandle man den Opferboden und die Feuerstätte, Lotusgeborener. Alle Gaben vom Ehrenwasser an sammle man ein und übergebe sie dem Wasser.

31.164 Zum Segen des Schülers vollziehe man die anschließende Verehrung. Der Schüler seinerseits verehre den Guru wie den Erhabenen.

31.165 Nach dieser Übergabe und nach dem inneren Selbstopfer soll der Schüler von nun an die Mantraverehrung in rechter Weise ausführen.

31.166 Mein Sohn, aus Verblendung, Trägheit oder ähnlichen Fehlern darf die Verehrung des Herrn nicht absichtlich aufgegeben werden,

31.167 ebenso wenig Japa, Feueropfer, Bad und die vorgeschriebenen Gaben, das Sprechen der Lobgesänge, das Nachdenken über die Schrift und ihr Hören,

31.168 oder ihre Erläuterung für Menschen von empfänglicher Einsicht, die Narayana ergeben sind, die Weisung ehrfürchtig annehmen und sich zu den Füßen verneigen.

Die Speise als innere Opfergabe

31.169 Danach erhalte man das Leben durch das Essen der dargebrachten Speise und die übrigen notwendigen Verrichtungen. Diejenigen, die nach dem Fasten die dem höchsten Herrn dargebrachte Speise essen,

31.170 nachdem die vorgesehenen Anteile verteilt wurden, sind Menschen mit geläutertem Körper. Sie sind unter den Menschen zu ehren und selbst von den Vollendeten zu achten.

31.171 Die eigene Selbstwirklichkeit ist dabei zu erkennen. Stets ist vorgesehen, dass der Mensch durch sich selbst zur Verwirklichung des Selbst diese Speise opfert.

31.172 Mit dem Rest der Opfergabe, mit Wasser, Früchten und anderen Gaben wird dieses innere Nachopfer vollzogen; erkenne darin das vom Selbst im Selbst dargebrachte Opfer.

31.173 Wer täglich vor der eigentlichen Mahlzeit die geweihte Gabe zu sich nimmt und dadurch ihre Kraft in die Lebenskraft aufnimmt,

31.174 mit innerer Hingabe verbunden, auf dem guten Weg stehend und fest in seinem Gelübde, der gelangt am Ende des Körpers mühelos zur unvergänglichen Stätte.

31.175 Die Menschen von heilsamem Handeln, die dieses göttliche Gelübde bewahren, stehen an der Spitze aller Gelübdehaltenden und Opfernden.

31.176 Was Vishnu, dessen Wesen Mantra-Brahman ist, vorschriftsmäßig dargebracht wurde, ist als heilsam zu erkennen. Man vergegenwärtige es wiederum als fruchtbare Saat:

31.177 „Dies ist jenes unsterbliche Brahman, dies ist unvergängliches Leben. Dies ist Erkenntnis, dies ist Wirkkraft, dies ist Vishnus Leuchten.

31.178 Dies ist der ungeteilte Mond, der selbst als Speise gegenwärtig ist. Der Erhabene wirkt als Regenspender, damit die nährenden Gaben entstehen.

31.179 Als Feuer im Herzen genießt der höchste Herr, der Lenker. Durch seine Kraft begnadet, bin ich der Geist, der in der Natur gegenwärtig ist.“

31.180 So erkenne man in der vor einem stehenden Speise den Geber der Nahrung und den, der sie genießt. Wie das äußere Feuer durch die Gabe geklärter Butter angeregt wird,

31.181 so wird der im Körper gegenwärtige Herr als Opferfeuer durch Wasser angeregt. Der nährende Saft der sechsfachen Speise besitzt sechs Eigenschaften.

31.182 Das Selbst als Brahman richte sich dadurch, zunächst mit einer kleinen vorbereitenden Gabe, auf das Opfer aus. Dann opfere man die Speise langsam.

31.183 Mit den vorderen Fingergliedern bringe man zuerst vier Gaben dar, entsprechend den vier göttlichen Selbstgestalten; oder drei Gaben im Hinblick auf den vierten Zustand.

31.184 Danach esse man die Bissen mit dem Wurzelmantra und dem Herzmantra. Mit gereinigtem Mund und gereinigter Hand trinke man am Ende das durch Mantra geweihte Wasser,

31.185 das in der Meditation von den Lotusfüßen des Herrn herabfließt, oder Wasser vom zuvor eingesetzten Kultbild, das seine Gestalt trägt.

31.186 Denn dieses Wasser ist ganz von jener Gegenwart erfüllt: Es tilgt alle Fehler, stillt sämtliche Bedrängnisse und schenkt stets alles Wohlergehen.

31.187 Es ist reinigender als sämtliche heiligen Badeorte und Mantras, Lotusgeborener. Daher soll man am Ende der Mahlzeit zur Sättigung des inneren Feuers

31.188 mit beständiger innerer Hingabe Wasser trinken wie einen Butterguss. Beim Trinken aus der Brahmanstelle der Hand rezitiere man den Mantra zweimal oder viermal der Reihe nach.

31.189 So ist die unvergleichliche Größe der nach der Darbringung verbleibenden, als geweihte Speise bezeichneten Gabe zu verstehen, wie erläutert.

31.190 Nach dem Opfer sättige man stets die Ahnen und gebe geeigneten Verehrern des höchsten Herrn davon, zur Freude des alldurchdringenden Herrn.

31.191 Wer so die Größe der dem Unwandelbaren dargebrachten Speise erkennt und sie vorschriftsmäßig zu sich nimmt, gelangt zur Gleichheit mit dem Unwandelbaren.

31.192 Ein Kenner der Gelübde und besonders ein Verehrer des Weltursprungs soll diese Ordnung stets wie das Leben, ja mehr als das Leben, bewahren.

31.193 Durch Speisegaben und die übrigen Handlungen nach dieser Ordnung, angemessen den eigenen Kräften, wird der höchste Herr ihm gegenüber von höchster Freude erfüllt.

31.194 Wer den Kennern der Wirklichkeit des Erhabenen die verehrte Speise, das gestaltgewordene höchste Brahman, schenkt, der hat damit alles geschenkt.

31.195 Am Ende eines Gelübdes, an heiligen Orten wie Tempeln, zu günstigen Stunden, Mondtagen und astrologischen Aufgangszeiten

31.196 wird die dem Erhabenen geweihte Gabe unvergänglich. Sie werde vor ihm geeigneten Empfängern gegeben; dadurch wird der den Sinnen Unzugängliche erfreut.

31.197 Der seiner eigenen Disziplin Ergebene soll dagegen die Weitergabe an ungeeignete Empfänger, Menschen ohne Hingabe, Leugner der heiligen Ordnung und Menschen von schlechter Gesinnung sorgfältig vermeiden,

31.198 ebenso – nach der hier geltenden historischen Zugangsordnung – an Frauen, Shudras, Tiere und insbesondere bezahlte Diener. Ein Mantrakundiger, mit oder ohne besonderes Begehren, der in einem heiligen Gelübde steht,

31.199 gerät selbst als Vollendeter aus seiner Stellung, wenn er die durch Mantra geweihte Opfergabe an die ausgeschlossenen Empfänger gibt; um wie viel mehr gilt dies für jemanden, der erst aufsteigen möchte.

Die Einschränkungen dieser Passage betreffen die hier beschriebene initiationsgebundene Speisegabe. Sie geben die soziale und rituelle Ordnung des historischen Textes wieder; die vorhergehende Lehre über Nahrung als göttliche Gabe darf nicht mit einer allgemeinen Empfehlung sozialer Ausgrenzung gleichgesetzt werden.

Gelübde und Verehrung im gewöhnlichen Leben

Paushkara sprach:

31.200 Herr der Götter, ich möchte kurz und im Zusammenhang die von dir erwähnte Ordnung des dem Erhabenen gewidmeten religiösen Lebens in der Welt erkennen.

Der Erhabene sprach:

31.201 Mit rechtmäßig erworbenem Vermögen, ob reichlich oder gering, richte man eine Handlung auf den unvergänglichen Gott aus, sei der Anlass ungünstig oder günstig.

31.202 Man vollziehe sie zur Freude des Erhabenen zusammen mit Teilnehmern, die von ihm erfüllt sind. Zwar gelten solche Handlungen wie die vedischen Opfer als begrenzte Früchte und den Himmel gewährend,

31.203 doch dies gilt für diejenigen, die solche Früchte begehren. Den Verehrern ohne eigennütziges Begehren gewähren sie gewiss die Welt des Unwandelbaren.

31.204 Verschiedene Formen der Askese, etwa das Krichchhra- und das Chandrayana-Gelübde, schenken, wenn sie zur Freude des Erhabenen vollzogen werden, die jeweils erstrebten Ergebnisse.

31.205 Was man davon für die Dauer des eigenen Lebens zur Freude des höchsten Herrn auf sich nimmt und ohne Verbitterung bewahrt,

31.206 das trägt bald als göttliche Erkenntnis Frucht. Wer einen heiligen Ort aufsucht und den dort gegenwärtigen Unvergänglichen

31.207 oder seine Gegenwart auf einer bereiteten Fläche unablässig mit Blättern, Blumen und anderen Gaben verehrt, im Gelübde gefestigt, voller Hingabe und ungeteilten Geistes,

31.208 dem wird durch die Gnade des Gottes der Götter eine erhabene Stellung zuteil. Solange er lebt, empfängt er Verehrung wie Vishnu.

31.209 Am Ende seines Körpers gelangt er zur Weißen Insel, als ein Wissender, erfüllt von Hingabe und Vertrauen und ganz Narayana ergeben,

31.210 auf himmlischen Fahrzeugen und auf dem mit Licht beginnenden Weg, du Einsichtiger. Wer mit anerkannten, wohlriechenden, das Herz erfreuenden Blumen und guten Früchten

31.211 den Unwandelbaren voller Hingabe im Wald oder im Gebirge verehrt, erlangt viele erwünschte Güter, selbst ohne darum zu bitten.

31.212 Am Ende seines Körpers wird er von Indra und den übrigen Göttern wie der Erhabene verehrt. In einem Vishnuheiligtum göttlichen, durch Vollendete begründeten oder menschlichen Ursprungs

31.213 vollziehe man die Handlung mit Sammlung und Hingabe: ein großes Bad mit Milch und anderen Stoffen, eine Salbung mit Sandelholz, Aloeholz, Kampfer und Safran,

31.214 die Umhüllung mit kostbaren weißen, gelben und roten feinen Gewändern, mit einer heiligen Schnur und einem schönen Obergewand, Brahmane.

31.215 Sind die Mittel vorhanden, schmücke man ihn mit goldenen, von Edelsteinen glänzenden Schmuckstücken und danach mit Blumen und vorzüglichen Girlanden bis zu den Füßen.

31.216 Man beräuchere ihn mit gutem, von Butter benetztem Guggul und verehre ihn mit vielen großen Lampen, gefüllt mit Sesamöl oder geklärter Butter.

31.217 Danach bringe man unbenutzte, neue, ganz weiße oder gefärbte Stoffumhüllungen dar, in die duftende Rinde, Kardamom und andere Stoffe eingelegt sind.

31.218 Dem so verehrten Herrn gebe man Joghurt mit Honig und Butter sowie verschiedene reine Speisegaben, Essbares, Früchte und Wurzeln.

31.219 Reine, klare, kühle und süße Getränke, mit Rinde, Kardamom und den weiteren zerriebenen Gewürzen versehen und mit Räucherduft und Kampfer durchzogen,

31.220 dazu Kokoswasser, dienen seiner Sättigung. Nach der Speisegabe reiche man vorzügliches Duftwasser für den rituellen Mundschluck.

31.221 Dann gebe man ein unbenutztes, neues, weißes Tuch zum Abtrocknen und anschließend Betel, mit Kampferpulver und zerriebenem Sandelholz durchzogen,

31.222 von vorzüglicher Art und mit Arekanuss. Dazu kommen Shali-Reis, Hülsenfrüchte und anderes Getreide, Sesam und weiße Senfkörner,

31.223 gelber Duftstoff, Bilvafrucht, Blumen, Durvagras, Amalaka-Frucht, Joghurt, neuer weißer feiner Stoff und ein rechtsgewundenes Muschelhorn.

31.224 Man lege dies in ein mit Tamala- und anderen Blättern ausgekleidetes Metall- oder Flechtgefäß, mit Ehrenwasser und Blumen versehen. In die Mitte lege man

31.225 nach den eigenen Kräften ein bestimmtes Gewicht ganz reinen Goldes. Mit beiden Knien auf der Erde und geneigtem Haupt

31.226 halte man das Gefäß in beiden nach oben geöffneten Händen und bringe es dem Weltenherrn dar, zur Vervollständigung sämtlicher Gaben, bester Brahmane.

31.227 Dadurch erlangen die nach guten Früchten Strebenden die Erfüllung ihrer Wünsche; die Wunschlosen hingegen werden dadurch mit dem höchsten Selbst verbunden.

31.228 Yakschweifwedel, Fächer und andere Darbringungen, Gegenstände zum Ruhen und Sitzen sowie Saiteninstrumente …

31.229 … große Trommeln, Mridangas und die weiteren [Musikinstrumente]: Man prüfe sie mit dem eigenen Verständnis als Gaben, die das Herz erfreuen.

31.230 Wenn möglich, bringe man sie alle dar; wenn dies nicht möglich ist, im Geist. So verehre man voller Vertrauen und Hingabe mit den [auch] von Göttern geehrten Gaben.

31.231 Nachdem er nach Wunsch die Genüsse der Welten vom Himmel bis zur Wahrheitswelt erfahren hat, gelangt er nach entsprechender Zeit und gemäß dem göttlichen Willen

31.232 auf dem von den dazu gehörenden göttlichen Wesen gezeigten großen Weg, Weiser, in die Welten der Erscheinungs- und Entfaltungsformen des Herrn und verweilt dort viele Hunderte von Weltaltern.

31.233 Nachdem er dort Erkenntnis erlangt hat oder wieder auf die Erde herabgestiegen ist, geht er sogleich in dem erhabenen Herrn auf, dessen Wesen unermesslich ist.

31.234 Die Verehrung Achyutas an heiligen Stätten, Tempeln und heiligen Badeplätzen ist hier in einigen Grundzügen erklärt worden, damit für die Hingebungsvollen das Werden zur Ruhe kommt.

31.235 Höre nun die Verehrung Haris nach Maßgabe der Zeit, damit das gebundene Dasein der Verehrer endet, deren Inneres allein Vishnu ergeben ist.

31.236 An heiligen Tagen soll man ihn mit reichlichen, reinen Gaben verehren, die auf rechtmäßige Weise erworben wurden, voller Vertrauen und Hingabe.

31.237 An besonderen Anlässen und stets ohne innere Unruhe verehre man ihn auch zu günstigen Zeitpunkten, die durch himmlische, atmosphärische oder irdische Zeichen bestimmt sind.

31.238 Besonders geeignet sind die zwölften Mondtage beider Monatshälften sowie die örtlich überlieferten, aus anderen Agamas bekannten Tage,

31.239 sofern ihre heiligen Handlungen nicht durch die Verehrung einer anderen Gottheit mit dieser Ordnung in Konflikt geraten. Mit Milch, Wurzeln und Früchten bereite man sich am bezeichneten vorausgehenden Tag vor. [Die Kalenderbezeichnung am Versende ist beschädigt.]

31.240 Zur Reinigung des Innern trinke man anschließend die fünffache Kuhgabe, mit Wasser von den Füßen des Kultbildes verbunden, aus einem Blattgefäß,

31.241 zusammen mit Wasser, in dem Gold, Darbha und kostbare Edelsteine gewaschen wurden. Nach diesem Fasten verehre man Keshava wie zuvor.

31.242 Mit Gold, Speise, Wasser, Kühen, Land, schwarzen Antilopenfellen und den weiteren dargebrachten Gaben erfreue man den lotusäugigen Unwandelbaren.

31.243 Wer seine Weisung ehrfürchtig annimmt und die Gaben einem von ihm erfüllten Empfänger überreicht, erlangt durch Hingabe die Stätte des Erhabenen. [Die Bestimmung des nach einer Frucht Strebenden ist im Übergang zum folgenden Vers nicht ganz eindeutig.]

31.244 Wer dagegen eine besondere Frucht begehrt, dem reift dies als himmlischer Genuss während vieler Hunderte Millionen von Weltaltern, du Einsichtiger.

31.245 Für den mit langem Leben, Gesundheit, guten Dienern, Kindern und Ehefrau versehenen Menschen gilt: Eine an Aufgangszeichen, Stunden oder Mondtage gebundene Handlung, die vergessen wurde,

31.246 bereite man mit wachem Geist zunächst bis auf den noch ausstehenden Teil vor. Sobald die heilige Zeit eintritt, vollende man den Rest.

31.247 Der Abschluss reicht bis zur vollständigen Schlussgabe, mit Ehrenwasser, Blumen sowie Gold, Kühen und den übrigen Gaben. Man kann die Ordnung einen oder zwei Tage, drei oder sechs Tage,

31.248 zwölf Tage oder beide Monatshälften hindurch vorschriftsmäßig einhalten. Vor dem Abschlusstag des Gelübdes verbringe man die Zeit mit Nachtwache und den zugehörigen Übungen,

31.249 Mit Mantrawiederholung, Feueropfer, Verehrung, Meditation, Verneigungen und rechtsläufigem Umschreiten sowie heiligen Erzählungen und Lobgesängen soll man [die Zeit] unermüdlich verbringen.

31.250 Am Morgen oder zur entsprechenden Nachtzeit des heiligen Tages vollziehe man, beginnend mit dem Bad, alles bis zum Opfer in das Feuer der Lebenskraft.

31.251 Außerhalb des vorgeschriebenen Zeitbezugs zum Sonnenaufgang ist eine nächtliche Ausführung unzulässig, Brahmane. [Die genaue zeitliche Einschränkung bleibt im Wortlaut unsicher.] Man bereite gekochte Speise mit Wasser für die Brahmanen

31.252 und gebe sie gut zubereitet, mit Opferbutter versehen, vor dem Erhabenen. Zuvor nehme man das Wasser von den göttlichen Füßen sowie Sesam und gute Früchte zu sich.

31.253 Man rieche ehrfürchtig an der Opfergabe, berühre sie erneut und esse vor der eigentlichen Mahlzeit davon, damit Unheil vergeht.

31.254 Man erweise ihr Verehrung, damit beständige Freude, Glück und gutes Geschick entstehen. So berücksichtigen die Kenner der Gelübde, die vom Erhabenen erfüllt sind, den Beginn des kommenden Tages.

31.255 Entsprechend ist der erste Tag eines Gelübdes zu bestimmen. [Die anschließende Vorschrift über einen zu vermeidenden Gelübdetag ist im Wortlaut unklar.] Wer einen guten weiteren Weg für die Nachkommen wünscht, beachte diese Unterscheidung sorgfältig.

31.256 Stets soll ein reiner, vom Folgetag her bestimmter Mondtag gewählt werden; ist er mit einem Anteil des vorausgehenden Tages verbunden, besitzt diese Verbindung besonderes Gewicht. [Die technische Kalenderbezeichnung wird in der Überlieferung uneinheitlich und schwer verständlich verwendet.]

31.257 Wenn ein Fastentag nur mit einem geringen Anteil des vorangehenden Tages verbunden ist und in dieser Form allgemein anerkannt ist,

31.258 entsteht daraus für die dem Fasten ergebenen Menschen kein Fehler, insbesondere für Verehrer ohne eigennütziges Begehren, die dem Gelübde ganz ergeben sind.

31.259 Für Menschen, die eine bestimmte Frucht begehren und sich an die genaue Ordnung der Handlungen binden, ist die betreffende Vermischung dagegen beim Fasten wie beim Essen ausgeschlossen.

31.260 Für die Verehrer wird diese Zeitbestimmung zu einem untergeordneten Bestandteil ihrer Hingabe, sofern dadurch bei der Verehrung des Unwandelbaren keine Trübung des Geistes entsteht.

31.261 Wer zum Fasten nicht imstande ist, aber dem heiligen Handeln und Brahman ergeben bleibt, soll die gesamte Ordnung mit Gaben ausführen. [Der Vergleich im ersten Halbvers ist unsicher.]

31.262 Als ein vom Erhabenen erfüllter Mensch vollziehe er dies an einem anderen Tag entsprechend der Fastenordnung. Ist er zu den erforderlichen Verrichtungen nicht fähig, so verehre er den Guru,

31.263 erfreue ihn und bitte um Nachsicht, damit die dem Weltlehrer zugewandte Lebensführung erhalten bleibt. [Es folgt eine Zeitbestimmung über einen halben Tag oder etwas weniger beziehungsweise mehr.]

31.264 Ist der vorausgehende Tag in dieser Weise mit dem Anfangstag verbunden, so kann man den Entschluss unter regelmäßigem Essen erst am Abend fassen.

31.265 Daraus entsteht eine besonders große Frucht des Fastens. Am Gelübdetag vollende man sämtliche Gaben und die übrigen Schritte.

31.266 Noch am selben Tag soll der Fastende das innere Selbstopfer vollziehen. Der Tag werde mit Verehrung des Weltenherrn und den übrigen Handlungen erfüllt.

31.267 Ein erst am anderen Tag ausgeführter Rest kann die bezeichnete Wirksamkeit verfehlen. Anders verhält es sich bei einem Menschen, dessen Aufgabe bereits erfüllt ist. [Die genaue Abgrenzung des zweiten Halbverses ist schwierig.]

31.268 Durch das vorzeitige Aufgeben eines noch nicht beendeten Zeitabschnitts oder das Nichtaufgreifen des folgenden entstehen die betreffenden Unterschiede. Man erkenne daher bei ineinander übergehenden Mondtagen, was zu meiden und was zu wählen ist.

31.269 Vasudeva, der unvergängliche Herr und das Selbst der Gebieter der Mondtage, ist zu Beginn der Festzeiten der Reihe nach mit Fasten zu verehren,

31.270 in beiden Monatshälften oder nach Wahl nur in der hellen. Am ersten Tag erscheint der Erhabene als Großvater Brahma, Lotusgeborener.

31.271 Man verehre ihn vorschriftsmäßig mit hingebungsvollem Geist, entsprechend in beiden Monatshälften oder nur in einer.

31.272 So verbringe man die Zeit nach rechter Ordnung mit Gaben und Feueropfern nach den eigenen Kräften. Am zweiten Mondtag erscheint er als der Schöpfer Dhatr, am dritten als Hari selbst.

31.273 Am vierten Tag verehre man ihn als den Beherrscher und Zügler, am fünften als Unsterblichkeit, am sechsten als den Herrn der Kraft.

31.274 Am siebten gilt er als Erkenntnisgestalt, danach als Allselbst; am neunten als das Selbst der Vollkommenheit, danach als der erhabene Dharma.

31.275 Es folgen der Gottesherr als Ishana und als Sonne, die die Richtungen erhellt; am dreizehnten erscheint er als Begehren, danach als Zeit, du Einsichtiger.

31.276 Schließlich ist der Erhabene das als Ahnenwesen bezeichnete Selbst. Dies sind die unterschiedlichen Gestalten des Weltenherrn für Handlungen mit besonderen Zielen und zur Erlangung des jeweils Gewünschten.

31.277 Mit Ehrenwasser, Blumen und den weiteren Gaben und Verrichtungen ist er zu verehren. Für die entsprechende Verehrung des ersten Tages verehre man Brahma ein Jahr hindurch.

31.278 Wer Fülle der Rede wünscht, verehre entsprechend den unvergänglichen Schöpfer Dhatr; zur Beseitigung von Hindernissen auf dem Befreiungsweg und zum Gelingen der Befreiung verehre man Hari.

31.279 Zur Besänftigung von Unrecht und zur Selbstbeherrschung verehre man Yama; für langes Leben und zunehmende Gesundheit am fünften Mondtag den Herrn des Nektars.

31.280 Für die Entfaltung von Kraft verehre man am sechsten den unvergänglichen Herrn der Kraft. Zur vollständigen Erkenntnis des eigenen Bewusstseins verehre man den entsprechenden Herrn des folgenden Tages.

31.281 Für Fülle verehre man das Allselbst, zur Erlangung der drei Arten von Vollkommenheit den Herrn des neunten Tages; danach den Geber des rechten Dharma.

31.282 Am zehnten Mondtag ist dieser Tagesherr zu verehren, du Einsichtiger; am elften verehre der nach Wissen Strebende den großen Herrn der Erkenntnis.

31.283 Für große Leuchtkraft und Wirkmacht verehre man den Herrn des zwölften Tages; für das Erlangen vorzüglicher Frauen und kostbarer Güter am dreizehnten dessen Herrn.

31.284 Zum Überwinden von Zeit und Tod verehre man stets die Zeitgestalt; zur Beruhigung der dreifachen Schuld verehre man den höchsten Herrn.

31.285 So ist der Herr des fünfzehnten Tages stets zu ehren. Obwohl die Verehrung der Mondtagsgottheiten an den jeweiligen Tagen erläutert wurde, Brahmane,

31.286 ist dies nicht in dieser zielgebundenen Form für Brahmanen vorgeschrieben, die ausschließlich dem Einen ergeben sind und keine besondere Frucht begehren. Für sie gilt der elfte Mondtag beider Monatshälften,

31.287 in der bezeichneten, vom Folgetag her bestimmten oder entsprechend verschobenen Form. [Die technische Kalenderbezeichnung ist unsicher.] Obwohl die beiden Mondtage mit zwei Tagesgottheiten verbunden erläutert wurden,

31.288 beginnend mit dem elften, so ist diese Zuordnung doch untergeordnet, bester Brahmane. Die hauptsächliche Gegenwart ist der Unwandelbare.

31.289 Dies betrifft nicht nur jene Tage, sondern ebenso die gesamte übrige Erscheinungswelt und die Manus als Lehrer dieser Weltordnung, Paushkara.

31.290 Alles ist so eingerichtet worden aus dem Wunsch, den Verehrern Gnade zu erweisen. Es geht aus der vollkommenen Stätte des Herrn hervor. [Der Schluss ist grammatisch gestört.]

31.291 Wer für ein Jahresgelübde des Fastens einen aufrichtigen Entschluss gefasst und ihn durch das Ausgießen von Wasser bekräftigt hat,

31.292 soll im zwölften Monat alles bis zum abschließenden Nachopfer am zwölften Mondtag vollenden. Andernfalls wird die Frucht des Jahres

31.293 vergeblich, wenn der Abschluss auf den dreizehnten Mondtag verschoben wird. Nach freier Wahl kann man dagegen an einem gewünschten elften Mondtag

31.294 ein Gelübde von einer Nacht oder längerer Dauer beginnen, zur Erlangung der drei weltlichen Lebensziele oder voller Hingabe ohne solches Fruchtbegehren, Brahmane.

31.295 Wer an keiner Erscheinung haftet, erfährt dadurch keinen Fehler. Verehrung und inneres Selbstopfer können im genannten Grenzfall am dreizehnten Tag vor beziehungsweise beim Beginn der angegebenen Tageszeit erfolgen. [Die genaue Zeitverbindung ist unsicher.]

31.296 Dies reicht gegebenenfalls bis zum Ende des ersten Tagesviertels. Wenn der zwölfte Mondtag um ein Tagesviertel kürzer oder länger ausfällt, Brahmane,

31.297 und dadurch in den dreizehnten hineinreicht, du Einsichtiger, darf man die noch bestehende Möglichkeit nicht aus Nachlässigkeit oder bloßer Vorliebe beiseiteschieben.

31.298 Wer eigenmächtig die erforderlichen Verrichtungen erst am dreizehnten Tag ausführt, dem entsteht nach der Vaishnava-Ordnung eine schwere Verfehlung.

31.299 Wer die Mantras nicht kennt, widme der Bewirtung der Brahmanen besonderen Raum; der Mantrakundige vollziehe Verehrung, Feueropfer, Japa und Gaben nach seinen Kräften.

31.300 Freudig und sorgfältig soll der Gelübdehaltende sich den Verrichtungen widmen. Dadurch wird die gesamte hauptsächliche Ordnung jeweils erfüllt.

31.301 Für diejenigen, die ihr Gelübde voller Hingabe, ohne Verstellung und Täuschung übernommen haben, gilt die erlaubte Ersatzform als dem eigentlichen Vollzug gleichwertig.

31.302 Denn Hari, der Gott und Herr über alles, wohnt im Herzen eines jeden. Er kennt die innere Gesinnung wahrhaftig und gewährt die ihr entsprechende Frucht.

31.303 Gold, Edelsteine, Wasser, die sechs Geschmacksarten, Sesam, geklärte Butter, heilige Schnur, Sonnenschirm, Schuhe, Gewänder, Kühe und Land,

31.304 Girlanden, Duft, Licht, Getreide und gute Früchte: Dies sind Gaben zur Erfüllung von Wünschen. Zusammen dargebracht, schenken sie das Gewünschte.

31.305 Daher erfreue man den Gott mit den „Wunschkuh“ genannten Kruggaben am zwölften Mondtag, der mit Mittwoch und der Mondstation Shravana verbunden ist, am Fluss oder am Meer,

31.306 zur Erfüllung aller heilsamen Wünsche, zum Wohl aller Wesen, zur Überwindung der Gegensätze und zur Sättigung der Ahnen.

31.307 Durch diese als „Wunschkuh“ bezeichnete Gabe wird der höchste Herr, der sich der Errettung der Welt zuwendet, von höchster Freude erfüllt.

31.308 Unter Berücksichtigung von Ort, Zeit und den übrigen Bedingungen verehre man den Unwandelbaren zu Hause oder im Tempel voller Vertrauen und überreiche die Gabe vorschriftsmäßig.

31.309 [Die einleitende Verneinung ist nicht sicher zu verbinden.] Durch innere Hingabe kann eine ergänzende Form eintreten; als heiliger Ort wird insbesondere der Zusammenfluss von Ganga und Yamuna genannt.

Kapitelabschluss: In der Paushkara Samhita, der großen Upanishad des heiligen Pancharatra, endet das einunddreißigste Kapitel mit dem Namen „Religiöses Leben in der Welt“.

Überlieferte Umfangsangabe: 309 Verse. Die Reihenfolge der Abschnitte ab 31.210 folgt der Hauptgrundlage; ihre Überlieferung weist Umstellungen auf.


Kapitel 32: Unterbrechungen der Verehrung und angemessene Vereinfachungen

Paushkara sprach:

32.1 Erhabener, Herr über Vergangenheit und Zukunft, was geschieht, wenn Menschen, die mit heiligen Mantras verehren, diese Verehrung absichtlich aufgeben?

Der Erhabene sprach:

32.2 Wer mit dem Mantra den Entschluss gefasst hat, die Mantraverehrung auszuüben, soll ihn ohne Überdruss während seines ganzen Lebens bewahren, du Einsichtiger.

32.3 Die ihm anvertrauten Gottheiten soll er mit Handlung, Denken und Rede sorgfältig verehren, nach seiner Kraft und seinen verfügbaren Mitteln.

32.4 Ist er durch Abhängigkeit, fehlende Kraft oder eine Geburt und ähnliche Umstände verhindert, so bitte er vorschriftsmäßig den Guru, die Verehrung zu übernehmen,

32.5 oder einen beherrschten Sohn des Gurus oder einen mit ihm eingeweihten geistigen Bruder, sei dieser jünger oder älter. Andernfalls, Lotusgeborener,

32.6 wird wegen des Verfalls des ursprünglichen Entschlusses eine schwere Sühne nötig. Doch darf man zu diesem Zweck den eigenen Mantra, die Mudras und die übrigen besonderen Mittel

32.7 auch in einer Notlage nicht beliebigen anderen Menschen mitteilen, wenn man nach wahrer Vollendung strebt. Wer aus Verblendung seinen eigenen Mantra, die Mudras und die übrigen Mittel

32.8 anderen Menschen ohne Hingabe offenbart, von dem wendet sich der Herr der Mantras mitsamt der Schar der Vollendeten ab, Brahmane,

32.9 nachdem er ihm großes Leid zugefügt hat. Deshalb sollen die Verehrer ihren eigenen Mantra samt den dazugehörigen Verrichtungen sorgfältig bewahren.

32.10 Außer in Gegenwart des Gurus, des eigenen Sohnes, der Ehefrau und eines aufrichtigen Schülers soll man die Sättigung und Verehrung der Mantragottheit nicht vor anderen vollziehen.

32.11 Auch dort, Lotusgeborener, soll der den vorgeschriebenen Handlungen Ergebene den Mantra innerlich sprechen und die besondere Mantrameditation verborgen halten,

32.12 ebenso die Mudra und die Gebetskette, damit er an der Vollendung teilhat. Hat jemand dagegen ohne förmlichen Mantraempfang

32.13 voller Hingabe ein gereinigtes Götterbild im eigenen Haus aufgestellt, so soll er bei fehlender eigener Befähigung eine geeignete Person mit dessen Verehrung beauftragen:

32.14 einen vorzüglichen Brahmanen, der die fünf täglichen Verehrungszeiten kennt oder den sechs überlieferten Pflichten ergeben ist. Wenn möglich, sichere man ihm einen dauerhaften Unterhalt.

32.15 Dadurch entsteht eine beständige Frucht für dieses und das künftige Leben. Niemals soll man jedoch durch Zwang, Furcht oder Täuschung

32.16 jemanden zur Verehrung der Gottheit veranlassen, weder beim regelmäßigen noch beim gelegentlichen Vollzug. Eine gute Versorgung dient dem Erlangen der vollständigen Frucht, du mit reinem Blick.

32.17 Wer die regelmäßige Verehrung dafür übernommen hat, trägt bei ihrer Unterlassung die nachteilige Folge und hat entsprechend Anteil an ihrer Frucht.

32.18 Deshalb soll ein Mensch, der Heil wünscht, den vereinbarten Unterhalt nicht ausfallen lassen. Für diejenigen, die gelegentlich oder regelmäßig mit der Verehrung beauftragt sind,

32.19 sei es bei öffentlich eingesetzten oder im Haus aufgestellten Gottheiten, gilt: Wessen Unterhalt sie für einen bestimmten Zweck empfangen, du Einsichtiger,

32.20 dem fällt aufgrund dieses Zweckes und seines Entschlusses die ganze betreffende Frucht zu. Deshalb soll der der Verehrung Ergebene den Unterhalt nicht unterbrechen.

32.21 Die Gottheit in ihrer Mantragestalt kennt die wahre Herzensabsicht der beiden, des beauftragenden Hausvaters und des Vollziehenden, Brahmane,

32.22 und gewährt entsprechend die rechte Frucht oder die nachteilige Folge. Wer so den wahren Sinn der Schrift erkannt hat, Lotusgeborener,

32.23 darf keine der vier Selbstgestalten oder Erscheinungsformen des Herrn absichtlich und mit hochmütiger Gesinnung vernachlässigen.

32.24 Das Bild kann aus Stein oder Holz bestehen oder auf Tuch beziehungsweise Wand gemalt sein. Bei Geburt und ähnlichen Anlässen bewahre man nach den eigenen Kräften die regelmäßige Verehrung,

32.25 schütze sie vor Unterbrechung, beachte die in der eigenen Familie vorgeschriebene Zeit und vollziehe die eigene vorübergehende Zurückhaltung mit einem durch Vertrauen gereinigten Geist.

32.26 Bis die Zeit der Reinheit wieder erreicht ist, lasse man die Verehrung durch einen geeigneten Vertreter ausführen. Danach vollziehe man selbst, beginnend mit dem Bad, eine erneute Verehrung zur Bitte um Verzeihung.

32.27 Voller Hingabe bringe man das Feueropfer vorschriftsmäßig dar und gebe dem Guru und den anderen Beteiligten ihre Ehrengaben. Andernfalls wird für den Verehrer eine Sühne nötig, Brahmane,

32.28 wenn die im Haus aufgestellten Gottheiten nicht verehrt wurden. Denn schon die Verehrung der Gottheiten in ihren offenbar gewordenen Gestalten

32.29 schenkt den Menschen Heil. Um wie viel mehr gilt dies, Lotusgeborener, für eine vollständig vorschriftsmäßige Verehrung mit allen erforderlichen Mitteln,

32.30 mit einer Fülle von Gaben, mit Hingabe und Vertrauen, Brahmane, auf dem Weg rechter Lebensführung und mit ganz reiner Einsicht,

32.31 mit Mantras, Mudras, Sitzen und Meditation. Eine solche Verehrung der Gottheiten durch die angemessenen Mittel lässt die Ziele der Verehrer stets gelingen.

32.32 Wer dies erkennt und den Daseinskreislauf fürchtet, darf nicht hochmütig werden, wenn eine Verehrung unterblieben ist, sei sie auf einen Wunsch oder auf einen besonderen Anlass bezogen, Lotusgeborener,

32.33 besonders aber bei der täglichen Verehrung, wenn etwa durch die Abwesenheit der beteiligten Brahmanen oder Verehrer ein Hindernis entsteht. [Eine Verbindung im ersten Halbvers ist unsicher.]

32.34 Man vollziehe das für Götter- beziehungsweise Ahnenhandlungen angemessene Bad, Paushkara, und danach die Übungen von der Atemregelung bis zur Rezitation der hauptsächlichen

32.35 großen Mantras und der als Siddhanta bezeichneten Agamaordnung. Durch ihren Vollzug wird die höchste Frucht erlangt.

32.36 So erkennt man in dieser Welt, Lotusgeborener, bei Göttern, Asuras und Menschen die aus ihrer jeweiligen Natur hervorgehende Lebensweise.

32.37 Die Angehörigen der sozialen Stände und Lebensstadien, die ihre überlieferten Regeln einhalten, Kenner von Puranas und Smriti, Kenner von Veda und Vedanta,

32.38 selbst Weise, die ihren eigenen Pflichten und ihrem Dharma ergeben sind, gelangen nach dieser Lehre nicht zur höchsten Vollendung ohne den Empfang eines Mantras, du Einsichtiger,

32.39 ohne die Ausübung der Siddhantaordnung und den Umgang mit ihren Trägern. Um wie viel weniger gilt dies für wenig einsichtige Menschen, die Habgier und Verblendung verfolgen.

32.40 In diesem Wissen soll man sich sorgfältig der Mantraverehrung, dem Erfreuen der Gurus und dem vertieften Verstehen des Siddhanta und der übrigen Lehren widmen.

32.41 Denn den darin Gefestigten wird die Befreiung unmittelbar erfahrbar, du mit reinem Blick; nicht ebenso den anderen, die sich in bloßen Gedankenkonstruktionen ergehen.

32.42 Den der Erkenntnis und heiligen Handlung Ergebenen werden hier verschiedene Vollkommenheiten zuteil; beim Ende des Körpers gelangen sie jedenfalls zur Befreiung.

Erkenntnis und die Wirklichkeit der rituellen Handlung

Paushkara sprach:

32.43 Herr, ich möchte jetzt das Wesen jener von Erkenntnis durchdrungenen Handlung erkennen, die den Mantrakundigen große Erfüllung gewährt.

Der Erhabene sprach:

32.44 Die im bezeichnenden Mantralaut enthaltenen Wirkungen und die weiteren Verrichtungen werden zu Gliedern innerhalb der Fülle der Gaben des Mantrakundigen.

32.45 Der Verehrer soll dies jeweils zu Beginn erkennen: als reine Bewusstseinsgestalt, die aus eigener Leuchtkraft aufscheint,

32.46 ganz erfüllt von den mannigfaltigen Wirkkräften, die als Gegenstände, Sinne und Elemente bezeichnet werden; diese Kräfte sind wechselseitig hervorgetreten oder zurückgenommen.

32.47 Sie erscheinen in einer bestimmten, durch Selbstzuordnung geprägten Gestalt als erfahrbare Gabe. Zur Erlangung von Erfahrung und Befreiung

32.48 nehmen sie für die Mantraverehrer selbst eine erkennbare, durch Merkmale bestimmte Gestalt als Glieder des Vollzugs an. So besteht diese Ordnung fortwährend.

32.49 Die Erwachten sollen sie nun in der meditativen Vergegenwärtigung erfassen, Lotusäugiger. Es wird dabei keine Wirklichkeit aus etwas völlig Nichtseiendem geschaffen,

32.50 als ob bloßes Vorstellen oder ein Mantra das Nichtseiende zum Seienden machte. Vielmehr dient die Praxis dazu, eine bestehende Wirklichkeit zu erschließen, für diejenigen, die dem Wort Vertrauenswürdiger und dem Agama ergeben sind,

32.51 deren Herzen durch rechte Hingabe an den Unwandelbaren gereinigt wurden. Wie sich durch bloße Beweisführungen nicht begründen lässt, dass Feuer seinem Wesen nach Wasser sei,

32.52 so wird auch Wasser niemals seinem Wesen nach zu Feuer. Wenn ein Mantrakundiger dennoch eine solche Umkehrung sichtbar macht,

32.53 so ist dies eine durch Mantra bewirkte wunderbare Erscheinung. Sie gibt den Verehrern auf dem heilsamen Weg einen Anstoß und dient als mannigfaltiges Zeichen der Bestätigung, Lotusgeborener.

32.54 Der Erhabene aber ist Erkenntnisgestalt. Aus dem Wunsch, seinen Verehrern Gnade zu erweisen, nimmt er die Gabe durch seinen als erfahrbare Gabe gegenwärtigen Anteil auf und genießt sie selbst.

32.55 Zum Heil und zur Befreiung der Verehrer erscheint die Gesamtheit der Gegenstände so in zweifacher Unterscheidung. Deshalb soll man beständig

32.56 diese besonders gekennzeichnete, mit Erkenntnis verbundene Handlung üben, die aus dem Mund eines Vertrauenswürdigen empfangen und durch den Agama bestätigt wurde.

32.57 Der Mantra, der durch Bitte und die weiteren Schritte der Reihe nach herbeikommt, mit Mudra verbunden und in seiner wirklichen Gegenwart vergegenwärtigt, du Einsichtiger,

32.58 kann durch Nachlässigkeit von Unverständigen, deren Geist mit anderen Dingen beschäftigt ist, hinsichtlich seiner Laute vertauscht, durch falsche Betonung verstümmelt

32.59 oder um etwas vermehrt werden. Dies bringt den Mantrakundigen gewöhnlich bald Unheil, Lotusgeborener. Doch auch hier gilt:

32.60 Wird er durch die Wirkmacht tiefer Hingabe für das Herbeirufen und die weiteren Handlungen des vielgestaltigen Bezeichneten eingesetzt,

32.61 so kann er durch dessen Gnadenkraft das Ersehnte gewähren. Denn denen, die in wahrer Hingabe stehen und Zuflucht genommen haben, selbst wenn die Reihenfolge unvollkommen ist,

32.62 erweist der Herr der Mantras bald seine Gunst, sofern ihr Inneres gereift ist. Um wie viel mehr denen, die Erkenntnis und Handlung vollständig verbinden, Paushkara,

32.63 die Hingabe und Vertrauen pflegen und von Lehrern unterwiesen sind, ohne hochmütige Reden und ohne bloß gefällige Worte.

32.64 Das erste große Mittel für die mit Mudras verbundenen Mantras ist die überlieferte, beständige Folge der Gurus.

32.65 Danach kommt die aufrichtige vertrauensvolle Annahme durch den Schüler, Brahmane; anschließend Selbstbeherrschung, von Hingabe getragen und mit der praktischen Handlung verbunden.

32.66 Dann folgt das Verstehen des Agama und schließlich die eigene unmittelbare Erfahrung. Wer dies erkannt hat, soll voller Hingabe und mit den verschiedenen angemessenen Mitteln

32.67 stets einem vertrauenswürdigen Kenner des heiligen Agama dienen, wenn er dem Mantra ergeben ist und sichtbare wie unsichtbare Früchte erstrebt.

32.68 Soweit möglich, soll er täglich nach seinen Kräften für dessen Versorgung, Sicherheit und die übrigen Bedürfnisse Sorge tragen, Paushkara.

32.69 Denn der unvergängliche höchste Herr wirkt in diesem Daseinskreislauf nach seinem göttlichen Willen in der Gestalt des Gurus.

32.70 Wer durch dessen Mund den eigenen Mantra und tiefe Hingabe weiter entfalten möchte, du Einsichtiger, soll daher zuerst ihm

32.71 oder seinem Sohn voller Hingabe beim anschließenden Opfer den ersten Anteil der gekochten Speise darbringen, mit einem ganz zufriedenen Herzen.

32.72 Dies gilt zunächst für den eigenen Guru oder dessen Sohn. Doch auch ein anderer Kenner der Überlieferungsfolge und des Agama, ein ausschließlich dem Einen Ergebener oder ein in den drei Veden Verwurzelter,

32.73 der seine täglichen Pflichten erfüllt hat, zufrieden, friedvollen Geistes und ohne Unruhe ist und mit tiefer Hingabe eingeladen wurde, du Einsichtiger,

32.74 kann den eigenen Übungsmantra, den zwölf-, acht- oder sechssilbigen Mantra, den Hymnus „Dir gehört der Sieg“ oder den Urlaut mit den vorgesehenen Anfangs- und Schlussbestandteilen und dem Keim

32.75 zu einer Einheit verbinden, aufleuchtend wie ein Haufen glühender Kohlen. Mit seinen Gliedern lege er ihn auf die Handfläche und durch die entsprechende Erkenntnis auf den Körper.

32.76 Wenn er, mit dieser göttlichen Gestalt identifiziert, jemandem Gnade erweisend in dessen Haus isst, wird die Gabe für den Gastgeber sogleich von unermesslicher Frucht.

32.77 Der Herr der Mantras wird durch sämtliche Gaben im Mandala und den anderen Stätten oder durch Butter und weitere Gaben im Feuer

32.78 nicht in demselben Maß erfreut wie in seiner Gegenwart im Körper des Lehrers. Daher wähle man einen geeigneten Anlass, etwa im Verlauf einer Monatshälfte,

32.79 eines Monats, eines Jahres oder eines Halbjahres, Lotusgeborener, und verehre den eigenen Mantra in Gegenwart des Gurus besonders sorgfältig.

32.80 Danach verehre man den vorzüglichen Lehrer zur Freude der Ahnen und zum eigenen Wohlergehen bis zum Ende der Nacht,

32.81 mit Gaben vom Wasser für die Füße und Ehrenwasser bis zum Massieren der Füße. Nach den eigenen Kräften erfreue man ihn und überreiche angemessene Mittel zum Unterhalt.

32.82 Wenn er sich zu seinem Haus oder an einen anderen Ort begibt, begleite man ihn ein Stück, du Einsichtiger. Wer so in die Mantraverehrung eingetreten ist,

32.83 aus den verschiedenen Ständen, beginnend mit den Brahmanen, und aus den Lebensstadien vom keuschen Schüler bis zum Bettelmönch, gelangt zur Vollendung.

Eigener Mantra und andere Formen der Gottesverehrung

Paushkara sprach:

32.84 Weltenherr, wenn in jemandes Haus bereits eine Mantragestalt als Kultbild vorhanden ist, eine einzige oder in vielfältigen Formen,

32.85 die er selbst oder seine Vorfahren zuvor voller Hingabe angenommen und mit Mantras eingesetzt haben oder die ein anderer dort hinterlegt hat,

32.86 oder die gegen Entgelt von einem ungeeigneten Menschen, etwa einem Dieb, erworben wurde, und wenn er nun vom eigenen Guru zum Gelingen sichtbarer und unsichtbarer Ziele

32.87 einen Mantra empfangen hat, der das Herz klärt und das Leiden des Daseinskreislaufs tilgt: Darf dieser mit seinen Gliedern und seinem Gefolge jenem Bild zugeordnet werden?

Unnummerierter Halbvers: Erhabener, erkläre, ob dies für den Verehrer vorgeschrieben beziehungsweise zulässig ist oder nicht.

Der Erhabene sprach:

32.88 Eine selbstoffenbarte Gestalt oder ein Bild, das von Göttern, durch Mantra Vollendeten oder ganz vom Erhabenen erfüllten Menschen eingesetzt wurde,

32.89 darf mit den darin gegenwärtigen Mantras und dem eigenen Mantra verbunden werden, Lotusgeborener, damit für den Menschen die göttliche Gegenwart erfahrbar wird.

32.90 Der eigene Mantra samt Gefolge darf jedoch nicht ohne Weiteres stets im Haus einer anders bestimmten Mantragestalt an deren Gliedstellen zugeordnet werden.

32.91 Mit dem eigenen Mantra, verbunden mit seinen Kennzeichen und Gliedern, darf man die im Bild gebundene wie die vom Bild unabhängige Mantragestalt verehren, Brahmane.

32.92 Bei selbstoffenbarten und den zuvor genannten vollkommenen Gestalten kann die gegenseitige Einsetzung der Mantras heilsam sein, du Einsichtiger.

32.93 Wer stets mit gesammeltem Geist die Mantraverehrung ausübt, tilgt den im Körper verbliebenen, vergänglichen Rest der karmischen Bindung.

32.94 Er betrachtet alle Wesen gleich, besonders die Mantras. Ohne diese Voraussetzung ist anderen die eigenmächtige Zuordnung des eigenen Mantras untersagt.

32.95 [Der Vers beschreibt die Zuwendung des Mantrawesens in einer bestimmten Gestalt und setzt sie zum Aufgehen reiner Erkenntnis in Beziehung. Durch die Satzverbindung mit der folgenden Verneinung ist die genaue Einschränkung nicht eindeutig.]

32.96 Nicht untersagt ist dagegen die Verehrung mit dem eigenen Mantra an einem anderen Ort, wobei der eigene Weg den Vorrang behält: zu Hause oder in einem anderen Mandala.

32.97 Auch bei einer zur Verehrung herbeigebrachten Gestalt innerhalb des Mantrarituals entsteht durch die Verwendung des eigenen Mantras kein Fehler; entsprechend gilt dies in Heiligtümern.

32.98 Ist ein Kultbild oder Mandala durch einen Mantra eines anderen Weges erfüllt, so ist dort der ehrfürchtige Anblick zugelassen,

32.99 ebenso eine Blumengabe mit dem eigenen reinen, alldurchdringenden Mantra, in seiner Gestalt als bloßes Bewusstsein. Denn die Mantras, Lotusgeborener,

32.100 besitzen eine gemeinsame, nicht unterschiedene Gestalt als Laut-Brahman. Durch Meditation, Einsetzung und die übrigen Verrichtungen entstehen ihre besonderen gegenseitigen Unterschiede.

32.101 So kann eine gemischte, furchterregende, schädigende Ritualwirkungen gewährende Form entstehen. Der eigene, auf Gnade gerichtete Mantra aus Laut-Brahman

32.102 tritt dagegen in das Verhältnis von Verehrendem und Verehrtem ein, Lotusgeborener. Auch was dort an eine bestimmte Gestalt gebunden ist, besteht ohne die Vorstellung einer gesonderten Erscheinungskraft

32.103 als Laut-Brahman. Wie sollte aus ihrer Einheit eine gewaltsame Gegenwirkung entstehen? Wie der Raum ohne die Begrenzung durch zwei Gefäße eins ist,

32.104 so besteht durch Gnade Einheit zwischen den beiden Lautgestalten, ohne dass eine besondere, Erschütterung hervorrufende Verehrung vollzogen wird. [Die Lesung der zweiten Hälfte ist teilweise unsicher.]

Unnummerierter Halbvers: Dies gilt beim Opfer im eigenen Haus oder Mandala ebenso wie in göttlichen und anderen Heiligtümern.

Paushkara sprach:

32.105 Du, dessen Gestalt das Weltall ist, ich sehe in dieser Welt keinen anderen Weg; denn alles Unbewegliche und Bewegliche besitzt das Wesen Vasudevas.

Der Erhabene sprach:

32.106 Wahr ist, was du gesagt hast, du Einsichtiger. Dennoch gilt für das Wesen, das die heilige Handlung aufgenommen hat und der Hingabe ergeben ist:

32.107 Wo sein Herz wirklich angesprochen wird und in Wahrheit Ruhe findet, dort liegt für den Verehrer der gute Weg, der Vishnu zugehörige, von Klarheit bestimmte Weg.

32.108 Der Herr tritt aus eigenem Antrieb hervor, um der Welt Gnade zu erweisen, als Erscheinungs- und Entfaltungsformen seines reinen, mit sechs Eigenschaften versehenen Wesens.

32.109 Die Agamaüberlieferung und die Handlung, durch die er verehrt wird, erkenne als diesen guten Weg, Brahmane, der beständig die Fülle Brahmans gewährt.

32.110 Was der alldurchdringende Herr dagegen nach seinem Willen innerhalb des Bereichs der Natur als Gottheitsgestalt mit deren Eigenschaften entfaltet,

32.111 das gehört zur Maya und ist mit den Eigenschaften von Erkenntnis an durchsetzt. Erkenne es als von den Naturqualitäten geprägt, gemischt und nicht vollkommen rein.

32.112 Die Schrift und die Ritualordnung, die diese Form ausdrücken, werden im Verhältnis zum zuvor genannten Weg als der nicht höchste Weg bezeichnet, Brahmane.

32.113 Deshalb gilt die ewige, unvergängliche Gestalt, die Erscheinung und Entfaltung genannt wird, als das höchste Mittel zum Erlangen der höchsten Stätte.

32.114 Den Zuflucht Suchenden, deren Inneres gereift ist und die handeln, gewährt sie durch erkenntnisgeleitete Handlung rasch das Erlangen der wahren Stätte.

32.115 Auch für die baldige Erfüllung zielgerichteter Handlungen, Lotusgeborener, sehe ich für diejenigen, die entsprechende Erfahrungen begehren, kein anderes Mittel

32.116 als die überaus feinen Entfaltungs- und Erscheinungsformen. Für die Verehrer des wahren Brahman ist jedoch eine weltgebundene Frucht wie das Erlangen des Himmels aufzugeben.

32.117 [Die erste Aussage über das Erbitten durch Opfer ist beschädigt.] Deshalb soll die Gesamtheit der Maya zugehörigen Gottheiten von denjenigen nicht als eigenständiges Ziel verehrt werden,

32.118 die den beschriebenen guten Weg vollständig angenommen haben. Daher, Lotusgeborener, soll man stets sorgfältig

32.119 und voller Hingabe die Mantras zu den geeigneten Zeiten verehren. Durch ihre Gnade vergeht das dreifache Leiden:

Unnummerierter Halbvers: das durch andere Wesen und die stoffliche Welt bedingte, das im eigenen Körper und Innern entstehende und das durch übermenschliche Mächte bedingte, Lotusgeborener.

Vollständige und verkürzte Praxis

Paushkara sprach:

32.120 Erhabener, welche Frucht erlangen die Mantraverehrer, wenn sie bei ihrer regelmäßigen Verehrung stets Blätter, Blumen und die übrigen Gaben darbringen?

32.121 Welche Frucht entsteht dagegen aus einer ausführlichen Verehrung mit vielen Blumen und anderen Mitteln? Darüber hege ich großen Zweifel.

Der Erhabene sprach:

32.122 Die Gleichheit der Frucht gründet in innerer Hingabe, bester Brahmane. Für arme Verehrer, denen selbst Früchte und Blumen fehlen,

32.123 gilt die entsprechende Frucht ihrer Verehrung ebenso wie für Wohlhabende. [Die nähere Bestimmung über den Verzicht auf Speise ist unsicher.] Was reiche Verehrer durch Feueropfer und ausführliche Verehrung erlangen,

32.124 das erlangen arme Verehrer durch Blumen und ähnliche einfache Gaben. Ebenso kann ein kurzer Augenblick einer ganzen Tages- und Nachtspanne entsprechen.

32.125 Dies gilt für Könige wie für Arme im Verhältnis zur Zeit, die ihre jeweiligen Handlungen zulassen. Doch vernimm hierzu den tatsächlichen Zusammenhang, Lotusgeborener.

32.126 Mit der Fülle reiner Gaben, die einem rechtmäßig verfügbar sind, sollen Konzentration und Meditation über die Mantras vollzogen werden, Paushkara.

32.127 Werden Mudras und Yoga dabei beständig ausführlich geübt, so schenkt diese Verehrung den Verehrern bald Erfahrung und Befreiung.

32.128 Eine hinsichtlich Konzentration und der weiteren inneren Übungen verkürzte Verehrung gewährt die bezeichnete Erfahrung nicht in derselben Weise. Eine durch die Fülle äußerer Gaben bei innerer Verkürzung eingeengte Form

32.129 gewährt den Verehrern die höchste, von Genuss unabhängige Stätte erst nach längerer Zeit. [Der Zusammenhang der beiden Formen in 32.128–129 ist grammatisch schwierig.] Daher soll, wer Heil und die Früchte von Erfahrung und Befreiung erstrebt,

32.130 mit unzerstreuter Einsicht und Hingabe einen Zeitabschnitt wählen, frei von anderen Beschäftigungen, in dem die vorschriftsmäßige Ausführung möglich ist.

32.131 Dann vollziehe man eine vollständige Verehrung mit ausführlicher Konzentration und den übrigen inneren Übungen. Auch wenn Menschen über eine vollständige Fülle äußerer Gaben verfügen,

32.132 besitzt die Hingabe an die eigentliche Handlung besonderes Gewicht, Paushkara. Eine täuschende Haltung raubt Erfahrung und Befreiung; wird sie eindeutig beseitigt,

32.133 kann für die Verehrer die Erfüllung entstehen. Deshalb soll man in der Mantraverehrung niemals den Mut verlieren, auch wenn die stofflichen Mittel fehlen.

32.134 Wer vor allem auf die Fülle der Gaben ausgerichtet ist, Paushkara, steht zunächst auf der Stufe des noch nicht gereiften Menschen, der Erfahrungen und ihre Früchte begehrt.

32.135 Die auf Befreiung gerichtete, bleibende Handlung wird dagegen für wahrhaft Unterscheidende durch einen solchen Mangel nicht zunichtegemacht; sie gewährt das höchste menschliche Ziel.

Paushkara sprach:

32.136 Die in der Welt lebenden Verehrer haben vielerlei Aufgaben; ihr Geist ist ständig mit der Versorgung von Kindern, Ehefrau und anderen Angehörigen beschäftigt.

32.137 Wie kann ihnen eine ausführliche Verehrung gelingen, Unwandelbarer? Zugleich hast du für das Unterlassen der Verehrung einen schweren Verlust der Frucht erläutert.

Der Erhabene sprach:

32.138 Die in rechter Ordnung vollzogene Handlung ist heilsam für die Menschen. Deshalb soll sie nicht aufgegeben werden, sei sie verkürzt oder ausführlich.

32.139 Die ausführliche Form ist die hauptsächliche Ordnung, die andere eine Ersatzform. Wodurch ihre Gleichwertigkeit möglich wird, Lotusgeborener, das ist zu beachten.

32.140 Für aufrichtige, innerlich gereifte Verehrer ist auch die Verehrung mit Blättern, Blumen, einfachen Gaben und Worten vorgesehen.

32.141 Dabei werden die Handlungen ohne größere zeitliche Zwischenräume miteinander verbunden. Von den Konzentrationen auf Erde, Wasser, Feuer, Wind und Raum, du Einsichtiger,

32.142 sind statt aller fünf zwei verkürzte vorgesehen: Verbrennen und Erfüllen mit nährender Kraft, zur vollständigen Reinigung vom Körper an.

32.143 Von der Meditation über höhere und niedrigere Gestalt wähle man die eine große höchste Form. Bei den Ehrendiensten für sämtliche Mantragestalten verwende man den Herzmantra,

32.144 mit gesammeltem Geist beziehungsweise der Verehrungsformel, beginnend mit Om, du Einsichtiger. Eine einzige Mudra gilt als Verehrungsgeste; sie wird dem Yogamantra zugeordnet.

32.145 Zwischen den Augen vergegenwärtige man durch innere Aussprache das ungeteilte Wesen. Die Verehrung mit den eigenen Namen der Gottheitsgestalten, eingefasst von Om und der Verehrungsformel,

32.146 ist, wenn sie vorschriftsmäßig geschieht, die höchste, „rasche“ Form. Werden die Namen durch die jeweiligen Keime besonders bestimmt, so ist dies die zweite, „feine“ Form.

32.147 Werden die Namen mit den entsprechenden vollständigen Lautkörpern verbunden und sämtliche Handlungen bis zu Japa vollzogen, so gilt dies als die „ausführliche“ Form der Mantraverehrung, Lotusgeborener.

32.148 Durch die erste wird Befreiung rasch erlangt, durch die zweite nach einer gewissen Zeit, Lotusgeborener, gemäß der erkenntnisgeleiteten Reihenfolge.

32.149 Die erste gewährt schon hier die sechs Eigenschaften von Erkenntnis an; die zweite die acht Fähigkeiten vom Kleinwerden an, du mit reinem Blick.

32.150 Die dritte gewährt bald Herrschaft über sämtliche Welten. Hinsichtlich des Erlangens des höchsten Heils besteht jedoch Gleichheit zwischen allen, Paushkara,

32.151 bei den jeweils bezeichneten drei Zeitweisen. Obwohl die Größe des Mantras in seiner eigenen Namensform liegt,

32.152 vergegenwärtige man doch bei der raschen und den weiteren Verehrungsformen, Lotusgeborener, nach Om auch den Keim oder den vollständigen Lautkörper,

32.153 sowohl für den verehrten Herrn der Mantras als auch für Herzmantra und die weiteren Glieder sowie für die übrigen inneren Mantragestalten,

32.154 die eine hauptsächliche Stellung besitzen und auf dem Lotus weilen. Bei den übrigen entsteht kein Widerspruch, wenn Keime und vollständige Lautkörper fehlen, Lotusgeborener:

32.155 bei Donnerkeil und weiteren Kennzeichen, Weltenhütern und ihren Waffen, bei den Grundlagen sowie den Sitzen, den Herren der Hindernisse und den am Tor Weilenden.

32.156 Dies gilt für den keuschen Schüler, den Hausvater und auch den unabhängigen Entsagenden – um wie viel mehr für den Hausvater, der mit vielen Aufgaben beschäftigt ist.

32.157 Die ausführliche Ordnung ist dagegen für Menschen von beständiger Disziplin, ganz darauf gerichtetem Geist, für mit Mitteln versehene Sadhakas und für Zurückgezogenlebende heilsam.

32.158 Wer die entsprechende Ordnung recht annimmt und mit Hingabe und Vertrauen vollzieht, dem schenkt die Mantragottheit die zuvor genannte zweifache Frucht,

Unnummerierter Schluss-Halbvers: zusammen mit den Vollkommenheiten des Sadhaka, ohne Hindernisse, du Einsichtiger.

Kapitelabschluss: In der Paushkara Samhita, der großen Upanishad des heiligen Pancharatra, endet das zweiunddreißigste Kapitel mit dem Namen „Erörterung von Unterbrechungen der Verehrung“.

Überlieferte Umfangsangabe: Die Vorlage nennt 160 Verse; die laufende Zählung reicht bis 158 und enthält zusätzliche unnummerierte Halbverse.


Narayana ist eine zentrale Bezeichnung des höchsten Herrn in der Pāñcarātra-Tradition.

Kapitel 33: Die Wirklichkeitsprinzipien und der Yoga ihrer Überwindung

Paushkara sprach:

33.1 Die Verehrung der neun Gestalten habe ich zuvor verstanden; die vielfältige Verehrung des vierfachen Selbst zum Zweck der Befreiung ist mir noch nicht bekannt.

Der Erhabene sprach:

33.2 Durch die Verehrung des einen Gottes als vierfaches Selbst, das sein eigenes Wesen nicht aufgibt, entsteht Befreiung. Seine Verehrung besitzt eine zweifache Ausrichtung.

33.3 Für das Erlangen verschiedener Früchte wird er in verschiedenen Gestalten verehrt, Brahmane. Höre nochmals diese mannigfaltige Verehrung in ihrer richtigen Ordnung.

33.4 Überall ist zuerst das alldurchdringende höchste Selbst, der ursprüngliche, den Sinnen unzugängliche Gott zu verehren, ebenso am Ende und in der Mitte der Verehrung.

33.5 Danach verehre man gemäß der Ordnung des Hervorgehens auf dem östlichen Blütenblatt die Vierheit von Sankarshana bis zu Narayana.

33.6 In der Ordnung des Eingehens verehre man umgekehrt von Narayana bis zu Sankarshana, bis zur bezeichneten höchsten Stätte. [Deren genaue Benennung ist verderbt.]

33.7 Ebenso ist auf dem südöstlichen Lotus stets die Vierheit von Pradyumna bis zum ursprünglichen Gott als Laut-Brahman zu verehren.

33.8 Im Süden gilt die Reihe von Aniruddha bis zum auf Garuda Sitzenden. Die Einsetzung ist jeweils gemäß Hervorgehen und Eingehung vorgeschrieben.

33.9 Auf dem südwestlichen Lotus verehre man die Reihe von Narayana bis zu Narasimha; auf dem westlichen die von Brahman bis zum Träger der Erde.

33.10 Auf dem nordwestlichen Lotus gilt die Reihe von Vishnu bis zu Sankarshana. Im Norden werden Narasimha, Varaha und die folgenden Gestalten von Erkenntnis an genannt. [Die letzten Worte sind beschädigt.]

33.11 Im Nordosten verehre man die Dreiheit von Sankarshana an zusammen mit dem Träger der Erde, jeweils in der Reihenfolge von Hervorgehen und Eingehung.

33.12 Was innerhalb dieser Neunerordnung jeweils zuerst genannt ist, Brahmane, dessen Wirkmacht wird durch die entsprechende Reihenfolge der Verehrung wirksam.

33.13 [Der Beginn fehlt.] Diese große, aus neun Gestalten bestehende vierfache Anordnung gewährt den innerlich Gereiften die vier Ziele des menschlichen Lebens.

33.14 Wer besondere Früchte begehrt, erlangt sie bald durch die beständige eigenständige Verehrung dieser vierfachen Selbstgestalten.

33.15 Welche Gestalt innerhalb der jeweiligen Vierheit zuerst genannt ist, deren Wirkmacht wird durch die entsprechende Reihenfolge der Verehrung wirksam.

33.16 So ist die Frucht gemäß der jeweiligen Anordnung erläutert. [Die Aussage über Wirkkraft, Herrschaft, Hervorgehen und Auflösung ist in der Hauptlesung gestört.]

33.17 Den Mantra der Mantragestalten erkenne als von unvergleichlichem Glanz, Brahmane; das eigene Leuchten des Weltenherrn ist grenzenlos und ohnegleichen.

33.18 Durch die Erkenntnis der Gestalten des höchsten Herrn [wird er zugänglich]: der Anfanglose, Endlose und Unbegrenzte, der sich den handelnden Menschen zur Erkenntnis darbietet.

33.19 Um ihre Errettung zu ermöglichen, ist er selbst in die Entfaltungen eingegangen: neunfach in der Viergestaltigkeit, die als Lebenskraft, Wille, Klang und Zeit bezeichnet wird.

33.20 Der große Gott bleibt seinem Wesen nach ungeschieden; alle seine Kräfte sind ihm immer gegenwärtig, und er ist immerdar offenbar.

33.21 Durch die Besonderheiten von Klang, Erkenntnis, Entstehung und Glückseligkeit wird er zugänglich. Diesen Yoga habe ich zur Stillung des Werdens für die dem Werden unterworfenen Wesen gelehrt.

33.22 Die Entfaltung des höchsten Selbst, dessen Wesen Wahrheit ist, ist nicht von ihm getrennt und nicht zu verwerfen; ihre Bewegung eröffnet das höchste Heil.

33.23 Aus seinem Willen geht das Maya-Rad des Samsara hervor, in dem Seher, Götter und Menschen der Verblendung unterliegen …

33.24 … solange ihnen nicht von dem höchsten, viergestaltigen Herrn Gnade erwiesen wird, der die sechs göttlichen Eigenschaften verkörpert und in der Person des Lehrers gegenwärtig ist.

33.25 Bei seiner Verehrung, sei es äußerlich oder im inneren Raum des Herzens, vergegenwärtige man sich seine Entfaltung wie eine Kadamba-Blüte, strahlend in den sechs göttlichen Eigenschaften.

33.26 Man verehre ihn durch den vielfältigen beziehungsweise aus vier Lauten bestehenden Ausdruck oder durch einen einzigen Vokal oder Laut mit dem Punkt,

33.27 oder bei der äußeren Verehrung durch einen bekannten, hauptsächlichen und selbst gewählten Namen, der den Geist erfreut.

33.28 Zuerst lege man seine eigenen, mit sämtlichen Eigenschaften erfüllten Glieder auf ihn und verehre sie mit ihren jeweiligen Mantras, ohne die Orte gesondert zu unterscheiden, Lotusgeborener.

33.29 In diesem einer Kadambablüte gleichenden Mantraball lasse man durch den ungeteilten zwölfsilbigen Mantra

33.30 eine deutliche Gestalt erscheinen. In ihr ordne man dann entsprechend der Lautfolge die Haupt- und Nebenglieder an den Stellen von Herz und den weiteren Körperbereichen an:

33.31 im Herzen, auf Kopf und Scheitel, auf den Schultern, in den Händen, in den Augen, an Bauch und Rücken sowie an beiden Armen,

33.32 an den Schenkeln, beiden Knien und anschließend den Füßen. Die ersten sechs Laute, jeweils mit Om eingeleitet, gelten als Hauptglieder.

33.33 Die anderen sechs heißen Nebenglieder. Höre ihre Bedeutung: Was fest gegründet, rein, allgemein und unverhüllt ist,

33.34 erwacht, leuchtend und ewig, das ist unmittelbar die Erkenntnis des Unwandelbaren. Für seine gesamte Kräftefülle, beginnend mit Stärke,

33.35 wird diese Erkenntnis als Ursache von Hervorgehen, Bestehen und Auflösung zur besonderen Gliedgestalt, ohne ihr eigenes Wesen aufzugeben.

33.36 Für die zahllosen Mantraherren und Mantrakräfte mit ihren unterschiedlichen Fähigkeiten und Lautformen ist sie das Herz, einem Edelsteinlicht gleich, Brahmane.

33.37 Sie erhellt sich selbst und die Kräfte von Stärke an. Die alles überragende göttliche Herrschaftseigenschaft

33.38 ist der herrliche Kopf sämtlicher Mantras und schenkt Erfahrung und Befreiung. Die mit einer Fülle von Kräften erfüllte Kraft des höchsten Herrn,

33.39 rein und das Licht nach oben tragend, erkenne als den Scheitel des Mantras. Die unerschütterliche Festigkeit, die von der erhaltenden Lebenskraft des Unwandelbaren nicht verschieden ist,

33.40 erkenne als den Schutzpanzer der Mantras, dessen Wesen Stärke ist. Die ungehinderte Wirkkraft und Herrschaft über Hervorgehen und Auflösung

33.41 sind die Waffe der Mantragestalten von unvergleichlichem Glanz, Brahmane. Das grenzenlose, unvergleichliche Leuchten des Weltenherrn

33.42 ist ihr Auge; durch dessen Erkenntnis wird die höchste Lichtstätte wahrgenommen. Bei manchen Mantraformen ist es mit dem Herzen verschmolzen, du Einsichtiger,

33.43 und verlässt den eigenen gesonderten Ort, um die dort bestehende Erkenntnis zu erhellen. So wirkt der Augenmantra gemäß dem Willen des Herrn, Brahmane.

33.44 Manchmal besteht sein Glanz im Innern der vier Glieder vom Kopf an, wie Licht in Edelsteinen, die ihm als Träger dienen.

33.45 Dann ist seine aus göttlicher Weisung bestehende Leuchtkraft ohne eigenen bezeichnenden Laut von den in der heiligen Handlung Kundigen zu erkennen. [Die abschließende Bestimmung der gesonderten Verehrung ist lückenhaft.]

33.46 Damit ist die Stellung der Hauptglieder bei sämtlichen Einsetzungen erläutert, Lotusgeborener. Höre nun die Bestimmung der Nebenglieder.

33.47 Durch eine besondere Erkenntnisfunktion wird ein begrenzter äußerer Gegenstand aufgenommen und umschlossen; dies ist das als Bauch bezeichnete Nebenglied.

33.48 Es ist aufgrund dieser sinngemäßen Zuordnung bestimmt. Entsprechend sind auch die anderen zu verstehen, du Einsichtiger. Was als Mittel zur Vollkommenheit und Befreiung

33.49 die Frucht der göttlichen Herrschaft stützend begleitet, das ist das zweite, als Rücken bezeichnete Nebenglied, du mit reinem Blick.

33.50 Das zweifache Aufleuchten des Herrn als Kraft, einmal überaus scharf und einmal ganz sanft, bildet das als Arme bezeichnete Nebenglied, Brahmane.

33.51 Der große nährende, von Wirkkraft erfüllte Bereich der mannigfaltigen Keime der offenbar gewordenen Entfaltungskraft ist die als Schenkel bezeichnete Gestalt.

33.52 Die aus Wissen und Nichtwissen bestehende Gestalt der Kraft des Allwissenden wird als das fünfte, Knie genannte Nebenglied bezeichnet.

33.53 Die besondere erhaltende Eigenschaft der Bestandskraft des Unwandelbaren, ihr Tragen und Festhalten, wird als Füße bezeichnet, Lotusäugiger.

33.54 Dies ist die Anordnung von Haupt- und Nebengliedern der Mantras vom zwölfsilbigen an, bei der Einsetzung von Schöpfung, Bestand und Auflösung in das eigene Selbst oder in den Herrn.

33.55 Bei Mantras mit weniger oder mehr Lauten besitzt sie entsprechend eine verminderte oder erweiterte Form; dennoch sind diese Glieder dem höchsten Herrn zugehörig.

33.56 So dienen sie mir beständig. Für den konkreten Vollzug verehre man sie an ihren eigenen Stellen durch Namen, Verehrungsformel und Om.

33.57 Bei Mantras mit zusätzlicher Lautzahl verfahre man so bei den Nebengliedern; ihre Aussprache wird mit dem zwölften Laut verbunden.

33.58 Als allgemeiner Lautausdruck ruht diese Gestalt in mir: als Vokal vom A an, als Konsonant vom Ka an, jeweils mit dem Punkt,

33.59 oder als verdichtete Verbindung von Vokalen und Konsonanten. Wo nach den alten Lehren eine besondere Gestalt hervorgebracht wird, vorzüglicher Brahmane,

33.60 vergegenwärtige man die Durchdringung mit Haupt- und Nebengliedern oder eine andere Form: frei von solchen Erkenntnisgliedern, allein als Leuchten der Mantraerkenntnis.

33.61 Die höchste Natur ist die Sprache: rein, erhaben und von der Gestalt des Bewusstseins. Sie wird vom großen, ungeteilten Selbst als ihrem Lenker erfüllt …

33.62 … wie ein Körper von der lebendigen Seele. Diese unterscheidet sich vom Groben und Feinen: Grob ist der aus Elementen bestehende Körper, fein das sogenannte achtgliedrige Gefüge.

33.63 Wie das im Körper befindliche Selbst die aus Sinnesgegenständen entstehende Erfahrung genießt, so nimmt der Herr, in seiner vollständigen Offenbarung gegenwärtig, [die Darbringungen] an.

33.64 Den Herrn der Mantras, der in der Gestalt gegenwärtig ist, soll man mit seinem eigenen Mantra und auf jede Weise verehren: mit Gaben, Mantrawiederholungen, Lobgesängen und verschiedenen Feuerdarbringungen …

33.65 … mit Geschenken und besonderen Verehrungen bis hin zur Sättigung der Ahnen. Durch die jeweils entsprechenden Vollzüge soll man ihm unvergleichliche Freude bereiten.

33.66 Der Reihe nach vollziehe man die Verehrung des Herrn der Mantras, Paushkara, und danach die Ehrung der Mantraherren, die seine Gestalt und die weiteren Aspekte bezeichnen,

33.67 mit ihren inneren Gliedern und den Kennzeichen, Brahmane, am Ort der Gaben in seiner Gestalt. Dort sind sie

33.68 sämtlich mit den beschriebenen Merkmalen der Reihe nach zu meditieren: in der Mantragestalt und im eigenen Körper, aufleuchtend mit strahlenden Lichtbündeln.

33.69 Die höchste mantrische Natur nimmt, weil sie alle Gestalten umfasst, die Vielheit der Namen und Laute und ebenso die Vielheit der Gestalten an.

33.70 Darum ist nicht vorgeschrieben, jedem anderen Mantra mit seinen einzelnen Lauten ebenso wie dem Grundmantra gesondert eine eigene Gestalt zu geben.

33.71 Manche Herren der Mantras gehen aus dem Ursprung hervor und besitzen die Eigenschaften von Offenbarung und Kraft; andere erhalten nach seinem Willen eine gesonderte Erscheinungsform.

33.72 Der eine, unendliche Herr über alles nimmt aus Mitgefühl mit den lebenden Wesen aus freiem Willen in vielerlei Mantragestalten Wohnung.

33.73 Ebenso ist die Natur eine und zugleich vielfältig: Nach dem Willen des Herrn der Welt ist sie für die in ihr gegenwärtigen großen Wesen vielfältig angeordnet.

33.74 Die höchste mantrische Natur, die als Vasudeva bezeichnet wird, verkörpert die sechs göttlichen Eigenschaften und besitzt sämtliche Kräfte, Wirklichkeitsprinzipien und Qualitäten.

33.75 Sie ist selbst von der Natur der Glückseligkeit und wird zur Hülle in ihrer eigenen feinen Mantragestalt, deren einziges Wesen Licht ist.

33.76 Durch Mantrawiederholung, beständiges Erinnern und die Verehrung dessen, der in seiner eigenen Offenbarung gegenwärtig ist, erreicht der ihm Gelobte das höchste Friedvolle, das von ihm nicht verschieden ist.

33.77 Wer den alldurchdringenden Unwandelbaren so als zur Einheit gelangt verehrt, dem liegen Erfahrung und Befreiung gleichsam in der Hand. [Die nähere Bestimmung der beständigen Gestalt ist grammatisch unsicher.]

33.78 Zur Offenbarung seiner Mantra-Kraftentfaltungen, deren Wesen reines Bewusstsein ist und die Erkenntnis und die übrigen Eigenschaften besitzen, [handelt] der höchste Herr …

33.79 … indem er aus freiem Willen seine noch unoffenbare Klangkraft offenbar macht, o Lotusgeborener; in ihr [erscheint] sein aus Mantra bestehender Leib.

33.80 Mit diesen als allwissend und mit den genannten Eigenschaften beschriebenen Mantras nehmen sie eine feste Gegenwart an, um den dem Werden unterworfenen Wesen Gnade zu erweisen.

33.81 In der vielfältigen Anordnung der Schriftzeichen, in Keim- und Lautkörpermantras, einzeln oder verbunden und in den zahlreichen Formen der Rezitation,

33.82 besteht die von den Göttern verehrte Erkenntnisreinheit durch den herrschenden Bewusstseinsgrund. Von der Wurzel an wird ihnen die Funktion eines Mantras der Verehrung zugesprochen.

33.83 Diese Mantras besitzen einen Klangkörper und haben die geistige Vergegenwärtigung zum Wesen. Ohne von ihrer eigenen Gestalt abzufallen, gehen sie in die Vielfalt ein.

33.84 Sie sind vielfältig entsprechend den verschiedenen Formen, den verschiedenen Wesen, deren Vertrauen und Hingabe und den verschiedenen angestrebten Früchten …

33.85 … ebenso entsprechend den verschiedenen Herkunftsgruppen, Gegenden und Zeiten, o Brahmā, und den unterschiedlichen Bemühungen der spirituellen Praxis …

33.86 … zur Selbstverwirklichung der Menschen, die allein der Befreiung hingegeben sind, wie auch zum Wohlergehen derjenigen, deren Geist noch von Sinnesgegenständen in Anspruch genommen wird.

Yoga und die Überwindung der Wirklichkeitsprinzipien

Paushkara sprach:

33.87 Die Verehrung des Erhabenen für den rein gesinnten Handelnden, der seine Sinne beherrscht, hingebungsvoll und im Mantra vollendet ist, hast du erläutert, Unwandelbarer.

33.88 Nun möchte ich den Yoga zur Überwindung der Wirklichkeitsprinzipien erkennen, durch dessen rechte Kenntnis der Mantrakundige Festigkeit erlangt

Unnummerierter Halbvers: in der dem höchsten Herrn zugehörigen Versenkung, die einer unbewegten Lampe an einem windstillen Ort gleicht.

Der Erhabene sprach:

33.89 Nach dem Yoga des Handelns habe ich dir den hauptsächlichen Yoga erläutert. Er gilt für den Hausvater und den Weisen, nicht für jemanden, der einen anderen zum höchsten Gegenstand seiner Verehrung macht,

33.90 ebenso für den Paramahamsa, der außerhalb gewöhnlicher weltlicher Bindungen steht. Nun erläutere ich den Yoga der Wirklichkeitsprinzipien, unterschieden nach seinen Ebenen.

33.91 Für den Eingeweihten [dient dieser Yoga] der Reinigung aller Wirklichkeitsprinzipien, ihrer unmittelbaren Vergegenwärtigung und, je nach Ausrichtung, verschiedenen Vollendungen …

33.92 … der Erlangung der Befreiung und dem Zur-Ruhe-Kommen der Verhüllung der Erkenntnis. [Der Übende] verweilt im höchsten Selbst, dessen Wesen reines Bewusstsein ist.

33.93 Dieses höchste Selbst leuchtet als Bewusstsein und besitzt Mantrawesen, du Einsichtiger; durch die Ordnung seiner Erscheinungen und Entfaltungen ist es im Bereich des Handelns verhüllt gegenwärtig.

33.94 Er ist vom höchsten, alldurchdringenden Herrn durchdrungen, dessen Wesen sämtliche Kräfte sind. Das von der Verhüllung Bedeckte soll stets erkannt werden, o Lotusgeborener.

33.95 Das nicht vermischte, ungezählte und von Hunderten eingeprägter Neigungen erfüllte [Gefüge der Wirklichkeitsprinzipien] wird bei dem, der vom Guru begnadet und ganz dem Mantra hingegeben ist …

33.96 … vollständig zurückgenommen, nicht anders. Darum soll derjenige, der das Ziel erfasst hat und dem rituellen Weg ergeben ist …

33.97 … beständig die Wirklichkeitsprinzipien überwinden, um zum eigenen Wesen zu gelangen, nachdem er den Alldurchdringenden, dessen Wesen alle Kräfte sind, verehrt und vergegenwärtigt hat.

33.98 Vom Fuß bis zum Scheitel erkenne man ihn als den Lenker der Wirklichkeitsprinzipien, entsprechend den verschiedenen Orten, wie es bei der Einweihung erläutert wurde.

33.99 Dann übe man zu ihrer Überwindung diesen dreifachen reinen Yoga: gemäß der örtlichen Anordnung, wie die Hüllen eines Bananenstamms und wie ein zusammengeballter Speisekloß, Brahmane.

33.100 Beim Übenden können jedoch Verwirrung, Schlaf, Trägheit, Ermüdung, Atembeschwerden und ein leerer Blick auftreten, Lotusgeborener.

33.101 Erkenne darin eine sechsfache Hülle von Hindernissen. Mit Entschlossenheit überwinde man sie durch Meditation über den Waffenmantra und durch dessen Rezitation.

33.102 Nachdem man zuerst die Winde, Prana und die übrigen, gemeistert hat, sitze man in bequemer Haltung und verneige sich im Geist vor den Füßen des Gurus.

33.103 Man verehre [den Herrn] als alldurchdringend und setze ihn in den gestalteten Körper ein. Dann stütze man sich auf die Einheit mit ihm und ziehe den nach außen gerichteten Geist zurück. [„Zurückziehen“ folgt der verzeichneten Lesart g/gh.]

33.104 In der Mitte des Herzlotus, im Innern der drei Lichtbereiche, vergegenwärtige man durch Om das mit allen Kräften erfüllte, hier als das nähere Brahman bezeichnete Wesen, Brahmane.

33.105 Durch wiederholtes Üben soll man dies zuerst vergegenwärtigen. Danach übe man die Überwindung der Wirklichkeitsprinzipien nach diesem Verfahren, o Zweimalgeborener.

33.106 Mit dem am Anfang und Ende von Om umschlossenen Herzmantra oder mit der jeweiligen Benennung betrachte man jedes Wirklichkeitsprinzip für sich als tausendstrahlig.

33.107 Durch Japa löst sich die Unwissenheit allmählich auf. Dann lasse man den Herzmantra in seine Grundlage, den Laut Om, eingehen.

33.108 Den wahrhaft das Werden aufhebenden Laut und die betreffende Bezeichnung lasse man in Om eingehen; das eigene Selbst als Urlaut vergegenwärtige man in Hari, der von der Seligkeit des Selbst erfüllt ist.

33.109 So vollziehe man der Reihe nach die Überwindung der Prinzipien von der Erde an und ihrer Mantras, Brahmane, ebenso die Meisterung der eigenen Wirkungsorgane und Sinne.

33.110 Nachdem die bezeichnete dreifache Zehnergruppe der Prinzipien durch den Unvergänglichen überwunden ist, betrachte man der Reihe nach Denken, Ichbewusstsein, unterscheidende Vernunft und die Gruppe der Naturqualitäten,

33.111 die Tamas, Rajas und Sattva heißen. Nach Meditation und Japa lasse man sie los. Die feine, als Zusammenfügung bezeichnete Grundlage, die sich von ihren Eigenschaften unterscheidet,

33.112 erkenne man unmittelbar und lasse sie ebenfalls los. Danach überwinde man das Unmanifeste, die Ursache der beschriebenen und der weiteren Weltentfaltung,

33.113 die in vielfältigen Vorstellungen gegenwärtig ist und durch eigene Unterscheidungen erscheint. Anschließend betrachte man das Zeitprinzip als Vergangenheit, Zukunft und Gegenwart,

33.114 das die unbegrenzte, als seiend und nichtseiend bezeichnete Weltentfaltung läutert, du Einsichtiger. Nachdem man diese Dreiheit meditiert hat, lasse man auch sie los.

33.115 Die vierfache, als Mittel wirkende Ordnung, die ewigen Kräfte mit den Namen Erkenntnis, Handlung, Wille und Lebenskraft,

33.116 verwirkliche man durch Japa, Meditation und Yogaübung. Oberhalb davon ist die Gesamtheit des alldurchdringenden, beständigen Wesens aufzunehmen, Brahmane.

33.117 Die als siebenfach bezeichnete göttliche Stätte meditiere man zur Beruhigung des Karmas. Sie reicht bis zum Laut-Brahman und ist als stets aufleuchtend zu erkennen.

33.118 Der Zustand des höchsten Selbst, dessen Wesen Klang-Brahman ist, ist von den sechs göttlichen Eigenschaften erfüllt: Es ist gestaltlos und zugleich die Gestalt dessen.

33.119 Nachdem man über die sechs Eigenschaften hinaus das Klang-Brahman geübt hat, [vergegenwärtige man] jenes Unaussprechliche, Lautlose, Unverhüllte und Tonlose …

33.120 … das das wahre Brahman bezeichnet, das Unvergängliche jenseits sprachlichen Ausdrucks. Vokale und Konsonanten hingegen bezeichnen die Gestalten aller [Manifestationen].

33.121 Durch ihre besonderen Merkmale sind die Lautformen vielfältig und werden in zehn Arten unterschieden: Silbe, Vokal, Lautzeichen, stimmhafter Klang, Ruf und Ton,

33.122 ferner Widerhall, verdichteter Lautkörper, ungeteilter Sprachaufschluss und ausströmender Laut, du Einsichtiger. Von diesen verbundenen Formen ausgehend führt die Übung zur darüber hinausliegenden Wirklichkeit. [Die Schlussverbindung ist sprachlich unsicher.]

33.123 [Der Lautgrund] gewährt sämtliche Vollendungen bis hin zur Befreiung; der Übende wird ihrer teilhaftig. Der Meditierende, der in ihn eingetaucht ist, erlangt das höchste Brahman.

33.124 Durch Übung und durch die innere Durchdringung seitens der verehrten Gottheit erkennt er dies richtig. Jene Meditation ist von gewöhnlichen Meditationen unterschieden und auf die innerste Wirklichkeit gerichtet, Lotusgeborener.

33.125 Was äußerlich vielfältig erscheint, besitzt die beiden Formen Licht und Seligkeit. Sie sind die überaus feinen Wellen des Herrn des wahren Lautes. [Die abschließende Feuerbezeichnung ist nicht eindeutig zuzuordnen.]

33.126 Mit dieser feinen Bewegung gelangt der Kenner der Wirklichkeit an die unvergängliche Stätte und gewinnt das Selbst vom höchsten Herrn, der jenseits des Höchsten steht.

33.127 Dies wird denen zuteil, die Erkenntnis und Handeln verbunden bleiben, Vertrauen und Selbstbeherrschung pflegen, gläubig sind, ihre Sinne gemeistert haben und wahrhaft hingebungsvoll sind.

33.128 Dies soll niemals einem Menschen ohne Hingabe, einem Leugner der heiligen Ordnung, einem in falschen Gedankenkonstruktionen Befangenen oder einem Menschen mitgeteilt werden, der heilige Handlung und Brahman aufgegeben hat.

33.129 Den Brahmanen, die über die gewöhnlichen weltlichen Bindungen hinausgegangen sind, liegt die dem höchsten Herrn gewidmete Tätigkeit vom Morgen bis zum Ende der Nacht am Herzen.

33.130 Viele andere stehen im gewöhnlichen weltlichen Umgang und sind ihrer selbst nicht mächtig; sie halten sich allein an ein als leer vorgestelltes Brahman und sind in gedankliche Wortgebäude verstrickt.

Was zu überwinden und was aufzunehmen ist

Paushkara sprach:

33.131 Ich möchte die Unterschiede innerhalb der Wirklichkeitsprinzipien danach erkennen, was aufzugeben und was aufzunehmen ist. Erkläre mir dies in rechter Ordnung und dauerhaft gültig.

Der Erhabene sprach:

33.132 Wie das Fett in der Milch nicht getrennt von ihr besteht, so erkenne den höchsten Herrn in allen Wirklichkeitsprinzipien.

33.133 Man übe das Gelehrte in der Versenkung sowohl unter dem Gesichtspunkt der Einheit als auch der Verschiedenheit, wie es zuvor zur Erlangung [des Zieles] erklärt wurde.

33.134 Von der Erde an umfasst die Weltentfaltung die Gesamtheit der Wirkungsorgane und Sinne bis zum höchsten Unmanifesten; sie besteht als die bezeichnete, nicht bloß vorübergehende Ordnung.

33.135 In unzähligen Gestalten bildet sie das Erfahrungsfeld der karmisch Handelnden, fest mit Lust, Leid, Verblendung und Maya verbunden.

33.136 Durch die Anhaftung daran wächst die Unwissenheit von Augenblick zu Augenblick; durch Erkenntnis löst sie sich auf. Deshalb soll man es beständig …

33.137 … als etwas zu Überwindendes betrachten. Auch wenn es offensichtlich ein Mittel für besondere Vollendungen ist, bleibt es im Hinblick auf das Gewinnen des Selbst unbeständig.

33.138 Man entnehme daraus den wesentlichen Nutzen als Mittel zur Vollendung des Yoga. Denken, unterscheidende Vernunft, Ichbewusstsein und die klare Naturgrundlage, bester der Klaren,

33.139 diese Vierheit bis zum Unmanifesten wird beim Erlangen Brahmans zurückgenommen. Das göttliche Werkzeug dagegen ist durch fünf Kräfte gekennzeichnet:

33.140 Zeit, Erkenntnis, Handlung, Wille und Lebenskraft, du Einsichtiger. Es ist nicht aufzugeben, beständig und lässt die Aufgaben der Handelnden gelingen.

33.141 Es dient der Überwindung sämtlicher Wirklichkeitsprinzipien, dem Erlangen der sechs göttlichen Eigenschaften, dem Erkennen des vierfachen Selbst und dem Erreichen des Laut-Brahmans,

33.142 dem Gewinnen von Licht und Seligkeit und dem Erlangen des von Unterscheidungen freien Zustands. Durch diesen neunfachen Weg, der zuvor aus dem Mund des Gurus empfangen wurde,

33.143 mit seinen natürlichen und dem Unwandelbaren zugehörigen Gegenständen als Mitteln und Zielen, gibt es nichts, was der Sadhaka durch unmittelbare Verwirklichung nicht erlangen könnte.

33.144 Jede vollendete Meditation gewährt durch Meisterung stets ihre eigene Frucht. Deshalb kann das erreichte Ziel selbst zum Mittel für ein weiteres Ziel werden.

33.145 Dazu gehören die sechs Eigenschaften von Erkenntnis an, die gegenüber dem Brahmanprinzip unterschieden werden, die acht Fähigkeiten vom Kleinwerden an und das sonst jeweils Erstrebte,

33.146 Hervorbringung, Auflösung und allseitige Herrschaft. Dabei sind die innere, die göttliche und die stoffliche Ebene zu unterscheiden, Brahmane.

33.147 In der Versenkung, die der Übung der Wirklichkeitsprinzipien dient, sollen die darüber Meditierenden diese Zuordnung in der Gesamtheit vom Laut-Brahman bis zur Erde erkennen.

33.148 Als gemeinsame innere Ebene erkenne stets das höchste Brahman. Die göttliche Ebene erkenne als Om zusammen mit dem jeweils herrschenden göttlichen Wesen.

33.149 Die jeweils eigene Beschaffenheit eines jeden Prinzips, grob, fein oder höher, ist unmittelbar als seine stofflich-gegenständliche Ebene zu erkennen, Lotusäugiger.

33.150 Diese allgemeine Dreiheit, beginnend mit der inneren Ebene, ist überall zu meditieren. Nun erläutere ich die besonderen Zuordnungen; höre mit gesammeltem Geist.

33.151 Im ursprünglichen Laut-Brahman ist das wellenlose höchste Brahman als innere Ebene zu erkennen, Brahmane. Die vielen Millionen Mantras

33.152 sind darin stets als göttliche Ebene gegenwärtig. Als gegenständliche Ebene erkenne die Gesamtheit des Sprachprinzips.

33.153 Für die sechs göttlichen Eigenschaften ist das zuvor erläuterte Laut-Brahman die innere Ebene; das gestaltlose vierfache Selbst ist als göttliche Ebene zu erkennen.

33.154 Die zahllose Entfaltung der Kräfte, die aus den Eigenschaften hervorgeht, bildet deren besondere Erscheinung. Erkenne diese als gegenständliche Ebene.

33.155 Für die Lebenskraft ist die Gesamtheit der sechs Eigenschaften die innere Ebene; ihre Gottheit ist der lotusäugige, ewige Vasudeva.

33.156 Ihre gegenständliche Ebene sind die welttragenden Lebenswinde von Apana an. Für die Willenskraft bilden Erkenntnis und Stärke die höhere innere Grundlage.

33.157 Als deren göttliche Ebene ist der höchste Herr Sankarshana zu erkennen; ihre gegenständliche Ebene ist das in sämtlichen Wirklichkeitsprinzipien gegründete Vermögen.

33.158 Für die Handlungskraft erkenne das Paar Herrschaft und Wirkkraft als innere Ebene, Paushkara; ihre Gottheit ist der höchste Herr Pradyumna.

33.159 Ihre stets aufleuchtende gegenständliche Ebene ist die große Ausbreitung des Lichtes. Licht und Kraft bilden die innere Ebene des Unmanifesten, du mit reinem Blick. [Die grammatische Zuordnung dieses Halbverses ist knapp und nicht völlig eindeutig.]

33.160 Sonne, Mond und Feuer werden als dessen göttliche Dreiheit bezeichnet; die drei noch unvermischten Naturqualitäten bilden die gegenständliche Ebene, du Einsichtiger.

33.161 Die innere Grundlage der drei Naturqualitäten ist ihre eigene gemeinsame Ursache. Für Sattva ist Feuer die Gottheit, für Rajas die Stätte des Nektars.

33.162 Für Tamas wird die Sonnengestalt Vishnus genannt. [Die gegenständliche Zuordnung zu Sattva fehlt teilweise.] Für Rajas ist die leidenschaftliche Färbung als gegenständliche Ebene zu erkennen, du Einsichtiger. [Die Lesung kann auch „Freiheit von Färbung“ bedeuten und bleibt unsicher.]

33.163 Für Tamas heißt die gegenständliche Ebene große Verblendung. Für die unterscheidende Vernunft ist das Bewusstseinswesen die innere Ebene; Dharma ist ihre göttliche Ebene.

33.164 Als gegenständliche Ebene werden die entsprechende Losgelöstheit und Herrschaft genannt, Brahmane. [Ein Wort ist beschädigt.] Für das Ichprinzip ist die unterscheidende Vernunft die innere Ebene, Lotusgeborener.

33.165 Seine göttliche Ebene ist als das große, zeitliche Weltfeuer zu erkennen, seine gegenständliche als Großheit beziehungsweise umfassendes Selbstgefühl. Nun wird das Denken erläutert.

33.166 Seine innere Ebene ist das Ichbewusstsein; als göttliche Ebene gelten die Mensch-Eber-Gestalt und Prajapati. Seine gegenständliche Ebene ist das Bilden von Absichten und Vorstellungen.

33.167 Für die fünf Erkenntnissinne gilt das Denken als innere Ebene. Ihre Gottheit erkenne als die Zeitgestalt, ihre gegenständliche Ebene als Lust und die übrigen Erfahrungen.

33.168 Für die Handlungssinne von der Rede an ist die Gesamtheit der Erkenntnissinne die innere Ebene, Brahmane. Als ihre Gottheit erkenne den Unwandelbaren mit dem Namen Allgestalt.

33.169 Ihre gegenständliche Ebene ist die Tätigkeit in den acht Daseinsformen. Für die feinen Sinnesgegenstände und die Elemente, du mit reinem Blick, ist die innere Ebene

33.170 die überaus feine Gesamtheit der Wirkungsorgane. Als göttliche Ebene erkenne die vielfältige Erscheinungsentfaltung des Erhabenen, Lotusgeborener.

33.171 Die jeweilige gegenständliche Ebene ist von denen zu erkennen, die die Stufen der Wirklichkeitsprinzipien meistern möchten. Diese Dreiheit, beginnend mit der inneren Ebene, wurde zur Vollendung des Yoga erläutert.

33.172 Die Yogis sollen sie, Viergesichtiger, sowohl in der Reihenfolge des Hervorgehens als auch in der des Eingehens üben,

33.173 von der Erde bis zur unvergänglichen Stätte, deren Wesen sämtliche Kräfte sind. Diese Yogaübung dient der Aufhebung der Bindung durch die Wirklichkeitsprinzipien.

Unnummerierter Schluss-Halbvers: Für diejenigen, die besondere Früchte begehren, ergibt sich aus der Meisterung der jeweiligen Prinzipien eine jeweils unterschiedliche Frucht.

Kapitelabschluss: In der Paushkara Samhita, der großen Upanishad des heiligen Pancharatra, endet das dreiunddreißigste Kapitel mit dem Namen „Darlegung der Wirklichkeitsprinzipien“.

Überlieferte Umfangsangabe: 174 Verse; die laufende Zählung reicht bis 173 und enthält unnummerierte Halbverse.


Zur heutigen Vertiefung: ein Narayana-Kirtan.

Kapitel 34: Räucherwerk, Glocke und die Gegenwart des Laut-Brahmans

Der Erhabene sprach:

34.1 An einem heiligen Ort, in einem göttlichen Heiligtum, in einer Gegend mit heiligen Badeplätzen oder in einem schönen Wald oder Hain, der frei von störenden kleinen Lebewesen ist,

34.2 in einer unterirdischen Kammer, auf einem Berggipfel, im geschützten Innern eines Tempels, an einem anderen Ort, der das eigene Wohlbefinden ermöglicht, in einer Rinderstätte oder auf dem Besitz eines Brahmanen,

34.3 vollziehe man nach Mitternacht vor der Gegenwart des eigenen Mantras die Übung der Wirklichkeitsprinzipien, Lotusgeborener.

34.4 Wenn man dort die Ermüdung überwunden hat, bringe man Ehrenwasser am Haupt der Mantragestalt dar und gebe Räucherwerk, begleitet vom Klang der Glocke, du Einsichtiger.

34.5 Nach Lobpreis und rechtsläufigem Umschreiten begebe man sich an einen reinen Ort mit einer Unterlage, bedeckt mit einem schwarzen Antilopenfell oder einer Wolldecke.

34.6 Auf dem reinen Lager verweile man, ohne sich dem Schlaf hinzugeben, Brahmane. Zur Brahmastunde erhebe man sich und vollziehe das Bad der fünf Körperstellen

34.7 oder tauche ins Wasser ein. Nach dem vorschriftsmäßigen Vollzug der Dämmerungsverehrung setze man sich vor die Gottheit und zeige ihr einen reinen Spiegel, Brahmane.

34.8 Dann nehme man den Mantra in das Innere des Herzlotus zurück. Ausgenommen bleibt die dauerhaft eingesetzte Mantragestalt; die auf der Bodenfläche oder im Wasser gegenwärtigen

34.9 und die in den Hilfsmitteln der Handlung gebundenen Mantras nehme man zurück. Sämtliche übrigen Gaben vom Ehrenwasser an samt den bereits dargebrachten Resten

34.10 überreiche man Vishvaksena mit einer wassergefüllten Hand. Man sammle alles ein und gebe es wie zuvor ins Wasser.

34.11 Auch die Mantras im eigenen Körper nehme man innerlich in das Selbst zurück, vorzüglicher Brahmane. Danach beschaffe man die erforderlichen Gaben,

34.12 damit die Verehrung des Erhabenen gelingt: mit reinen Mitteln oder durch eine Bitte an geeignete Vaishnavas, nicht auf andere Weise.

Paushkara sprach:

34.13 Weltenherr, unter den Gaben lobst du immer wieder besonders die Darbringung von Räucherwerk, verbunden mit dem Klang der Glocke.

34.14 Ich möchte die Bedeutung, Maße und Merkmale von Räuchergerät und Glocke sowie des Behälters für das Räucherfeuer genau erkennen.

Unnummerierter Halbvers: Auch das Wesen und die Merkmale des aufsteigenden Räucherrauches sollen erläutert werden.

Der Erhabene sprach:

34.15 Vernimm die Merkmale, die ganz reinen Maße und die geistige Bedeutung der Glocke, deren Leib allein Laut-Brahman ist, Lotusgeborener.

34.16 Die größte Ausführung richtet sich nach dem genannten ganzen oder halben Maß; die mittlere entspricht einem Drittel, die kleinste einem Viertel. [Das zugrunde liegende Ausgangsmaß ist verderbt.]

34.17 Ihre Breite wird in drei Arten aus einem Drittel der Höhe und einer zusätzlichen Zwölftelteilung bestimmt. [Eine Variante nennt stattdessen eine Verminderung um ein Zehntel; die Maßvorschrift ist nicht zweifelsfrei.]

34.18 Zuerst stecke man mit Schnüren in Ost-West- und Nord-Süd-Richtung eine rechteckige Fläche ab.

34.19 Durch waagerechte und senkrechte Schnüre teile man sie weiter. Dabei sind fünf in die Höhe laufende und elf quere

34.20 beziehungsweise als Querarme bezeichnete Linien vorzusehen. Höre ihre Teilung: Fünfeinhalb Teile bilden den Klangkörper.

34.21 Darin gestalte man Rad und Lotus so, dass sie überall sichtbar sind, danach Muschelhorn, Perlenketten und die übrigen Verzierungen, Lotusgeborener.

34.22 Vorn bilde man mit einem halben Teil einen gut gerundeten Perlenkranz innerhalb dreier Ringe; darüber lasse man ein Viertel frei.

34.23 Mit dem verbleibenden größeren Anteil und einem weiteren halben Teil darüber bilde man ein zwölfspeichiges Rad mit einem Nabenbereich.

34.24 Es kann einfach oder mit scherenförmigen Strahlen versehen sein; auch ein sechzehnspeichiges, mit vielen Spitzen ausgestattetes, anmutiges Rad ist möglich, Brahmane. [Eine nähere Material- oder Formverbindung ist unsicher.]

34.25 Im darüberliegenden Teil gestalte man einen vierundzwanzigblättrigen Lotus mit Mitte und Staubfäden, Lotusgeborener.

34.26 Den Abstand zwischen Radnabe und Blattspitzen bestimme man mit Bedacht nach dem gewählten Maß; die Gestaltung soll glatt und eben sein. [Die abschließende Lesung ist gestört.]

34.27 Die schöne Gesamtheit der Staubfäden liege zwischen den Blättern oder schließe sich erhöht und dicht an die Mitte an.

34.28 Oberhalb bilde man im bezeichneten Bereich das glückverheißende königliche Muschelhorn, auf der Lotusmitte ruhend und zur Hälfte sichtbar.

34.29 Seine Falten schmücke man als Reihen der Welten; der bauchige Teil entspricht der Windung von Om und besitzt das angegebene Teilmaß.

34.30 Über diesem Bauch führe man mit einem weiteren halben Teil die Form allmählich verjüngt bis zur Öffnung.

34.31 Bis zum Bauch des Muschelhorns trage man auf beiden Seiten Material ab. Das fischähnliche Kennzeichen bilde man jeweils mit einer Hälfte der beiden Flächen, Brahmane.

34.32 Die erste Weltenreihe besitzt die bezeichnete Breite von vier halben Teilen; die zweite ist zurückgenommen, die dritte einen Teil breit. [Die genaue erste Maßangabe ist mehrdeutig.]

34.33 Vom vorderen bis zum oberen Ende gestalte man die Form nach eigenem Verständnis leicht verjüngt; der mittlere Bereich werde proportional schmal, Lotusgeborener.

34.34 Vernimm nun, was oberhalb des Muschelhorns zu gestalten ist: Seine Höhe beträgt viereinhalb Teile, du Einsichtiger.

34.35 Für die Keule ist eine Breite von anderthalb Teilen vorgesehen. Den als Griff bezeichneten Sockel bilde man einen Teil hoch, Brahmane.

34.36 Er kann quadratisch und glatt oder mit Bildwerk geschmückt sein. Bei einer runden Grundform wird ein quadratischer Übergang, bei einer quadratischen ein runder genannt. [Die Formulierung der zweiten Hälfte ist nicht ganz eindeutig.]

34.37 Oder man halte die Formen gleichartig, Brahmane. Der Handgriff kann achteckig oder rund sein; diese Formen sind allgemein vorgesehen.

34.38 Oberhalb des Griffes bilde man den Keulenschaft wie zuvor. Er besitzt sieben Abschnitte und ist mit Knoten und muschelförmigen Zierstücken versehen.

34.39 Er kann Perlenreihen tragen, viereckig mit scharfen Kanten sein und mit Ringformen und Sternen geschmückt werden,

34.40 oder rund mit vielen muschelförmigen Verzierungen; auch eine schlichte, glatte, quadratische Ausführung ist möglich.

34.41 Ebenso achteckig oder gut gerundet, nach den eigenen passenden Maßen. So bilde man den Keulenschaft; auf seinem oberen Ende

34.42 gestalte man die zuvor beschriebene, klar gegliederte, mit Flügeln geschmückte Gestalt zwei Teile hoch, mit zwei oder vier Armen.

34.43 Die Flügelbreite betrage vier Teile, Brahmane; die beiden Schwanz- beziehungsweise hinteren Flügelteile breite man drei Teile weit aus.

34.44 Ebenso breit gestalte man die beiden Haupthände, Lotusgeborener, sodass sie wie eine geschlossene Schale zusammenliegen.

34.45 Oder man stelle ihn mit ausgebreiteten Flügeln im Raum dar, durch Vedastudium gekennzeichnet und der Mantrarezitation ergeben, in ausführlicher Gestaltung.

34.46 Nach dieser Ordnung entwerfe man die Form selbst auf dem Boden und prüfe zusammen mit dem Handwerker Maße und Gestalten.

34.47 Was zu klein oder zu groß ausfällt, gleiche man vor ihm durch eigenes Verständnis, innere Sammlung und entsprechendes handwerkliches Tun aus.

34.48 Der bewegliche Klöppel werde aus hartem Eisen gefertigt, dem Innenraum angepasst und um einen halben Teil länger als der betreffende Bereich. Er lässt den Klang hervortreten, Lotusgeborener.

34.49 Damit ist die ursprüngliche große Ausführung aus Metall vorgeschrieben. In ihr ist die offenbar gewordene Zeit an die Nabe gebunden, Lotusgeborener.

34.50 Die zwölf Speichen entsprechen der eigenen Zwölfergruppe der Laute; mit den als sächlich bezeichneten Lauten ergibt sich dieselbe Anordnung als sechzehnspeichig.

34.51 Sämtliche Laute besitzen eine dreifache Gestalt, Lotusgeborener: Sie reichen von der schauenden Rede bis zur deutlich artikulierten Rede.

34.52 Auf den zwölf Speichen ruht die höchste Sprachgestalt. Im sechzehnspeichigen Rad und seinen scherenförmigen Strahlen

34.53 besteht sie stets in der als mittlere Rede bezeichneten Form. Darüber folgt die aus vierundzwanzig Lautgliedern bestehende Ordnung,

34.54 die als Gesamtheit der Lotusblätter zu erkennen ist, du Einsichtiger. Den als Pa bezeichneten Laut erkenne als die Lotusmitte.

34.55 Das Muschelhorn entspricht dem Laut Ya; im Griff der Keule bilden die sieben Laute von Ra bis Ha ihre gegliederten Abschnitte.

34.56 Den Vogelkönig erkenne als den abschließenden Laut Ksha. So ist die Glockengestalt als die Gestalt des Laut-Brahmans zu verstehen, Lotusgeborener.

34.57 Sie ist eine Kraft des Erhabenen, enthalten in den sechs göttlichen Eigenschaften, mit einer Fülle von Licht versehen; dieses Licht nimmt die stoffliche Gestalt an.

34.58 Erkenne die sogenannte Glocke als Ausdruck des herrschenden Eigenschaftspaares. [Dessen genaue Beziehung zum folgenden Ausdruck ist unsicher.] Das unverlierbare Laut-Brahman ist im Raum des Herzens gegenwärtig,

34.59 stets aufleuchtend, unvergleichlich und dem gewöhnlichen Geist unzugänglich. Deshalb soll diese Lehre nicht anderen Menschen ohne Hingabe mitgeteilt werden.

34.60 Dies ist das Merkmal der höchsten Gestalt der Mantras, Lotusgeborener, in den zehn Lautarten von der Silbe bis zum ausströmenden Laut,

34.61 im Lautkörper der vielfältigen Mantraformen und in dem Erfahrung und Befreiung schenkenden Mantra, der aus dem Mund eines wahren Gurus empfangen wurde.

34.62 Die der göttlichen Handlung ergebenen Verehrer sollen ihn an fünf Orten erkennen: außen im Kultbild und den entsprechenden Stätten, auf der Zungenspitze, im Herzlotus,

34.63 in der aufsteigenden Spitze des Räucherrauches und im wohlgestalteten Glockenklang. Das Licht, das all diese Formen erhellt, ruht im Herzen.

34.64 In seiner mittleren Form besteht es ununterbrochen im Räucherrauch, du Einsichtiger. Als deutlich hörbare, artikulierte Gestalt dagegen

34.65 wird es beim Schwingen der Glocke fortlaufend erfahren. Diejenigen göttlichen Kräfte, die in ihr gegründet sind, sollen stets erkannt werden,

34.66 besonders während der Verehrung von den Sadhakas, die nach Vollendung streben: Im Klöppel, der den Klang hervorruft, ist Ananta zusammen mit dem zeitlichen Weltfeuer gegenwärtig.

34.67 Das Muschelhorn ruht im Perlenkranz am Mund der Glocke, du Einsichtiger. Darüber, dem Raum zugeordnet,

34.68 liegt das Rad; auf seinen Speichen ruht die zwölfgestaltige Sonne. Dieselbe ist als Monate in den scherenförmigen Strahlen gegenwärtig.

34.69 Der Mond besteht als sechzehnteilige Gestalt seiner Phasen. In sämtlichen kreisförmigen Bereichen ist Varuna selbst gegenwärtig.

34.70 Das mit den Wirklichkeitsprinzipien verbundene Unmanifeste ruht auf den Lotusblättern, das lebendige Selbst in den Staubfäden und der Herr in der Mitte.

34.71 Im Muschelhorn liegt Om; in der Keule erkenne die heilige Erkenntniskraft. Garuda ist die herrschende Gottheit der Lebenskraft. Über diese göttliche Schar

34.72 meditiere man, verehre sie zuvor mit Ehrenwasser und den weiteren Gaben und beräuchere sie vorschriftsmäßig. Die Glocke werde auf ihren Sockel gestellt, Lotusgeborener,

34.73 und zu den vorgeschriebenen Zeiten bewegt. Höre diese Zeiten von mir: bei der Verehrung Ganeshas und der Gottheiten in der Mitte des Sitzes,

34.74 bei den Opfergaben für die Mantras, besonders bei der Darbringung von Räucherwerk, am Ende von Japa und Lobpreis sowie beim Beginn der Sättigung durch Feueropfer,

34.75 bei der vollständigen Schlussgabe, bei der Entlassung der Mantragestalten und während der Verehrung Vishvaksenas und der Überreichung seiner Gaben.

34.76 Wer Vollendung wünscht, soll die Glocke nicht zu anderen Zeiten schwingen. Damit sind Maße, Merkmale, geistige Bedeutung und zugehörige Gottheiten

34.77 der hauptsächlichen Form erläutert. [Der Anfang ist lückenhaft.] Vernimm nun andere Formen, die sich an diese Hauptform anlehnen.

34.78 [Die einleitende Maßangabe ist beschädigt.] Breite und Länge werden in unterschiedlicher Weise gestaltet, mit den fünf genannten Kennzeichen vom Rad bis zu Garuda.

34.79 Nach der gewünschten Form und an einem geeigneten Platz ist für alle die entsprechende Klangvorrichtung herzustellen, Brahmane. [Die Hauptlesung ist beschädigt; „Klangvorrichtung“ folgt der verzeichneten Variante.]

34.80 Darüber bilde man einen entfalteten Lotus mit nach oben gerichteter Mitte, weit ausladenden langen Blättern und einer Fülle von Staubfäden.

34.81 Auf seiner Mitte ruhe die Dreiheit vom Muschelhorn an; nahe der Linie des Glockenmundes kann allein das Rad angebracht werden, Brahmane.

34.82 Danach gestalte man den Lotus und die drei folgenden Formen vom Muschelhorn an, alles wie beschrieben bis zu Garuda. [Eine Variante lässt den Lotus an dieser Stelle aus.]

34.83 Über einer Fläche ohne Rad und Lotus gestalte man Muschelhorn, Keule und Vogelkönig, Lotusgeborener, Viergesichtiger.

34.84 Über dem Glockenkörper kann ein langblättriger, nach unten gerichteter Lotus liegen, ohne Muschelhornzeichen, mit keulenförmigem Stängel und dem Vogel.

34.85 Oder man bilde das Muschelhorn wie beschrieben auf einer gleichmäßigen Grundlage; darüber die Keule zusammen mit dem Feind der Schlangen, Garuda.

34.86 An Garudas Stelle kann auch ein nach oben gerichtetes Rad oder ein entsprechend ausgerichteter Lotus vorgesehen werden.

34.87 Ebenso ein rechtsgewundenes Muschelhorn mit drei Falten. Man bilde jeweils eines dieser Zeichen auf der ansonsten von Muschelhorn, Rad und Lotus freien

34.88 glatten, runden Fläche mit einem Kranz von Perlen und Sternen. Eine Glocke ganz ohne solche Kennzeichen wird dagegen als Wohnstätte von Hindernissen angesehen.

34.89 Mit den heiligen Kennzeichen versehen, vertreibt sie die Hindernisse, Brahmane. Deshalb soll sie gewiss mit diesen Zeichen hergestellt werden, damit ihr Besitzer die Frucht erlangt.

Kapitelabschluss: In der Paushkara Samhita, der großen Upanishad des heiligen Pancharatra, endet das vierunddreißigste Kapitel mit dem Namen „Merkmale von Räucherwerk und Glocke“.

Überlieferte Umfangsangabe: 89 Verse; nach 34.14 steht ein zusätzlicher unnummerierter Halbvers.


Kapitel 35: Das Räuchergefäß

Der erhabene Herr sprach:

35.1 Damit sind die glückvermehrenden Merkmale der Räucherglocke beschrieben. Wenn man sie während der Darbringung des Räucherwerks erklingen lässt, o Zweimalgeborener,

35.2 ist der Mantra dem Verehrer beständig gegenwärtig. Nun soll man nach eigenen Fingerbreiten oder nach dem vorgeschriebenen Längenmaß

35.3 ein vorzügliches Räuchergefäß von vierundzwanzig Fingerbreiten Länge herstellen, o Brahman; auch die nach den Regeln der Baukunst günstig bemessenen Einheiten können wie zuvor verwendet werden.

35.4 Seine das Feuer aufnehmende Öffnung soll ein Viertel davon messen. Man gestalte sie viereckig, rund oder achteckig, o Lotusgeborener.

35.5 In die Mitte des Achtecks setze man ein Rad mit einem Lotus, einen Lotus mit dem Herrn der Waffen oder ein Svastika. [Die abschließende Bezeichnung des Feuerraums ist verderbt.]

35.6 Dazu gehören ein oberes Zierband und eine Muschel am bezeichneten Abschluss. Höre nun meine genaue Beschreibung des viereckigen und des runden Rades,

35.7 mit ihren jeweiligen Besonderheiten, o Einsichtsvoller. Zunächst lege man eine gleichmäßige viereckige oder kreisförmige Fläche an.

35.8 In ihr bilde man einen Lotus mit einem schönen Lotusstängel, für sich allein oder mit einem Rad verbunden, und teile seine Ausdehnung regelgerecht ein.

35.9 Vom Mittelpunkt aus unterteile man die Fläche zunächst in acht gleiche Teile. Über sechs Teile führe man die Rundung aus, ausgehend von der Höhlung des Lotusinneren.

35.10 Die kreisförmige Vertiefung in der Lotusmitte senke man nach unten ab; ihre Tiefe soll der einer halben Kugel entsprechen, wie bei einem entsprechenden Abdruck.

35.11 Die Lotusmitte erhebe sich ringsum um ein Drittel der sechs Teile. Sie sei von Staubfäden umgeben, deren Maß sich danach richtet.

35.12 Außerhalb des Kranzes der Staubfäden bleibt vom siebten Teil noch Raum. Mit zwei Teilen vollende man den Kranz der Blütenblätter,

35.13 deren Zahl nach Wunsch bestimmt werden kann. Außerhalb davon bilde man, wie zuvor, ein mit Perlenschmuck versehenes Rad im entsprechenden Teilmaß.

35.14 Ein Viertel des achten Teils der so bemessenen Fläche verwende man für den umlaufenden Absatz, o Zweimalgeborener.

35.15 An dessen vier Ecken bringe man vier Muscheln an. Diese muschelgeschmückte Einfassung ist für die viereckige Form vorgeschrieben.

35.16 Für die runde Fläche gilt diese Anordnung nicht, o Lotusgeborener. Von der Rückseite des Lotus gehe eine Rundung nach dem gewünschten Maß aus,

35.17 bis zur Unterfläche des Absatzes oder bis zum Radkranz. Man gestalte sie entsprechend der Öffnung oder kreisrund. [Die genaue Verbindung der Bauteile bleibt sprachlich unklar.]

35.18 Um den Absatz zu tragen, bringe man zwei erhöhte Lotusse an. Zwischen ihnen gestalte man eine mit den vorgeschriebenen Merkmalen versehene Gestalt, etwa im Lotussitz,

35.19 nämlich die Gestalt des Feuergottes. Seine beiden Füße seien ausgestreckt. [Die anschließende Angabe zu Gesicht und bis zur Ohrregion erhobenen Gliedern ist verderbt.]

35.20 Am Ende des Stängels bringe man die Lotusmitte an, mit entsprechend angeordneten, halb geöffneten Blütenblättern, o Zweimalgeborener.

35.21 An seiner Wurzel bilde man eine etwas größere Erdfläche von entsprechender Breite, mit einem Svastika versehen, entweder hohl oder fest und massiv, o Einsichtsvoller.

35.22 Auf der Rückseite des Lotus gestalte man als Stütze die Fläche des Windes mit einem Punkt. Ihre Höhe soll der Höhe der Erdfläche gleichen.

35.23 Ihre Breite betrage das Anderthalbfache, das Gleiche oder das Doppelte des Durchmessers der Erdfläche. Sie schließe sich dem Radkranz an. [Die Beschreibung des Anschlusses ist unsicher.]

35.24 Oder man bringe den schon genannten Kranz von Glöckchen an, der Hindernisse wirksam vertreibt. Damit sind die besonderen Merkmale

35.25 des durch den Mantra bestimmten Räuchergefäßes beschrieben. Höre nun die allgemeine Form: Innerhalb eines Kreises bilde man einen Lotus mit Blütenmitte und Staubfäden,

35.26 achtblättrig, von einem Raumkreis oder einer Perlenschnur umgeben und ebenso mit einem umlaufenden Absatz versehen.

35.27 Innen kann ein zwölfspeichiges Rad mit einem Lotus angebracht werden. [Hier fehlt Text.] Bis zur Rückseite hin schmücke man das Gefäß mit mannigfaltigen Blättern.

35.28 Anstelle der geöffneten Blütenblätter kann ein oberes Band als Schmuck dienen, auf dem die Öffnung ruht, mit einem tragenden Ring versehen.

35.29 Der Stängel sei schlicht und glatt, ohne weitere Lotusgestaltung. So entwerfe man die Form nach dem gewünschten Maß.

35.30 Aus beliebigem Metall und nach den eigenen Mitteln hergestellt, bringt ein solches Gefäß den Mantrapraktizierenden und hingebungsvollen Hausvätern Wohlergehen, o Lotusgeborener.

35.31 Ich beschreibe nun die als Samudga, als zweiteilige Kapsel, bezeichnete Form. Höre: Nach dem angegebenen Breitenmaß bilde man einen hohlen, runden Behälter,

35.32 dessen beide Hälften genau zueinander passen wie bei einer Kapsel, o Lotusgeborener. Eine der beiden Hälften erhält einen Stängel; oben in der Mitte

35.33 wird sie durch einen geöffneten, nach unten gewendeten Lotus gestaltet, die andere durch einen nach oben gewendeten Lotus.

35.34 Der obere Teil sei durchlöchert wie eine mit Samen besetzte Lotusfrucht. Den Stängel gestalte man von der Wurzel an gebogen wie einen Elefantenfuß.

35.35 Zwei Stützen am Hals des Stängels sollen ihm Standfestigkeit geben. Damit sind die Merkmale der weit geöffneten Formen beschrieben.

35.36 Höre nun die überlieferte Gestaltung der aufrecht stehenden Formen. Ihre Breite betrage ein Viertel der zuvor genannten Länge, o Einsichtsvoller.

35.37 Man zeichne auf dem Boden eine längliche viereckige Fläche und teile ihre Länge in acht gleiche Teile,

35.38 die Breite dagegen in vier. Dann fertige man einen Sockel von acht Teilen Höhe an, versehen mit der schon beschriebenen Gestaltung, o Lotusgeborener.

35.39 Von den Füßen bis zum oberen Band entspreche seine Ausdehnung der festgelegten Breite. Ein Lotus erhebe sich um die halbe Sockelhöhe und messe drei Teile in der Breite.

35.40 Diesen Lotus bilde man in der Mitte des Sockels mit zwei Blütenmitten, acht Blättern und Staubfäden, von einem Raumkreis umgeben.

35.41 Die Säule sei einen halben Breitenteil stark und viereinhalb Höhenteile hoch; ihre Form kann achteckig oder schön gerundet sein,

35.42 oder man gestalte sie als anmutige viereckige Säule mit entsprechendem Schmuck. So bilde man sie nach der gewünschten Form, o Lotusgeborener.

35.43 Auf ihrem Kopf ruhe ein kreisförmiger, mannigfaltig verzierter Teil von einem Teil Dicke. [Der Beginn des Verses ist sprachlich gestört.]

35.44 Das Rad sei so breit wie der Sockel, mit zwölf Speichen, Nabe und Radkranz versehen und mit Perlenschnüren und anderem Schmuck ausgestattet.

35.45 Wie zuvor hänge man Glöckchen daran, o Lotusgeborener. In seiner Achsenmitte erhebe sich ein weiterer Teil um anderthalb Teile.

35.46 Oben entspreche er dem Sockel, in der Dicke dem Rad; in der Breite nehme er einen halben Teil ein und verenge sich nach den acht bezeichneten Stellen. [Die Maßbezüge sind nicht durchgehend eindeutig.]

35.47 Seine Breite bestimme man schrittweise nach dem entsprechenden Verhältnis. So bilde man die Öffnung für das rauchende Feuer,

35.48 das bei der Verehrung des alldurchdringenden Herrn beständig seinen Dienst tut. Als Schmuck dienen Lebewesen des Wassers, des Landes und des Himmels,

35.49 ausgebreitete Blattranken, Muscheln, Svastikas, Lotusse und reine Blumenbüschel, ferner Siddhas, Vidyadharas und andere Gestalten,

35.50 zusammen mit himmlischen Frauen. Außen seien sie nach den Himmelsrichtungen angeordnet. Dies gilt für die tempelartige Form mit rundem Sockel und runder Öffnung.

35.51 Nun will ich ihre Anordnung genau erklären, o Lotusgeborener. Der Sitz gleiche der Öffnung einer Muschel und sei mit drei Wülsten versehen.

35.52 Über dem Sitz bringe man in der Höhe des Lotusmaßes eine kunstvoll gestaltete Säulenstütze an, einem himmlischen Amalaka-Körper ähnlich.

35.53 Darauf erhebe sich eine verzierte Säule, zunächst rot gestaltet oder mit einer Folge von Ringen versehen. [Der abschließende Wortlaut ist beschädigt.]

35.54 Oben auf dem Säulenstängel bilde man einen radförmigen Lotus mit zwölf Blättern, Staubfäden und breiter Mitte; darüber befinde sich wie zuvor die Öffnung.

35.55 Sie sei mit dem beschriebenen Schmuck versehen, ringsum jedoch kreisrund, von Perlenschnüren umgeben und mit herabhängenden Glöckchen geschmückt.

35.56 Damit ist eine dieser Formen mit ihrer Anordnung beschrieben, o Lotusgeborener. Die von mir angegebene Verzierung mit Wasser- und Landwesen [ist im Wortlaut beschädigt].

35.57 Man bedenke sie und verwende sie stets bei allen Formen, o Lotusgeborener. [Der restliche Vers ist lückenhaft und nicht zuverlässig zu übersetzen.]

35.58 So sind die Merkmale des Gerätes zum Verbrennen von Räucherwerk in seinen verschiedenen Gestalten zusammenfassend und mit Einzelheiten beschrieben.

35.59 Nachdem man es auf diese Weise hergestellt und geweiht hat, soll man es durch seinen eigenen Mantra beleben und auf der Unterlage stehend verehren. [Eine Wendung vor der Mantraeinsetzung ist verderbt.]

35.60 Unten am Ort des Svastika betrachte man das Erdelement mit seinen fünf Kennzeichen; den Lotus erkenne als Wasser, das Rad als das mächtig leuchtende Feuer.

35.61 Der Glöckchenkranz entspricht dem Wind, der Hohlraum der Lotusmitte dem Äther. So sind die stoffliche und die göttliche Ebene miteinander verbunden.

35.62 Man vergegenwärtige sich das zuvor Gesagte, damit alle Handlungen gelingen. Die gegliederte Gestalt des Rades besteht aus Nabe, Speichen und Radkranz. [Das letzte Wort ist unsicher.]

35.63 Seine ungegliederte Gestalt ist der vollkommene Kreis, der als Raumkreis bezeichnet wird. Ein Räuchergefäß mit diesen Merkmalen soll man verehren.

35.64 Man weihe es nach der Vorschrift, versehe es mit dem eigenen Namen und übergebe es als Stiftung, die auch das eigene Geschlecht ehrt, o Einsichtsvoller.

35.65 Im göttlichen Heiligtum Haris, dem Götter und Siddhas dienen, soll man zu den drei Tageszeiten zugleich mit den Bali-Gaben und dem Duft des Räucherwerks

35.66 die wohlklingende Glocke ertönen lassen, begleitet von Trommeln und anderen Instrumenten. Mit Hymnen umschreite man den göttlichen Tempel auf vielfältige Weise nach rechts.

35.67 Die dort weilenden Scharen der Siddhas, deren Sitz allein das Laut-Brahman ist, hören den äußeren Glockenklang und erfahren Freude, o Einsichtsvoller.

35.68 Bald offenbart sich der ungeschlagene Klang im Inneren. Zu dessen Unterweisung für die dafür Empfänglichen wird er außen hörbar gemacht. [Die Satzfügung und ihr Bezug sind nicht vollständig sicher.]

Damit endet in der Pauṣkarasaṃhitā, der großen Upanishad des heiligen Pāñcarātra, das fünfunddreißigste Kapitel über die Merkmale des Räuchergefäßes.


Kapitel 36: Heiligtümer, heilige Orte und göttliche Erscheinungsformen

Pauṣkara sprach:

36.1 Erhabener Herr, ich möchte die von dir erwähnten, von der Gegenwart des höchsten Wesens durchdrungenen und durch besondere Merkmale ausgezeichneten

36.2 göttlichen Heiligtümer und Heiligtümer der Siddhas kennenlernen. Sie sind für Menschen ohne Erkenntnis ebenso wie für Wissende ein Mittel zum Ziel.

36.3 Dort erlangt der Mantrapraktizierende durch Verehrung die beständige Gnade des Mantra und die große Überwindung der Wirklichkeitsstufen, o Gott,

36.4 rasch und ohne Hindernisse: als Absolvent der heiligen Unterweisung, als Brahmacharin oder als Asket, der die Bindungen gelöst und das Hausleben aufgegeben hat.

Der erhabene Herr sprach:

36.5 Diese aus Maya bestehende Welt ist bis hinab zur Erde in unterschiedliche Bereiche gegliedert. Sie ist durchdrungen von den göttlichen Wirklichkeiten, die als heilige Felder bezeichnet werden, zusammen mit deren Herren,

36.6 von den vielfältigen Erscheinungsgestalten, ausgehend von der alldurchdringenden und der Vyūha-Gestalt. Ihre Leiber bestehen aus den sechs ewig reinen göttlichen Eigenschaften.

36.7 Sie selbst wirken aus Gnade für die im Dasein Befangenen, auch für Undankbare und Menschen von geringem Verständnis, für Verehrer, Nichtverehrer und Leugner des Heiligen.

36.8 Auf dem Kontinent an der Achse des Erdkreises liegt das seit anfangsloser Zeit berühmte heilige Feld, das die Frucht des eigenen Handelns gewährt und räumlich begrenzt ist.

36.9 Zum Segen der Menschen haben die vorzüglichen, an sich gestaltlosen heiligen Felder aus Mitgefühl verschiedene Orte unter ihren eigenen Namen eingenommen,

36.10 ebenso die Herren dieser Felder in sichtbaren Gestalten. Sie haben auf der Erde einen dauerhaften, samenhaften Aufenthalt begründet. [Die Satzfügung ist beschädigt.]

36.11 Zusammen mit den noch unentfalteten Kräften der Erkenntnis und den übrigen Eigenschaften, mit den Fähigkeiten wie Kleinheit sowie mit Erde, Feuer und den anderen Elementen, die als Samen und Teilkräfte der Wirklichkeitsstufen an der Wirklichkeit des Brahman teilhaben,

36.12 steigen sie herab und werden vor Beginn der Schöpfung sichtbar. Aus ihrem eigenen Wesen geschieht dies, weil sie allen Gnade erweisen wollen.

36.13 Bis zur Einziehung des Erdkreises bleiben sie bei den höchsten heiligen Feldern. [Die anschließende Aussage über Herrschaftskraft, Leiber und vorzügliche Weise ist lückenhaft.]

36.14 Jeder befindet sich zugleich in seinem eigenen Feld, das Wohlergehen und das höchste Ziel gewährt. Aus eigenem Willen nimmt er eine entsprechende, den Ort tragende Gestalt an. [Der Wortlaut ist teilweise unsicher.]

36.15 Er macht sie sichtbar in den vorzüglichen und anderen Maßen, jeweils der Zeit angemessen, als steinerne Gestalt Vāsudevas. [Das abschließende Kompositum ist beschädigt.]

36.16 Deshalb sind die Herren der heiligen Felder auf Erden unter den Namen ihrer jeweiligen Gestalten bekannt. Auch andere Gottheiten und ihre Heiligtümer tragen entsprechende Namen.

36.17 So ist das Land des Handelns von heiligen Feldern und ihren Herren bewohnt: von gestaltlosen Feldern, deren Wesen Bewusstsein ist, und von sichtbar gestalteten Feldherren.

36.18 Die Herren der Felder, die auf diese Weise sichtbar herabgestiegen sind, erkennen nach einiger Zeit einen Mangel an ihrer steinernen Gestalt

36.19 und entziehen sich der Sichtbarkeit, etwa infolge der Zerstörung eines Landes, o Zweimalgeborener. Unter vielfältigen Umständen werden sie später wieder wie zuvor sichtbar.

36.20 Aus eigener Macht regen sie selbst ihr erneutes Erscheinen an, wie eine Wolkenmasse das Wasser des Meeres in Bewegung bringt. [Der erste Halbvers ist verderbt.]

36.21 Im Traum oder auch unmittelbar verkünden sie den ihnen ganz hingegebenen Menschen, was deren Erwerb und Bewahrung dient. [Eine Bezeichnung der Empfänger ist beschädigt.]

36.22 Für die in dieser Wahrheit hingebungsvoll Verwurzelten bewährt sich dies stets als wahr; für andere gilt es nicht in gleicher Weise, o Lotusgeborener.

36.23 Ihre wirkliche Erhabenheit dient dazu, die Haltung des Unglaubens bei Nichtverehrern aufzulösen. [Die Satzbildung ist unsicher.]

36.24 Zur Freude der Vertrauenden und zur Vollendung der heiligen Badeplätze und anderer Orte wohnen diese Herren der Felder als Vāsudeva-Gestalten im Inneren von Felsen,

36.25 bisweilen unmittelbar in der Gestalt von Rad, Muschel, Lotus oder Keule; besonders auf Trikūṭa und Raivataka. [Ein weiterer Ortsname ist verderbt.]

36.26 Ferner in Śālagrāma, auf dem Sahya-Gebirge, in Viṣṇupada, Vyāvarta und Kṛṣṇāśva sowie im Inneren des Himālaya,

36.27 auf Mahendra, Malaya, Vindhya, Pāriyātra und Arbuda, auf dem Hastigiri im Gebiet Satyavrata und auf dem vorzüglichen Berg Vikaṭa,

36.28 auf Siṃhācala und in weiteren heiligen, lieblichen Feldern. [Ein Ortsname ist beschädigt.] So sind diese Gebiete von Vāsudeva-Gestalten bewohnt, o Lotusgeborener.

36.29 Wer aus eigenem Entschluss zu einem solchen, ohne menschliche Herstellung bestehenden Feld geht, das von einer der vielfältigen göttlichen Gestalten eingenommen ist, [der Wortlaut ist teilweise verderbt,]

36.30 wer beim Herrn dieses Feldes Zuflucht nimmt und dort wohnt, sei es am Rand, in seinem mittleren Bereich

36.31 oder im ersten, von der Gottheit erblickten Bereich, erlangt der Reihe nach bei dem Herrn des Feldes, der mit seiner Wirklichkeit auf die Erde gekommen ist,

36.32 das Wohnen in seiner Welt, seine Nähe oder die Vereinigung mit ihm. Auch einen Menschen ohne Besitz und ohne Unterscheidungskraft,

36.33 der Zuflucht gesucht hat, selbst wenn er früher ein Leugner war, nun aber Vertrauen fasst und sich in seiner Nähe befindet, selbst bewegungslos, o Pauṣkara,

36.34 oder bewusstlos von seinen Angehörigen aus Mitgefühl hergebracht wird, während Frauen, Kinder und andere zum Herrn der Welt rufen: „Beschütze ihn!“ —

36.35 wenn ein solcher seinen Leib verlassen hat, setzen die Diener des Feldherrn ihn mitsamt dem achtfachen feinstofflichen Leib auf einen herrlichen Wagen, unter mächtigem Instrumentenklang.

36.36 Mit Gewalt überwinden sie die furchtbaren Diener des Todes. Diese Helfer des Feldherrn tragen die Gesichter Narasiṃhas, Kapilas, des Ebers, Vāmanas oder des Pferdeköpfigen,

36.37 oder friedvolle Gesichter; sie tragen Lotus, Muschel, Rad und Keule, Pflug, Nandaka-Schwert, Donnerkeil, Schlinge, Stachel und Bogen,

36.38 auch Stößel und Stab; manche haben Garuḍas Gesicht. Sie bringen den Verstorbenen zum Herrn des heiligen Feldes und sprechen:

36.39 „O Gott, dieser Schutzlose hat heute in deinem Feld seinen aus fünf Elementen bestehenden Leib verlassen. Tue nun, was für ihn angemessen ist.“

36.40 Der Herr des Feldes hört die Worte seiner Scharen und blickt ihn mit einem von Mitgefühl erfüllten Auge an. [Ein Wort fehlt.]

36.41 Die zuvor im Heiligtum begangene Verfehlung und den Rest seiner Schuld, der noch besteht, nachdem er an den göttlichen Ort gelangt ist,

36.42 lässt er durch die Verbindung mit sich allmählich vergehen. Auf diese zwei Weisen nimmt er ihn in sich auf. [Die Unterscheidung der beiden Vorgänge ist im Wortlaut nicht vollständig klar.]

36.43 Dann zieht er ihn kraft seiner Macht entsprechend dem feinstofflichen Leib aus seiner eigenen Gestalt hervor. Erkennt er ihn als fähig zur heiligenden Weihe und zum Erwerb richtiger Erkenntnis,

36.44 gewährt er ihm im Land des Handelns eine Geburt in einer Familie guter Taten, im eigenen oder in einem anderen heiligen Feld. Dies ist das dortige Wohnen in seiner Welt.

36.45 Mit der Zeit erlangt er die Befähigung und vollzieht in angemessener Weise die dreizehnfach beschriebene heilige Übung. [Die vorausgehende Wendung zur Durchdringung ist unklar.]

36.46 Dadurch wird das zu Vollbringende erfüllt; für einen anderen durch die Hälfte davon, und ein dritter gelangt zur rechten Erkenntnis, o Lotusgeborener. [Die Zuordnung dieser drei Wege bleibt unsicher.]

36.47 Sobald die Einsicht zur entsprechenden Zeit erwacht und die Sinne sich entfaltet haben, vollzieht er bewusst in diesem Feld wie zuvor seine Gelübde.

36.48 Danach gibt er in intensiver Entschlossenheit durch ein Gelübde und ähnliche Mittel seinen Leib vor dem Herrn des Feldes auf. Der nun von Schuld Befreite

36.49 empfängt dort die Unterweisung in der reinen, heilsamen Erkenntnis, nachdem er von seinem Leib getrennt worden ist, o Lotusäugiger. [Mehrere Wörter sind verderbt; der genaue Vorgang lässt sich nicht sicher bestimmen.]

36.50 Durch sie erreicht er die höchste Wohnstatt, die Vāsudeva genannt wird. Die Verdienste der heiligen Orte werden für die Yogins

36.51 stets zur Grundlage und zu einem Bestandteil ihres Weges. Auch die Wissenden gelangen zu dem durch Yoga ausgezeichneten höchsten Zustand,

36.52 der beständig von Erkenntnis erfüllt ist, und erreichen ihn ohne Hindernisse. So ist das Heiligtum ein höchstes Mittel für die im Dasein Befangenen, o Brahman.

36.53 Weil es dies ist, soll man ihm immer dienen. Wie reine Sonnenstrahlen einem gut entwickelten Samen

36.54 durch ihre Hitze die Kraft nehmen, einen Spross hervorzubringen, ohne seine äußere Gestalt zu zerstören,

36.55 so tilgen die Herren der Felder durch ihre eigene Macht und durch die heilsamen Strahlen ihrer Kraft die Befleckung der Bewohner des heiligen Ortes.

36.56 Danach erweisen sie dem von Schuld Befreiten Gnade. [Es folgen schwer verständliche Aussagen über Formen des Leibesaufgebens in Beziehung zu Erde, Wasser, Feuer, Wind und Raum.]

36.57 Höre von den beiden bisher nicht erläuterten Formen: Der Verzicht auf Nahrung und Wasser wird als die dem Wind zugehörige bezeichnet.

36.58 Das Verschließen aller Öffnungen wird als die dem Raum zugehörige bezeichnet. Oder man erkennt den Zeitpunkt des natürlichen Leibesendes genau, o Pauṣkara,

36.59 und bemüht sich in Hingabe, das Heiligtum zu erreichen, wenn man sein Heil sucht. Gelingt dies nicht, wird es durch die Einübung über weitere Geburten hinweg erreicht.

36.60 Dadurch werden die Hindernisse von Geburt zu Geburt aufgelöst. Wenn bei einem Menschen mit festem Entschluss aufgrund übermächtiger früherer Schuld

36.61 das Erreichen des heiligen Ortes dennoch nicht zustande kommt, o Lotusgeborener, wird er nicht zum Gegenstand der furchtbaren Bestrafung durch den Tod.

36.62 Selbst die Diener Yamas ehren ihn wie einen Opfernden. Dies gilt umso mehr für Menschen, die sich durch heilige Regeln und andere Tugenden auszeichnen.

36.63 Auch andere Lebewesen, die dort aufgrund früherer Prägungen geboren wurden und sich durch innere Zuwendung und Hingabe auszeichnen,

36.64 nehmen keine andere Geburtsart mehr an, obwohl ihnen rechte Unterscheidung fehlt. [Andere Handschriften lesen statt „nehmen nicht an“: „nehmen an“; der Schluss des Verses über meine Verehrer ist beschädigt.]

36.65 Wer dies erkennt, ist unter den Menschen begünstigt und wird von schlechten Taten nicht übermäßig bedrängt. Zwar vergehen Handlungen nicht, solange ihre Früchte nicht erfahren worden sind,

36.66 doch werden sie durch die Macht des heiligen Feldes abgeschwächt. Durch wiederholte Übung über Geburten hinweg kommt das Karma gewiss zum Schwinden,

36.67 kraft der Herren der Felder und ihrer heiligen Orte, o Einsichtsvoller. Wer an solchen Orten Bedürftigen Gaben gibt,

36.68 in Hingabe Askese zur Verehrung des Herrn übt, den Herrn des Mantra verwirklicht und mit Sesam und anderen Gaben sättigt,

36.69 oder den Göttern mit Opfern dient, erlangt die ganze Frucht. Mit den bekannten Mantras, beginnend mit dem zwölfsilbigen,

36.70 bis hin zum Jitante-Mantra, oder mit dem aus dem Mund des Guru empfangenen eigenen Hauptmantra verehre man den höchsten Herrn regelgerecht.

36.71 Was man nach seiner Verehrung im Heiligtum den befugten, vorzüglichen Zweimalgeborenen gibt, die die fünf täglichen Verehrungszeiten einhalten,

36.72 das gilt für Menschen, die Daseinsfreuden wünschen, als unvergänglich. Für diejenigen aber, die durch Geben von Begehren frei geworden sind, führt es zur Befreiung.

36.73 Was man den Bewohnern meiner Heiligtümer in Dörfern, Bezirken und Ländern gibt, lässt einen Wohlergehen ohne Krankheit genießen. [Die nähere Angabe zu Begleitern, Besitz oder Tieren ist textlich unsicher.]

36.74 Man genießt es gemäß den eigenen Mitteln in Fülle, beständig, Geburt für Geburt. Bei einem göttlichen Heiligtum wisse die Frucht als über unzählige Geburten wirksam.

36.75 Bei einem Heiligtum der Siddhas erstreckt sie sich über hunderttausend Geburten, bei einem von einem hervorragenden Brahmanen errichteten über tausend.

36.76 Bei einem von einem Kshatriya errichteten wird ein „zehnteiliges“ Maß genannt; bei einem von einem rechtschaffenen Vaishya errichteten die Hälfte davon. [Die Zahlenangabe im ersten Halbvers ist nicht sicher überliefert.]

36.77 Eine Gabe in einem von einem rechtschaffenen Shudra errichteten Heiligtum wirkt zwölf Geburten lang, o vorzüglicher Zweimalgeborener.

36.78 Für ein Heiligtum, das für Angehörige der Stände ohne andere Zuflucht errichtet wurde, wird wiederum eine entsprechende Frucht genannt. [Der Satz ist beschädigt.]

36.79 Heiligtümer, die von Angehörigen der Stände mit gemischter Verehrung errichtet wurden, gewähren der Reihe nach die Hälfte der zuvor genannten Dauer.

36.80 Für Menschen, die Früchte wünschen, wie für diejenigen ohne eigennütziges Begehren gilt: Der Gott wohnt in allen Heiligtümern und ist in allen seinen Gestalten gegenwärtig.

36.81 Auch in den weiteren Gestalten und Erscheinungsformen gewährt er Unterhalt und die höchste Stätte. [Eine Wendung zu den abgeleiteten Erscheinungen ist verderbt.]

36.82 Deshalb soll man sich mit großer Sorgfalt der Handlung widmen, der die Mantraverehrung vorausgeht. [Der Abschluss ist lückenhaft.]

36.83 Menschen, die frei von Begehren Acyuta verehren, offenbart sich der ungeborene, alldurchdringende Vāsudeva, der im Wirken ihres eigenen Selbst gegenwärtig ist.

36.84 Wenn ihr Geist von ihm erfüllt ist, offenbart sich ihnen das ewige Brahman überall dort, wo sie äußerlich Verehrung vollziehen.

Pauṣkara sprach:

36.85 Ich möchte das Geschick der Menschen kennenlernen, die in Heiligtümern geboren sind, aber Unheilsames tun und dort oder außerhalb sterben.

Der erhabene Herr sprach:

36.86 Aufgrund einer früheren unreinen Tat handeln sie wiederum aus verkehrter Gesinnung schlecht, o Lotusgeborener,

36.87 obwohl sie die Größe des heiligen Feldes kennen; sie stehen unter dem Zwang dieser Kraft. [Die anschließende Aussage über Sterben und wiederholte Geburt ist beschädigt.]

36.88 Die Schuld der dort Sterbenden wird verringert; dem Todesherrn wird aufgetragen, ihre schlechten Taten mit Mitteln zu beruhigen, die keine übermäßige Strafe darstellen.

36.89 „Tilge bei ihnen den noch nicht abgegoltenen Rest der Befleckung, damit sie bald wieder heilsam handeln.“ [Die genaue Form des göttlichen Auftrags ist unsicher.]

36.90 „Durch einen erneut erlangten Leib mögen sie in unseren Schutz gelangen.“ Er nimmt diesen Auftrag ehrfürchtig auf sein Haupt, o Einsichtsvoller,

36.91 und reinigt sie mit einem von Mitgefühl geleiteten Sinn. So werden sie frei von Fehlern und gelangen nach einiger Zeit

36.92 [zu einem im beschädigten Text nicht mehr sicher benannten Zustand]. Besonders durch die Gemeinschaft mit Guten schwindet ihre Befleckung, und sie kehren zum vedischen Weg zurück.

Unnummerierter Halbvers: Sie vollziehen das, wodurch sie zur Vereinigung mit dem Herrn gelangen.

Pauṣkara sprach:

36.93 Wenn aber dort geborene Menschen, die sehr schwere Verfehlungen begehen, außerhalb sterben: Welches Geschick erwartet diese überaus Schuldigen?

Der erhabene Herr sprach:

36.94 Der Todesherr reinigt ihre schlechten Taten durch nicht übermäßige Strafen. Frei von Fehlern gelangen sie dann wieder zum Menschsein.

36.95 [Der erste Halbvers spricht in beschädigter Form von einem starken Entschluss zum Leibesende.] Wie die zuvor genannten Übeltäter gelangen sie auf die beschriebene Weise zur Läuterung.

36.96 Wer hingegen dort geboren und frei von Schuld ist, aber anderswo stirbt, gelangt auf himmlischen Wagen zum Aufenthaltsort des Todesherrn.

36.97 Dieser ehrt sie und spricht mit gefalteten Händen: „Begebt euch zum erhabenen Herrn und zu seinem Heiligtum.“ [Ein Teil der Ortsbezeichnung fehlt.]

36.98 „Geht auf diesem von mir gezeigten heilsamen Weg zu dem reinen Zustand des Wohnens in seiner Welt, der die Fessel des Daseins auflöst.

36.99 Dort wird euch Heil widerfahren, ebenso wie den anderen Bewohnern, die die Wirklichkeit des erhabenen Herrn kennen.“

36.100 Solche Frucht erwächst aus dem Heiligtum schon Menschen ohne Unterscheidungskraft, o Lotusgeborener — um wie viel mehr den anderen!

36.101 Die Erde sind seine Füße, der Luftraum sein Nabel, der Himmel sein Haupt, Mond und Sonne seine Augen; die Welten, beginnend mit Mahas, sind die Haare des alldurchdringenden Herrn.

36.102 Die Himmelsrichtungen sind seine Ohren, sämtliche Zwischenrichtungen seine Arme. Die Reihe der Unterwelten bis hin zur tragenden Kraft

36.103 befindet sich im Bereich seiner Fußsohlen. Er trägt eine ewige Gestalt, dieser strahlende, allgegenwärtige, erhabene Herr.

36.104 Weil alles zu seiner Stätte gehört, gibt es für seine vertrauenden Verehrer keinen Ort, der kein Heiligtum wäre, o Zweimalgeborener.

36.105 Für die Leugner ist dagegen diese ganze bewegliche und unbewegliche Welt von Dunkelheit erfüllt. Lassen wir nun die besonders berühmten Orte beiseite, o Einsichtsvoller:

36.106 Wo hervorragende Brahmanen und andere in Hingabe ein schönes Bild aufgestellt haben, beweglich oder unbeweglich, gemalt oder aus Ton, Holz oder Stein,

36.107 oder irgendein Bild Haris aus Gold oder anderem Metall — für Menschen, die dort sterben, bewirkt die Größe dieses Ortes

36.108 einen Aufenthalt im Himmel, dessen Rang nicht der allerhöchste ist. Wenn dieser endet und sie von dort scheiden, werden sie in Heiligtümern geboren.

36.109 Wie dies der Reihe nach geschieht, sollen die mir Ergebenen verstehen, o Einsichtsvoller. Eine entsprechende brahmanische Lebensform entsteht in den jeweiligen heiligen Feldern. [Die genaue Zuordnung ist textlich unsicher.]

36.110 Aus einem von einem Kshatriya gegründeten Heiligtum führt der Weg zur Geburt in einem von Göttern errichteten; auch der von einem rechtschaffenen Vaishya gestaltete Ort wird genannt, o Lotusgeborener.

36.111 In einem von Weisen errichteten Heiligtum Acyutas [folgt eine beschädigte Aussage über eine Geburt, einen Maudgalīya-Ort und die Verehrung; ein sicherer Zusammenhang ist nicht herzustellen].

36.112 Ein großes Heiligtum, das ein durch Mantra vollendeter Mensch gegründet hat, gewährt den Menschen erhabene Freuden und mit der Zeit

36.113 den Übergang bis hin zu einem von Mantrakundigen errichteten Heiligtum, o Zweimalgeborener. Weiter wird das Schwinden der Schuld und anschließend ein Kshatriya-Heiligtum genannt. [Die Reihenfolge ist nicht sicher überliefert.]

36.114 Allmählich und nach nicht allzu langer Zeit gelangen ihre Fehler zum Schwinden, o Pauṣkara.

36.115 Wenn sie danach wieder auf die Erde herabkommen, tilgen sie dort durch heilige Regeln rasch den noch nicht abgegoltenen Rest früherer schlechter Taten, o Lotusgeborener.

36.116 Auf die zuvor beschriebene Weise erreichen sie der Reihe nach die höchste Stätte. Die hier beim Aufgeben des Leibes genannten Formen des Sichfallenlassens

36.117 sind für Menschen mit Unterscheidungskraft nicht vorgeschrieben. Sie gehören vielmehr zum Bereich der Sühne, um die seit der Geburt angesammelten schlechten Taten zu tilgen.

36.118 Wenn diese verbrannt sind, erlangen sie am Ende des Leibes Acyutas Stätte. Deshalb soll man nach dem Erreichen eines heiligen Feldes Sühne vollziehen,

36.119 die Frucht der eigenen Verfehlung erkennen und sich beständig auf Reinheit stützen. So kann auch ein Mensch mit verkehrtem Denken einen heilsamen Zustand erreichen.

36.120 So mächtig das heilige Feld auch ist und so sehr es Menschen einen guten Weg eröffnet: Es gibt seine eigene Wirksamkeit nicht auf, wenn die Unterscheidungskraft als zweiter Faktor hinzutritt.

36.121 Wem Geist, Einsicht, Sinne und die Gesamtheit der inneren Werkzeuge von Grund auf oder schließlich durch große Askese gereinigt sind,

36.122 dem erweisen Heiligtümer und ähnliche Orte beständig Gnade, ob das Lebewesen noch als verkörpertes Einzelwesen lebt oder bereits in eine andere Welt gelangt ist.

36.123 Auch die Eigenschaften des Bodens sind überall nach dem Gewicht der Vorschrift zu berücksichtigen. Wie Bittsteller bei hochstehenden Menschen

36.124 Nahrung und Trank suchen und einen Tugendkundigen oder einen Tugendlosen aufsuchen oder verlassen — [der Vergleich ist sprachlich verderbt und lässt keine sichere Zuordnung zu].

36.125 Wer die Größe des heiligen Feldes so kennt, soll es durch Tapas, Meditation, Japa und andere Übungen und durch heilsames Handeln, Sprechen und Denken zu höchster Schönheit bringen.

Zur Einordnung: Die Verse über ein absichtlich herbeigeführtes Leibesende beschreiben historische Sühnevorstellungen. Sie sind keine heutige Übungsanweisung. Der Text selbst grenzt sie in 36.116–118 von dem Weg der Menschen mit Unterscheidungskraft ab. Vor der folgenden Rede fehlt offenbar die zugehörige Frage Pauṣkaras.

Der erhabene Herr sprach:

36.126 Die vier zuvor genannten Gestalten, beginnend mit Vāsudeva, die zwölf, beginnend mit Keśava, und die zehn, beginnend mit Matsya,

36.127 durchdringen die zuvor beschriebene Gruppe der sechsundzwanzig Wirklichkeitsstufen bis hin zur Erde. Die zwölf sind mit den bei Īśvara beginnenden Stufen verbunden.

36.128 Die zehn umhüllen sie mit einer entsprechend grobstofflichen Gestalt. Jede nimmt eine Wirklichkeitsstufe ein, zusammen mit Vāsudeva und den übrigen.

36.129 So sind alle Gottheiten gegenwärtig, um das leidvolle Dasein zu befrieden. Die allgestaltige Erscheinung ist mit den sechs göttlichen Eigenschaften versehen, o Einsichtsvoller.

36.130 Entsprechend ihrer jeweiligen Tätigkeit entfalten sie sich beständig, aus Gnade und nach dem Willen des alldurchdringenden Herrn.

36.131 Durch ihre vielfältigen Gestalten ist die ganze Erdoberfläche erfüllt. Jede einzelne Erscheinungsgestalt kann unzählige Formen annehmen,

36.132 mit verschiedenen Reittieren, Waffen und Kennzeichen. So geschieht es nach dem Willen und durch die Macht des Herrn der Welt.

36.133 Sie alle bestehen auf vielfältige Weise in ihren eigenen Entfaltungen. Obwohl Waffen und Kennzeichen ihnen jeweils fest zugeordnet sind,

36.134 gelten sie doch zugleich als gemeinsamer Besitz aller Gestalten. Auch wenn es so ist, höre nun die nähere Unterscheidung.

36.135 Um eine Verwechslung mit anderen zu vermeiden, unterscheidet man sie durch Kennzeichen und Banner. Die Erscheinungsformen sind jedoch vor allem an ihrer jeweiligen Tätigkeit zu erkennen. [Die Negation zu Beginn ist im Satzbau unsicher.]

36.136 Die weiteren Erscheinungen unterscheiden sich ebenso nach ihrem Anteil an der Gottheit; manche nach ursprünglicher Gestalt, Trägern oder Bannern. [Der zweite Halbvers ist beschädigt.]

36.137 So tragen manche dieselben Zeichen wie die drei höheren Gruppen der Erscheinungen, andere dieselben wie Keśava und die übrigen, o Zweimalgeborener,

Unnummerierter Halbvers: zusammen mit ihren Gestalten, Kennzeichen und jeweiligen Besonderheiten.

Pauṣkara sprach:

36.138 Erhabener Herr, ich möchte die Kennzeichen aller Gestalten und die von dir erwähnten Unterschiede hören, die der Befriedung des Daseins dienen.

Der erhabene Herr sprach:

36.139 Höre von mir genau die Anordnung der Kennzeichen, der Reihe nach vom ursprünglichen Gott an, o Reinäugiger.

36.140 Bei den vier Gestalten soll man die vordere rechte Hand als furchtvertreibend oder als den Verehrern Gaben gewährend betrachten.

36.141 Die linke Hand trägt bei allen vieren die Muschel in verschiedener Haltung. Bei der ersten Gestalt wisse in den hinteren Händen, links und rechts,

36.142 das Rad der Zeit und die schwere Keule Acyutas. Bei der nächsten befinden sich Pflug und Stößel in der linken und rechten Hand.

36.143 In den beiden hinteren Armen der folgenden Gestalt befinden sich Bogen und Pfeil; bei Aniruddha Schild und Nandaka-Schwert, o Pauṣkara.

36.144 Diese werden von den beiden hinteren Händen getragen. So verhält es sich bei den vier Hauptgestalten. Höre nun für ihre weiteren Gestalten

36.145 die Anordnung von Muschel, Rad, Keule und Lotus. Zunächst werden die drei dem ursprünglichen Gott zugehörigen Gestalten beschrieben.

36.146 In der hinteren linken Hand befindet sich das Rad, in der rechten die Muschel; in der vorderen rechten der Lotus, in der anderen die Keule.

36.147 So trägt der erhabene Keśava Lotus und die übrigen Zeichen. Die beiden vorderen Hände der nächsten Gestalt tragen links die Keule und rechts den Lotus,

36.148 die hinteren, von links beginnend, Muschel und Rad: Dies ist der erhabene Nārāyaṇa. Höre nun von Mādhava.

36.149 In der vorderen linken Hand trägt er die Muschel, in der rechten die Keule; in den hinteren Armen Lotus und Rad.

36.150 Diese drei göttlichen Gestalten strahlen wie Jasmin, Mond und Bergkristall. Zusammen mit dem erhabenen Vāsudeva bilden sie eine Vierheit.

36.151 Diese Gruppe gewährt Befreiung und Freuden des Daseins. Höre nun von den drei Gottheiten, die Kāmapāla zugeordnet sind, o Lotusgeborener.

36.152 Govinda trägt in der vorderen linken Hand den Lotus und in der rechten die Keule. So wird es beschrieben.

36.153 Höre nun die Anordnung der Kennzeichen Vishnus: Vorn trägt er links die Muschel und rechts den Lotus,

36.154 in den hinteren Händen entsprechend Rad und Kaumodakī-Keule. Höre danach die Anordnung bei Madhusūdana.

36.155 Seine vordere linke Hand trägt den Lotus, die rechte die Pāñcajanya-Muschel; hinten trägt er links die Keule und rechts das Rad.

36.156 Diese drei Gottheiten bilden mit ihrer Erkenntnisgestalt die zweite Vierheit. Ihr Glanz leuchtet wie ein Rubin.

36.157 Nun wird die Reihe der drei Gottheiten Pradyumnas erklärt. Höre die Anordnung ihrer Kennzeichen zusammen mit der Farbe.

36.158 Vorn trägt die linke Hand das Rad, die andere die Keule; hinten trägt die linke die Muschel und die andere den Lotus.

36.159 Dies ist die Anordnung Trivikramas. Höre nun von Vāmana: In der vorderen linken Hand trägt er die Keule, in der rechten das Rad,

36.160 hinten links den Lotus und rechts die Muschel. Bei Śrīdhara wird die Keule in der vorderen linken Hand genannt,

36.161 das Rad in der vorderen rechten, die Muschel hinten links und der Lotus hinten rechts. Das Rad strahlt wie Millionen [von Lichtquellen; der Vergleich ist unvollständig].

36.162 Diese drei Gestalten mit ihrem Herrn bilden eine Vierheit von goldenem Glanz, o Zweimalgeborener.

36.163 Erfahre nun von den drei Gestalten Aniruddhas, ihren getragenen Kennzeichen und ihrer Farbe.

36.164 Vorn links befindet sich der Lotus, in der zweiten Hand der Herr der Waffen, das Rad; in den hinteren Händen, links und rechts der Reihe nach,

36.165 eine Lotusknospe und die schwere Keule. [Gemeint ist die später genannte Gestalt Hṛṣīkeśas; andere Handschriften lesen hier statt Lotusknospe die Muschel.] Bei Padmanābha wisse vorn links das Rad und in der anderen vorderen Hand den Lotus,

36.166 hinten links die Keule und in der anderen Hand die Muschel. Dāmodara trägt dagegen die heilige Keule vorn links,

36.167 vorn rechts die Muschel, hinten links das Rad und hinten rechts den sonnengleichen Lotus.

36.168 Diese Gruppe gleicht in ihrer Farbe der Flachsblüte. Mit dem Gott Aniruddha bildet auch sie eine Vierheit.

36.169 Höre nun, wie die Waffen des allbeherrschenden Vishnu, gestaltet oder ohne Personengestalt, zur Erhaltung der drei Welten angeordnet werden.

36.170 Keule und Rad stehen jeweils an einer seiner beiden Seiten; zwei seiner Hände liegen auf ihnen, und sie blicken zum Gesicht des Herrn auf, o Einsichtsvoller.

36.171 Den Herrn der Muschel mit der Muschel in der Hand verbinde man mit einer anderen Waffe. Die Reihe seiner Hände, mit zwei beginnend, trage verschiedene Zeichen,

36.172 darunter Schlinge, Stachel und Lotus sowie andere vorzügliche Waffen. Höre nun von den sechzehn Gestalten einschließlich ihrer weiteren Entfaltungen.

36.173 Bei den vier Hauptgestalten denke man die Pāñcajanya-Muschel in der vorderen Hand ohne menschliche Gestalt. Keule und Rad dagegen vergegenwärtige man sich mit vollständigem Leib,

36.174 von zwei Händen des Herrn berührt und seinem Gesicht zugewandt, als tränken sie seinen Anblick. [Eine Wendung zum Gefäß ist verderbt.] So sollen die ihm Ergebenen meditieren.

36.175 Erfahre nun die Anordnung des Mantra ohne Personengestalt. Man kann sie nach Wunsch betrachten, auch entsprechend Schönheit und göttlichem Spiel.

36.176 Wie sie seit der Schöpfung bei den Menschen verschiedener Länder besteht, so wird nun das Tragen gestaltloser und personifizierter Waffen miteinander beschrieben.

36.177 Die beiden von den hinteren Armen gehaltenen Waffen werden am Kopf berührt. Sie blicken zum Gesicht des Herrn auf,

36.178 erwarten seinen Befehl und halten eine Hand etwa in einer anzeigenden Gebärde; oder sie legen die Hand an die Achsel oder zeigen die Geste des Staunens,

36.179 oder die als Saṃpuṭa bezeichnete Mudra. Sie können mit vier Gesichtern und Füßen in Meditation dargestellt werden. [Die Körperangabe ist unsicher.]

36.180 Für alle wird die Haltung entsprechend dem Zweck, dem Wunsch des Praktizierenden und der jeweiligen Zeit bestimmt.

36.181 Sie stehen aufrecht, sitzen oder ruhen auf einem Freudenlager, auf Rad- oder Lotussitzen; im Herzen sind sie mit den drei Lichtbereichen verbunden. [Einzelne Wörter sind gestört.]

36.182 Wer sie mit den zuvor genannten bezeichnenden Mantras, beginnend mit dem zwölfsilbigen, oder mit den allgemeinen sechs Mantras der sechs göttlichen Eigenschaften

36.183 hingebungsvoll nach seinen Kräften und Mitteln verehrt, wird von Fehlern frei und erreicht die jeweilige leidlose Stätte.

36.184 Wo sich eine Gestalt aufgrund eines heiligen Feldes selbst äußerlich offenbart und unter einem besonderen Namen wirksam wird, dort gelangen die Praktizierenden zur Vollendung,

36.185 wenn sie ihren eigenen Mantra wiederholen, hingebungsvoll sind, Reinheit bewahren und den heiligen Handlungen dienen. Höre nun für die weiteren Gottheiten, o Lotusgeborener,

36.186 von Bannern und anderen Zeichen. Zunächst nenne ich die als Keśava und die beiden folgenden bezeichnete göttliche Dreiergruppe:

36.187 Sie ist mit einem großen Garuḍa-Banner samt flatternder Fahne geschmückt. Den hohen Palmenbaum des Pflugträgers, o Pauṣkara,

36.188 trägt als Schmuck die mit Govinda beginnende Dreiergruppe. Mit dem Makara-Banner, das Pradyumna kennzeichnet,

36.189 ist die mit Trivikrama beginnende Dreiergruppe beständig geschmückt. Das Hirschzeichen Aniruddhas kennzeichnet

36.190 die mit Hṛṣīkeśa beginnende und mit Dāmodara endende Dreiergruppe. Für den alldurchdringenden Herrn, der nach seinem Willen Gestalt annimmt,

36.191 sind alle diese Zeichen gemeinsam mit seiner Macht der Gestaltung vorgesehen, ebenso für Varāha, Narasiṃha und die anderen Herren der drei Welten,

36.192 samt ihren weiteren Erscheinungen, die in allen Eigenschaften strahlen, und mit den entsprechenden Vierheiten, Keśava und den übrigen. [Eine Textlücke unterbricht den Vers.]

36.193 Durch die als Schwan, Fisch, Pferd, Schildkröte, Löwe und Eber bezeichneten Gestalten mit den beschriebenen Merkmalen, die entsprechend der Kraft der Vergegenwärtigung erscheinen,

36.194 ist er in dieser Welt für Verehrung und Meditation gegenwärtig, bei Asketen ohne Bindungen, Siddhas und Bewohnern heiliger Felder.

36.195 Mit den genannten Gesichtern, menschlichen Leibern und mächtigen Armen heißen sie Mensch-Eber, Mensch-Löwe und Mensch mit Pferdegesicht.

36.196 Aus dem Willen zur Gnade erfüllen sie die Erde, o Reinäugiger; ebenso der Herr Vāmana mit seiner Zwergengestalt,

36.197 geschmückt mit den Kennzeichen eines in der heiligen Unterweisung vollendeten Brahmacharin, und seine andere Gestalt, die höchste Freude gewährt,

36.198 Trivikrama genannt, deren Leib die drei Welten durchschritten hat; ferner der Herr namens Rāma mit der flammenden Axt in der Hand,

36.199 durch den die Last der Erde wiederholt vermindert wurde. Mit diesen und mit den anderen noch zu nennenden Gestalten, o vorzüglicher Zweimalgeborener,

36.200 ist die Gesamtheit der Welteneier innen und außen durchdrungen: durch sämtliche göttlichen Erscheinungen und ihre weiteren Entfaltungen.

36.201 Die höchsten und nachgeordneten göttlichen Herren wirken als Ursprung und Auflösung. Ohne jemals ihr eigenes Wesen aufzugeben, nehmen sie aus einer Gestalt eine weitere an.

36.202 Was als Teil einer göttlichen Wirklichkeit hervorgeht, heißt weitere Erscheinungsform. Höre nun die vorzügliche Schar der Erscheinungen mit ihren Entfaltungen,

36.203 durch die die ganze Welt durchdrungen ist: Ein anderer Rāma, aus dem Kriegerstand geboren, erscheint mit seinen drei Brüdern als weiteren Gestalten.

36.204 Er vernichtet die Rakshasas und denkt dabei: „Ich bin ein Mensch.“ Wenn seine Aufgabe erfüllt ist, erkennt er seine höchste göttliche Natur.

36.205 Ein weiterer Rāma trägt den Pflug und erscheint zusammen mit Kṛṣṇa. Obwohl er die Gestalt eines Kindes annimmt, vollbringt er große göttliche Taten.

36.206 Kalki ist der erhabene Vishnu, der den verlorenen Dharma wiederherstellt. Im Kali-Zeitalter vernichtet er auf der Erde die Scharen der als Mlecchas bezeichneten Fremdvölker. So wisse ihn.

36.207 Der erhabene Vishnu als Verkörperung des Dharma ist eine bleibende Erscheinung. Aus ihm geht die mit Nara beginnende und mit Kṛṣṇa endende Gruppe hervor,

36.208 die den eigenen Dharma mitsamt den fünf täglichen Zeiten und den sechs Pflichten, verbunden mit Japa und Meditation, beständig bewahrt. [Die Angabe der Pflichten ist leicht beschädigt.]

36.209 Nara, Nārāyaṇa, Hari und der erhabene Kṛṣṇa bilden diese viergestaltige weitere Erscheinung des Herrn, o Zweimalgeborener.

36.210 Sie ist dir als Vierheit erklärt. Erfahre nun eine andere: den erhabenen Viśvarūpa, dessen Kennzeichen die Vielheit seiner Leiber ist.

36.211 Eine seiner weiteren Gestalten gehört zu Kṛṣṇa, der als Mensch herabgestiegen ist; die ersten drei sind unvergänglich, o Pauṣkara. [Der Bezug der Zählung bleibt unsicher.]

36.212 Er ist herrlich, mit tausend Gesichtern, tausend Füßen und Händen. In seinen Gliedern trägt er die Scharen der Götter, sichtbar gestaltet und ungestaltet.

36.213 Der große Herr der Erscheinungen, aus dessen Nabel der Wasserlotus wächst, bewirkt durch vielfältige verehrte Yoga-Kräfte Entstehung und Auflösung.

36.214 Den Vernichter Madhus und Kaiṭabhas erkenne als weitere Erscheinung dieses Herrn Padmanābha.

36.215 Ebenso den Gott, der den Mandara-Berg hebt und den Unsterblichkeitstrank gewinnt, sowie den Träger des Nektarkruges in weiblicher Gestalt.

36.216 Eine weitere Gestalt von ihm schlägt Rāhu den Kopf ab. So ist derselbe erhabene Herr hier vierfach gegenwärtig, o Einsichtsvoller.

36.217 Die höchste Erscheinung, verbunden mit weiteren Erscheinungen, ist der höchste Herr Lakshmis, der Schatz allen Glücks.

36.218 Ihm steht kein Zweiter gleich. Freundlich gesinnt gewährt er Menschen Freude und Befreiung. Er sitzt auf Garuḍa und ist von vier weiteren Gestalten Lakshmis begleitet.

36.219 Ferner wird ein anderer Sitz von ihm genannt, begleitet von acht Formen Śrīs. Er erfüllt die Wünsche der Götter und anderer Wesen, beginnend mit den Freuden des Daseins.

36.220 Er ist der freudenreiche Vernichter Kālanemis, dessen vorzügliches Reittier der König der Vögel ist; in der Hand trägt er das tausendspeichige Rad, auf der Brust das Śrīvatsa-Zeichen.

36.221 [Der erste Halbvers nennt in verderbter Form Kālavaiśvānara, einen Herrn und einen im Wasser Wohnenden.] Er gehört zur gestaltlosen, tragenden Kraft des alldurchdringenden Herrn,

36.222 deren bewusste Verkörperung in verschiedenen Formen besteht. Dazu gehört der Befreier Gajendras aus dem Griff des Krokodils und aus dem als leidvoll beschriebenen Dasein. [Das abschließende Kompositum ist unsicher.]

36.223 Der erhabene Adhokṣaja als Kapila unterweist in Erkenntnis. Der viergesichtige Brahmā, von der Welt verehrt, ist die Gestalt des Wissens.

36.224 Ihn erkenne als Teilgestalt, deren Aufgabe das Sichtbarwerden der Welt ist. Derjenige aber, der am Ende eines Weltzeitalters stets die Auflösung vollzieht,

36.225 der große Rudra, Śaṅkara genannt, ist eine weitere Erscheinung des unter allem befindlichen Gottes des vernichtenden Feuers.

36.226 Lokeśvara besitzt eine friedvolle Gestalt; als seine andere Gestalt kennt man den Buddha. Er lenkt die Vorgänge der Einsicht und verwirft das Übel der Gewalt.

36.227 Sonne und Mond erkenne als die sichtbar gestalteten Herren der Augen des höchsten Selbst, dessen Wesen als Feuer und Soma bezeichnet wird.

36.228 Eine andere Gottheit ist sein Mund: der höchste Herr als opferverzehrendes Feuer. Es nimmt beständig die durch Mantra geheiligte Opfergabe auf, vor allem geklärte Butter,

36.229 und sättigt damit alle Welten des Welteneies. Die dem Prana des Weltherrn zugehörige Gottheit heißt Wind.

36.230 In seinen verschiedenen Strömungen trägt er die Welt. Diese Gestalten des erhabenen Herrn bestehen in den drei Welten,

36.231 mit unterschiedlichen Formen des göttlichen Eintretens, unterschiedlichen Anordnungen, entsprechend verschiedenen Aufgaben und Gestalten.

36.232 So zeigt sich der erhabene Herr durch hervorgebrachte Laute und weitere Mittel sogleich in einer der verehrten Form entsprechenden Gestalt denen, die Japa und Meditation üben,

36.233 in der jeweils ersehnten, mit den sechs Eigenschaften versehenen Form, aus seinem ewigen, erkennenden und makellosen Wesen.

36.234 Weil er allen Gnade erweisen will, erfüllt er die ganze Welt. Überall besteht bei allen zuvor genannten Gestalten

36.235 Vāsudevas und der übrigen ihre unvergängliche Allgestaltigkeit, durch die Macht ihrer Yoga-Herrschaft und durch Acyutas Willen.

36.236 Wenn du dies weißt, o Lotusgeborener, soll in deinem Herzen kein befremdetes Staunen entstehen. [Die folgende Aussage über die offenbarte Gestalt mit verschiedenen Namen ist lückenhaft.]

36.237 Die Gestalt des erhabenen Herrn wird als selbstoffenbarte und in anderen Formen erblickt, auf dem zuvor beschriebenen Weg zur Erde herabgestiegen,

36.238 an allen heiligen Badeplätzen, in verschiedenen heiligen Feldern, auf lieblichen Berggipfeln und in den Höhlen der Berge,

36.239 in Wäldern mit schönen Hainen, in den Bereichen der Unterwelt und in höheren Welten, von Göttern und vorzüglichen Gandharvas verehrt.

36.240 Leugner, die die Grenzen der heiligen Ordnung verletzen, von Verblendung und Māyā befleckt, von falschen Vorstellungen beherrscht und durch irrende Einsicht abgestumpft sind,

36.241 und die niederträchtig den Stängel seiner Lotusfüße antasten, versinken bald mit ihren Vorfahren in schrecklicher Hölle.

36.242 Wer mit innerlich zerstörter Ehrfurcht nach der Wurzel der Gottheiten wirklicher Heiligtümer gräbt, dem wird der Kopf abgeschlagen. [Der Vers formuliert eine religiöse Strafdrohung.]

36.243 Die Wurzel, deren Wesen die tragende Kraft ist, ist selbst für Götter schwer zu schauen. Wie sollten Toren sie erkennen, nur weil sie in die Stofflichkeit eines Bildes eingegangen ist?

36.244 [Der Vers ist beschädigt. Er nennt Maß und Gemessenes, eine Sechsergruppe und die Lotusfüße der Herren der heiligen Felder; der genaue Zusammenhang ist nicht zuverlässig herzustellen.]

36.245 Mit göttlichen und mächtigen naturhaften Eigenschaften steigen die Herren der Welt selbst herab und nehmen dort ihren Aufenthalt.

36.246 Diese feste Gegenwart besteht auch in den von vollendeten Siddhas gegründeten Heiligtümern. [Die anschließende Aussage über fehlerhafte Ausrichtung ist unsicher; die klarere Wiederaufnahme in 36.440 verneint eine Veränderung dadurch.]

36.247 Durch die Größe ihrer beständigen Gegenwart bis zum Ende des Kalpa besteht in dieser Welt eine aufsteigende Rangordnung,

36.248 hinsichtlich der Kraft, schädliche Einflüsse zu befrieden und Vollendung zu gewähren: bei den von Menschen geschaffenen Heiligtümern, bei denen der Siddhas, o Einsichtsvoller,

36.249 und bei den Herren der Wirklichkeitsstufen, die von selbst auf die Erde herabgestiegen sind. Deshalb sollen Verehrer des Herrn aller Wesen, die sich vor dem leidvollen Dasein fürchten,

36.250 diese Orte aufsuchen, dort verehren und ihnen lebenslang dienen; ebenso die dort ansässigen Menschen der verschiedenen Lebensstände.

36.251 Dies gilt für Menschen, die durch Einweihung die Befugnis erhalten haben und die Regeln kennen. Wenn Eingeweihte die Befähigung

36.252 zur Verehrung Acyutas und zum Erreichen der höchsten Heilsstätte empfangen haben, ist ihnen damit zugleich die Verehrung anderer Gottheiten untersagt.

36.253 Dies ist die höchste Verpflichtung derer, deren Inneres dem Unermesslichen hingegeben ist. Die anerkannte Gestalt des höchsten Herrn ist die offenbarte,

36.254 die Vyūha- oder die Vibhava-Gestalt. Außer diesen zuvor genannten soll der Wissende keine andere auf Erden befindliche Gestalt als Gegenstand seiner Verehrung annehmen.

36.255 Zwar sieht und hört man bisweilen von irdischen Lingas, die von Teilgestalten und Erscheinungen des erhabenen Herrn bewohnt sind, o vorzüglicher Zweimalgeborener.

36.256 Dennoch dürfen Vaishnavas sie wegen des Widerspruchs zu ihrer Verpflichtung nicht verehren; denn jene besondere Form ist keine vaishnavitische.

36.257 Auch Skanda, Rudra, Mahendra und andere sind von dieser Verehrung ausgeschlossen, selbst wenn sie selbstentstanden oder von Göttern und Siddhas herabgerufen sind.

36.258 Zwar ist Purushottama der innere Lenker aller Götter; doch bei ihrer sichtbaren Offenbarung bestehen jeweils eigene Wirkungsweisen. [Der zweite Halbvers ist beschädigt.]

36.259 Nach innerer Haltung, Hingabe und dem Zugang zur eigenen heiligen Handlung soll man dies verstehen und keine Vermischung der Verehrungswege vornehmen.

36.260 Wer das höchste Ziel wünscht, soll sie sorgfältig vermeiden. Die als Ekāyana bezeichneten Brahmanen sind Acyuta wahrhaft hingegeben,

36.261 ausschließlich auf ihn ausgerichtet und in seiner Wirklichkeit verwurzelt; bis zum Ende ihres Leibes verehren sie keinen anderen. Sie opfern Vishnu als ihre Aufgabe, ohne eine Frucht zu verlangen,

36.262 und erlangen am Leibesende das Sein Vāsudevas, o Lotusgeborener. Andere, die gemischte Verehrung üben, gelten hier nur als dem äußeren Anschein nach hingegeben.

36.263 Man erkennt diese Brahmanen daran, dass sie Gottheiten verschiedener Wege verehren. Wer aber durch die als Diksha bezeichnete Handlung geheiligt ist,

36.264 soll, solange seine Befugnis zum Japa besteht, ganz auf Nārāyaṇa ausgerichtet sein und sich Japa, Feueropfer, heiligem Handeln und Lobpreis widmen.

36.265 Am Ende des Leibes gelangt er in Vishnus Welt. Wenn er erneut eine vorzügliche Geburt erlangt, soll er schon von Kindheit an,

36.266 o bester Zweimalgeborener, in den Handlungen des Herrn erfahren, auf ihn ausgerichtet und von ihm erfüllt sein, ohne selbst in Notzeiten eine eigennützige Frucht anzustreben.

Unnummerierter Halbvers: Nachdem er den Leib abgelegt hat, wird er hier nicht wieder geboren, o Pauṣkara.

Pauṣkara sprach:

36.267 Erhabener Herr des Vergangenen und Künftigen! Welche Gestalten durchdringen zusammen mit den heiligen Feldern und ihren höchsten Herren die Gesamtheit der Wirklichkeitsstufen bis zur Erde?

36.268 Erkläre sie mir der Reihe nach, beginnend mit der höchsten Brahman-Wirklichkeit namens Vāsudeva, aus dem Wunsch, allen Gnade zu erweisen.

Der erhabene Herr sprach:

36.269 Durch die in sich ruhende Vierheit, deren Leib die sechs göttlichen Eigenschaften bilden, ist der Bereich bis zum Himmel mit ihren eigenen Stätten auf der Ebene der Gottheiten durchdrungen.

36.270 Die alles beherrschende Kraft, die Īśvara genannt wird, ist durch die ursprüngliche Vierheit, unterschieden nach Erkenntnis und den übrigen Eigenschaften,

36.271 in einer noch unentfalteten, leuchtenden Gestalt des höchsten Wesens erfüllt. Die höchste göttliche Prakriti, deren einziges Merkmal reines Sattva ist,

36.272 ist von der Gruppe der Kräfte der Erscheinungsgestalten erfüllt, zusammen mit den weiteren Gestalten und den abgeleiteten Erscheinungen, o Lotusgeborener.

36.273 Durch die aus Erscheinungen bestehenden Samen ist die Vierheit in der Gesamtheit gegenwärtig und trägt die unvergänglichen Namen Jīva, Kṣetrajña und weitere. [Die Namensreihe ist beschädigt.]

36.274 Sie besteht dort beständig nach dem Willen des Herrn. Die als Avyakta bezeichnete unentfaltete Grundlage, in der die drei Guṇas im Gleichgewicht sind,

36.275 beherbergt den höchsten Herrn in der den Bereich tragenden Gestalt: den Herrn der Welt als Vierheit, deren Unterschiede noch nicht deutlich entfaltet sind.

36.276 Er besitzt eine zweiarmige Menschengestalt, sonnengleich, mit Bannern, Schmuck und den Kennzeichen Muschel, Rad und anderen.

36.277 Im Unentfalteten und auf der Stufe der Einsicht ist der Herr deutlicher gegenwärtig: viergestaltig, viergesichtig, vierarmig und vierfach wirkend,

36.278 mit sichtbar gewordenen, unvergänglichen Kennzeichen bis hin zu den Bannern. Im noch unentfalteten Ahamkara

36.279 befinden sich die weiteren Gestalten, Keśava und die übrigen. Die von mir genannten sechs, beginnend mit dem Schwan, in ihrer jeweils vollendeten Form,

36.280 nehmen die Stufe des Geistes ein und sind mit Erkenntnis ausgestattet. Dieselben sechs bestehen wiederum auf andere Weise bei den Erkenntnissinnen, o Zweimalgeborener,

36.281 in menschlicher Gestalt als höchste Herren. Die sechsarmigen Gestalten von Vāmana bis Kalki

36.282 haben beständig die Gruppe der Handlungssinne zum Sitz. Die mit Dharma beginnenden und mit Viśvarūpa endenden Gestalten, mit allen Eigenschaften versehen,

36.283 befinden sich bei den fünf feinen Elementgrundlagen, beginnend mit der des Raumes. Die Gruppe der groben Elemente, mit dem Raum beginnend,

36.284 nehmen die zuvor genannten höchsten Gottheiten ein, gemeinsam mit den noch übrigen weiteren Erscheinungen, o Einsichtsvoller.

36.285 Wie bei einer Finsternis die heiligen Orte der drei Welten an einem Ort auf dem Boden der Kurus zusammenkommen,

36.286 so geschieht dies aus dem höchsten Mitgefühl. Wenn man am Ende des Lebens der Gebundenen daran denkt, dass ihr Leib von Gottheiten durchdrungen ist,

36.287 als eine Gesamtheit der Wirklichkeitsstufen bis hin zur Erde unter göttlicher Leitung, gelangen auch sie, verbunden mit Bezeichnetem und bezeichnendem Mantra, zum höchsten Ziel.

36.288 Denn die Kraft des erhabenen Herrn, die Mitgefühl heißt, tritt in die liebevollen Angehörigen ein, damit das Lebewesen die Verbindung mit dem Heiligen erlangt.

36.289 Sie bewirkt für den Bewusstlosen auf diese Weise Heil, an einem heiligen Badeplatz, einem Heiligtum oder einem heiligen Feld, o Einsichtsvoller.

Pauṣkara sprach:

36.290 Herr, erkläre nun, welche Gebiete die heiligen Felder mit ihren Herren zum Segen der Wesen eingenommen haben.

Der erhabene Herr sprach:

36.291 Es gibt heilige Felder im Land des Handelns, die für Menschen zugänglich sind, und solche, die außer den Scharen der Götter und Siddhas niemand betreten kann.

36.292 Höre mir darüber nun beständig und gesammelt zu: im als heilig bezeichneten Gebiet Āryāvarta auf der Erde,

36.293 mit dem Mittelland, bis zu seinen Grenzen in den vier Richtungen, innerhalb der großen Umgrenzung durch das Wasser des Meeres,

36.294 sind seit Beginn der Schöpfung die ursprünglichen und die weiteren Gottheiten mit ihren eigenen Wohnstätten in sichtbarer Gestalt herabgestiegen.

36.295 Wo immer auf Erden eine allbeherrschende Gestalt seit der Schöpfung aus ihrer jeweiligen Wirklichkeit hervorgetreten ist und besteht,

36.296 verbunden mit dem Herrn des Feldes und dem Herrn des heiligen Badeplatzes, reicht das heilige Feld vom Tempel aus so weit,

36.297 wie der Klang der geblasenen Muschel zu hören ist. Der Raum um die göttlichen und die übrigen Heiligtümer

36.298 kann mehr als eine Krośa, genau eine Krośa oder weniger messen. Er gilt für die Nārāyaṇa Ergebenen als innerer Opferbezirk,

36.299 für Opfer, Ahnenritual, Geben, Sterben, Verehrung, Japa, Meditation, Askese und das Sättigen des Opferfeuers.

36.300 Wie das Licht einer Lampe, die an einem einzigen Ort steht, auch das Land ringsum erhellt, o vorzüglicher Zweimalgeborener,

36.301 so wirkt der Herr, der sein heiliges Feld eingenommen hat, über dieses hinaus. Den verkörperten Wesen erwachsen daraus diesseitige und jenseitige Erfüllung.

36.302 Erfahre nun die Aufenthaltsorte der Viergestalt und ihrer weiteren Entfaltungen auf Erden.

36.303 Der erhabene Vāsudeva ist im heiligen Feld Puṣkara unter dem Namen Puṇḍarīkākṣa, „Lotusäugiger“, beständig gegenwärtig.

36.304 So hat der Herr der Welt selbst in seiner Viergestalt zusammen mit den vorzüglichen heiligen Feldern seit der Schöpfung auf Erden Aufenthalt genommen. [Der Abschluss des Verses ist unklar.]

36.305 Höre die Aufenthaltsorte der zwölf weiteren Gestalten der Vierheit, mit ihren Feldern und heiligen Badeplätzen.

36.306 Keśava, der das Leiden der Welt tilgt, besteht in zweifacher Gestalt auf Erden; Govinda, der höchste Puruṣa, in sichtbarer Gestalt.

Erneut als 306 bezeichnete Textlücke: Hier verzeichnet die Überlieferung einen vollständigen Textausfall; die Nummer 306 wird wiederholt.

36.307 [Der erste Halbvers fehlt.] Er hat auf einem als Naga bezeichneten Landstrich seinen Aufenthalt genommen.

36.308 Ebenso besteht er zweifach an dem Vṛndāvana genannten Ort, o Lotusgeborener. Vishnu befindet sich in Viṣṇupada; [die weitere Ortsangabe ist lückenhaft].

36.309 Madhusūdana hat den Mandara genannten Berg eingenommen und ist aus Mitgefühl mit den Wesen dort herabgestiegen und geblieben.

36.310 Trivikrama, der Gott der Götter, weilt am Wasser der Yamunā und gewährt den Menschen ein gutes Ziel, o Lotusgeborener.

36.311 Die weitere Gestalt namens Vāmana ist aus ihrer eigenen Wirklichkeitsstufe zum Sahya-Gebirge gekommen, um den Kummer der im Dasein Befangenen zu stillen.

36.312 Der Gott Śrīdhara weilt am schuldtilgenden Wasser der Narmadā und gemeinsam mit Śrī in Kauṇḍala.

36.313 Der erhabene Hṛṣīkeśa ist selbst auf Erden gegenwärtig, auf dem Dhvaja genannten Berg im Feld Kubjāmraka, o Lotusgeborener.

36.314 Padmanābha ist herabgestiegen und hat im Süden nahe am Meer seinen Aufenthalt genommen. [Ein Beiname ist unsicher.]

36.315 Der erhabene Dāmodara ist aus seiner eigenen Wirklichkeit auf den Raivataka-Berg gekommen und weilt dort zum Heil der Menschen mit geläutertem Inneren.

36.316 Mit diesen Gestalten und ihren weiteren Entfaltungen hat er die Welt als Wohnstatt eingenommen. Höre nun auch die Aufenthaltsorte der anderen,

36.317 o Einsichtsvoller, mit aufmerksamem Geist. Den König der Schwäne wisse auf Śvetadvīpa, von Siddhas und Göttern verehrt.

36.318 Der Herr in Fischgestalt weilt im Wasser, in Pferdegestalt beim untermeerischen Feuermaul, in Schildkrötengestalt in Rasātala; im Vindhya-Wald, o Pauṣkara,

36.319 erkenne seine löwengestaltige Erscheinung, die die Schuld aller Verkörperten tilgt. In Ebergestalt weilt er in dem nach ihm benannten heiligen Feld,

36.320 am Ufer des heiligen Gangeswassers, dem Götter und Siddhas dienen. Der Gott mit goldenem Haupt befindet sich im Inneren des Goldberges.

36.321 Der fischgesichtige Herr weilt auf dem Naubandhana-Berg; der pferdeköpfige Gott in Kṛṣṇāśva, in einem heiligen Erdfeld, von der Erde verehrt.

36.322 Am Rand des Salzmeeres, in einem von Siddhas besuchten Landstrich, befindet sich der schildkrötengesichtige Herr, Muschel und Rad tragend.

36.323 Nṛhari besteht dreifach: in Kṛtaśauca, in Ujjayinī und an dem Viśākhamūla genannten Ort, o Zweimalgeborener.

36.324 Varāha weilt in Kokāmukha, auf dem vorzüglichen Varāha-Berg, in Kandamāla und in weiteren Bereichen des Himālaya. [Die übrigen Ortsnamen sind nicht sicher überliefert.]

36.325 Vāmana in Zwergengestalt und in seiner Allgestalt befindet sich im Mittelland am Ganges und in Kurukṣetra, o Pauṣkara. [Die Zuordnung der beiden Formen ist sprachlich unsicher.]

36.326 Am Ufer der Yamunā weilt die große weitere Erscheinung namens Trivikrama, dessen Leib die drei Welten durchschritten hat.

36.327 Auf dem vorzüglichen Mahendra-Berg befindet sich der erhabene Rāma mit der Axt, der Vernichter der Kshatriyas.

36.328 Auf dem Berg Citrakūṭa weilt der andere Rāma mit den langen, lotusblattgleichen Augen, der große Vernichter der Rakshasas.

36.329 Ein weiterer Rāma, der Pflugträger, der das Wasser der Yamunā umlenkte, befindet sich in heiligen Landstrichen der Menschen.

36.330 Auf der von Göttern verehrten Meeresinsel namens Dvārakā weilt der erhabene Kṛṣṇa, das Selbst aller und der höchste Herr.

36.331 Der erhabene Vishnu als Kalki weilt gesammelt am Fluss Vipāśā, von Brahmanen gepriesen.

36.332 Die erhabene Gestalt des Dharma befindet sich im von Göttern verehrten Dharma-Wald, ganz auf den Segen der Welten gerichtet und von ihnen verehrt.

36.333 Der Herr der Welt namens Nara ist beständig an lieblichen Orten gegenwärtig, die von Siddhas verehrt werden.

36.334 Der alles beherrschende Gott Hari befindet sich auf dem Berg Govardhana, an der verehrten Stätte und auf den Wegen der ausziehenden Kühe.

36.335 Der erhabene Herr weilt in Śālagrāma, im Wald namens Rājendra und in einem Landstrich namens Devavrata, o Zweimalgeborener.

36.336 Ein anderer Kṛṣṇa in Viergestalt ist auf die Erde herabgestiegen und weilt in Piṇḍāraka, um Menschen von schlechten Taten zu befreien.

36.337 Der Herr Viśvarūpa besteht auf Śvetadvīpa, in Kurukṣetra, auf dem Himālaya und am Ufer der Devikā, o Lotusgeborener. [Für Devikā steht im Haupttext das offenbar gestörte Vedikā.]

36.338 Im Milchmeer ruht Padmanābha auf dem Schlangenlager Śeṣas; aus seinem Nabellotus ging der Urvater Brahmā hervor.

36.339 Vier Gestalten annehmend besteht derselbe zum Heil aller Welten. Erfahre es genau.

36.340 Auf seinem Lager in den Tiefen der Unterwelt nimmt er am Ende die feurige Gestalt an, durch die er die Welt auflöst. [Ein Wort ist unsicher.]

36.341 An der Wurzel des Banyanbaumes im von Göttern verehrten Prayāga, nachdem er die Welt in ein einziges Meer verwandelt hat, nimmt er den göttlichen Baum als Aufenthalt.

36.342 Dort am Ufer weilt der erhabene Herr auf Erden. Man meditiere über den auf dem Banyan Ruhenden, der ein göttliches Ziel gewährt.

36.343 In einem Gebiet des Himālaya, auf dem hohen Bhṛgu genannten Gipfel, befindet sich der Vernichter Madhus und Kaiṭabhas.

36.344 Im Gebiet des Milchmeeres, dem Götter und Asuras dienen, weilt der Gott, der den Mandara-Berg in der Hand trägt, von Göttern verehrt.

36.345 Dort befindet sich auch der den Nektar erringende Gott, von Siddhas verehrt, sowie seine schöne weibliche Gestalt mit dem Nektarkrug.

36.346 Dort besteht er als Überwinder des Todes für Siddhas, Weise und Götter, ferner als der auf Garuḍa fahrende Gott. [Die Angabe einer Zweiteilung und einer Schar ist beschädigt.]

36.347 Der Herr weilt in Śālagrāma im Bereich der Śāla-Bäume; auf dem Rücken des Trikūṭa-Berges, der den Himmelswanderern zugänglich ist,

36.348 befindet er sich unter dem Namen Aprameya, „der Unermessliche“, aus Anlass der Rettung des Elefanten. Der Herr Śvetadvīpas ist herabgestiegen und weilt

36.349 in dem lieblichen Land am Zusammenfluss des Ganges mit dem Meer. Als Opfergenießer befindet er sich in Naimiṣa, das von Siddhas verehrt wird.

36.350 Der erhabene Ananta hat den Saindhava-Wald eingenommen; der göttliche Herr mit dem Śārṅga-Bogen den Daṇḍaka-Wald,

36.351 um denjenigen beizustehen, die die Scharen der Rakshasas überwinden wollen. Im Gebiet Utpalāvartaka befindet sich Acyuta unter dem Namen Śauri.

36.352 An einem von Siddhas besuchten Zusammenfluss mit dem Meer weilt der erhabene Unterweiser in Erkenntnis, um das Leiden zu stillen. [Die genaue Gewässerbezeichnung ist beschädigt.]

36.353 Im Sūkara-Feld befindet sich der Gott auf seinem Reittier Garuḍa, mit dem Pārijāta-Baum in der Hand,

36.354 ebenso im Himmel mit Siddhas und Götterscharen, o Pauṣkara. Unter dem Namen „Herr der Götter der Götter“ weilt er auf dem Gipfel des Elefantenberges,

36.355 an einem bestimmten Ort als Geber von Gaben für alle. Vaikuṇṭha, mit Kranz und Wasser in den Händen, befindet sich in Magadha, o Einsichtsvoller.

36.356 Puruṣottama besteht im heiligen Land Oḍḍīna; der erhabene Herr von unfassbarem Wesen auf dem Gandhamādana-Berg.

36.357 Unter dem Namen Śipiviṣṭa befindet sich der Gott in Śipiviṣṭavrata; in einem glückverheißenden Landstrich am östlichen Meer

36.358 weilt Vāsudeva in Kapilas Gestalt. Der Schöpferherr namens Brahmā ist aus seiner eigenen Wirklichkeit herabgestiegen

36.359 und in Maṇibandha beständig gegenwärtig. Im Gebiet Magadha, am Ort des großen Bodhi-Baumes,

36.360 befindet sich Janārdana, der Gott der Götter, als Herr der Welt. Die bewusste Verkörperung des rechten Auges Gottes

36.361 ist der erhabene Sūrya auf dem Goldberg. Die bewusste Verkörperung des linken Auges Acyutas,

36.362 der erhabene Soma, befindet sich im Āśrama des Soma-Tīrtha. Ajita in Feuergestalt weilt im untermeerischen Feuer.

36.363 Als Vasu-Gestalt strahlt der Vernichter der Asuras im Himmel. Unter dem Namen Vishnu ist der Gott mit vielen Waffen geschmückt,

36.364 unter dem Namen Jaya weilt er in Ujjayinī, um die Schuld der Menschen zu überwinden. Im heiligen Gebiet Kaschmir, im Feld Cakradhara,

36.365 ist der erhabene Radträger gegenwärtig und gewährt seinen Verehrern Befreiung. Den Keulenträger namens Surottama, o Pauṣkara,

36.366 wisse mit den Göttern beständig in Gaṅgādvāra gegenwärtig. Vierarmig, viergestaltig, viergesichtig und vierfach wirkend

36.367 befindet sich der ewige Gott Viṣvaksena in Piṇḍāraka. Ebenso hat der als Viśveśvara bezeichnete Gott das heilige Gebiet von Prāgjyotiṣapura

36.368 aus seinem eigenen Bereich kommend eingenommen. [Der weitere Name eines von Siddhas und Vidyadharas bewohnten Feldes ist beschädigt.]

36.369 Der Herr der Welt namens Svāmin befindet sich am Ufer der Mandākinī; in Bhallātaka als großer Yogin, der den Meditierenden Befreiung gewährt.

36.370 In Rasātala, im als Nṛsiṃha bezeichneten Gebiet am Ufer der Devikā, weilt der allbeherrschende Gott unter dem Namen Ripukṣaya, „Vernichter der Feinde“.

36.371 In dem Śaṅkara genannten, von allen Göttern besuchten Gebiet besteht der Herr der Welt als Gestalt der Erkenntnis, zum Heil der Menschen.

36.372 Im Ahnenfeld auf Erden befindet sich das Weltenselbst unter dem Namen Janārdana, um von den drei Schulden zu befreien, o Brahman.

36.373 Diese Avataras sind nur in Auswahl genannt, o Lotusgeborener. Durch sie erfüllt der Herr immer wieder selbst die Erde,

36.374 weil er den im Dasein kreisenden Menschen Gnade erweisen will. Die Namen der unzugänglichen Orte soll man täglich zu den drei Dämmerungszeiten preisen.

36.375 Die zugänglichen möge man entschlossen besuchen und ihnen dienen. Die heiligen Felder, die in Ländern der als Mlecchas bezeichneten Fremdvölker liegen,

36.376 soll man unter Vermeidung einer Vermischung der rituellen Ordnungen aufsuchen. Durch Weise, Götter und Siddhas sind in ihren großen Āśramas,

36.377 an heiligen Gewässern und an verschiedenen Orten auf Erden alle göttlichen Gestalten der Vibhava- und Vyūha-Gruppen,

36.378 die genannten und weitere, geistig vergegenwärtigt und mit ihren Mantras regelgerecht eingesetzt worden; ihre Macht ist wahrhaftig.

36.379 Ihre Anordnungen sind vielfältig, auf Vergangenheit, Zukunft und andere Zeiten bezogen; sie sind friedvoll, feurig oder verbinden beides,

36.380 gestaltet nach göttlichem Spiel und Schönheit, dem Geist Freude schenkend, mit unterschiedlichen Armen, Waffenhaltungen und Bannern.

36.381 Ebenso wird die Erde von Menschen geschmückt, von hingebungsvollen Verehrern, die von Siddhas und anderen auf die beschriebene Weise begnadet sind.

36.382 Diese ursprünglichen und weiteren Gottheiten sind als Herren der Wirklichkeitsstufen bezeichnet. In der höchsten Wirklichkeit des erhabenen Herrn bestehen sie ungetrennt,

36.383 wie die Strahlen in der Sonne, die Flammen im Feuer und die Wellen im Meer, o Lotusgeborener.

36.384 Ihr gemeinsames Wesen ist Bewusstsein; sie sind ewig rein, alldurchdringend und höchste Herren. Auf der Wirklichkeit ihrer Stufe beruhend, sind sie mit Erkenntnis und den weiteren Eigenschaften geschmückt,

36.385 mit den acht Fähigkeiten, beginnend mit der Kleinheit, versehen und in ihrem eigenen Wesen gegründet. Auf allen Ebenen des Weltweges sind sie beständig gegenwärtig,

36.386 zur Befreiung aller Wesen, besonders auf Erden, von der Entstehung der Welt bis zu ihrer Auflösung.

36.387 In heiligen Feldern und an heiligen Ufern bestehen sie als Laut-Brahman, auch durch einen allgemeinen Mantra und dessen leuchtende Entfaltung.

36.388 Dann nehmen sie eine irdische Form an, sichtbar oder noch unentfaltet, unvergänglich herabgestiegen zum Heil aller Welten.

36.389 An dem Ort, der Heiligtum genannt wird, gelangen Yogins zur Vollendung. Wenn die sichtbaren Gestalten mit der Zeit untergehen,

36.390 bleiben sie dort als Kraft beständig gegenwärtig. Herren des Yoga, Götter und Siddhas erinnern sich an die ihnen entsprechende Gestalt

36.391 und setzen ein Bild aus Stein, Ton, Holz oder Metall ein. Die Träger der Mantrakraft durchdringen es mit ihrer Gegenwart.

36.392 Welcher Ort unter welchem Namen Acyutas bekannt ist, dort besteht die entsprechende Gestalt des in Lautform gegenwärtigen Herrn.

36.393 Bei den verschiedenen selbstoffenbarten Formen, den noch nicht sichtbaren Gestalten, den dort gebundenen Mantras und den nach freiem Willen wirkenden

36.394 unterscheiden sich die höchsten göttlichen Formen und ihre Anordnungen; manche sind in dieser Welt bekannt, andere unbekannt. [Die Satzverbindung beider Verse ist gestört.]

36.395 So sind Ewigkeit, Anfangslosigkeit, Unzählbarkeit und Größe der Heiligtümer erklärt, o Pauṣkara.

36.396 Manche sind durch eine sichtbare Offenbarung bekannt geworden, andere ohne sichtbare Form allein durch den unvergänglichen Laut. [Der erste Halbvers ist beschädigt.]

36.397 Wieder andere bestehen in beiderlei Weise, als Laut und sichtbare Gestalt. Andere hervorragende Weise sehen einen lieblichen Ort,

36.398 frei von Mängeln, mit reinem Wasser und reich an Bäumen und Heilpflanzen, und begründen dort durch Handeln und geistige Ausrichtung einen festen Aufenthalt.

36.399 Sie finden einen Stein mit guten Merkmalen oder lassen ihn von anderswo bringen und beauftragen einen Handwerker aus Viśvakarmans Geschlecht:

36.400 „Gestalte auf diesem Stein das schöne Zeichen der Lotusfüße Vishnus, des Ursprungs der Welt und Herrn aller Wesen.“

36.401 Andere Weise bringen an ihren Orten die Kennzeichen Haris an, beginnend mit Muschel, Rad, Keule und Lotus, o Einsichtsvoller,

36.402 durch eine von Hingabe geheiligte Handlung. Andere hervorragende Zweimalgeborene, deren Geist durch Hingabe gestärkt ist,

36.403 schaffen solche Anordnungen zum Wohl der Verehrer auch an den zuvor genannten, von Siddhas und anderen verehrten Orten,

36.404 die mit dem tausendspeichigen Rad und weiteren heiligen Zeichen auf Steinen gekennzeichnet sind und seit der Schöpfung verehrt werden.

36.405 Sie vollziehen die heiligende Weihe und den jeweils angemessenen Nyasa und verrichten dort regelgerecht täglich zu den drei Zeiten die Verehrung,

36.406 mit heiligen Mantras aus Ṛg- und Sāmaveda und weiteren, verbunden mit dem zwölfsilbigen Mantra, um die Stätte des Herrn zu erreichen und Schülern und anderen Heil zu bringen.

36.407 So sind die auf Erden berühmten heiligen Dörfer, sämtliche Gebiete, Städte und Königsburgen, o Lotusgeborener,

36.408 durch Weise, reine Menschen und den Herrn aller Wesen selbst aus Mitgefühl für die Verehrer zu heiligen Stätten geworden. [Die Schlusswendung ist beschädigt.]

36.409 In den verschiedenen Vibhava- und Vyūha-Gestalten besteht er dort aus dem Wunsch, Gnade zu erweisen. Bei einem Angriff durch Räuber oder ähnlichen Schäden im Inneren [des Heiligtums]

36.410 verlassen die dort zuvor gebundenen Mantras das Bild und verweilen im Raum seiner Brahman-Öffnung.

36.411 Solange die vorgeschriebene erneute Weihe der feststehenden Gestalt nicht vollzogen ist, wächst der schwere Mangel von Halbtag zu Halbtag oder von Tag zu Tag,

36.412 für alle Bewohner des Landes, die Praktizierenden und den König. Deshalb sollen hervorragende Brahmanen, Kaufleute oder Hausväter,

36.413 Lehrer oder der König das Furchtbeseitigende vollziehen. Die Gesamtheit der Mantras wird zur Beruhigung aller Verfehlungen

36.414 in die Bildgestalt eingesetzt, zum beständigen Heil aller. Wer bei verlassenen Heiligtümern um des Dharma willen

36.415 die Beseitigung ihrer Mängel veranlasst, dessen Leiden werden getilgt; auch die große Verblendung der im Dasein Befangenen soll dadurch schwinden.

36.416 Die Gestalt Acyutas als Herr des Brahman, mit ihren besonderen Merkmalen und Anteilen göttlicher Macht,

36.417 nimmt Prajāpati im Spiegel seiner Einsicht auf und übermittelt sie seinem Sohn, dem Handwerker, auf dem Weg des Hörens.

36.418 Wenn das Bild vollendet und durch Feueropfer und andere Handlungen der Lehrer geheiligt ist, geht die entsprechende nachgeordnete göttliche Gestalt bald in es ein,

36.419 zusammen mit ihrem erhabenen bezeichnenden Mantra zur Zeit des Einsetzens. So besteht auch bei den aus Stoff hergestellten Gestalten eine Anfangslosigkeit.

36.420 Die Schau der vollendeten göttlichen Erscheinung wird auf Erden im Geist des Handwerkers bewahrt und gerät, wie die Welt selbst, nicht in Vergessenheit. [Die erste Wendung weist abweichende Lesarten auf.]

36.421 Er fertigt eine mit guten Merkmalen versehene Gestalt und gibt sie den Verehrern, jeweils entsprechend der Form, die ihnen nach innerer Ausrichtung und Hingabe lieb ist.

36.422 Wenn ein Wissender auf Erden ein Bild des Selbstoffenbarten als Brahmā, Rudra oder Sonne erblickt, soll er dessen große Wirklichkeit als Acyuta erkennen.

36.423 Die zuvor erklärte Unterscheidung nach Vyūhas und weiteren Gestalten soll er dabei verstehen und dementsprechend verehren, o Lotusäugiger.

36.424 Bei Verehrung oder Samadhi werden manche sitzend, andere stehend dargestellt, wieder andere in besonderen Stellungen innerhalb der dunklen Gestalten. [Der abschließende Bezug ist unsicher.]

36.425 Nach freiem Willen trägt er zwei wunderbare Kennzeichen in zwei Händen, die aus der herabhängenden Vierergruppe hervorgehen. [Die Beschreibung der Armhaltung ist beschädigt.]

36.426 Sie gehören zur Gruppe der Waffen, beginnend mit Muschel, Rad, Keule und Lotus, nach der zuvor bei Lokeśvara und den übrigen angegebenen Ordnung.

36.427 Andere zeigen mit seitlich ausgestreckten oder erhobenen Armen den besonders Hingebungsvollen das Erlangen göttlichen Glücks an. [Der Versanfang ist unsicher.]

36.428 Den Menschen mit geringerer Hingabe zeigen seitlich gehaltene Arme die große göttliche Stätte des Selbst an. [Der übrige Halbvers fehlt teilweise.]

36.429 Bei Menschen mit gemischter Verehrung und anderer Ausrichtung der Hingabe wird das Erreichen des Himmels durch die Arm- und Gesichtshaltung angezeigt. [Der Wortlaut ist beschädigt.]

36.430 Obwohl ich allen Wesen stets gleich gegenüberstehe, o Brahman, erkläre ich auf diese Weise anschaulich, wie meine Verehrer zur Erfüllung gelangen.

36.431 Bilder können auch von den Angehörigen der acht genannten Gruppen, von Brahmanen und anderen Ständen oder von hervorragenden Königen regelgerecht aufgestellt sein,

36.432 oder ihre spiegelartige Offenbarung geht von Acyuta selbst aus. Ein Versetzen ohne den Grund altersbedingter Beschädigung stört den Frieden.

36.433 Eine Beschädigung durch unheilvolle Ereignisse und andere Mängel kann den König ins Verderben führen. Werden die dadurch zurückgetretenen Mantras erneut eingesetzt,

36.434 treten sie wieder hervor, um Frieden zu schaffen, o Pauṣkara. Wie die vorzüglichen Lehrer sie meditiert haben, Sonne, Mond und Feuer gleich,

36.435 treten die Herren der Mantras, durch den Klang des Pranava verwirklicht, in das Bild ein und entfalten nach einiger Zeit wieder ihre eigene Macht.

36.436 Von Fehlern befreit, ohne Hindernisse und rein werden sie erneut von vollendeten Siddhas und anderen an heiligen Gewässern, in Feldern und Hainen eingesetzt.

36.437 Wer aus Verblendung bei Vibhava- und Vyūha-Gestalten die Beseitigung eines mit der Zeit entstandenen Mangels an Stellung, Maß oder Gestalt verhindert,

36.438 versinkt am Ende in schrecklicher, unerträglicher Dunkelheit. Deshalb sollen Menschen mit geringen Mitteln und geringem Verständnis,

36.439 die Heil ersehnen, eine solche Aufgabe nicht ohne die erforderlichen Voraussetzungen übernehmen. [Die Satzfügung ist unsicher.] Anders ist es, wenn der Herr der Welt selbst herabgestiegen ist und dort besteht:

36.440 Seine fest eingenommene Gegenwart und die von vollendeten Siddhas begründete werden durch Mängel wie eine fehlerhafte Ausrichtung nicht verändert.

36.441 Aufgrund der Größe seiner beständigen Gegenwart bis zum Ende des Kalpa besteht in dieser Welt eine aufsteigende Rangordnung,

36.442 hinsichtlich Wohlergehen, Glanz, Ruhm, unermesslichem Wirken sowie der Kraft, Schädliches zu befrieden und Vollendung zu verleihen,

36.443 zwischen menschlichen Heiligtümern, den Heiligtümern der Siddhas und den Herren der Wirklichkeitsstufen, die von selbst auf Erden erschienen sind, o Einsichtsvoller.

36.444 So habe ich das Geheimnis der Herren der heiligen Felder und ihrer Orte zum Wohlergehen der im Dasein Befangenen offenbart, o Lotusgeborener.

36.445 Wer nach einer Frucht verlangt und dem Herrn eines heiligen Feldes dient, erlangt schon hier die gewünschte, unvergängliche Erfüllung.

36.446 Höre nun das Geheimnis der Herren der heiligen Felder bei der großen, als Auflösung bezeichneten Veränderung auf Erden. [Die Eingangsformulierung ist beschädigt.]

36.447 Gemeinsam mit Erkenntnis und den übrigen Eigenschaften, den Fähigkeiten wie Kleinheit und den noch unentfalteten Samen der Wirklichkeitsstufen bis hin zur Erde, die an Brahmans Sein teilhaben,

36.448 steigen sie vor der Schöpfung herab und werden sichtbar, aus ihrem eigenen Wesen heraus und aus dem Wunsch, allen Gnade zu erweisen.

36.449 Zur Zeit der Einziehung des Erdkreises nehmen sie zusammen mit den Trägern der heiligen Felder nach dem Willen des Herrn ihren Aufenthalt in der Īśvara-Wirklichkeit.

36.450 Bei der erneuten Entfaltung der Welt treten sie wieder sichtbar hervor. [Die Satzverbindung ist gestört.] Von Leiden durch Stand, Geburt, Aufenthaltsort und Leib,

36.451 von seelischer Bedrängnis, Krankheit und anderen unerträglichen Belastungen — wie wird man davon frei? [Ein Teil des Verses fehlt.]

36.452 Indem rechte Erkenntnis erwacht oder durch die Gnade des heiligen Feldes; Hingabe kann sich durch die Gnade intensiver Gottesliebe und anderer Mittel offenbaren.

36.453 Bei Menschen entsteht am Ende der Entschluss, Acyuta im heiligen Feld aufzusuchen. Nichtverehrer und entschiedene Leugner wollen dies in ihren zweifelnden Vorstellungen nicht.

36.454 Die Unterscheidungskraft hängt vom Menschen und von der gewährten Frucht des Herrn ab. Wer unterwiesen ist, darf deshalb die eigene Bemühung um das höchste menschliche Ziel nicht aufgeben.

36.455 Das Leben in dieser Welt ist mit Handeln verbunden, o Zweimalgeborener. Der Herr vermag dessen Bindung durch vielfältige Opfer zu beseitigen.

36.456 Hervorragende Menschen, vertrauend und hingebungsvoll, erfahren aus dem Mund des Guru von seiner Wirklichkeit und gelangen auch zu ihrer eigenen Erfahrung.

36.457 Durch das Selbst ist das Selbst zu erkennen, danach der allwissende Herr. Die anfangslose naturhafte Selbstzuschreibung, aus Sattva hervorgegangen,

36.458 hat die mächtige Form des „Ich bin“ und gewährt die jeweils erstrebten Erfahrungen. Das Selbst ist durch das Selbst zu erkennen, bis es wirklich verstanden ist. [Die genaue Verbindung der Aussagen ist unsicher.]

36.459 Wie die ausgebreiteten Samen zur entsprechenden Zeit Frucht tragen, so wirkt die Vielfalt der Handlungen in heiligen Feldern und Heiligtümern. [Ein Wort und die Satzfügung sind verderbt.]

Unnummerierter Halbvers: Durch wiederholte Übung über Geburten hinweg kommt das Karma gewiss zum Schwinden.

Damit endet in der Pauṣkarasaṃhitā, der großen Upanishad des heiligen Pāñcarātra, das sechsunddreißigste Kapitel über die Betrachtung der Heiligtümer.

Zur Verszählung: Die Schlussnotiz nennt 461 Verse. Die fortlaufende Zählung endet bei 459; hinzu kommen unnummerierte Halbverse und eine als 306 wiederholt bezeichnete Textlücke. Diese Unterschiede werden nicht durch eine neue Verszählung ausgeglichen.


Dhruva vor Vishnu: eine traditionelle Darstellung hingebungsvoller Gottesverehrung.

Kapitel 37: Weihe, Erhaltung und Pflege der heiligen Bilder

Pauṣkara sprach:

37.1 Herr der Welt, ich möchte nun die mit vorbereitender Weihe verbundene Einsetzung der Mantras in Steine kennenlernen, die mit Fußabdrücken, Rad oder Lotus gekennzeichnet sind,

37.2 ebenso in andere Träger der Verehrung sowie in jene von Anfang an vollendeten Steine, o Herr der Welt,

37.3 die mit Muschel und anderen Kennzeichen des höchsten Herrn versehen sind und von Hausvätern oder Waldbewohnern zur Verehrung erworben wurden.

37.4 Erkläre mir auch die Einrichtung anderer solcher beweglichen und unbeweglichen Träger, damit das Opfer vollendet werden kann.

Der erhabene Herr sprach:

37.5 Das Material, das ein beherrschter Handwerker zuvor gestaltet hat, mache man durch die vorgeschriebene Weihe und durch bereits mit Mantra erfüllte Stoffe rein.

37.6 An jeder geeigneten Stelle vollziehe man den entsprechenden Nyasa, von der Erde bis hin zur Kraft der Gnade, o Lotusgeborener.

37.7 Bei einem für sich stehenden beweglichen Sockel soll die Gegenwart der Mantras hergestellt werden. Ihre Bindung und Verehrung sind dort nur für die betreffende Zeit vorgeschrieben.

37.8 Bei einem feststehenden Sockel dagegen ist die dauernde Bindung aller Mantras, beginnend mit dem der tragenden Kraft, vorgesehen, o Pauṣkara.

37.9 Den zu verehrenden Mantra rufe man dort herbei, verehre ihn und lasse ihn nach der Verehrung wieder aufsteigen. Ihn außerhalb der Verehrungszeit festzuhalten, ist nicht angemessen,

37.10 außer aufgrund eines besonderen Zweckes der Verwirklichung und mit der dafür nötigen Erkenntnis. Während man täglich Blumen und andere Gaben beschafft, ist der höchste Herr

37.11 dort ganz auf Gnade ausgerichtet gegenwärtig, wie der Laut im Raum. Für einen Sockel, der mit einem beweglichen Bild eine Einheit bildet,

37.12 ist die Mantraeinsetzung wie bei einem beweglichen Sockel vorgeschrieben. Für einen festen, mit dem Bild aus einem Stück bestehenden oder davon getrennten festen Sockel

37.13 gilt dagegen die für den unbeweglichen Sockel erklärte Einsetzung. In ein bewegliches Bild lege man vom Fuß bis zur Brahman-Öffnung, o Pauṣkara,

37.14 die zur Natur gehörenden Wirklichkeitsstufen ein, mit der Erde beginnend; oder vom Unentfalteten abwärts bis zur Erde an den Füßen.

37.15 Oder man setze nur in sein Herz den Mantra ein, der alle Wirklichkeitsstufen enthält: den zur Urnatur gehörigen, ungeteilten Ursprung der Stufen.

37.16 Wenn dann die Zeit der Verehrung gekommen ist, füge man nach der Mantralehre das Belebende hinzu, damit die Leblosigkeit der Gruppe der Wirklichkeits- und Mantrastufen aufgehoben wird.

37.17 Diesen zum Lebensprinzip gewordenen, ewig reinen und immer gegenwärtigen Mantra rufe man mit seinen Gliedern herbei, geschmückt mit Kennzeichen und den übrigen Merkmalen.

37.18 Nach vollendeter Verehrung ziehe man den dort gegenwärtigen Mantra wieder ein. Diese beschriebene Einsetzung und Einziehung der Mantras

37.19 ist für die Bewohner heiliger Badeplätze und Felder vorgesehen. Bei einem dauerhaft geweihten Bild im Tempel oder im eigenen Haus,

37.20 oder an einem anderen Ort wie einem Hof, soll man ihn hingegen fest binden, zusammen mit den Mantras der tragenden Grundlage, des Sockels und seinen eigenen Kennzeichen.

37.21 Bei nicht dauerhaft festen Einsetzungen beachte man diese Besonderheit: Wenn der höchste Herr auf die beschriebene Weise vollständig eingesetzt ist,

37.22 durchdringe man die Gestalt von der Grundlage bis zur Spitze mit dem unvergänglichen Herrn als Faden der wirksamen Kraft.

37.23 Dadurch verlässt die Gesamtheit der Mantras diesen Ort auch mit der Zeit nicht, selbst wenn das Bild und die zugehörigen Gegenstände verloren gehen.

37.24 Wenn ein Mensch, wissend oder unwissend, in diesem Heiligtum ein anderes Bild aus einem geeigneten Stoff einsetzt,

37.25 wird es unmittelbar von jener Erkenntniskraft durchdrungen. Eine solche Erkenntnis begründet in diesen drei Welten, o Lotusgeborener,

37.26 ein Heiligtum von bleibender Geltung, solange Mond und Sterne bestehen. Wo eine von Siddhas verehrte Gestalt des Weltschöpfers eingerichtet ist,

37.27 dürfen Nichtvollendete sie nicht verändern. [Ein Teil des Halbverses fehlt.] Ein sachkundiger, wahrheitskundiger Verehrer aber, der Vertrauen und feste Überzeugung besitzt,

37.28 kann einen im Lauf der Zeit entstandenen Mangel des Ortes erkennen, der mit Sorgfalt zu beheben ist, wenn andernfalls das Verschwinden der Gegenwart droht.

37.29 Dann hole er in begünstigter innerer Verfassung die Erlaubnis des Herrn ein, verbunden mit Gelübden. Mit dem Pranava vollziehe er die große Verehrung bis zur abschließenden vollen Opfergabe,

37.30 verbunden mit Spenden, und setze den Herrn auf einen anderen Sitz. Anders zu verfahren bringt die Gegenwart des höchsten Herrn in Gefahr. [Der letzte Halbvers ist beschädigt.]

37.31 Bei drohender oder bereits eingetretener Krankheit, Räuberei, Hungersnot, Zerstörung des Reiches oder ähnlicher Verwüstung des Landes

37.32 bringt eine regelgerecht vollzogene Versetzung kein Unheil. Danach setze man die Gestalt erneut am selben Ort oder anderswo ein,

37.33 genau nach der Vorschrift der Schrift und mit einem Fest. Dabei erwecke man den Mantra, dessen ritueller Zusammenhang ohne ordnungsgemäße Handlungen geblieben war,

37.34 aus seinem ruhenden Zustand wieder. [Der erste Halbvers ist unsicher.] Die Schuld dessen, der eine Versetzung ohne die vorgeschriebene Ordnung vorgenommen hat,

37.35 stille man vor der erneuten Einsetzung durch Feueropfer, Verehrung und Spenden. Dann fertige und installiere man dort ein unbewegliches oder bewegliches Bild.

37.36 Nach seinen Mitteln spende man Kühe, Land und Gold. Wenn ein Bild des Herrn aus Metall, Ton, Stein oder Holz oder eine Darstellung auf Stoff

37.37 plötzlich glanzlos wird, etwa wegen einer Verkehrung des Rituals, unterlassener Handlungen oder Verehrung zur falschen Zeit,

37.38 droht dem Verehrer, dem Volk und dem Reich große Gefahr. Deshalb sättige man den vorzüglichen Mantra mitsamt seinen Gliedern, gereinigt nach seiner Lehre,

37.39 sieben Tage lang der Reihe nach im Krug, im Mandala und im Feuer. In den beiden kalten Jahreszeiten behandle man ein steinernes Gottesbild folgendermaßen:

37.40 Man bade und verehre es nach der vorgeschriebenen Ordnung, umhülle es mit gutem Stoff und bedecke es danach mit geklärter Butter aus Kuhmilch

37.41 bis zum Sockel zu einer geschlossenen Schicht. Man verziere es mit Sandel und anderem, mit ausgeschnittenen Blattmustern und weißen Blütenformen, auch aus Baumwolle gefertigt,

37.42 sowie mit weiteren glückverheißenden weißen, gelben und anderen Materialien verschiedener Herkunft, mit im Schatten und Wind getrocknetem Grün in mannigfaltigen Formen.

37.43 Nach der beschriebenen Verehrung und dem Anlegen verschiedener Schmuckstücke hülle man es in einen dicken weißen Baumwollstoff,

37.44 mit reinem Safran versehen, oder in eine weiße, dichte, neue und unbenutzte Wolldecke.

37.45 Wenn die kalte Jahreszeit vergangen ist, nehme man die Decke und die Butterhülle ab. Zur Heiligung hervorragender Brahmanen und innerlich gesammelter Könige,

37.46 der Verehrer, Stadtbewohner und anderer gebe man auf ihre Bitte davon ab, für Wohlergehen, zur Befriedung von Unheil und zum Schutz,

37.47 zur Abwehr eines vorzeitigen Todes und zur Beruhigung von Krankheiten. Wenn die heiße Jahreszeit beginnt, bade man das Bild täglich mit kühlem Wasser,

37.48 nach der angegebenen Ordnung und in entsprechender Folge. Man reibe es mit Mehl aus Linsen und Mungbohnen, mit Kurkuma und Reismehl ein,

37.49 wasche es ab, salbe es mit geklärter Butter und weiteren Mitteln, trockne es mit einem Tuch und trage weißen Sandel auf.

37.50 Das Heiligtum wasche man mit kühlem Wasser. Nachdem es ausgefegt ist, bestreiche man den äußeren Bereich mit Kuhdung.

37.51 Man streue Blätter und Blüten aus, Kumuda, Utpala und Lotus, und fächle Acyutas Bild mit wasserbefeuchteten Palmfächern Luft zu.

37.52 Man preise ihn mit verschiedenen Hymnen in lauter Stimme und umschreite ihn danach nach rechts, zweimal oder viermal, o Lotusgeborener.

37.53 Nicht einmal, dreimal, fünfmal oder in anderer ungerader Zahl; denn der erhabene Gott Hari ist allen gegenüber gleich.

37.54 Ein Entsagter werfe sich in allen Richtungen lang wie ein Stab nieder, verbunden mit Rechtsumschreitungen, stehe wieder auf und verneige sich mehrfach vor ihm.

37.55 Ebenso ist es für die Absolventen der heiligen Unterweisung und die anderen vorgeschrieben, mit ganzem innerem Wesen und einem von Hingabe erfüllten Geist.

37.56 Der Hausvater vollziehe stets Verneigung und Rechtsumschreitung, indem er Rücken und Haupt beugt und Knie, Stirn, Brust und Hände niederlegt.

37.57 Dabei vergegenwärtige er sich geistig den achtsilbigen Mantra, wiederholt auf freier Bodenfläche. Ist der Raum eng, bleibe er vor dem Herrn stehen

37.58 und verehre ihn nach seiner Hingabe, die Hände vor dem Herzen zusammengelegt, mit Bewegungen des Hauptes, während er den Herrn aller Wesen erinnert.

37.59 Wer hingebungsvoll der heiligen Handlung dient und diese Ordnung nach seinen Kräften und Mitteln vollzieht, erlangt die ersehnte Frucht.

37.60 Wer frei von eigennützigem Begehren ist, erreicht die ewige, von Göttern verehrte Stätte. Auch wer sieht, wie Verehrer den Herrn der Welt hingebungsvoll verehren,

37.61 und sich vertrauensvoll darüber freut, hat Anteil an dieser Frucht. Das Kreisen im Dasein und die Bindung durch Handlungen gelangen zum Ende. [Der zweite Halbvers ist verderbt.]

37.62 Dies geschieht auf zweifache Weise und nicht anders: durch den vollständigen, fünffach gegliederten Bereich heiliger Handlungen mit seinen Mantras

37.63 und durch das umfassende Erfassen rechter Erkenntnis, gefärbt von Hingabe an den Herrn. Wer in Handeln, Denken und Sprechen beständig von ihm erfüllt ist,

37.64 wahrhaft in der für Befugte geltenden Unterweisung bleibt und die Erhabenheit der befreienden Schrift und Acyutas erkennt,

Unnummerierter Halbvers: der wird bald von den zuvor angesammelten schlechten Taten gereinigt.

Damit endet in der Pauṣkarasaṃhitā, der großen Upanishad des heiligen Pāñcarātra, das siebenunddreißigste Kapitel über die Betrachtung der Heiligtümer.


Kapitel 38: Die Einsetzung des Gottesbildes

Pauṣkara sprach:

38.1 Die unzähligen göttlichen Gestalten, die in den heiligen Feldern auf Erden bestehen und sich im Lauf der Zeit der Sichtbarkeit entziehen,

38.2 setzen Götter und Siddhas erneut ein, indem sie sich ihre Form vergegenwärtigen. Wie aber sollen unvollkommene, der Sterblichkeit unterworfene Menschen eine solche Einsetzung vornehmen,

Unnummerierter Halbvers: um das eigene Geschlecht zu erheben und auch selbst guten Ruf zu erlangen?

Der erhabene Herr sprach:

38.3 Man verehre mit dem Mantra samt seinen Gliedern, verbunden mit Erkenntnis und Meditation, mit der Verehrung des Heiligtums und mit Japa, o Pauṣkara.

38.4 Das Einsetzen der Mantras in stoffliche Gestalten ist die als Pratiṣṭhā vorgeschriebene Weihe, die für Mantrakundige ihre volle Bedeutung besitzt.

38.5 Sie gewährt beständig Mantravollendung und am Ende die Stätte des Mantra. Sind Mantrakundige nicht dazu imstande oder bereits verstorben,

38.6 können ihre Söhne und andere, vom Lehrer angeleitet, aus dem Wunsch nach Gnadenerweisung die Einsetzung nach der genannten Ordnung mit ihrem Mantra vollziehen,

38.7 zusammen mit den als Ṛg- und Sāman bezeichneten Mantras und ihrer jeweiligen Durchdringung, mit aufmerksamem Geist und unter Beachtung der äußeren Verrichtungen.

38.8 Dies ist die mittlere Einsetzung; sie gewährt begrenzte Freuden und am Ende des Leibes eine reine, heilsame Stätte.

38.9 Eine Einsetzung allein mit den jeweils passenden Mantras der Shruti, verbunden mit Konzentration, Meditation über den Herrn und Mantra-Nyasa,

38.10 soll ein vorzüglicher Lehrer für die Verehrer des höchsten Herrn durchführen. Sie gilt als allgemeine Form und gewährt, wie ein Opfer, himmlische Freuden.

38.11 Die diesseitige und jenseitige Frucht des Mantra hängt in dieser Welt vom Lehrer ab, o Lotusgeborener, von der Welt Verehrter.

38.12 Deshalb soll es jemand sein, der die Wirklichkeit und die Schrift kennt, heiligem Handeln dient, die sechs Wege versteht und in jeder Hinsicht frei von Vermischung ist, o Pauṣkara.

38.13 In einem von ihm eingesetzten Gottesbild, beweglich oder fest und groß, ist der Mantra regelgerecht gebunden, o Lotusblattäugiger,

Unnummerierter Halbvers: und bleibt entsprechend dem Unterschied zwischen beweglichem und festem Bild gegenwärtig.

Pauṣkara sprach:

38.14 O Gott, mit der Zeit vergeht das Material. Das Wesen des Mantra ist für die Menschen nicht unmittelbar sichtbar, o von der Welt Verehrter.

Unnummerierter Halbvers: Was nehmen die Wirklichkeitskundigen hier wahr? Darüber hege ich großen Zweifel.

Der erhabene Herr sprach:

38.15 Der Gott in der Gestalt des Lehrers löst die Handelnden aus der Fessel des Karma: Menschen mit verschiedener Hingabe und unterschiedlichen Wünschen nach Frucht.

38.16 Er nimmt die große, makellose Kraft ihres heiligen Wirkens und ihres Ruhmes ein, die die Welt als Wohnstatt erfüllt, o Einsichtsvoller,

38.17 und besteht in göttlicher Mantraform in den stofflichen Mitteln, die von den Strahlen seiner tragenden Kraft durchdrungen sind.

38.18 Zum Zweck der Gnade bleibt er dort: Dies heißt Einsetzung. Wo eine solche stoffliche Anordnung besteht, o Lotusgeborener,

38.19 Die Handlung, die „Einsetzung“ genannt wird, ist stets eine Gnadenerweisung für beide Seiten, geprägt von Mitgefühl und Hingabe; sie gewährt als Frucht weltliche Erfüllung und Befreiung.

38.20 Für die fest im wahren Brahman gegründeten Zweimalgeborenen ist diese Handlung als eigene Pflicht zur Selbstvollendung beständig untersagt, o Reinäugiger. [Die Textgrundlage bestätigt ausdrücklich die negative Lesung „untersagt“.]

38.21 Denn von einem dabei entstandenen Fehler gibt es für sie keinen Ausweg außer dem Ende des Leibes; ein solches Fallen aber schafft schwere Schuld.

38.22 Deshalb sollen innerlich Vollendete diese Aufgabe von Anfang an nicht um ihrer selbst willen übernehmen. Für diejenigen aus allen vier Ständen, die sich zu dieser Handlung entschlossen haben,

38.23 Man soll die Einsetzungen stets sorgfältig mit dem Wunsch vollziehen, Gnade zu erweisen – nicht aus bedrängendem Drängen, nicht aus Habgier und nicht aus Überheblichkeit.

38.24 Tritt unerwartet ein Mangel auf, etwa der Bruch eines Gliedes, soll man aus Mitgefühl mit den Verehrern durch göttliche Mantras und die zugehörigen Gaben,

38.25 beginnend mit dem zwölfsilbigen Mantra, deren einzige Frucht Befreiung ist, durch Verehrung, Feueropfer und Japa Sühne vollziehen.

38.26 Deshalb sollen bei dieser mit aller Sorgfalt auszuführenden Handlung die Kenner der drei Veden, Kshatriyas, Vaishyas und Shudras, die vom Herrn erfüllt sind,

38.27 ob mit bestimmten Wünschen oder ohne eigennütziges Begehren, der Mantraverehrung ergeben und in ihrer Unterweisung vollendet, für die Einsetzung eines Gottesbildes

38.28 zunächst mit einer Bitte einen hervorragenden Pāñcarātra-Brahmanen günstig stimmen, der die entsprechende Befugnis besitzt.

38.29 Wer das offenbarte höchste Selbst in seinen Vyūha- und weiteren Gestalten kennt, ist dazu befugt, für andere ein Bild des Herrn einzusetzen.

38.30 Die aus Gnade vollzogene Einsetzung und die Feststellung der Befugnis sollen für Verehrer vorgenommen werden, die ohne andere Zuflucht zu ihm gekommen sind.

38.31 Die ausschließlich Hingegebenen kennen die fünf täglichen Zeiten; sie waren von Anfang an nicht von ihm getrennt. Vor der Schöpfung aus seinem Mund hervorgegangen, betrachten sie die zwölf inneren Wirklichkeiten.

38.32 Für sie sind Entstehung und Auflösung auf die vier Vyūhas ausgerichtet; auch die Übergabe ihrer Handlungen vollziehen sie der Reihe nach unter göttlicher Leitung. [Die Satzfügung ist nicht ganz sicher.]

38.33 Ein anderer, der diese höchste Ausrichtung besitzt, ist schwer zu finden: reine Festigkeit im Gegenstand der Erkenntnis und klares Gegründetsein in der entsprechenden Handlung.

38.34 Angehörige anderer Wege erkennen die jeweilige Vorrangstellung nicht gegenseitig an. Wer sie zwar dem Herrn zugesteht, besitzt deshalb noch nicht die Beständigkeit in seiner Gestalt. [Der zweite Halbvers bleibt unsicher.]

38.35 Man wähle einen frei Befugten, der das Ziel erlangt hat, unverstellt, rein, den fünf Zeiten hingegeben und mit den Lehrentscheidungen des Tantra vollständig vertraut ist.

38.36 Er soll bei jeder Handlung die Mantras aller drei Veden entsprechend der jeweiligen Gelegenheit anordnen.

38.37 Denn bei der Verehrung in Mandalas und anderen Trägern, für sich selbst oder für andere, o Lotusgeborener,

38.38 kommt der Mantra demjenigen nahe, in dessen Herzen seine ewig vollendete Gestalt und höchste Wirklichkeit wirklich bestehen.

38.39 Der Herr der Welt, das höchste Selbst, Acyuta, ist als Mantra gegenwärtig. Auch ohne übermäßigen Ehrgeiz, allein zur Freude des Herzens,

38.40 zur Erfüllung eines Wunsches oder um guten Ruf zu erwerben, ist eine solche Einsetzung im Tempel oder im eigenen Haus mit den entsprechenden Mitteln vorgesehen.

38.41 Damit ist die vorrangige Ordnung genau erklärt. Höre nun kurz die weitere, ersatzweise zulässige Form.

38.42 [Die Weihe vollziehen] Zweimalgeborene, die zuvor ordnungsgemäß eingeweiht wurden, im Dharma der drei Veden stehen, beständiger Verehrung hingegeben und hingebungsvolle Verehrer des Herrn sind …

38.43 … die durch Konzentration und Meditation das Ziel ihres Handelns erfasst und sich in Mantra, Mandala, Feuergrube, Waffenmantra, Mudra und den übrigen Vollzügen geübt haben …

38.44 … die in der Durchdringung der sechs Wege gefestigt, freigebig und neidlos sind, die Reihenfolge der Überlieferung bewahren, geschickt sind und ihre eigenen Aufgaben erfüllen …

38.45 … und die in der Welt für ihren guten Ruf bekannt und von schlechtem Ruf frei sind. Wenn solche [Lehrer] die Einsetzung vollziehen, erlangt auch der Auftraggeber Festigkeit.

38.46 Anderen, insbesondere Menschen mit gemischter Verehrung, ist das große Fest der Einsetzung ebenso wie die anderen entsprechenden Handlungen stets untersagt, o Lotusäugiger.

Pauṣkara sprach:

38.47 O Gott, die gemischte Verehrung ist wiederholt untersagt worden; doch die zuvor genannten Opfer sind zugleich anerkannt.

Unnummerierter Halbvers: Den dadurch entstandenen Zweifel mögest du nun lösen.

Der erhabene Herr sprach:

38.48 Deine Frage ist berechtigt, o Einsichtsvoller. Wenn aber eine andere heilige Handlung ansteht, entsteht für die dazu Befugten kein Fehler.

38.49 Denn für sie besitzt Acyuta in allem die höchste Stellung; da die anderen Götter auf ihm beruhen, entsteht durch ihre Verehrung

38.50 keine Schuld, ebenso wie rechtmäßige Ehefrauen die Brüder und Diener ihres Mannes ehren dürfen, in seiner Gegenwart oder Abwesenheit.

38.51 Wer jedoch allein der weltlichen Ordnung folgt, die rechte Haltung aufgegeben hat und die Besonderheit des erhabenen Herrn nicht kennt,

38.52 sondern je nach anstehender Aufgabe allen Gottheiten nur mit Worten die höchste Stellung zuspricht und ohne Befugnis zu ihrer Verehrung antritt,

38.53 der handelt aus Begierde nach einer Stellung auf diesem Weg. Wenn man seine Absicht erkennt, gilt er als gemischt Verehrender im Zustand des Abfalls.

38.54 Solches Handeln führt gewiss zur Hölle. Den durch echte Hingabe gereinigten und Vāsudeva ganz ergebenen Menschen aber

38.55 bringt diese Mitverehrung niemals einen zerstörerischen Fehler. Davon genug, o Einsichtsvoller: Die Aufgabe soll mit Hingabe erfüllt werden.

38.56 Bei Menschen, die hingebungsvoll im Mantra gegründet sind, kann während des Japa ein Laut vertauscht werden, ausfallen oder mit einem falschen Vokal gesprochen werden,

38.57 oder ein Vokal und anderes zusätzlich auftreten. Dennoch erschließt der Mantra seinen einen Sinn und seine Wirkung für die Sprechenden bald,

38.58 und kraft ihrer außerordentlichen Hingabe gewährt er das Gewünschte. Denn Menschen, die durch wahre Hingabe gereinigt sind und Zuflucht genommen haben, auch ohne vollkommene Verfahrensordnung,

38.59 erlangen bald die Gnade des Mantraherrn, wenn ihr Inneres gesammelt ist. Um wie viel mehr gilt dies für die in Handlung und Erkenntnis Vollendeten, o Pauṣkara,

38.60 die Vertrauen und Hingabe besitzen und von Lehrern unterwiesen sind! Deshalb sollen den dieser Unterweisung wirklich zugetanen Verehrern,

38.61 o Einsichtsvoller, Einweihung und die übrigen Handlungen von solchen gewährt werden, die die Verehrer lieben. Wer selbst nicht zu mir gelangt ist, aber um mich zu erreichen

38.62 für Menschen von geringer oder mittlerer Hingabe, die an Wunsch und Genuss hängen, aus Verblendung meine Einweihung oder eine Bildeinsetzung vollzieht,

38.63 dessen eigenes heiliges Handeln geht bald mitsamt dem Samen seiner Hingabe zugrunde; die Vollendungen wenden sich von ihm ab.

38.64 Schon hier geschieht dies rasch, o Lotusäugiger. Am Ende des Leibes verliert er sein gutes Ziel und gelangt in schreckliche Hölle, wo er die schwere Frucht seiner Verfehlung erfährt.

38.65 Durch die Größe des Mantra des Herrn und sein Wirken schwindet jedoch die aus dieser Verbindung entstandene Schuld; aufgrund früherer Prägungen

38.66 erhält er, nachdem er die Folgen seines schlechten Handelns erfahren hat, erneut einen menschlichen Leib. Dann bemühe er sich um Reinheit, durch die er Frieden erlangt.

38.67 Wer sich einem solchen hochmütigen, hingabelosen und unbefugten Lehrer anschließt, gelangt mit seinem Begehren gewiss in einen höllischen Zustand.

38.68 Obwohl das Mantraselbst alldurchdringend ist und allen Gnade erweist, o Zweimalgeborener, nimmt es dort keine entsprechende Gegenwart an.

38.69 Selbst wer das Bild bis zum Ende seines Leibes verehrt, gelangt so nicht zu mir. Vielmehr zerstören störende Geister und Vetālas sogleich Besitz und anderes.

38.70 Daher soll man Angehörigen einer anderen Lehrbindung nicht auf diese Weise Einweihung gewähren, o Lotusgeborener; wer sich vor dem Daseinskreislauf fürchtet, soll einen solchen Lehrer nicht aufsuchen. [Die negative Verbform im zweiten Halbvers ist gestört.]

38.71 Der Lehrer sei wahrer Hingabe ergeben und frei von Heuchelei und Leidenschaft. Deshalb muss das vorzügliche Opfer der Einsetzung, o Einsichtsvoller,

Unnummerierter Halbvers: für Vaishnavas von Grund auf durch Vaishnavas vollzogen werden.

Pauṣkara sprach:

38.72 Herr, zum Wohl der vier Stände, beginnend mit den Brahmanen, die dem erhabenen Herrn zugewandt sind, möchte ich die Herstellung des Bildes kennenlernen.

Der erhabene Herr sprach:

38.73 Für den Gang in den Wald im Dienst der Gottheit vollziehe man glückverheißende Schutzhandlungen. Hat man den Waldort erreicht und seine Gottheiten verehrt,

38.74 entnehme man dort einen dauerhaften Stein oder einen Baum, mit vollkommen reinem Geist und nach vorausgegangener Verehrung des Herrn,

38.75 gemeinsam mit Pāñcarātra-Kundigen, Kennern der Ṛg- und Sāma-Mantras und reinen, gehorsamen Handwerkern, die hingebungsvoll ihren Aufgaben dienen.

38.76 Mit beherrschten und eingeweihten Helfern beschaffe man zunächst Baum, Stein, Metalle oder Ton. Die Tonkerne für Gussformen sollen entsprechend benetzt werden.

38.77 Von den aus Wald und Waldboden gewonnenen Metallen und Erden sammle man geringe Mengen und mische sie

38.78 in die größere heilige Tonmenge zur Herstellung des Bildes. Bei Metallbildern und ihren Tonkernen gebe man unter dem Herzmantra

38.79 Silber-, Gold- und Kupferstaub hinzu, o Lotusgeborener. Dies ist stets vorgeschrieben, um die Hitzeeinwirkung beim Brennen der geweihten Tonform zu befrieden. [Das Kompositum ist nicht ganz eindeutig.]

38.80 Alles, was man aus dem Wald verwendet, bis hin zu Holzkohle und Brennholz, soll regelgerecht gesammelt sein; so führt es zum Gelingen.

38.81 Nachdem man auf diese Weise Holz und die übrigen Stoffe aus dem Wald geholt hat, fertige man das Bild dort oder im Bereich des eigenen Hauses an.

38.82 In der Werkstatt verehre man regelgerecht, vom Guru beauftragt, den Herrn der Handwerker und die eigene Gottheit in der überlieferten Reihenfolge.

38.83 Der verständige Auftraggeber lege bei diesem höchsten Werk von Anfang an jede von Rajas und Tamas bestimmte Haltung ab.

38.84 Menschen mit getrübter Einsicht gelingt es gewiss nicht, o Lotusgeborener; oder das Werk wird zwar vollendet, ist aber von Hunderten Hindernissen und Fehlern bedrängt.

38.85 Doch auch bei einem sattvigen Menschen kann aufgrund früheren Handelns während der Herstellung ein schmerzliches Fehlen oder Versagen eines Gliedes auftreten.

38.86 Höre die dafür vorgeschriebene Behandlung. Bei einem gemalten Bild setze man die betroffenen Teile mit Farbstoffen und gereinigtem Wasser oder anderen geeigneten Mitteln wieder zusammen,

38.87 mit duftenden, reinigenden weißen, roten und weiteren Farben, die durch den Waffenmantra geheiligt sind.

38.88 Bei Tonbildern verwende man Ton, gemischt mit Honig, geklärter Butter und Milch, mit Seidenpulver versetzt und mit Goldwasser benetzt.

38.89 Entsteht an einem Holzbild ein Riss oder Bruch, ist nach vorausgehender Befriedung eine Verbindung durch Stoff und geeignete Werkzeuge vorgesehen.

38.90 Steinbilder müssen bei einer großen Beschädigung stets aufgegeben werden. Bei einer kleinen oder sehr geringen Verletzung verwende man einen Stift aus Edelstein

38.91 mit Gold und schleife die Stelle mit geglättetem Schleifstein. Ist die Beschädigung ausgeglichen, wird das Bild wieder förderlich.

38.92 Die Einsetzung eines beschädigten Bildes führt nach der Warnung des Textes zum Tod des Guru, des Auftraggebers, des leitenden Handwerkers und der Bewohner des Landes.

38.93 Ein Schaden im Bereich der Sinnesorgane schadet dem Auftraggeber; vorn zwischen Ohr beziehungsweise Hals und Nabel führt er zum Tod eines Sohnes. [Die Textgrundlage erwägt „Hals“ statt „Ohr“.]

38.94 Ein Schaden an den beiden hinteren Seiten bedroht die Ehefrau; am Rücken bedeutet er den Verlust eines Bruders; zwischen Hüfte und After den Verlust von Schwestern.

38.95 Wo zwischen Oberschenkelansatz und Knie eine Beschädigung liegt, verursacht sie bald den Verlust von Vermögen, Getreide und Vieh.

38.96 Vom Knie bis zur Fußsohle betrifft der Schaden die Dienerschaft. Aus Mitgefühl mit allen und auch um des eigenen Wohles willen

38.97 soll der Auftraggeber die Beschädigung unversehrt machen lassen, o Lotusgeborener. Bei einem in Herstellung befindlichen Gussbild, dessen Wachs bereits ausgeschmolzen ist,

Unnummerierter Halbvers: höre nun die Ersatzregel für einen Mangel an einem Körperteil.

Schäden während der Herstellung

38.98 Wenn bereits die Auffassung des Bildes als Gegenwart des Herrn entstanden ist, widersprechen ein Aufgeben und erst recht eine Zerstörung dieser Beziehung.

38.99 Bei einem großen Bild ist es auch nicht angemessen, das Material wegzuwerfen, besonders bei wertvollen Metallen wie Gold.

38.100 Wenn ein Körperteil mangelhaft ist, vollziehe man zur Befriedung ein Opfer und ergänze das Glied nach einer besonderen Vorschrift erneut, o Lotusgeborener.

38.101 Bei einem Goldbild gebe man reines Gold in die beschädigte Stelle und, soweit verfügbar, Pulver aus verschiedenen Edelsteinen, geheiligt durch den zwölfsilbigen Mantra.

38.102 Ebenso verfahre man bei Bildern aus anderen Metallen: Man fülle die Stelle mit dem jeweiligen Metall, dem etwas Gold beigemischt ist, o Einsichtsvoller.

38.103 Wird trotz dieses Verfahrens keine innere Klarheit erreicht, o Pauṣkara, so ist eine andere Handlung vorzunehmen.

38.104 Mit Zustimmung der Gurus und nach vorausgehender Verehrung wie zuvor führe man die Gestalt wieder in den ungeformten Zustand zurück. [Eine Verbform ist beschädigt.]

38.105 Aus demselben Bildmaterial fertige man ein anderes, unbeschädigtes Bild, vollständig in allen Gliedern, anmutig und von vorzüglichen Merkmalen.

38.106 Wenn dies möglich ist, geschehe es ohne Aufschub. Denn schon aufgrund des festen Entschlusses, o Lotusgeborener,

38.107 erlangen die Vorfahren, so heißt es, eine beständige Stätte. Urgroßväter und frühere Ahnen sprechen untereinander:

38.108 „Durch unseren Nachkommen sind wir weithin von Schuld befreit worden. Wir werden das Sein Vāsudevas erreichen, wenn er dies weiter vollbringen will.“

38.109 Deshalb soll das große Opfer der Einsetzung rasch vollzogen werden, zur Freude der Viergestalt, der Manus und der Wirklichkeitskundigen,

38.110 der Weisen, Götter und Ahnen, o Lotusgeborener, der Menschen und aller Wesen innerhalb der drei Welten.

38.111 Aus einem zerbrochenen Metallbild, das einer anderen Āgama-Überlieferung entstammt, kann man ein weiteres Bild herstellen und so auch jenseitiges Heil bewirken. [Die Herkunftsbezeichnung ist mehrdeutig.]

38.112 Vorgeschrieben ist daher dieselbe Gestalt oder eine ihr zugehörige weitere Form, wodurch der Auftraggeber großes Heil in beiden Welten erlangt.

38.113 Bei den im eigenen Land vorhandenen und durch Vermögen und andere Mittel gestifteten Bildern bestimme man die Menge des Materials nach den zuvor unterschiedenen Klassen.

38.114 Wer zum Wohl seiner Angehörigen und anderer ein Bild des Herrn herstellen lässt, wird von allen Fehlern frei und gelangt in Vishnus Welt.

38.115 Ausgenommen sind selbstoffenbarte, von Siddhas vollendete und von Göttern eingesetzte Bilder. Bei einem von Brahmanen und anderen Menschen installierten Gottesbild dagegen

38.116 verlassen der darin eingesetzte Mantra, seine Gliedmantras und Kennzeichen das Bild und kehren an ihren eigenen Ort zurück, wenn die heilige Handlung ausbleibt.

38.117 Dabei trifft ihr Fluch den Lehrer, den Auftraggeber und denjenigen, für den die Einsetzung geschah. Piśācas, Bhūtas, Vetālas, Yakshas und Rakshasas

38.118 nehmen dann den Ort, den Sockel, das Bild und alles bis hin zum Banner ein. Wer Heil sucht, soll dies verstehen, o Einsichtsvoller, und so handeln,

38.119 dass dem eingesetzten Bild durch Verehrung, Feueropfer, Spenden, Instrumentalmusik und Gesang die angemessene Pflege zuteilwird.

38.120 Bei einem beweglichen Bild im eigenen Haus sollen die Verehrer stets nach ihren Kräften für Blumen, Räucherwerk und die übrigen Gaben sorgen, um Heil zu erlangen.

38.121 Lebenslang soll der Mantrapraktizierende zu den drei Tageszeiten seinen eigenen Mantra in dem beweglichen, durch die Wirklichkeitsmantras bewohnten Bild verehren,

38.122 oder einen allgemeinen Mantra, beginnend mit dem zwölfsilbigen, den der Guru zuvor zum Wohl der bei ihm Zuflucht suchenden Verehrer eingesetzt hat.

38.123 Nach der schriftgemäßen Einziehung übergebe er es mit Hingabe und mit einer angemessenen Gabe dem eigenen Guru, zur Befriedung des Daseins und zur Erlangung der Frucht.

38.124 Er lege die Hände an dessen Füße und bitte mit geneigtem Haupt: „Wenn die Zeit gekommen ist, da ich meinen Leib verlasse, sollst du

38.125 oder ein anderer geeigneter Vaishnava die vollständige Einsetzung zu meinem Segen übernehmen.“ Beim Leibesende seines Schülers soll der Guru aus Mitgefühl

38.126 einen anderen geeigneten Menschen dazu beauftragen. Auch dieser soll bei seinem eigenen Leibesende die Aufgabe an einen beherrschten Menschen weitergeben, o Einsichtsvoller,

38.127 der gute Handlungen und Hingabe besitzt. Fehlt ein solcher, soll der Hausvater das Bild in einem Heiligtum unterbringen lassen.

38.128 Wenn die nötigen Gaben nicht beschafft werden können, lasse man Speise und andere aufwendige Darbringungen fort. Rein, gebadet und heiteren Geistes verehre man den Herrn,

38.129 indem man zunächst Wasser als Ehrengabe an seinem Haupt darbringt, mit Blumen oder auch allein. Diese Wasserverehrung ist ursprünglich und die Grundlage aller Gaben.

38.130 Denn alle bestehen aus Lebenssaft; ihr innerster Saft ist der höchste Herr, der erhabene Nārāyaṇa. Deshalb gilt diese Ehrengabe als vorzüglich.

38.131 Danach gebe man sie an seine Füße. Die Gesamtheit der Gaben erlangt im umfassenden ursächlichen Raum Unendlichkeit. [Das Kompositum zur räumlichen Aufnahme ist unsicher.]

38.132 Dies geschieht bald für hingebungsvolle Mantrakundige, die mit Mantras verehren. Zwar werden entsprechend Erde, Feuer, Raum und Wind

38.133 Blumen, Räucherwerk und weitere Gaben bis hin zum Mantra genannt; doch auch sie haben ihren Ursprung im Lebenssaft, und ihre Offenbarung besteht aus ihm.

38.134 Er besteht als Freude und ist der innere Geschmack aller eigenen Kräfte. Durch ihn erscheint jeder überall als ein die Erfahrung Genießender, o Lotusgeborener. [Ein Bezug im ersten Halbvers ist unsicher.]

38.135 So ist die Einrichtung der von Menschen geschaffenen beweglichen und unbeweglichen Verehrungsbilder erklärt, o Lotusgeborener.

38.136 Abgesehen von dem für die heiligen Handlungen eines hervorragenden Brahmanen bestimmten Bild dürfen andere bewegliche Bilder, auch vaishnavitische, ebenso wie Sonnen-, Rudra- und Indra-Bilder

38.137 nicht beliebig im Heiligtum des Herrn aufgestellt werden; dies kann Störungen hervorrufen. Ebenso dürfen bei den Gottheiten der weiteren Entfaltungen keine Vyūha-Hauptgestalten

38.138 als dauerhaft untergeordnete Bilder im Inneren eingerichtet werden. Dasselbe gilt für ursprüngliche Erscheinungen gegenüber ihren abgeleiteten Formen.

38.139 Ihre Einsetzung an erhöhten Stellen in seitlichen Wandgebäuden ist untersagt; links vom Gotteshaus ist sie nur bei entsprechender Höhe und Ausdehnung zulässig. [Die architektonischen Bezüge sind nicht durchgehend eindeutig.]

38.140 Wer aus einem auf die örtlichen Verhältnisse bezogenen Grund von der genannten Hauptregel abweichen möchte, soll mit Vertrauen und Hingabe

38.141 zunächst Verehrung und Feueropfer vollziehen. [Der übrige Vers über eine weitere rituelle Maßnahme ist weitgehend ausgefallen.]

38.142 So entsteht kein Widerspruch gegenüber den verehrten Gottheiten. Andernfalls droht denen, die auf Erden der Hingabe folgen,

38.143 und den Sockeln auch ohne sichtbares Bild Unheil. So verhält es sich bei den innerhalb der Heiligtümer aufgenommenen

38.144 Vibhava- und Vyūha-Gestalten und bei der Verehrung der Mantragestalt. Für Vaishnavas aus den Brahmanen und anderen Ständen ist die Beschaffung

38.145 sämtlicher Mittel der Verehrung bis hin zum Mantra vorgesehen, nach der Hauptordnung oder ersatzweise mit einem bloßen Opferplatz und anderen Trägern.

38.146 Wenn die Gesamtheit der vierundsechzig Gaben unterschritten wird oder wenn die Gaben und Handlungen nicht vollständig möglich sind, o Lotusgeborener,

38.147 soll der Heil Suchende beständig die höchste Befriedung durch Verehrung des Herrn vollziehen, um das Zuwenig oder Zuviel der Darbringungen auszugleichen.

Pauṣkara sprach:

38.148 Herr der Welt, erkläre mir diese höchste göttliche Mantra-Befriedung, die alle Fehler stillt, und wie die Lehrer sie ausführen sollen.

Der erhabene Herr sprach:

38.149 Für hingebungsvolle Menschen mit gesammeltem Inneren eignet sich zur Beruhigung aller Fehler der zuvor beschriebene Radlotus, ohne die umgebende Hausform.

38.150 Man errichte dort den Sitz. Eine vollständige Verehrungsfolge bis hin zu Viṣvaksena ist nicht überall nötig; entscheidend ist die Verehrung des Herrn aller Wesen. [Die Satzverbindung ist gestört.]

38.151 [Der Vers nennt eine gesonderte Anordnung im Raum für Menschen ohne Verlangen; der Wortlaut ist beschädigt.] Ein Kundiger der Vorschrift soll sie einrichten und durch einen Kenner der Ṛg-Mantras verehren lassen.

38.152 Man gestalte einen eckigen Sockel und den umgebenden Bezirk mit der entsprechenden Einfassung. Dort vollziehe man den zuvor beschriebenen Nyasa, beginnend mit der tragenden Grundlage.

38.153 Man betrachte ihn wie den eigenen Leib und vergegenwärtige ihn sich als durch den höchsten Lenker erhellt, mittels des bezeichnenden Mantra seiner Gestalt, deren gemeinsames Wesen Bewusstsein ist.

38.154 Ebenso denke man Altar und weitere Teile als mit dem eigenen Leib verbunden. Wenn der höchste Lenker darin wohnt, besteht kein Fehler der Vermischung.

38.155 Ebenso ist die Verehrung von der tragenden Kraft bis Viṣvaksena im Mandala fehlerfrei, wenn jedem Namen das Wort „Bhagavat“ vorausgeht.

38.156 Man spreche den jeweiligen Namen und am Ende „dem Selbst — Verehrung“. So verehre man die Gottheiten des Sitzes, Dharma und die übrigen,

38.157 an ihren unterschiedlichen Orten. Danach vollziehe man die Verehrung der ins Mandala gerufenen Mantragestalten, o Pauṣkara.

38.158 Vollständig ausgeführt führt sie zur Befriedung, unvollständig zum Unfrieden. Deshalb vollziehe man nach den eigenen Kräften zur Befriedung die Sättigung des Feuers, verbunden mit Spenden.

38.159 Überall soll ihr die Verehrung des Herrn vorausgehen. Sie geschehe durch eine von Erkenntnis durchdrungene Handlung mit Ehrengabe und den übrigen Darbringungen.

38.160 Man erkenne die heilsame Verbindung mit den geeigneten Stoffen. [Der erste Halbvers ist beschädigt.] Wie zwischen Samen und Spross eine anfangslose Ungetrenntheit besteht,

38.161 so sind in dieser Welt Erkenntnis und Handlung aufeinander bezogen, damit diejenigen, die eine Frucht erstreben, sie erlangen, o Lotusgeborener.

38.162 Mit vollkommen reiner Einsicht soll man die Entfaltung des höchsten Selbst, des erhabenen Vāsudeva, erkennen,

38.163 die zum Zweck der Gnade mit Erkenntnis und Handlung, mit Mantras und Mudras verbunden ist, aus Mitgefühl mit den Handelnden,

38.164 ausgestattet mit Wirklichkeitskräften, Erkenntnis und den übrigen Eigenschaften sowie den acht Fähigkeiten, beginnend mit der Kleinheit, und mit dem Samen der Vollendung,

Unnummerierter Halbvers: zur Befriedung aller Fehler und zum beständigen Erreichen der höchsten Stätte.

Die Entfaltung des höchsten Herrn

38.165 Diese Entfaltung des höchsten Herrn ist von ihm ungetrennt zu erkennen, o vorzüglicher Zweimalgeborener, wie die schönen Flammen eines rauchlosen Feuers,

38.166 wie die Wellen des Meeres und die Strahlen der Sonne. Durch einen von Hingabe getragenen Entschluss geht er wie die Sonne im Herzlotus

38.167 des Menschen mit heilsamer Einsicht beständig auf, beim großen heiligen Fest. Nachdem er zunächst wie zuvor durch geistig beschlossene Gaben und Opfer verehrt worden ist,

38.168 wird er danach äußerlich mit besonders reinen Gaben, geklärter Butter und anderem, im Feuer nach der vorgeschriebenen Ordnung gesättigt, o Lotusgeborener.

38.169 In der Gestalt des Lehrers und Brahmanen wird er durch Speise, Trank, Geld und andere Gaben vollkommen erfreut und gewährt höchste Befriedung.

Pauṣkara sprach:

38.170 Herr, ich möchte die Meditation über diesen Weltschöpfer kennenlernen, wenn befriedende und andere Handlungen in einem Mandala oder einem anderen Träger vollzogen werden.

Der erhabene Herr sprach:

38.171 Welche offenbarte Gestalt auch verehrt wird: Sie ist als ewig und ganz zum Herrn gehörig zu erkennen, ausgestattet mit Erkenntnis und den übrigen Eigenschaften, o Lotusgeborener.

38.172 Um das Leiden des Daseins zu stillen und vollkommene Ruhe zu erlangen, mache man sie oder eine aus ihr hervorgegangene Gestalt zum Gegenstand seiner Wahrnehmung und verehre sie mit Hingabe und festem Vertrauen,

38.173 mit ihren bezeichnenden Mantras, beginnend mit dem zwölfsilbigen, um das erstrebte Ziel zu erreichen. Ihre vielfältige Gestalt ist mit Waffen, Gliedern, Gewändern, Kränzen und Schmuck

38.174 vollständig ausgestattet, gereinigt durch göttliche Kraft, ebenso mit ihren weiteren Mitteln. So ist die offenbarte Gestalt Acyutas ganz aus reinem Bewusstsein.

38.175 Um die wahre Stätte zu erreichen, meditiere man über ihn in menschlicher Gestalt, mit einem schönen, göttlichen und unveränderlichen Leib,

38.176 aus dem unaufhörlich Licht strömt, dessen Wesen Erkenntnis ist und das den Meditierenden ohne Anstrengung große Erkenntnis einpflanzt.

38.177 Er trägt unvergleichliche, ihm entsprechende Kränze, Gewänder und Schmuckstücke, aus Bewusstsein bestehend, selbstleuchtend und durch ihren gegenseitigen Glanz gefärbt.

38.178 Die vom Feuer früherer Handlungen gequälten Meditierenden erquickt er, um ihre Mühsal zu stillen, mit Strahlen wie aus einer Fülle von Monden.

38.179 Die Kräfte namens Vidyā und Kalā hält er als Muschel und Rad. Erkenne sie als Erkenntnis und Handlung, vom Willen durchdrungen, o Lotusgeborener.

38.180 Der erhabene Herr besitzt unendliche Kraft und unendliche Eigenschaften. Er unterscheidet sich von Sonne, Mond und Feuer, die nur als sichtbare Vergleiche dienen.

38.181 Sein Ausmaß wird allein durch die Gewissheit eigener Erkenntnis bestimmt. Er ist alles — und was wäre noch über dieses Alles hinaus?

38.182 Wenn sein Meditationsbild aufleuchtet, ist dies das im eigenen Selbst ruhende Wissen. Durch angemessene, hingebungsvolle Meditation führt eben dieses zur Befriedung.

38.183 So erkenne seine höchste Gestalt, die den Meditierenden höchste Freude gewährt. [Die nähere Bezeichnung ihrer Einsicht ist beschädigt.]

38.184 Sein dichtes, gelocktes Haar gleicht dunklen Bienen und zermahlenem Augenschwarz, ist mit Kampfer bestäubt und mit göttlichen Blüten durchflochten,

38.185 von Krone und Diadem geschmückt. Seine Hand- und Fußflächen strahlen wie rote Lotusblüten und Rubine,

38.186 ebenso Gesicht und Lippen sowie das Innere der Nasen- und Ohröffnungen; seine Zähne glänzen wie Perlen.

38.187 Seine Augen gleichen reinen blauen Lotussen in leicht geröteter Kuhmilch. So betrachte man zuerst Acyuta, den Lotusäugigen, im Lotus des Herzens.

38.188 Die Meditation über seinen Glanz im Licht der verschiedenen Mantras gewährt das Ersehnte. Die Meditation im äußeren Mandala lässt das Leiden des Daseins schwinden.

38.189 Er besteht ungetrennt von der höchsten Wirklichkeit des erhabenen Herrn. Die hier gegenwärtige, beständig offenbarte Entfaltung der Mantras ist auch außen zu erkennen,

38.190 in vielfältigen sichtbaren Formen, die den im Dasein Befangenen Befreiung gewähren. Dabei sind die zuvor genannten Kräfte der Reihe nach zu erkennen,

38.191 mit den angegebenen Merkmalen. [Die Bezeichnung „der Ebergestalten“ ist bereits in der Textgrundlage fraglich.] Ihre sichtbaren Meditationsformen sind zuvor der Reihe nach erklärt worden.

38.192 Die ewige, alldurchdringende, makellose Gestalt namens Vāsudeva besteht ungetrennt vom höchsten Brahman, o Lotusgeborener,

38.193 wie Flamme, Mondschein und Sonnenlicht von Feuer, Mond und Sonne. Nach eigenem Willen trägt er die zuvor beschriebene, bewusst angenommene Gestalt.

38.194 So offenbaren auch die Mantrakräfte des erhabenen Herrn zum Zweck der Gnade ihre eigene vorzügliche, bewusst angenommene Form.

38.195 Wer sich auf sie stützt, erlangt als Mantrakundiger durch Japa, Meditation und Verehrung bald alles, wenn er in intensiver Hingabe und Lobpreis gefestigt ist.

38.196 Die angeborene naturhafte Bindung und die aus Handeln entstandene Karmafessel haften dem verkörperten Selbst an wie Schwärze dem Kupfer im Erz, o Lotusgeborener.

38.197 Die allwissende Kraft selbst wird zur höchsten Mantragestalt und durchdringt der Reihe nach die Stufen des karmisch gebundenen Selbst.

38.198 Wer sie beständig mit Hingabe ungehindert erreicht, trinkt gleichsam das höchste Brahman, den Herrn, um sein Mantrawesen zu erlangen. [Eine Lesart verändert die Aussage zur Erkenntnis.]

38.199 Nachdem sie der Reihe nach die Befugnis erworben und die Stätten ihres Herrn erreicht haben, gehen sie kraft des Mantra dorthin, von wo sie nicht zurückkehren.

38.200 Weil es so ist, o Lotusgeborener, sollen die vorzüglichsten Mantras und die Gestalten des Weltherrn Gegenstand von Meditation und Verehrung sein.

38.201 Durch Verehrung, Japa, Meditation und umfassende Erkenntnis gewähren sie ihre jeweilige heilsame, unvergängliche Stätte Acyutas.

38.202 Wie Feuer verbrennen sie das große Netz des Karma der gebundenen Wesen. Erkenne dies und verehre mit den wohlbekannten bezeichnenden Mantras, o Lotusgeborener.

38.203 Mit den aus dem Mund des Lehrers empfangenen Mantras, vom zwölfsilbigen bis zu den sechs- und achtsilbigen, mit ihren eigenen Namen oder ihren Keimsilben,

38.204 vergegenwärtige man sich die als Vāsudeva bezeichneten höchsten Herren in ihrer zweifachen Gliederung, die vier bis hin zu Aniruddha in der Ordnung der vier Vyūhas.

38.205 Ebenso die anderen, Varāha und die übrigen, gemeinsam mit den vier Vyūhas, sowie die zwölf genannten Gestalten, beginnend mit Keśava.

38.206 Der Viergestaltige gibt sein eigenes Wesen nicht auf, obwohl er viele Gestalten annimmt und in unterschiedlichen Anordnungen besteht. Seine Verehrung

38.207 dient verschiedenen Zielen und dem Erlangen der jeweils erwünschten Eigenschaften. Wer die sechs Eigenschaften genau erkannt hat und höchste Größe und Ruhe

38.208 rasch zu erreichen wünscht, soll als verständiger Mensch die entsprechende Gestalt bis hin zum höchsten Lenker allein verehren, o Pauṣkara.

38.209 Wer wie zuvor bei den Vibhava-Gestalten und unter Berücksichtigung der fünf Vyūhas und weiterer Ordnungen die mit Herrschaft beginnende Sechsheit und die Viergestaltigkeit wünscht,

38.210 verehre Pradyumna, Acyuta, den höchsten Lenker, Vāsudeva und die übrigen in der betreffenden Folge. Wer dagegen die große Eigenschaftsgruppe mit den Gestalten als Ausgangspunkt erstrebt,

38.211 alle Vollendungen des Entschlusses und die verschiedenen Fähigkeiten wie Kleinheit, der wende sich an den Herrn aller Wesen, zusammen mit Acyuta bis hin zum höchsten Lenker.

38.212 Die bis Pradyumna reichende Folge ist stets für Sammlung und Verehrung förderlich. Wem die Eigenschaftsgruppe, beginnend mit Beweglichkeit und anderem, als vorrangig

38.213 aus dem Mund des Guru klar geworden ist, der verwende bei der Verehrung die Folge Vāsudeva, Acyuta und höchster Lenker, mit Pradyumna am Ende. [Die erste Eigenschaft in 38.212 ist unsicher überliefert.]

38.214 Wer durch Verehrung die mit Tatkraft beginnende Sechsheit wünscht, verehre den höchsten Lenker und Acyuta ohne Pradyumna.

38.215 Wer die mit Glanz beginnende Sechsheit durch Verehrung erstrebt, für dessen Verehrung ist wiederum die mit dem höchsten Lenker beginnende Dreiergruppe bestimmt.

38.216 Durch die zuvor beschriebene Verehrung der Gestalten oder durch die ausschließliche Verehrung erreicht der Mantrakundige die reine Freiheit als Wirklichkeit des erhabenen Herrn.

38.217 Obwohl die abschließende Dreiergruppe der Gestalten alldurchdringend besteht, ist der Herr selbst wahrhaft der Ursprung aller Erscheinungsfülle der Welt.

38.218 Mit dieser Erkenntnis sollst du ihn unmittelbar verehren, den wachen Herrn und höchsten Lenker, gemeinsam mit seiner Herrengestalt. [Die genaue Zuordnung der Namen ist nicht sicher.]

38.219 Wenn Acyuta und die beiden folgenden zuerst verehrt werden, verehre man an ihren Stellen der Reihe nach die Dreiergruppe des ursprünglichen Gottes.

38.220 Durch die Verbindung mit der Viergestalt vollziehe der Mantrapraktizierende so regelgerecht die Verehrung der Eigenschaften. Höre, wie dies geschieht.

38.221 Erkenntnis, Stärke, Herrschaft und danach Tatkraft: Diese Vierergruppe, jeweils unterschieden, gewährt schon durch einmalige Verehrung Vollendung.

38.222 Stärke, Herrschaft und Tatkraft, mit Glanz als viertem: Wer eine bestimmte dieser Gaben wünscht, erlangt sie durch entsprechende Erkenntnis.

38.223 Glanz, Kraft, Erkenntnis, Stärke und zuletzt Tatkraft werden genannt; diese Vierergruppe gewährt den Mantrakundigen das Gewünschte, o Lotusgeborener. [Die überlieferte Reihe nennt fünf Eigenschaften, obwohl der Vers von vier spricht.]

38.224 Man spreche die heilige, mit dem Pranava beginnende Formel „dem Wesen der Erkenntnis“. Wie für die Eigenschaft Erkenntnis angegeben, verfahre man bei allen anderen ebenso.

38.225 Unter Wahrung der Ordnung oder in der erläuterten Umstellung ist diese vielfältige Verehrung zur Erlangung von Befreiung und Daseinsfreude überliefert.

38.226 Den in verschiedene Formen entfalteten Ursprung der Welt verehre man aber auch ungeteilt: in einem großen zwölfspeichigen Rad, innerhalb eines Lotus mit ebenso vielen Blättern.

38.227 Der erhabene Herr jenseits der Eigenschaften befindet sich wie zuvor in der Lotusmitte und wird mit dem zwölfsilbigen Mantra verehrt; die Gestalten auf den Blättern mit dessen einzelnen Silben,

38.228 vom Pranava und „namaḥ“ eingefasst, vom östlichen Blatt aus rechtsherum, um die zur Sechsheit gehörigen göttlichen Eigenschaften zu erlangen.

38.229 Die drei göttlichen Vierheiten und eine weitere Dreiergruppe aus Eigenschaften und Gestalten verehre man der Reihe nach. [Die Verknüpfung der Gruppen ist sprachlich gestört.]

38.230 Weil man durch diese Mittel die Frucht erlangt, soll man nach dem eigenen Ziel verehren, mit Hingabe und Vertrauen und durch Handlung, der Erkenntnis vorausgeht,

38.231 verbunden mit dem Dharma des eigenen Standes und Lebensabschnitts und mit rechter Sammlung, von der Zeit des Gnadenerweises an bis zum Ende des Lebens, o Zweimalgeborener.

38.232 Durch intensive, wirksame Befriedung und Verehrung erwacht Erkenntnis, in diesem Leib, in jenem oder in einem anderen,

38.233 entsprechend einer stärkeren oder schwächeren inneren Ausrichtung, o von Göttern Verehrter. Wer die Verehrung seiner Befugnis gemäß vollzieht,

38.234 mit den beschriebenen reinen Gaben und den verschiedenen Handlungen, bereite nach Vollendung der Glieder des Rituals die Ehrengabe mit Herz- und Waffenmantra vor. [Der Abschluss ist beschädigt.]

38.235 Die verschiedenartig bereiteten Gaben des Herrn sind mit einer Formel darzubringen, die am Anfang und Ende den Pranava und ein Wort der Verehrung enthält.

38.236 Die regelgerechte Beschaffung und Bereitung der Gaben wird durch „Ich bereite dar“ ausgedrückt; ihre Darbringung geschieht geistig mit geneigtem Haupt.

38.237 Bei der Übergabe ist der bezeichnende Mantra des im Herzen wohnenden Herrn zu kennen. Die äußeren Gaben werden zuvor der Reihe nach mit dem Einatmen nach innen genommen.

38.238 Die als „ins Herz gehend“ bezeichnete Fünfergruppe, beginnend mit der Ehrengabe, wird in der Añjali-Mudra mit einem durch Vertrauen gereinigten Geist gesammelt.

38.239 Man bringe sie vielfältig oder nach den eigenen Möglichkeiten dar, auf das Höchste gestützt und mit beherrschten Sinnen.

38.240 Mund und Nasenöffnungen bedecke man mit einem Tuch, damit die Gabe nicht durch den eigenen Atem berührt wird, o Lotusgeborener.

38.241 Wie gut geröstete Samen nicht erneut keimen, so verhält es sich mit den Früchten der Handlungen infolge der vorausgehenden Verehrung Acyutas.

38.242 [Der erste Halbvers ist verderbt.] Die auf Acyuta ausgerichtete Handlung ist von Grund auf ohne bindende Frucht und führt in höchstem Maß zum Ende des Daseinskreislaufs.

38.243 Opfer wie das Pferdeopfer gewähren zwar normalerweise karmische Früchte; doch den Verehrern der heiligen Mantras geben auch sie nicht ihre gewöhnliche Frucht.

38.244 Die Opfer sind ihrem Wesen nach erkennend: Sie erfassen die höchste Absicht und gewähren den Kennern der Wirklichkeit des Herrn höchsten Frieden.

38.245 Anderen gewähren sie Himmel und ähnliche Früchte oder die gewünschten menschlichen Freuden, jenseitige oder diesseitige Erfüllung, o Lotusgeborener.

38.246 Man gründe dies fest in der Einsicht und vollziehe Japa und die übrigen Übungen mit Vertrauen, einer durch Hingabe gereinigten Gesinnung und ungeteilter Ausrichtung, o vorzüglicher Brahmane.

38.247 Nachdem man den Ungeborenen und Unvergänglichen mit seinen Gliedern und seinem Gefolge verehrt hat, nach den Unterschieden der Kräfte und ihrer Offenbarung und in der Folge der ursprünglichen Gestalten,

38.248 verehre man eben ihn durch Ṛg- oder Yajus-Mantras und durch die entsprechenden Mantraordnungen, um das gewünschte Ziel zu erreichen. [Die Bezeichnung einer Mantrastätte ist unsicher.]

38.249 Das höchste Brahman, die höchste Wohnstatt, das höchste göttliche Reinigende wird kraft seiner Wirksamkeit Acyuta und als „Auge“ bezeichnet.

38.250 Dieses höchste Brahman erscheint an manchen Stellen als Auge; bei den nach innen verborgenen Mantras besteht es im Inneren, bei anderen außen.

38.251 Deshalb sind je nach Verehrungsordnung sechs oder fünf Glieder miteinander verbunden, als bezeichnende Mantras und als bezeichnete Wirklichkeiten, o Einsichtsvoller.

38.252 Die als Auge bezeichnete Wirklichkeit des Herrn geht über die übrigen Glieder hinaus. Im Raum über dem Haupt der Haupt- und Nebenmantras

38.253 setze man zur Festigung die eigene leuchtende Keimsilbe ein. Den dort befindlichen Herrn der Richtungen vergegenwärtige man sich in seiner höchsten und nachgeordneten Gestalt.

38.254 Durch den Yoga des Aufsteigens rufe man zur Verehrungszeit die an ihren jeweiligen Stellen befindlichen Mantras der Reihe nach aus der höchsten Stätte herbei,

38.255 setze sie nach der Schrift ein und vollende dies mit der Waffen-Umhüllung. Ist die Verehrung regelgerecht abgeschlossen, führe der Praktizierende

38.256 sie der Reihe nach wieder in Hari, den Herrn aller Wesen, zurück. So ist die als Auge bezeichnete höchste göttliche Kraft die lenkende Macht,

38.257 die als Ursprung und Auflösung der Mantras wirkt. Außen oder im reinen Inneren des Herzlotus soll man sie betrachten,

38.258 mit dem als Verneinung bezeichneten Keim, mit Anusvāra und dem Raumlaut, strahlend wie tausende Feuer, Sonnen, Monde und zehntausende Varāha-Gestalten. [Die letzte Vergleichsbezeichnung ist unsicher.]

38.259 Durch die Verbindung von Bezeichnetem und bezeichnendem Laut ist sie stets zu ehren. Mit dem Vokal der Hervorbringung gewährt sie bei der Entfaltung alles Gewünschte.

38.260 Der ungeteilte Keim der Erfahrung gewährt bei umgekehrter Anwendung den Mantrakundigen durch Verehrung die Vollendung in Erkenntnis. [Die überlieferte Lesung enthält eine Unsicherheit bei „Erkenntnis“.]

38.261 Bei der täglichen Einziehung und beim Hervortreten der Mantras soll man zuerst die jeweils bestehende Mantraordnung genau erkennen.

38.262 Keimsilbe, Lautkörper, Wortform und Mantra mit seinen Merkmalen: Dies ist die Unterscheidung der Mantras, mit der auch unterschiedliche Früchte verbunden sind.

38.263 Weil der Herr aller Wesen in verschiedenen bezeichneten Formen besteht, wird er mit vier Arten reiner bezeichnender Lautformen verehrt.

38.264 So besteht zwischen den bezeichnenden Lauten und den bezeichneten Wirklichkeiten eine wechselseitig bezogene Allgestaltigkeit, wenn die verbindliche Ordnung verwirklicht ist.

38.265 Ohne die Silben des Lautkörpers, die Namens- und Wortformen, o Brahman, kann man das Bezeichnete auch allein durch seine eigenen Keimsilben vergegenwärtigen.

38.266 Dies gilt für die zwölf Haupt- und Nebenglieder mit ihren eigenen Namen oder nach Wunsch für die sechs beziehungsweise fünf Hauptglieder allein.

38.267 Alle seien mit Anusvāra versehen und vom Pranava eingefasst. So dient der Nyasa der allgemeinen Verehrung der geistigen Gestalt. [Der letzte Halbvers ist syntaktisch unsicher.]

38.268 Am Ende füge man entsprechend der Handlung „namaḥ“ oder eine andere Schlussformel an. Auch beim Ausrichten auf eine Frucht wird die Verehrungsformel genannt.

38.269 Für das Erlangen von Kleinheit und ähnlichen Fähigkeiten spreche man „svāhā“, zur Stärkung „vauṣaṭ“, o Lotusgeborener.

38.270 Für Unterwerfung, Entzweiung und die Vertreibung von Schädlichem sind „huṃ“ und „phaṭ“ vorgeschrieben, für gegenseitige Zuneigung „vaṣaṭ“.

38.271 Auch Sättigung, Bali-Gaben und Vermehrung des Glanzes haben entsprechende Formeln. Außer der mit dem Pranava verbundenen Verehrungsformel

38.272 sind die anderen, mit besonderen Früchten verbundenen Mantra-Endungen für Menschen untersagt, die ihre Handlungen im Mantra entsagen, ebenso für die im Siddhānta gegründeten Praktizierenden.

38.273 Für Kenner des Mantra-Siddhānta, besonders die Mantrakundigen, sowie für Praktizierende, die andere Tantraordnungen kennen, o Lotusgeborener,

38.274 sind entsprechende Mantravollendungen für diejenigen zugelassen, die Früchte suchen und auf Wunschgenüsse ausgerichtet sind. [Der Beginn der Verfahrensangabe ist lückenhaft.]

38.275 Die von großer Askese abhängigen Mālā-Mantras und die mit Shruti-Mantras verbundenen Lobpreis-Mantras

38.276 ziehen beständig den Geist ihrer Kenner an, o Lotusgeborener; ebenso die Verneigungsformeln mit dem Pranava am Anfang und der Lautkörper der Übergabe.

38.277 Bei diesen Mantras mit ihren verschiedenen Bedeutungen ist die höchste göttliche Kraft stets gegenwärtig, fein, als Sein bezeichnet und durch Erkenntnis bestimmt.

38.278 Ihr Wille und Handeln, das bis zur Verwirklichung der Welt reicht, entfaltet sich zum Gewähren von Gaben und auch zur Befreiung, o guter Zweimalgeborener,

38.279 zum Wohl derer, die beständig hingebungsvoll den heiligen Handlungen dienen. Der Wissende verfahre nach der beschriebenen Ordnung. Wie Heilpflanzen von der Wurzel bis zur Spitze,

38.280 selbst vom Feuer verbrannt, auf Erden noch wirken, wenn ihre Anwendung genau bekannt ist, um wie viel mehr gilt dies für die von Āgama-Kundigen hingebungsvoll und regelgerecht angewandten Mantras.

38.281 Der Unterweiser bewirkt für die Erwachten das dem Geist Heilsame. [Der anschließende Satz über Geheimnis, Bindung und Lautfülle ist verderbt.]

Unnummerierter Halbvers: Dabei stützt er sich der Reihe nach auf das Heilsame der Wortmantras.

Pauṣkara sprach:

38.282 Erhabener Herr, ich möchte die wirkliche Beschaffenheit der durch Mantra vollendeten Āgamas kennenlernen, zusammen mit der Einteilung der Zeiten.

Der erhabene Herr sprach:

38.283 Die Zeit ist eine, o vorzüglicher Zweimalgeborener. Entsprechend den Tätigkeiten erscheint sie jedoch den auf den Herrn ausgerichteten Handelnden gegliedert.

38.284 Tag und Nacht, nach Nāḍikās bemessen und im Wechsel der sechs Jahreszeiten, teile man vom Tagesanbruch an in fünf ungleiche Abschnitte.

38.285 Zur Brahmamuhurta sei der Mantrakundige beherrscht und rein. Er reinige seinen Leib durch die beschriebene Atemlenkung und weitere Mittel,

38.286 vollziehe den Nyasa am eigenen Leib und danach die Mantraverehrung, die mit Japa und Lobpreis endet, bis die Sonne sichtbar wird.

38.287 Anschließend beschaffe beziehungsweise bereite er die Verehrungsgaben wie Blumen, Wurzeln und Früchte. Nach Ablauf eines Achtels des Tages vollziehe er, nach einem Bad,

38.288 wie zuvor die Mantraverehrung bis zum dritten Tagesviertel. Im vierten Tagesviertel widme er sich dem Studium der Schrift,

38.289 dem Nachdenken zusammen mit dem Hören der Lehre und, nach Einsicht und Vermögen, ihrer Erklärung. Nach Sonnenuntergang begebe er sich zum Verehrungsort

38.290 und verrichte die Mantraverehrung mit Japa und Meditation. Wenn er sich danach schlafen legt, erinnere er den Herrn des Mantra im Herzen.

38.291 Nachdem ein Teil der Nacht vergangen ist, erhebe er sich vom Lager und übe den Mantra-Yoga wie zuvor im Inneren des Herzlotus.

38.292 Danach lege er sich wieder nieder. Wenn er erneut erwacht, o Lotusgeborener, verlasse er das Lager und vollziehe die bereits beschriebene Ordnung.

38.293 So erkenne die Einteilung der Zeit. Nun wird die Unterscheidung der Schriften erklärt: Wo die Viergestalt als verpflichtende Aufgabe verehrt wird

38.294 von Brahmanen, die der überlieferten Folge ihrer eigenen Namen angehören, erkenne den Āgama als Siddhānta. Höre nun das damit Verbundene, o Pauṣkara.

Die Lehrordnungen

38.295 Wo die sechzehn Gestalten mit den verschiedenen Vyūhas, ferner die Schar der Erscheinungen samt ihren weiteren Entfaltungen verehrt werden,

38.296 beginnend mit dem Herzlotus und umgeben von Lakshmi und den übrigen Kräften, Muschel, Rad, Garuḍa und den Herren der Richtungen,

38.297 mit ihren Scharen bis hin zum Waffenmantra: Diese alle Früchte gewährende Schrift erkenne als Mantra-Siddhānta, o Lotusgeborener.

38.298 Wo ohne die Vierheit der Hauptgestalten eine einzelne andere Gestalt des Herrn mit Mantra verehrt wird, verbunden mit dem Opfer beziehungsweise mit ihren Gliedern,

38.299 mit Śrī und den übrigen göttlichen Gefährtinnen, mit verschiedenen personifizierten Schmuckstücken und Waffen als Umkreis, o Pauṣkara,

38.300 heißt die Schrift Tantra-Siddhānta und gewährt Genuss und Befreiung. Wo dagegen Löwen- und andere Gestalten als Haupt- oder Folgegestalten

38.301 in Gruppen von vier, drei, zwei oder einzeln verehrt werden, jeweils von ihrem eigenen Gefolge umgeben oder für sich bestehend,

38.302 und alles nach den eigenen Kräften verehrt wird, erkenne dies als Tantrāntara. Für diese verschiedenen Āgamas gelten stets gemeinsam

38.303 die beiden Namen Siddhānta und Pāñcarātra, o Pauṣkara. Jede dieser Ordnungen besteht von Grund auf in vielen Unterteilungen.

38.304 Entsprechend den unterschiedlichen inneren Neigungen haben Siddhas und andere sie offenbart: in kurzer Form, ausführlich und als dritte Form beide verbindend.

38.305 Für Menschen, die durch Itihāsas, Purāṇas, Veden und Vedānta über Millionen Geburten gereift sind, gilt diese Lehre als abschließende Festigung. [Die Schlusswendung ist textlich unsicher.]

38.306 Denn aus dieser Schrift wird durch Handlung, der Erkenntnis vorausgeht, das höchste, unvergängliche Brahman namens Vāsudeva wirklich erreicht.

38.307 Deshalb ist ihre Bezeichnung Siddhānta, „vollendete Lehrentscheidung“, sinnvoll. Purāṇa, Veda, Vedānta sowie die Lehren von Sāṃkhya und Yoga

38.308 bilden eine Fünfergruppe, die hier angesichts der überragenden Frucht gleichsam zur Nacht wird. Darum heißt sie Pāñcarātra, o Lotusgeborener. [Dies ist die traditionelle Deutung des Namens im Text.]

38.309 Ihre als wahrer Āgama bezeichnete Wurzel offenbart das höchste Brahman, gewährt göttliche Vollendung und befriedet Handlungen, die Hindernisse hervorrufen.

Damit endet in der Pauṣkarasaṃhitā, der großen Upanishad des heiligen Pāñcarātra, das achtunddreißigste Kapitel über die Bestimmung der Befugnis.

Zur Verszählung: Die Schlussnotiz zählt 313 Verse; die nummerierte Reihe endet bei 309. Die zusätzlichen unnummerierten Halbverse bleiben an ihren überlieferten Stellen erhalten.


Kapitel 39: Umfang und Überlieferung der Agamas

Pauṣkara sprach:

39.1 Höchster Herr, ich möchte den Umfang der Āgamas mit ihren Bezeichnungen kennenlernen und ihre beständige Verbindung mit den Göttern und den weiteren Überlieferungsträgern.

Der erhabene Herr sprach:

39.2 Die kurze Form ist dreifach: klein, mittel und groß. Eine im Anuṣṭubh-Versmaß gebundene Schrift von hundert Versen

39.3 heißt Pāda, eine doppelt so große Mūla, „Wurzeltext“. Eine Schrift von hundertfünfzig Versen wird Uddhāra, „Auszug“, genannt.

39.4 Dies sind die drei kurzen Formen. Auch wenn ihr Umfang in vieler Hinsicht etwas geringer oder größer ist, ändern sich ihre Namen nicht.

39.5 Eine Schrift von zweihundertfünfzig Versen erkenne als Uttara, „Nachtrag“; eine doppelt so große heißt Bṛhaduttara, „großer Nachtrag“.

39.6 Eine Schrift von fünfzehnhundert Versen wird Kalpa genannt. Bei diesen drei Formen sind wiederum schrittweise Abweichungen nach unten und oben zu berücksichtigen.

39.7 Es gibt zahlreiche weitere Āgamas mit anderen Bezeichnungen. Sie alle sind als Teile eines Kalpa zu verstehen, o Lotusgeborener.

39.8 Ein Āgama von dreieinhalbtausend, über sechstausend bis zu zwölftausend Versen heißt Saṃhitā.

39.9 Auch die Schriften dazwischen, die je nach Lehrinhalt um Hunderte von Versen anwachsen, tragen alle die Bezeichnung Saṃhitā, o Lotusgeborener.

39.10 Die darüber hinausgehenden Schriften bis zu hundertfünfundzwanzigtausend Versen, deren Umfang um Tausende und Hunderte wächst,

39.11 sind der Reihe nach als Kalpa-Skandhas, „Kalpa-Abteilungen“, zu erkennen. Bei einem darüber hinausgehenden Umfang von vielen Hunderttausenden, Tausenden und Hunderten

39.12 bis zu fünfunddreißig Millionen heißt der Āgama Tantra. So ist eine neunfache Unterscheidung innerhalb der drei Hauptformen erklärt.

39.13 Die Zwischenstufen ihrer Zahlen sind unzählbar. Sie richten sich nach dem Verständnis der jeweiligen Weltzeitalter, nach der Stärke der drei Guṇas

39.14 und nach der vielfältigen Verbindung mit göttlichen und weiteren Überlieferungsträgern. Darüber hinaus heißt der Āgama Aprameya, „unermesslich“.

39.15 Mit der Zeit geht er unzählbar aus dem höchsten Herrn hervor. Er besteht im Herzen der Siddhas, die erkannt haben, was zu erkennen ist.

39.16 Sie offenbaren ihn nach dem Maß ihrer eigenen Erkenntnis in Millionen Versen; seine Unterteilungen bis hinab zum Pāda sind der Reihe nach erläutert worden.

39.17 Wo immer nach entsprechendem Willen unterschiedliche Lehrmeinungen entstanden, entstanden auch viele verschiedene Handlungsordnungen: reine, rajasige und tamasige.

39.18 Der ursprüngliche Āgama aller Āgamas ist der höchste göttliche, in seiner Geltung reine und heilsame Sāttvata, o Lotusgeborener.

39.19 Im Siddhānta haben diejenigen, die die Wirklichkeit des erhabenen Herrn wahrhaft kennen, ihn in ununterbrochener Folge empfangen, zur Befreiung der im Dasein Befangenen.

Pauṣkara sprach:

39.20 [Wie verhält sich dazu] die große, unermessliche höchste göttliche Schrift, die der Herr aller Wesen und die weiteren Gestalten aufgenommen haben, grenzenlos wie der Raum? [Die Frage ist elliptisch überliefert.]

Der erhabene Herr sprach:

39.21 Den als Aprameya bezeichneten Āgama erkenne als ungetrennt vom alldurchdringenden, unvergänglichen Acyuta, dem Herrn aller Wesen, dem durch ihn bezeichneten Vāsudeva,

39.22 wie den eigenen Laut von seinem Träger, o Zweimalgeborener. Aus freiem Willen hat er sein eigenes Selbst zur Gestalt der Erkenntnis geführt.

39.23 Dies ist das Wesen dessen, dessen Wünsche erfüllt sind und der frei über sich verfügt. Durch den Erkenntnisanteil nimmt er die große, bewusst getragene Gestalt aus Eigenschaften und Kräften an,

39.24 aus sich selbst, übersinnlich und unvergänglich. Der erhabene Herr als Lautgestalt tritt aus eigenem Willen hervor

39.25 und ruht in der Erkenntnisgestalt: Dies ist der alldurchdringende Saṃkarṣaṇa. Durch diese Erkenntnisgestalt verdichtet sich seine eigene unendliche Tatkraft,

39.26 deren aus Eigenschaft und Kraft bestehender Leib „Offenbarung“ heißt: die bewusst getragene, unerschütterliche und ewige Gestalt namens Pradyumna.

39.27 Aus diesem großen Wesen wird die blitzglänzende Schrift gleichsam ausgeatmet; in die Gestalt der Tatkraft ist sie selbst eingegangen.

39.28 Darauf bringt das Wesen der Tatkraft eine große Ausströmung von Glanz hervor. Derjenige, der diesen unvergänglichen Leib trägt, heißt Aniruddha.

39.29 Er ist mit Eigenschaften und Kräften ausgestattet, unbesiegbar und unvergänglich. Die vom erhabenen Pradyumna wie ein Ausatmen freigegebene Schrift

39.30 nimmt Aniruddha in seinem Herzen auf und bewahrt sie. Der Herr erschafft den Gott Vāgīśa, den Herrn der Rede, als Offenbarung seiner Eigenschaften.

39.31 Aniruddha, dessen Wesen unvergänglich ist, bewahrt den Āgama mit seinen beiden Bedeutungsbereichen ungekürzt, zweifelsfrei und unvergänglich. [Eine Verbform ist beschädigt.]

39.32 Was aus seinem Anteil erkannt wird, ist im eigenen Leib der Erkenntnisgestalt enthalten und von der ursprünglichen Erkenntnisgestalt unvergänglich gemacht.

39.33 In jeder offenbarten Schrift wird es in dieselbe Wesenseinheit geführt. Vom Herrn der Rede gelangt es zu den Siddhas; diese ziehen es wie beschrieben heraus,

39.34 sammeln es vollständig wie Butter aus dem Milchmeer und offenbaren so die Lehre des alldurchdringenden Brahman, der höchsten Gottheit des Wissens.

39.35 Sie wird Rudra, Āditya, Indra und den weiteren Göttern sowie den aus ihren eigenen Anteilen entstandenen Wesen vermittelt; diese geben sie wiederum ihren nach Erkenntnis verlangenden Teilgestalten weiter.

39.36 Brahmā offenbart sie seinen Söhnen, Nārada und den übrigen; von ihnen gelangt sie zu den innerlich geläuterten Weisen der drei Welten,

39.37 entsprechend ihren jeweiligen Absichten, den unterschiedlichen Zeiten, Ländern und Arten der Geburt.

39.38 So ist dir die Verbindung der Schrift mit ihren Überlieferungsträgern wirklichkeitsgemäß und mit ihrem Geheimnis erklärt. Verstehe sie in ihrem wahren Sinn, o Einsichtsvoller.

Damit endet in der Pauṣkarasaṃhitā, der großen Upanishad des heiligen Pāñcarātra, das neununddreißigste Kapitel über die Bestimmung der Āgamas.


Kapitel 40: Bildmaße und der glückverheißende Verehrungssitz

Pauṣkara sprach:

40.1 O Gott, ich habe die große Beseitigung der Fehler verstanden, die höchste Befriedung, die nach einer Störung wieder innere Heiterkeit schafft,

40.2 und durch deine Gnade die damit zusammenhängenden Lehren bis zur Überlieferung der Schrift sowie die Begründung verschiedener heiliger Ordnungen, die den Menschen den Himmel eröffnen.

40.3 Nun möchte ich von dir in kurzer Form die Merkmale des Bildes des Weltenursprungs und die damit verbundenen Geheimnisse erfahren,

40.4 die vollständige Einrichtung der zuvor erfragten Einsetzung. Die Fehler durch Beschädigung der Bilder und die beim Wachsausschmelzen auftretenden Vorgänge

40.5 hast du bereits erklärt, o Gott, doch ohne die genauen Maße und Proportionen. Die Merkmale von den Haaren auf dem Haupt bis zu den Füßen

Unnummerierter Halbvers: habe ich noch nicht genau und fachkundig verstanden, o Herr der Welt.

Der erhabene Herr sprach:

40.6 Nachdem man die verschiedenen heiligen Stiftungen vollzogen hat, o Pauṣkara, soll man um der Befreiung willen die reine, höchste Einsetzung Acyutas durchführen.

40.7 Auf einem Boden mit guten Merkmalen reinige der Verehrer zunächst mit den Erzeugnissen der Kuh. Die Merkmale des Bodens und die Bestimmung der Ostrichtung

40.8 habe ich dir bereits deutlich erklärt; dieselben gelten für die Einsetzung. Das Land sei mit Wasserstellen und weiteren Einrichtungen versehen,

40.9 mit Wäldern, Hainen, Dörfern, Städten und anderem. Die Übernahme des Landes für die Einsetzung geschehe wie zuvor regelgerecht,

40.10 bis hin zur Anlage eines ausgedehnten Blumengartens. Dann vollziehe man gemeinsam mit dem Lehrer die vorzügliche Vorbereitung bis zum Gang in den Wald.

40.11 Bei günstiger Stunde, günstigem Aszendenten und geheiligtem Zeitpunkt sowie bei glücklichen, erfreulichen Vorzeichen am Himmel und auf Erden

40.12 lagere man zunächst außerhalb des Waldes, wenn nur noch ein kleiner Teil des Weges verbleibt. Bei günstiger Planetenkonstellation, günstigem Mondhaus und Wochentag

40.13 betrete man den Wald, verehre seine Gottheiten und entnehme einen Stein mit guten Merkmalen, weiß oder von anderer geeigneter Farbe,

40.14 glatt, wohlklingend, rein und frei von Fehlern wie Rissen; oder einen geeigneten Baum, unbeschädigt, gerade und fest,

40.15 kräftig, Früchte und Blüten tragend, mit Milchsaft oder ohne, aus einer der geeigneten Arten, die für die Bestandteile des Opfers förderlich sind.

40.16 Zunächst gebe man den dort wohnenden Wesen und Kräften Bali-Gaben und verabschiede sie. Dann führe der Lehrer mit einem mit Honig und geklärter Butter bestrichenen

40.17 Werkzeug den ersten Schlag; danach soll der Handwerker das Fällen übernehmen. Geeignete Bäume sind Candana, Syandana und duftender Sandel,

40.18 Agaru, Karṇikāra, Kāśmarya, roter Sandel, Bilva, Āmalaka, Mango sowie Tāla, Varṇaka und Siṃhaka,

40.19 Śrīparṇī, Kokospalme, Nāgamātṛka und Pīnaka, Gavya, Kapittha, Himatāla und Tamāla,

40.20 Badara, Khadira, Phalgu, Madhūka und Kiṃśuka, Phālaveta, Dattelpalme, Nīpa, Nāraṅga und Śiṃśupā,

40.21 Pippala, Aśvattha, der große Pippalī-Baum, Suradāru, Harītakī, Vakula und Udumbara,

40.22 Kāla, Puṣpakūla, Vaira und weitere Fruchtbäume, Phālasya, Birke, Palāśa und Kṛtamardaka,

40.23 Tinduka, Bījasāra, der große Zitronatbaum, Rājavṛkṣa, Kohitaka, Sunābhi, Kuṭaka und Arjuna,

40.24 Sarala, Kuṭaja, Śāka, Śamī, Śrīveṣṭa, Ketaka, Asana, Spandana, Stabaca und Stabaka. [Mehrere überlieferte Pflanzennamen dieser Liste sind nicht sicher botanisch zu bestimmen.]

40.25 Alle diese vorzüglichen Bäume mit festem Kernholz, für Opfer geeignet, wohlbewährt und allgemein geschätzt, können für Einsetzung und verwandte Aufgaben verwendet werden.

40.26 Die Bildgrößen steigen jeweils um ein Tāla bis zu zwölf Hasta; so ergeben sich sechzehn Formen der Bilder. [Die Zahlenreihe und ihr Ausgangspunkt sind in dieser Fassung nicht widerspruchsfrei.]

40.27 Entsprechend dem Verwendungszweck sind diese Bäume der Reihe nach für die Herstellung kleiner und größerer Bilder vorgesehen.

40.28 Manche sind für bestimmte Früchte vorgeschrieben, wenn diese erstrebt werden. Für Menschen ohne eigennütziges Begehren sind alle geeignet und gewähren jede heilsame Frucht.

40.29 Aus ihnen fertige man auch die zuvor genannten heiligen Torbögen mit ihren sieben Bestandteilen sowie die für das Feueropfer beschriebenen Schöpflöffel und anderen Geräte,

40.30 Brennholz, Opferhölzer und Umfassungsstäbe des Feuers sowie die glückverheißenden Sitze zur Verehrung der Mantras, o Pauṣkara,

40.31 sämtliche Mantrabildnisse und ihre Sockel, kunstvolle Heiligtümer mit ihren Umfassungen,

40.32 Lager, Sitze und weitere Geräte der Gottheit, Wagen und andere Fahrzeuge für Wagenfahrten und vaishnavitische Feste,

40.33 lange Fahnenstangen und die Aufsätze über den Tempelspitzen. Man beschaffe das Holz nach der Schrift und trockne es im Schatten.

40.34 Man verwende kein Holz, das durch Bruch, Risse, Wurmlöcher, Krallenspuren von Löwen oder Bären, Blitzschlag oder andere Schäden verdorben ist.

Pauṣkara sprach:

40.35 Erhabener Herr, ich möchte die Merkmale der glückverheißenden Sitze, der Bilder, der göttlichen Sockel und der Heiligtümer genau kennenlernen,

40.36 ebenso die Gestaltung der Wagen und die Maße der Fahnenstangen, die die Hallen schmücken.

Der erhabene Herr sprach:

40.37 An einem reinen, für einen selbst günstigen Tag und mit Zustimmung der Gurus berate man überall zunächst mit dem Handwerker die Maße und ihre Unterteilungen.

40.38 Danach fertige man alles in angemessener Anordnung an. Unter den zuvor genannten Orten der Offenbarung des Herrn, o Brahman,

40.39 sind zwei besonders heilsam: der schlichte glückverheißende Sitz und die göttliche Gestalt mit genau bestimmten Maßen und Proportionen, o Lotusgeborener.

40.40 Dabei gelten Bilder des Herrn aus Gold und anderen reinen Metallen als besonders günstig, unmittelbar danach die aus Stein.

40.41 Holz, modellierter Auftrag und gemalte Bilder sind entsprechend dem erstrebten Wohlergehen geeignet. Für innerlich Gereifte gilt das Verweilen bei der Verehrung als Weg zur Befreiung.

40.42 Für Menschen, die dem Dienst und der Götterverehrung hingegeben sind, führt es zum Wohlergehen; für die Opfer und Feueropfer Vollziehenden zum Erlangen eines Göttersitzes im Himmel.

40.43 Für entsagte Asketen ohne Bindungen ist der allbeherrschende Hari im Herzen der vorzüglichste Ort der Verehrung, o Zweimalgeborener. [Eine kurze Wendung ist verderbt.]

40.44 Wo durch Verehrung unvergleichliche Klarheit des Geistes entsteht, dort richte man mit Sorgfalt den Verehrungsort ein und heilige ihn mit vedischen Mantras,

40.45 mit Erde, heiliger Asche, Wasser heiliger Orte und anderen stark reinigenden Grundstoffen; ausgenommen sind dabei die aus Edelstein, Gold, Silber und Kupfer gefertigten Formen.

40.46 Man vergegenwärtige ihn sich wie den eigenen Leib, mit einem Geflecht von Nadis, mit Winden, körperlichen Grundstoffen, Mond, Sonne und Feuer sowie Erkenntnis und den übrigen Eigenschaften.

40.47 Die große Gesamtheit der übrigen Wirklichkeitsstufen, vom Ursprung der Guṇas bis zur Erde, nimmt das Material des Bildes als Grundlage.

40.48 Im Raum seines Herzlotus wird der wie ein Mantrajuwel strahlende Herr durch die Vergegenwärtigung Brahmans eingesetzt und gewährt die Frucht der Bildverehrung.

40.49 Für vertrauensvolle Handelnde wird sie zu beständiger Frucht. Sie erlangen in Bezug auf die Gestalt immer mehr die höchste auf Brahman gerichtete Auffassung

40.50 und am Ende durch die Kraft des Wahren die Erkenntnis, die das Selbst offenbart. Höre nun die Maße der Bilder.

40.51 Vom Maß eines Tāla vermindere man die Größe schrittweise um je eine Fingerbreite bis auf vier Fingerbreiten; von dort an

40.52 vergrößere man sie wiederum um je eine Fingerbreite bis zur Höhe von zwei Tāla bei beweglichen Bildern. [Eine weitere Maßbezeichnung im ersten Halbvers ist unsicher.]

40.53 Bei unbeweglichen Bildern steigere man danach jeweils um zwei Fingerbreiten bis zu vier entsprechenden Maßeinheiten; darüber hinaus verfahre man so:

40.54 Man vergrößere jeweils um ein Tāla bis zu zwölf Hasta. Darüber hinaus steigere man um jeweils ein und ein Viertel Tāla.

40.55 Durch diese Vergrößerung entstehen vier weitere Bildgrößen. Zur weiteren Erhöhung gebe man zu ihrer Höhe jeweils ein Drittel von zwölf Fingerbreiten hinzu,

40.56 und dann ein Drittel dieses Drittels bei drei weiteren Bildern. Danach füge man ein halbes oder ein ganzes Tāla zur Höhe hinzu. [Die Stufenfolge ist nicht durchgehend klar überliefert.]

40.57 Für die zweite Gruppe der Bilder ergibt sich so eine größere Höhe. Darüber hinaus vergrößere man das Höhenmaß um eine weitere Einheit,

40.58 wodurch noch eine andere Bildform entsteht. Danach steigere man mit entsprechenden Tāla-Anteilen der Reihe nach bis auf hundert, o vorzüglicher Zweimalgeborener.

40.59 Um die gewünschte Höhe und das beabsichtigte Ziel zu erreichen, kann man die Höhe weiter steigern, entsprechend der Gestalt der jeweiligen göttlichen Erscheinung.

40.60 Auch nach dem Zweck ist bei der Bildherstellung die Größe der Reihe nach mit den jeweiligen Maßverhältnissen bestimmt.

40.61 Wer eine bestimmte Frucht erstrebt, berücksichtige auch diese. Für Menschen ohne eigennütziges Begehren sind alle Formen zum Erlangen jeder heilsamen Frucht erklärt.

40.62 So ist die Vielzahl der Bilder nach ihren unterschiedlichen Maßen beschrieben: aus Metall, Ton, Stein oder Holz, je nach verfügbaren Mitteln.

40.63 Die einzelnen Glieder können aus Teilen desselben Holzes zusammengefügt, mit Farben versehen und durch Werkzeuge, Stoff und andere Mittel verbunden werden.

40.64 Wie der Leib eines Lebewesens aus verschiedenen Sehnen, Knochen, Fleisch und anderem besteht, so besteht die sichtbare Mantragestalt aus Metall und weiteren Stoffen, o Lotusgeborener.

40.65 Unwissende und Wissende verehren sie zur Erlangung der vier menschlichen Lebensziele mit verschiedenen Gaben, nach der inneren Verehrung auch äußerlich.

40.66 Abgesehen von gemalten und steinernen Bildern: Wie könnte ein großes Bild aus Ton, Metall oder Holz anders zustande kommen,

40.67 als aus einzelnen Gliedern von genau geregeltem Maß? Damit ist zunächst nur das Größenmaß der Bilder beschrieben, o Zweimalgeborener.

40.68 Bewegliche und unbewegliche Bilder dienen der Verehrung durch Menschen voller Hingabe und Vertrauen. Auf Reisen zu Heiligtümern und heiligen Badeplätzen ist ein bewegliches Bild geeignet.

40.69 Den um das Bild bemühten Menschen gewährt es, wenn es fehlerfrei verehrt wird, diesseitige und jenseitige Erfüllung.

40.70 Deshalb steht es auf einem abnehmbaren Sitz, im eigenen Āśrama oder in einem anderen. Für bewegliche Verehrungsbilder ist ein gesonderter Sockel heilsam.

40.71 Alles ist entsprechend dem Unterschied von beweglich und unbeweglich vorgeschrieben. Tonformen und einfache Sockel sind bisher nur kurz genannt worden.

40.72 Nun beschreibe ich im Einzelnen die abnehmbaren Sitze, insbesondere die Merkmale der hölzernen glückverheißenden Sitze.

40.73 Diese Beschreibung gilt ebenso für solche aus Stein, Gold und anderen Stoffen. Von zwölf Fingerbreiten bis zu zwei Hasta, o Einsichtsvoller,

40.74 fertige man die heilsamen Sitze in Steigerungen von je einer Fingerbreite, nach den drei bereits beschriebenen Arten der Fingerbreite und den gewünschten Merkmalen.

40.75 Alle bis zu zwanzig Fingerbreiten gelten als klein; diejenigen bis zu einem Hasta heißen mittelgroß.

40.76 Darüber hinaus bis zu zwei Hasta gelten sie als groß. Die Bedeutung ihrer Verehrung nimmt der Reihe nach zu,

40.77 zusammen mit der größeren Frucht aus Ehrengabe, Blumen und anderen Darbringungen. Alle besitzen eine Abflussrinne, vier Füße und angemessenen Schmuck.

40.78 Einbeinige, freistehende Formen haben keine Abflussrinne und sind an Fuß und Schaft verziert. [Die Abgrenzung zu den erdgebundenen Formen ist nicht eindeutig.]

40.79 Die übrigen gestalte man innen glatt wie einen Spiegel und schmücke sie mit Perlenschnüren, Halbmondformen und Spiegeln, o Einsichtsvoller,

40.80 mit ausgebreiteten kleinen Schmuckkörpern, Lotusmitten und Blütenblättern sowie mit Schwänen und Vidyadharas in den Zwischenräumen.

40.81 Nachdem man sie so ihrer Schönheit entsprechend gestaltet hat, versehe man den kräftigen Körper des glückverheißenden Sitzes mit einer Abflussrinne.

40.82 Sie befinde sich stets nördlich von der verehrten Gottheit, also rechts vom Verehrenden. Höre ihre Merkmale.

40.83 Ihre Breite betrage in der Mitte ein Drittel der Breite des Sitzes, ihre Länge das zuvor genannte Maß; sie kann glatt oder verziert sein.

40.84 Man vertiefe sie so, dass das Badewasser gut abfließen kann. Den vorderen Bereich teile man in drei gleiche Abschnitte.

40.85 Vom Ansatz und Hals aus arbeite man zwei Teile außen frei; die Spitze teile man vom Ansatz an dreifach und lasse den mittleren Teil hervortreten.

40.86 Über den beiden Teilen liege der für den Wasserfluss bestimmte Bereich. Die darüber angegebene Verzierung ist entsprechend anzubringen. [Der Vers ist mehrfach gestört.]

40.87 Die Rinne könne die Form eines Makara-Maules besitzen; eine als kāpila bezeichnete Form ist zu meiden. Die auf dem Boden stehenden Füße bemesse man nach einem Drittel der Breite.

40.88 Man mache sie nicht unverhältnismäßig hoch, sondern von angemessener Stärke und Gestaltung. Der Sitz sei von allen Seiten ansehnlich und in der Mitte mit einem Schaft versehen.

40.89 Die Schaftflächen schmücke man mit Blüten, Blättern und Sprossen oder nach eigenem Verständnis mit sichelmondförmigen Zeichen.

40.90 Oben bilde man einen Lotus mit Rad oder allein. Den äußeren Rand senke man ab oder gestalte eine weite Öffnung. [Die letzte Maßangabe ist unsicher.]

40.91 Ihre Öffnung liege entsprechend im Nordosten, mit dem abschließenden Teil gut verbunden; der Verlauf sei rechtsherum gerichtet.

40.92 [Ein Teil der Angabe zur Verbindung der Bauteile ist ausgefallen.] Höre nun aufmerksam die weitere Gestaltung des glückverheißenden Aufbaus.

40.93 Auf der Rückseite fertige man eine Fläche von der halben Breite des Ehrengabensitzes an, viereckig oder auf der linken Seite gut gerundet.

40.94 Sie sei von angemessener Dicke; darauf setze man den oberen Teil. [Hier fehlt Text.] Die Säule kann glatt und rund oder viereckig sein,

40.95 achteckig oder mit schöner Verzierung versehen. Ihre Länge ist als das Dreifache ihrer Stärke angegeben; ihre Umkleidung schmücke man

40.96 mit Ranken, ausgebreiteten Blättern, Wäldern und Hainen sowie mit vorzüglichen Weisen, die in Meditation versunken sind oder sich dem Vedenstudium widmen,

40.97 mit Muschel, Rad, Keule und Lotus, personifiziert oder gegenständlich, oder mit vom Herrn erfüllten Siddhas, die Gebetsketten in den Händen tragen.

40.98 Diese oder eine andere Verzierung bringe man an, o Lotusgeborener, etwa vollständig geöffnete Lotusse mit Blütenmitte und Staubfäden,

40.99 übereinander angeordnet; oder man gestalte den Stängel des glückverheißenden Sitzes wie einen mit Kränzen umwundenen Stab.

40.100 Den auf der Rückseite geplanten runden oder anders gestalteten Teil bilde man als Träger des Rades in Gestalt eines nach oben geöffneten Lotus.

40.101 Darüber bringe man das Rad mit allen seinen Merkmalen an. Die vorzügliche Säulenstütze gestalte man mit vier Füßen, einer Schildkröte ähnlich.

40.102 Ihre Breite entspreche der des Sitzes oder betrage das Anderthalbfache davon, o Einsichtsvoller.

40.103 Auf dem Boden habe sie die Form des Māhendra-Mandala oder eines Kreises; sie kann gleichmäßig sein oder sich zum Kopf hin entsprechend verengen,

40.104 um ein Drittel oder im gleichen Verhältnis zur Breite ihres Fußes. Nachdem man sie hergestellt und wie zuvor geheiligt hat, gemeinsam mit dem zugehörigen Aufbau,

40.105 mache man den Herrn des Mantra gegenwärtig und verehre ihn mit höchster Hingabe zur Befreiung oder nach den eigenen Kräften zur Erlangung einer Frucht. [Eine kurze Stelle ist lückenhaft.]

40.106 Praktizierende im eigenen Haus können dies mit großem Aufwand tun. Als Formen sind achteckige Sitze vorgesehen, o Lotusgeborener,

40.107 sechseckige, runde oder viereckige. Bei der viereckigen Form bringe man die zugehörigen Blätter an.

40.108 So vollende man stets die Gestalt nach den verfügbaren Mitteln und den genannten Maßen, o Einsichtsvoller,

Unnummerierter Halbvers: indem man Verzierung und Anordnung sorgfältig entwirft und ausführt.

Damit endet in der Pauṣkarasaṃhitā, der großen Upanishad des heiligen Pāñcarātra, das vierzigste Kapitel über die Merkmale des glückverheißenden Verehrungssitzes.

Zur Verszählung: Die Schlussnotiz nennt 109 Verse; die nummerierte Reihe umfasst 108 Verse und wird durch unnummerierte Halbverse ergänzt.


Saraswati, Göttin von Wissen und Sprache. Kapitel 41 verbindet die Bewahrung von Schriften mit der Hilfe für Lernende.

Kapitel 41: Heilige Stiftungen, Speisung und Bewahrung des Wissens

Pauṣkara sprach:

41.1 Die Einsetzung mit Mantras ist auf dem genannten Weg angedeutet worden. Ich möchte nun genau kennenlernen, wie sie zu vollziehen ist.

Der erhabene Herr sprach:

41.2 Für Verehrer, deren Inneres allein dem Mantra hingegeben ist, ist es heilsam, die Verehrung der erwachten Mantragestalt geschützt und im Verborgenen auszuführen.

41.3 Höre nun gesammelt die Gestaltung und Anordnung der aus Holz und anderen Stoffen oder Metall gefertigten Sitze mit Säulen,

41.4 ebenso der säulenlosen, deren Füße unmittelbar auf dem Boden stehen. Ihre Dicke beträgt ein Drittel ihrer eigenen Breite.

41.5 Die Abflussrinne sei ebenso lang oder halb so breit wie der Sitz. Man teile die Form wie zuvor in gleiche Abschnitte ein. [Eine Maßangabe ist beschädigt.]

41.6 Die kleinen Sitze teile man in zwölf, die mittleren in vierzehn und die großen in sechzehn Abschnitte. In der Mitte der ersten Gruppe

41.7 bilde man über sechs Teile einen glatten, ebenen, heiligen Sitz, kreisrund oder viereckig, oder einen Lotus allein,

41.8 oder einen mit Rad und Lotus verbundenen Sitz. Seine Höhe betrage einen halben Dickenteil, bei der Lotusform anderthalb solcher Teile,

41.9 bei der Form mit Rad und Lotus einen ganzen Teil. Für beide gelten die zuvor beschriebenen Merkmale. Bei der viereckigen Form jedoch, o vorzüglicher Brahmane,

41.10 bringe man an den Ecken Muscheln oder die Vierergruppe der mit der Muschel beginnenden Zeichen an. Bei der runden Form sind sie nicht anzubringen.

41.11 Bei einem viereckigen Sitz ohne Rad und Lotus gilt nicht dieselbe Höhe wie bei der Form mit Rad und Lotus,

41.12 und auch nicht dieselbe Vorschrift wie für den Mantrasitz. [Der erste Halbvers ist beschädigt.] Den Lotus vertiefe man von der Mitte aus ringsum über je zwei Teile.

41.13 Die Vertiefung messe einen Teil und in der Länge anderthalb. Ringsum außerhalb dieser Vertiefung befinde sich der Wasserbereich in entsprechendem Teilmaß.

41.14 An der inneren Linie sei er von einem umlaufenden Band eingefasst. Dies ist die Gliederung der in zwölf Teile aufgeteilten Formen.

41.15 Sie gilt für die hölzernen und auch für die steinernen Sitze, o Zweimalgeborener. Bei der zuvor in andere Teile gegliederten mittleren Form

41.16 führe man alles Genannte in den mittleren sieben Teilen aus. Ringsum vertiefe man der Reihe nach jeweils zwei Teile.

41.17 Der umlaufende Wasserbereich beträgt anderthalb Teile. Für die darüber liegenden Formen gilt das jeweils genannte Maß.

41.18 Man teile sie in sechzehn Abschnitte und führe in den mittleren acht Teilen alles wie zuvor aus, mit einem zusätzlichen Viertelteil.

41.19 Ringsum grabe man über zwei Teile die Rinne aus, o Brahman. Für den Wasserbereich sind zwei Teile abzüglich eines Viertels vorgesehen.

41.20 Nachdem man das zuvor genannte Rad und den Lotus nach der Beschreibung hergestellt hat, kann man zur Verehrung des Herrn auch eine Anordnung aus neun Lotussen bilden.

41.21 Je nach vorgesehener Ausdehnung nehme man Raum von den Bereichen der Vertiefung und der übrigen Teile und füge ihn dem Mittelbereich hinzu,

41.22 sodass die Fläche für alle neun Lotusse entsprechend gegliedert werden kann. Der Lotus, den der vorzügliche Mantra einnimmt,

41.23 wird dabei wie bei der gemeinsamen verehrten Lotusanordnung verbunden. [Die genaue Verknüpfung ist unsicher.] So teile man die größeren Flächen nach der angegebenen Weise ein.

41.24 Danach gestalte man sorgfältig den starken Rand mit Zierleisten und anderem Schmuck. Zunächst gleiche man ihn der Höhe des Wasserbereichs an und arbeite von dort der Reihe nach weiter.

41.25 Man glätte die Stärke von allen vier Seiten in angemessenem Verhältnis und teile den anschließenden Bereich in drei, vier, fünf oder sechs Abschnitte.

41.26 Bei dreifacher Teilung entstehen oberes Band, Lotus und drei Zierleisten; bei vierfacher Teilung liegt das obere Band inmitten von sechs Zierleisten.

41.27 Man gestalte den schönen Lotus mit zwei Reihen von Glöckchen. Wenn die Dicke in sechs Teile gegliedert ist, o Lotusgeborener,

41.28 bilde ein Teil das obere Band in entsprechender lockerer Gestaltung; darunter ist eine muschelschalenförmige, durch Linien gegliederte Form vorgesehen. [Eine Wendung ist unklar.]

41.29 Unter diesem Muschelteil bilde man einen Kreis mit Lotusmitte. Der Sitz kann rund sein oder ringsum viereckig.

41.30 Darunter bringe man drei wohlgestaltete Zierleisten an; ihre Maße steigern sich in kleinen, aufeinanderfolgenden Anteilen.

41.31 Die Linien der Zwischenräume dienen der Gliederung. Abgesehen vom oberen Band und dem Sockelteil bilde man Garuḍa mit gefalteten Händen,

41.32 mit seinem eigenen Gesicht und einem weiteren Händepaar, vorn und hinten oder in der Mitte des glückverheißenden Sitzes. [Die Angabe zum Gesicht ist beschädigt.]

41.33 Zwischen Gaṅgā und Yamunā gestalte man Varuṇa, den Herrn der Wasserwesen, in der Mitte der Nordseite des Sitzes.

41.34 An beiden Seiten bilde man den Ozean mit einem Edelsteingefäß, in friedvoller Gestalt und mit göttlichen Wasserwesen.

41.35 Die übrigen Bereiche der vier Richtungen fülle man mit Glöckchen. So verfahre man bei stofflichen, beweglichen, nach Fingerbreiten bemessenen Formen.

41.36 Nun folgen verschiedene Stiftungen, die Königen und anderen Wohlhabenden dienen, die Heil und guten Ruf suchen.

41.37 Ein König oder ein anderer Praktizierender soll zunächst die verschiedenen Dharma-Stiftungen vollziehen, die gute Welten und den Himmel gewähren.

41.38 Nachdem er durch die Frucht der Freilassung eines Stieres den Abschluss jener Handlung erreicht hat, nehme er danach die Einsetzung Haris vor,

41.39 in der die Gesamtheit der besonderen Handlungen zur Ruhe kommt. Schon aus dem Entschluss entsteht [eine heilsame Wirkung; der weitere Wortlaut zu Unrecht und Lebensführung ist beschädigt].

41.40 Wer sie vollkommen ausführt, erlangt in einer weiteren Geburt die aus Unterscheidung hervorgehende höchste Erkenntnis, die Befreiung verwirklicht.

41.41 Denn durch andere, zerstreut vermischte Handlungen entsteht nicht jene höchste Befriedung, die durch den Dharma unvergängliches Heil gewährt. [Der Schluss ist in den Lesarten uneinheitlich.]

Pauṣkara sprach:

41.42 Erhabener Herr, zum Wohl der Menschen und zur Lösung meiner Zweifel möchte ich von dir die verschiedenen Dharma-Stiftungen kennenlernen.

Der erhabene Herr sprach:

41.43 Zunächst errichte man ein heiliges Gotteshaus, ausgehend von einer Anlage mit fünf Heiligtümern, mit reinem Geist ohne eigennütziges Begehren.

41.44 Daran anschließend schaffe man um des Dharma willen eine Siedlung als Wohnort für Brahmanen, eine gemeinsame heilige Einrichtung, die alle Fehler tilgt,

41.45 unter den Dharma-Werken vorzüglich und stets alle Wünsche erfüllend. Man wähle eine hervorragende, vom Herrn erfüllte Gemeinschaft, die die fünf täglichen Zeiten kennt,

41.46 den sechs Pflichten dient, im Dharma der drei Veden gegründet ist, deren Herkunft als rein gilt und die untereinander ohne Streit lebt,

41.47 mit Ehefrauen und Agnihotra-Feuer, dem Vedenstudium ergeben. Ihr Ort sei mit Fluss, Bergen und Wald versehen und frei von schädlichen Tieren,

41.48 reich an Feldfrüchten, Reis und Obst, mit saftigen Grasflächen, wohlschmeckendem Wasser und einer guten Umfassung.

41.49 Nachdem man diesen heiligen Ort erreicht und den Weltherrn verehrt hat, lasse man die Bewohner baden, salbe sie und schmücke sie mit Gewändern und Schmuck.

41.50 Man setze die Brahmanengemeinschaft auf ihre Sitze, übergebe zuvor die Stiftungsurkunde auf Kupfer und ehre sie mit Fußwasser, Ehrengabe und Blumen,

41.51 mit wohlriechendem Räucherwerk und Betel, o Einsichtsvoller. Nach der angegebenen Reihenfolge gebe man ihnen Wasser mit Kuśa-Gras in die Hand.

41.52 Man lasse den zwölfsilbigen Mantra, den mit „pramādyam“ bezeichneten Textanfang und den Sāman „pratiṣṭhā asi“ rezitieren und spreche dann die Bitte:

41.53 „Verehrt in eurem eigenen Haus den Lotusäugigen ordnungsgemäß durch die in eurem Geschlecht überlieferten Handlungen, damit mir Gnade zuteilwird,

41.54 gemeinsam mit eurer Gefährtin im Dharma, auf dem eingerichteten Altar gemäß dem Āgama. Bringt nach euren Kräften Opferhölzer und weitere Gaben in die heiligen Feuer oder in das eine Feuer dar,

41.55 zu den drei Tageszeiten, und bewahrt den eigenen Dharma. Menschen mit schlechtem Handeln soll kein Zutritt gewährt werden. [Die Verbform ist beschädigt.]

41.56 Weiht eure Söhne und Töchter, Diener, Amtsträger und Angehörigen nach der vaishnavitischen Ordnung und macht sie dem Herrn zugewandt.

41.57 Von der Brahma-Muhurta bis zum Erscheinen der Sonne vollziehe man die Morgenandacht mit Bad, Verehrung, Mantrawiederholung und dem Rezitieren von Lobgesängen.

41.58 Danach beschaffe man die Mittel und Gaben für die Verehrung. Anschließend vollziehe man das vorgeschriebene Bad nach dem gelehrten, förderlichen Verfahren.

41.59 Am Abend vollziehe man die Reinigung der Elemente und danach die innere Verehrung. Anschließend führe man nach der gelehrten Vorschrift die äußere Verehrung aus.

41.60 Dann folgen das Feueropfer, der Ritus für die Ahnen, die Darbringung an die Wesen und die ehrende Bewirtung der Gäste.

41.61 Darauf folgt die Selbstverehrung gemeinsam mit Verwandten und Bediensteten, ferner das Studium der Rig- und Sama-Texte und das Nachdenken über die überlieferten Erzählungen.

41.62 Danach soll man sich in der Mitte des eigenen Herzlotus sammeln. Dies wird als die dreizehngliedrige, ganz vom Herrn erfüllte tägliche Ordnung bezeichnet.

41.63 Sie soll täglich mit Hingabe ausgeführt werden. Wenn [der Tag] schwindet und die Nacht eintritt, vollziehe man wieder das Zurücklegen und die erneute Übernahme [der Ordnung].“

41.64 Nachdem der Auftraggeber den Hausvätern diese Anweisung durch den Mund des vorzüglichen Lehrers gegeben hat, trete er hinaus und umschreite den Ort nach rechts.

41.65 Damit ist die Ordnung der Stiftung einer Brahmanengemeinschaft erklärt. Vaishnavitische Könige sollen sie zu ihrer eigenen Vollendung bewahren.

41.66 Höre nun die Stiftung für die eigene Lehrtradition. Man errichte bei einem Heiligtum einen schlichten Matha mit gesichertem Unterhalt,

41.67 versehen mit Kaufleuten, Haushalten, Lohnarbeitern und Dienern, mit Wasserstellen, Gebäuden und Öffnungen zur Belüftung. [Ein Teil der baulichen Angaben ist lückenhaft.]

41.68 Dort bereite man reichlich Reis, Beilagen, Speisen und verschiedene essbare Gaben. Dann bade man gemeinsam mit dem Guru,

41.69 vollziehe als verständiger Mensch den Nyasa am eigenen Leib mit dem zwölfsilbigen und weiteren Mantras und verehre Acyuta, den höchsten Herrn der Welt.

41.70 Man lade die angekommenen, im Veda bewanderten Brahmanen ein [und spreche]: „Diese Speise ist jener Unsterblichkeitsnektar; dies ist Leben und Prajapati.“

41.71 „Dies ist Vishnu, dies ist Lebenskraft, dies ist das Lebendige, dies ist das Höchste. Zum Wohl aller Wesen ist diese anschließende Opfermahlzeit eingerichtet.“

41.72 „Janārdana, Ursprung der aus fünf Elementen bestehenden Welt, dessen Gestalt die Speise ist: Sei hier bis zur Auflösung der Elemente gegenwärtig.“

41.73 Wie zuvor lasse man die Ṛg-Texte und durch einen Sāma-Kundigen die beiden weiteren Shruti-Texte rezitieren. Zunächst bitte man den Guru gemeinsam mit der eigenen Familie

41.74 und den angekommenen Gästen sowie weiteren Menschen: „Richtet dies ein und bewahrt es in dem Wunsch, mir Gnade zu erweisen.“

41.75 Danach sättige man die versammelten Sitzenden mit der Speise, die dem Herrn der Nahrung dargebracht wurde, und reinige anschließend die Reste.

41.76 Man umschreite die versammelten Gäste nach rechts und gehe. Dies ist die Speisestiftung für die Acyuta Zugewandten,

Unnummerierter Halbvers: ein höchstes Mittel der Erhebung, das zugleich umfassendes Wohlergehen gewährt.

Die Stiftung des Wissens

41.77 Höre nun von der Stiftung des Wissens. Durch ihren Vollzug erwächst Erkenntnis, verbunden mit Unterscheidungskraft.

41.78 Man sammle sorgfältig gereinigte Textbestände des Pāñcarātra, die vollständigen echten Āgamas und die übrigen Schriften, zusammen mit Veden und Vedāṅgas,

41.79 Smṛtis und weiteren Rechtstraditionen, Itihāsas, den prüfenden Wissenschaften und den Wissenschaften der Sprache.

41.80 Man schreibe die verschiedenen Textsammlungen in Nāgarī-Schriftzeichen aus und verwahre sie in dauerhaften Behältern. [Die überlieferte Schriftbezeichnung ist gestört; die Textgrundlage erwägt Nandināgarī.]

41.81 Man binde sie mit einem festen schwarzen oder anderen Faden zusammen. An einem dauerhaften, wohlbekannten Ort, den König und Stadtbewohner besuchen,

41.82 bewohnt von Brahmanen und Frauen ihrer Gemeinschaft und von guten Menschen betreut, errichte man in der Nähe ein steinernes Gebäude mit einer eisernen Vorrichtung,

41.83 mit Türen und Riegeln, heilig und weiß verputzt, geschmückt mit einem farbigen Bild der auf dem Lotus sitzenden Herrin der Rede,

41.84 die Muschel, Rad, Keule und Lotus in den Händen erhebt, eine Gebetskette trägt und eine Schriftsammlung in der Hand hält,

41.85 Gaben und Furchtlosigkeit gewährend, oder mit Siddhas und weiteren Gestalten. Danach sei man rein, weiß gekleidet und vollziehe den Nyasa wie zuvor.

41.86 Auf die eiserne Aufbewahrungsvorrichtung, die durch den Pranava belebt und verehrt worden ist, lege man die Bücher der Schriftsammlung der Reihe nach,

41.87 verehrt, mit duftenden Stoffen bestrichen und in feine Tücher gehüllt. Nach der Verehrung mit dem zwölfsilbigen Mantra spreche man:

41.88 „Verehrung Vishnu, dem höchsten Selbst, dessen Leib reine Erkenntnis ist! Bleibe hier als Schriftgestalt fest gegründet und unvergänglich,

41.89 um den Unwissenden zu helfen und Erwachen hervorzubringen. Außer dir, dem Unvergänglichen, sind selbst die Götter und die übrigen Wesen dem Vergehen unterworfen.“

41.90 Nach diesen Worten verehre man erneut den, dessen Leib Veda und Vedānta ist, geschmückt mit echten Āgamas, heiligen Purāṇas und weiteren Schriften,

41.91 täglich mit höchster Hingabe. Vor dem Wissenssitz richte man auf dem zuvor beschriebenen glückverheißenden Sitz einen aus Laut-Brahman bestehenden Verehrungssitz ein.

41.92 Man beauftrage einen aufmerksamen Menschen mit der Verehrung, o vorzüglicher Zweimalgeborener. Nach Rechtsumschreitung und Räucherwerk bitte man um Verzeihung.

41.93 Man schaffe dort einen Bestand für die Weitergabe an Lernwillige und sichere seinen reichlichen Unterhalt durch eine schriftlich festgelegte Landstiftung.

41.94 Die Urkunde übergebe man zur Bewahrung des Wissensschatzes. Danach lasse man in diesem Gotteshaus Brahmacharins rezitieren,

41.95 spreche selbst mit gefalteten Händen die beiden zuvor genannten Mantras und erkläre: „Für Menschen ohne Unterscheidungskraft, die von der Dunkelheit des Nichtwissens geblendet sind,

41.96 möge durch die Stiftung dieses Schriftsitzes reine Erkenntnis entstehen. Durch die große daraus erwachsende Frucht möge Hari

41.97 höchste Freude erfahren; ich benötige keine Frucht für mich.“ So ist die Stiftung des Wissenssitzes vollständig erklärt.

41.98 Wer eine Frucht erstrebt, dem gewährt sie die ersehnte, in Erkenntnis bestehende Frucht. Die Freigabe von Stufenbrunnen, Brunnen, Teichen und Gärten

41.99 nach ihrer Weihe gewährt den nach Früchten Verlangenden den Himmel; wer seine Handlungen Vishnu übergibt, dem gewährt sie hingegen seine höchste Stätte.

41.100 Der Ursprung der Welten, der allbeherrschende Acyuta, nimmt als an sich Gestaltloser eine lautartige, durch Erkenntnis und Handlung bestimmte Form an

41.101 und besteht in dieser eigenen Gestalt in der Welt. Er nimmt einen entsprechenden Leib an, der wahre, höchste Freude bereitet,

41.102 den Göttern, Weisen und Menschen, o Einsichtsvoller. So wird seine aus mannigfaltigen Lebenssäften bestehende Kraft zur Gestalt eines Baumes,

41.103 mit verschiedenen offenbar gewordenen Lauten, verbunden mit jungen Trieben, Blättern, Blüten, Wind und Wasser. [Der Anfang über das Waldfeuer ist verderbt.]

41.104 Diese unbewegliche, Baum genannte Gestalt gibt Blätter, Blüten und Früchte und dient der Verehrung der Gottheit; die Erde bildet ihren ersten Anteil.

41.105 Eine andere, bewegliche Gestalt hat ihren Sitz in der Kuh. Mit den daraus hervorgehenden fünf Erzeugnissen, deren Wesen den fünf Upanishads entspricht,

41.106 beginnend mit Kuhdung, die der Reihe nach mit fünf Mantras und Ṛg-, Sāma- und weiteren Texten geheiligt sind, zusammen mit Kuśa-Wasser,

41.107 besprenge man zunächst ringsum die ausgehobene Grube zur Reinigung. Danach mache man sie, mit Wasser gefüllt, zu einer heiligen Stätte,

41.108 mit gutem, kühlem, nicht salzigem Wasser aus dem Boden oder aus einer anderen nahen Quelle, o Zweimalgeborener. [Die Quellenbezeichnung ist beschädigt.]

41.109 Wenn möglich, verwende man entsprechend Ort und Zeit mit Gold gewonnenes beziehungsweise gekauftes Teichwasser oder mit einem Blatt geschöpftes Wasser. [Der erste Bezug ist nicht sicher.]

41.110 Man gehe Kühen und Brahmanen entgegen, hundert Schritte oder mehr, und bringe [das dabei gewonnene Wasser beziehungsweise die Gabe] in die Mitte der Grube. Die Grube sei groß und ausgedehnt,

41.111 so angelegt, dass sie lange Wasser hält, in der gewünschten Ausdehnung und von allen Seiten zugänglich, ohne unsichere Zugänge,

41.112 besonders für Frauen aus Familien, ältere Menschen und alle, die dort Wasser holen. Ihre Tiefe betrage stets zwei Bogenmaße,

41.113 oder anderthalb beziehungsweise ein Bogenmaß. Die vorgeschriebene Breite der Grube reicht von zwei bis zu hundert Bogenmaßen,

41.114 oder entsprechend dem Vorhaben darüber hinaus. Ihre Form kann dem Erd-, Wind-, Mond- oder Feuerbereich entsprechen,

41.115 viereckig oder länglich, mit guten Merkmalen. Je nach Gelände sei sie mit einer Reihe von Wegen ausgestattet,

41.116 mit Bäumen und Ranken, grünen Rasenflächen, Unterkünften für Reisende und überdachten Ruheplätzen.

41.117 Nachdem man sie so wie vorgeschrieben hergestellt hat, befestige man den Boden und sichere die Grube. [Die Aussage über eine Kuhgestalt und eine Verminderung der Grube ist beschädigt.]

41.118 Ihr Wasser sättigt bis zum Ende des vorgesehenen Zeitraums. Nach dieser Heiligung blicke der Auftraggeber nach Osten,

41.119 während er mit dem Guru und den Brahmanen auf der Westseite steht. Mit daraus geschöpftem oder anderem Wasser

41.120 und mit Kuhdung vermischter Erde bestreiche man den Platz; dazu dienen der zwölfsilbige Mantra, die Gāyatrī und der Vāsudha-Sāman.

41.121 In den östlichen, südlichen und nördlichen Richtungsbereichen setze man der Reihe nach die Rezitierenden von Ṛg-, Yajur- und Sāmaveda für das Feueropfer ein,

41.122 an sandigen Plätzen oder in geeigneten Feuergruben. Nachdem man den Nyasa mit dem zwölfsilbigen oder dem eigenen Mantra vollzogen hat,

41.123 nehme man einen Erdklumpen aus der Mitte der Grube und setze ihn in ein Gefäß auf einen mit Seide und Blumen versehenen Sitz.

41.124 Darauf stelle man einen wassergefüllten Krug mit Gold im Inneren, gut in Stoff gehüllt und mit Safran und anderem bestrichen,

41.125 mit Blütenkränzen, Blütenrispen, Dūrvā, Darbha, Samen, Früchten und Wasser versehen, mit weißer heiliger Schnur und einem hellen feinen Tuch als oberer Bedeckung.

41.126 Mit dem Erd- und dem Raumlaut, verbunden mit dem Lebensprinzip, mit Punkt und Nektar, vergegenwärtige man den alldurchdringenden Acyuta. [Die verschlüsselte Lautbeschreibung ist nicht überall eindeutig.]

41.127 Nārāyaṇa, die höchste Gestalt, steigt aus dem lieblichen Klang hervor. Am Ende dieser drei Keime füge man den Lotus hinzu.

41.128 Danach folgen die Worte „Nārāyaṇa“, „erhabener Herr“, „dem Selbst der Wesen — Verehrung“. Die Einsetzung, der das Bad vorausgeht, vollziehe man nach der Vorschrift.

41.129 Mit dem zwölfsilbigen, achtsilbigen oder sechssilbigen Mantra führe man das Feueropfer bis zur abschließenden vollen Opfergabe aus.

41.130 Man ehre den Guru und die vorzüglichen Brahmanen nach seinen Kräften und nehme dann den mit Teichwasser gefüllten Krug auf.

41.131 Der Auftraggeber lege zuerst den Erdklumpen in das Innere des Teiches, gieße das Krugwasser aus und spreche diesen Mantra:

41.132 „Gestaltloser, erhabener Herr Vāsudeva, dessen Wesen Unsterblichkeit ist: Bleibe du hier fest gegründet, solange Mond und Sterne bestehen.

41.133 Herr, beschütze mich und die Meinen unmittelbar, mit allen, die zu uns gehören. Sättige stets die Götter, die Ahnen samt den Sādhyas und die Wesen.

41.134 Mögest du durch die hier entstehende Frucht höchste Freude erfahren. Mögen die Wesen innerhalb der drei Welten Sättigung finden.“

41.135 Nach diesen Worten lasse man den mit „dhruvā“ beginnenden Sāman und die Ṛg-Texte sowie durch die im Sāma bewanderten Brahmanen den Sāman „pratiṣṭhā asi“ rezitieren.

41.136 Danach sättige man mit verschiedenen Ehrungen und mit dem daraus gewonnenen Wasser alle Brahmanen und sämtliche Arbeiter, die die Grube angelegt haben.

41.137 Man erfreue die Lehrer mit Spenden, soweit die Mittel reichen, ebenso Arme, Schutzlose und Bedienstete, um unermessliche heilsame Frucht zu begründen.

41.138 Nach seinen Kräften gebe man Gold und Land, vollziehe die Verheiratung einer Tochter und die Freilassung eines Stieres, mit vorausgehendem Ahnenritual.

41.139 Hinsichtlich der Belastung der Menschen durch Hinrichtungen, Gefangenschaft und Geldstrafen möge man den König um Prüfung und Abhilfe bitten.

41.140 Wenn die Möglichkeit besteht, ist auch folgende besondere Ordnung vorgesehen: Bei der Stiftung eines Gartens wähle man einen vorzüglichen Fruchtbaum oder einen Aśvattha-Baum,

41.141 heilige ihn durch Baden, bestreiche und schmücke ihn und vollziehe regelgerecht eine Art Einführung mit heiliger Schnur.

41.142 Man hülle ihn in Stoff, schmücke ihn mit Blütenkränzen und vollziehe alles wie zuvor mit Mantras bis zum Feueropfer.

Unnummerierter Halbvers: Dadurch gelangt der Stifter an das jenseitige Ufer des Meeres des Daseins.

Die Stiftung von Früchten, Wurzeln und Speise

41.143 Höre nun von der Stiftung von Früchten, Wurzeln und Nahrung für diejenigen, die eine Frucht wünschen. In den drei Welten gibt es keine größere Gabe als die Gabe von Speise.

41.144 Sie erfreut unmittelbar, tut dem Herzen wohl und schenkt Lebewesen Leben. Sowohl bei der Entstehung als auch bei der Zubereitung wird der Lebenssaft der Nahrung gepriesen.

41.145 Aus Nahrung entstehen die Wesen; auf ihr beruht alles. Wer sie dauerhaft bereitstellt, hat damit alles gegründet.

41.146 Er selbst lebt in dieser Welt und in der himmlischen, Brahman genannten Welt; solange er lebt, bleibt er frei von Krankheit und Leid.

41.147 Kinder, Ehegemeinschaft, Vermögen und Nahrung nehmen bei ihm immer weiter zu. Selbst von hochstehenden Menschen erfährt er größte Ehrerbietung.

41.148 Götter, Weise und Siddhas bedenken beständig sein höchstes Gedeihen, die Verlängerung seines Lebens und seinen Aufstieg.

41.149 So wird er froh, kräftig und immer zufrieden. Nachdem er reiche Freuden erfahren hat, gelangt er am Ende zu Nārāyaṇas Wohnstatt,

41.150 auf mondgleichen, von Göttern geschaffenen Himmelswagen. Nachdem er viele Hunderte Kalpas in den himmlischen Welten verbracht hat,

41.151 kommt er mit der Zeit wieder hierher, in ein vorzügliches, heiliges Land, und wird in einer Familie guter Menschen in hoher Stellung geboren.

41.152 Er ist schön, redegewandt und Wissen und Erkenntnis hingegeben; selbst seine Feinde ehren und schätzen ihn.

41.153 Er besitzt guten Charakter, Mut, Festigkeit und Tatkraft, dient Brahmanen und Göttern, gibt freigebig und freut sich am Wohl der Wesen.

41.154 Er ist ausschließlich hingegeben, kennt den Dharma und ist auf Nārāyaṇa ausgerichtet. Nachdem er die drei weltlichen Lebensziele entsprechend seinem Wunsch erfahren hat,

41.155 vollzieht er erneut die über Geburten eingeübte heilige Handlung mit unermesslich gewachsener Kraft und erlangt die Erkenntnis, durch die er die höchste Stätte erreicht.

41.156 Die Verehrung von Brunnen, Teichen und Kühen allein gewährt noch nicht die reine Wesenseinheit. Man vollziehe daher die ganze vorgeschriebene Ordnung.

41.157 Die Kuhherde werde als Bestandteil in das Heiligtum des Herrn aufgenommen, für die Gaben zum Bad, zur Verehrung und zur Sättigung des Feuers.

41.158 Zur Pflege der Kühe ist eine Stiftungsurkunde zu übergeben. Das heilige Feuer zusammen mit der Kuhherde und der Butterlampe

41.159 soll wie die Gottheit bewahrt werden, solange Mond und Sterne bestehen. Es soll unaufhörlich brennen und von geeigneten Dienenden betreut werden.

41.160 Zu einer verdienstbringenden Zeit, etwa einem Ṣaḍaśītimukha genannten Sonnenübergang, errichte man eine wohlgestaltete Feuergrube in einem göttlichen oder anderen vaishnavitischen Heiligtum,

41.161 auch in einer selbst gegründeten Dharma-Stiftung. Mit dem zwölfsilbigen und weiteren Mantras sowie heiligen vaishnavitischen Hymnen,

41.162 mit Ṛg-, Yajur- und Sāma-Texten, die den Gott der Götter preisen, rezitiere der Opferpriester ruhig, nachdem die Befriedung vollzogen ist.

41.163 Er heilige Feuer und Feuergrube durch den Prajāpati-Ritus und opfere geklärte Butter, ungebrochene Körner sowie gelben, weißen und schwarzen Sesam.

41.164 Tausend bis zehntausend Opfergaben soll er darbringen, oder hundert bis tausend, mit einem kupfernen Opferlöffel.

41.165 Danach opfere er geklärte Butter im Maß eines Achtels einer Pālikā. Ob ohne Wunsch oder mit einem bestimmten Wunsch, vollziehe er zuletzt die volle Opfergabe.

41.166 Nārāyaṇa, dessen Selbst der Veda ist, gewährt zusammen mit dem Mund des Veda die gewünschten Güter und auch das Mittel zur endgültigen Vollendung.

41.167 Wenn dies vollzogen ist, richte man darüber die Vorrichtung für einen heiligen ununterbrochenen Butterstrom ein, für sieben Tage oder für drei Nächte,

41.168 oder nach den eigenen Kräften für einen Tag. Höre die Anordnung: In einer weiten Feuergrube bereite man mit festem, opfergeeignetem Holz ein rauchloses Feuer.

41.169 Über der Ebene der Einfassungen errichte man einen sänftenartigen Aufbau, etwa zwei Bogenmaße hoch, und darüber

41.170 befestige man eine weite Kupferschale in einem festen Holzring, getragen von vier stabilen Bambusstützen, stark genug für den vorgesehenen Zugang.

41.171 Man fertige einen überall gleichmäßigen Goldstift von vier Fingerbreiten Länge aus dem angegebenen Goldgewicht.

41.172 Mit einem metallenen Werkzeug bohre man in die Mitte der Schale eine seinem Maß entsprechende Öffnung. Dann beschaffe man durch Stoff gefilterte

41.173 reine, unverfälschte, wohlriechende Opferbutter von guten Eigenschaften und gieße sie in die Schale. [Die folgende Anweisung zur Kontrolle ist lückenhaft.]

41.174 Der Strom soll Tag und Nacht über einen der drei genannten Zeiträume fließen. [Der übrige Vers über den Beginn und die Gottheit ist beschädigt.]

41.175 Oder man lasse ihn vom Morgen an für ein, zwei oder drei Tagesviertel fließen,

41.176 oder für vier, je nach dem eigenen Vermögen. Die Menge beginne bei sechs Prastha und reiche bis zu vier Prastha. [Der Bezug dieser Mengen auf die Dauer ist nicht klar.]

41.177 Man lasse den Butterstrom nach seinen Kräften fließen, auch im Pālikā-Maß. Dabei vergegenwärtige man die Butter in ihrer inneren Bedeutung, verbunden mit der stofflichen und der göttlichen Ebene.

41.178 In innerer Hinsicht ist die Butter das reine, unsterbliche Brahman; auf göttlicher Ebene das höchste Feuer, auf stofflicher Ebene die Kuhherde.

41.179 So habe ich es erklärt. Man erkenne darin das göttliche Gut in seiner eigenen Gestalt; durch das Maß der Öffnung erhält der Strom seine geregelte Form.

41.180 Durch seine Kraft [wird die Armut] dieser ganzen Welt [gemildert; der Satz ist beschädigt]. Nachdem man die Schale mit einem weiten Träger aufgestellt hat,

41.181 verehre man den erhabenen Puruṣottama als Gottheit darin mit Ehrengabe, Blumen und anderem; im buttergefüllten Gefäß

41.182 weilt er selbst als Gnadenspender für vertrauensvolle Menschen, vom Beginn bis zur Vollendung ihrer heilsamen Handlung.

41.183 Man verehre Acyuta mit dem zwölfsilbigen Mantra, verneige sich und bringe Salbung, Blütenkranz und Räucherwerk dar,

41.184 eine reiche Speisegabe mit Honigmischung, Gebäck und Früchten. Danach verehre man hingebungsvoll den im Heiligtum wohnenden alldurchdringenden Herrn

41.185 mit großem Aufwand, mit vorausgehendem Bad und nach rechter Ordnung, mit den vorzüglichsten heiligen Hymnen,

41.186 mit geheimen Mantras sowie dem acht- und zwölfsilbigen. Man knie vor ihm auf die Erde und neige das Haupt.

41.187 Nachdem man sich ganz auf sein Heil ausgerichtet hat, spreche man: „Du bist das höchste Gut, die Butter [und der heilige Vers; der Wortlaut ist gestört]; alles ist von dir erfüllt.

41.188 Diese höchste Kraft trägt hinüber. Du, hier verehrt, [gewährst] die Frucht des Opfers durch den feurigen Mund.“ [Der Vers ist stark beschädigt.]

41.189 Ein Dorf mit einer großen Kuhherde in dem betreffenden Gebiet übergebe man den betreuenden Brahmanen mit einer Stiftungsurkunde.

41.190 Der König soll dafür sorgen, dass dieses große Werk des Dharma und des guten Rufes nicht unterbrochen wird, damit Ruhm und Dharma wachsen.

41.191 Als drei glückverheißende Bestandteile der Heiligtümer werden Kuhstall, Feuer und Lampe genannt. [Die einleitende Zählangabe ist beschädigt.]

41.192 Dharmakundige sollen sie so bewahren, dass keine Unterbrechung entsteht. Denn durch den Mund des Feuers gelangen die dreiunddreißig Koṭis der Götter

41.193 täglich zu unvergleichlicher Sättigung. Durch die verschiedenen Erzeugnisse der Kuh, vor allem Joghurt, Milch und geklärte Butter,

41.194 und durch reine Gaben wird der erhabene Herr erfreut. Wie die höchste Sonne erhellt er alles mit seinem Glanz,

41.195 auch durch die Wirksamkeit der beständig gegenwärtigen Lampe. An heiligen Tagen wie den Ṣaḍaśītimukha genannten Übergängen verehre man den Herrn der Welt,

41.196 den erhabenen Herrn, im Krug, im Mandala oder im Feuer, fastend, rein, gebadet und mit dem glückverheißenden Schutzband versehen.

41.197 Mit einem Mantra, der mit dem Pranava beginnt und mit „namaḥ“ endet, spreche man hingebungsvoll: „Möge mir der Herr der Götter, der Hüter des Dharma, Vṛṣākapi, geneigt sein,

41.198 der den Kühen Gutes tut, ihr Herr und Beschützer ist und alles umfassend besteht.“ Auf dem bestrichenen Boden breite man danach ein geeignetes Tuch aus,

41.199 neu, unbenutzt und rein, mit Sesam, ungebrochenen Körnern, verschiedenen Samen, Kuśa-Gras und weißem Senf versehen.

41.200 Außen stelle man, vom Osten beginnend, acht gefüllte Metallgefäße auf, mit Milch, Reis, Joghurt, ungebrochenen Körnern, Saft, Sesam,

41.201 geklärter Butter und verschiedenen Samen. Außen bringe man Stoffvorhänge, Pfeile oder Stäbe, Schnüre und ausgebreitete Pfauenfedern an.

41.202 Auf den Mündungen voller Krüge befinden sich Schalen mit gekeimten Samen, versehen mit vollen Zweigen und geschmückt mit Baumästen.

41.203 Zusammen mit brennenden Lampen in den Himmelsrichtungen stelle man dies unter Ṛg- und weiteren Mantras auf. Dann führe man in die Mitte eine geschmückte Kuh,

41.204 mit Gewand, Schmuck, Glocke und Wedel, mit Edelsteinen und goldenen Lotusverzierungen an den Hörnern,

41.205 mit Perlen und Korallen am Schwanz, silbernen Fußverzierungen, einem Spiegel an der Stirn und prächtigen Kränzen und Kopfbändern.

41.206 So stelle man die geschmückte Kuh, jung und unversehrt, links vom Stier auf. [Eine Bezeichnung im ersten Halbvers ist unsicher.]

41.207 Sie habe ein bronzenes Melkgefäß und sei bereits am Vortag rituell vorbereitet worden. Mit den Namen Nandā, Sunandā, Surabhi und Śītalā

41.208 stelle man vier Kühe vom Osten an auf, nach innen blickend, kräftig und gut beschaffen, fähig, reichlich Milch zu geben,

41.209 trächtig oder mit Kalb und jeweils bereits einmal gekalbt. Auf die erwählte Gottheit ausgerichtet, kennzeichne man nun die jeweiligen Richtungsseiten

41.210 mit ihrem Waffenzeichen aus Sandelpaste auf der Haut und lasse die Tiere mit dem Stier auf die Weide frei. [Die Bezeichnung des Weidebereichs ist unsicher.] Ist dies nicht möglich,

41.211 verfahre man angemessen nach den eigenen Kräften; ein bloßer Geldwert soll jedoch nicht als Ersatz festgesetzt werden. Die vier Kühe übergebe man außerhalb an die vier Agnihotra-Träger,

41.212 mit Gewändern, Schmuck und ihrem Wert beziehungsweise ihrer Ausstattung, dazu Land oder Mittel für Land sowie das Zubehör des Stieres. [Das Verhältnis zur vorigen Ersatzregel ist nicht eindeutig.]

41.213 Man übergebe dies dem Guru in Hingabe und lasse Stier und Kuh frei. An der rechten Schulter soll mit dem gewählten Waffenzeichen

41.214 aus im Feuer erhitztem Metall eine kurze Brandmarkierung angebracht werden. Nachdem man so die Freilassung des Stieres vollzogen hat,

41.215 gebe man aus diesem Anlass reichlich Nahrung mit Opferlohn. Wer auf den Herrn samt seinem Mantra ausgerichtet für sich oder für einen anderen

41.216 die Freilassung eines Stieres vollzieht, gelangt in Brahmans Welt. Der Stier ist der erhabene Dharma in dieser Welt, in der Wunsch und Besitz binden.

41.217 Mit seiner Freilassung wird das beständige Leid der Geburt aufgegeben. Die Kuh entspricht der vergänglichen Natur, Prakṛti,

41.218 und die drei weiteren Kühe ihren besonderen Kräften: der Einsicht, dem „Ich bin“ und der Gruppe der fünf Sinne. [Eine weitere Eigenschaftsbezeichnung ist unsicher.]

41.219 Alle diese in Kuhgestalt bestehenden Kräfte treten zurück. Damit sind die verschiedenen Dharma-Stiftungen zusammen mit der Freilassung des Stieres

41.220 erklärt, o Lotusgeborener. Höre nun von jener göttlichen, Befreiung gewährenden Einsetzung, die wiederholt angedeutet wurde,

Unnummerierter Halbvers: der Einsetzung Acyutas, die weltliche Erfüllung und Befreiung gewährt, o Lotusäugiger.

Damit endet in der Pauṣkarasaṃhitā, der großen Upanishad des heiligen Pāñcarātra, das einundvierzigste Kapitel über die Einrichtung verschiedener Dharma-Stiftungen.

Zur Verszählung: Die Schlussnotiz zählt 221 Verse. Die nummerierte Reihe endet bei 220; zusätzliche Halbverse stehen ohne eigene Nummer an ihren überlieferten Stellen.


Zur heutigen Vertiefung: Saraswati, Wissen und Sprache.

Kapitel 42: Die Weihe der Tempelgrundlage

Der erhabene Herr sprach:

42.1 Zu Beginn aller Arbeiten, angefangen mit der Übernahme des Bodens, ist zuerst der Herr aller Wesen mit dem zwölfsilbigen und weiteren Mantras

42.2 hingebungsvoll zu verehren, auf einem Altar, in einem Krug oder auf einem geweihten Platz. Danach sättige man ihn mit geklärter Butter und anderen Gaben unter Shruti-Mantras.

42.3 Man verehre den erhabenen Herrn als Viśvakarman zusammen mit dem Herrn der Scharen, durch verschiedene Darbringungen, Blumen, Räucherwerk und Salbungen.

42.4 Nachdem Vishnu und das Feuer verabschiedet worden sind, o Lotusgeborener, ehre man die jeweils sachkundigen Handwerker,

42.5 damit sie ihre Arbeit stets mit heiterer Einsicht vollenden. Auch sie sollen beherrscht und gebadet sein und ihren eigenen Schutzpatron sättigen.

42.6 Danach übernehme man das gewünschte Gelände, o Zweimalgeborener, bisher ungenutzt oder bereits genutzt, sofern es die guten Eigenschaften des Bodens besitzt,

42.7 frei von verborgenen störenden Gegenständen, günstig und von den Baumeistern gebilligt, in der für die Einsetzung gewünschten Ausdehnung.

42.8 Man wähle einen Ort im Osten, Westen, Nordwesten, Norden oder Nordosten in Beziehung zu einem göttlichen oder anderen Heiligtum

42.9 und errichte ein großes heiliges Gotteshaus, ausgehend von einer Anlage mit fünf Heiligtümern. Auf dem eigenen überlieferten Weg führt es zum Gelingen, auf einem fremden nicht.

42.10 Davon ausgenommen sind diejenigen, denen Hari auf dem eigenen wie auf einem anderen Weg als alldurchdringend erscheint; für andere entsteht daraus ein Fehler.

42.11 Denjenigen, in dessen Einsicht er unablässig aufleuchtet, erkenne nach der Schrift als Guru. Unter einem günstigen Mondhaus verneige man sich vor dem alldurchdringenden Acyuta.

42.12 Nach störungsfreiem Vollzug der täglichen Pflichten lasse man ihn zuerst verehren, gemeinsam mit Ekāyana-Brahmanen und anderen Rezitierenden von Ṛg-, Yajur- und Sāmaveda,

42.13 geschmückt, mit Kopfbinden und weißen Gewändern, mit duftenden Salbungen, Kränzen und Ringen versehen.

42.14 Unter Muschel- und Instrumentenklang sowie glückverheißenden Gesängen nehme der reine Auftraggeber Früchte, Blumen, ungebrochene Körner, Wasser, weißen Senf und anderes

42.15 in die Hände und begebe sich mit dem Lehrer an den Ort, wobei er Vāsudeva im Herzen aller vergegenwärtigt.

42.16 Man lasse die Erklärung des heiligen Tages, die drei Gāyatrī-Formen und weitere Texte sprechen, das Śākuna-Sūkta und den Śivasaṃkalpa-Text laut rezitieren,

42.17 zusammen mit dem Śrī-Sūkta und dem vorzüglichen Bhadraśrī-Sāman. Beim Beginn der Arbeit spreche man „Heil euch!“

42.18 Danach rezitiere man die sechs mit „ca“ bezeichneten Textgruppen und die Befriedungsformeln. Der Auftraggeber bleibe stehen und wiederhole den achtsilbigen Mantra; danach handelt der Lehrer.

42.19 Außerhalb des Geländes im Nordosten oder Osten errichte man eine geräumige heilige Laubhütte, die Wind und Regen standhält, o Lotusgeborener.

42.20 Dort bringe man auf einem glückverheißenden Sitz Blumen, Ehrengabe und Räucherwerk dar und bereite die fünf Kuhprodukte mit den besonderen Mantras.

42.21 Man mache Nārāyaṇas Gestalt auf Gold oder einem anderen geeigneten Träger gegenwärtig, auf einem heiligen Tuch, und verehre sie mit Wasser aus Flüssen und heiligen Badeplätzen. [Eine Lautangabe fehlt.]

42.22 Mit Gold, Darbha und Kränzen versehen [ist die Anordnung; ein Teil fehlt]. Man richte den Mantra-Krug und den Waffen-Krug entsprechend ein.

42.23 Man erkenne für beide den Sitz mit seiner Grundlage und verehre sie. Nachdem man den Herrn des Mantra mit seiner Waffe im Herzen nach der Vorschrift verehrt hat,

42.24 setze man ihn, mit Geist und Lebenshauch verbunden, auf dem Sitz im Krug ein, durch den mondhaften Nadi-Weg. Danach lasse man die Waffe samt Mantrakönig

42.25 durch den rechten Weg in den rechten Krug des Herrn herabsteigen, in flammender Gestalt, die alle Hindernisse verbrennt.

42.26 Die drei allgemeinen Mantras sind überall vorgesehen: der sechs-, der acht- und der zwölfsilbige, o Zweimalgeborener.

42.27 Als Waffe erkenne den Herrn der Waffen, das tausendspeichige Rad. Die vom Eingeweihten aus der Gnade seines Guru empfangene Waffe

42.28 soll als Glied seines Mantra eingesetzt werden; dies ist die besondere heilige Ordnung. Nachdem man ihn mit seinen Gliedern und den Gaben bis zur abschließenden Gabe verehrt hat,

42.29 sowie mit geeigneten Hymnen, Yajus- und Sāma-Texten, die den Herrn aller Wesen zum Ausdruck bringen, vollziehe man das Feueropfer.

42.30 Mit Sesam und ungebrochenen Körnern bringe der Lehrer hundert oder tausend Gaben bis zur vollen Opfergabe dar, gereinigt durch den Blick der Mantra- und Waffenkräfte an der Feuergrube.

42.31 Auf sandigen Plätzen und anderen Opferstellen im Osten und den folgenden Richtungen setze man vier geschmückte Mantrakundige ein, die der Viergestalt dienen,

42.32 und in den Zwischenrichtungen vom Nordosten bis zum Nordwesten vier Kenner der Veden, mit dem Ṛgveda beginnend. Sie sollen hingebungsvoll und handlungskundig sein und beim Übernehmen des Geländes das Feueropfer vollziehen.

42.33 Mit den die jeweiligen Gottheiten bezeichnenden Mantras opfere man reichlich geklärte Butter und anderes; die vier der Viergestalt Zugehörigen verwenden die entsprechenden Mantras mit dem zwölfsilbigen an der Spitze.

42.34 Auch die anderen Brahmanen sollen opfern und dabei Hari, den Herrn aller Wesen, vergegenwärtigen. An jeder der vier Ecken setze man einen Aufseher ein,

42.35 dessen Leib durch Mantra-Nyasa geheiligt ist, für die Feueropfer in sämtlichen Gruben. Dann rufe man reine, beherrschte und geschickte, in der Baulehre erfahrene Handwerker,

42.36 aus Viśvakarmans Geschlecht, stelle sie vorn auf und besprenge sie mit den fünf Kuhprodukten und anderen Reinigungsmitteln. Sie tragen weiße Gewänder,

42.37 Kränze, Sandel, Kopfbinden, Ringe und weiteren Schmuck. Man heilige sie durch den Blick und nehme eine feste Baumwollschnur mit zugehörigem Messgerät,

42.38 geweiht durch den Mantra des tausendspeichigen Rades, und gebe sie den Baumeistern zusammen mit einem Stab in die Hand.

42.39 Man besprenge Samen mit den fünf Kuhprodukten, heilige sie mit dem Radmantra und streue sie mit Puffreis und weißem Senf aus.

42.40 Während man Waffen- und Radmantra wiederholt, umschreite man das Gelände dreimal nach rechts, vom Osten wieder bis zum Osten, unter heiligem Glockenklang.

42.41 Danach nehme man das Maß des Feldes mit den gewünschten Hasta-Einheiten: denen des Schülers, Lehrers, Auftraggebers oder eines aus Viśvakarmans Geschlecht stammenden Handwerkers.

42.42 Vom Nordosten aus spanne man die Schnur in den vier Richtungen und markiere mit Pflöcken aus Opferholz die acht Richtungen.

42.43 Dann gebe der Verständige rechtsherum die Gaben an die Wesen: Sesammehl, Kurkumapulver, Puffreis, Joghurt und geröstetes Mehl.

42.44 Dies heißt Speise für die Wesen; damit bringe man ihnen die Bali-Gabe dar und spreche: „Welche Wesen oder Rakshasas auch hier verweilen,

42.45 sie alle mögen heute fortgehen; ich will hier einen Ort für Hari schaffen.“ Man bereite Behälter aus Schilf, Rohr, Ranken, Lederstreifen und ähnlichen Materialien,

42.46 aufrecht wie eine Mṛdaṅga-Trommel geformt und zur Aufnahme heller Erde geeignet, sowie scharfe Spaten und Grabwerkzeuge. [Eine zusätzliche Gerätebezeichnung ist verderbt.]

42.47 Auch feste Stampfer aus Opferholz, „Elefantenfüße“ genannt, verehre man. Dann stehe man im Brahman-Feld des Geländes, der gewünschten Richtung zugewandt,

42.48 und vergegenwärtige durch den zwölfsilbigen Mantra den erhabenen Schöpfer der Wesen in seiner stofflichen, göttlichen und inneren Bedeutung.

42.49 Auf stofflicher Ebene betrachte man die Erde mit ihren sieben Kontinenten und Meeren, ihren sieben Unterwelten und ihren beweglichen und unbeweglichen Wesen,

42.50 umgeben von allen Kräften bis hin zum Laut. Mit dem Buchstaben La samt Punkt, verbunden mit dem Brahman-Keim,

42.51 ihrem eigenen Namen und der Verehrungsformel ehre man sie zunächst. Nach dieser stofflichen Vergegenwärtigung betrachte man die göttliche Ebene:

42.52 die Wirkkraft Vishnus, des Herrn aller Wesen. Ihre höchste innere Gestalt ist die große vaishnavitische Ebergestalt Varāhas.

42.53 Dies ist die allgemeine Meditation beim Übernehmen des Bodens. Entsprechend dem Gotteshaus vergegenwärtige man außerdem eine besondere Form.

42.54 Bei einem viereckigen Bau betrachte man die Entfaltung der vier Hauptgestalten; bei einem länglich viereckigen die göttliche, als Wissensoffenbarung bezeichnete Gestalt.

42.55 Bei einem runden Bau denke man das befriedete Rad mit eingefalteten Gliedern; bei einem länglich runden Haus meditiere man über den auf Ananta ruhenden Gott.

42.56 Den reinen achtfachen feinstofflichen Leib, der die Gestalt des Zeitlotus trägt, aus Vishnus Nabelöffnung hervorgegangen und in den acht Richtungen bestehend,

42.57 betrachte man bei einem achteckigen Gotteshaus als irdische Wohnstatt. So meditiere man wiederholt mit dem zwölfsilbigen Mantra,

42.58 binde Acyuta mit dem sechssilbigen Mantra und der entsprechenden Mudra und bleibe in dieser Meditation gesammelt, bis er im Krug gegenwärtig ist.

42.59 Dann verehre man ihn wie zuvor mit besonderen Gaben und dem achtsilbigen Mantra. Gemeinsam mit den Brahmanen gebe man selbst die volle Opfergabe ins Feuer.

42.60 Wenn das Gelände so zum heiligen Feld gemacht ist, vollziehe man an einem weiteren glücklichen Tag die Weihe der Fundamente, damit alle Arbeiten vollendet werden können.

42.61 Die geschickten Arbeiter sind dann der Reihe nach mit ihren Aufgaben zu betrauen und mit Speise, Trank und anderem so zu erfreuen, dass sie zufrieden sind.

Der erhabene Herr sprach:

42.62 Wenn der Boden so übernommen und von verborgenen Störungen befreit ist, gilt unberührte, mit Steinen durchsetzte Erde als jung und Wohlstand gewährend.

42.63 Sie bedarf nur geringer künstlicher Reinigung. [Die folgende Einschränkung ist beschädigt.] Wenn sie aber lange von großen Bäumen bewachsen

42.64 und dicht von deren Wurzeln durchzogen ist, muss auch dort der ursprüngliche Zustand erkannt und durch entsprechende Reinigung wiederhergestellt werden.

42.65 Von Flussläufen verlassener Boden und Siedlungsboden bedürfen größerer Reinigung, weil sie vielfach umgestaltet worden sind. [Eine Negation und der Satzschluss sind gestört.]

42.66 Man grabe aus und entferne die beeinträchtigte Erde, bis heilsamer, heller, steinchenfreier und geschmeidiger Boden erscheint, gegebenenfalls bis zum Wasser. [Ein Halbvers ist teilweise ausgefallen.]

42.67 Wenn Wasser sichtbar wird, verehre man es und sättige Varuṇa, den Herrn der Wasserwesen, zusammen mit den Nāga-Herren und den dort weilenden Göttern.

42.68 Zur Festigung fülle man alles mit Steinen und Erde auf, mit geeigneten Steinen und geschmeidiger Erde in entsprechenden Schichten.

42.69 Man stampfe wiederholt fest, benetze mit Wasser, ebne und bestreiche den Boden. Dann lasse man eine Kuhherde dort weilen,

42.70 mit jungen Kälbern und vorzüglichen Stieren. Man streue befeuchteten Reis, reichlich Gras

42.71 und Sesam aus. Wenn die Tiere den Boden mit Kuhdung und anderen Ausscheidungen versehen haben, führe man sie fort und bestreiche die Erde erneut.

42.72 Nach Verehrung der Sonnengestalt bestimme man wie zuvor die Richtungen. Zunächst lege man die Ausrichtung des Heiligtums mit der Gestalt des Herrn fest,

42.73 mit seiner Öffnung in der gewünschten Richtung. Wenn Platz vorhanden ist, errichte man davor die Opferhalle.

42.74 Ist das nicht möglich, wähle man eine der drei anderen Seiten und richte sie in Nord-Süd-Richtung aus, passend, rein, bequem und ohne Behinderung.

42.75 Man bedecke sie dicht mit Schilf, Kāśa-Gras, Rohrbündeln oder anderen geeigneten Stoffen. Darin sind fünf erdene Sockel mit Zwischenräumen vorgesehen.

42.76 Je nach Mitteln messen sie sieben, sechs, fünf, viereinhalb oder vier Hasta.

42.77 Für die Zwischenräume spare man jeweils ein Sechstel der Breite aus, o vorzüglicher Brahmane. Ihre Höhe bestimme man

42.78 als ein Vierundzwanzigstel des jeweiligen Maßes. Entsprechend Breite und Höhe schmücke man die Ecksäulen, o Einsichtsvoller.

42.79 Auf ihre Köpfe lege man nach diesem Maß weitere verzierte, quer verlaufende Balken.

42.80 Alle seien kräftig und mit Torbögen in den vier Richtungen versehen. Die Breite eines Torbogens betrage ein Drittel des Sockelmaßes.

42.81 Die Höhe aller wird mit einem Drittel ihrer Breite angegeben. Sie tragen Rad und Garuḍa in einer Zahl von drei, vier oder fünf. [Der Höhenbezug ist nicht sicher.]

42.82 Sämtliche Torbögen mit ihren Säulen setze man unter Berücksichtigung der Zwischenräume wohlgestaltet in den Boden ein.

42.83 Unten seien die Säulen viereckig, in der Mitte achteckig und oben rund, in gleiche Abschnitte gegliedert.

42.84 Die Wege im Osten und Westen entsprechen jeweils dem Sockelmaß; im Norden und Süden liegt jeweils ein Weg entlang des Sockels.

42.85 Nachdem man so die Halle für die Verehrung des Herrn für alle Handlungen angelegt hat, bilde man nördlich des nördlichen Sockels eine mit Lotus gekennzeichnete Feuerstätte,

42.86 rund oder viereckig, „Offenbarung“ genannt, mit guten Merkmalen. Die Fläche der Einfassung sei mit Muschel, Rad, Keule und Lotus bezeichnet.

42.87 In ihrer Nähe liege der Platz zur vorbereitenden Weihe der Materialien. Auf dem mittleren Sockel bilde man das Mandala und vollziehe die Verehrung von Mantra- und Waffenkrug.

42.88 Für die vier mit Heilpflanzen gefüllten Badekrüge ist ein eigener Platz bestimmt; an anderer Stelle das Lager, und auf dem Badesockel

42.89 nahe den Badekrügen die Badestoffe. Als fünften Sockel erkenne den mit Sand bereiteten und gut verehrten Platz.

42.90 Für die vorbereitende Weihe errichte man eine große Umfassung mit Tür, Fenstern, Türflügeln und Riegeln.

42.91 Unter Aussparung der Tempelfläche zeichne man ringsum in den Richtungen acht Feuergruben mit Einfassungen und Sockeln.

42.92 Ersatzweise können sie im Osten außerhalb des Mandalas oder im westlichen Bereich eingerichtet werden, auf einem gemeinsamen Sockel und mit Torbögen,

42.93 mit Säulen oder mit voneinander getrennten Sockeln. Im Osten befinde sich die als Radlotus bezeichnete Form; im Süden die einfache göttliche Form

42.94 oder eine viereckige mit keulenförmiger Einfassung, o Lotusgeborener; im Norden der Lotus, an den vier Ecken die Muschel.

42.95 Dies ist die Anordnung der Feuergruben bei der Fundamentweihe und der Einsetzung der ursprünglichen Gottheiten der Viergestalt, o Brahman.

42.96 Höre nun weitere Anordnungen der Gruben in Haupt- und Zwischenrichtungen, zur Vermehrung von Wohlstand, Glück, Lebensdauer und Gesundheit,

42.97 zum Gelingen aller Handlungen und zum Weichen der Hindernisse. Bei einer Umstellung ändert sich auch die Frucht; Gleichmäßigkeit dient der Befreiung. [Die letzte Wendung ist gestört.]

42.98 Im Osten liege eine viereckige Grube mit zwei Paaren von Keulen, im Süden das Rad und im Westen die Muschel.

42.99 Im Norden befinde sich der Lotus mit der gewünschten Blätterzahl. Im Südosten gestalte man die Feuergrube wie ein Aśvattha-Blatt.

42.100 Im Südwesten bilde man die dreieckige, vom Lotus freie Form für das Feueropfer, im Nordwesten eine achteckige Grube. [Die zusätzlich erwähnte Rundung ist nicht eindeutig zuzuordnen.]

42.101 Im Nordosten zeichne man die Śrīvatsa genannte Feuerstätte, wie zuvor mit halbmondförmigen Merkmalen.

42.102 Höre aufmerksam eine weitere Anordnung: Im Osten ist die Feuerstätte rund, im Südosten hat sie die Form des Kaustubha-Juwels,

42.103 im Süden die des Rades, im Südwesten die des Śārṅga-Bogens, im Westen die der Keule und im Nordwesten wie zuvor die der Vanamālā-Girlande.

42.104 Im Norden sei sie lotusförmig, im Nordosten Śrīvatsa-förmig. Für alle ist dasselbe Breitenmaß vorgeschrieben.

42.105 Wie zuvor glätte man den halben Rand nach dem Zwölftelmaß und bilde eine gleichmäßige Einfassung von entsprechender Breite.

42.106 Die gleichen und ungleichen Einfassungen richte man wie zuvor ein, o Zweimalgeborener. Die Yoni forme man nach den angegebenen Merkmalen wie ein Pippala-Blatt.

42.107 In der Mitte richte man eine runde beziehungsweise vierteilige Śrīvatsa-Feuerstätte ein, oder außerhalb des Tempelgeländes im Nordosten,

42.108 nach dem entsprechenden Maß, für die Sättigung bei allen Handlungen und für die Gottheiten der Baugestalt und die Welthüter, o Einsichtsvoller,

42.109 für den Herrn der Hindernisse, die Türwächter, den Feldherrn und die Erde. So errichte man die Opferhalle mit ihren Feuergruben, o Lotusgeborener.

42.110 Innen und außen schmücke man sie reich mit vielfältigen schönen Bannern und Siegesfahnen,

42.111 mit hohen Bananenstauden und anderen kräftigen, reinigenden Baumzweigen, mit Stoffen, vollen Krügen, Blüten und Blütenrispen,

42.112 mit verschieden gestalteten Baldachinen, ausgenommen über dem Feuerhaus, mit Stäben, Pfauenfedern und Schnüren, die mit den stofflichen und göttlichen Kräften verbunden sind,

42.113 mit den bereits herbeigerufenen Welthütern, Türwächtern und den Gottheiten des Geländes, mit Spiegeln, kunstvollen Wedeln und wohlklingenden Glocken,

42.114 mit Bronzegefäßen voller Honig, geklärter Butter, Joghurt und Milch sowie grünen Keimschalen an den Mündungen der Krüge,

42.115 mit Schalen voller Reis und Reiskörner, Gold und Früchten, mit Puffreis, weißem Senf, Samen und Gaben der sechs Geschmacksrichtungen,

42.116 mit wohlriechenden Stoffen wie Zimt und Kardamom, Betelnüssen, Madhūka, Badara, Lack, Zuckerrohr, den drei Myrobalanenfrüchten und anderem Obst,

42.117 mit zahlreichen Blüten nach der jeweiligen Verfügbarkeit und mit vielerlei weiteren reinen Gruppen von Gaben.

42.118 Auf den Flächen außerhalb der Sockel verteile man dies ringsum in allen Richtungen und bringe sämtliche reichlich beschafften Materialien hinein.

42.119 Bei günstigem Planetenstand, einem passenden festen Mondhaus, einem festen Aszendenten und einer festen Teilstellung, rein und von guten Eigenschaften,

42.120 soll der vom Herrn erfüllte Auftraggeber zur Weihe der Tempelfundamente antreten, nach seinen täglichen Pflichten und zusammen mit Lehrer und hervorragenden Brahmanen,

42.121 unter dem Klang von großen und kleinen Trommeln, Muscheln und weiteren Instrumenten, während heilige Texte aus Ṛg-, Yajur- und Sāmaveda rezitiert werden.

42.122 Nach der Verehrung der Türwächter betrete man die Opferhalle, vergegenwärtige die göttliche Durchdringung des eigenen Sitzes, verehre ihn und setze sich.

42.123 Nahe dem mittleren Sockel, auf der Westseite, sitze man nach Osten blickend. Die im Osten Einzusetzenden blicken nach Westen und erhalten erdene Sitze.

42.124 Die Yajurveda-Kundigen ordne man im Nord-Süd-Bereich an, die Sāma-Kundigen im Westen mit Blick nach Osten,

42.125 zusammen mit Ekāyana-Brahmanen, die nach den göttlichen Gestalten bezeichnet werden. Im Norden setze man die ihren täglichen Pflichten treu Ergebenen,

42.126 die Atharvaveda-Kundigen ein, alle jeweils zu zweit, mit guten Helfern hinter ihnen. Ein auf die rechte Erkenntnis achtender

42.127 Unterweiser der Mantras bei der Verehrung der Brahmanen und anderen stehe gesammelt und einspitzig rechts vom Lehrer.

42.128 Danach vollziehe man den Nyasa mit der Gestalt des zwölfsilbigen Mantra und stütze sich geistig auf die den Mantra bewusst tragende Kraft.

42.129 Mit dem achtsilbigen und weiteren Shruti-Mantras bereite man nach der zuvor genannten Ordnung Fußwasser, Gießgefäß und Lotus vor,

42.130 außerdem Ehrengabe und die fünf Kuhprodukte. Man ehre die Zweimalgeborenen mit Salbung, Blumen, Gewändern und Ringen. [Das letzte Wort ist beschädigt.]

42.131 Mit heiligen Ringen und Gold versehen, beräuchere man alles der Reihe nach. Der beherrschte Baumeister nehme mit seinen Helfern Platz.

42.132 Nach Erteilung des Auftrags fertige man die auf dem Baugrund benötigten Gefäße nach dem Maß aus Gold, Silber oder neuem Kupfer,

42.133 ersatzweise aus Stein oder Ton, o Lotusgeborener. Der mittlere Krug messe vierundzwanzig Fingerbreiten

42.134 in der Breite seines mittleren Bereichs; die Höhe steigere sich um je zwei Fingerbreiten. Die Öffnung messe sechs Fingerbreiten, ihr Mundrand drei.

42.135 Über der umlaufenden Leiste sind drei Fingerbreiten vorgesehen, o Lotusgeborener. Die Gefäße der Richtungen besitzen die halbe Höhe.

42.136 Man fülle [die Fundamentgrube] mit verschiedenen Früchten und Erde, stampfe mit starken Khadira-Hölzern fest und benetze mit Wasser.

42.137 Nach vollständigem Auffüllen ebne und bestreiche man den Boden und bestimme wie zuvor die Richtungen.

42.138 Man schmücke ihn mit weiteren Fahnen und hänge Siegesbanner auf, mit Bananenstauden und anderen kräftigen, reinigenden Baumzweigen,

42.139 mit Stoffen, vollen Krügen, Blüten, Seide und Blütenrispen. Bei günstigem Planetenstand und einem passenden, glückverheißenden Mondhaus,

42.140 einem festen Aszendenten und einer festen Teilstellung, rein und günstig, begebe sich der vom Herrn erfüllte Auftraggeber zur Fundamentweihe. [Die Bezeichnung der Handlung ist gestört.]

42.141 Er habe die täglichen Pflichten vollzogen und sei von vorzüglichen Brahmanen und dem Lehrer begleitet, unter heiligem Trommel- und Instrumentenklang,

42.142 mit Lobrednern und glückverheißenden Gesängen. Er lasse die vorzüglichen Shruti-Texte aus Sāma-, Ṛg- und Yajurveda rezitieren.

42.143 Man betrete den vorbereiteten Boden mit den gesammelten Materialien, vollziehe die rituelle Wasserschlürfung und den Nyasa mit dem zwölfsilbigen Mantra.

42.144 Mit dem achtsilbigen und weiteren Shruti-Mantras bereite man Fußwasser, Ehrengabe und die fünf Kuhprodukte und verehre die hervorragenden Brahmanen.

42.145 Auch der Baumeister werde mit Ehrengabe, Blumen und anderem geehrt und beginne seine gute Arbeit. Man lasse jeweils die mit Om beginnende Gāyatrī sprechen,

42.146 den Gāyatrī-Sāman und den mit „kanikrand“ bezeichneten Text. Ebenso beginne die Arbeit mit Om.

42.147 Danach rezitiere der Ekāyana-Kundige seinen Text, der Ṛgveda-Kundige den Śivasaṃkalpa-Text, der Yajurveda-Kundige den mit „bhadra“ beginnenden,

42.148 der Sāma-Kundige den Bhadraśrī-Sāman und der Kenner der Ritualordnung die mit „śata“ beginnenden Texte. Nachdem man das Feld wie zuvor gegliedert und geheiligt hat,

42.149 mit sämtlichen vedischen und Pāñcarātra-Reinigungsmantras, bilde man im nördlichen oder nordöstlichen Bereich des Tempelgrundes

42.150 auf einem ebenen erdenen Sockel ein allseits glückverheißendes Mandala mit zwei zugehörigen Häusern. [Die Bezeichnung der Häuser und das überlieferte „unglücklich“ sind offenbar gestört.]

42.151 Auf einem glückverheißenden Sitz stelle man zwei Wasserkrüge auf, schmücke sie mit Kränzen und anderem und verehre in einem die zu verwirklichende Gottheit,

42.152 den erhabenen Puruṣottama, mit dem zwölfsilbigen und den vorzüglichen Shruti-Mantras. Im anderen Krug verehre man seine Waffe

42.153 mit Mantras aus den vier Veden, die den Herrn der Waffen bezeichnen. Dann begebe man sich zum vorderen Teil der Halle und vollziehe die innere Verehrung im Herzen.

42.154 Man lasse die Gottheit nach außen herabsteigen, verehre sie wie zuvor und sättige sie im Feuer nach der Vorschrift, zunächst ohne abschließende volle Opfergabe.

42.155 Man verehre den Vāstu-Puruṣa und die Götterschar, die seine Glieder bildet, mit hundert, fünfzig oder fünfundzwanzig Opfergaben

42.156 aus mit Butter benetztem Sesam und danach aus Butter allein, mit den auf die Baugestalt und ihre Gottheiten bezogenen Mantras, beginnend mit Devavrata.

42.157 Nun bereite man neun gleichmäßige Metallkrüge nach dem eigenen Vermögen, jedoch nicht kleiner als zwölf Fingerbreiten,

42.158 oder Krüge aus Stein oder gut gebranntem, festem Ton, heilig, gießgefäßartig, achteckig oder aufrecht muschelförmig,

42.159 ohne Rillen, mit sauberer Öffnung und geeignet zur Aufnahme der Stoffe. Zur Reinigung aller vollziehe man zunächst das Bad.

42.160 Nach der vorbereitenden Weihe, mit Stoff bedeckt, fülle man sie noch am selben oder am folgenden Tag der Reihe nach mit den Materialien, unter den jeweils zugehörigen Shruti-Texten,

42.161 mit der Gāyatrī, dem acht- und dem zwölfsilbigen Mantra: mit Goldsand, Edelsteinen, Perlen und anderem,

42.162 Metallen, verschiedenen Getreiden und weiteren Stoffen wie Quecksilber, mit Samen einschließlich weißem Senf und Körnern wie Wildreis,

42.163 mit Kampfer, Sandelpulver, Safran und Agaru vermischt. Außen schmücke man sie mit Stoffbändern, Kränzen, Sandel und anderem.

42.164 Nachdem man sie so verehrt und geheiligt hat, setze man in vier von ihnen die auf dem Lotus sitzende Lakshmi ein, von Schätzen umgeben,

42.165 in die vier anderen den König der Edelsteine namens Kaustubha, mit seinem Mantra und eigenen Namen, begleitet von den Herren der Schätze.

42.166 In einem Krug vergegenwärtige man den erhabenen Herrn als Wesen aller Kräfte, mit dem sechssilbigen Mantra, ungegliedert und von Lautgestalt.

42.167 Das vierfeldrige Brahman-Gebiet gestalte man als achtblättrigen Lotus und setze den Krug des Herrn aller Wesen in die Mitte der Lotusmitte.

42.168 Die vier Edelsteinkrüge stelle man im Kreis der Richtungen auf, vom Osten aus rechtsherum; dazu verwende man die entsprechenden Mantras oder gewöhnlichen Namen.

42.169 Die vier Lakshmi-Krüge setze man in die Zwischenrichtungen vom Nordosten bis zum Nordwesten. Danach verehre man den mittleren Krug.

42.170 Die vier mit dem Herzmantra beginnenden Glieder verehre man in den Edelsteinkrügen; in den vier Śrī-Krügen verehre man jeweils den einen entsprechenden Mantra.

42.171 Vorn und im mittleren Krug verehre man mit dem Augenmantra. Nachdem man so für alle den ungegliederten Nyasa vollzogen hat,

42.172 gebe man neun gleichmäßige Deckplatten aus Kupfer oder Stein darauf, rund oder viereckig, fest und zwölf Fingerbreiten messend.

42.173 Der mittlere Krug ist durch vier Kräfte umschlossen; in ihm weilt die höchste göttliche Kraft, die die ganze Welt zu tragen vermag.

42.174 In den Hauptrichtungen betrachte man die göttliche Leuchtkraft mit Erkenntniskraft und Unsterblichkeit; in den Krügen der Zwischenrichtungen die durch Freude gekennzeichnete

42.175 reine Kraft Acyutas namens Handlung, die das Wirksame hervorbringt. Nach dieser Einsetzung verehre man Śrī und die übrigen Kräfte mit ihren eigenen Namen.

42.176 Danach verehre man die Schätze und ihre Herren sowie den Mantra mit seinen Gliedern und zeige die Mantra-Mudra, deren Kennzeichen die gesamte Wirkkraft ist.

42.177 Man vollziehe Japa mit dem zwölfsilbigen Mantra und die feste Bindung in ihm. [Der restliche Halbvers ist ausgefallen.]

42.178 Man fordere den Yajurveda-Kundigen auf, den mit „yujyate“ beginnenden Yajus zu sprechen, den Ṛgveda-Kundigen zum Puruṣa-Sūkta und den Sāma-Kundigen zum Vishnu-Sāman.

42.179 Danach folgen der mit „atharvā“ bezeichnete Text und der Ekāyana-Brahmane. Dieser vollziehe die vier Namensmantras, beginnend mit der Entfaltung des Selbst,

42.180 verbunden mit der Verehrungsformel. Dann erklinge der Rathantara-Sāman; freudig rufe man die Ṛgveda-Texte aus.

42.181 Der Sāma-Kundige rezitiere den Sāman „pratiṣṭhā asi“. Danach [fehlt die Anweisung zu einem Vorgang zwischen den Krügen].

42.182 Alle werden mit Mörtel befestigt. Die acht Richtungen des Geländes versiegle man mit den acht Kräften.

42.183 Durch die Bindung im Inneren der Steine seien alle oben eben ausgerichtet und von allseits glückverheißender Gestalt. [Die Aussage zur Verschiedenheit der Steine ist unsicher.]

42.184 Zuvor durch Bad und weitere Handlungen geheiligt, mit Gewändern, Kränzen und Farben geschmückt, setze man sie auf die acht Edelsteinsitze.

42.185 Den in seine Silben gegliederten Mantra, vom Pranava eingefasst, setze man vom Osten bis zum Nordosten in die acht sichtbaren Formen ein.

42.186 Mit Pranava, eigenem Namen und abschließendem „namaḥ“, o Einsichtsvoller: Balavīryavatī, Nityā, Anantā, Sthirā, Dhruvā,

42.187 Sandhyā, Dhṛti und als achte Sthiti. Man rezitiere die entsprechenden vedischen Anfänge und Abschlüsse zusammen mit den Yajurveda-Texten.

42.188 [Der Vers nennt weitere, teilweise verderbte Textanfänge und Ṛg-Hymnen.] Danach spreche der Ekāyana-Kundige die mit „yadi vāyo“ und ähnlichen Worten beginnenden Texte und opfere so, o Lotusgeborener.

42.189 Nach der vollen Opfergabe spreche man den zu Gehör bringenden Mantra. Auftraggeber und vorzüglicher Lehrer vergegenwärtigen die Gesamtheit der Mantras,

42.190 verbunden mit allen eingesetzten Namensmantras von Śrī und den übrigen Kräften, und rezitieren den Ekāyana-Mantra mit dem Anfang „deren Einsicht siebenfach“.

42.191 Man bringe die abschließende Opfergabe zur Vollendung aller Handlungen dar. Damit habe ich dir die Hauptordnung erklärt, o Lotusäugiger.

42.192 Nun erkläre ich die Ersatzordnung, die allen förderlich ist: In diesen einen Krug setze man die gesamte, sonst in verschiedenen Feldern verehrte

42.193 Mantraentfaltung wie beschrieben ein, ebenso auf der Fläche beziehungsweise im Stein, und in seiner Mitte die eine höchste göttliche Kraft, die alle Kräfte enthält.

42.194 Dann gebe man eine Hülle aus Mörtel und anderen Stoffen darüber und zeichne oben mit Safran und weiteren Farben einen Lotus.

42.195 Den übrigen ausgehobenen Boden ebne man ringsum durch Stampfen und andere Verfahren wie zuvor; danach grenze man ihn mit sämtlichen entsprechenden Stäben ab,

42.196 mit einer fünffarbigen Schnur und festen Pflöcken aus Opferholz. Der Mantrakundige rezitiere den Waffenmantra und danach den Jīmūta-Text.

42.197 In die Richtungen gebe man die zuvor genannte, mit vier Kränzen und Sandel versehene Bali-Gabe. Danach vollziehe man die Wasserschlürfung und verneige sich.

42.198 Mit dem zwölfsilbigen Mantra bitte man den an den drei Orten gegenwärtigen Mantrakönig um Verzeihung und ziehe ihn nach vorausgehender Verehrung wie zuvor wieder ein.

42.199 Danach ehre man draußen den Baumeister, Viśvakarman voranstellend, und versorge auch die anderen, als Fleischesser bezeichneten Wesen. [Der erste Halbvers ist verderbt.]

42.200 Den hervorragenden Brahmanen und anderen gebe man Speise und Opferlohn; weiteren Bedürftigen Nahrung und Geld nach den eigenen Kräften.

42.201 Entsprechend den verschiedenen örtlichen Verhältnissen errichte man so die Grundlage des Hauses und das vielfältig gegliederte Heiligtum,

Unnummerierter Halbvers: bis hin zum Sitz des Banners, alles mit eigener Einsicht angemessen einteilend.

Damit endet in der Pauṣkarasaṃhitā, der großen Upanishad des heiligen Pāñcarātra, das zweiundvierzigste Kapitel über die Weihe der Tempelgrundlage.


Kapitel 43: Tempelgestaltung und Formen der Einsetzung

Der erhabene Herr sprach:

43.1 Vom Bereich des Heiligtums ausgehend lege man nach Wunsch ringsum einen Hof an und plane darum eine Umfassungsmauer.

43.2 Sie kann mit kleinen Gebäuden und Torbauten versehen sein oder schlicht, mit Götterdarstellungen. Bei einem viertorigen Tempel, den die Viergestalt schmückt,

43.3 sind jeweils zwei Torbauten in den Richtungen der Umfassung günstig. Man errichte vier oder acht Nebentempel, o Einsichtsvoller.

43.4 Sie können gleichförmig oder verschieden sein, entsprechend den Gestalten des Herrn, nach dem gewünschten Maß und in der Form kleinerer Heiligtümer,

43.5 aus gebrannten Ziegeln, Stein oder Holz. Vier sind an den vier Ecken vorgesehen, o Zweimalgeborener. Plant man acht,

43.6 so bilde man an den beiden Torbereichen einander zugewandte Paare und in den drei übrigen Richtungen jeweils zwei Heiligtümer mit Zwischenraum. [Die Verteilung ist nicht widerspruchsfrei überliefert.]

43.7 Die Türhöhe ist nach der Höhe der Gottheit mitsamt ihrem Sockel angegeben. Bei Gottheiten von größerem Maß

43.8 und bei verschiedenen kleineren Gestalten gleiche man die Höhe durch den Sockel aus. Breite und Höhe sind nicht überall an eine starre Merkmalsregel gebunden.

43.9 Die Tür soll einen bequemen Zugang ermöglichen und auch bei engem Raum förderlich sein. Das reine Maß werde nach dem zugehörigen Mondhaus bestimmt. [Der zweite Halbvers ist beschädigt.]

43.10 Man nehme die in Fingerbreiten ausgedrückten Maße von Breite und Länge und multipliziere sie miteinander, um ein günstiges Mondhaus zu gewinnen.

43.11 Zur Gewinnung des günstigen Ergebnisses nehme man die entsprechende Teilung beziehungsweise Verminderung vor. Die Reste eins, drei, fünf und sieben gelten sämtlich als günstig.

43.12 Sie entsprechen der Reihe nach Banner, Tiger, Stier und Elefant. Ebenso passe man die Lage für das Erlangen eines günstigen Mondhauses an.

43.13 Man verwende einen günstigen Rest von eins bis siebenundzwanzig und verändere sorgfältig eine Fingerbreite beziehungsweise einen Viertelteil,

43.14 damit sich aus der Gesamtheit der Fingerbreiten ein heilsames Mondhaus ergibt. Nach dieser genauen Überlegung errichte man auf Erden das Götterhaus.

43.15 Die liegende, sitzende oder auf Garuḍa befindliche Gestalt des Herrn setze man in einer gewünschten der drei Richtungen oder als drei Gestalten in allen drei Richtungen ein.

43.16 Die sitzende Gestalt befinde sich im Süden, die stehende im Westen; im Norden, in einem Tempel mit südlicher Tür, die auf Garuḍa sitzende.

43.17 Von den vier für die Ecken genannten Formen sei die eine im Südosten mit nördlicher Tür angeordnet, eine weitere nach Osten gerichtet. [Der übrige Bezug ist beschädigt.]

43.18 Nach dem Maß der eigenen Erkenntnis und der gewünschten inneren Beschaffenheit werden ihre auf Teilkräfte bezogenen, begrenzten Größen bestimmt.

43.19 Diese besondere Form heißt Āsthāpana, o Lotusgeborener. Wenn die Weihe des Brahman-Steines und des Sockels vollendet ist,

43.20 wenn durch Einreiben, Salben, Erde, Asche, Kuhdung und andere Mittel und durch das Bad die Fehler der handwerklichen Herstellung beruhigt sind,

43.21 wenn das Öffnen der Augen und ein weiteres Bad vollzogen sind, heben die Bildhüter die Gestalt mit dem Guru und vielen kräftigen Helfern empor.

43.22 Durch die entsprechende Einsetzung wird die Mantragegenwart hergestellt. Wenn die Dreiheit durch festen Bindemörtel zu einer Einheit verbunden ist, o Pauṣkara,

43.23 vollzieht man beim genannten Aufgang des Aszendenten den Mantra-Nyasa. Durch das Verbinden ihrer Kraft wird diese Gegenwart fest gegründet.

43.24 Bei gemalten Gestalten an den Innenwänden des Tempels oder auf Stoff und anderen Trägern setzen vorzügliche Praktizierende die Mantras bis zur Zeit der angestrebten Vollendung ein.

43.25 Der Mantra-Nyasa in ein bewegliches Bild mitsamt seinem Sitz, auch in ein Ritualbild für die tägliche Verehrung,

43.26 heißt bewegliche Einsetzung beziehungsweise Festigung des Aufenthalts. Wird eine Gestalt durch Bodenbruch, Wasser oder andere Schäden schwer beeinträchtigt,

43.27 hebt man sie heraus und verbindet sie mit einem anderen Ort von guten Merkmalen. Diese erneute regelgerechte Einsetzung heißt Saṃsthāpana.

43.28 Wenn sie durch Blitzschlag oder ähnliche Ereignisse beschädigt ist und entfernt wird, während ihr Sitz fehlerfrei bleibt,

43.29 setze man eine andere gleichartige, gut gestaltete Figur darauf oder auf einen neuen Sockel, o Einsichtsvoller.

43.30 Diese besondere Form ist als Einsetzung nach Entfernung zu erkennen. [Der zweite Halbvers über Erkenntnis und den Blick in eine Richtung ist verderbt.]

43.31 Je nachdem, wie die Glieder die Richtungen erfüllen, ob die Gestalt liegt, sitzt oder steht, beweglich oder unbeweglich ist,

43.32 gibt es viele besondere Formen der Pratiṣṭhā, die alle Vollendungen gewähren, entsprechend der allgemeinen Anordnung und ihren besonderen Eigenschaften.

43.33 Eine reine allgemeine Verehrung gewährt den nach Früchten Verlangenden entsprechende Ergebnisse; die Gleichheit der höchsten Frucht ist jedoch erst in einer weiteren Geburt zu erkennen.

43.34 Die Einsetzung der Viergestalt gewährt bleibende Erkenntnis. Hat ein Mensch sie erlangt, nimmt er keine weitere Geburt mehr an.

43.35 Wer mit dem Wunsch nach einer Frucht die Viergestalt mit Vertrauen und höchster Hingabe einsetzt, erhebt schon durch den Entschluss, o Lotusgeborener,

43.36 je sieben Generationen der väterlichen, mütterlichen und ehelichen Familie. Werden sie erneut auf Erden geboren,

43.37 wenden sie sich der mit Dharma verbundenen Hingabe an Hari zu. In einer dritten Geburt erlangen sie rechte Unterscheidungskraft. [Die Zählung im zweiten Halbvers ist beschädigt.]

43.38 Durch sie überqueren sie die furchtbare Enge des Daseinskreislaufs. Damit ist die ursprüngliche Form der Einsetzung beschrieben, o bester Zweimalgeborener.

43.39 Höre nun von den besonderen Einsetzungen. Nachdem man die gewünschte Frucht in göttlichen Welten genossen hat,

43.40 erlangt man eine hervorragende Geburt und vollzieht erneut die göttliche Brahman-Einsetzung und die übrigen Formen. In einer weiteren Geburt

43.41 gewährt sie wie zuvor die Erkenntnis, die zur höchsten Stätte des Herrn führt. So ist der Unterschied innerhalb der bestehenden Gleichheit erklärt, o Einsichtsvoller,

43.42 bei diesem vorzüglichen göttlichen Opfer mit seiner Frucht, das dem unvergänglichen Acyuta gilt und den Daseinskreislauf tilgt.

43.43 Erfahre nun die Unterscheidung, die allein von den äußeren Voraussetzungen abhängt: Für Angehörige der Stände, beginnend mit den Brahmanen, die dem Hausleben zugetan sind,

43.44 bis hin zu den noch nicht Eingeweihten, die Tod und anderes fürchten und in weltlichen Angelegenheiten stehen, sind Einsetzung und verwandte Handlungen

43.45 [in einer textlich nicht sicher bestimmbaren Weise abgegrenzt] und gewähren die von mir genannte Frucht. Für diejenigen, die vom Guru die Befreiungseinweihung empfangen haben und Acyuta kennen,

43.46 die durch Hingabe die Befugnis zur täglichen Verehrung erlangt haben, in rechter Sammlung gefestigt sind und nur noch dieses eine Leben vor sich haben,

43.47 deren Geist von trennenden Vorstellungen frei geworden ist, ist die Einsetzung zum Schutz des eigenen Geschlechts und anderer vorgesehen, o Lotusgeborener.

43.48 Für sie ist bis zum Ende des Lebens die Āsthāpana zur Freude ihrer Einsicht vorgeschrieben, o Bester der Verständigen.

43.49 Wer dies erkannt hat, vollende mit rechtmäßig erworbenem Vermögen und eigener Kraft alles von der Landübernahme bis zum Banner.

43.50 Die nach Süden blickende, sitzende Gestalt auf einem Sockel werde in einem südwestlichen Haus mit östlicher Tür eingerichtet, als Wohnstatt des Weltenbewohners. [Die erste Bezeichnung ist unsicher.]

43.51 Die auf dem Rücken des Vogelkönigs sitzende Gestalt ist im nordwestlichen Heiligtum günstig. Die liegende Gestalt in der angegebenen Richtung gewährt göttliche Freuden.

43.52 Die sitzende Gestalt in der genannten Richtung führt zum Rang Prajāpatis und zu einem beständigen Aufenthalt oberhalb der gewöhnlichen Himmelswelten.

43.53 Durch die auf dem Reittier befindliche Gestalt erlangt der Mensch göttliche Bewegung im Luftraum. Für Verehrer mit Fruchtverlangen richten sich die Ergebnisse nach Ort und Stellung.

43.54 Alle Richtungsstellungen tragen ihre entsprechende Frucht für die nach solchen Ergebnissen Verlangenden. Danach folgt eine vorzügliche Geburt, die das Selbst offenbart.

43.55 Erkenne, dass dies bald zur Befriedung des Daseins führt, o Lotusgeborener. In den drei Richtungen setze man nach der genannten Folge

43.56 die Gestalten Narasiṃhas, Kapilas und Varāhas ein, o Einsichtsvoller; in den vier Zwischenrichtungen sind wie zuvor die vier Gestalten der Reihe nach vorgesehen.

43.57 Der Pferdegesichtige dient den Befreiten; die Löwen- und weiteren Gestalten können eingesetzt werden, oder in den drei Richtungen die mit der Schildkröte beginnende Gruppe.

43.58 Die Fisch- und Vāmana-Gestalten dienen der zuvor genannten Frucht. In die Zwischenrichtungen setze man in der beschriebenen Reihenfolge

43.59 Trivikrama, den Herrn mit der Axt in der Hand, den Träger einer schönen weiblichen Gestalt und den höchsten Herrn Viśvarūpa, der alle Götter enthält.

43.60 Dies sind die genannten Regeln. Alle übrigen ursprünglichen und weiteren Erscheinungsgestalten, o Lotusgeborener,

43.61 sind mit Zustimmung der Gurus einzusetzen, nicht durch Verehrer anderer Lehrbindungen. Danach errichte man die gewünschte schöne Hütte mit der Gottheit.

43.62 Vor der Tür schaffe man einen hallenartigen Vorbau mit Stufen und Wegen, mit einem Altar geschmückt, als dauerhaften Ort der Verehrung

43.63 und zur Aufbewahrung der weiteren Gaben, heilig und gegen Wind und Regen geschützt. Nach der Weihe der Tempelgrundlage, o Lotusgeborener,

43.64 verehre man täglich den höchsten Herrn, der im Wasser von fünf, neun oder einem einzigen Krug mit sämtlichen Edelsteinen eingesetzt wurde,

43.65 als Mantragestalt mit Gliedern, Kennzeichen und Gefolge, durchwirkt von seiner eigenen Kraft.

43.66 Dies dient der Vorbereitung der Mantrabild-Einsetzung und der Befriedung zeitbedingter Hindernisse. Andernfalls entsteht ein schwer abwendbares Hindernis, o Einsichtsvoller.

43.67 Durch tägliche Verehrung zu den drei Zeiten bleiben die Mantras gegenwärtig. Wo sie fest gebunden sind, aber nicht verehrt werden, verursachen sie Kummer.

43.68 Die Plätze im Hof für die Einsetzung der Gottheiten sind erklärt, o Lotusgeborener. Höre nun das Folgende.

43.69 In der Mitte dieses Geländes, im gewünschten weiten Heiligtum, besteht der Herr unter verschiedenen Namen entsprechend der Anordnung.

43.70 Die Verbindung der Viergestalt, die in die vier Richtungen blickt, mit Sockel, Brahman-Stein und tragender Säule

43.71 ist als Pratiṣṭhā zu erkennen, die die Entfaltung der Richtungen erfüllt, in Gestalt der tragenden Kraft, gestaltlos und unvergänglich.

43.72 Zum Bestand und zum rituellen Vollzug dient die Gestalt aus Brahman-Stein und Kupfer. Alles bis hinab zur Erde ruht auf dem Brahman-Stein, o Lotusgeborener,

43.73 und ist von Grund auf von jenem Gestaltlosen durchdrungen, das stoffliche und unstoffliche Gestalt annimmt und als Träger besteht. [Die Säulenbezeichnung ist gestört.]

43.74 Der eine Keim Acyutas bleibt in den verschiedenen einzelnen Gegenständen ununterbrochen gegenwärtig: Dies eben ist die fest gegründete Gegenwart.

43.75 Die verschiedenen Vyūha-Gestalten und die gesamte Gruppe der Erscheinungen können einzeln, zu zweit oder in anderen Zusammenstellungen bestehen,

43.76 oder nach Wunsch eine einzige Gestalt auf einem universalen Sitz. Diese besondere Form der Pratiṣṭhā heißt Sthāpana.

43.77 Die vom Bewusstseinsvermögen durchdrungene, noch unentfaltete Gesamtheit der Wirklichkeitsstufen wird geistig zu einer Einheit in der als beweglich bezeichneten stofflichen Gestalt geführt.

43.78 Zur Zeit der vorbereitenden Bildweihe, Adhivāsa genannt, setze man die heiligen Mantras fest ein; bei der beweglichen Vergegenwärtigung dagegen

43.79 mit ihren Gliedern und Kennzeichen nach der gewünschten Form: Zur Verehrung werden sie aus dem eigenen Herzen in das Herz des Bildes eingesetzt,

43.80 und nach erfülltem Zweck täglich oder nach einer gewissen Zeit wieder zurückgenommen. [Die weitere Aussage über eine andere Wirklichkeitsstufe ist ausgefallen.]

43.81 Das Heiligtum besitzt verschiedene Namen und Maße und ist mit mannigfaltigen Gestaltungen geschmückt,

43.82 mit vielen bemalten Ebenen, von der Fußfläche bis zur Kuppel jeweils in passenden Verhältnissen.

43.83 In aufsteigender Folge bilde man die Wesen aus den Welten Bhūr, Bhuvar, Svar und den höheren: unbewegliche und bewegliche, Siddhas und verschiedene Blütengruppen,

43.84 gewaltige Berge, Nāga-Könige, schöne Lotushaine, kettenartig verbundene Trommelformen und himmlische Lauben aus vielfältigen Ranken,

43.85 Wasserlebewesen verschiedener Art sowie Wald- und Bergtiere, beginnend mit den Löwen,

43.86 Elefanten, Waldbewohner, Schwäne und Lotusse, Muscheln, Svastikas, Kahlāra und andere Wasserblumen,

43.87 schöne Nandika- und Staubfadenmotive, wie hundertblättrige Blüten entfaltet, mit Glöckchen, Wedeln, Sonnenschirmen und Bannern,

43.88 alle irdischen und überirdischen Bereiche, Meere mit ihren Flüssen, neue Geräte und die Götter, Mond, Sonne, Feuer und die übrigen,

43.89 göttliche Erscheinungen mit ihren weiteren Entfaltungen, Kontinente mit ihren Untergebieten und Unterwelten mit ihren Bewohnern,

43.90 die strahlenden Herren der Welten Mahar, Jana, Tapas und Satya, Brahmanen in Meditation und Schweigen, mit Feuer und Gottheiten verbunden.

43.91 Mit diesen und weiteren Motiven schmücke man die heiligen Wand- und Säulenbereiche samt den vorspringenden Zierformen in allen Richtungen, o Lotusgeborener.

43.92 Die Mitte des Deckenraumes im inneren Heiligtum kennzeichne man mit Rad und Lotus, umgeben von Brahmā und den übrigen Göttern, Siddhas und Vidyadharas,

43.93 die Blütenkränze, Wedel und Fächer tragen, ferner von Vanamālā, Keule, Muschel, Rad, Lotus, Śrī und den übrigen personifizierten Zeichen,

43.94 vom Vogelkönig, den Veden und Vedāṅgas mit Gebetsketten in den Händen, als umgebender Kreis außerhalb von Rad und Lotus.

43.95 Sämtliche Innenwände schmücke man mit Scharen von Göttern, Daityas und anderen sowie mit Nārada und weiteren Gestalten, die Tanz und Gesang gewidmet sind.

43.96 Mit Pranava, eigenem Namen und abschließender Verehrungsformel binde man den jeweiligen Mantra dort. Die Erdwelt betrachte man am Fuß bis zum Boden,

43.97 die Bhuvar-Welt am Sockel des Tempels, die Himmelswelt an seinem Wandkörper und Mahar im Bereich des großen Turmaufbaus.

43.98 Säule, Lagergrund, Fuß, Wandkörper, Stand, Pfosten und Basis sind hier verwandte Benennungen. [Der Vers erläutert die technische Ausdrucksweise.]

43.99 Die Jana-Welt befinde sich an dessen Plattform, die Tapas-Welt am Stab und die Satya-Welt an der Spitze des Götterhauses.

43.100 So vergegenwärtige man die höchste Durchdringung durch die sieben Welten, die aufwärts durch die Weltbereiche reicht, im gewählten Tempel, o Zweimalgeborener.

43.101 Die einzelnen Teile sind von weiteren Wirklichkeiten durchdrungen, die einander überall umfassen und höchste Merkmale tragen. [Ein Ausdruck zu Füßen und Fußgrund ist unsicher.]

43.102 Der Anteil der Erdwelt unterscheidet sich von den anderen durch das Überwiegen von Rajas und Tamas und den nur geringen Anteil von Sattva,

43.103 während die übrigen als allein von Sattva bestimmt gelten. Deshalb ist die Erdwelt innerhalb der Folge der Weltwege gesondert angeordnet.

43.104 Nach der Einsetzung der Edelsteine lege man die drei mit dem Wachen beginnenden Zustände in die als Schildkröte, Brahman und Selbst bezeichneten Bereiche beziehungsweise in die Spitze ein. [Die Zuordnung ist beschädigt.]

43.105 Der Sitz des Bildes im Mantra-Weg ist mit der vierten Brahman-Stätte verbunden. [Der übrige Halbvers zur Verbindung weiterer Stufen ist unverständlich.]

43.106 Vom Nabel bis zum Haupt vergegenwärtige man den Weg der Kalās; im Lotus der Brahman-Öffnung die durch Mantra und Brahman bestimmten Bereiche,

43.107 in seiner Mitte das höchste, allen gemeinsame, ewige und alldurchdringende Brahman. Die aus den Weltwegen bestehende Anordnung, die ich dir bei der Einweihung erklärt habe,

43.108 vollendet ebenso den Tempel bis zur Spitze und die Bilder samt Sockeln, mit ihrer stofflichen und den weiteren Bedeutungsebenen, o Einsichtsvoller.

43.109 In innerer Hinsicht ist der erhabene Herr meine friedvolle Gestalt Acyuta; auf göttlicher Ebene ist derselbe das unvergängliche kosmische Selbst Virāṭ.

43.110 Auf stofflicher Ebene ist es das Unentfaltete, das alle Wirklichkeitsstufen enthält, zusammen mit Vidyā, Kalā und sämtlichen weiteren höchsten Gegenständen.

43.111 Wie bei einer Auflösung, bei der die Samen erhalten bleiben, die Wirklichkeitsstufen vom Laut bis zur Einsicht in äußerst feiner Form bestehen,

43.112 so sind sie im Tempelleib gegenwärtig, den die Gottheit bewohnt: erfüllt von allen Kräften und durch reine Sattva-Eigenschaften bestimmt, o Zweimalgeborener.

43.113 Nach der Weise seiner Verehrung ist der Mantra als allwissender, allgegenwärtiger, alles bewirkender Herr zu verstehen, ausgehend vom alldurchdringenden Herrn aller Wesen.

43.114 Ebenso erkenne man das Haus der Mantragestalt aufgrund seiner Verehrung. Deshalb ist es mitsamt seinem Sockel sorgfältig nach der Vorschrift zu heiligen

43.115 und wie eine Gottheit einzusetzen, als eine aus Sattva hervorgegangene Form. Die mit Treppen und Wegen versehene, wohlgestaltete erhöhte Plattform

43.116 ist als Sockel des Tempels zu erkennen. Durch Mörtel und eiserne Verbindungen wird sie mit dem Bau zu einer Einheit,

43.117 zusammen mit gebrannten Ziegeln, fester Erde und Steinen, versehen mit angemessenen Maßen und Merkmalen und mit Darstellungen der ganzen Welt.

43.118 Von vielfältigen Farben belebt, gewährt sie beständige Frucht. Wird ein verfallener Tempel erneut hergestellt, bei selbstoffenbarten und anderen

43.119 vielfach verehrten Gestalten Acyutas, erlangt der Auftraggeber eine tausendfach vermehrte Frucht, o Einsichtsvoller.

43.120 Wasseranlagen, Bäume und mein heiliges Feld, o Pauṣkara, werden von guten Verehrern immer wieder instand gesetzt, um begangene Verfehlungen zu befrieden.

43.121 Wenn Könige das durch anfangslose Verbindung mit Nichtwissen oder durch die Macht der Zeit Verlorene durch Verehrung und andere Mittel bewahren,

43.122 gelangen sie nach dem Leibesende in den Himmel, unbedeckt von den Fehlern der Herrschaft. Mit der Zeit kehren sie zurück und erlangen reine Erkenntnis,

43.123 durch die das schwer erträgliche Leiden des Daseins vergeht. Dies ist die erklärte Frucht der Vollendung eines Gotteshauses

43.124 für wohlhabende Verehrer und Könige, o Lotusgeborener. Selbst wenn die volle Vergegenwärtigung aller Weltwege im Tempel nicht möglich ist,

43.125 kann der Lehrer allein die Durchdringung durch den Weg der Welten herstellen und sie aus dem Wunsch nach Gnade den Verehrern erschließen.

43.126 Zusammen mit einem geeigneten, redlichen Baumeister verwirklicht er die Gestalt; der Auftraggeber empfängt die zuvor genannte vollständige Frucht, o Zweimalgeborener. [Die Anfangsbezeichnung ist unsicher.]

43.127 Lässt der Auftraggeber einen Tempel allein durch die Hand des Handwerkers und ohne Mantras errichten, erhält er eine Frucht wie durch die Gabe von Gold, Land und Nahrung,

43.128 oder wie durch eine regelgerechte Schenkung seines gesamten Besitzes. Ein kleines, mittleres oder großes Gotteshaus aus Ton, Holz, Ziegeln und anderen Stoffen,

43.129 mit richtigen Maßen und Merkmalen, von Götterbildern erfüllt und mit den genannten Eigenschaften versehen, sei es ein Dorftempel oder eine einfache Hütte,

43.130 mit innen und außen in Haupt- und Zwischenrichtungen eingesetzten weiteren Vibhava-, Vyūha- oder abgeleiteten Erscheinungsgestalten,

43.131 kann durch Erdbeben und andere Schäden oder im Lauf langer Zeit aus seiner Lage geraten. [Die abschließende Wendung zu den Handelnden ist beschädigt.]

43.132 Dann soll ein König, sein Amtsträger oder ein anderer hingebungsvoller Mensch mit königlichem Auftrag und Zustimmung der Gurus die ordnungsgemäße Herausnahme veranlassen.

43.133 Nach Gelübden, Verehrung und dem Erhalt der höchsten Erlaubnis des Herrn meditiere man über ihn, auf dem Rücken ruhend, auf einem Darbha-Lager als Anantas Schlangenlager.

43.134 Mit dem zwölfsilbigen Mantra verehre man Hari, den Herrn des Himmels, zehntausend- oder fünftausendmal oder hundertfünfzigmal. [Die Zählung bezieht sich im elliptischen Satz offenbar auf Rezitationen beziehungsweise Gaben.]

43.135 Unter einem günstigen Mondhaus vollziehe man zur Befriedung des Königs und der Stadt die Verehrung des belebenden Prinzips, das die Eigenschaften und Gestalt des Mantraherrn trägt,

43.136 sowie der drei Guṇas nach der Vorschrift. Danach sättige man sie der Reihe nach mit vielen Opferhölzern. [Die Verbindung der Maß- und Körperangaben ist verderbt.]

43.137 Die Gruppe der Kräfte und Offenbarungen des Weltenweges, wie beschrieben, ebenso den Buchstaben- und Wortweg und die fünf das Sein tragenden Prinzipien

43.138 sättige und verehre man, mit ihrer stofflichen und den weiteren Ebenen; ebenso die Gruppe der Elementkräfte und das weitere äußerst Feine.

43.139 Die im Bild, Sockel und Tempel gebundenen Kräfte betrachte man der Reihe nach wie die aufgehende Sonne, mit ihren eigenen Namensmantras,

43.140 beginnend mit Pranava und endend mit „namaḥ“. Dann bitte man die offenbarte Gestalt: „Erhabener Herr, beschütze die im Bild und in den Weltwegen bestehende Gesamtheit der Mantras.“

43.141 [Der Vers nennt Udumbara, Haupt- und Zwischenrichtungen, Ebenen, Darbha und die Merkmale des Bildes; seine genaue Anordnung ist beschädigt.]

43.142 Man stelle die entsprechende innere Verbindung her. Zur Zeit des Heraushebens vollziehe man nun den Nyasa,

43.143 nehme mit den das Herausheben bezeichnenden, achtgliedrigen vedischen Formeln jedes einzelne Prinzip durch den Einatem in sich auf, wie ein Sonnenbild,

43.144 und binde es in einen gut geeigneten, verehrten und wassergefüllten Krug oder in eine Gestalt aus Gold und anderen Stoffen. Diese verehre man danach täglich.

43.145 Wenn die Wiederherstellung vollständig gelungen ist, lasse man die Kräfte auf demselben Weg wieder herabsteigen, auf dem sie herausgenommen wurden, und vollziehe erneut die Einsetzung der geheiligten Gestalt,

43.146 zum Gedeihen des Königs, des Reiches, der Orte, der Kühe und der Brahmanen und zum beständigen Erreichen der heiligen Stätte für alle.

43.147 So dient die Herausnahme von Tempel- und Bildkräften, o Zweimalgeborener, dem Wohl von Kühen, Land, Gold und dem Reich samt seinem König,

43.148 zu Heil und Befriedung in dieser und der anderen Welt. Bei einem anderen Verfahren entsteht ein schwerer Fehler, o Lotusgeborener.

43.149 Bei Bildern in Nebengebäuden des Tempels, außen oder innen, die versetzt werden, ziehe man mit dem acht- und weiteren Mantras

43.150 die zuvor eingesetzten eigenen Mantras wieder ein, wie man mit einem Sonnenstein Feuer aus der Sonne gewinnt.

43.151 Wenn die Mantras eingezogen sind und die Bilder bewegt werden, kann durch Unachtsamkeit oder karmische Einwirkung ein Bruch entstehen, o Pauṣkara.

43.152 Wegen dieser früheren Schuld vollziehe man dann eine Sühne, die den Geist klärt, guten Ruf begründet und Frieden schafft.

43.153 Man halte nach den eigenen Kräften ein Gelübde von einer Nacht, drei Nächten, sechs Tagen oder zwölf Nächten,

43.154 mit aufmerksam vollzogenen Handlungen vom Bad bis zum Feueropfer und mit Spenden von Sesam, Gold und Silber.

43.155 Nach vorausgehender Befriedung speise man nach den eigenen Mitteln viele vorzügliche Brahmanen mit Butter, Milchreis und anderen Speisen, o Einsichtsvoller.

43.156 Nachdem Lehrer und weitere Beteiligte das Gelübde mit Spenden vollzogen haben, verweile man in einem berühmten, von Siddhas besuchten heiligen Feld

43.157 oder an einem wohlbekannten heiligen Badeplatz, einen oder drei Tage, und wiederhole immer wieder den großen zwölfsilbigen Mantra.

43.158 Zu jeder der drei Dämmerungszeiten vollziehe man dies für eine volle Muhūrta, in einem göttlichen oder von Siddhas gegründeten Heiligtum.

43.159 Bei gleicher Hingabe gilt diese Sühne grundsätzlich für alle Stände. Beim öffentlich sichtbaren Vollzug jedoch

43.160 nimmt die vorgeschriebene Japa-Menge der Reihe nach zu: für Shudras, Vaishyas, Kshatriyas und Brahmanen, die ausschließlich hingegeben sind und keine anderen Gottheiten verehren.

43.161 Dies ist für den öffentlichen Vollzug erklärt. Im Übrigen wiederhole man den Mantra so lange, bis innere Klarheit entsteht, und nehme als reinigend geltende Nahrung zu sich,

43.162 bis die eigene Einsicht zusammen mit dem Geist heiter und klar wird. Im nichtöffentlichen Vollzug verwende man den zwölf-, acht-

43.163 und sechssilbigen Mantra der Reihe nach zu den drei Dämmerungszeiten, o vorzüglicher Zweimalgeborener. Man vollziehe das vorgeschriebene Bad und Japa im Wasser. [Die letzte Verbform ist gestört.]

43.164 Beim Baden wiederhole man nach seinen Kräften die drei Mantras mit ungeteilter Aufmerksamkeit; den achtsilbigen in der angegebenen Zahl am Morgen und zur Tagesmitte. [Die Zeitangabe ist unvollständig.]

43.165 Ort und Zeit berücksichtige man bei jedem Bad. Es folgt die fünfgliedrige Besprengung; [die weitere Anweisung zu den verbleibenden Dämmerungszeiten ist verderbt].

43.166 Man wasche den unteren Körper bis zur Hüfte mit nektargleichem Wasser, lege das untere Gewand ab und nehme ein reines Tuch.

43.167 Drei, sechs, acht beziehungsweise zwölf Tage gelten der Reihe nach für die Gruppen von den Shudras bis zu den Brahmanen als förderlich.

43.168 Diese Ordnung dient der Reinigung des Geistes, o Einsichtsvoller. Nun wird ein anderes Verfahren mit seiner Frucht erklärt,

43.169 kurz, allgemein anwendbar und auf einem nach Wunsch bestimmten Baugrund: Das Gelände messe vier bis zwölf Hasta. [Eine weitere Feldbezeichnung fehlt.]

43.170 Die Größen werden jeweils gegenüber der folgenden abgestuft. [Die anschließenden Zahlen zu Gaben oder Gliederungen sind beschädigt und nicht sicher zu übersetzen.]

43.171 Für die Wände sind zwei Teile genannt; nach einer weiteren Fünfergliederung dreieinhalb für den Innenraum und zwei halbe Teile für die Wände. [Der Zusammenhang der Maßstufen ist gestört.]

43.172 Dies erkenne als die Einteilung eines sechs Hasta messenden Bodens. Bei einer weiteren Teilung unter Abzug eines Achtels beträgt der Innenraum sieben Felder,

43.173 die verbleibenden vier Teile bilden die Wände. [Die anschließende Angabe zur achthastigen Anlage ist mehrfach verderbt.]

43.174 Mit dreieinhalb Teilen vollende man die Wandgruppe. Bei neun Gesamtfeldern erhält der innere Raum fünf Hasta samt den zugehörigen Anteilen.

43.175 Die verbleibenden Hasta bilden die Wände. Bei zehn Hasta Gesamtmaß beträgt die Breite des Innenraumes sechs Hasta,

43.176 die Wandgruppe zusammen vier Hasta. Bei einem Gelände von elf Hasta messe der Innenraum sechseinhalb Hasta,

43.177 die Wandgruppe viereinhalb. Bei zwölf Teilen Gesamtfläche werden sieben abzüglich eines Viertels

43.178 für das Gotteshaus genannt; die Wände erhalten vier Hasta und einen weiteren Anteil abzüglich eines Viertels. [Die Lesung dieses Anteils ist unsicher.]

43.179 Bei dreizehn Teilen bilden bestimmte Teile die Wände, neun den Raum des Herrn. [Die genaue Zahl und die nähere Bestimmung der Wandteile sind beschädigt.]

43.180 Um ein glückliches Maß zu erreichen, verändere man die Maße von Innenraum und Wänden um eine oder zwei Fingerbreiten mit Bedacht.

43.181 Man füge ein überschüssiges Maß hinzu oder ziehe es von der Fläche ab, selbst wenn es nur einem kleinsten Teilchen entspricht — um wie viel mehr bei einer Fingerbreite und mehr.

43.182 Denn Vermehrung fördert das Gedeihen der Menschen, während unangemessene Verminderung ungünstig ist. Deshalb gleiche man dies mit großer Sorgfalt aus, o Pauṣkara.

43.183 Für die Viergestalt ist ein verzierter Bau mit vier Öffnungen vorgesehen; ein Bau mit einer Tür [wird anschließend genannt, doch fehlt die nähere Bestimmung].

43.184 Je nach gewünschter Vollendung richte man die Öffnung aus: nach Osten für langes Leben, nach Süden für guten Ruf,

43.185 nach Westen für den Lebensunterhalt bei einer eigenständigen Anlage. Ein nach Norden gerichteter Tempel gewährt Vermögen und Getreide.

43.186 So ist die vorzügliche diesseitige Frucht erklärt, verbunden mit vielfältigen Freuden; erkenne dies für alle Formen, o Pauṣkara.

43.187 Auf eigenem weiten, schönen Grund, selbstständig im eigenen Hof oder gemeinsam mit einer früheren Einsetzung im Heiligtum Haris,

43.188 bei einem selbstentstandenen oder Siddha-Heiligtum: Dies gilt als die Hauptordnung. Als Ersatzordnung erkenne eine Anlage anderswo im Hof einer Gottheit.

43.189 Auf einer weiten Stelle, die vom Schatten des bestehenden Tempels und seines Banners frei ist, gereinigt von Ziegel- und Mörtelresten und anderen Mängeln,

43.190 setze man die erhöhte Gestalt Acyutas samt Sockel ein, mit Feueropfer und den übrigen genannten Handlungen, nach dem Maß der Tempeltür,

43.191 vollständig mit allen Merkmalen versehen, für guten Ruf bis zu den Meeren und zur Erhebung der vergangenen und künftigen Generationen des eigenen Geschlechts.

43.192 Schon in dem Augenblick, in dem der Entschluss entsteht: „Ich werde diese Einsetzung vollziehen“, gewinnt der gute Ruf des Menschen eine unvergängliche Grundlage.

43.193 Wie viel mehr gilt dies für sämtliche Wohnstätten von der Erdwelt an, wenn jemand mit seinen Mitteln den Ursprung der Welt tatsächlich einsetzt!

43.194 Wer für verstorbene Eltern oder andere Menschen nach seinen Kräften und Mitteln eine vaishnavitische Einsetzung vollzieht,

43.195 bewirkt, dass sie bald zum Aufenthaltsort des Todesherrn und mit der Zeit zur höchsten vaishnavitischen Stätte gelangen. [Die zeitliche Verknüpfung ist ungewöhnlich, wird aber nicht durch eine andere Lesung ersetzt.]

43.196 Auf einem heiligen Landstrich, mit guter Familie, Charakter und weiteren Voraussetzungen, vollziehen sie Heilsames und erlangen dadurch erneute Geburt. [Der Text enthält hier keine Negation.]

43.197 Wer aus Mitgefühl eine Einsetzung für Angehörige oder andere vollzieht, [erlangt eine hier nicht mehr vollständig erhaltene Frucht].

43.198 Die Herren der Mantras treten ein, durch den Klang des Pranava verwirklicht, und entfalten nach einiger Zeit ihre eigene Macht.

43.199 Von Fehlern befreit und ohne Hindernisse werden sie erneut rein eingesetzt, durch vollendete Siddhas und andere, an heiligen Badeplätzen und in heiligen Feldern.

43.200 Wer aus Verblendung bei Vibhava- und Vyūha-Gestalten die Beseitigung eines mit der Zeit entstandenen Mangels an Stellung, Maß oder Gestalt verhindert — [die Satzfortsetzung fehlt hier].

43.201 Die als Vāsudeva und die weiteren bezeichneten höchsten Herren sind in ihrer zweifachen Gliederung zu vergegenwärtigen: die vier bis hin zu Aniruddha in der Ordnung der vier Vyūhas.

43.202 Ebenso die anderen, Varāha und die übrigen, zusammen mit den vier Vyūhas, und die mit Keśava beginnende Gruppe, durch ein anderes oder ein weiteres Mittel. [Der Satz schließt nicht regelgerecht an.]

43.203 Entsprechend einer schwächeren oder noch schwächeren inneren Ausrichtung, o von Göttern Verehrter: Wer so seiner Befugnis gemäß die Verehrung vollzieht,

43.204 mit den beschriebenen reinen Gaben und den verschiedenen Handlungen, bereite bei der Vollendung der Ritualglieder die Ehrengabe mit Herz- und Waffenmantra und dem Mantrakönig.

43.205 Nachdem man die vielfältig verehrten und bereiteten Gaben dem Herrn dargebracht hat, mit einer vom Pranava am Anfang und Ende eingefassten [Formel …]

Ende des erhaltenen Textes. Der Schluss von 43.205 ist ausgefallen; ein abschließender Kolophon ist nicht überliefert. Bereits die letzten Verse wechseln unvermittelt zwischen zuvor behandelten Themen. Ein geschlossener ursprünglicher Werkabschluss lässt sich daraus nicht herstellen.


Äußere Puja und innere Sammlung können sich gegenseitig vertiefen.

Spirituelle Bedeutung der Paushkara Samhita

Göttliche Gegenwart und die Vielheit der Formen

Die Paushkara Samhita versteht Vishnu beziehungsweise Vāsudeva als höchste Wirklichkeit, deren Gegenwart weder im Tempel eingeschlossen noch durch die Vielfalt ihrer Erscheinungen zerteilt wird. Die göttlichen Gestalten verhalten sich zu ihr wie Strahlen zur Sonne, Flammen zum Feuer und Wellen zum Meer (36.382–386). Diese Bilder lassen die Verschiedenheit bestehen und führen sie zugleich auf einen gemeinsamen Ursprung zurück. Bewusstsein, Erkenntnis und die Kraft zur Gnadenerweisung gehören zum Wesen dieser Gegenwart.

Daraus ergibt sich eine anspruchsvolle Sicht der Bildverehrung. Das Material ist vergänglich; die durch Mantra und Erkenntnis begründete Beziehung reicht darüber hinaus. Die Kapitel 37, 38 und 43 nehmen die Frage ernst, wie ein Bild hergestellt, belebt, gepflegt und nach einer Beschädigung erneuert wird. Göttliche Gegenwart entbindet den Menschen nicht von Verantwortung für den Gegenstand, der ihm anvertraut ist. Verehrung schließt Erhaltung ein.

Erkenntnis und Handlung gehören zusammen

Die Beziehung von Erkenntnis und heiligem Handeln wird mit Samen und Spross verglichen (38.160–163). Ein Ritual soll von Verständnis durchdrungen sein; Erkenntnis soll die Handlung verwandeln. Deshalb beginnt die äußere Verehrung immer wieder im Herzen. Der Nyasa verbindet den Leib mit den Mantras und Wirklichkeitsstufen. Der Körper ist dabei ein geordneter Träger der Verehrung, nicht bloß ein zu überwindendes Hindernis.

Auch der Tempel wird als gegliederter Leib betrachtet, in dem die Welten und Kräfte ihren Ort haben (43.96–114). Diese Entsprechung darf nicht mit einer beliebigen Gleichsetzung von Architektur und modernen Chakralehren verwechselt werden. Der Text entfaltet seine eigene Pāñcarātra-Ordnung. Ihr spiritueller Sinn liegt darin, die scheinbar getrennten Bereiche von Leib, Raum, Wort und Bewusstsein in einer gesammelten Verehrung zusammenzuführen.

Der Mantra als Zuwendung

Der Mantra ist im Werk mehr als ein Klangzeichen. Er ist eine Weise, in der der Herr den Wesen zugänglich wird. Seine Lautgestalt, seine Bedeutung und die meditative Gottesgestalt gehören zusammen. Die ausführlichen Unterscheidungen der Mantras sollen daher nicht nur technische Vielfalt ordnen: Sie erklären unterschiedliche Zugänge zur selben höchsten Wirklichkeit.

Mitten in dieser sorgfältigen Ordnung steht eine bemerkenswerte Aussage: Bei einem Menschen von tiefer Hingabe können selbst Fehler in der Lautfolge die Zuwendung des Mantraherrn nicht verhindern (38.56–60). Dies hebt die Bedeutung des Lernens nicht auf. Es macht aber deutlich, dass Bhakti keine bloße Zugabe zu einer perfekten Aussprache ist. Aufrichtigkeit und Vertrauen tragen den Vollzug von innen.

Guru, Einweihung und Verantwortung

Die Einweihung ist ein Weg der Befähigung. Der Schüler wird schrittweise in größere Zusammenhänge eingeführt; der Lehrer trägt Verantwortung für die Wirksamkeit seiner Unterweisung. Die frühen Verse über das Mitgefühl des Gurus (1.27–28) finden eine Entsprechung im späten Weihekapitel: Der Lehrer soll aus dem Wunsch zu helfen handeln, nicht aus Habgier oder Überheblichkeit (38.23).

Damit setzt das Werk seiner eigenen religiösen Autorität einen Maßstab. Kenntnisse, Titel oder ein eindrucksvoller Ritualvollzug allein genügen nicht. Die Befähigung umfasst Disziplin, Kenntnis der Überlieferung, Großzügigkeit und Freiheit von Neid (38.42–45). Zugleich bleiben Einweihung und besondere Mantravollzüge traditionsgebunden; sie werden nicht als frei austauschbare Techniken behandelt.

Hingabe erhält eine soziale Gestalt

Besonders Kapitel 41 zeigt, dass religiöse Stiftung mehr sein kann als die Errichtung eines prächtigen Gebäudes. Speisung erhält Leben; Wasserstellen dienen Menschen und Tieren; Ruheplätze nehmen Reisende auf. Schriften werden gesammelt, geschützt und Lernwilligen zugänglich gemacht. Die Wissensstiftung soll Menschen aus der Dunkelheit des Nichtwissens heraushelfen (41.77–97).

Die dazugehörige Bitte richtet die Frucht an Hari und verzichtet auf einen persönlichen Anspruch (41.95–97). Hier wird selbstloses Handeln in einer konkreten religiösen Form greifbar: Nahrung, Wasser und Wissen werden verlässlich verfügbar gemacht. Innere Sammlung und Fürsorge für den gemeinsamen Lebensraum können einander stärken.

Befreiung und die Grenzen einer heutigen Deutung

Das höchste Ziel ist Moksha, das Ende der bindenden Wiederkehr, nicht die unbegrenzte Vermehrung besonderer Kräfte. Der Text unterscheidet ausdrücklich zwischen begehrten Früchten und einer Verehrung ohne eigennützigen Anspruch. Die Vorstellung vom gerösteten Samen beschreibt eine Handlung, aus der keine neue Bindung mehr keimt (38.241–244).

Diese geistige Weite steht neben historischen Rangordnungen, Ausschlüssen und deutlichen religiösen Abgrenzungen. Die Aussage, dass für den Verehrer kein Ort ohne göttliche Gegenwart ist (36.104), hebt die Regeln der ausschließlichen Verehrungsbindung nicht auf (36.251–264). Eine zuverlässige Lektüre hält beides fest. Sie kann sich von der Erkenntnis, Hingabe und Fürsorge des Werkes berühren lassen, ohne jede gesellschaftliche oder ritualtechnische Vorschrift zum Maßstab heutiger Praxis zu erklären.

Bedeutung für heutige Aspiranten

Aufrichtigkeit vor äußerem Aufwand

Die Aussage, dass Hari im Herzen jedes Menschen wohnt und die tatsächliche Gesinnung kennt (31.302), kann die eigene Praxis vertiefen. Es geht nicht darum, andere mit Umfang oder Pracht der Verehrung zu beeindrucken. Ein einfacher Vollzug mit wacher Aufmerksamkeit kann tragfähiger sein als eine große Handlung, bei der der Geist abwesend bleibt. Die erlaubte geistige Darbringung bei fehlenden Mitteln zeigt, dass Armut nicht als Mangel an Hingabe gelten muss.

Sammlung braucht einen Rhythmus

Die tägliche Ordnung des Werkes verbindet Rezitation, Verehrung, Studium und Sammlung im Herzen. Für heutige Aspiranten lässt sich daraus eine schlichte Anregung gewinnen: regelmäßig innehalten, einen vertrauten Mantra bewusst wiederholen, einige Zeilen einer spirituellen Schrift lesen und das Gelesene im Alltag prüfen. Dies ist eine heutige Übertragung des Grundgedankens, keine Ersatzanweisung für die vollständige Pāñcarātra-Liturgie.

Lehre muss dem Menschen dienen

Die Guruverse 1.27–28 geben einen anspruchsvollen Maßstab: Wissen soll helfen, Furcht und Leid zu überwinden. Wer selbst unterrichtet, kann sich fragen, ob er Menschen zu größerer Klarheit und Selbstständigkeit führt. Die Samhita verbindet die Autorität des Lehrers mit seiner Verantwortung, nicht mit dem Anspruch auf persönliche Bewunderung.

Hingabe wird im Handeln sichtbar

Gastfreundschaft, Teilen und der verantwortliche Umgang mit den Mitteln einer Gemeinschaft gehören zur religiösen Lebensordnung. Eine heutige Entsprechung kann sein, nach der eigenen Meditation bewusst jemandem zuzuhören, eine hilfreiche Aufgabe zu übernehmen oder Wissen zugänglich zu machen. Damit wird Bhakti im menschlichen Miteinander wirksam.

Den historischen Ort der Vorschriften respektieren

Bodenprüfungen, astronomische Messverfahren, die Einsetzung von Mantras in geweihte Bilder, Feuergruben und spezialisierte Weihevollzüge gehören in ihren überlieferten Zusammenhang. Sie sind weder ohne Weiteres zeitgenössische Bauanleitungen noch allgemeine Selbstübungen. Besonders die Initiationsriten setzen qualifizierte Anleitung voraus. Der für die eigene Praxis zugängliche Gewinn liegt zunächst im Verständnis ihrer Ausrichtung: sorgfältige Vorbereitung, Sammlung, Hingabe und ein verantwortlicher Umgang mit religiöser Kraft.

Siehe auch

Literatur

  • Śrī Yatirāja Sampatkumāra Rāmānujamuni (Hrsg.): Pauṣkara Saṃhitā. One of the Three Gems of the Pāñcarātra. A. Srinivasa und M. C. Thirumalachariar, Bangalore 1934.
  • Prabhakar Pandurang Apte (Hrsg.): Pauṣkarasaṃhitā: dvitīyo bhāgaḥ. Tirupati 2006, Rashtriya Sanskrit Vidyapeetha Series 120. Edition hinter dem GRETIL-Text der Kapitel 27–43.

Weblinks

Textgrundlage und Hinweise zur Übersetzung

Maßgeblich für diese Übersetzung des Paushkara Samhita sind die IAST- und Devanagari-Texte des Muktabodha Indological Research Institute, Katalognummer M00259, Revision vom 6. April 2012, nach der Ausgabe Bangalore 1934. Die Dateneingabe erfolgte durch Mitarbeiter des Instituts unter Leitung von Mark S. G. Dyczkowski. Für den elektronischen Sanskrittext ist CC BY-NC 4.0 angegeben.

Für Kapitel 27–43 liegt daneben die GRETIL-Überlieferung nach Apte 2006 vor, eingegeben vom Sansknet-Projekt; die dokumentierte GRETIL-Version stammt vom 31. Juli 2020 und steht unter CC BY-NC-SA 4.0. Sie bildet keine Fortsetzung über Kapitel 43 hinaus. Unterschiede der Verszählung, unter anderem in Kapitel 27 und 32, schließen eine unbesehene Gleichsetzung der Einzelstellen aus. Die Stellenangaben dieser Ausgabe folgen Muktabodha M00259.

Umfang der deutschen Übersetzung: Kapitel 1–43, einschließlich Eingangsverehrung, Sprecherwechseln, vorhandenen unnummerierten Versstücken und Kolophonen. Die deutsche Übersetzung und die Sanskritartikel umfassen denselben vorhandenen Bestand der 43 Kapitel. Beschädigte Stellen und der abgebrochene Schluss bleiben als solche kenntlich.

Die Überlieferung ist an vielen Stellen beschädigt. Eine sprachlich glatte Ergänzung wäre dort häufig nur Vermutung. Die Übersetzung unterscheidet deshalb erhaltenen Sinn, notwendige Ergänzungen und unverständliche Reste. Besonders die astronomischen Maßreihen in Kapitel 3 dürfen nicht als widerspruchsfrei rekonstruierte Berechnungsvorschriften gelesen werden.

In 1.1 wird die bereits in der Textgrundlage empfohlene Lesung cīrṇavrata berücksichtigt. In 2.7 folgt „frei von Furcht“ der dort vorgeschlagenen Korrektur. Der unnummerierte Vers zwischen 2.21 und 2.23 bleibt unnummeriert. Die abweichende Schlussinterpunktion von 3.45 ändert seine Versnummer nicht. In Kapitel 27 fehlen in der Grundzählung die Nummern 87 und 513; ein zusätzlicher Vers der GRETIL-Fassung ist mit eigener Herkunftsangabe vor 27.512 übersetzt. Abweichende Schlusszählungen, unter anderem in Kapitel 32, 33, 36, 38, 40 und 41, bleiben von der laufenden Verszählung unterschieden. Die letzten Verse von Kapitel 43 enthalten unvermittelt anschließende Wiederaufnahmen früherer Passagen; 43.205 bricht ab. Eckig eingeklammerte Herausgeberanmerkungen sind vom Werktext zu unterscheiden.

Videos und Seminarhinweise dienen der heutigen Vertiefung; sie sind keine historischen Kommentare zur Paushkara Samhita.

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