Vrata

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1. Vrata (Sanskrit: व्रात vrāta m.) Schar, Haufen, Trupp, Abteilung (von Kriegern usw.), Gilde, Genossenschaft, Schwarm, Menge.

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2. Vrata (Sanskrit: व्रत vrata n.) Wille, Gebot, Satzung, Gesetz; Gehorsam, Dienst; Beruf, Dienst, gewohnte Tätigkeit, Tun, Treiben, Gewohnheit, Verhalten, Lebensweise; jede übernommene religiöse oder asketische Observanz, Frömmigkeit, Gottesdienst, Regel, Gelübde, Versprechen, heiliges Werk, wie etwa Fasten (Upavasa) oder Keuschheit (Brahmacharya).

Hindu Vrata bezeichnet die Ausführung eines Rituals oder eines Glaubensbeschlusses mit dem Ziel, dass Wünsche des Verehrenden in Erfüllung gehen. Der Begriff Vrata bedeutet in Sanskrit "religiöser Schwur".

Sukadev über Vrata

Niederschrift eines Vortragsvideos (2014) von Sukadev über Vrata

Shiva in Meditation - Gemälde von Michael Ball im Yoga Vidya Ashram Bad Meinberg

Vrata ist ein Gelübde, Vrata ist auch ein Vorsatz. Vrata ist etwas, was du dir vornimmst. In der klassischen indischen Spiritualität spielen Vratas eine besondere Rolle. Es reicht nicht aus, nur zu sagen: "Ja, wenn ich mal Zeit habe, dann werde ich Yoga machen. Mal sehen, wie ich es mache. Ich schaue mal, wie es läuft und wie es funktioniert." Das ist sicher auch eine Möglichkeit, Spiritualität anzugehen, und manche Menschen kommen auch einen ganzen Schritt weiter, und manchmal ist das auch angemessen. Aber wenn du vorankommen willst, ist es manchmal auch wichtig, einen Vrata zu machen. Du kannst es auch etwas sanfter haben, dann ist es ein Sankalpa.

Ein Sankalpa ist ein Vorsatz, verbunden mit einem Wunsch und einem Gedanken. Ein stärkerer Sankalpa ist dann ein Vrata. Du kannst z.B. den Vrata machen, von heute an täglich zu meditieren. Du kannst den Vrata machen, von heute an vegetarisch zu leben. Du kannst den Vrata machen auch, in einem Monat vegan zu werden usw. Also, du kannst dir kleinere und größere Vorsätze fassen und das Besondere beim Vrata ist, du fühlst dich wirklich dadurch gebunden. Es gibt auch Sühne-Vratas: Wenn du einen Fehler gemacht hast, um den Fehler zu sühnen, dann machst du das und das. Oder du kannst auch einen Vrata machen für einen anderen Menschen.

Aber hier kommen wir an eine Form von Spiritualität, die jetzt nicht die klassische Yoga-Spiritualität ist. Man findet es ähnlich ja auch in allen Religionen, wo man irgendwelche Gelübde macht, um Gott sich gewogen zu stimmen. Auch das ist okay. Krishna sagt in der Bhagavad Gita, es ist auch okay, Gott um Reichtum zu bitten, es ist auch okay, Gott um konkrete Aufhebung von Leiden zu bitten. Auch das ist alles okay. Aber tiefer ist es, so sagt es auch Krishna, wenn du Gott liebst, um der Liebe willen, und wenn du spirituelle Praktiken machst, um Gott zu erfahren. Nicht, um von Gott etwas zu bekommen, sondern um Gott zu erfahren.

Und so lehren wir auch bei Yoga Vidya in dieser Tradition, dass es gut ist, sich Vorsätze zu fassen und sich auch bestimmten Sachen zu verpflichten. Angenommen du wirst Mitarbeiter bei Yoga Vidya, dann machst du auch ein mehrfaches Vrata, auch wenn wir das bei der Aufnahme nicht ganz so nennen. Aber man verspricht zum einen, Vegetarier zu sein, kein Fleisch zu essen, keinen Fisch zu essen, keine alkoholischen Getränke zu sich zu nehmen, keine Zigarette zu rauchen und keine bewusstseinsverändernden Drogen bzw. verbotene Drogen im Sinne des Betäubungsgesetzes zu sich zu nehmen. Das sind Vratas.

Des Weiteren fasst man den Vrata, mindestens sechs Mal die Woche zum Satsang zu kommen, regelmäßig seine spirituellen Praktiken zu machen, Sadhana, und auch den Seva ernsthaft auszuüben, also den spirituellen Dienst. Oder angenommen, du machst eine vierwöchige Yogalehrerausbildung, dann machst du auch so den Vorsatz, auch eine Art Vrata, dass du dich während der Zeit der Ausbildung an die Regeln der Ausbildung hältst.

Oder eine andere Vrata, normalerweise, eine Diksha, eine Einweihung, mindestens die klassischen Dikshas, sind alle auch mit einem Vrata verbunden. Wenn du eine Mantra-Weihe nimmst, dann gehört dazu, dass du jeden Tag mindestens 20 Minuten das Mantra wiederholst. Oder es gibt auch noch die Brahmacharya Dikshas und die Sannyasa Dikshas, alle verbunden auch mit weitergehenden Vratas. Auch Hochzeit ist letztlich eine Art Vrata. Auch dort fühlst du dich gebunden mit diesem Hochzeitssegen. Der kann unterschiedliche Ausprägungen haben. Bei Yoga Vidya gibt es ja auch so einen Hochzeitssegen. Und da gibt es auch einen Moment, wo ein Vrata gemacht wird. Und da können sich die Paare selbst aussuchen, was wollen sie sich gegenseitig versprechen. Ein Vrata ist also ein Versprechen, ein Gelübde, ein Vorsatz. Ein Vrata ist wichtig, um unverbindliche Spiritualität verbindlich werden zu lassen, wichtig, um zu den Tiefen der Spiritualität zu kommen.

Ziel und Inhalt einer Vrata

Vrata bezeichnet die freiwillige Ausführung von Ritualen über einen bestimmten Zeitraum. Kennzeichnend für Vrata ist die Einhaltung von Vorschriften und Benimmregeln. Das Ziel, eine Vrata abzuhalten, liegt darin, eine Gottheit zu besänftigen und dass die Wünsche eines Vrati (derjenige, der die Vrata vollzieht) in Erfüllung gehen und ein Mensch göttlichen Segen erhält. Dabei können die Wünsche ganz unterschiedlich sein und reichen von Gesundung und Erreichung von Wohlstand über Kinderwunsch bis hin zu göttlichem Beistand während einer schwierigen Lebensphase. Im alten Indien kam Vrata eine große Bedeutung im Leben des Menschen zu und auch heute praktizieren viele Hindus noch immer verschiedene Vrata.

Regeln zur Durchführung einer Vrata

Die gesamte Vrata wird mit einer Sankalpa oder einem Glaubensbeschluss / einem religiösem Beschluss vollzogen und findet an einem - laut Hindu Kalender - Glück verheißenden Tag statt.

Eine Vrata besteht aus verschiedenen Handlungen, welche unter anderem vollständiges oder teilweises Fasten an bestimmten Tagen, eine Pilgerreise bzw. "Tirtha" zu einem bestimmten Ort, einen Besuch bzw. "Darshan" und eine Puja (Verehrungsritual) zu einem oder mehreren bestimmten Tempeln, die Wiederholung von Mantras und Gebeten und die Darbietung von Puja umfassen.

Es gibt einige Regeln, die den gesamten Ablauf einer Vrata bestimmen, um die Heiligkeit des Rituals zu bewahren. Dabei sind diese Regeln jedoch so weit gelockert, dass das Ritual der breiten Bevölkerung zugänglich ist. Die Regeln können wie folgt zusammengefasst werden: Während der Vrata sollte man sauber, rein und nüchtern sein, enthaltsam und sittsam leben, die Wahrheit sagen, sich in Geduld üben, vegetarisch essen und voller Glauben und Ehrfurcht alle Rituale im Zusammenhang mit der Vrata beachten.

Sobald man eine neue Vrata beginnt, sollte man diese auch beenden. Eine neue Vrata kann nicht begonnen werden, solange die alte nicht beendet worden ist. Während einer "Ashaucha", hervorgerufen durch Tod oder Geburt innerhalb der Familie, kann keine Vrata begonnen werden. Menschen, die zu alt oder krank sind, um selbst eine Vrata durchzuführen, können enge Verwandte darum bitten, dass diese in ihrem Namen eine Vrata abhalten. Sobald der Beschluss gefasst wurde, eine Vrata abzuhalten, kann diese hinsichtlich günstigem Zeitpunkt, Ort und Ablauf ausschließlich nach den Vorschriften der heiligen Schrift durchgeführt werden.

Verschiedene Vrata-Formen

Eine Vrata kann hinsichtlich Inhalt und Ablauf ganz unterschiedlich gestaltet sein. Dies hängt von ihrer Entstehungsgeschichte ab. Einige Vrata basieren auf Purana-Geschichten: Kayika Vrata, Vachika Vrata, Manasa Vrata, Payo Vrata etc. Andere basieren auf die Zeit: Dina-Vrata, Vara-Vrata, Paksha-Vrata etc. Wiederum andere richten sich an bestimmte Götter: Satyanarayana-Vrata für Vishnu, Vara-Sidhhi-Vinayaka Vrata für Ganesha, Swarna-Gouri Vrata für Devi Parvati etc. Jede Vrata ist hinsichtlich Ablauf und Zeit einzigartig und sie haben alle ihre eigenen interessanten Entstehungsgeschichten.

Vrata (Gelübde, Versprechen) - einführende Erläuterungen von Swami Sivananda

Auszug aus dem Buch "Tantra Yoga, Nada Yoga and Kriya Yoga" von Swami Sivananda, Buch I - Tantra Yoga, 5. Auflage, 2000, Shivanandanagar, S. 24f. Divine Life Society

Vrata wird zur Reinigung des Geistes ausgeführt. Es ist Teil des Naimittika (freiwilligen Karma). Es ist eine Form der Selbstbeherrschung.

Hindus befolgen verschiedene Arten von Vratas, wie etwa Ekadasi Vrata am elften Tag jedes 2-Wochen-Zyklus, Satyanarayana Vrata zu Ehren von Narayana, Varalakshmi Vrata zu Ehren der Göttin Maha Lakshmi, Anantapadmanabha Vrata, Savitri Vrata, Janmashtami Vrata, Chandrayana Vrata, Krischra Vrata, Pradrosha Vrata. Einige Gläubige fasten an Ekadasi- oder Pradosh-Tagen, um Vishnu und besonders Shiva günstig zu stimmen. Andere fasten an Sonntagen, um die Sonne zu versöhnen; andere wiederum an Montagen, um Shiva günstig zu stimmen. An Nirjala Ekadasi wird kein Tropfen Wasser zu sich genommen. An Satyanarayana Vrata wird gefastet und eine Puja (Gottesdienst) für Vishnu abgehalten. Der Priester verliest den Satyanarayana Katha. Am Shivaratri-Vrata-Tag fasten alle zu Ehren von Shiva, halten Nachtwache und verehren Shiva betend. Am Shri-Krishna-Janmashtami-Tag fasten die Gläubigen und feiern den Geburtstag von Krishna. Alle Vratas zielen darauf ab, die Herzen zu läutern, die Sinne zu kontrollieren und Hingabe an Gott zu kultivieren. Weltlich ausgerichtete Menschen sind immer damit beschäftigt, Geld zu verdienen und verschiedene Arten von Arbeit zu verrichten. Zumindest an diesen Vrata-Tagen bietet sich ihnen die Gelegenheit, nach innen zu schauen, Gottesdienst abzuhalten, Japa und intensive Meditation zu praktizieren, die heiligen Schriften zu studieren und Selbst-Analyse zu betreiben. Chandrayana Vrata und Krischra Vrata sind Formen der Sühne, um Sünden abzugelten, Schuld(gefühle) zu erlösen und das Herz zu reinigen, zu läutern und zu erfrischen.

Jedes Vrata hat seine Besonderheiten. Es gibt aber gewisse Eigenschaften, welche alle Vratas gemeinsam haben. So befolgt ein Aspirant Brahmacharya (sexuelle Abstinenz), fastet oder isst nur Früchte und Milch[1] oder andere leichte Kost. Es wird kein Fisch oder Fleisch zu sich genommen.

Satya Narayana Vrata

Artikel aus Stories from Yoga Vasishtha von Swami Sivananda. The Divine Life Society Publication, 9. Auflage, Uttarakhand, 2009, S. 125-141.

Es geschah in der Skanda Purana. Einmal fragten mehrere großen Rishis wie Sanaka und andere, die sich im Naimisawald versammelten, den gelehrten und bescheidenen Suta wie folgt: "Welchen Vrata (heiligen Eid oder Bußakt müssen wir befolgen, um unsere gewünschte Belohnung zu erhalten? Dies wünschen wir von dir, oh Weiser, zu erfahren. Bitte erleuchte uns." Nachdem er das Anliegen der Munis vernommen hatte, sagte Suta: "Hört mir andächtig zu" und so erzählte er die folgende Geschichte:

Teil I

Vor langer Zeit hatte der Weise Narada den Bhagawan Kamalapati diegleiche Frage wie ihr gestellt. Hört nun, was der Herr darauf geantwortet hat. Narada, der große Yogi, mit der weisen Absicht zum Wohle aller Welten, erwies einmal zufällig während seiner Besuche in den verschiedenen Welten der Welt der Sterblichen seine Gnade.

Dort traf er alle Menschen unter verschiedenen Arten der Heimsuchungen an. Sie wurden in den Bäuchen verschiedener Mütter geboren und erfuhren unbeschreibliches Unglück durch ihre Taten. Er erbarmte sich der leidenden Sterblichen und wollte ihnen Frieden bringen. So dachte er über das Problem nach und wie man die große Not und das Leiden beseitigen könnte. Mit diesen wohltätigen Gedanken im Geist ging er in die Welt Vishnus. Hier hatte er den heiligen Darshan von Narayana erfahren, den glänzenden, unbefleckten, vierarmigen, den Träger des Muschelhorns, von Wurfscheibe, Keule, Lotus und Vanamala. Er begann, den Lobpreis des Herrn aller Herren zu singen:

Oh Bhagawan! Niederwerfung vor dir!
Deine heilige Gestalt ist jenseits aller Beschreibung und Vorstellung.
Du bist die unbegrenzte Macht.
Du bist ohne Anfang, Mitte oder Ende.
Du bist eigenschaftslos und hast alle Eigenschaften.
Du bist das ursprüngliche Wesen.
Du bist der Zerstörer der Heimsuchungen deiner Verehrer.
Ständige Niederwerfung vor dir!

Nachdem er Naradas Lobgesang vernommen hatte, sagte Bhagavan Vishnu zu ihm: "Oh du weiser Narada! Welche guten Absichten haben dich zu mir geführt? Welch heilige Gedanken hegt dein Geist? Wenn du mir deinen Wunsch äußerst, werde ich ihn erfüllen." Narada sagte: "Oh Bhagavan! Alle Menschen der sterblichen Welt werden von zahllosen Heimsuchungen und Geburten in verschiedenen Bäuchen aufgrund ihrer bösen Handlungen gequält. Oh Herrscher aller Welten! Hab' Gnade mit mir. Ich möchte gerne von dir den einfachen Weg zu erfahren, auf dem die Sterblichen all ihre Schwierigkeiten überwinden".

Dann sagte der allgnädige Vishnu: "Mein Lieber, deine Frage war gut gestellt. Die heilige Absicht, allen Welten Gutes zu erweisen, ist in der Tat lobenswert. Lieber Narada, ich erzähle dir nun aufgrund meiner Beobachtung davon, wer von den Fängen der Täuschung befreit werden wird. Es gibt ein Vrata, das sowohl von den Sterblichen als auch von den Göttern sehr schwer zu erlangen ist. Geliebtes Kind! Du bist sehr freundlich zu mir, deshalb kläre ich dich darüber auf. Es ist das Satya Narayana Vrata. Jene, die es systematisch ausführen, erlangen dauerhafte immerwährende Freude, höchsten Frieden, ewige Wonne und Unsterblichkeit jetzt und in alle Ewigkeit.

Nachdem er dem Labsal der Worte Vishnus gelauscht hatte, sagte der Weise Narada: "Oh Bhagawan! Welcher Lohn wächst dem zu, der Vrata ausführt? Mit welcher Technik führt man Vrata aus? Wer hat bislang dieses Vrata befolgt? Wie geschieht es? Bitte erzähle mir all dies anschaulich." Der gesegnete Vishnu sagte: "Vrata zerstört Schmerz und Unglück. Es erhöht den materiellen Wohlstand. Der Geweihte siegt überall und immer. Es ist gut für einen, Vrata zu befolgen, wenn man vor einer Schlacht steht, oder wenn man in einem Netz von Anfechtungen gefangen ist, oder von Armut geschlagen, oder wenn der Geist, der Körper oder die Seele Probleme bereiten.

Oh du edler Weiser! Vrata kann einmal monatlich oder einmal jährlich ausgeführt werden, je nach Möglichkeit und Umständen. Es hat an einem Glückstag zu geschehen, z.B. bei Voll- oder Neumond oder an Ekadasitagen, besonders in den Monaten Vaisakh, Magh, Sravan oder Kartik. Der Geweihte muss morgens aus dem Bett aufstehen, seine morgendlichen Verrichtungen sowie seine täglichen Pflichten erfüllen (Niya Karma) und dann mit festem Geist beschließen: "Oh Herr aller Herren, Sri Satya Narayana! Ich beginne dieses Vrata, weil ich mich nach deiner freundlichen Gnade sehne." Er muss die Madhya Ahnika mittags ausführen und die Sandhyavandana wie gewöhnlich am Abend. Nach einem weiteren Bad muss er sich anschicken, den Herrn bei Einbruch der Dunkelheit anzubeten.

Der Ort der Anbetung sollte auf vielerleiweise glanzvoll geschmückt sein. Um den Ort heilig zu halten, sollte er mit Kuhdung gereinigt werden. Dann sollten die heiligen künstlerischen Linien (Rangoli) mit feinem Puder in verschiedenen Farben gezogen werden. Ein frisches Tuch muss auf dem heiligen Boden ausgebreitet werden. Darauf sollte Reis gestreut und in die Mitte die Lakasha gestellt werden. (Die Kalasha darf aus Silber, Kupfer, Messing oder sogar aus Ton sein, aber man sollte in dieser Hinsicht nicht übertrieben geizig sein und die Kalasha großzügig nach seinen Mitteln fertigen und seine Geldbörse nicht fest halten). Und wiederum muss auf die heilige Kalasha ein neues Tuch gelegt werden.

Oh heiliger Muni! Das Bild von Satya Narayana muss auf dieses Tuch gestellt werden. Das Bild (Vigraha) muss je nach Möglichkeit aus Gold von einem oder einem halben oder sogar nur einem Viertel Masha gefertigt werden. Das Bild muss in Panchamrita (Mischung fünf heiliger Flüssigkeiten) gebadet und anschließend auf Mandapa (den heiligen Sockel) gestellt werden. Zu Beginn sollten Pujas für Vighneswara, Lakshmi, Vishnu, Shiva, Parvati, für die Gottheiten der neun Planeten (Sonnengott u.a.), für die Herrscher der acht Richtungen (Indra u.a.), für Adhi und die Pratyadhi Devatas gehalten werden.

Zuerst muss der Gott Varuna in der Kalasha verehrt werden. Dann müssen die fünf Götter wie Vinayaka und andere im Norden der Kalasha unter Mantragesängen und Sprengen von Weihwasser aufgestellt werden. Diese fünf Götter müssen angebetet werden. Mit einem reinen Herzen müssen in ähnlicher Weise die Dikpalakas (die Herrscher der Richtungen), wie Indra und andere, in ihre entsprechenden Richtungen gestellt und dann verehrt werden. Wenn diese Anbetung vorüber ist, kann man mit der Anbetung der Satya Narayana Murti, die auf der Kalasha sitzt, beginnen.

Oh großer Muni! Alle vier Hauptgruppen unter den Menschen, seien sie Männer oder Frauen, können Vrata ausführen. Brahmanen müssen den Herrn mit Puranikgesängen anbeten und die vedischen Mantras rezitieren. Vrata kann an jedem beliebigen Abend von jenen ausgeführt werden, die tiefen Glaubens und Verehrung sind. Wer Vrata ausführt, muss vor Beginn Brahmanen und Verwandte einladen. Das Prasad hat in maßvoller Zusammensetzung aus Bananen, Ghee, Kuhmilch, Weizen- oder Reismehl, Zucker oder Jaggery zu bestehen. Das Prasad soll dem Herrn geweiht sein.

Wenn das Naivedya vorbei ist, müssen den Bramanen Geschenke (Dakshinas) überreicht werden. Dann wird die Geschichte des Herrn erzählt. Zum Schluss nimmt derjenige, der Vrata praktizierte, zusammen mit den brahmanischen Gästen das Essen zu sich. Das Prasad muss in tiefem Glauben und Anbetung verzehrt werden. Als Pfand für die Liebe von Sri Satya Narayana kann für Tanz- und Musikdarbietungen gesorgt werden. Dieses Vrata ist in der Tat für die Sterblichen ein Segen, um ihre Wünsche ganz sicher erfüllt zu bekommen. Und dies ist für die Sterblichen ein besonders einfacher Weg, in diesem Kali Yuga oder Eisenzeitalter, ihre Ziele zu erreichen.

So endet der erste Teil der Geschichte von Sri Satya Narayana Vrata und der Skanda Purana.

Teil II

Oh großer Weiser! Ich erzähle euch die Geschichte einer Person, die dieses Vrata ausführte. Es war einmal ein Brahmane in Benares. Er war sehr arm und litt Hunger. So zog er von Ort zu Ort, um seinen Hunger zu stillen. Der Herr, der seine Anhänger liebt und dem die Leiden des Brahmanen bekannt sind, nahm die Gestalt eines alten Brahmanen an und sagte zu ihm als er ihn traf: "Oh Brahmane! Weshalb bist du unglücklich und wozu wanderst du herum? Ich möchte alles ganz genau erfahren."

Der Brahmane sagte: "Oh Herr, ich bin ein Brahmane. Ich bin sehr arm. Ich ziehe für Almosen umher. Ich weiß nicht, wie ich meine Armut loswerden kann. Nimm dich freundlich meiner an und zeige mir den weg. Der alte Brahmane sagte: "Satya Narayana selbst ist Vishnu. Er ist der Erfüller deiner Wünsche. Oh Vipra! Führe dieses Vrata aus, welches das Beste ist und dadurch wirst du von allem Übel und der Sterblichkeit befreit." Satya Narayana in der Verkleidung des alten Brahmanen erklärte dann Vipra die Technik des Vratas und verschwand sogleich.

Dann entschloss sich der arme Brahmane, die Satya Narayana Vrata wie vom alten Brahmanen erläutert, auszuführen. Am nächsten Tag aus einer übermäßigen Freude heraus, nach einer schlaflosen Nacht, stand er früh am Morgen vom Bett auf, führte seine Waschungen aus und entschied sich wieder, Satya Narayana Vrata auszuführen. Dann machte er sich auf die Suche nach Almosen. Genau an diesem Tag sammelte er viel Geld ein. Er lud seine Verwandtschaft und einige Brahmanen zum Vrata ein und führte geziemt Satya Narayana Vrata auf.

Als Ergebnis der Pracht des Vratas war der Brahmane von allen Anfechtungen Samsaras befreit, erwarb alle Reichtümer und war sehr glücklich. Von diesem Zeitpunkt an, führte er jeden Monat Vrata aus. Durch die tugendhafte Ausführung dieses Vratas erlangte er am Ende nicht nur Wohlstand, sondern auch Befreiung. Wer egal wann dieses Vrata ausführt, wird von allem Unglück sofort und ohne Verzögerung befreit. Oh Munis! Ich habe euch erzählt, was Narayana dem Narada über dieses Vrata erzählt hat. Was möchtest ihr noch wissen?

Die Rishis sagten: "Oh Suta! Erzähle uns freundlicherweise von der Person, die vom Brahmanen all dies über Vrata erfuhr und es ausführte". Suta fuhr fort… Sobald der Brahmane begann, dieses Vrata regelmäßig und nach seinen Möglichkeiten auszuführen, wurden all seine Verwandten sehr glücklich. Einmal kam ein Holzfäller vorbei, legte sein Holzbündel draußen ab, betrat das Haus und wurde Zeuge dessen, was gerade ausgeführt wurde. Obwohl der Holzfäller sehr durstig war, fragte er den Brahmanen beeindruckt von dem, was dieser tat: "Oh Mahatma! Wie heißt dieses Vrata? Zu welchem Zweck führst du es aus? Bitte erkläre mir all dies sehr genau."

Der Brahmane sagte zu ihm: "Mein Lieber, dies ist das Satya Narayana Vrata. Es erfüllt all unsere Wünsche. Es führt zu persönlichem Wohlstand und Gedeihen. Da wurde der Holzfäller sehr glücklich. Er stillte seinen Durst, empfing das Prasad, aß das Mahl und kehrte nach Hause zurück.

Im Holzfäller entstand der Wunsch, selbst Vrata auszuführen. So entschloss er sich entsprechend am nächsten Tag als er ein Holzbündel auf seinen Kopf lud: "Alles, was ich heute aus dem Verkauf dieses Bündels einnehme, verwende ich komplett darauf, Satya Narayana Vrata auszuführen. Und so begann er. An diesem Tag ging der Holzfäller in eine Straße, in der reiche Leute wohnten und verkaufte sein Bündel. Er verdiente für das gleiche Bündel mehr Geld als jemals zuvor. Voller Freude kaufte er von dem Geld Bananen, Zucker, Ghee, Milch und Weizenmehl und kehrte nach Hause zurück.

Dann lud er seine Verwandten ein und führte Satya Narayana Vrata mit allen dazugehörenden Riten aus. Durch das Ausmaß dieser glänzenden Vrata erlangte er Reichtümer, Söhne und Töchter, Frieden und Überfluss. Er genoss ein lebenslängliches Glück und erlangte am Ende Satyapura, den Ort der Wahrheit.

So endet der zweite Teil der Geschichte von Satya Narayana Vrata im Skanda Purana.

Teil III

Oh großartige Munis! Ich erzähle euch eine andere Geschichte. Leiht mir verzückt Eure Ohren. In den alten Zeiten gab es einen König namens Ulkamukha. Er liebte die Wahrheit und die Selbstbeherrschung. Täglich ging er zum Tempel und erfreute dort die Brahmanen mit seinen großzügigen Geschenken. Seine Ehefrau war so tugendhaft wie sie schön war. Das fromme Paar führte eines Tages Satya Narayana Vrata am Ufer des Bhadrasila Flusses aus. Als der König Vrata ausführte, sah ein Vaishya (Kaufmann) namens Sadhu, der zufällig aus geschäftlichen Gründen mit seinem Boot voller Geld vorbeisegelte, dass der König Vrata ausführte. Er ruderte das Boot zum Ufer und verankerte es dort.

Sadhu näherte sich dem König und fragte ihn bescheiden: "Oh edler König! Erläutere mir freundlicherweise das Vrata, das du gerade ausführst und erkläre mir genau seine Technik und Vorgehensweise. Ich würde sehr gerne alles über Vrata erfahren." Der König sagte: "Lieber Herr, wir führen eben das Sri Satya Narayana Vrata aus, um mit Söhnen gesegnet zu werden. Auch erklärte er dem Sadhu die Technik des Vratas. Als er die Worte des Königs vernahm, sagte der Kaufmann zu ihm: "Oh mein Herr! Auch ich habe keine Nachkommen. Ich werde auch dieses Vrata ausführen und Freude am Nachwuchs haben".

Nach Beendigung seiner Geschäfte kehrte der Kaufmann nach Hause zurück und erzählte seiner Frau Lilavati von Vrata. In ihrer Anwesenheit legte er wie folgt einen Eid ab: "Ich werde dieses Vrata ausführen, sobald ich mit Nachwuchs gesegnet bin." Lilavati, die ergebene Frau des Kaufmanns, genoss die ehelichen Freuden mit ihrem Ehemann und wurde schwanger. An einem Tag im zehnten Monat gebar sie eine Tochter. Lilavati und Sadhu nannten ihre geliebte Tochter Kalavati. Das Kind wuchs heran wie die Helle des vierzehntägigen Mondlichts.

Dann trat Lilavati an ihren Ehemann heran und sprach sanft zu ihm: "Du versprachst, Vrata auszuführen sobald wir mit Nachwuchs gesegnet wären. Wir haben die gewünschte Frucht erhalten. Weshalb hast du noch nicht mit Vrata begonnen?" Der Kaufmann erwiderte: "Oh geliebte Lilavati, ich werde Vrata ausführen, sobald Kalavati verheiratet ist. Sorge dich nicht. Sei ganz ruhig." Wieder einmal verließ er geschäftlich die Stadt.

Kalavati wuchs zu einem jungen Mädchen heran und ihr Vater beauftragte einen Boten, einen guten Bräutigam zu suchen, der sich als passender Partner für sie erweisen würde. Auf Geheiß des Kaufmanns ging der Bote in eine Stadt namens Kanchananagar und dort wählte er einen passenden jungen Kaufmann aus und brachte ihn zu Kalavatis Vater. Der Bräutigam war in jeder Hinsicht gut und wohlgestaltet. Und so führte Sadhu die Hochzeit Kalavatis mit dem jugendlichen Kaufmann mit großem Pomp durch.

Leider vergaß Sadhu vollständig Satya Narayana Vrata, weil er völlig in den Freuden über die Festlichkeiten anlässlich der Hochzeit seiner Tochter aufging. Daraufhin wurde Satya Narayana sehr ärgerlich auf ihn. Die Zeit ging dahin und Sadhu, der ein versierter Händler war, verließ wieder einmal geschäftlich mit seinem Schwiegersohn sein Haus. Sie machten Geschäfte in Ratnasampura an der Küste. Beide gingen in die Stadt König Chandraketus.

Da der Kaufmann von seinem gelobten Versprechen abwich, wurde Satya Narayana ärgerlich und verfluchte ihn wie folgt: "Diesen Mann soll schwerer Kummer und ein hartes Leben treffen!" In dieser Nacht schon stahlen Diebe Geld aus dem Schatz des Königs und kamen dorthin, wo diese Kaufleute sich befanden. Die Diener des Königs verfolgten die Diebe. Aus Angst warfen die Diebe das Geld vor die Kaufleute und verschwanden. Die Diener des Königs fanden das Geld bei den Kaufleuten und entschieden so, dass diese zwei Personen die Diebe wären. Sie fesselten die beiden Händler und schleppten sie an den Königshof.

Die Diener sagten zum König: "Oh Herr! Wir haben die Diebe geschnappt und brachten auch das Diebesgut zurück. Nimm dich des Falles gnädig an und bestrafe die Beschuldigten entsprechend." Sobald die Diener dies sagten, ordnete der König ohne zu zögern die gnadenlose Verhaftung der Kaufleute an. Die Diener führten den Befehl des Königs haargenau aus.

Sie beteten auf vielerlei Weise, aber ihre Gebete wurden durch die Täuschkraft von Satya Narayana von niemandem erhört. Darüber hinaus nahm ihnen König Chandraketu all ihren Besitz und verleibte ihn sich ein. Aufgrund des Fluches von Satya Narayana mussten auch Sadhus Ehefrau und die Tochter schreckliche Schwierigkeiten überwinden. Diebe stahlen ihnen auch den ganzen Besitz. Lilavati wurde krank. Ihre Seelenangst fand kein Ende. Bar jeglicher Nahrungsmittel musste sie von Haus zu Haus betteln gehen.

Auch Kalavati war auf Nahrungssuche. Eines Tages war sie so hungrig, dass sie zum Haus eines Brahmanen ging. Dort wurde gerade Satya ausgeführt. Sie blieb dort und beobachtete das ganze Geschehen bis zum Schluss. Sie vernahm die Geschichte und betete zum Herrn. Auch sie erhielt das Prasad und kehrte nach Hause zurück. In dieser Nacht rief ihre besorgte Mutter sie liebevoll zu sich und sagte: "Geliebte Tochter, wo warst du so lange diese Nacht? Welcher Wunsch treibt dich herum?"

Dann erwiderte Kalavati ohne zu zögern: "Liebe Mutter, als das Satya Narayanan Vrata im Haus des Brahmanen abgehalten wurde, wurde ich Zeuge, hörte die Geschichte des Herrn und kehrte mit dem Prasad des Herrn nach Hause zurück". Nachdem sie die Worte ihrer Tochter hörte, beschloss Lilavati das Satya Narayana Vrata auszuführen. Dazu lud sie ihre Verwandten ein und führte das Vrata des Herrn mit großer Hingabe aus. Sie betete wie folgt zu Gott: "Oh Bhagawan! Vergib uns unsere Sünden. Lass meinen Ehemann und Schwiegersohn sicher, schnell und gesund zurückkehren."

Der Herr freute sich, weil Lilavati das Vrata unter großer Hingabe ausführte. Genau in dieser Nacht erschien Er König Chandraketu im Traum und sagte: "Befreie die beiden Kaufleute, die du eingesperrt hast. Tue dies bei Tagesanbruch. Gib ihnen all ihren Reichtum zurück. Wenn du meinen Befehl nicht befolgst, wirst du zerstört, verlierst deine Ehefrau, deine Söhne und all deinen Wohlstand. Befreie die Kaufmänner bei Tagesanbruch. Damit verschwand Sri Satya Narayana.

Bei Tagesanbruch kam der König sofort zum Hof und erzählte den Traum seinen Höflingen. Er befahl ihnen, die beiden Kaufleute sofort zu befreien. Die Diener ließen die Kaufleute frei und brachten sie vor den König. Die beiden Kaufleute grüßten den König, aber angesichts der Erinnerung an ihre vergangenen Taten, fürchteten sie sich und sagten nichts. Der König, als er sie in diesem Zustand sah, sagte zu ihnen: "Aufgrund eines unglücklichen Schicksals musstet ihr diese harte Prüfung auf euch nehmen, aber von jetzt an braucht ihr euch nicht mehr zu fürchten.

Der König band sie los. Die Kaufleute bekamen neue Kleidung und der König lobte sie sehr. Er gab ihnen das Doppelte zurück, das er ihnen genommen hatte. Außerdem behandelte sie der König überschwänglich freundlich und sagte zu ihnen: "Oh ihr guten Kaufleute, nun könnt ihr glücklich heimsegeln". Die Händler verabschiedeten sich vom König, lobten ihn und gingen von dannen.

So endet der dritte Teil der Geschichte von Satya Narayana Vrata in der Skanda Purana.

Teil IV

Als der Händler Sadhu den König verließ, machte er sich auf eine Pilgerreise, war den Brahmanen gegenüber sehr wohltätig und machte sich dann auf die Rückreise. Als sie ein Stück weit gesegelt waren, kam Satya Narayana in der Verkleidung eines Bettlers und sagte zu ihnen: "Oh ihr Händler! Welche Waren habt ihr an Bord?" Da die Kaufleute stolz genug waren, lachten sie und erwiderten dem Sannyasin in einem spöttischen Ton: "Oh du Asket! Weshalb möchtest du wissen, was im Boot ist? Möchtest du unseren Besitz plündern? Es besteht nur aus Blättern und Abfall."

Der Sannyasin vernahm ihre Worte und sagte: "Es wird so werden." Mit diesen Worten verließ er den Ort und verweilte in einem bestimmten Abstand. Sadhu vollzog seine täglichen Waschungen und verwunderte sich darüber, dass ihm das Boot leer vorkam. Als er die Fracht überprüfte, stellte sich heraus, dass sich im Boot statt seiner Geldsäcke nur Blätter und Abfall befanden. Er wurde ohnmächtig und weinte bitterlich, als er wieder zu Bewusstsein kam. Dann sagte der Schwiegersohn zum Schwiegervater: "Weshalb weinst du? Der Sannyasin verfluchte uns und deshalb ist es so gekommen. Er hat die Macht zu tun, was ihm beliebt. Lass uns also zu ihm gehen, um uns ihm zu unterwerfen. Gib dir einen Ruck, denn wenn wir so verfahren, dann bekommen wir unseren Reichtum zurück."

Der Händler hörte auf die Worte seines Schwiegersohns, näherte sich dem Sannyasin, ging vor ihm auf die Knie und sagte: "Oh Mahatma! In meiner Dummheit antwortete ich närrisch und zollte dir keinen Respekt. Vergib mir meinen Fehler und beschütze mich." Er betete mit reuevollem Herzen. Da tröstete der Herr in Gestalt des Sannyasins den Kaufmann und sagte: "Oh Sadhu! Du versprachst Meine Puja auszuführen, aber hieltest dein Wort nicht, deshalb treffen dich jetzt all diese Unbillen."

Als er diese Worte Satya Narayanas hörte, begann Sadhu zu beten: "Oh Herr! Die ganze Welt ist durch Deine Macht des Scheins getäuscht. Sogar die großen Götter wie Brahma und Indra können Dich nicht verstehen, geschweige denn ich, der nämlich ein Narr und von Deiner großen Maya getäuscht ist! Oh Bhagawan! Von nun an, bete ich Dich an. Sei mir freundlich gesinnt. Gib mir all meinen Wohlstand und beschütze mich." Der Herr war über dieses Gebet erfreut. Er gewährte dem Kaufmann seinen Wunsch und verschwand wieder.

Als der Kaufmann zu seinem Boot zurückkehrte, fand er seine Geldsäcke unversehrt vor. Wieder zog er weiter Richtung Heimat und dachte bei sich, dass sein Wunsch durch die Gnade des Herrn erfüllt worden war. Er war entsprechend glücklich. Als sie ihr Ziel erreichten, sagte er zu seinem Schwiegersohn: "Dort drüben liegt unser Ratnapuri. Wir wollen einen Boten schicken, um Lilavati und Kalavati über unsere Ankunft zu unterrichten." Der Bote erreichte die Stadt, näherte sich bescheiden Lilavati und sagte zu ihr: "Oh Frau! Dein Ehemann ist nun mit deinem Schwiegersohn und anderen Verwandten angekommen. Das Boot hat gerade das Ufer erreicht."

Lilavati war über die freudige Botschaft sehr glücklich. Kalavati war gerade dabei Satya Narayana Vrata auszuführen. Lilavati drängte sie, Vrata schnell zu beenden und ihr zu folgen. Mutter und Tochter vollendeten die Puja, doch in ihrer Eile vergaß die Tochter, das heilige Prasad zu nehmen. Satya Narayana war dermaßen über dieses Versäumnis verärgert, dass Er das Schiff des Schwiegersohns des Händlers zusammen mit dem ganzen Geld sinken und den Schwiegersohn ertrinken ließ. Die Leute am Ufer beobachteten diesen Phänomen und waren voller Ehrfurcht und Angst.

Alle waren von Kummer und Leid gezeichnet. Lilavati bedauerte ihre Tochter sehr und dachte bei sich, dass alles auf die Größe Satya Narayanas zurückzuführen wäre, dass ihr Schwiegersohn so seltsam ertrank und das Boot verloren ging. Heftig seufzenden Herzens umarmte sie ihre Tochter in großem Schmerz.

Kalavati glaubte, dass ihr Ehemann gestorben war und beschloss so, Sahagamana einzuhalten und nahm die Sandalen ihres Ehemanns zu sich. Sadhu war ob des bedauerlichen Zustands von Kalavati sehr mitleidend und sagte: "Oh Liebe! Dies ist alles nur das Spiel Narayanas. Lasst uns Ihn sogleich mit aller Würde und Pracht verehren, versäumen wir nichts." Nachdem er beschlossen hatte, den Herrn anzubeten, ließ er all seine Verwandten zusammenkommen, teilte ihnen seine Absicht mit und betete inbrünstig zum Herrn.

Erfreut sprach der Herr zu ihm: "Oh geliebter Sadhu! Deine Tochter kam, ihren Ehemann zu sehen, ohne zuvor Mein Prasad genommen zu haben. Deshalb konnte weder deine Frau noch du deinen Schwiegersohn finden. Wenn sie nach ihrer Rückkehr das Prasad empfängt und wieder hierher zurückkommt, wird alles in guter Ordnung sein. Sie bekommt ihren Ehemann zurück und ist glücklich."

Als sie die Stimme aus dem Himmel vernahm, ging Kalavati sofort nach Hause, nahm das Prasad und kam zurück. Als sie den Ort erreichte, sah sie ihren Ehemann sicher auf dem treibenden Boot. Das Paar, die Verwandten und alle Freunde waren über dieses Wunder erfreut. Kalavati bat ihren Vater, unverzüglich nach Hause zurückzukehren. Die Worte seiner Tochter im Ohr, führte Sadhu dort sofort selbst und zur höchsten Befriedigung seiner Verwandten die Satya Narayana Vrata aus. Dann zog er mit seinen Verwandten und den seltenen Schätzen zu seinem Zuhause.

Zeit seines Lebens praktizierte der Kaufmann Sadhu ohne Unterlass die Satya Narayana Vrata an jedem Purnimatag (Vollmond) und jedem Ravi Sankramanatag. Und solange er lebte, genoss er alles Glück und gelangte am Ende zum Haus der Wahrheit, Satyapura.

So endet der vierte Teil der Geschichte von Satya Narayana Vrata in der Skanda Purana.

Teil V

Oh anbetungswürdiger Muni! Ich werde dir eine andere Geschichte erzählen. Bitte höre mir zu. Einmal herrschte ein edler König namens Tungadhwaja über ein Volk so gutherzig wie eine liebe Mutter. Eines Tages kam er in einen Wald und tötete dort viele Tiere. Unter einem Bilvabaum führten einige Kuhhirten mit ihrer Verwandtschaft Satya Narayana Vrata aus. Obwohl der König dies wusste, ging er weder dorthin noch erwies er dem Herrn die Ehre. Er entfernte sich einfach mit königlichem Stolz.

Dann brachten die Kuhhirten dem König das Prasad, stellten es vor ihn und kehrten an den Platz ihrer Anbetung zurück, wo sie alle das Prasad gläubig und mit großer Hingabe verzehrten. Der König nahm das Prasad nicht an, sondern kehrte direkt in seine Stadt zurück. Weil der Herr jedoch verärgert war, verschwanden alle hundert Söhne des Königs. Sein ganzer Besitz und sein Geld verschwanden. Er litt nicht nur unter Armut, sondern kämpfte auch mit vielen Schwierigkeiten.

Der König dachte allmählich bei sich: "Ich war stolz auf mein Königreich und die Macht. Ich erachtete das Prasad des Herrn als wertlos. Ich aß das Prasad nicht, obwohl es mir von den Kuhhirten mit großer Ehrerbietung überreicht wurde. Der Ärger des Herrn ist die Ursache all meiner Sorgen und Heimsuchungen. Er hat sich all dies ausgedacht. Es gibt keinen Zweifel darüber. Ich werde wieder zu den Kuhhirten zurückkehren und das Vrata mit großer Ernsthaftigkeit ausführen. Der König setzte seine Gedanken sofort in Handlung um. Er führte das Satya Narayana Vrata aus und wurde wohlhabend, hatte viele Söhne und war Zeit seines Lebens glücklich. Am Ende trat er in Satyapura ein oder dem Sitz der Wahrheit.

Wer dieses heilige Satya Narayanan Vrata ausführt oder wer die Geschichte des Herrn hört, erlangt allen materiellen Erfolg und Wohlstand. Der Arme wird reich, der Gefesselte wird frei und der Schüchterne wird mutig. Außerdem werden ihm alle Wünsche erfüllt und er tritt in Satyapura ein, um die Wonne zu genießen. So habe ich euch alles erzählt über die Notwendigkeit und Art und Weise, den Glanz und die Früchte des Satya Narayana Vrata.

Besonders in diesem Zeitalter der Kali oder dem Eisernen Zeitalter verleiht allein dieses Satya Narayana Vrata diese speziellen Früchte. Im Zeitalter der Kali sagen einige Leute, dass Gott Satyeswara ist, für andere ist er Satya Narayana und für wieder andere ist er Satya Deva. Der ewige Satya Narayana nimmt viele Gestalten in diesem Eisernen Zeitalter an und bringt das Leben seiner Anhänger zu einem gewünschten Ende. Auch wenn ein Mensch nicht in der Lage sein mag, Vrata auszuführen, wenn er oder sie nur Vrata beiwohnt und sogar, wenn er nur Vrata erlebt, so wird er von allen Sünden durch den Segen des Herrn befreit.

So endet der fünfte und somit der Schlussteil über Satya Narayana Vrata in der Skanda Purana.

Fußnoten

  1. A.d.R.: Aufgrund der Massenproduktion von Milch und der Ergebnisse der China Study kann Milch heute nicht mehr wirklich empfohlen werden.

Verschiedene Schreibweisen für Vrata

Sanskrit Wörter werden in Indien auf Devanagari geschrieben. Damit Europäer das lesen können, wird Devanagari transkribiert in die Römische Schrift. Es gibt verschiedene Konventionen, wie Devanagari in römische Schrift transkribiert werden kann. Vrata auf Devanagari wird geschrieben " व्रत ", in IAST wissenschaftliche Transkription mit diakritischen Zeichen " vrata ", in der Harvard-Kyoto Umschrift " vrata ", in der Velthuis Transkription " vrata ", in der modernen Internet Itrans Transkription " vrata ".

Video zum Thema Vrata

Vrata ist ein Sanskritwort. Sanskrit ist die Sprache des Yoga. Hier ein Vortrag zum Thema Yoga, Meditation und Spiritualität

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