Diksha

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Diksha (Sanskrit: दीक्षा dīkṣā f.) Einweihung, Segen, Mantraweihe, Zeremonie, Hingabe in Erfüllung einer Aufgabe.

Diksha von Lehrer zu Schüler

Diksha , Sanskrit दिक्षा dikṣā, Weihe, Feier, (r.), Hingabe an  ; N. der Gattin Somas. Diksha ist weibliches Sanskrit

Guru und Diksha - Erläuterungen von Swami Sivananda

Auszug aus dem Buch „Tantra Yoga, Nada Yoga and Kriya Yoga“ von Swami Sivananda, Buch I - Tantra Yoga, 5. Auflage, 2000, Shivanandanagar, S. 21f. Divine Life Society

Yoga sollte von einem Guru gelernt werden. Das ist umso wahrer im Falle von Tantra Yoga. Nur ein Guru erkennt, in welche Klasse der Schüler gehört, und kann ihm so das geeignete und für ihn passende Sadhana empfehlen. Heutzutage haben die Aspiranten die gefährliche und falsche Vorstellung, dass sie hoch qualifiziert und so schon zu Anfang ihres Sadhanas in der Lage seien, die höchste Form von Yoga anzuwenden. Doch genau das ist ein verhängnisvoller, früher Fehler der meisten Aspiranten. Dies allein zeigt schon, dass sie noch nicht dazu bereit sind, Yoga zu praktizieren. Ein wahrer, qualifizierter Aspirant wird demütig genug sein, einen Guru aufzusuchen, sich ihm vollkommen zu ergeben, ihm zu dienen und dann Yoga von ihm zu lernen.

Der Guru ist niemand anderes als die Höchste Göttliche Mutter selbst, die auf die Welt heruntergekommen ist, um den Schüler emporzuheben. Vergöttere den Guru. Nur dann wirst du wirklich Nutzen von seiner Gegenwart ziehen können. Diene ihm unermüdlich. Er wird dir dann nach seinem Ermessen den höchsten Segen von Diksha gewähren.

Diksha ist die Zeremonie, in welcher der Guru ein bestimmtes Mantra weitergibt. Die Einweihung gewährleistet spirituelles Wissen und vernichtet jegliche Sünde. So wie ein Licht an der Flamme des anderen entzündet wird, genauso wird die göttliche Shakti mit Hilfe des Mantras von Guru zu Schüler kommuniziert. Der Schüler fastet, befolgt Brahmacharya und erhält das Mantra von seinem Guru.

Die Einweihung lüftet den Schleier des Geheimnisses und ermöglicht es dem Schüler, die Wahrheit zu erkennen, die sich in und hinter den weisen Schriften und heiligen Texten verbirgt. Diese sind gewöhnlich in einer sehr mystischen Sprache verfasst. Man kann sie nicht durch Selbststudium verstehen. Selbststudium wird dich nur zu noch größerem Unwissen führen. Nur der Guru wird dir, und zwar durch Diksha, die richtige Perspektive eröffnen, aus welcher du die Schriften studieren kannst. Er wird seine Fackel der Selbstverwirklichung an der Wahrheit aufflammen lassen, welche du sofort erfassen und verstehen wirst.

Sukadev über Diksha

Diksha heißt Einweihung. Es gibt verschiedene Formen von Diksha. Die bekannteste und wichtigste Diksha in der indischen spirituellen Tradition ist die Mantra-Einweihung, auch Mantra-Diksha genannt. Diksha heißt, du gehst zu einem Lehrer und der Lehrer weiht dich ein. In einer Mantra-Diksha gibt es verschiedene Teile und bei Yoga Vidya gibt es auch Mantra-Weihe. Für eine Diksha wirst du typischerweise Gaben mitbringen, in einer Mantra-Diksha sind das insbesondere Blumen, es ist eine Geldspende in einem Umschlag und Obst. Die drei zusammen sind die klassischen Gaben, wenn du zu einer Diksha, einer Mantra-Weihe kommst. Du gibst etwas, um nachher etwas zu erhalten. Die Geldspende drückt dein materielles Leben aus. Dann, das Obst drückt das Essen aus, das du brauchst, es steht also für deinen ganzen Körper. Und dann, die Blumen drücken deine Emotionen, dein Herz aus.

Wenn du eine Diksha empfangen willst, willst du deinen Besitz, ausgedrückt durch die Geldspende, deinen Körper, ausgedrückt durch das Obst, und dein Herz und deine Emotionen, ausgedrückt durch die Blumen, darbringen. Wenn du all das darbringst, dann kannst du dich öffnen für die Diksha, für die Einweihung. Dann besteht die Einweihung aus verschiedenen Teilen. Das würde jetzt hier zu weit führen, aber es ist hilfreich, zu wissen, Diksha ist schon ein sehr machtvolles Ritual, es ist eine tiefe Einweihung und es geschieht einiges auf tiefen Ebenen. Ich erlebe es immer wieder, dass Menschen zu einer Einweihung kommen, ohne sich allzu viel dabei zu denken, dann tief berührt sind und merken, ihre Meditation wird sehr viel tiefer.

Neben der Mantra-Diksha gibt es auch die Nama-Diksha - Nama heißt Name – die Namens-Einweihung, die wir auch bei Yoga Vidya machen. Zum Beispiel ist mein Name Sukadev. Sukadev ist der spirituelle Name von mir, der wurde mir auf meiner Yogalehrerausbildung von meinem Yoga-Ausbilder gegeben. Und auf ähnliche Weise können wir auch bei Yoga Vidya spirituelle Namen vergeben, also Nama-Diksha geben. Typischerweise kommt die Nama-Diksha, die Namens-Weihe, erst nachdem man eine Mantra-Diksha, ein Mantra, bekommen hat. Weitere Dikshas bei Yoga Vidya, die besonders wichtig sind, ist die Brahmacharya-Diksha, das ist die Einweihung zum Brahmachari und das heißt hier zum Novizen, die Sannyasa-Diksha, die Einweihung zum Swami, zum Mönch bzw. zur Nonne. Dann gibt es kleinere Dikshas. Auf gewisse Weise ist auch eine Yogalehrerausbildung bei Yoga Vidya eine kleine Einweihung oder wenn du als Mitarbeiter aufgenommen wirst, gibt es ein kleines Ritual, auch das ist eine kleine Diksha oder wenn du das Acharya-Zertifikat überreichst bekommst, all das sind auch Dikshas im Kleineren.

Aber die wichtigste und machtvollste aller Dikshas ist die Mantra-Diksha, die Einweihung in das Mantra. Es gibt übrigens auch heutzutage Meister, die nennen jede Energieübertragung Diksha. Das ist eigentlich nicht der traditionelle Ausdruck "Diksha" und nicht die traditionelle Verwendung, sondern das würde man Shaktipat nennen oder Shakti Sangha, also Energieübertragung. Diesen Ausdruck könnte man auch für Heilrituale usw. verwenden. Aber Indien ist groß, Meister sind viele und so will ich es nur erwähnen. Es gibt so eine Guru-Linie oder eine Richtung, die nennt eine Form der Heilung und Energieübertragung auch Diksha. Ich war am Anfang etwas überrascht und auch etwas befremdet, dass jemand mich fragte: "Kommst du heute Abend auch mit zur Diksha?" Das wäre so ähnlich: "Kommst du heute Abend auch zu deiner eigenen Konfirmation oder zu deiner eigenen Firmung oder wie auch immer." Aber nachher habe ich verstanden, die verstehen unter "Diksha" etwas anderes, eben Heilritual oder auch Energieübertragung. So ähnlich wie, was bei Yoga Vidya einfach ein Satsang wäre oder das Rezitieren des Om-Tryambakam-Mantras oder wir haben Naturrituale, schamanische Rituale und vieles andere. Aber eine Einweihung, Diksha, ist schon etwas sehr Tiefgehendes und etwas, was sehr viel überträgt. Diksha – Einweihung, im engeren Sinne, die Mantra-Diksha, die Mantra-Einweihung.

Diksha im Tantra

Das Konzept von Diksha im Tantrismus ist eine Einweihung, die von einem tantrischen Guru ausgeführt wird, indem er Mantras verleiht. Das zerstört die Sünden und gibt spirituelles Wissen. Das Konzept von Diksha im Tantrismus hilft dem Schüler, spirituelles Wissen zu erwerben. Bei der Einweihung richtet der Guru zuerst das Leben in seinem eigenen Körper ein, der die Lebenskraft des obersten Gurus mit dessen Leben im tausendblätterigen Lotus ist. Am Tag davor sollte der Guru den vorgesehen Anwärter auf eine Matte aus Kusha-Gras setzen. Dann flüstert er ihm Japa ins Ohr und bindet seinen Haarschopf. Der Schüler wiederholt das Mantra dreimal, wirft sich zu Füßen des Gurus nieder, und dann ruht er sich aus.

Die göttliche Shakti, die aus Mantra besteht, wird vom Körper des Gurus zu dem des Schülers oder Shishya übermittelt. Ohne Diksha gelten Japa-Mantra, Puja und andere Rituale als sinnlos. Das für die Initiierung gewählte Mantra sollte passend sein. Ob ein Mantra von der eigenen Art oder unbegrenzt für die Person ist, wird durch das Kula Chakra, den Tierkreis genannt Rashichakra und anderen Chakras bestimmt. Die Einweihung durch eine Frau wird am wirkungsvollsten erachtet.

In Anlehnung an manche Quellen umfasst Diksha zwei Arten:

Doch gemäß anderen ist Diksha dreifach:

  • Shambhavi: Das ist die Reinigung des Geistes.
  • Shakti: Hier wird spirituelle Energie erweckt.
  • Mantra: Das stimuliert die Energie von Mantra und Göttern.

In Anlehnung an Visvasara-Tantra gibt es vier Diksha Arten: Kriyavati, Kalavati, Varnamaya und Vedhamaya. Der Kularnava wiederum nennt sieben Formen von Diksha: Kriya, Varna, Kala, Sparsa, Vak, Dak und Manasa. Nach dem Rudrayamala gibt es drei Arten: Anava, Shakti und Sambhavi. Die anderen Formen sind Krama, Pahcdyatana and Ekamantra. Anava Diksha ist in zehn Unterarten aufgeteilt.

Auf eine andere Art ist Diksha in Kriya und Jadna geteilt. Das Ziel von Diksha ist, die betreffende Person entlang des Wegs zur Erlösung zu führen, indem unreine Stoffe beseitigt werden wie: Anava, Buddhigata, Maylya. Falls diese nicht entfernt werden, kann die Erlösung nicht erreicht werden.

Siehe auch

Literatur

  • Swami Sivananda: „Tantra Yoga, Nada Yoga and Kriya Yoga“, Divine Life Society, Shivanandanagar, 5. Auflage, 2000

Weblinks

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