Sankalpa – traditioneller Ritualvorsatz mit Zeit, Ort und Anliegen

Aus Yogawiki

Sankalpa – traditioneller Ritualvorsatz mit Zeit, Ort und Anliegen (Sanskrit: सङ्कल्प saṅkalpa) ist die verbindliche Erklärung, wer ein bestimmtes Ritual, an welchem Ort, zu welcher Zeit und mit welchem Anliegen ausführen wird. In ausführlichen Pujas und Homas verortet er die einzelne Handlung zugleich in der heiligen Zeitordnung. Er ist damit mehr als ein kurzer persönlicher Wunsch, aber auch nicht in jeder Tradition gleich lang.

Ein Sankalpa kann zu Puja, Homa, Yajna, Japa, Vrata, einer Pilgerhandlung oder einem Samskara gehören. Dieser Artikel erklärt die vollständigen Bausteine einer ausführlichen, in südindischen Smarta- und verwandten Paddhatis verbreiteten Form. Andere Schulen stellen Teile anders zusammen. Ein Mahasankalpa kann die kosmische Geografie, Zeitrechnung und Bekenntnisformeln erheblich erweitern; es gibt keinen einzigen Wortlaut, der für sämtliche Rituale des Hindu Dharma verbindlich wäre.

Vorbereitung und Stellung im Ritual

Die ausführende Person klärt vor der Feier Anlass, Hauptgottheit, Namen des Rituals und ein redliches Anliegen. Die erforderlichen Kalenderwerte stammen aus einem Panchanga für den tatsächlichen Ort und Zeitpunkt sowie aus der benutzten Kalendertradition. Ein aus einer älteren Feier kopierter Mondtag oder Wochentag ist keine gültige Zeitangabe für die neue Feier.

Der Sankalpa steht nach der vorgesehenen Vorbereitung, etwa Achamana, Gebet und gegebenenfalls Pranayama, vor dem angekündigten Werk. Manche Paddhatis setzen zunächst einen Vorsatz für die vorbereitende Ganesha-Puja und anschließend den Hauptvorsatz. Andere nennen die Hilfsriten bereits im langen Sankalpa. Die besonderen Einstiege ausführlicher Homas werden nicht zugunsten einer einzigen schematischen Reihenfolge verändert.

Wer spricht?
Der Yajamana beziehungsweise die Yajamana ist die Person, für die und auf deren Veranlassung das Ritual stattfindet. Ein Acharya oder Purohita kann den Text vorsprechen. Spricht die Person selbst, stehen Formen wie mama, „meiner“, und kariṣye, „ich werde ausführen“. Formuliert die Leitung ausdrücklich über die auftraggebende Person, ändern sich Bezug und Grammatik. „Ich werde ausführen“ darf nicht gedankenlos so verstanden werden, als müsse der Yajamana alle priesterlichen Handlungen selbst übernehmen.

Hände und Wasser
Manche Fassungen lassen etwas Wasser, Reis oder eine Blüte in der rechten Hand halten und am Schluss abgeben. Andere beschreiben eine geschlossene Sankalpa-Handhaltung auf dem Oberschenkel; bei einer gemeinsamen Feier können weitere Personen die Hand der haupthandelnden Person berühren. Das Puja Sangraha beschreibt eine solche gemeinschaftliche Beteiligung. Die Geste ist traditionsbezogen. Eine konkrete Hauptfassung wird vor Beginn gewählt; mehrere Gesten werden nicht gleichzeitig übereinandergeschichtet.

Was zur ausführlichen Form gehört

Baustein Typischer Inhalt Was einzusetzen oder zu verstehen ist
Heilige Eröffnung Om, Hari, Govinda oder eine traditionsgemäße Anrufung Eine passende Form, keine beliebige Sammlung aller Anrufungen.
Göttliche Ordnung und Zweck „Auf Geheiß Vishnus“; „zur Freude Parameshvaras“ Die jeweilige theologische Sprache der Paddhati.
Brahmas Lebenshälfte Zweiter Parardha Kosmische Einordnung, kein bürgerliches Datum.
Kalpa Shveta-Varaha-Kalpa Der in dieser Formel bezeichnete Welttag.
Manvantara Vaivasvata-Manvantara Die Regierungsperiode des Manu Vaivasvata.
Mahayuga und Yuga 28. Mahayuga, Kali-Yuga, dessen erster Abschnitt Die Angaben werden als zusammengehörige Stufen erklärt; nicht „28. einzelner Mondmonat“.
Heilige Weltgeografie Jambudvipa, Bharata-Varsha, Bharata-Khanda, Bezug auf Meru Je nach Herkunft der Formel verschieden; die überlieferte Indienform nicht unbesehen auf jeden Auslandsort übertragen.
Tatsächlicher Ort Land, Region, Ort, heiliger Platz, gegebenenfalls Flussbezug Nur zutreffende Angaben; eine moderne örtliche Ergänzung als solche behandeln.
Jahresära Etwa Shaka oder Vikrama Falls die Paddhati sie verlangt; verschiedene Jahresanfänge beachten.
Samvatsara Name im sechzigjährigen Zyklus Nach dem verwendeten Kalender, nicht aus dem gregorianischen Jahr allein erraten.
Ayana und Ritu Uttarayana/Dakshinayana und Jahreszeit Ritualkalender und lokale Witterung nicht gleichsetzen; besonders bei Orten auf der Südhalbkugel.
Masa und Paksha Monat und helle/dunkle Monatshälfte Amanta- und Purnimanta-Monate beziehungsweise Sonnenmonate unterscheiden; Schaltmonat gegebenenfalls ausdrücklich nennen.
Die fünf Panchanga-Angaben Tithi, Vara, Nakshatra, Yoga und Karana Werte für den Ritualzeitpunkt; Yoga meint hier eine Kalendergröße.
Ergänzende Zeitangaben Etwa Sonnen- und Mondstellung oder ein besonderes Fest Nur wenn die Fassung sie vorsieht; nicht alle sind in jeder Form nötig.
Person und Familie Name, gegebenenfalls Gotra, Geburtsnakshatra, Familienbezug Geburtsnakshatra und Tagesnakshatra nicht verwechseln.
Weitere Herkunftsangaben Pravara, Shakha, Sutra oder andere Traditionsangaben Nur bei entsprechendem Ritual und tatsächlich bekannter Zugehörigkeit.
Anliegen Reinigung, Wohlergehen, Erkenntnis, Festverehrung oder konkreter Anlass Das wirkliche Anliegen verständlich benennen; keine lange Wunschliste aus fremden Vorlagen kopieren.
Rituelles Werk Name der Puja, des Homa, des Japa oder Vrata Bei gelobter Zahl oder Dauer genau festlegen, was tatsächlich ausgeführt werden soll.
Hilfshandlungen Etwa Ganesha-Puja und Punyahavachana Nur ankündigen, was zum gewählten Ablauf gehört.
Vollzug der Erklärung kariṣye oder für ein Feueropfer hoṣyāmi „Ich werde ausführen“ beziehungsweise „ich werde ins Feuer darbringen“; anschließend die vorgesehene Schlussgeste.

Die kosmischen Angaben bilden den großen Rahmen; die Orts-, Kalender- und Personendaten machen die Handlung konkret. Nicht alle regionalen Erweiterungen sind für eine einfache Bhakti-Puja erforderlich. Vollständigkeit bedeutet, die tatsächlich gewählte Fassung vollständig zu verstehen und auszufüllen.

Ausführliches Sanskritschema mit Erläuterung

Die folgende Lesefassung ist ein redaktionell geordnetes Ausfüllschema aus den traditionellen Bausteinen. Sie ist keine heute datierte Rezitation und kein wörtlicher Abdruck einer einzelnen Paddhati. Amuka bedeutet hier „der jeweils einzusetzende“. Vor der Feier wird jedes solche Wort durch die richtige, grammatisch passende Angabe ersetzt. Im persönlichen Teil wird bewusst mama, „meiner“, verwendet, damit keine erfundene Gotra oder männliche Namensform vorausgesetzt wird. Die zusätzliche Gotra-Form wird anschließend erklärt.

1. Eröffnung und kosmische Zeit

Lesefassung der zeitlichen Einordnung
hariḥ oṃ tat sat | śrī-govinda govinda govinda |
śubhe śobhane muhūrte |
śrī-mahāviṣṇor ājñayā pravartamānasya
adya brahmaṇo dvitīya-parārdhe |
śrī-śveta-varāha-kalpe | vaivasvata-manvantare |
aṣṭāviṃśatitame mahāyuge | kali-yuge | prathama-pāde |

हरिः ॐ तत् सत् । श्री-गोविन्द गोविन्द गोविन्द ।
शुभे शोभने मुहूर्ते ।
श्री-महाविष्णोर् आज्ञया प्रवर्तमानस्य
अद्य ब्रह्मणो द्वितीय-परार्धे ।
श्री-श्वेत-वराह-कल्पे । वैवस्वत-मन्वन्तरे ।
अष्टाविंशतितमे महायुगे । कलि-युगे । प्रथम-पादे ।

Bedeutung: Hari, Om, das ist die Wahrheit. Shri Govinda, Govinda, Govinda. In dieser günstigen, glückverheißenden Zeit, in der unter der Ordnung Mahavishnus sich entfaltenden Weltzeit: jetzt in Brahmas zweiter Lebenshälfte, im Shveta-Varaha-Kalpa, im Vaivasvata-Manvantara, im achtundzwanzigsten Mahayuga, im Kali-Yuga, in dessen erstem Abschnitt.

Die ausdrückliche Benennung des 28. Mahayuga erläutert die oft zusammengezogene traditionelle Wendung vom 28. Kali-Yuga. Der Zusatz „erster Abschnitt“ wird nicht als Aussage verstanden, das Kalenderjahr liege im ersten Viertel seines Jahreslaufs.

2. Geografie
Für die überlieferte Indienform ist unter anderem folgende Gliederung üblich:

Geografisches Schema; Indienform mit offenen Ortsfeldern
jambū-dvīpe | bhārata-varṣe | bharata-khaṇḍe |
meroḥ dakṣiṇe pārśve |
amuka-deśe | amuka-pradeśe | amuka-nagare | amuka-kṣetre |

जम्बू-द्वीपे । भारत-वर्षे । भरत-खण्डे ।
मेरोः दक्षिणे पार्श्वे ।
अमुक-देशे । अमुक-प्रदेशे । अमुक-नगरे । अमुक-क्षेत्रे ।

Bedeutung: Auf Jambudvipa, im Bharata-Varsha, im Bharata-Khanda, an der südlichen Seite des Meru, in dem einzusetzenden Land, Gebiet, Ort und heiligen beziehungsweise rituellen Platz.

Für eine Feier in Deutschland wird nicht als tatsächlicher Ort ein indischer Distrikt genannt. Das Homa Sangraha zeigt bereits eine auf Australien bezogene andere kosmografische Zuordnung und veränderliche Richtungsangaben. Daraus folgt gerade keine überall verbindliche Sanskritbezeichnung Deutschlands. Eine örtliche Fassung wird mit der zuständigen Tradition festgelegt; Land und Ort können zusätzlich verständlich in der eigenen Sprache ausgesprochen werden. Nicht benötigte Ortsstufen werden nach der gewählten Fassung ausgelassen, nicht mit erfundenen heiligen Namen gefüllt.

3. Kalender

Alle fünf Panchanga-Felder ausdrücklich sichtbar
prabhavādi-ṣaṣṭi-saṃvatsarāṇāṃ madhye
amuka-nāma-saṃvatsare | amukāyane | amuka-ṛtau |
amuka-māse | amuka-pakṣe | amuka-tithau |
amuka-vāsara-yuktāyām | amuka-nakṣatra-yuktāyām |
amuka-yoge | amuka-karaṇe |
evaṃ-guṇa-viśeṣaṇa-viśiṣṭāyām asyāṃ śubha-tithau |

प्रभवादि-षष्टि-संवत्सराणां मध्ये
अमुक-नाम-संवत्सरे । अमुकायने । अमुक-ऋतौ ।
अमुक-मासे । अमुक-पक्षे । अमुक-तिथौ ।
अमुक-वासर-युक्तायाम् । अमुक-नक्षत्र-युक्तायाम् ।
अमुक-योगे । अमुक-करणे ।
एवं-गुण-विशेषण-विशिष्टायाम् अस्यां शुभ-तिथौ ।

Bedeutung: Unter den sechzig mit Prabhava beginnenden Jahren: im einzusetzenden benannten Jahr, in der betreffenden Sonnenhalbjahresphase und Jahreszeit, im Monat, in der Monatshälfte und am Mondtag; verbunden mit dem betreffenden Wochentag und Nakshatra, unter dem betreffenden Yoga und Karana: an diesem durch solche Merkmale bestimmten günstigen Mondtag.

Formeln wie śubha-yoge śubha-karaṇe oder śrī-viṣṇu-yoge śrī-viṣṇu-karaṇe stehen in manchen Vorlagen anstelle der einzeln genannten Werte. Sie sind tradierte Kurzformen, keine von einer Berechnung abgelesenen Namen. Muhurta wird ebenfalls nur mit der für die Fassung erforderlichen Genauigkeit genannt. Ein Festname kann hinzutreten, ersetzt die übrigen Zeitangaben jedoch nicht automatisch.

4. Person, Anliegen und Werk
Die folgende Musterform kündigt eine Ganesha-Puja für das Wohlergehen der eigenen Familie an. Die persönliche Identität kann davor in verständlichen Worten genannt werden. Es werden keine unbekannten Abstammungsdaten erfunden.

Muster für ein Puja-Anliegen; redaktionell aus üblichen Bausteinen geordnet
sa-kuṭumbasya mama
upātta-samasta-durita-kṣaya-dvārā
śrī-parameśvara-prītyartham |
kṣema-sthairya-dhairyāyur-ārogyābhivṛddhyartham |
dharmārtha-kāma-mokṣa-caturvidha-puruṣārtha-siddhyartham |
yathā-śakti śrī-mahāgaṇapati-pūjāṃ kariṣye |

स-कुटुम्बस्य मम
उपात्त-समस्त-दुरित-क्षय-द्वारा
श्री-परमेश्वर-प्रीत्यर्थम् ।
क्षेम-स्थैर्य-धैर्यायुर्-आरोग्याभिवृद्ध्यर्थम् ।
धर्मार्थ-काम-मोक्ष-चतुर्विध-पुरुषार्थ-सिद्ध्यर्थम् ।
यथा-शक्ति श्री-महागणपति-पूजां करिष्ये ।

Bedeutung: Für mich zusammen mit meiner Familie, durch das Schwinden der auf mich genommenen Verfehlungen und zur Freude des höchsten Herrn, zur Förderung von Wohlergehen, Beständigkeit, Mut, Leben und Gesundheit sowie zur Verwirklichung der vier Lebensziele Dharma, Artha, Kama und Moksha werde ich nach meinen Kräften die Puja des großen Ganapati ausführen.

Bei einem Homa lautet der Ritualname entsprechend etwa śrī-mahāgaṇapati-homaṃ kariṣye. Für eine ausdrücklich angekündigte Feuergabe kann hoṣyāmi stehen. Ein Japa-Vorsatz nennt gegebenenfalls Mantra und Zahl; ein Vrata nennt Anlass, Dauer und tatsächlich übernommene Regeln. Die vier Purusharthas sind ein verbreiteter Rahmen, müssen aber nicht in jedem sehr konkreten Anlassvorsatz zusätzlich erscheinen.

Gotra, Name und Geburtsangaben
Eine traditionell vollständige Personenangabe kann Gotra und Name einschließen. Bei einer männlich bezeichneten Person findet sich das Muster amuka-gotrasya amuka-śarmaṇaḥ; weibliche und andere Namensformen benötigen die entsprechende Grammatik. Die Bezeichnung śarman wird nicht jedem Namen automatisch angehängt. Pravara ist eine Reihe von Rishis der eigenen Überlieferung und kein frei wählbarer spiritueller Ehrenzusatz. Ist Gotra unbekannt oder für die Person nicht Teil ihrer Tradition, bleibt dies offen beziehungsweise es wird die anerkannte örtliche Form benutzt. Eine angeblich allgemeingültige Ersatz-Gotra wird hier nicht vorgeschrieben.

5. Ankündigung der Hilfsriten
Wenn sie zum gewählten Ablauf gehören, können folgende Bausteine folgen:

Ankündigung der vorbereitenden Ganesha-Puja
tad-aṅgatvena nirvighna-parisamāptyartham
ādau vighneśvara-pūjāṃ kariṣye |

तद्-अङ्गत्वेन निर्विघ्न-परिसमाप्त्यर्थम्
आदौ विघ्नेश्वर-पूजां करिष्ये ।

Bedeutung: Als zugehörige Handlung werde ich zu Beginn die Puja Vighneshvaras ausführen, damit das Werk ohne Hindernisse zum Abschluss kommt.

Nur bei einer tatsächlich vorgesehenen Reinigungszeremonie
antaḥkaraṇa-śuddhyarthaṃ śarīra-śuddhyarthaṃ
maṇḍapa-śuddhyarthaṃ sarvopakaraṇa-śuddhyarthaṃ
svasti-puṇyāha-vācanaṃ kariṣye |

अन्तःकरण-शुद्ध्यर्थं शरीर-शुद्ध्यर्थं
मण्डप-शुद्ध्यर्थं सर्वोपकरण-शुद्ध्यर्थं
स्वस्ति-पुण्याह-वाचनं करिष्ये ।

Bedeutung: Zur Reinigung des inneren Organs, des Körpers, des Ritualraums und aller Geräte werde ich Svasti-Punyahavachana ausführen.

Danach wird das gehaltene Wasser beziehungsweise die kleine Gabe an der vorgesehenen Stelle abgegeben. Wer ohne Wassergabe die geschlossene Handhaltung verwendet, beendet diese entsprechend der eigenen Paddhati. Der angekündigte Ritus beginnt jetzt tatsächlich.

Kurze Form, Mahasankalpa und spirituelle Bedeutung

Eine kurze, vollständig ausgesprochene Erklärung
Für einen schlichten Beginn kann nach Nennung der konkreten Person, Zeit und des Ortes eine kurze Sanskritform dienen:

Kurzer Ritualvorsatz
śrī-parameśvara-prītyarthaṃ
yathā-śakti śrī-mahāgaṇapati-pūjāṃ kariṣye |

श्री-परमेश्वर-प्रीत्यर्थं
यथा-शक्ति श्री-महागणपति-पूजां करिष्ये ।

Bedeutung: Zur Freude des höchsten Herrn werde ich nach meinen Kräften die Puja des großen Ganapati ausführen.

Diese Form ist vollständig als kurzer Vorsatz, aber nicht der vollständige kosmografische Langtext. Sie wird entsprechend bezeichnet.

Was ein Mahasankalpa zusätzlich enthalten kann
Sehr ausgedehnte Fassungen nennen Welten, Inseln, Gebirge, Flüsse, heilige Regionen, Dynastien oder lange Bekenntnisse zu Verfehlungen. Solche Texte sind rituell und regional gebunden. Wer einen bestimmten Mahasankalpa benötigt, verwendet dessen vollständige überlieferte Fassung. Eine Aufzählung sämtlicher denkbarer Erweiterungen würde einen neuen Mischtext erzeugen und wäre nicht „traditionell vollständiger“.

Bhava
Der Sankalpa verbindet Entschiedenheit mit Demut. Die Person sagt, was sie tun will, und stellt das Vorhaben in eine größere Ordnung. Eine Absicht wie Versöhnung erhält dadurch eine praktische Verpflichtung: Die anschließende Handlung und das alltägliche Verhalten sollen dazu passen. Die spätere Samarpana ergänzt diese Entschlossenheit durch das Loslassen der Ergebnisbindung.

Für Yoga Vidya bleibt der eigene Artikel Sankalpa – Anliegen und Widmung des Rituals bei Yoga Vidya maßgeblich. Die hier erläuterten langen Zeit- und Herkunftsangaben werden nicht rückwirkend zur Pflicht jeder dortigen Kurzpuja erklärt.

Ritualbeispiele und Quellen

Weitere Ritualbestandteile

Puja - 32 Schritte · Bestandteile von Homa, Yajna und Havan · Bestandteile der Yoga Vidya Rituale

Die 32 Puja-Schritte
Dhyana – die Gottheit im Ritual vergegenwärtigen · Avahana – Einladung der göttlichen Gegenwart · Asana – der Gottheit einen Sitz anbieten · Padya – Wasser für die Füße der Gottheit · Arghya – ehrerbietige Wassergabe · Achamaniya – Schluckwasser für die Gottheit · Madhuparka – süße Ehrenspeise für den göttlichen Gast · Panchamrita Snana – Bad mit fünf Nektaren · Snana – das rituelle Bad der Gottheit · Plota – das Bildnis nach dem Bad trocknen · Vastra – Gewänder als Darbringung · Yajnopavita – heilige Schnur als Puja-Gabe · Abharana – Schmuck der Gottheit darbringen · Gandha – Duft und Sandelholz als Verehrungsgabe · Saubhagya Dravya – glückverheißende Gaben für die Göttin · Akshata – ungebrochener Reis als Ritualgabe · Pushpa – Blüten als Verehrungsgabe · Anga Puja – die Glieder der Gottheit verehren · Ashtottarashata Namavali – Verehrung mit 108 Namen · Dhupa – Räucherwerk als Darbringung · Dipa – die Lichtgabe der Puja · Naivedya – Speisen der Gottheit darbringen · Paniya – Trinkwasser zur Speisedarbringung · Tambula – Betelgabe als Abschluss der Bewirtung · Dakshina – Ehrengabe und Dank an die Ritualtragenden · Karpura Nirajana – feierliche Kampferlichtgabe · Mantrapushpa – Blütengabe und vedischer Schlussgesang · Pradakshina – ehrerbietige Umrundung · Namaskara – ehrerbietiger Gruß und Verneigung · Stotra – Lobgesang innerhalb des Rituals · Kshamapana – um Vergebung und Vollendung bitten · Samarpana – die Früchte des Rituals hingeben

Weitere Begriffe und Feuerbestandteile
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