Arghya – ehrerbietige Wassergabe
Arghya – ehrerbietige Wassergabe (Sanskrit: अर्घ्य arghya) ist eine besonders ehrende Gabe, meist in Gestalt von Wasser mit rituellen Zusätzen. In der Puja drückt sie die Wertschätzung des göttlichen Gastes aus. Sie ist von Padya und Achamaniya zu unterscheiden: Arghya bedeutet nicht einfach „Hände und Mund waschen“.
Platz und unterschiedliche Formen
In Puja - 32 Schritte steht Arghya nach dem Fußwasser. In einer Surya-Verehrung kann es als aufwärts gerichtete Wassergabe an die Sonne den Mittelpunkt bilden. Ein tantrisches Vishesharghya ist ein eigens bereitetes und geheiligtes besonderes Arghya; es ist nicht durch beliebiges Hinzufügen von Zutaten herzustellen. Die Bestandteile richten sich nach der Vorlage. Häufig begegnen Wasser, Gandha, Blüten und Akshata. Andere Fassungen nennen weitere Zutaten oder verwenden eine bereits vorbereitete Mischung. Die Wasserangebote werden nicht vermischt, indem man automatisch von jeder vorhandenen Gabe etwas hineinschüttet.
Beispiel aus der Lakshmi-Puja
Man hält die kleine vorbereitete Ehrengabe vor der Göttin und gibt sie in das dafür bestimmte Gefäß. Die verwendete Lakshmi-Fassung verbindet die Ehrengabe mit einem Angebot an den Kopf der Göttin. Diese Handlungsdeutung wird hier als besondere Fassung erhalten.
Beispiel einer Rezitation
namaste devi deveśi namaste kamala-dhāriṇi |
gṛhāṇārghyaṃ mayā dattaṃ mahālakṣmi namo’stu te ||
नमस्ते देवि देवेशि नमस्ते कमल-धारिणि ।
गृहाणार्घ्यं मया दत्तं महालक्ष्मि नमोऽस्तु ते ॥
Bedeutung: Verehrung dir, Göttin und Herrin der Götter; Verehrung dir, die du einen Lotus hältst. Nimm die von mir dargebrachte Ehrengabe an, Mahalakshmi; Verehrung dir.
Abschließende Darbringungsformel
śrī-lakṣmī-devyai namaḥ | arghyaṃ samarpayāmi |
श्री-लक्ष्मी-देव्यै नमः । अर्घ्यं समर्पयामि ।
Bedeutung: Verehrung der Göttin Shri Lakshmi. Ich bringe Arghya dar.
Ein symbolisches Angebot vor dem Bild ist möglich, wenn die verwendete häusliche Praxis es so vorsieht. Empfindliche Bilder werden nicht übergossen.
Bhava und Abgrenzung
Arghya erinnert daran, dass Verehrung auch Würdigung bedeutet. Die sorgfältig bereitete Gabe kann die innere Haltung tragen: „Ich begegne dir mit Achtung.“ Ihre spirituelle Bedeutung liegt in dieser bewussten Zuwendung und in der überlieferten Verbindung von Wasser, Reinheit und Willkommen. Punararghya ist eine spätere erneute Ehrengabe. Ein Arghya an Surya, an den Mond während eines Vrata oder an einen verehrten Menschen hat jeweils seine eigene Formel und Stellung. Der Name allein legt die konkrete Mischung und Bewegungsfolge noch nicht fest.
Ritualbeispiele und Quellen
- Weiterführende Ritualartikel und verwandte Fassungen: Mahalakshmi Vishesha Puja – Fülle und Großzügigkeit in der Diwali-Nacht · Surya-Narayana-Puja mit Chhaya und Samjna an Makara Sankranti gemäß Puja Sangraha · Varalakshmi Vrata mit vollständiger Puja
- Drik Panchang: Lakshmi Puja Vidhi: Lakshmi Puja Vidhi, Schritt 6, Arghyam.
- Pandit Sri Ram Sivan: Puja Sangraha, Ausgabe 18. Januar 2025: Puja Sangraha, Vaidika Upachara und Siddhi Vinayaka Puja.
Weitere Ritualbestandteile
Puja - 32 Schritte · Bestandteile von Homa, Yajna und Havan · Bestandteile der Yoga Vidya Rituale
Die 32 Puja-Schritte
Dhyana – die Gottheit im Ritual vergegenwärtigen · Avahana – Einladung der göttlichen Gegenwart · Asana – der Gottheit einen Sitz anbieten · Padya – Wasser für die Füße der Gottheit · Achamaniya – Schluckwasser für die Gottheit · Madhuparka – süße Ehrenspeise für den göttlichen Gast · Panchamrita Snana – Bad mit fünf Nektaren · Snana – das rituelle Bad der Gottheit · Plota – das Bildnis nach dem Bad trocknen · Vastra – Gewänder als Darbringung · Yajnopavita – heilige Schnur als Puja-Gabe · Abharana – Schmuck der Gottheit darbringen · Gandha – Duft und Sandelholz als Verehrungsgabe · Saubhagya Dravya – glückverheißende Gaben für die Göttin · Akshata – ungebrochener Reis als Ritualgabe · Pushpa – Blüten als Verehrungsgabe · Anga Puja – die Glieder der Gottheit verehren · Ashtottarashata Namavali – Verehrung mit 108 Namen · Dhupa – Räucherwerk als Darbringung · Dipa – die Lichtgabe der Puja · Naivedya – Speisen der Gottheit darbringen · Paniya – Trinkwasser zur Speisedarbringung · Tambula – Betelgabe als Abschluss der Bewirtung · Dakshina – Ehrengabe und Dank an die Ritualtragenden · Karpura Nirajana – feierliche Kampferlichtgabe · Mantrapushpa – Blütengabe und vedischer Schlussgesang · Pradakshina – ehrerbietige Umrundung · Namaskara – ehrerbietiger Gruß und Verneigung · Stotra – Lobgesang innerhalb des Rituals · Kshamapana – um Vergebung und Vollendung bitten · Samarpana – die Früchte des Rituals hingeben
Weitere Begriffe und Feuerbestandteile
Abhisheka – rituelles Übergießen und Weihen · Angavastra – Ober- und Schultertuch als Gabe · Kanthasutra – Halsschmuck der Göttin · Pranama – sich in Hingabe verneigen · Prarthana – Gebet und persönliche Bitte im Ritual · Visarjana – Verabschiedung der angerufenen Gegenwart · Arati – gemeinschaftliche Lichtverehrung · Achamana – rituelles Wasserschlucken der ausführenden Person · Alankara – das göttliche Bild schmücken · Pushpanjali – die gemeinsame Blütengabe · Upachara – Formen liebevoller Darbringung · Sankalpa – traditioneller Ritualvorsatz mit Zeit, Ort und Anliegen · Purnahuti – die volle Schlussgabe einer Yajna · Agnimukha – Vorbereitung und Eröffnung des Feueropfers · Sthandila und Rekha – Feuerplatz und rituelle Linien · Agni Sthapana – das Ritualfeuer einsetzen · Paristarana – Darbha um das Feuer auslegen · Patra Sadana – die Opfergeräte bereitstellen · Pranita und Prokshani – die Wassergefäße des Homa · Ajya Samskara – Ghee für das Feueropfer bereiten · Paridhi – Begrenzungshölzer des Feueropfers · Parishechana – Wasser um das Opferfeuer geben · Samidhadhana – geeignete Hölzer ins Feuer geben · Aghara – die eröffnenden Ghee-Ströme · Ajyabhaga – Ghee-Anteile für Agni und Soma · Ahuti – Mantra und Feuerdarbringung verbinden · Vyahriti Ahuti – Gaben mit den heiligen Weltenrufen · Svishtakrit – Agni um die Vollendung des Opfers bitten · Jayadi – ergänzende Gaben für das Gelingen des Rituals · Prayashchitta – rituelle Berichtigung und Wiedergutmachung · Vasordhara – der zusammenhängende Ghee-Strom · Agnyupasthana – das Feuer abschließend verehren · Anujna und Brahma Varana – Zustimmung und Ritualverantwortung · Kalasha Sthapana – das heilige Wassergefäß aufstellen · Punyahavachana – Reinheit und Wohlergehen feierlich zusprechen · Nyasa – Mantra und göttliche Gegenwart im Körper verorten · Ghanta – die Ritualglocke erklingen lassen · Rajopachara – königliche Ehrengaben in der Puja · Puja - 32 Schritte · Bestandteile von Homa, Yajna und Havan