Svishtakrit – Agni um die Vollendung des Opfers bitten

Aus Yogawiki

Svishtakrit – Agni um die Vollendung des Opfers bitten (Sanskrit: स्विष्टकृत् sviṣṭakṛt) ist die Anrufung Agnis als desjenigen, der das Opfer gut vollzogen sein lässt. Die zugehörige Gabe steht in vielen vedisch geprägten Feuerabläufen im Abschlussbereich. Sie nimmt das Anliegen auf, dass Übermaß, Mangel oder Unachtsamkeit in der Handlung zurechtgebracht werden.

Stellung und Abgrenzung

Nach der Hauptverehrung folgt in der beschriebenen Paddhati unter anderem die Svishtakrit-Gabe. Sie ist nicht einfach ein anderer Name für Purnahuti. Prayashchitta ist ein weiter gefasster Bereich ritueller Berichtigung; einzelne Handlungen können in ihrer Funktion nahe beieinanderliegen, bleiben aber im Ablauf unterschieden.

Vollständiges Beispiel

Die Leitung hält die vorgesehene kleine Gabe bereit und spricht:

Svishtakrit-Formel; Grundlautung ohne vedische Rezitationszeichen
yad asya karmaṇo’tyarīricaṃ yad vā nyūnam ihākaram |
agniṣ ṭat sviṣṭakṛd vidvān
sarvaṃ sviṣṭaṃ suhutaṃ karotu svāhā |
agnaye sviṣṭakṛte idaṃ na mama |

यद् अस्य कर्मणोऽत्यरीरिचं यद् वा न्यूनम् इहाकरम् ।
अग्निष् टत् स्विष्टकृद् विद्वान्
सर्वं स्विष्टं सुहुतं करोतु स्वाहा ।
अग्नये स्विष्टकृते इदं न मम ।

Bedeutung: Was ich bei dieser Handlung übermäßig oder zu wenig getan habe: Agni, der wissende Vollender des Opfers, möge alles zu gutem Opfer und guter Darbringung machen. Svaha. Dies ist für Agni Svishtakrit, nicht für mich.

Die Gabe erfolgt beim vorgesehenen Opferwort. Die in vedischer Rezitation hörbaren erweiterten Nasalierungen werden in dieser Leseausgabe durch die normale Grundschrift wiedergegeben. Wer den Text vedisch rezitiert, folgt der erlernten Schule und nicht einer selbst erfundenen Betonung.

Bhava und Weiterführung

Der Text verbindet Verantwortungsbewusstsein mit Vertrauen. Die handelnde Person anerkennt ihre Grenzen und bittet um Vollendung. Eine freie Betrachtung lautet: „Möge aufrichtiges Bemühen auch dort tragen, wo meine Ausführung unvollkommen war.“ Die Bitte ist kein Grund, notwendige Vorbereitungen zu überspringen. Ein erkennbarer praktischer Fehler wird nach Möglichkeit behoben. Danach folgen die im konkreten Schlussrahmen vorgesehenen weiteren Gaben und Gebete. Die rituelle Vollendung und die sorgfältige tatsächliche Beendigung der Feuerhandlung gehören zusammen.

Ritualbeispiele und Quellen

Weitere Ritualbestandteile

Puja - 32 Schritte · Bestandteile von Homa, Yajna und Havan · Bestandteile der Yoga Vidya Rituale

Die 32 Puja-Schritte
Dhyana – die Gottheit im Ritual vergegenwärtigen · Avahana – Einladung der göttlichen Gegenwart · Asana – der Gottheit einen Sitz anbieten · Padya – Wasser für die Füße der Gottheit · Arghya – ehrerbietige Wassergabe · Achamaniya – Schluckwasser für die Gottheit · Madhuparka – süße Ehrenspeise für den göttlichen Gast · Panchamrita Snana – Bad mit fünf Nektaren · Snana – das rituelle Bad der Gottheit · Plota – das Bildnis nach dem Bad trocknen · Vastra – Gewänder als Darbringung · Yajnopavita – heilige Schnur als Puja-Gabe · Abharana – Schmuck der Gottheit darbringen · Gandha – Duft und Sandelholz als Verehrungsgabe · Saubhagya Dravya – glückverheißende Gaben für die Göttin · Akshata – ungebrochener Reis als Ritualgabe · Pushpa – Blüten als Verehrungsgabe · Anga Puja – die Glieder der Gottheit verehren · Ashtottarashata Namavali – Verehrung mit 108 Namen · Dhupa – Räucherwerk als Darbringung · Dipa – die Lichtgabe der Puja · Naivedya – Speisen der Gottheit darbringen · Paniya – Trinkwasser zur Speisedarbringung · Tambula – Betelgabe als Abschluss der Bewirtung · Dakshina – Ehrengabe und Dank an die Ritualtragenden · Karpura Nirajana – feierliche Kampferlichtgabe · Mantrapushpa – Blütengabe und vedischer Schlussgesang · Pradakshina – ehrerbietige Umrundung · Namaskara – ehrerbietiger Gruß und Verneigung · Stotra – Lobgesang innerhalb des Rituals · Kshamapana – um Vergebung und Vollendung bitten · Samarpana – die Früchte des Rituals hingeben

Weitere Begriffe und Feuerbestandteile
Abhisheka – rituelles Übergießen und Weihen · Angavastra – Ober- und Schultertuch als Gabe · Kanthasutra – Halsschmuck der Göttin · Pranama – sich in Hingabe verneigen · Prarthana – Gebet und persönliche Bitte im Ritual · Visarjana – Verabschiedung der angerufenen Gegenwart · Arati – gemeinschaftliche Lichtverehrung · Achamana – rituelles Wasserschlucken der ausführenden Person · Alankara – das göttliche Bild schmücken · Pushpanjali – die gemeinsame Blütengabe · Upachara – Formen liebevoller Darbringung · Sankalpa – traditioneller Ritualvorsatz mit Zeit, Ort und Anliegen · Purnahuti – die volle Schlussgabe einer Yajna · Agnimukha – Vorbereitung und Eröffnung des Feueropfers · Sthandila und Rekha – Feuerplatz und rituelle Linien · Agni Sthapana – das Ritualfeuer einsetzen · Paristarana – Darbha um das Feuer auslegen · Patra Sadana – die Opfergeräte bereitstellen · Pranita und Prokshani – die Wassergefäße des Homa · Ajya Samskara – Ghee für das Feueropfer bereiten · Paridhi – Begrenzungshölzer des Feueropfers · Parishechana – Wasser um das Opferfeuer geben · Samidhadhana – geeignete Hölzer ins Feuer geben · Aghara – die eröffnenden Ghee-Ströme · Ajyabhaga – Ghee-Anteile für Agni und Soma · Ahuti – Mantra und Feuerdarbringung verbinden · Vyahriti Ahuti – Gaben mit den heiligen Weltenrufen · Jayadi – ergänzende Gaben für das Gelingen des Rituals · Prayashchitta – rituelle Berichtigung und Wiedergutmachung · Vasordhara – der zusammenhängende Ghee-Strom · Agnyupasthana – das Feuer abschließend verehren · Anujna und Brahma Varana – Zustimmung und Ritualverantwortung · Kalasha Sthapana – das heilige Wassergefäß aufstellen · Punyahavachana – Reinheit und Wohlergehen feierlich zusprechen · Nyasa – Mantra und göttliche Gegenwart im Körper verorten · Ghanta – die Ritualglocke erklingen lassen · Rajopachara – königliche Ehrengaben in der Puja · Puja - 32 Schritte · Bestandteile von Homa, Yajna und Havan