Dhupa – Räucherwerk als Darbringung
Dhupa – Räucherwerk als Darbringung (Sanskrit: धूप dhūpa) ist die Darbringung von duftendem Rauch. In vielen Pujas gehört sie zusammen mit Licht und Speise zu den zentralen Diensten. Verwendet werden je nach Tradition Räucherstäbchen, Harze oder vorbereitete Mischungen.
Stellung und Vorbereitung
In Puja - 32 Schritte folgt Dhupa auf die Namensverehrung und geht der Lichtgabe voraus. Benötigt werden wenig geeignetes Räucherwerk, eine hitzefeste Halterung und ein sicherer Platz zum Abstellen. Bei Harzräucherung ist die heiße Unterlage mitzudenken. Die Gabe kann von einer einzelnen Person ausgeführt werden, während die Gemeinschaft die Formel spricht.
Beispiel
In der Varalakshmi-Puja lautet die Strophe:
Beispiel einer Rezitation
dhūpaṃ dāsyāmi te devi go-ghṛtena samanvitam |
pratigṛhṇa mahādevi bhaktānāṃ varada-priye ||
धूपं दास्यामि ते देवि गो-घृतेन समन्वितम् ।
प्रतिगृह्ण महादेवि भक्तानां वरद-प्रिये ॥
Bedeutung: Ich werde dir Räucherwerk darbringen, o Göttin, verbunden mit Kuh-Ghee. Nimm es an, große Göttin, die du den Verehrenden liebevoll Segen gewährst.
Diese Strophe nennt ausdrücklich Ghee; sie beschreibt eine bestimmte Räuchergabe. Pflanzliche Räuchermischungen sind eine mögliche heutige Anpassung und werden nicht als wörtlicher Inhalt des Verses übersetzt. In der praktischen Ausführung wird der Halter vor der Gottheit gezeigt oder nach der örtlichen Form geschwenkt und anschließend sicher abgestellt. Eine bestimmte Zahl von Kreisen ist nicht für alle Dhupa-Gaben verbindlich.
Bedeutung und sinnvolle Grenzen
Duft kann helfen, den Ritualraum bewusst wahrzunehmen und sich zu sammeln. Als Bhakti-Betrachtung eignet sich die Vorstellung, dass freundliche Gedanken und Worte sich wie ein angenehmer Duft ausbreiten. Damit wird keine medizinische Raumdesinfektion behauptet. Bei empfindlichen Atemwegen kann die Gabe sehr klein bleiben oder in einer ausdrücklich angepassten Form innerlich erfolgen. Gute Belüftung, Abstand zu Gesichtern und ein feuerfester Untersetzer gehören zu einer verständigen Durchführung. Der Räucherhalter wird nicht unmittelbar unter einen Rauchmelder gehalten. Gandha ist die Duftpaste, Dhupa der Rauch, Dipa die sichtbare Flamme. Nach der Feier werden vollständig erkaltete Reste entfernt. Eine noch glimmende Räucherkohle gehört nicht in den Abfall.
Ritualbeispiele und Quellen
- Weiterführende Ritualartikel und verwandte Fassungen: Varalakshmi Vrata mit vollständiger Puja · Große Shiva Puja · Große Krishna Puja · Dhupa – Räuchergabe bei Yoga Vidya
- Drik Panchang: Varalakshmi Puja Vidhi; dort eine besondere, anders gezählte 32-teilige Varalakshmi-Puja: Varalakshmi Puja Vidhi, Schritt 16, Dhupah.
- Pandit Sri Ram Sivan: Puja Sangraha, Ausgabe 18. Januar 2025: Puja Sangraha, Dhupa in den allgemeinen Darbringungen.
Weitere Ritualbestandteile
Puja - 32 Schritte · Bestandteile von Homa, Yajna und Havan · Bestandteile der Yoga Vidya Rituale
Die 32 Puja-Schritte
Dhyana – die Gottheit im Ritual vergegenwärtigen · Avahana – Einladung der göttlichen Gegenwart · Asana – der Gottheit einen Sitz anbieten · Padya – Wasser für die Füße der Gottheit · Arghya – ehrerbietige Wassergabe · Achamaniya – Schluckwasser für die Gottheit · Madhuparka – süße Ehrenspeise für den göttlichen Gast · Panchamrita Snana – Bad mit fünf Nektaren · Snana – das rituelle Bad der Gottheit · Plota – das Bildnis nach dem Bad trocknen · Vastra – Gewänder als Darbringung · Yajnopavita – heilige Schnur als Puja-Gabe · Abharana – Schmuck der Gottheit darbringen · Gandha – Duft und Sandelholz als Verehrungsgabe · Saubhagya Dravya – glückverheißende Gaben für die Göttin · Akshata – ungebrochener Reis als Ritualgabe · Pushpa – Blüten als Verehrungsgabe · Anga Puja – die Glieder der Gottheit verehren · Ashtottarashata Namavali – Verehrung mit 108 Namen · Dipa – die Lichtgabe der Puja · Naivedya – Speisen der Gottheit darbringen · Paniya – Trinkwasser zur Speisedarbringung · Tambula – Betelgabe als Abschluss der Bewirtung · Dakshina – Ehrengabe und Dank an die Ritualtragenden · Karpura Nirajana – feierliche Kampferlichtgabe · Mantrapushpa – Blütengabe und vedischer Schlussgesang · Pradakshina – ehrerbietige Umrundung · Namaskara – ehrerbietiger Gruß und Verneigung · Stotra – Lobgesang innerhalb des Rituals · Kshamapana – um Vergebung und Vollendung bitten · Samarpana – die Früchte des Rituals hingeben
Weitere Begriffe und Feuerbestandteile
Abhisheka – rituelles Übergießen und Weihen · Angavastra – Ober- und Schultertuch als Gabe · Kanthasutra – Halsschmuck der Göttin · Pranama – sich in Hingabe verneigen · Prarthana – Gebet und persönliche Bitte im Ritual · Visarjana – Verabschiedung der angerufenen Gegenwart · Arati – gemeinschaftliche Lichtverehrung · Achamana – rituelles Wasserschlucken der ausführenden Person · Alankara – das göttliche Bild schmücken · Pushpanjali – die gemeinsame Blütengabe · Upachara – Formen liebevoller Darbringung · Sankalpa – traditioneller Ritualvorsatz mit Zeit, Ort und Anliegen · Purnahuti – die volle Schlussgabe einer Yajna · Agnimukha – Vorbereitung und Eröffnung des Feueropfers · Sthandila und Rekha – Feuerplatz und rituelle Linien · Agni Sthapana – das Ritualfeuer einsetzen · Paristarana – Darbha um das Feuer auslegen · Patra Sadana – die Opfergeräte bereitstellen · Pranita und Prokshani – die Wassergefäße des Homa · Ajya Samskara – Ghee für das Feueropfer bereiten · Paridhi – Begrenzungshölzer des Feueropfers · Parishechana – Wasser um das Opferfeuer geben · Samidhadhana – geeignete Hölzer ins Feuer geben · Aghara – die eröffnenden Ghee-Ströme · Ajyabhaga – Ghee-Anteile für Agni und Soma · Ahuti – Mantra und Feuerdarbringung verbinden · Vyahriti Ahuti – Gaben mit den heiligen Weltenrufen · Svishtakrit – Agni um die Vollendung des Opfers bitten · Jayadi – ergänzende Gaben für das Gelingen des Rituals · Prayashchitta – rituelle Berichtigung und Wiedergutmachung · Vasordhara – der zusammenhängende Ghee-Strom · Agnyupasthana – das Feuer abschließend verehren · Anujna und Brahma Varana – Zustimmung und Ritualverantwortung · Kalasha Sthapana – das heilige Wassergefäß aufstellen · Punyahavachana – Reinheit und Wohlergehen feierlich zusprechen · Nyasa – Mantra und göttliche Gegenwart im Körper verorten · Ghanta – die Ritualglocke erklingen lassen · Rajopachara – königliche Ehrengaben in der Puja · Puja - 32 Schritte · Bestandteile von Homa, Yajna und Havan