Snana – das rituelle Bad der Gottheit

Aus Yogawiki

Snana – das rituelle Bad der Gottheit (Sanskrit: स्नान snāna) bedeutet „Bad“. Als Upachara ist es der Dienst, die Gottheit in Gestalt ihres Bildnisses zu baden. Davon zu unterscheiden ist das eigene vorbereitende Bad der ausführenden Person. Abhisheka bezeichnet besonders das Übergießen; beide Begriffe überschneiden sich, sind aber nicht in jedem Zusammenhang austauschbar.

Platz im Ablauf

Die Übersicht Puja - 32 Schritte ordnet Snana nach dem Panchamrita-Bad ein. Hier handelt es sich um das reine Wasserbad, das die vorherigen Badgaben abschließt. Andere Pujas kennen zusätzlich ein erstes Wasserbad, ein Duftbad und ein abschließendes śuddhodaka-snāna, das Bad mit reinem Wasser. Alle diese Handlungen können unter dem Oberbegriff Snana zusammengefasst werden.

Ausführung und Sanskritbeispiel

Die Murti steht in einer Auffangschale. Sauberes Wasser wird in einer ruhigen, kleinen Menge über eine dafür geeignete Oberfläche gegossen. Das Gesicht wird weder mit Druck überströmt noch mechanisch gerieben. Bei einem Bild oder einem Kalasha genügt die von der Tradition vorgesehene symbolische Darbringung.

Badvers in der Varalakshmi-Puja
gaṅgājalaṃ samānītaṃ sugandhi-dravya-saṃyutam |
snānārthaṃ te mayā dattaṃ gṛhāṇa parameśvari ||

गङ्गाजलं समानीतं सुगन्धि-द्रव्य-संयुतम् ।
स्नानार्थं ते मया दत्तं गृहाण परमेश्वरि ॥

Bedeutung: Gangeswasser, mit wohlriechenden Stoffen verbunden, ist herbeigebracht. Ich habe es dir zum Bad dargebracht; nimm es an, höchste Herrin.

Der Vers benennt Gangeswasser. Wird gewöhnliches reines Wasser verwendet, kann zuvor die in vielen Pujas überlieferte Flussanrufung erfolgen; dadurch wird es rituell als Träger der heiligen Wasser verehrt. Es wird nicht behauptet, das Wasser stamme physisch aus dem Ganges. Rosenwasser oder Duftzusätze gehören nur dann hinein, wenn Material und gewählte Fassung dazu passen.

Bedeutung und Abschluss

Das Bad ist fürsorglicher Dienst. Es kann die Bereitschaft unterstützen, Unruhe und Unachtsamkeit abzulegen. Die Gottheit selbst gilt nicht deshalb als innerlich unrein, weil sie gebadet wird. Der Umgang mit dem sichtbaren Bild ist ein Ausdruck der Bhakti. Nach dem Bad folgt Plota. Gewänder und Schmuck werden erst am trockenen Bild angebracht. Das gebrauchte Wasser bleibt getrennt vom frischen Vorrat. Wird ein längerer Hymnus wie Rudram oder Purusha Sukta rezitiert, ordnet die Ritualleitung die Gießfolge diesem Text zu; die Bezeichnung „Snana“ allein schreibt keinen bestimmten Hymnus vor.

Ritualbeispiele und Quellen

Weitere Ritualbestandteile

Puja - 32 Schritte · Bestandteile von Homa, Yajna und Havan · Bestandteile der Yoga Vidya Rituale

Die 32 Puja-Schritte
Dhyana – die Gottheit im Ritual vergegenwärtigen · Avahana – Einladung der göttlichen Gegenwart · Asana – der Gottheit einen Sitz anbieten · Padya – Wasser für die Füße der Gottheit · Arghya – ehrerbietige Wassergabe · Achamaniya – Schluckwasser für die Gottheit · Madhuparka – süße Ehrenspeise für den göttlichen Gast · Panchamrita Snana – Bad mit fünf Nektaren · Plota – das Bildnis nach dem Bad trocknen · Vastra – Gewänder als Darbringung · Yajnopavita – heilige Schnur als Puja-Gabe · Abharana – Schmuck der Gottheit darbringen · Gandha – Duft und Sandelholz als Verehrungsgabe · Saubhagya Dravya – glückverheißende Gaben für die Göttin · Akshata – ungebrochener Reis als Ritualgabe · Pushpa – Blüten als Verehrungsgabe · Anga Puja – die Glieder der Gottheit verehren · Ashtottarashata Namavali – Verehrung mit 108 Namen · Dhupa – Räucherwerk als Darbringung · Dipa – die Lichtgabe der Puja · Naivedya – Speisen der Gottheit darbringen · Paniya – Trinkwasser zur Speisedarbringung · Tambula – Betelgabe als Abschluss der Bewirtung · Dakshina – Ehrengabe und Dank an die Ritualtragenden · Karpura Nirajana – feierliche Kampferlichtgabe · Mantrapushpa – Blütengabe und vedischer Schlussgesang · Pradakshina – ehrerbietige Umrundung · Namaskara – ehrerbietiger Gruß und Verneigung · Stotra – Lobgesang innerhalb des Rituals · Kshamapana – um Vergebung und Vollendung bitten · Samarpana – die Früchte des Rituals hingeben

Weitere Begriffe und Feuerbestandteile
Abhisheka – rituelles Übergießen und Weihen · Angavastra – Ober- und Schultertuch als Gabe · Kanthasutra – Halsschmuck der Göttin · Pranama – sich in Hingabe verneigen · Prarthana – Gebet und persönliche Bitte im Ritual · Visarjana – Verabschiedung der angerufenen Gegenwart · Arati – gemeinschaftliche Lichtverehrung · Achamana – rituelles Wasserschlucken der ausführenden Person · Alankara – das göttliche Bild schmücken · Pushpanjali – die gemeinsame Blütengabe · Upachara – Formen liebevoller Darbringung · Sankalpa – traditioneller Ritualvorsatz mit Zeit, Ort und Anliegen · Purnahuti – die volle Schlussgabe einer Yajna · Agnimukha – Vorbereitung und Eröffnung des Feueropfers · Sthandila und Rekha – Feuerplatz und rituelle Linien · Agni Sthapana – das Ritualfeuer einsetzen · Paristarana – Darbha um das Feuer auslegen · Patra Sadana – die Opfergeräte bereitstellen · Pranita und Prokshani – die Wassergefäße des Homa · Ajya Samskara – Ghee für das Feueropfer bereiten · Paridhi – Begrenzungshölzer des Feueropfers · Parishechana – Wasser um das Opferfeuer geben · Samidhadhana – geeignete Hölzer ins Feuer geben · Aghara – die eröffnenden Ghee-Ströme · Ajyabhaga – Ghee-Anteile für Agni und Soma · Ahuti – Mantra und Feuerdarbringung verbinden · Vyahriti Ahuti – Gaben mit den heiligen Weltenrufen · Svishtakrit – Agni um die Vollendung des Opfers bitten · Jayadi – ergänzende Gaben für das Gelingen des Rituals · Prayashchitta – rituelle Berichtigung und Wiedergutmachung · Vasordhara – der zusammenhängende Ghee-Strom · Agnyupasthana – das Feuer abschließend verehren · Anujna und Brahma Varana – Zustimmung und Ritualverantwortung · Kalasha Sthapana – das heilige Wassergefäß aufstellen · Punyahavachana – Reinheit und Wohlergehen feierlich zusprechen · Nyasa – Mantra und göttliche Gegenwart im Körper verorten · Ghanta – die Ritualglocke erklingen lassen · Rajopachara – königliche Ehrengaben in der Puja · Puja - 32 Schritte · Bestandteile von Homa, Yajna und Havan