Kshamapana – um Vergebung und Vollendung bitten

Aus Yogawiki

Kshamapana – um Vergebung und Vollendung bitten (Sanskrit: क्षमापन kṣamāpana) ist die Bitte um Vergebung für Unachtsamkeiten, Fehler und Unvollkommenheiten der Verehrung. Verwandte Bezeichnungen sind Kshama Yachana, Kshamapana und Aparadha-Kshamapana. Die Bitte schließt eine Puja mit Demut und Vertrauen ab.

Stellung und Bedeutung

In Puja - 32 Schritte steht sie nach Lob und Gebet und vor der abschließenden Widmung. Sie kann auch einen Homa begleiten. Ein eigens vorgeschriebener Prayashchitta-Abschnitt ist jedoch mehr als das allgemeine Schlussgebet. Kshamapana anerkennt, dass Aufmerksamkeit, Ausführung und Hingabe begrenzt waren. Die Bitte soll weder Angst vor jedem Versprecher nähren noch absichtliche Nachlässigkeit entschuldigen. Wer einen sachlichen Fehler bemerkt, korrigiert ihn nach Möglichkeit und beendet die Handlung ruhig.

Beispiel für eine Göttinnen-Puja

Mit gefalteten Händen wird ein bekannter Schlussvers gesprochen:

Traditionelles Schlussgebet in Puja-Fassungen
mantra-hīnaṃ kriyā-hīnaṃ bhakti-hīnaṃ sureśvari |
yat pūjitaṃ mayā devi paripūrṇaṃ tad astu me ||

मन्त्र-हीनं क्रिया-हीनं भक्ति-हीनं सुरेश्वरि ।
यत् पूजितं मया देवि परिपूर्णं तद् अस्तु मे ॥

Bedeutung: Was in meiner Verehrung an Mantra, Handlung und Hingabe unvollkommen war, o Herrin der Götter: Möge diese meine Verehrung vollendet sein, o Göttin.

An eine männlich angeredete Gottheit richten sich entsprechend andere überlieferte Formen, beispielsweise sureśvara und deva. Man hält eine gewählte Fassung grammatisch zusammen. Für das Feuergebet kann hutam, „ins Feuer dargebracht“, anstelle von pūjitam, „verehrt“, stehen.

Innerer Abschluss

Das Gebet erlaubt, Perfektionsdruck loszulassen, ohne Sorgfalt aufzugeben. Die Aufmerksamkeit wendet sich von der eigenen Leistung wieder der Gottheit zu. Eine freie Betrachtung lautet: „Nimm an, was ich ehrlich geben konnte, und lehre mich, achtsamer zu werden.“ Anschließend werden die Früchte der Handlung gewidmet. Falls bei der gemeinsamen Durchführung jemand übergangen oder verletzt wurde, kann eine direkte menschliche Entschuldigung hinzukommen. Das Sanskritgebet macht diese konkrete Klärung nicht überflüssig.

Ritualbeispiele und Quellen

Weitere Ritualbestandteile

Puja - 32 Schritte · Bestandteile von Homa, Yajna und Havan · Bestandteile der Yoga Vidya Rituale

Die 32 Puja-Schritte
Dhyana – die Gottheit im Ritual vergegenwärtigen · Avahana – Einladung der göttlichen Gegenwart · Asana – der Gottheit einen Sitz anbieten · Padya – Wasser für die Füße der Gottheit · Arghya – ehrerbietige Wassergabe · Achamaniya – Schluckwasser für die Gottheit · Madhuparka – süße Ehrenspeise für den göttlichen Gast · Panchamrita Snana – Bad mit fünf Nektaren · Snana – das rituelle Bad der Gottheit · Plota – das Bildnis nach dem Bad trocknen · Vastra – Gewänder als Darbringung · Yajnopavita – heilige Schnur als Puja-Gabe · Abharana – Schmuck der Gottheit darbringen · Gandha – Duft und Sandelholz als Verehrungsgabe · Saubhagya Dravya – glückverheißende Gaben für die Göttin · Akshata – ungebrochener Reis als Ritualgabe · Pushpa – Blüten als Verehrungsgabe · Anga Puja – die Glieder der Gottheit verehren · Ashtottarashata Namavali – Verehrung mit 108 Namen · Dhupa – Räucherwerk als Darbringung · Dipa – die Lichtgabe der Puja · Naivedya – Speisen der Gottheit darbringen · Paniya – Trinkwasser zur Speisedarbringung · Tambula – Betelgabe als Abschluss der Bewirtung · Dakshina – Ehrengabe und Dank an die Ritualtragenden · Karpura Nirajana – feierliche Kampferlichtgabe · Mantrapushpa – Blütengabe und vedischer Schlussgesang · Pradakshina – ehrerbietige Umrundung · Namaskara – ehrerbietiger Gruß und Verneigung · Stotra – Lobgesang innerhalb des Rituals · Samarpana – die Früchte des Rituals hingeben

Weitere Begriffe und Feuerbestandteile
Abhisheka – rituelles Übergießen und Weihen · Angavastra – Ober- und Schultertuch als Gabe · Kanthasutra – Halsschmuck der Göttin · Pranama – sich in Hingabe verneigen · Prarthana – Gebet und persönliche Bitte im Ritual · Visarjana – Verabschiedung der angerufenen Gegenwart · Arati – gemeinschaftliche Lichtverehrung · Achamana – rituelles Wasserschlucken der ausführenden Person · Alankara – das göttliche Bild schmücken · Pushpanjali – die gemeinsame Blütengabe · Upachara – Formen liebevoller Darbringung · Sankalpa – traditioneller Ritualvorsatz mit Zeit, Ort und Anliegen · Purnahuti – die volle Schlussgabe einer Yajna · Agnimukha – Vorbereitung und Eröffnung des Feueropfers · Sthandila und Rekha – Feuerplatz und rituelle Linien · Agni Sthapana – das Ritualfeuer einsetzen · Paristarana – Darbha um das Feuer auslegen · Patra Sadana – die Opfergeräte bereitstellen · Pranita und Prokshani – die Wassergefäße des Homa · Ajya Samskara – Ghee für das Feueropfer bereiten · Paridhi – Begrenzungshölzer des Feueropfers · Parishechana – Wasser um das Opferfeuer geben · Samidhadhana – geeignete Hölzer ins Feuer geben · Aghara – die eröffnenden Ghee-Ströme · Ajyabhaga – Ghee-Anteile für Agni und Soma · Ahuti – Mantra und Feuerdarbringung verbinden · Vyahriti Ahuti – Gaben mit den heiligen Weltenrufen · Svishtakrit – Agni um die Vollendung des Opfers bitten · Jayadi – ergänzende Gaben für das Gelingen des Rituals · Prayashchitta – rituelle Berichtigung und Wiedergutmachung · Vasordhara – der zusammenhängende Ghee-Strom · Agnyupasthana – das Feuer abschließend verehren · Anujna und Brahma Varana – Zustimmung und Ritualverantwortung · Kalasha Sthapana – das heilige Wassergefäß aufstellen · Punyahavachana – Reinheit und Wohlergehen feierlich zusprechen · Nyasa – Mantra und göttliche Gegenwart im Körper verorten · Ghanta – die Ritualglocke erklingen lassen · Rajopachara – königliche Ehrengaben in der Puja · Puja - 32 Schritte · Bestandteile von Homa, Yajna und Havan