Vastra – Gewänder als Darbringung

Aus Yogawiki

Vastra – Gewänder als Darbringung (Sanskrit: वस्त्र vastra) ist das Anbieten von Kleidung oder Stoff an die verehrte Gottheit. In einer Puja gehört es zu den Diensten, mit denen das göttliche Bild nach dem Bad bekleidet und geehrt wird. Ein wirkliches Gewand, ein kleines Stoffstück und ein symbolischer Faden sind unterschiedliche Ausführungsformen.

Stellung und Vorbereitung

In Puja - 32 Schritte steht Vastra nach dem Trocknen. Eine gebadete Murti soll trocken sein, bevor ihr Gewand angelegt wird. Vorbereitet werden ein sauberes, zur Figur passendes Tuch und gegebenenfalls ein Obergewand. Farbe, Form und Zahl der Gewänder richten sich nach der jeweiligen Gottheit und Tradition; es gibt keine für alle Pujas verbindliche Stofffarbe. Bei einem gerahmten Bild legt man die Gabe vor den Rahmen oder schmückt dessen Umgebung. Man wickelt keinen feuchten Stoff um Papier. In der Lakshmi-Puja von Drik Panchang kann ein ritueller Faden stellvertretend für neue Kleidung dargebracht werden.

Beispiel der Darbringung

Die ausführende Person zeigt das Gewand ehrerbietig und legt es dann an oder vor das Bild. Die kurze Formel ist beim eigentlichen Übergeben gut verwendbar:

Lakshmi-Puja, Gewandgabe
śrī-lakṣmī-devyai namaḥ | vastraṃ samarpayāmi |

श्री-लक्ष्मी-देव्यै नमः । वस्त्रं समर्पयामि ।

Bedeutung: Verehrung der Göttin Shri Lakshmi. Ich bringe ein Gewand dar.

Bei einer größeren Feier übernimmt eine Assistenz das Halten der Figur, während die Leitung die Strophe spricht. Die Aufmerksamkeit bleibt bei der Verehrung; ein Gewand wird nicht durch wiederholtes hastiges Umkleiden zu einer bedeutungsvolleren Gabe.

Sinn, Varianten und Nachbereitung

Kleidung schützt und ehrt. Als Gabe kann sie die Bereitschaft ausdrücken, Wärme, Fürsorge und Würde zu teilen. Eine passende innere Betrachtung lautet: „Möge meine Hingabe auch den Schutz anderer Menschen einschließen.“ Angavastra bezeichnet besonders ein Ober- oder Schultertuch. Yajnopavita und Kanthasutra sind eigene Gaben; ein Gewand ersetzt sie nicht automatisch. Alankara ist der weitere Vorgang des Schmückens, zu dem Gewänder und Schmuck beitragen. Nach der Puja verbleibt ein passendes Gewand am Bild oder wird sauber für die nächste Feier aufbewahrt. Soll es anschließend verschenkt werden, wird dies mit seinem Zweck und dem Zustand des Stoffes abgestimmt.

Ritualbeispiele und Quellen

Weitere Ritualbestandteile

Puja - 32 Schritte · Bestandteile von Homa, Yajna und Havan · Bestandteile der Yoga Vidya Rituale

Die 32 Puja-Schritte
Dhyana – die Gottheit im Ritual vergegenwärtigen · Avahana – Einladung der göttlichen Gegenwart · Asana – der Gottheit einen Sitz anbieten · Padya – Wasser für die Füße der Gottheit · Arghya – ehrerbietige Wassergabe · Achamaniya – Schluckwasser für die Gottheit · Madhuparka – süße Ehrenspeise für den göttlichen Gast · Panchamrita Snana – Bad mit fünf Nektaren · Snana – das rituelle Bad der Gottheit · Plota – das Bildnis nach dem Bad trocknen · Yajnopavita – heilige Schnur als Puja-Gabe · Abharana – Schmuck der Gottheit darbringen · Gandha – Duft und Sandelholz als Verehrungsgabe · Saubhagya Dravya – glückverheißende Gaben für die Göttin · Akshata – ungebrochener Reis als Ritualgabe · Pushpa – Blüten als Verehrungsgabe · Anga Puja – die Glieder der Gottheit verehren · Ashtottarashata Namavali – Verehrung mit 108 Namen · Dhupa – Räucherwerk als Darbringung · Dipa – die Lichtgabe der Puja · Naivedya – Speisen der Gottheit darbringen · Paniya – Trinkwasser zur Speisedarbringung · Tambula – Betelgabe als Abschluss der Bewirtung · Dakshina – Ehrengabe und Dank an die Ritualtragenden · Karpura Nirajana – feierliche Kampferlichtgabe · Mantrapushpa – Blütengabe und vedischer Schlussgesang · Pradakshina – ehrerbietige Umrundung · Namaskara – ehrerbietiger Gruß und Verneigung · Stotra – Lobgesang innerhalb des Rituals · Kshamapana – um Vergebung und Vollendung bitten · Samarpana – die Früchte des Rituals hingeben

Weitere Begriffe und Feuerbestandteile
Abhisheka – rituelles Übergießen und Weihen · Angavastra – Ober- und Schultertuch als Gabe · Kanthasutra – Halsschmuck der Göttin · Pranama – sich in Hingabe verneigen · Prarthana – Gebet und persönliche Bitte im Ritual · Visarjana – Verabschiedung der angerufenen Gegenwart · Arati – gemeinschaftliche Lichtverehrung · Achamana – rituelles Wasserschlucken der ausführenden Person · Alankara – das göttliche Bild schmücken · Pushpanjali – die gemeinsame Blütengabe · Upachara – Formen liebevoller Darbringung · Sankalpa – traditioneller Ritualvorsatz mit Zeit, Ort und Anliegen · Purnahuti – die volle Schlussgabe einer Yajna · Agnimukha – Vorbereitung und Eröffnung des Feueropfers · Sthandila und Rekha – Feuerplatz und rituelle Linien · Agni Sthapana – das Ritualfeuer einsetzen · Paristarana – Darbha um das Feuer auslegen · Patra Sadana – die Opfergeräte bereitstellen · Pranita und Prokshani – die Wassergefäße des Homa · Ajya Samskara – Ghee für das Feueropfer bereiten · Paridhi – Begrenzungshölzer des Feueropfers · Parishechana – Wasser um das Opferfeuer geben · Samidhadhana – geeignete Hölzer ins Feuer geben · Aghara – die eröffnenden Ghee-Ströme · Ajyabhaga – Ghee-Anteile für Agni und Soma · Ahuti – Mantra und Feuerdarbringung verbinden · Vyahriti Ahuti – Gaben mit den heiligen Weltenrufen · Svishtakrit – Agni um die Vollendung des Opfers bitten · Jayadi – ergänzende Gaben für das Gelingen des Rituals · Prayashchitta – rituelle Berichtigung und Wiedergutmachung · Vasordhara – der zusammenhängende Ghee-Strom · Agnyupasthana – das Feuer abschließend verehren · Anujna und Brahma Varana – Zustimmung und Ritualverantwortung · Kalasha Sthapana – das heilige Wassergefäß aufstellen · Punyahavachana – Reinheit und Wohlergehen feierlich zusprechen · Nyasa – Mantra und göttliche Gegenwart im Körper verorten · Ghanta – die Ritualglocke erklingen lassen · Rajopachara – königliche Ehrengaben in der Puja · Puja - 32 Schritte · Bestandteile von Homa, Yajna und Havan