Ghanta – die Ritualglocke erklingen lassen

Aus Yogawiki

Ghanta – die Ritualglocke erklingen lassen (Sanskrit: घण्टा ghaṇṭā) ist die Glocke, deren Klang Einladung, Darbringung und Sammlung innerhalb einer Puja begleiten kann. Die Glocke kann selbst vor ihrer Verwendung verehrt werden. Wann und wie lange sie klingt, richtet sich nach der jeweiligen Feier.

Vorbereitung und Ausführung

Die Glocke steht sauber und griffbereit. Das Puja Sangraha nennt bei ihrer Verehrung eine mit Sandelpaste verbundene Blüte. Danach wird sie zum vorgesehenen Anlass geläutet. In einer gemeinschaftlichen Feier ist vorher geklärt, wer sie bedient; das kann die ausführende Person oder eine Assistenz sein. Bei einer Einhandglocke soll der Klang die Handlung tragen. Ein ständiges lautes Läuten erschwert das Verstehen der Mantras. Während einer Erklärung oder eines stillen Abschnitts kann die Glocke ruhen. Diese Rücksicht ist eine praktische Empfehlung für die gemeinsame Feier; eine Tempeltradition kann besondere festgelegte Klangfolgen haben.

Sanskritbeispiel

Die zweite Zeile der Glockenanrufung im Puja Sangraha bringt den Bezug zum Wohl der Wesen zum Ausdruck. Hier wird sie in grammatisch bereinigter Leseschreibung wiedergegeben:

Auszug aus der Glockenanrufung; zweite Verszeile
sarva-bhūta-hitārthāya ghaṇṭā-nādaṃ karomy aham |

सर्व-भूत-हितार्थाय घण्टा-नादं करोम्य् अहम् ।

Bedeutung: Zum Wohl aller Wesen lasse ich den Klang der Glocke ertönen.

Die Zeile kann bei der Verehrung der Glocke mitgesprochen werden. Sie ist nicht als eigener Mantra für jede spätere Schwingung vorgeschrieben. Im vollständigen Quellvers gehen die Einladung der Götter und das Fortgehen störender Wesen voraus.

Bedeutung und Verhältnis zu anderen Klängen

Der Klang kann die Aufmerksamkeit aus dem Alltagsgespräch in die Andacht rufen. Sein Anschlag und Verklingen machen hörbar, dass jede Handlung einen bewussten Beginn und ein Loslassen hat. Solche Betrachtung ergänzt die rituelle Einladung, ohne eine bestimmte messbare Wirkung des Tons zu behaupten. Shankha, Handzimbeln und Trommeln haben eigene Aufgaben. Sie sind keine bloßen lauteren Ersatzglocken. Bei Arati können verschiedene Instrumente zusammenkommen; die Gemeinschaft richtet Lautstärke und Einsatz auf einen verständlichen, würdevollen Ablauf aus. Nach der Feier wird die Glocke geordnet abgelegt, damit sie beim weiteren Dienst nicht unbeabsichtigt erklingt.

Ritualbeispiele und Quellen

Weitere Ritualbestandteile

Puja - 32 Schritte · Bestandteile von Homa, Yajna und Havan · Bestandteile der Yoga Vidya Rituale

Die 32 Puja-Schritte
Dhyana – die Gottheit im Ritual vergegenwärtigen · Avahana – Einladung der göttlichen Gegenwart · Asana – der Gottheit einen Sitz anbieten · Padya – Wasser für die Füße der Gottheit · Arghya – ehrerbietige Wassergabe · Achamaniya – Schluckwasser für die Gottheit · Madhuparka – süße Ehrenspeise für den göttlichen Gast · Panchamrita Snana – Bad mit fünf Nektaren · Snana – das rituelle Bad der Gottheit · Plota – das Bildnis nach dem Bad trocknen · Vastra – Gewänder als Darbringung · Yajnopavita – heilige Schnur als Puja-Gabe · Abharana – Schmuck der Gottheit darbringen · Gandha – Duft und Sandelholz als Verehrungsgabe · Saubhagya Dravya – glückverheißende Gaben für die Göttin · Akshata – ungebrochener Reis als Ritualgabe · Pushpa – Blüten als Verehrungsgabe · Anga Puja – die Glieder der Gottheit verehren · Ashtottarashata Namavali – Verehrung mit 108 Namen · Dhupa – Räucherwerk als Darbringung · Dipa – die Lichtgabe der Puja · Naivedya – Speisen der Gottheit darbringen · Paniya – Trinkwasser zur Speisedarbringung · Tambula – Betelgabe als Abschluss der Bewirtung · Dakshina – Ehrengabe und Dank an die Ritualtragenden · Karpura Nirajana – feierliche Kampferlichtgabe · Mantrapushpa – Blütengabe und vedischer Schlussgesang · Pradakshina – ehrerbietige Umrundung · Namaskara – ehrerbietiger Gruß und Verneigung · Stotra – Lobgesang innerhalb des Rituals · Kshamapana – um Vergebung und Vollendung bitten · Samarpana – die Früchte des Rituals hingeben

Weitere Begriffe und Feuerbestandteile
Abhisheka – rituelles Übergießen und Weihen · Angavastra – Ober- und Schultertuch als Gabe · Kanthasutra – Halsschmuck der Göttin · Pranama – sich in Hingabe verneigen · Prarthana – Gebet und persönliche Bitte im Ritual · Visarjana – Verabschiedung der angerufenen Gegenwart · Arati – gemeinschaftliche Lichtverehrung · Achamana – rituelles Wasserschlucken der ausführenden Person · Alankara – das göttliche Bild schmücken · Pushpanjali – die gemeinsame Blütengabe · Upachara – Formen liebevoller Darbringung · Sankalpa – traditioneller Ritualvorsatz mit Zeit, Ort und Anliegen · Purnahuti – die volle Schlussgabe einer Yajna · Agnimukha – Vorbereitung und Eröffnung des Feueropfers · Sthandila und Rekha – Feuerplatz und rituelle Linien · Agni Sthapana – das Ritualfeuer einsetzen · Paristarana – Darbha um das Feuer auslegen · Patra Sadana – die Opfergeräte bereitstellen · Pranita und Prokshani – die Wassergefäße des Homa · Ajya Samskara – Ghee für das Feueropfer bereiten · Paridhi – Begrenzungshölzer des Feueropfers · Parishechana – Wasser um das Opferfeuer geben · Samidhadhana – geeignete Hölzer ins Feuer geben · Aghara – die eröffnenden Ghee-Ströme · Ajyabhaga – Ghee-Anteile für Agni und Soma · Ahuti – Mantra und Feuerdarbringung verbinden · Vyahriti Ahuti – Gaben mit den heiligen Weltenrufen · Svishtakrit – Agni um die Vollendung des Opfers bitten · Jayadi – ergänzende Gaben für das Gelingen des Rituals · Prayashchitta – rituelle Berichtigung und Wiedergutmachung · Vasordhara – der zusammenhängende Ghee-Strom · Agnyupasthana – das Feuer abschließend verehren · Anujna und Brahma Varana – Zustimmung und Ritualverantwortung · Kalasha Sthapana – das heilige Wassergefäß aufstellen · Punyahavachana – Reinheit und Wohlergehen feierlich zusprechen · Nyasa – Mantra und göttliche Gegenwart im Körper verorten · Rajopachara – königliche Ehrengaben in der Puja · Puja - 32 Schritte · Bestandteile von Homa, Yajna und Havan