Angavastra – Ober- und Schultertuch als Gabe
Angavastra – Ober- und Schultertuch als Gabe (Sanskrit: अङ्गवस्त्र aṅgavastra) ist ein Ober- oder Schultertuch. In einer Puja kann es als Teil der Gewanddarbringung an eine Gottheit oder bei der Ehrung eines Menschen überreicht werden. Es ist nicht automatisch das Tuch, mit dem eine Murti nach dem Bad getrocknet wird.
Stellung und Material
Im Zusammenhang mit Puja - 32 Schritte gehört Angavastra zum Ankleiden. Das Trocknen wird unter Plota erklärt. Wer beide Dienste tatsächlich ausführt, legt ein saugfähiges Trockentuch und ein sauberes Obergewand getrennt bereit. Ein vergleichbarer Ausdruck für ein Obergewand ist Uttariya. In den Gottheitspujas des Puja Sangraha begegnen solche Gewandgaben zusammen mit der heiligen Schnur. Die genauen Gegenstände bleiben nach ihrer Funktion zu unterscheiden.
Beispiel einer Gabe
Eine schlichte häusliche Ausführung verwendet ein kleines sauberes Tuch, das vor dem Bild gezeigt und danach passend angelegt wird. Dafür kann die allgemeine Gewandformel dienen:
Belegte Gewandformel; hier als Beispiel für ein Obergewand verwendet
śrī-lakṣmī-devyai namaḥ | vastraṃ samarpayāmi |
श्री-लक्ष्मी-देव्यै नमः । वस्त्रं समर्पयामि ।
Bedeutung: Verehrung der Göttin Shri Lakshmi. Ich bringe ein Gewand dar.
Die Formel nennt allgemein ein Gewand, nicht ausdrücklich ein Handtuch. Bei einer Ehrung eines Menschen erklärt die Leitung kurz den Anlass und überreicht das Tuch mit dessen Einverständnis. Die Gottheitsformel wird dabei nicht automatisch auf einen beliebigen Empfänger übertragen.
Bedeutung und Umgang
Das Tuch kann Schutz, Würde und dankbare Anerkennung ausdrücken. Eine innere Betrachtung lautet: „Ich möchte dem, was ich verehre, mit Sorgfalt begegnen.“ Schwere, enge oder rutschige Stoffe werden an einer kleinen Murti nicht so befestigt, dass sie deren Stand gefährden. Nach der Feier bleibt das Tuch am Bild oder wird trocken gefaltet aufbewahrt. Ob es später als Ehrengabe weitergegeben wird, entscheidet die jeweilige Tradition beziehungsweise die zuvor geklärte Verwendung.
Ritualbeispiele und Quellen
- Weiterführende Ritualartikel und verwandte Fassungen: Große Guru Paduka Puja · Große Vishnu Puja · Mahalakshmi Vishesha Puja – Fülle und Großzügigkeit in der Diwali-Nacht
- Drik Panchang: Lakshmi Puja Vidhi: Lakshmi Puja Vidhi, Vastram.
- Pandit Sri Ram Sivan: Puja Sangraha, Ausgabe 18. Januar 2025: Puja Sangraha, Siddhi Vinayaka Puja, Upavitam und Uttariya; S. 32.
Weitere Ritualbestandteile
Puja - 32 Schritte · Bestandteile von Homa, Yajna und Havan · Bestandteile der Yoga Vidya Rituale
Die 32 Puja-Schritte
Dhyana – die Gottheit im Ritual vergegenwärtigen · Avahana – Einladung der göttlichen Gegenwart · Asana – der Gottheit einen Sitz anbieten · Padya – Wasser für die Füße der Gottheit · Arghya – ehrerbietige Wassergabe · Achamaniya – Schluckwasser für die Gottheit · Madhuparka – süße Ehrenspeise für den göttlichen Gast · Panchamrita Snana – Bad mit fünf Nektaren · Snana – das rituelle Bad der Gottheit · Plota – das Bildnis nach dem Bad trocknen · Vastra – Gewänder als Darbringung · Yajnopavita – heilige Schnur als Puja-Gabe · Abharana – Schmuck der Gottheit darbringen · Gandha – Duft und Sandelholz als Verehrungsgabe · Saubhagya Dravya – glückverheißende Gaben für die Göttin · Akshata – ungebrochener Reis als Ritualgabe · Pushpa – Blüten als Verehrungsgabe · Anga Puja – die Glieder der Gottheit verehren · Ashtottarashata Namavali – Verehrung mit 108 Namen · Dhupa – Räucherwerk als Darbringung · Dipa – die Lichtgabe der Puja · Naivedya – Speisen der Gottheit darbringen · Paniya – Trinkwasser zur Speisedarbringung · Tambula – Betelgabe als Abschluss der Bewirtung · Dakshina – Ehrengabe und Dank an die Ritualtragenden · Karpura Nirajana – feierliche Kampferlichtgabe · Mantrapushpa – Blütengabe und vedischer Schlussgesang · Pradakshina – ehrerbietige Umrundung · Namaskara – ehrerbietiger Gruß und Verneigung · Stotra – Lobgesang innerhalb des Rituals · Kshamapana – um Vergebung und Vollendung bitten · Samarpana – die Früchte des Rituals hingeben
Weitere Begriffe und Feuerbestandteile
Abhisheka – rituelles Übergießen und Weihen · Kanthasutra – Halsschmuck der Göttin · Pranama – sich in Hingabe verneigen · Prarthana – Gebet und persönliche Bitte im Ritual · Visarjana – Verabschiedung der angerufenen Gegenwart · Arati – gemeinschaftliche Lichtverehrung · Achamana – rituelles Wasserschlucken der ausführenden Person · Alankara – das göttliche Bild schmücken · Pushpanjali – die gemeinsame Blütengabe · Upachara – Formen liebevoller Darbringung · Sankalpa – traditioneller Ritualvorsatz mit Zeit, Ort und Anliegen · Purnahuti – die volle Schlussgabe einer Yajna · Agnimukha – Vorbereitung und Eröffnung des Feueropfers · Sthandila und Rekha – Feuerplatz und rituelle Linien · Agni Sthapana – das Ritualfeuer einsetzen · Paristarana – Darbha um das Feuer auslegen · Patra Sadana – die Opfergeräte bereitstellen · Pranita und Prokshani – die Wassergefäße des Homa · Ajya Samskara – Ghee für das Feueropfer bereiten · Paridhi – Begrenzungshölzer des Feueropfers · Parishechana – Wasser um das Opferfeuer geben · Samidhadhana – geeignete Hölzer ins Feuer geben · Aghara – die eröffnenden Ghee-Ströme · Ajyabhaga – Ghee-Anteile für Agni und Soma · Ahuti – Mantra und Feuerdarbringung verbinden · Vyahriti Ahuti – Gaben mit den heiligen Weltenrufen · Svishtakrit – Agni um die Vollendung des Opfers bitten · Jayadi – ergänzende Gaben für das Gelingen des Rituals · Prayashchitta – rituelle Berichtigung und Wiedergutmachung · Vasordhara – der zusammenhängende Ghee-Strom · Agnyupasthana – das Feuer abschließend verehren · Anujna und Brahma Varana – Zustimmung und Ritualverantwortung · Kalasha Sthapana – das heilige Wassergefäß aufstellen · Punyahavachana – Reinheit und Wohlergehen feierlich zusprechen · Nyasa – Mantra und göttliche Gegenwart im Körper verorten · Ghanta – die Ritualglocke erklingen lassen · Rajopachara – königliche Ehrengaben in der Puja · Puja - 32 Schritte · Bestandteile von Homa, Yajna und Havan