Agnimukha – Vorbereitung und Eröffnung des Feueropfers

Aus Yogawiki

Agnimukha – Vorbereitung und Eröffnung des Feueropfers (Sanskrit: अग्निमुख agnimukha) ist der vorbereitende Rahmen, der die Feuerstätte, Geräte, Opferstoffe und das Feuer für den Hauptteil eines Homa bereitstellt. Der Ausdruck bezeichnet in vielen Paddhatis eine zusammenhängende Folge, nicht nur ein einzelnes Mantra an Agni.

Platz und Umfang

Im Homa Sangraha folgt Agnimukha auf die vorgesehene allgemeine Vorbereitung und Wasserweihe. Der Abschnitt umfasst unter anderem Sthandila, Feueraufstellung, Grasumlegung, Gerätebereitung, die Bestellung des Brahman, Reinigung von Ghee und Löffeln sowie die ersten Opfergaben. Seine Ausgestaltung verbindet in diesem Handbuch vedische und spätere rituelle Elemente. Sie wird nicht als identischer Wortlaut jedes vedischen Hausrituals ausgegeben.

Ein Beispiel der Eröffnung

Beim Einsetzen des Feuers verwendet die Fassung einen Vers des Purusha Sukta:

Purusha Sukta, Rigveda 10.90.13
candramā manaso jātaḥ | cakṣoḥ sūryo ajāyata |
mukhād indraś cāgniś ca | prāṇād vāyur ajāyata ||

चन्द्रमा मनसो जातः । चक्षोः सूर्यो अजायत ।
मुखाद् इन्द्रश् चाग्निश् च । प्राणाद् वायुर् अजायत ॥

Bedeutung: Aus seinem Geist entstand der Mond, aus seinem Auge entstand die Sonne. Aus seinem Mund entstanden Indra und Agni; aus seinem Atem entstand Vayu.

Die Rezitation gehört hier zum Einsetzen des Feuers. Sie ersetzt nicht alle weiteren Handlungen des Agnimukha. Wer den Abschnitt durchführt, legt vorher Wassergefäße, Darbha, Löffel, trockene geeignete Hölzer und die geregelten Gaben bereit. Die Leitungs- und Assistenzrollen sind geklärt.

Funktion und Bhava

Die Vorbereitung macht aus einer beliebigen Flamme einen bewusst eröffneten Ritualzusammenhang. Ein Gegenstand wird an seinen Platz gebracht, eine Gabe zugeordnet, ein Schritt begonnen und abgeschlossen. So entsteht äußere Ordnung, die die innere Sammlung stützt. Für das Lernen ist es hilfreich, die Folge in drei Bereiche zu gliedern: Platz und Feuer, Geräte und Stoffe, erste Gaben. Eine kürzere Homa-Fassung kann dafür vereinfachte Formen besitzen. Sie wird mit ihrem eigenen Abschluss gelernt und nicht durch herausgelöste Einzelhandlungen einer langen Paddhati improvisiert. Die Einzelartikel erläutern die Bestandteile. Eine vollständige Homa-Anleitung bestimmt, welche davon in welcher Reihenfolge tatsächlich erforderlich sind.

Ritualbeispiele und Quellen

Weitere Ritualbestandteile

Puja - 32 Schritte · Bestandteile von Homa, Yajna und Havan · Bestandteile der Yoga Vidya Rituale

Die 32 Puja-Schritte
Dhyana – die Gottheit im Ritual vergegenwärtigen · Avahana – Einladung der göttlichen Gegenwart · Asana – der Gottheit einen Sitz anbieten · Padya – Wasser für die Füße der Gottheit · Arghya – ehrerbietige Wassergabe · Achamaniya – Schluckwasser für die Gottheit · Madhuparka – süße Ehrenspeise für den göttlichen Gast · Panchamrita Snana – Bad mit fünf Nektaren · Snana – das rituelle Bad der Gottheit · Plota – das Bildnis nach dem Bad trocknen · Vastra – Gewänder als Darbringung · Yajnopavita – heilige Schnur als Puja-Gabe · Abharana – Schmuck der Gottheit darbringen · Gandha – Duft und Sandelholz als Verehrungsgabe · Saubhagya Dravya – glückverheißende Gaben für die Göttin · Akshata – ungebrochener Reis als Ritualgabe · Pushpa – Blüten als Verehrungsgabe · Anga Puja – die Glieder der Gottheit verehren · Ashtottarashata Namavali – Verehrung mit 108 Namen · Dhupa – Räucherwerk als Darbringung · Dipa – die Lichtgabe der Puja · Naivedya – Speisen der Gottheit darbringen · Paniya – Trinkwasser zur Speisedarbringung · Tambula – Betelgabe als Abschluss der Bewirtung · Dakshina – Ehrengabe und Dank an die Ritualtragenden · Karpura Nirajana – feierliche Kampferlichtgabe · Mantrapushpa – Blütengabe und vedischer Schlussgesang · Pradakshina – ehrerbietige Umrundung · Namaskara – ehrerbietiger Gruß und Verneigung · Stotra – Lobgesang innerhalb des Rituals · Kshamapana – um Vergebung und Vollendung bitten · Samarpana – die Früchte des Rituals hingeben

Weitere Begriffe und Feuerbestandteile
Abhisheka – rituelles Übergießen und Weihen · Angavastra – Ober- und Schultertuch als Gabe · Kanthasutra – Halsschmuck der Göttin · Pranama – sich in Hingabe verneigen · Prarthana – Gebet und persönliche Bitte im Ritual · Visarjana – Verabschiedung der angerufenen Gegenwart · Arati – gemeinschaftliche Lichtverehrung · Achamana – rituelles Wasserschlucken der ausführenden Person · Alankara – das göttliche Bild schmücken · Pushpanjali – die gemeinsame Blütengabe · Upachara – Formen liebevoller Darbringung · Sankalpa – traditioneller Ritualvorsatz mit Zeit, Ort und Anliegen · Purnahuti – die volle Schlussgabe einer Yajna · Sthandila und Rekha – Feuerplatz und rituelle Linien · Agni Sthapana – das Ritualfeuer einsetzen · Paristarana – Darbha um das Feuer auslegen · Patra Sadana – die Opfergeräte bereitstellen · Pranita und Prokshani – die Wassergefäße des Homa · Ajya Samskara – Ghee für das Feueropfer bereiten · Paridhi – Begrenzungshölzer des Feueropfers · Parishechana – Wasser um das Opferfeuer geben · Samidhadhana – geeignete Hölzer ins Feuer geben · Aghara – die eröffnenden Ghee-Ströme · Ajyabhaga – Ghee-Anteile für Agni und Soma · Ahuti – Mantra und Feuerdarbringung verbinden · Vyahriti Ahuti – Gaben mit den heiligen Weltenrufen · Svishtakrit – Agni um die Vollendung des Opfers bitten · Jayadi – ergänzende Gaben für das Gelingen des Rituals · Prayashchitta – rituelle Berichtigung und Wiedergutmachung · Vasordhara – der zusammenhängende Ghee-Strom · Agnyupasthana – das Feuer abschließend verehren · Anujna und Brahma Varana – Zustimmung und Ritualverantwortung · Kalasha Sthapana – das heilige Wassergefäß aufstellen · Punyahavachana – Reinheit und Wohlergehen feierlich zusprechen · Nyasa – Mantra und göttliche Gegenwart im Körper verorten · Ghanta – die Ritualglocke erklingen lassen · Rajopachara – königliche Ehrengaben in der Puja · Puja - 32 Schritte · Bestandteile von Homa, Yajna und Havan