Achamaniya

Aus Yogawiki

Achamaniya, Sanskrit आचमनीय ācamanīya m. , ein Gefäß zum Ausspülen des Munds. Achamaniya ist ein Sanskrit Substantiv männlichen Geschlechts und bedeutet ein Gefäß zum Ausspülen des Munds.

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Achamaniya (Sanskrit: आचमनीय ācamanīya n.) bedeutet „Wasser zum Schlürfen“, „Wasser für das Achamana“. In der Puja bezeichnet Achamaniya das Wasser, das der Gottheit gereicht wird, damit sie den Mund spülen und einen kleinen Schluck nehmen kann. Es gehört zu den Gaben der Shodashopachara Puja (Verehrung mit sechzehn Gaben) und folgt traditionell auf Padya (Wasser zum Waschen der Füße) und Arghya (Wasser zum Waschen der Hände bzw. Ehrenwasser).

Etymologie

  • ā (आ): hin, heran; Vorsilbe.
  • cam (चम्): schlürfen, trinken.
  • -anīya: Gerundivendung, „das, was zu ... ist“.

Ācamanīya heißt also „das, was zum Schlürfen bestimmt ist“. Verwandt ist Achamana, das rituelle Schlürfen von Wasser zur Reinigung, das der Ausführende selbst zu Beginn vieler Rituale vollzieht.

Achamaniya in der Puja

In der Shodashopachara Puja wird die Gottheit wie ein hochverehrter Gast empfangen. Nach traditioneller indischer Gastfreundschaft bietet man einem Gast zuerst einen Sitz an, dann Wasser für die Füße, für die Hände und zum Erfrischen des Mundes. Die Abfolge lautet häufig:

  1. Avahana – Einladung
  2. Asana – Sitz
  3. Padya – Wasser für die Füße
  4. Arghya – Wasser für die Hände, Ehrenwasser
  5. Achamaniya – Wasser zum Schlürfen
  6. Snana – Bad
  7. Vastra – Gewand
  8. Upavita – heilige Schnur
  9. Gandha – Sandelpaste
  10. Pushpa – Blumen
  11. Dhupa – Räucherwerk
  12. Dipa – Licht
  13. Naivedya – Speiseopfer
  14. Tambula – Betel
  15. Nirajana / Arati – Lichtschwenken
  16. Pradakshina und Pranama – Umrundung und Verneigung

Die genaue Reihenfolge kann je nach Tradition leicht abweichen. Achamaniya wird oft mehrfach gereicht: nach dem Bad, nach dem Gewand und besonders vor und nach dem Speiseopfer (Naivedya), so wie man nach einer Mahlzeit den Mund spült.

Beim Darbringen wird gesprochen:

ācamanīyaṃ samarpayāmi ||
„Ich bringe Wasser zum Schlürfen dar.“

Dabei wird mit einem kleinen Löffel (Uddharini) etwas Wasser aus einem Gefäß genommen und vor der Gottheit in eine Schale gegossen oder symbolisch zum Mund der Murti hin dargeboten.

Das Achamana des Ausführenden

Auch der Ausführende selbst reinigt sich zu Beginn vieler Rituale durch Achamana: Er nimmt dreimal ein wenig Wasser in die rechte Handfläche und schlürft es, jeweils mit einem Namen Vishnus:

oṃ keśavāya svāhā |
oṃ nārāyaṇāya svāhā |
oṃ mādhavāya svāhā ||

Danach wird oft etwas Wasser über die Hand gegossen mit oṃ govindāya namaḥ.

Spirituelle Bedeutung

  • Gastfreundschaft gegenüber dem Göttlichen: Achamaniya drückt Liebe und Fürsorge aus. Das Göttliche wird so herzlich und aufmerksam empfangen wie ein geliebter Gast.
  • Reinigung: Wasser reinigt. Das Schlürfen von Wasser steht für die Reinigung von Mund, Sprache und Gedanken.
  • Läuterung der Sprache: Der Mund ist Ort der Sprache. Achamana und Achamaniya erinnern daran, nur reine, wahre und liebevolle Worte zu sprechen.
  • Achtsamkeit: Die kleinen, sorgfältigen Handlungen der Puja helfen, den Geist zu sammeln und mit ganzer Aufmerksamkeit beim Göttlichen zu sein.
  • Hingabe in kleinen Dingen: Auch eine einfache Gabe wie ein Löffel Wasser ist wertvoll, wenn sie mit Liebe dargebracht wird. In der Bhagavad Gita (9.26) sagt Krishna, dass er auch Wasser annimmt, wenn es mit Hingabe gegeben wird.

Achamaniya bei Yoga Vidya

Bei Pujas in den Yoga Vidya Ashrams wird die Gottheit mit verschiedenen Wassergaben geehrt, darunter Padya, Arghya und Achamaniya. Oft werden diese Gaben in vereinfachter Form zusammengefasst und von den Mantras der Puja begleitet. Auch das Achamana des Ausführenden zu Beginn eines Rituals wird bei ausführlicheren Pujas und Homas geübt.

Praxistipps

  • Stelle bei deiner Puja zu Hause ein kleines Gefäß mit Wasser und einen Löffel bereit.
  • Reiche das Wasser bewusst und langsam, mit dem Gefühl, einem geliebten Gast etwas Erfrischendes anzubieten.
  • Nutze das Achamana auch für dich selbst zu Beginn deiner Meditation oder Puja, als Zeichen innerer Reinigung.
  • Erinnere dich bei der Gabe daran, deine eigene Sprache rein und liebevoll zu halten.

Verschiedene Schreibweisen für Achamaniya

Sanskrit wird ganz klassisch in der sehr ästhetischen Devanagari Schrift geschrieben. Damit Europäer das lesen können, gibt es verschiedene Transliterationen in europäische, also römische Schrift. Achamaniya auf Devanagari wird geschrieben " आचमनीय , in der wissenschaftlichen IAST Transliteration mit diakritischen Zeichen wird dieses Wort geschrieben " ācamanīya ", in der Harvard-Kyoto Umschrift " AcamanIya ", in der Velthuis Transkription " aacamaniiya ", in der modernen Internet Itrans Transkription " AchamanIya ", in der SLP1 Transliteration " AcamanIya ", in der IPA Schrift " ɑːcəməniːjə ".

Video zum Thema Achamaniya

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Siehe auch

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Zusammenfassung Sanskrit-Deutsch

Achamaniya Deutsche Übersetzung

Das Sanskrit Wort Achamaniya kann übersetzt werden ins Deutsche mit ein Gefäß zum Ausspülen des Munds.

Gefäß zum Ausspülen des Munds Sanskrit Übersetzung

Deutsch Gefäß zum Ausspülen des Munds kann übersetzt werden ins Sanskrit mit Achamaniya. Andere Möglichkeiten der Sanskrit Übersetzung siehe unter Gefäß zum Ausspülen des Munds Sanskrit.