Kanthasutra – Halsschmuck der Göttin

Aus Yogawiki

Kanthasutra – Halsschmuck der Göttin (Sanskrit: कण्ठ-सूत्र kaṇṭha-sūtra) ist ein Halsband oder eine am Hals getragene Schnur. In bestimmten Göttinnen-Pujas wird damit besonders ein glückverheißender Halsschmuck bezeichnet. Die Varalakshmi Vrata-Fassung verwendet hierzu die Sprache des Mangala Sutra.

Stellung und Unterscheidung

In Puja - 32 Schritte gehört der Begriff zum Bereich zwischen Gewand und weiterem Schmuck. Eine Yajnopavita verläuft in ihrer üblichen Form über Schulter und Brust und besitzt eine andere Bedeutung. Kanthasutra und Yajnopavita sind deshalb keine austauschbaren Bezeichnungen derselben Gabe. Man bereitet eine zur Murti passende leichte Kette oder eine symbolische Schnur vor. Bei einem Kalasha oder Bild kann sie vor dem Verehrungsort dargebracht werden.

Beispiel aus der Varalakshmi-Puja

Beispiel einer Rezitation
māṅgalya-maṇi-saṃyuktaṃ muktā-phala-samanvitam |
dattaṃ maṅgala-sūtraṃ te gṛhāṇa sura-vallabhe ||

माङ्गल्य-मणि-संयुक्तं मुक्ता-फल-समन्वितम् ।
दत्तं मङ्गल-सूत्रं ते गृहाण सुर-वल्लभे ॥

Bedeutung: Nimm das dir dargebrachte Mangala-Sutra an, versehen mit glückverheißenden Schmucksteinen und Perlen, o Geliebte der Göttlichen.

Die Kette wird gezeigt und dann vorsichtig angelegt. Ein kostbar ausgemaltes Schmuckstück im Vers kann bei schlichter häuslicher Verehrung geistig vorgestellt werden. Materialbeschreibung und tatsächliche Ausstattung bleiben unterscheidbar.

Bhava und kultureller Zusammenhang

In dieser Göttinnenverehrung stehen glückverheißende Verbundenheit und das Gedeihen des häuslichen Lebens im Vordergrund. Die Gabe lädt dazu ein, Beziehungen mit Treue und Fürsorge zu leben. Sie begründet keine allgemeine Vorschrift, alle Göttinnenbilder mit demselben ehelichen Schmuck auszustatten. Eine menschliche Hochzeitsgabe des Mangala-Sutra ist ein anderer Ritus mit eigenen Rollen und Worten. Das Schmücken einer Murti vollzieht keine Hochzeit der anwesenden Personen. Nach der Feier bleibt die Kette gemäß dem Altarbrauch an ihrem Platz oder wird sicher aufbewahrt.

Ritualbeispiele und Quellen

Weitere Ritualbestandteile

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Die 32 Puja-Schritte
Dhyana – die Gottheit im Ritual vergegenwärtigen · Avahana – Einladung der göttlichen Gegenwart · Asana – der Gottheit einen Sitz anbieten · Padya – Wasser für die Füße der Gottheit · Arghya – ehrerbietige Wassergabe · Achamaniya – Schluckwasser für die Gottheit · Madhuparka – süße Ehrenspeise für den göttlichen Gast · Panchamrita Snana – Bad mit fünf Nektaren · Snana – das rituelle Bad der Gottheit · Plota – das Bildnis nach dem Bad trocknen · Vastra – Gewänder als Darbringung · Yajnopavita – heilige Schnur als Puja-Gabe · Abharana – Schmuck der Gottheit darbringen · Gandha – Duft und Sandelholz als Verehrungsgabe · Saubhagya Dravya – glückverheißende Gaben für die Göttin · Akshata – ungebrochener Reis als Ritualgabe · Pushpa – Blüten als Verehrungsgabe · Anga Puja – die Glieder der Gottheit verehren · Ashtottarashata Namavali – Verehrung mit 108 Namen · Dhupa – Räucherwerk als Darbringung · Dipa – die Lichtgabe der Puja · Naivedya – Speisen der Gottheit darbringen · Paniya – Trinkwasser zur Speisedarbringung · Tambula – Betelgabe als Abschluss der Bewirtung · Dakshina – Ehrengabe und Dank an die Ritualtragenden · Karpura Nirajana – feierliche Kampferlichtgabe · Mantrapushpa – Blütengabe und vedischer Schlussgesang · Pradakshina – ehrerbietige Umrundung · Namaskara – ehrerbietiger Gruß und Verneigung · Stotra – Lobgesang innerhalb des Rituals · Kshamapana – um Vergebung und Vollendung bitten · Samarpana – die Früchte des Rituals hingeben

Weitere Begriffe und Feuerbestandteile
Abhisheka – rituelles Übergießen und Weihen · Angavastra – Ober- und Schultertuch als Gabe · Pranama – sich in Hingabe verneigen · Prarthana – Gebet und persönliche Bitte im Ritual · Visarjana – Verabschiedung der angerufenen Gegenwart · Arati – gemeinschaftliche Lichtverehrung · Achamana – rituelles Wasserschlucken der ausführenden Person · Alankara – das göttliche Bild schmücken · Pushpanjali – die gemeinsame Blütengabe · Upachara – Formen liebevoller Darbringung · Sankalpa – traditioneller Ritualvorsatz mit Zeit, Ort und Anliegen · Purnahuti – die volle Schlussgabe einer Yajna · Agnimukha – Vorbereitung und Eröffnung des Feueropfers · Sthandila und Rekha – Feuerplatz und rituelle Linien · Agni Sthapana – das Ritualfeuer einsetzen · Paristarana – Darbha um das Feuer auslegen · Patra Sadana – die Opfergeräte bereitstellen · Pranita und Prokshani – die Wassergefäße des Homa · Ajya Samskara – Ghee für das Feueropfer bereiten · Paridhi – Begrenzungshölzer des Feueropfers · Parishechana – Wasser um das Opferfeuer geben · Samidhadhana – geeignete Hölzer ins Feuer geben · Aghara – die eröffnenden Ghee-Ströme · Ajyabhaga – Ghee-Anteile für Agni und Soma · Ahuti – Mantra und Feuerdarbringung verbinden · Vyahriti Ahuti – Gaben mit den heiligen Weltenrufen · Svishtakrit – Agni um die Vollendung des Opfers bitten · Jayadi – ergänzende Gaben für das Gelingen des Rituals · Prayashchitta – rituelle Berichtigung und Wiedergutmachung · Vasordhara – der zusammenhängende Ghee-Strom · Agnyupasthana – das Feuer abschließend verehren · Anujna und Brahma Varana – Zustimmung und Ritualverantwortung · Kalasha Sthapana – das heilige Wassergefäß aufstellen · Punyahavachana – Reinheit und Wohlergehen feierlich zusprechen · Nyasa – Mantra und göttliche Gegenwart im Körper verorten · Ghanta – die Ritualglocke erklingen lassen · Rajopachara – königliche Ehrengaben in der Puja · Puja - 32 Schritte · Bestandteile von Homa, Yajna und Havan