Nyasa – Mantra und göttliche Gegenwart im Körper verorten

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Nyasa – Mantra und göttliche Gegenwart im Körper verorten (Sanskrit: न्यास nyāsa) bedeutet „Setzen“ oder „Niederlegen“. Im Ritual bezeichnet es die Zuordnung von Mantras, Buchstaben oder göttlichen Kräften zu bestimmten Körperstellen. Es verbindet Berührung, Rezitation und innere Vergegenwärtigung. Formen des Nyasa erscheinen besonders in tantrisch und agamisch geprägten Pujas und auch in manchen heutigen Homa-Paddhatis.

Formen und Abgrenzung

Kara Nyasa betrifft die Hände; Anga Nyasa betrifft Körperglieder. Ein Rishi-Nyasa ordnet unter anderem Seher, Versmaß und Gottheit des Mantras zu. Ein Matrika Nyasa hat eine besondere Buchstabenordnung. Diese Formen sind nicht durch das bloße Wiederholen irgendeines Gottesnamens an denselben Stellen austauschbar. Anga Puja verehrt dagegen die Glieder der Gottheit mit Gaben. Beim Nyasa steht hier die rituelle Vergegenwärtigung im eigenen Körper im Mittelpunkt. Die verwandten Wörter dürfen deshalb nicht zur Gleichsetzung beider Handlungen führen.

Sechsfaches Agni-Beispiel

Das Homa Sangraha nennt im Agnimukha vor der Agni-Meditation folgende sechs Formeln. Die Berührungszuordnung lautet: Herzbereich, Kopf, Scheitel beziehungsweise Shikha, Schultern als Schutzpanzer, Augenbereich, schließlich Händeklatschen bei der Waffenformel. Man berührt die Augäpfel dabei nicht.

Agni-Nyasa im Homa Sangraha; vollständige Sechserfolge dieser Stelle
oṃ raṃ hṛdayāya namaḥ |
oṃ rīṃ śirase svāhā |
oṃ rūṃ śikhāyai vaṣaṭ |
oṃ raiṃ kavacāya huṃ |
oṃ rauṃ netra-trayāya vauṣaṭ |
oṃ raḥ astrāya phaṭ |

ॐ रं हृदयाय नमः ।
ॐ रीं शिरसे स्वाहा ।
ॐ रूं शिखायै वषट् ।
ॐ रैं कवचाय हुं ।
ॐ रौं नेत्र-त्रयाय वौषट् ।
ॐ रः अस्त्राय फट् ।

Bedeutung: Om, ram: Verehrung dem Herzen. Om, rim: Svaha für das Haupt. Om, rum: Vashat für den Scheitel. Om, raim: Hum für den Schutzpanzer. Om, raum: Vaushat für die drei Augen. Om, rah: Phat für die Waffe. Die Vokallängen sind im IAST angegeben; die Bija- und Schlusslaute werden als Ritualsilben bewahrt.

Die Silben werden nicht in deutsche Alltagswörter übersetzt. Hṛdaya, śiras, śikhā, kavaca, netra-traya und astra benennen die sechs rituellen Zuordnungen. Anschließend nennt das Handbuch eine Richtungsbindung und die bildhafte Agni-Meditation. Das Beispiel ist somit ein Teil eines bestimmten Agnimukha, kein allgemeiner Körpersegen für jede Gelegenheit.

Innerer Sinn und Überlieferung

Nyasa kann den Körper als Ort der Verehrung bewusst machen. Die ausführende Person steht dem Ritual nicht nur äußerlich gegenüber, sondern nimmt mit Aufmerksamkeit, Stimme und Körper daran teil. Eine freie Betrachtung lautet: „Mein ganzes Wesen sei dem heilsamen Handeln zugewandt.“ Bei einem einweihungsgebundenen Mantra gehören Wortlaut, Gesten und Befugnis zur betreffenden Unterweisung. Ein hier erklärtes öffentliches Agni-Beispiel verleiht keine Einweihung in andere Nyasa-Systeme. Wer ein solches Ritual lernt, übt die zusammengehörige Folge seiner Tradition.

Ritualbeispiele und Quellen

Weitere Ritualbestandteile

Puja - 32 Schritte · Bestandteile von Homa, Yajna und Havan · Bestandteile der Yoga Vidya Rituale

Die 32 Puja-Schritte
Dhyana – die Gottheit im Ritual vergegenwärtigen · Avahana – Einladung der göttlichen Gegenwart · Asana – der Gottheit einen Sitz anbieten · Padya – Wasser für die Füße der Gottheit · Arghya – ehrerbietige Wassergabe · Achamaniya – Schluckwasser für die Gottheit · Madhuparka – süße Ehrenspeise für den göttlichen Gast · Panchamrita Snana – Bad mit fünf Nektaren · Snana – das rituelle Bad der Gottheit · Plota – das Bildnis nach dem Bad trocknen · Vastra – Gewänder als Darbringung · Yajnopavita – heilige Schnur als Puja-Gabe · Abharana – Schmuck der Gottheit darbringen · Gandha – Duft und Sandelholz als Verehrungsgabe · Saubhagya Dravya – glückverheißende Gaben für die Göttin · Akshata – ungebrochener Reis als Ritualgabe · Pushpa – Blüten als Verehrungsgabe · Anga Puja – die Glieder der Gottheit verehren · Ashtottarashata Namavali – Verehrung mit 108 Namen · Dhupa – Räucherwerk als Darbringung · Dipa – die Lichtgabe der Puja · Naivedya – Speisen der Gottheit darbringen · Paniya – Trinkwasser zur Speisedarbringung · Tambula – Betelgabe als Abschluss der Bewirtung · Dakshina – Ehrengabe und Dank an die Ritualtragenden · Karpura Nirajana – feierliche Kampferlichtgabe · Mantrapushpa – Blütengabe und vedischer Schlussgesang · Pradakshina – ehrerbietige Umrundung · Namaskara – ehrerbietiger Gruß und Verneigung · Stotra – Lobgesang innerhalb des Rituals · Kshamapana – um Vergebung und Vollendung bitten · Samarpana – die Früchte des Rituals hingeben

Weitere Begriffe und Feuerbestandteile
Abhisheka – rituelles Übergießen und Weihen · Angavastra – Ober- und Schultertuch als Gabe · Kanthasutra – Halsschmuck der Göttin · Pranama – sich in Hingabe verneigen · Prarthana – Gebet und persönliche Bitte im Ritual · Visarjana – Verabschiedung der angerufenen Gegenwart · Arati – gemeinschaftliche Lichtverehrung · Achamana – rituelles Wasserschlucken der ausführenden Person · Alankara – das göttliche Bild schmücken · Pushpanjali – die gemeinsame Blütengabe · Upachara – Formen liebevoller Darbringung · Sankalpa – traditioneller Ritualvorsatz mit Zeit, Ort und Anliegen · Purnahuti – die volle Schlussgabe einer Yajna · Agnimukha – Vorbereitung und Eröffnung des Feueropfers · Sthandila und Rekha – Feuerplatz und rituelle Linien · Agni Sthapana – das Ritualfeuer einsetzen · Paristarana – Darbha um das Feuer auslegen · Patra Sadana – die Opfergeräte bereitstellen · Pranita und Prokshani – die Wassergefäße des Homa · Ajya Samskara – Ghee für das Feueropfer bereiten · Paridhi – Begrenzungshölzer des Feueropfers · Parishechana – Wasser um das Opferfeuer geben · Samidhadhana – geeignete Hölzer ins Feuer geben · Aghara – die eröffnenden Ghee-Ströme · Ajyabhaga – Ghee-Anteile für Agni und Soma · Ahuti – Mantra und Feuerdarbringung verbinden · Vyahriti Ahuti – Gaben mit den heiligen Weltenrufen · Svishtakrit – Agni um die Vollendung des Opfers bitten · Jayadi – ergänzende Gaben für das Gelingen des Rituals · Prayashchitta – rituelle Berichtigung und Wiedergutmachung · Vasordhara – der zusammenhängende Ghee-Strom · Agnyupasthana – das Feuer abschließend verehren · Anujna und Brahma Varana – Zustimmung und Ritualverantwortung · Kalasha Sthapana – das heilige Wassergefäß aufstellen · Punyahavachana – Reinheit und Wohlergehen feierlich zusprechen · Ghanta – die Ritualglocke erklingen lassen · Rajopachara – königliche Ehrengaben in der Puja · Puja - 32 Schritte · Bestandteile von Homa, Yajna und Havan