Parishechana – Wasser um das Opferfeuer geben

Aus Yogawiki

Parishechana – Wasser um das Opferfeuer geben (Sanskrit: परिषेचन pariṣecana) ist das rituelle Umgießen oder Besprengen um die Feuerstätte. Die Schreibweisen Parishenchana, Parisechana und Parisinchana begegnen für eng verwandte Formen. In der hier erläuterten Folge werden vor den Opfergaben Zustimmung und Antrieb erbeten; am Ende wird das Gelingen bestätigt.

Stellung und Handlung

Im Agnimukha wird wenig Wasser an den dafür vorgesehenen Seiten außerhalb der Feuerzone gegeben. Die Handbewegung ist vom Gießen in das Feuer zu unterscheiden. Das Homa Sangraha ordnet die Anrufungen Aditi, Anumati und Sarasvati den Seiten zu; Savitar umfasst den ganzen Umkreis. Die genaue Bewegungsrichtung wird mit der zugehörigen Schule gelernt.

Vollständiger kurzer Eröffnungsblock

Eröffnende Wasserumgießung; ohne vedische Tonzeichen
oṃ adite’numanyasva |
oṃ anumate’numanyasva |
sarasvate’numanyasva |
deva savitaḥ prasuva |

ॐ अदितेऽनुमन्यस्व ।
ॐ अनुमतेऽनुमन्यस्व ।
सरस्वतेऽनुमन्यस्व ।
देव सवितः प्रसुव ।

Bedeutung: Om, Aditi, stimme zu. Om, Anumati, stimme zu. Sarasvati, stimme zu. Göttlicher Savitar, setze in Gang.

Bei jeder Formel geschieht die ihr zugeordnete kleine Wassergabe. Die Leitung hält den Löffel beziehungsweise die in der Vorlage verwendete Blüte so, dass kein Wasser auf heißes Fett spritzt. Die letzten Worte sind eine Bitte um Antrieb und werden nicht als weitere Gottheitennamen missverstanden.

Anfang und Schluss nicht verwechseln

Der Schlussblock enthält andere Verbformen: Er sagt sinngemäß, dass Zustimmung gewährt und die Handlung in Gang gesetzt wurde. Es wäre daher ungenau, am Ende einfach jede Eröffnungsformel unverändert zu wiederholen, wenn die verwendete Paddhati die Abschlussform verlangt. Der vollständige Schlusswortlaut ist in der Quellenfassung unter Uttaranga angegeben. Die spirituelle Haltung ist die eines verantwortlichen Beginnens und Dankens. Eine freie Betrachtung lautet: „Ich bitte um Zustimmung zu einem guten Werk und danke für seine Vollendung.“ Parishechana ist von allgemeinem Prokshana, dem Besprengen von Gegenständen oder Personen, zu unterscheiden.

Ritualbeispiele und Quellen

Weitere Ritualbestandteile

Puja - 32 Schritte · Bestandteile von Homa, Yajna und Havan · Bestandteile der Yoga Vidya Rituale

Die 32 Puja-Schritte
Dhyana – die Gottheit im Ritual vergegenwärtigen · Avahana – Einladung der göttlichen Gegenwart · Asana – der Gottheit einen Sitz anbieten · Padya – Wasser für die Füße der Gottheit · Arghya – ehrerbietige Wassergabe · Achamaniya – Schluckwasser für die Gottheit · Madhuparka – süße Ehrenspeise für den göttlichen Gast · Panchamrita Snana – Bad mit fünf Nektaren · Snana – das rituelle Bad der Gottheit · Plota – das Bildnis nach dem Bad trocknen · Vastra – Gewänder als Darbringung · Yajnopavita – heilige Schnur als Puja-Gabe · Abharana – Schmuck der Gottheit darbringen · Gandha – Duft und Sandelholz als Verehrungsgabe · Saubhagya Dravya – glückverheißende Gaben für die Göttin · Akshata – ungebrochener Reis als Ritualgabe · Pushpa – Blüten als Verehrungsgabe · Anga Puja – die Glieder der Gottheit verehren · Ashtottarashata Namavali – Verehrung mit 108 Namen · Dhupa – Räucherwerk als Darbringung · Dipa – die Lichtgabe der Puja · Naivedya – Speisen der Gottheit darbringen · Paniya – Trinkwasser zur Speisedarbringung · Tambula – Betelgabe als Abschluss der Bewirtung · Dakshina – Ehrengabe und Dank an die Ritualtragenden · Karpura Nirajana – feierliche Kampferlichtgabe · Mantrapushpa – Blütengabe und vedischer Schlussgesang · Pradakshina – ehrerbietige Umrundung · Namaskara – ehrerbietiger Gruß und Verneigung · Stotra – Lobgesang innerhalb des Rituals · Kshamapana – um Vergebung und Vollendung bitten · Samarpana – die Früchte des Rituals hingeben

Weitere Begriffe und Feuerbestandteile
Abhisheka – rituelles Übergießen und Weihen · Angavastra – Ober- und Schultertuch als Gabe · Kanthasutra – Halsschmuck der Göttin · Pranama – sich in Hingabe verneigen · Prarthana – Gebet und persönliche Bitte im Ritual · Visarjana – Verabschiedung der angerufenen Gegenwart · Arati – gemeinschaftliche Lichtverehrung · Achamana – rituelles Wasserschlucken der ausführenden Person · Alankara – das göttliche Bild schmücken · Pushpanjali – die gemeinsame Blütengabe · Upachara – Formen liebevoller Darbringung · Sankalpa – traditioneller Ritualvorsatz mit Zeit, Ort und Anliegen · Purnahuti – die volle Schlussgabe einer Yajna · Agnimukha – Vorbereitung und Eröffnung des Feueropfers · Sthandila und Rekha – Feuerplatz und rituelle Linien · Agni Sthapana – das Ritualfeuer einsetzen · Paristarana – Darbha um das Feuer auslegen · Patra Sadana – die Opfergeräte bereitstellen · Pranita und Prokshani – die Wassergefäße des Homa · Ajya Samskara – Ghee für das Feueropfer bereiten · Paridhi – Begrenzungshölzer des Feueropfers · Samidhadhana – geeignete Hölzer ins Feuer geben · Aghara – die eröffnenden Ghee-Ströme · Ajyabhaga – Ghee-Anteile für Agni und Soma · Ahuti – Mantra und Feuerdarbringung verbinden · Vyahriti Ahuti – Gaben mit den heiligen Weltenrufen · Svishtakrit – Agni um die Vollendung des Opfers bitten · Jayadi – ergänzende Gaben für das Gelingen des Rituals · Prayashchitta – rituelle Berichtigung und Wiedergutmachung · Vasordhara – der zusammenhängende Ghee-Strom · Agnyupasthana – das Feuer abschließend verehren · Anujna und Brahma Varana – Zustimmung und Ritualverantwortung · Kalasha Sthapana – das heilige Wassergefäß aufstellen · Punyahavachana – Reinheit und Wohlergehen feierlich zusprechen · Nyasa – Mantra und göttliche Gegenwart im Körper verorten · Ghanta – die Ritualglocke erklingen lassen · Rajopachara – königliche Ehrengaben in der Puja · Puja - 32 Schritte · Bestandteile von Homa, Yajna und Havan