Purohita

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1. Purohita (Sanskrit: पुरोहित puro-hita adj. u. m.) wörtl.: "der vorne (Puras) hingesetzt (Hita)", nach vorn/vor gesetzt; beauftragt, aufgestellt, bestimmt; Beauftragter, Sachwalter; Bezeichnung für den Hauspriester einer Familie, der alle häuslichen Riten ausführt. In Ashrams ist der Purohita derjenige, der die Rituale des Ashrams ausführt. Purohita ist also auch der Ashram-Priester.

Abhisheka während einer Puja bei Yoga Vidya

Bei Yoga Vidya gibt es die Ausbildung zum Purohita, also zum Tempelpriester bzw. zum Ashram - Priester. Der Yoga Vidya Purohita Studiengang dauert mindestens drei Jahre und ist eine Vollzeitausbildung.

Sukadev über Purohita

Niederschrift eines Vortragsvideos (2014) von Sukadev über Purohita

Purohita ist oft der Priester eines Ortes, eines Ashrams oder auch einer Familie. Es gibt in Indien verschiedene Ausdrücke, die man im Deutschen alle als Priester bezeichnen kann. Da gibt es zum einen den Brahmana. Und Brahmana, das ist jemand, der in einer Priesterfamilie geboren ist. Brahmana wird oft als Priesterkaste bezeichnet. Aber heutzutage sind die meisten Brahmanas nicht wirklich Priester, sie sind eine bestimmte Kaste, und wenn sie letztlich die Werte ihrer Kaste ernstnehmen, dann sind sie Vegetarier, dann machen sie spirituelle Praktiken, dann üben sie Reinheit, und sie verehren Gott mit Pujas, und sie kennen einige Sanskritschriften. Aber ansonsten können Brahmanas den verschiedensten Berufen nachgehen.

Vishnu erscheint dem großen Weisen Narada

Brahmana wird manchmal als Priester bezeichnet oder die Priesterkaste, obgleich die meisten Brahmanas gar nichts mit priesterlichen Tätigkeiten zu tun haben. Ein zweiter Ausdruck für Priester kann Pandit sein. Ein Pandit ist jemand, der zum einen wissend ist, er kennt die Schriften. Manchmal wird heutzutage der Ausdruck „Pandit“ auch für einen Wissenschaftler genommen oder für jemanden, der besonders viel weiß. In Amerika z.B. wird oft von Pandits gesprochen, also da gibt es den Wirtschaftspandit, und dann gibt es den Börsenpandit usw. Aber ein Pandit ist dann jemand, der die Schriften kennt, der sich mit den Ritualen auskennt oder insbesondere sehr gebildet ist. Pandit wird deshalb auch als Schriftgelehrter, Gelehrter übersetzt. Aber im Klassischen ist ein Pandit nicht nur ein Schriftgelehrter, sondern er kennt sich auch gut mit Ritualen aus.

Als nächstes gibt es den so genannten Pujari. Ein Pujari ist jemand, der Pujas ausführt, es ist also jemand, der insbesondere dazu ausgebildet ist, ein besonderes Verehrungsritual auszuüben, nämlich Pujas. Das ist der Pujari. Dann gibt es noch den Hotri und der Hotri ist insbesondere derjenige, der Homas oder Yajnas ausführt. Das ist also der Priester, der spezialisiert ist auf Feuerrituale. Und dann gibt es den Purohita. Der Purohita, das ist jemand, der dazu ernannt worden ist, der eine Weihe bekommen hat, um Rituale auszuführen in einer speziellen Tradition, in einem bestimmten Tempel oder in einem bestimmten Ashram oder auch für eine bestimmte Familie.

Also, ein Purohita ist für eine Gemeinschaft bestimmt worden, um für die Gemeinschaft Rituale auszuführen. Ein Pujari kann es für sich selbst machen. Auch ein Hotri kann es für sich selbst machen. Ein Pandit weiß davon, aber er muss es nicht unbedingt praktizieren, ein Brahmana ist einfach in der Kaste. Der Purohita ist damit derjenige, der die Rituale ausführt.

Bei Yoga Vidya gibt es auch den so genannten Purohita Studiengang, so dass Menschen zu Purohita werden, in einer bestimmten spirituellen Gemeinschaft, eben der Yoga Vidya Gemeinschaft. Ein Purohita kann dann die Puja ausführen, er kann die Homas ausführen, er kann das Arati ausführen, den Satsang leiten. Das können zwar andere auch, aber der Purohita kann all das, und er kann auch andere dazu anleiten, und er kann das machen für die ganze Gemeinschaft. Der Purohita kann auch die Lebenszeitrituale ausführen. Also, Segen für Neugeborene, Segen vor der Einschulung, Segen vor Besuch der höheren Schule, Segen zum Abschluss der Schulzeit und vielleicht den Beginn der Lehre oder der Universitätszeit, Segen für eine Paarbeziehung, Hochzeitssegen. Segen dann natürlich für Neugeborene, man kann auch Segen für die Schwangerschaft geben, Segen für die Rente, Segen für den Tod, Segen für Brahmacharya und Sannyas-Weihe, Mantra-Weihe, Nama Diksha – die Namensgebung. Das sind alles Rituale, die ein Purohita kennt, wenn es in einer Tradition üblich ist.

Der Yoga Vidya Purohita kann all diese Dinge. Und wenn du selbst ein solcher Purohita werden willst, das kannst du auch machen, du musst dafür im Ashram leben, das kannst du nicht machen, wenn du nur ab und zu mal ein Seminar und eine Woche machst. Das dauert mindestens drei Jahre, typischerweise mindestens fünf Jahre, wenn du es schnell, zügig machst, geht es auch in drei Jahren, aber typischerweise dauert es fünf Jahre regelmäßiger Praxis, im Ashram sein, im Ashram dienen, Seva üben. Und dabei kannst du auch angestellt sein, im Sinne von den Krankenkassen usw., du hast auch die soziale Absicherung, du musst nicht auf Jahre tausende von Euros bezahlen, aber dafür tust du auch etwas für die Gemeinschaft. Und du lernst dabei die Pujas und die Homas, und du lernst Arati, du machst verschiedene Seminare, Ausbildungen, Weiterbildungen formell mit, du wirst angeleitet. So kannst du, wenn du willst, zum Purohita werden. Purohita bedeutet also wörtlich: jemand, der vorne platziert ist, wörtlich: jemand, der ernannt worden ist, nämlich ernannt worden ist in einer Familientradition, in einem Ashram, in einem Tempel, jemand, der Rituale ausführt, und zwar alle Rituale, die in der betreffenden Gemeinschaft üblich sind und in der Tradition dieser Gemeinschaft sind. Das ist ein Purohita.

Yoga Vidya Purohita

Bei Yoga Vidya gibt es die Ausbildung zum Purohita.

Der Yoga Vidya Purohita lernt:

Die Yoga Vidya Purohita Ausbildung dauert mindestens 3 Jahre, normalerweise 4-6 Jahre, und bedingt, in einem Ashram oder Yoga Vidya Zentrum als Sevaka, also Gemeinschaftsmitglied, zu leben.

Purohita, indischer Priester

Purohitas sind besonders dafür zuständig, Rituale und Zeremonien durchzuführen

Die indischen Priester, die die häuslichen Rituale und persönlichen Sakramente durchführten, sind bekannt als Purohitas.

Die Pflichten der Brahmanen-Purohitas sind:

  • zu klären, welches geeignete oder ungeeignete Tage sind, um ein Unternehmen oder eine Reise zu starten oder zu beenden
  • mit Mantras und passenden Gebeten die Auswirkungen von Flüchen, Zauber oder anderen schlimmen Einflüssen der Planeten und Elemente zu vermeiden
  • das "Reinigen" von Menschen, die unrein geworden sind

Außerdem geben die Purohitas neugeborenen Kindern ihre Namen und erstellen ihre Horoskope. Sie segnen neue Häuser, Brunnen und Wasserbecken. Sie übernehmen auch die Reinigung von Häusern und Tempeln die verunreinigt wurden, und weihen die Tempel. Die Purohitas beleben Götzenfiguren und beleben, durch die Kraft der Mantras, in ihnen ihre speziellen Gottheiten.

Die wichtigste ihrer Pflichten ist die Zeremonie für Hochzeiten und Beerdigungen. Die Zeremonien für diese Anlässe sind so umfangreich und kompliziert, dass ein einfacher Brahmane niemals in der Lage wäre, das alles zu bewerkstelligen. Sie können nur durch spezielle Studien erlernt werden. Außerdem sind mit den Zeremonien Mantras und Formeln verbunden, die nur bei den Purohitas bekannt sind. Diese sind im Buch der Rituale beschrieben, das sie sehr sorgfältig vor allen Augen außerhalb der eigenen Sekte verstecken. Die Väter lassen ihre Söhne die Formeln auswendig lernen und so werden sie von Generation zu Generation in der gleichen Familie weitergegeben. Die Purohitas werden nicht durch fromme Motive angetrieben, ihr Wissen so sorgsam zu bewahren und ein Mysterium um all ihr Tun aufzubauen. Ihre Angst liegt darin, dass Konkurrenten einschreiten könnten, mit denen man die Früchte teilen müsste, die diese religiösen Übungen einbringen.

Die Konsequenz ist, dass es nur sehr wenige Brahmanen-Purohitas gibt, und manchmal müssen sie über große Entfernungen gebracht werden, wenn ihre religiösen Dienste benötigt werden. Wenn sie einen Grund haben, eine großzügige Belohnung erwarten zu können, fahren sie sofort los; oder sie senden wenigstens einen Sohn, der bewandert ist mit der Ritualdurchführung. Manchmal geben sich gewöhnliche Brahmanen als Purohitas aus, speziell in der (niedrigen) Sudra-Kaste. Aber sie sind nicht mit den Formeln und richtigen Mantras vertraut; deshalb murmeln sie einige Worte auf Sanskrit, im Glauben, dass das gut genug ist für die ungebildeten Sudras.

Wenn die echten Purohitas entdecken, dass in ihre Vorrechte eingedrungen wurde und ihre Befugnisse widerrechtlich angeeignet wurden, folgt meist eine heftige Auseinandersetzung zwischen ihnen und ihren weltlichen Rivalen. Eines der wertvollsten Privilegien der Purohitas ist das Recht zur Veröffentlichung des Hindu Almanachs. Dieser Almanach ist eine absolute Notwendigkeit für jeden Purohita, da er ihm nicht nur die Glücks- bzw. die Unglücks-Konstellation zeigt, sowie die erfolgsverheißenden oder ungünstigen Tage, sondern auch die glückverheißenden Stunden jeden Tages.

Nur zu diesen besonderen Augenblicken kann eine Zeremonie beginnen, zu der der Purohita gerufen wurde. Die Brahmanen holen sich auch Inspiration aus diesem Buch, um glückliche und unglückliche Lebensereignisse vorherzusagen. Viele Menschen, sogar Fürsten und Personen von höchstem Stand, lassen sich zu solchen Angelegenheiten beraten. Es gibt niemanden mit einer hohen Stellung, der nicht einen oder mehrere amtliche Purohitas in seinem Palast leben hat. Wenn der Fürst jagen, spazierengehen oder Besuche von Fremden empfangen möchte, und der Purohita in seinem unfehlbaren Buch entdeckt, dass es ein ungünstiger Moment ist, so wird die Jagd, der Spaziergang oder der Besuch verschoben. In großen Tempeln gibt es speziell einen Purohita, der die Vorhersagen für diesen Tag aus dem Almanach für die Götterstatuen vorliest.

Tamil Panchangam, Foto: Azhagiya Manavalan, Copyright

Der Hindu-Kalender ist der Panchangam, was so viel heißt wie die "fünf Mitglieder", da er fünf Hauptthemen enthält. Diese sind:

  • die Mondphasen je Monat
  • die Konstellationen in der sich der Mond täglich befindet
  • der jeweilige Wochentag
  • die Finsternisse
  • und die Stellung der Planeten.

Ebenso werden günstige und ungünstige Tage angegeben. Zum Beispiel, wenn ein Mensch in eine der vier Himmelsrichtungen reisen möchte, kann es sein, dass eine Reise Richtung Norden heute sicher wäre, jedoch bei einer Reise in den Süden er möglicherweise von einem Missgeschick ereilt werden könnte. In dieser Richtung gibt es unzählige andere Vorhersagen in diesem Almanach. Am ersten Tag des Hindu-Jahres, genannt Ugadi, der auf den ersten Tag des März-Mondes fällt, lädt der Purohita alle wichtigen Bewohner aus der Nachbarschaft in seinen Amtssitz ein.

Dort verkündet er feierlich, zwischen viel Musik, Gesang und Tanz, wer der König der Götter, wer König der Sterne in diesem Jahr sein wird; wer ihr Premierminister sein wird, und wer die Armee befehligen wird; wer der Gott der Ernte sein wird, und welche Früchte am ertragreichsten sein werden. Er wird auch vorhersagen, ob die Saison nass oder trocken sein wird, und ob Heuschrecken oder andere Insekten die jungen Pflanzen vernichten werden. Er stellt fest, ob es ein gesundes oder ungesundes Jahr wird, ob es mehr Todesfälle als Geburten geben wird, ob es Frieden oder Krieg gibt, usw. Er erzählt, aus welcher Richtung in das Land einmarschiert wird oder wer siegreich sein wird, usw.

Diejenigen, die den Purohita und seine Vorhersagen verspotten, sind immer die ersten, die Entschädigung bei ihm einfordern, wenn das Land durch große Katastrophen bedroht wird, sei es Krieg, Hungersnot, Dürre, oder ähnliches. So mächtig ist der Einfluss, den der Aberglaube auf das ganze Land ausübt. Nicht nur Hindus, auch Muslime, Christen, Halb-Kasten, und manchmal sogar Europäer, ziehen Purohitas zu Rat. Die Oberklasse-Purohitas erläutern nur den Brahmanen die Orakel aus dem Almanach, wohingegen die weniger gut gestellten Brahmanen sich Kopien beschaffen und damit reiche Ernte einfahren, aufgrund der Leichtgläubigkeit der niedrigen Kasten. Der Panchangam dient als Entschuldigung, ist aber nur ein anderer Weg, um Almosen zu fordern.

Heute erscheinen die Purohitas als sehr altertümlich. Die meisten Hindu-Schriftsteller erwähnen sie, und wenn man ihnen glauben kann, wurden ihnen die höchsten Ehren in lange vergangenen Zeiten gezollt. Sie und die Gurus teilen die Pflicht, die alten Bräuche zu bewahren. Alle Purohitas sind "zwingend" verheiratet, da sie Gottesdienste in Brahmanenhäusern abzuhalten haben. Ein Witwer würde nicht hereingelassen werden, da seine Anwesenheit als unglückbringend betrachtet würde.

Siehe auch

Weblinks

Verschiedene Schreibweisen für Purohita

Sanskrit Wörter werden in Indien auf Devanagari geschrieben, ebenso wie auch modernere indische Sprachen wie Hindi, Bengali, Gujarati, Panjabi, Urdu. Damit Europäer das lesen können, wird Devanagari transkribiert in die römische Schrift. Es gibt verschiedene Konventionen, wie Devanagari in römische Schrift transkribiert werden kann Purohita auf Devanagari wird geschrieben "पुरोहित", in IAST wissenschaftliche Transkription mit diakritischen Zeichen "purohita", in der Harvard-Kyoto Umschrift "purohita", in der Velthuis Transliteration "purohita", in der modernen Internet Itrans Transkription "purohita".

Ähnliche Sanskrit Wörter wie Purohita

Hier einige Links zu Sanskritwörtern, die entweder vom Sanskrit oder vom Deutschen her ähnliche Bedeutung haben wie Purohita oder im Deutschen oder Sanskrit im Alphabet vor oder nach Purohita stehen:

Quelle

Weitere Informationen zu Sanskrit und Indische Sprachen

Zusammenfassung Deutsch Sanskrit - Sanskrit Deutsch

Sanskrit Purohita - Deutsch vorangestellt, beauftragt; m Beauftragter Vorgesetzter, bes Hauspriester
Deutsch vorangestellt, beauftragt; m Beauftragter Vorgesetzter, bes Hauspriester Sanskrit Purohita
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