Arati – gemeinschaftliche Lichtverehrung

Aus Yogawiki

Arati – gemeinschaftliche Lichtverehrung (Sanskrit: आरति ārati) ist eine feierliche Verehrung, bei der Licht vor einer Gottheit, einem Guru oder einem anderen heiligen Mittelpunkt dargebracht wird. Häufig begleiten Glocke, Gesang und gemeinsames Gebet die Bewegung der Lampe. In unterschiedlichen Sprachen und Traditionen begegnen auch Aarti, Arathi und Nirajana.

Platz und Umfang

Arati kann einen selbstständigen täglichen Gottesdienst bilden oder eine Puja abschließen. In Puja - 32 Schritte entspricht die Kampferlichtgabe einem besonders feierlichen Beispiel. Eine einfache Dipa-Gabe ist nicht automatisch identisch mit dem gesamten gemeinschaftlichen Arati. In manchen Vaishnava-Traditionen umfasst Arati mehrere nacheinander gezeigte Gegenstände, etwa Räucherwerk, Licht, Wasser und ein Tuch. Andere Formen konzentrieren sich auf die Lampe. Die Reihen und Bewegungen werden aus der betreffenden Tempel- oder Hauspraxis gelernt.

Sanskritbeispiel

Die Lakshmi-Puja nennt die abschließende Lichtgabe in einer kurzen Formel:

Beispiel einer abschließenden Lichtgabe
śrī-lakṣmī-devyai namaḥ | karpūra-nīrājanaṃ samarpayāmi |

श्री-लक्ष्मी-देव्यै नमः । कर्पूर-नीराजनं समर्पयामि ।

Bedeutung: Verehrung der Göttin Shri Lakshmi. Ich bringe das Kampfer-Nirajana dar.

Der Vers oder das Arati-Lied wird vor Beginn ausgewählt. Eine Person führt die Lampe, eine andere kann Glocke oder Gesang leiten. Bei gemeinsamer Feier wird das Licht anschließend so gezeigt, dass alle es in Ruhe empfangen können. Eine Ghee- oder Öllampe kann nach der Tradition anstelle von Kampfer verwendet werden.

Innere Haltung und Teilnahme

Die Flamme kann die gemeinsame Aufmerksamkeit sammeln und die verehrte Gestalt noch einmal erhellen. Die Teilnehmenden schauen, singen oder bleiben still; die körperliche Nähe zur Flamme ist keine Voraussetzung für innere Teilnahme. Als freie Betrachtung eignet sich: „Möge das Licht der Einsicht in meinem Handeln weiterleuchten.“ Nach Arati können Gebet, Verneigung, Segen und Prasad folgen. Die Lampe bleibt auch nach dem letzten Lied eine reale Feuerquelle und wird sicher abgestellt. Für die bei Yoga Vidya verwendeten Texte und Gesänge gibt es den eigenen Artikel Arati bei Yoga Vidya sowie gottheitsspezifische Arati-Seiten.

Ritualbeispiele und Quellen

Weitere Ritualbestandteile

Puja - 32 Schritte · Bestandteile von Homa, Yajna und Havan · Bestandteile der Yoga Vidya Rituale

Die 32 Puja-Schritte
Dhyana – die Gottheit im Ritual vergegenwärtigen · Avahana – Einladung der göttlichen Gegenwart · Asana – der Gottheit einen Sitz anbieten · Padya – Wasser für die Füße der Gottheit · Arghya – ehrerbietige Wassergabe · Achamaniya – Schluckwasser für die Gottheit · Madhuparka – süße Ehrenspeise für den göttlichen Gast · Panchamrita Snana – Bad mit fünf Nektaren · Snana – das rituelle Bad der Gottheit · Plota – das Bildnis nach dem Bad trocknen · Vastra – Gewänder als Darbringung · Yajnopavita – heilige Schnur als Puja-Gabe · Abharana – Schmuck der Gottheit darbringen · Gandha – Duft und Sandelholz als Verehrungsgabe · Saubhagya Dravya – glückverheißende Gaben für die Göttin · Akshata – ungebrochener Reis als Ritualgabe · Pushpa – Blüten als Verehrungsgabe · Anga Puja – die Glieder der Gottheit verehren · Ashtottarashata Namavali – Verehrung mit 108 Namen · Dhupa – Räucherwerk als Darbringung · Dipa – die Lichtgabe der Puja · Naivedya – Speisen der Gottheit darbringen · Paniya – Trinkwasser zur Speisedarbringung · Tambula – Betelgabe als Abschluss der Bewirtung · Dakshina – Ehrengabe und Dank an die Ritualtragenden · Karpura Nirajana – feierliche Kampferlichtgabe · Mantrapushpa – Blütengabe und vedischer Schlussgesang · Pradakshina – ehrerbietige Umrundung · Namaskara – ehrerbietiger Gruß und Verneigung · Stotra – Lobgesang innerhalb des Rituals · Kshamapana – um Vergebung und Vollendung bitten · Samarpana – die Früchte des Rituals hingeben

Weitere Begriffe und Feuerbestandteile
Abhisheka – rituelles Übergießen und Weihen · Angavastra – Ober- und Schultertuch als Gabe · Kanthasutra – Halsschmuck der Göttin · Pranama – sich in Hingabe verneigen · Prarthana – Gebet und persönliche Bitte im Ritual · Visarjana – Verabschiedung der angerufenen Gegenwart · Achamana – rituelles Wasserschlucken der ausführenden Person · Alankara – das göttliche Bild schmücken · Pushpanjali – die gemeinsame Blütengabe · Upachara – Formen liebevoller Darbringung · Sankalpa – traditioneller Ritualvorsatz mit Zeit, Ort und Anliegen · Purnahuti – die volle Schlussgabe einer Yajna · Agnimukha – Vorbereitung und Eröffnung des Feueropfers · Sthandila und Rekha – Feuerplatz und rituelle Linien · Agni Sthapana – das Ritualfeuer einsetzen · Paristarana – Darbha um das Feuer auslegen · Patra Sadana – die Opfergeräte bereitstellen · Pranita und Prokshani – die Wassergefäße des Homa · Ajya Samskara – Ghee für das Feueropfer bereiten · Paridhi – Begrenzungshölzer des Feueropfers · Parishechana – Wasser um das Opferfeuer geben · Samidhadhana – geeignete Hölzer ins Feuer geben · Aghara – die eröffnenden Ghee-Ströme · Ajyabhaga – Ghee-Anteile für Agni und Soma · Ahuti – Mantra und Feuerdarbringung verbinden · Vyahriti Ahuti – Gaben mit den heiligen Weltenrufen · Svishtakrit – Agni um die Vollendung des Opfers bitten · Jayadi – ergänzende Gaben für das Gelingen des Rituals · Prayashchitta – rituelle Berichtigung und Wiedergutmachung · Vasordhara – der zusammenhängende Ghee-Strom · Agnyupasthana – das Feuer abschließend verehren · Anujna und Brahma Varana – Zustimmung und Ritualverantwortung · Kalasha Sthapana – das heilige Wassergefäß aufstellen · Punyahavachana – Reinheit und Wohlergehen feierlich zusprechen · Nyasa – Mantra und göttliche Gegenwart im Körper verorten · Ghanta – die Ritualglocke erklingen lassen · Rajopachara – königliche Ehrengaben in der Puja · Puja - 32 Schritte · Bestandteile von Homa, Yajna und Havan