Paristarana – Darbha um das Feuer auslegen

Aus Yogawiki

Paristarana – Darbha um das Feuer auslegen (Sanskrit: परिस्तरण paristaraṇa) ist das rituelle Auslegen von Gras um die Feuerstätte. Häufig wird Darbha beziehungsweise Kusha verwendet. Die geordnete Umlegung markiert den Raum des Opfers und schafft Plätze für die folgenden Handlungen.

Stellung und Form

In der beschriebenen Agnimukha-Folge wird das Gras nach dem Einsetzen des Feuers ausgelegt. Die Ausrichtung der Spitzen gehört zur jeweiligen Paddhati. Sie ist nicht mit der bloßen dekorativen Umrandung eines Altars gleichzusetzen. Der Homa Sangraha ordnet die Spitzen an Ost- und Westseite nach Norden, an Süd- und Nordseite nach Osten an.

Konkretes Beispiel

Saubere, passend lange Grashalme werden vor Beginn gebündelt. Die Leitung legt sie an den vorgesehenen Seiten ab, ohne dass sie in die Flamme ragen oder Zugänge blockieren. Für diese Handlung nennt die ausgewählte Stelle keinen eigenen zu rezitierenden Mantra. Deshalb wird hier kein vermeintlich traditioneller „Paristarana-Mantra“ ergänzt. Als Sanskritbegriff zur Verständigung dient:

Bezeichnung der Handlung; kein Rezitationsgebot
paristaraṇam |

परिस्तरणम् ।

Bedeutung: Das ringsherum Ausbreiten beziehungsweise Umlegen.

Das Gras für die Umrandung wird von einer Pavitra zur Reinigung und von einer Sitzauflage unterschieden. Gleiche Pflanzen können verschiedene rituelle Aufgaben haben.

Sinn und Abschluss

Die Handlung kann Aufmerksamkeit für Grenzen, Ordnung und den gemeinsam gehaltenen Ritualraum schulen. Eine freie innere Anregung lautet: „Ich gebe dieser Feier einen klaren und geschützten Raum.“ Am Ende wird die Umlegung nach der Paddhati aufgehoben. Trockenes Gras in unmittelbarer Feuer-Nähe bleibt eine brennbare Substanz. Die rituelle Funktion hebt die praktische Aufsicht nicht auf. Wo Darbha nicht verfügbar ist, wird eine von der jeweiligen Tradition anerkannte Anpassung verwendet; irgendein Gartenmaterial wird nicht allein wegen seiner ähnlichen Form als gleichwertig bezeichnet.

Ritualbeispiele und Quellen

Weitere Ritualbestandteile

Puja - 32 Schritte · Bestandteile von Homa, Yajna und Havan · Bestandteile der Yoga Vidya Rituale

Die 32 Puja-Schritte
Dhyana – die Gottheit im Ritual vergegenwärtigen · Avahana – Einladung der göttlichen Gegenwart · Asana – der Gottheit einen Sitz anbieten · Padya – Wasser für die Füße der Gottheit · Arghya – ehrerbietige Wassergabe · Achamaniya – Schluckwasser für die Gottheit · Madhuparka – süße Ehrenspeise für den göttlichen Gast · Panchamrita Snana – Bad mit fünf Nektaren · Snana – das rituelle Bad der Gottheit · Plota – das Bildnis nach dem Bad trocknen · Vastra – Gewänder als Darbringung · Yajnopavita – heilige Schnur als Puja-Gabe · Abharana – Schmuck der Gottheit darbringen · Gandha – Duft und Sandelholz als Verehrungsgabe · Saubhagya Dravya – glückverheißende Gaben für die Göttin · Akshata – ungebrochener Reis als Ritualgabe · Pushpa – Blüten als Verehrungsgabe · Anga Puja – die Glieder der Gottheit verehren · Ashtottarashata Namavali – Verehrung mit 108 Namen · Dhupa – Räucherwerk als Darbringung · Dipa – die Lichtgabe der Puja · Naivedya – Speisen der Gottheit darbringen · Paniya – Trinkwasser zur Speisedarbringung · Tambula – Betelgabe als Abschluss der Bewirtung · Dakshina – Ehrengabe und Dank an die Ritualtragenden · Karpura Nirajana – feierliche Kampferlichtgabe · Mantrapushpa – Blütengabe und vedischer Schlussgesang · Pradakshina – ehrerbietige Umrundung · Namaskara – ehrerbietiger Gruß und Verneigung · Stotra – Lobgesang innerhalb des Rituals · Kshamapana – um Vergebung und Vollendung bitten · Samarpana – die Früchte des Rituals hingeben

Weitere Begriffe und Feuerbestandteile
Abhisheka – rituelles Übergießen und Weihen · Angavastra – Ober- und Schultertuch als Gabe · Kanthasutra – Halsschmuck der Göttin · Pranama – sich in Hingabe verneigen · Prarthana – Gebet und persönliche Bitte im Ritual · Visarjana – Verabschiedung der angerufenen Gegenwart · Arati – gemeinschaftliche Lichtverehrung · Achamana – rituelles Wasserschlucken der ausführenden Person · Alankara – das göttliche Bild schmücken · Pushpanjali – die gemeinsame Blütengabe · Upachara – Formen liebevoller Darbringung · Sankalpa – traditioneller Ritualvorsatz mit Zeit, Ort und Anliegen · Purnahuti – die volle Schlussgabe einer Yajna · Agnimukha – Vorbereitung und Eröffnung des Feueropfers · Sthandila und Rekha – Feuerplatz und rituelle Linien · Agni Sthapana – das Ritualfeuer einsetzen · Patra Sadana – die Opfergeräte bereitstellen · Pranita und Prokshani – die Wassergefäße des Homa · Ajya Samskara – Ghee für das Feueropfer bereiten · Paridhi – Begrenzungshölzer des Feueropfers · Parishechana – Wasser um das Opferfeuer geben · Samidhadhana – geeignete Hölzer ins Feuer geben · Aghara – die eröffnenden Ghee-Ströme · Ajyabhaga – Ghee-Anteile für Agni und Soma · Ahuti – Mantra und Feuerdarbringung verbinden · Vyahriti Ahuti – Gaben mit den heiligen Weltenrufen · Svishtakrit – Agni um die Vollendung des Opfers bitten · Jayadi – ergänzende Gaben für das Gelingen des Rituals · Prayashchitta – rituelle Berichtigung und Wiedergutmachung · Vasordhara – der zusammenhängende Ghee-Strom · Agnyupasthana – das Feuer abschließend verehren · Anujna und Brahma Varana – Zustimmung und Ritualverantwortung · Kalasha Sthapana – das heilige Wassergefäß aufstellen · Punyahavachana – Reinheit und Wohlergehen feierlich zusprechen · Nyasa – Mantra und göttliche Gegenwart im Körper verorten · Ghanta – die Ritualglocke erklingen lassen · Rajopachara – königliche Ehrengaben in der Puja · Puja - 32 Schritte · Bestandteile von Homa, Yajna und Havan