Mantrapushpa – Blütengabe und vedischer Schlussgesang

Aus Yogawiki

Mantrapushpa – Blütengabe und vedischer Schlussgesang (Sanskrit: मन्त्र-पुष्प mantra-puṣpa) verbindet die Vorstellung des „Mantra als Blüte“ mit einer abschließenden Blütengabe. Der Ausdruck kann die rituelle Darbringung bezeichnen, aber auch einen bestimmten rezitierten Text. Deshalb genügt die Anweisung „Mantrapushpa“ allein nicht immer, um den gemeinten Wortlaut zu bestimmen.

Stellung und unterschiedliche Texte

In Puja - 32 Schritte folgt Mantrapushpa auf die feierliche Lichtgabe. In südindischen Abläufen ist unter Mantra Pushpam häufig die vedische Rezitation über Wasser als Grundlage des Lebens bekannt, die mit yo’pāṃ puṣpaṃ veda beginnt. Andere Paddhatis verwenden unter derselben Rubrik weitere vedische Schlussverse. Das Puja Sangraha führt im Abschnitt Vaidika Upachara eine Rezitation mit oṃ tad brahma auf. Pushpanjali bezeichnet zunächst die Gabe aus den zusammengelegten Händen. Sie benötigt nicht immer denselben Mantrapushpa-Text.

Ein belegtes Textbeispiel

Die folgende vollständige Anfangseinheit aus der im Puja Sangraha verwendeten Fassung verdeutlicht ihren Inhalt:

Anfangseinheit; Fortsetzung unter Mantra Pushpam beziehungsweise im Quellenabschnitt
oṃ tad brahma | oṃ tad vāyuḥ | oṃ tad ātmā |
oṃ tat satyam | oṃ tat sarvam | oṃ tat puror namaḥ |

ॐ तद् ब्रह्म । ॐ तद् वायुः । ॐ तद् आत्मा ।
ॐ तत् सत्यम् । ॐ तत् सर्वम् । ॐ तत् पुरोर् नमः ।

Bedeutung: Om, das ist Brahman. Om, das ist Vayu. Om, das ist das Selbst. Om, das ist die Wahrheit. Om, das ist alles. Om, Verehrung dem, das vor allem steht.

Hier wird ein Ausschnitt erläutert, keine vollständig abgeschlossene längere Rezitation vorgetäuscht. Für die Feier liegt der komplette Text der gewählten Fassung bereit. Vedische Tonzeichen sind in dieser Leseumschrift nicht wiedergegeben; die melodische Rezitation wird nach der jeweiligen Schule gelernt.

Ausführung und Bhava

Die Teilnehmenden halten Blüten in den Händen, soweit dies vorgesehen ist. Während der Rezitation hören sie aufmerksam zu; die Leitung gibt ein gemeinsames Zeichen für das Ablegen. Die Blumen werden am Ende des dafür bestimmten Textes und nicht zwangsläufig nach jedem Satz dargebracht. Die Handlung kann ausdrücken, dass auch Sprache und Erkenntnis Gaben sind. Sie sammelt die vorausgegangenen Dienste in einem bewussten Schluss. Als persönliche Betrachtung eignet sich: „Mögen meine Worte und mein Verstehen zu einer Gabe werden.“ Eine lange vedische Rezitation wird nicht bloß durch einen beliebigen kurzen Blumenspruch ersetzt, ohne die Änderung zu benennen.

Ritualbeispiele und Quellen

Weitere Ritualbestandteile

Puja - 32 Schritte · Bestandteile von Homa, Yajna und Havan · Bestandteile der Yoga Vidya Rituale

Die 32 Puja-Schritte
Dhyana – die Gottheit im Ritual vergegenwärtigen · Avahana – Einladung der göttlichen Gegenwart · Asana – der Gottheit einen Sitz anbieten · Padya – Wasser für die Füße der Gottheit · Arghya – ehrerbietige Wassergabe · Achamaniya – Schluckwasser für die Gottheit · Madhuparka – süße Ehrenspeise für den göttlichen Gast · Panchamrita Snana – Bad mit fünf Nektaren · Snana – das rituelle Bad der Gottheit · Plota – das Bildnis nach dem Bad trocknen · Vastra – Gewänder als Darbringung · Yajnopavita – heilige Schnur als Puja-Gabe · Abharana – Schmuck der Gottheit darbringen · Gandha – Duft und Sandelholz als Verehrungsgabe · Saubhagya Dravya – glückverheißende Gaben für die Göttin · Akshata – ungebrochener Reis als Ritualgabe · Pushpa – Blüten als Verehrungsgabe · Anga Puja – die Glieder der Gottheit verehren · Ashtottarashata Namavali – Verehrung mit 108 Namen · Dhupa – Räucherwerk als Darbringung · Dipa – die Lichtgabe der Puja · Naivedya – Speisen der Gottheit darbringen · Paniya – Trinkwasser zur Speisedarbringung · Tambula – Betelgabe als Abschluss der Bewirtung · Dakshina – Ehrengabe und Dank an die Ritualtragenden · Karpura Nirajana – feierliche Kampferlichtgabe · Pradakshina – ehrerbietige Umrundung · Namaskara – ehrerbietiger Gruß und Verneigung · Stotra – Lobgesang innerhalb des Rituals · Kshamapana – um Vergebung und Vollendung bitten · Samarpana – die Früchte des Rituals hingeben

Weitere Begriffe und Feuerbestandteile
Abhisheka – rituelles Übergießen und Weihen · Angavastra – Ober- und Schultertuch als Gabe · Kanthasutra – Halsschmuck der Göttin · Pranama – sich in Hingabe verneigen · Prarthana – Gebet und persönliche Bitte im Ritual · Visarjana – Verabschiedung der angerufenen Gegenwart · Arati – gemeinschaftliche Lichtverehrung · Achamana – rituelles Wasserschlucken der ausführenden Person · Alankara – das göttliche Bild schmücken · Pushpanjali – die gemeinsame Blütengabe · Upachara – Formen liebevoller Darbringung · Sankalpa – traditioneller Ritualvorsatz mit Zeit, Ort und Anliegen · Purnahuti – die volle Schlussgabe einer Yajna · Agnimukha – Vorbereitung und Eröffnung des Feueropfers · Sthandila und Rekha – Feuerplatz und rituelle Linien · Agni Sthapana – das Ritualfeuer einsetzen · Paristarana – Darbha um das Feuer auslegen · Patra Sadana – die Opfergeräte bereitstellen · Pranita und Prokshani – die Wassergefäße des Homa · Ajya Samskara – Ghee für das Feueropfer bereiten · Paridhi – Begrenzungshölzer des Feueropfers · Parishechana – Wasser um das Opferfeuer geben · Samidhadhana – geeignete Hölzer ins Feuer geben · Aghara – die eröffnenden Ghee-Ströme · Ajyabhaga – Ghee-Anteile für Agni und Soma · Ahuti – Mantra und Feuerdarbringung verbinden · Vyahriti Ahuti – Gaben mit den heiligen Weltenrufen · Svishtakrit – Agni um die Vollendung des Opfers bitten · Jayadi – ergänzende Gaben für das Gelingen des Rituals · Prayashchitta – rituelle Berichtigung und Wiedergutmachung · Vasordhara – der zusammenhängende Ghee-Strom · Agnyupasthana – das Feuer abschließend verehren · Anujna und Brahma Varana – Zustimmung und Ritualverantwortung · Kalasha Sthapana – das heilige Wassergefäß aufstellen · Punyahavachana – Reinheit und Wohlergehen feierlich zusprechen · Nyasa – Mantra und göttliche Gegenwart im Körper verorten · Ghanta – die Ritualglocke erklingen lassen · Rajopachara – königliche Ehrengaben in der Puja · Puja - 32 Schritte · Bestandteile von Homa, Yajna und Havan