Dipa – die Lichtgabe der Puja
Dipa – die Lichtgabe der Puja (Sanskrit: दीप dīpa) ist die Darbringung einer brennenden Lampe an die Gottheit. Die Schreibweisen Deepa und Deepam beziehen sich auf dasselbe Sanskritwort. Als einzelner Upachara steht Dipa häufig zwischen Räucherwerk und Speise.
Stellung und Abgrenzung
In Puja - 32 Schritte ist Dipa Schritt 21. Die Lampe, die schon zu Beginn den Altar beleuchtet, und die ausdrücklich dargebrachte Lichtgabe sind zu unterscheiden. Eine Lampe kann beide Funktionen übernehmen, doch die Handlungen sind nicht identisch. Die spätere Arati beziehungsweise Karpura Nirajana bildet einen feierlichen eigenen Abschnitt.
Vorbereitung und Ausführung
Eine standsichere Lampe erhält einen passenden Docht und Ghee (bzw. Pflanzenöl). Pflanzenöl ist in vielen Lampentraditionen selbst üblich; welche Art gewählt wird, richtet sich nach der jeweiligen Praxis. Eine kleine Flamme reicht aus. Die Lampe wird vor der Gottheit gezeigt und nach der verwendeten Form ruhig bewegt. Danach steht sie auf einer hitzefesten Unterlage.
Lichtvers der Varalakshmi-Puja
sājyaṃ ca varti-saṃyuktaṃ vahninā yojitaṃ mayā |
dīpaṃ gṛhāṇa deveśi trailokya-timirāpaham ||
साज्यं च वर्ति-संयुक्तं वह्निना योजितं मया ।
दीपं गृहाण देवेशि त्रैलोक्य-तिमिरापहम् ॥
Bedeutung: Nimm die von mir mit Ghee und Docht versehene und entzündete Lampe an, o Herrin der Götter, die das Dunkel der drei Welten vertreibt.
Der Vers spricht die traditionelle Ghee-Lampe an. Bei einer Öllampe bleibt diese Überlieferung in der Übersetzung sichtbar; eine moderne Erklärung kann die tatsächlich verwendete Variante nennen.
Bhava und Mitfeiern
Licht steht für Gegenwart, Einsicht und die Fähigkeit, einen Weg zu erkennen. Die äußere Flamme kann die Aufmerksamkeit auf das innere Licht richten. „Möge mein Denken klar und mein Handeln hilfreich werden“ ist eine freie Betrachtungsanregung. Während eine Person die Lampe hält, bleiben andere Hände und Gewänder in sicherem Abstand. Eine Glocke kann nach der Tradition erklingen; sie wird nicht als allgemeine Pflicht jeder Lichtgabe eingeführt. Die Flamme wird nie mit brennbarem Nachfüllmaterial übergossen. Beim Abschluss entscheidet die örtliche Praxis, ob die Lampe weiterbrennt oder sicher gelöscht wird.
Ritualbeispiele und Quellen
- Weiterführende Ritualartikel und verwandte Fassungen: Varalakshmi Vrata mit vollständiger Puja · Große Durga Puja · Große Vishnu Puja · Dipa – Lichtdarbringung bei Yoga Vidya
- Drik Panchang: Varalakshmi Puja Vidhi; dort eine besondere, anders gezählte 32-teilige Varalakshmi-Puja: Varalakshmi Puja Vidhi, Schritt 17, Dipah.
- Pandit Sri Ram Sivan: Puja Sangraha, Ausgabe 18. Januar 2025: Puja Sangraha, Dipa-Darbringungen und einleitendes Lampenentzünden.
Weitere Ritualbestandteile
Puja - 32 Schritte · Bestandteile von Homa, Yajna und Havan · Bestandteile der Yoga Vidya Rituale
Die 32 Puja-Schritte
Dhyana – die Gottheit im Ritual vergegenwärtigen · Avahana – Einladung der göttlichen Gegenwart · Asana – der Gottheit einen Sitz anbieten · Padya – Wasser für die Füße der Gottheit · Arghya – ehrerbietige Wassergabe · Achamaniya – Schluckwasser für die Gottheit · Madhuparka – süße Ehrenspeise für den göttlichen Gast · Panchamrita Snana – Bad mit fünf Nektaren · Snana – das rituelle Bad der Gottheit · Plota – das Bildnis nach dem Bad trocknen · Vastra – Gewänder als Darbringung · Yajnopavita – heilige Schnur als Puja-Gabe · Abharana – Schmuck der Gottheit darbringen · Gandha – Duft und Sandelholz als Verehrungsgabe · Saubhagya Dravya – glückverheißende Gaben für die Göttin · Akshata – ungebrochener Reis als Ritualgabe · Pushpa – Blüten als Verehrungsgabe · Anga Puja – die Glieder der Gottheit verehren · Ashtottarashata Namavali – Verehrung mit 108 Namen · Dhupa – Räucherwerk als Darbringung · Naivedya – Speisen der Gottheit darbringen · Paniya – Trinkwasser zur Speisedarbringung · Tambula – Betelgabe als Abschluss der Bewirtung · Dakshina – Ehrengabe und Dank an die Ritualtragenden · Karpura Nirajana – feierliche Kampferlichtgabe · Mantrapushpa – Blütengabe und vedischer Schlussgesang · Pradakshina – ehrerbietige Umrundung · Namaskara – ehrerbietiger Gruß und Verneigung · Stotra – Lobgesang innerhalb des Rituals · Kshamapana – um Vergebung und Vollendung bitten · Samarpana – die Früchte des Rituals hingeben
Weitere Begriffe und Feuerbestandteile
Abhisheka – rituelles Übergießen und Weihen · Angavastra – Ober- und Schultertuch als Gabe · Kanthasutra – Halsschmuck der Göttin · Pranama – sich in Hingabe verneigen · Prarthana – Gebet und persönliche Bitte im Ritual · Visarjana – Verabschiedung der angerufenen Gegenwart · Arati – gemeinschaftliche Lichtverehrung · Achamana – rituelles Wasserschlucken der ausführenden Person · Alankara – das göttliche Bild schmücken · Pushpanjali – die gemeinsame Blütengabe · Upachara – Formen liebevoller Darbringung · Sankalpa – traditioneller Ritualvorsatz mit Zeit, Ort und Anliegen · Purnahuti – die volle Schlussgabe einer Yajna · Agnimukha – Vorbereitung und Eröffnung des Feueropfers · Sthandila und Rekha – Feuerplatz und rituelle Linien · Agni Sthapana – das Ritualfeuer einsetzen · Paristarana – Darbha um das Feuer auslegen · Patra Sadana – die Opfergeräte bereitstellen · Pranita und Prokshani – die Wassergefäße des Homa · Ajya Samskara – Ghee für das Feueropfer bereiten · Paridhi – Begrenzungshölzer des Feueropfers · Parishechana – Wasser um das Opferfeuer geben · Samidhadhana – geeignete Hölzer ins Feuer geben · Aghara – die eröffnenden Ghee-Ströme · Ajyabhaga – Ghee-Anteile für Agni und Soma · Ahuti – Mantra und Feuerdarbringung verbinden · Vyahriti Ahuti – Gaben mit den heiligen Weltenrufen · Svishtakrit – Agni um die Vollendung des Opfers bitten · Jayadi – ergänzende Gaben für das Gelingen des Rituals · Prayashchitta – rituelle Berichtigung und Wiedergutmachung · Vasordhara – der zusammenhängende Ghee-Strom · Agnyupasthana – das Feuer abschließend verehren · Anujna und Brahma Varana – Zustimmung und Ritualverantwortung · Kalasha Sthapana – das heilige Wassergefäß aufstellen · Punyahavachana – Reinheit und Wohlergehen feierlich zusprechen · Nyasa – Mantra und göttliche Gegenwart im Körper verorten · Ghanta – die Ritualglocke erklingen lassen · Rajopachara – königliche Ehrengaben in der Puja · Puja - 32 Schritte · Bestandteile von Homa, Yajna und Havan