Dakshina – Ehrengabe und Dank an die Ritualtragenden
Dakshina – Ehrengabe und Dank an die Ritualtragenden (Sanskrit: दक्षिणा dakṣiṇā) ist eine Gabe, mit der Dienst, Unterweisung und rituelle Mitwirkung gewürdigt werden. Im Umfeld von Puja, Homa und Yajna kann sie der Ritualleitung, Lehrenden oder weiteren Mitwirkenden übergeben werden. In einer Puja kann auch zunächst eine symbolische Geldgabe vor der Gottheit liegen.
Stellung und Empfänger
In Puja - 32 Schritte steht Dakshina im späteren Teil der Bewirtung. In größeren Yajnas wird sie gewöhnlich innerhalb des Abschlusses geregelt. Ihr Empfänger und die Verwendung werden vor der Feier geklärt. Eine Münze vor dem Bild wird nicht automatisch Eigentum der Person, die später den Altar aufräumt. Dakshina ist nicht mit Naivedya oder einer Feuergabe identisch. Bargeld, Schmuck und andere Gegenstände werden nicht ins Homa-Feuer gegeben. Die Gabe trägt zum Unterhalt und zur Anerkennung des rituellen Dienstes bei.
Sanskritbeispiel einer Göttinnengabe
Die Varalakshmi-Puja verwendet einen Gold-Gabevers:
Beispiel einer Rezitation
suvarṇaṃ sarva-dhātūnāṃ śreṣṭhaṃ devi ca tat sadā |
bhaktyā dadāmi varade svarṇa-vṛṣṭiṃ ca dehi me ||
सुवर्णं सर्व-धातूनां श्रेष्ठं देवि च तत् सदा ।
भक्त्या ददामि वरदे स्वर्ण-वृष्टिं च देहि मे ॥
Bedeutung: Gold gilt unter den Metallen als vorzüglich, o Göttin. In Hingabe gebe ich es, Segensspenderin; schenke mir auch einen Regen von Gold.
Das abschließende Bild gehört zur traditionellen Bitte um Gedeihen. Es ist weder ein Anspruch auf Geldvermehrung noch eine Vorgabe, jede Dakshina müsse aus Gold bestehen. Eine schlichte, den eigenen Möglichkeiten angemessene Gabe kann mit Dank überreicht werden. Wenn ausdrücklich eine Münze anstelle von Gold gewählt wird, bleibt dies als symbolische Form verständlich.
Bhava und geregelter Abschluss
Die Gabe übt Dankbarkeit und das Teilen des eigenen Wohlstands. Bhagavad Gita 17.20 beschreibt eine Gabe, die am geeigneten Ort und zur geeigneten Zeit einem geeigneten Empfänger gegeben wird, ohne Gegenleistung zu erwarten. Diese Haltung hilft, Dakshina von einem Kauf spiritueller Ergebnisse zu unterscheiden. Bei einer gemeinschaftlichen Feier kann die Leitung die Verteilung ruhig ansagen; öffentliche Vergleiche der Beträge sind unnötig. Vereinbarte Kosten und freie Dankesgaben werden klar auseinandergehalten. Die rituelle Gabe hebt faire Absprachen über die geleistete Arbeit nicht auf.
Ritualbeispiele und Quellen
- Weiterführende Ritualartikel und verwandte Fassungen: Varalakshmi Vrata mit vollständiger Puja · Große Hochzeitsfeier Vivaha mit Puja und Homa · Vishnu Homa – Feuergebet für Beständigkeit und ein Leben im Dharma
- Drik Panchang: Varalakshmi Puja Vidhi; dort eine besondere, anders gezählte 32-teilige Varalakshmi-Puja: Varalakshmi Puja Vidhi, Schritt 20, Dakshina.
- Srirama Ramanuja Achari: Homa Sangraha, Ausgabe 18. August 2015; Ritualfassung mit Bezug auf den Krishna Yajurveda: Homa Sangraha, Dakshina Danam; S. 110.
- Bhagavad Gita, Sanskrittext; deutsche Übertragungen hier eigenständig: Bhagavad Gita, 17.20.
Weitere Ritualbestandteile
Puja - 32 Schritte · Bestandteile von Homa, Yajna und Havan · Bestandteile der Yoga Vidya Rituale
Die 32 Puja-Schritte
Dhyana – die Gottheit im Ritual vergegenwärtigen · Avahana – Einladung der göttlichen Gegenwart · Asana – der Gottheit einen Sitz anbieten · Padya – Wasser für die Füße der Gottheit · Arghya – ehrerbietige Wassergabe · Achamaniya – Schluckwasser für die Gottheit · Madhuparka – süße Ehrenspeise für den göttlichen Gast · Panchamrita Snana – Bad mit fünf Nektaren · Snana – das rituelle Bad der Gottheit · Plota – das Bildnis nach dem Bad trocknen · Vastra – Gewänder als Darbringung · Yajnopavita – heilige Schnur als Puja-Gabe · Abharana – Schmuck der Gottheit darbringen · Gandha – Duft und Sandelholz als Verehrungsgabe · Saubhagya Dravya – glückverheißende Gaben für die Göttin · Akshata – ungebrochener Reis als Ritualgabe · Pushpa – Blüten als Verehrungsgabe · Anga Puja – die Glieder der Gottheit verehren · Ashtottarashata Namavali – Verehrung mit 108 Namen · Dhupa – Räucherwerk als Darbringung · Dipa – die Lichtgabe der Puja · Naivedya – Speisen der Gottheit darbringen · Paniya – Trinkwasser zur Speisedarbringung · Tambula – Betelgabe als Abschluss der Bewirtung · Karpura Nirajana – feierliche Kampferlichtgabe · Mantrapushpa – Blütengabe und vedischer Schlussgesang · Pradakshina – ehrerbietige Umrundung · Namaskara – ehrerbietiger Gruß und Verneigung · Stotra – Lobgesang innerhalb des Rituals · Kshamapana – um Vergebung und Vollendung bitten · Samarpana – die Früchte des Rituals hingeben
Weitere Begriffe und Feuerbestandteile
Abhisheka – rituelles Übergießen und Weihen · Angavastra – Ober- und Schultertuch als Gabe · Kanthasutra – Halsschmuck der Göttin · Pranama – sich in Hingabe verneigen · Prarthana – Gebet und persönliche Bitte im Ritual · Visarjana – Verabschiedung der angerufenen Gegenwart · Arati – gemeinschaftliche Lichtverehrung · Achamana – rituelles Wasserschlucken der ausführenden Person · Alankara – das göttliche Bild schmücken · Pushpanjali – die gemeinsame Blütengabe · Upachara – Formen liebevoller Darbringung · Sankalpa – traditioneller Ritualvorsatz mit Zeit, Ort und Anliegen · Purnahuti – die volle Schlussgabe einer Yajna · Agnimukha – Vorbereitung und Eröffnung des Feueropfers · Sthandila und Rekha – Feuerplatz und rituelle Linien · Agni Sthapana – das Ritualfeuer einsetzen · Paristarana – Darbha um das Feuer auslegen · Patra Sadana – die Opfergeräte bereitstellen · Pranita und Prokshani – die Wassergefäße des Homa · Ajya Samskara – Ghee für das Feueropfer bereiten · Paridhi – Begrenzungshölzer des Feueropfers · Parishechana – Wasser um das Opferfeuer geben · Samidhadhana – geeignete Hölzer ins Feuer geben · Aghara – die eröffnenden Ghee-Ströme · Ajyabhaga – Ghee-Anteile für Agni und Soma · Ahuti – Mantra und Feuerdarbringung verbinden · Vyahriti Ahuti – Gaben mit den heiligen Weltenrufen · Svishtakrit – Agni um die Vollendung des Opfers bitten · Jayadi – ergänzende Gaben für das Gelingen des Rituals · Prayashchitta – rituelle Berichtigung und Wiedergutmachung · Vasordhara – der zusammenhängende Ghee-Strom · Agnyupasthana – das Feuer abschließend verehren · Anujna und Brahma Varana – Zustimmung und Ritualverantwortung · Kalasha Sthapana – das heilige Wassergefäß aufstellen · Punyahavachana – Reinheit und Wohlergehen feierlich zusprechen · Nyasa – Mantra und göttliche Gegenwart im Körper verorten · Ghanta – die Ritualglocke erklingen lassen · Rajopachara – königliche Ehrengaben in der Puja · Puja - 32 Schritte · Bestandteile von Homa, Yajna und Havan