Punyahavachana – Reinheit und Wohlergehen feierlich zusprechen
Punyahavachana – Reinheit und Wohlergehen feierlich zusprechen (Sanskrit: पुण्याह-वाचन puṇyāha-vācana) ist eine vorbereitende Reinigungs- und Segenszeremonie, in der die günstige, geheiligte Qualität des Anlasses ausgesprochen wird. Puṇya bezeichnet das Heilige und Verdienstvolle, aha den Tag, vācana das Aussprechen beziehungsweise Aussprechenlassen. Neben der Form vacana, Aussprechen, begegnet vācana mit langem a im Sinne des Veranlassens einer Erklärung.
Stellung und Beteiligte
Punyahavachana kann vor Homa, Samskara, einer größeren Puja oder einer Weihe stehen. Das Homa Sangraha enthält eine ausdrücklich kurze Form, Laghu Punyaha Vachana. Sie umfasst Varuna-Verehrung im Wassergefäß, einen Wechsel von Aufforderungen und bestätigenden Worten sowie Gebete und Besprengungen. Die im Text angesprochenen Brahmanen bilden den traditionellen Antwortkreis. Wird ein öffentlicher Andachtsrahmen anders gestaltet, muss deutlich bleiben, welche Antworten die Ritualleitung übernimmt und welche die Gemeinschaft spricht. Die Rolle einer rituell bestellten Person wird nicht allein durch die Zahl der Anwesenden bestimmt.
Beispiel aus dem Wechselgespräch
Nach der vorgesehenen Vorbereitung wird der günstige Charakter der Handlung zugesprochen. Folgende drei Antworten stehen in der kurzen Fassung jeweils dreimal; zwischen ihnen stehen die entsprechenden Aufforderungen und Gebete:
Drei Antwortformeln; Auszug aus dem Ablauf
oṃ puṇyāham astu |
oṃ svastir astu |
oṃ ṛddhir astu |
ॐ पुण्याहम् अस्तु ।
ॐ स्वस्तिर् अस्तु ।
ॐ ऋद्धिर् अस्तु ।
Bedeutung: Om, möge es ein heiliger, glückverheißender Tag sein. Om, möge Wohlergehen sein. Om, möge Gedeihen sein.
Dies ist ein Auszug zur Erklärung, keine vollständige Ersatzrezitation für die gesamte Zeremonie. Das Wasser bleibt im dafür vorbereiteten Gefäß. Die Leitung führt die vorgesehenen Wasserhandlungen aus und besprengt nach dem anschließenden Text den zu reinigenden Bereich beziehungsweise die beteiligten Personen. Die Besprengung geschieht maßvoll und mit Rücksicht auf empfindliche Gegenstände.
Was gereinigt und gesegnet wird
Der vorbereitende Sankalpa nennt im Handbuch das innere Organ, den Körper, den Ritualraum und die Geräte. Gemeint ist die Ausrichtung des gesamten Handlungszusammenhangs. Marjana und Prokshana bezeichnen bestimmte Formen des Reinigens und Besprengens; Punyahavachana ist der größere zeremonielle Zusammenhang, in dem solche Handlungen vorkommen können. Die Zusprüche sprechen Vertrauen aus, ohne den Beteiligten einen bestimmten äußeren Erfolg zu garantieren. Eine passende innere Haltung lautet: „Möge unser gemeinsames Werk klar, friedlich und zum Guten gelingen.“ Nach der Wasserzeremonie wird der angekündigte Hauptritus begonnen.
Ritualbeispiele und Quellen
- Weiterführende Ritualartikel und verwandte Fassungen: Vishnu Homa – Feuergebet für Beständigkeit und ein Leben im Dharma · Große Hochzeitsfeier Vivaha mit Puja und Homa · Shiva-Puja mit fünf Kalashas und Parivara an Shivaratri gemäß Puja Sangraha · Marjana und Prokshana – reinigendes Besprengen bei Yoga Vidya
- Srirama Ramanuja Achari: Homa Sangraha, Ausgabe 18. August 2015; Ritualfassung mit Bezug auf den Krishna Yajurveda: Homa Sangraha, Laghu Punyaha Vachanam; S. 8–10; Sankalpa S. 4.
Weitere Ritualbestandteile
Puja - 32 Schritte · Bestandteile von Homa, Yajna und Havan · Bestandteile der Yoga Vidya Rituale
Die 32 Puja-Schritte
Dhyana – die Gottheit im Ritual vergegenwärtigen · Avahana – Einladung der göttlichen Gegenwart · Asana – der Gottheit einen Sitz anbieten · Padya – Wasser für die Füße der Gottheit · Arghya – ehrerbietige Wassergabe · Achamaniya – Schluckwasser für die Gottheit · Madhuparka – süße Ehrenspeise für den göttlichen Gast · Panchamrita Snana – Bad mit fünf Nektaren · Snana – das rituelle Bad der Gottheit · Plota – das Bildnis nach dem Bad trocknen · Vastra – Gewänder als Darbringung · Yajnopavita – heilige Schnur als Puja-Gabe · Abharana – Schmuck der Gottheit darbringen · Gandha – Duft und Sandelholz als Verehrungsgabe · Saubhagya Dravya – glückverheißende Gaben für die Göttin · Akshata – ungebrochener Reis als Ritualgabe · Pushpa – Blüten als Verehrungsgabe · Anga Puja – die Glieder der Gottheit verehren · Ashtottarashata Namavali – Verehrung mit 108 Namen · Dhupa – Räucherwerk als Darbringung · Dipa – die Lichtgabe der Puja · Naivedya – Speisen der Gottheit darbringen · Paniya – Trinkwasser zur Speisedarbringung · Tambula – Betelgabe als Abschluss der Bewirtung · Dakshina – Ehrengabe und Dank an die Ritualtragenden · Karpura Nirajana – feierliche Kampferlichtgabe · Mantrapushpa – Blütengabe und vedischer Schlussgesang · Pradakshina – ehrerbietige Umrundung · Namaskara – ehrerbietiger Gruß und Verneigung · Stotra – Lobgesang innerhalb des Rituals · Kshamapana – um Vergebung und Vollendung bitten · Samarpana – die Früchte des Rituals hingeben
Weitere Begriffe und Feuerbestandteile
Abhisheka – rituelles Übergießen und Weihen · Angavastra – Ober- und Schultertuch als Gabe · Kanthasutra – Halsschmuck der Göttin · Pranama – sich in Hingabe verneigen · Prarthana – Gebet und persönliche Bitte im Ritual · Visarjana – Verabschiedung der angerufenen Gegenwart · Arati – gemeinschaftliche Lichtverehrung · Achamana – rituelles Wasserschlucken der ausführenden Person · Alankara – das göttliche Bild schmücken · Pushpanjali – die gemeinsame Blütengabe · Upachara – Formen liebevoller Darbringung · Sankalpa – traditioneller Ritualvorsatz mit Zeit, Ort und Anliegen · Purnahuti – die volle Schlussgabe einer Yajna · Agnimukha – Vorbereitung und Eröffnung des Feueropfers · Sthandila und Rekha – Feuerplatz und rituelle Linien · Agni Sthapana – das Ritualfeuer einsetzen · Paristarana – Darbha um das Feuer auslegen · Patra Sadana – die Opfergeräte bereitstellen · Pranita und Prokshani – die Wassergefäße des Homa · Ajya Samskara – Ghee für das Feueropfer bereiten · Paridhi – Begrenzungshölzer des Feueropfers · Parishechana – Wasser um das Opferfeuer geben · Samidhadhana – geeignete Hölzer ins Feuer geben · Aghara – die eröffnenden Ghee-Ströme · Ajyabhaga – Ghee-Anteile für Agni und Soma · Ahuti – Mantra und Feuerdarbringung verbinden · Vyahriti Ahuti – Gaben mit den heiligen Weltenrufen · Svishtakrit – Agni um die Vollendung des Opfers bitten · Jayadi – ergänzende Gaben für das Gelingen des Rituals · Prayashchitta – rituelle Berichtigung und Wiedergutmachung · Vasordhara – der zusammenhängende Ghee-Strom · Agnyupasthana – das Feuer abschließend verehren · Anujna und Brahma Varana – Zustimmung und Ritualverantwortung · Kalasha Sthapana – das heilige Wassergefäß aufstellen · Nyasa – Mantra und göttliche Gegenwart im Körper verorten · Ghanta – die Ritualglocke erklingen lassen · Rajopachara – königliche Ehrengaben in der Puja · Puja - 32 Schritte · Bestandteile von Homa, Yajna und Havan